Der Unwahrsager der „Weltwoche“
Es ist nicht ganz klar, warum Journalisten sich immer wieder zutrauen, die Zukunft vorherzusagen, wenn sie regelmäßig schon an der Aufgabe scheitern, über Vergangenheit und Gegenwart zu berichten. Andererseits winkt natürlich, wie bei einer riskanten Wette, ein besonders hoher Lohn, wenn sich herausstellt, dass man mit einer extremen Außenseiter-Prognose recht hatte.
Die „Weltwoche“ hat jedenfalls alles auf einen Sieg des von ihr ohnehin verehrten Viktor Orbán bei den Parlamentswahlen in Ungarn gesetzt. Ihr Autor Kurt W. Zimmermann war sich seiner Sache absolut, vollständig, hundertprozentig sicher. Und die Tatsache, dass er damit ziemlich alleine stand, sprach aus der Logik der rechten Schweizer Wochenzeitung, die sich gerne als Meister im Gegen-den-Strom-Schwimmen inszeniert, nur dafür, dass er recht hatte.
Dokument grotesker Selbstüberschätzung
Die Titelseite der Ausgabe von der vorvergangenen Woche setzte den Ton:

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