Im Schilderwald mit Markus Lanz
Manche Themen sind für Medien kaum zu bebildern. Es gibt zum Beispiel Krankheiten, bei denen man Menschen nicht ansieht, dass sie krank sind. Würden Redaktionen ihre Berichte etwa mit dem Foto einer zwar betroffenen, aber eben gewöhnlich aussehenden Person aufmachen, würde sich der Bezug zum Thema niemandem erschließen.
In diesem Dilemma greifen Redaktionen mitunter zu Symbolbildern, die ihrem Thema nur selten gerecht werden: Menschen, die an Depression leiden, kauern ja nicht den ganzen Tag in irgendeiner Zimmerecke und halten sich verzweifelt die Hände vors Gesicht, wie es Medien immer wieder suggerieren. Und wenn Sie jetzt denken, dass man die Illustration von Berichten über Depressionen auch leicht anders lösen kann, dann suchen Sie mal ein Foto zum Thema Länderfinanzausgleich – vor allem, wenn Sie nicht Markus Söder abbilden möchten, der sich verzweifelt die Hände vors Gesicht hält.

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