Panama, Putin, Poroschenko: Das Fleisch und die Soße

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Bilder sagen mehr als tausend Worte. So auch die Illustration auf der Titelseite der Süddeutschen Zeitung am Montag: Links der an einen melancholisch dreinblickenden Gebrauchtwarenhändler erinnernde Assad, in der Mitte übergroß der kalte Putin, daneben der hinterlistige Poroschenko. Und von oben rechts rennt Fußballgott Messi durch’s Bild.

Was haben diese vier gemeinsam? Sie alle haben direkt oder indirekt etwas mit dem Briefkastenfirmendienstleister Mossack Fonseca zu tun. Damit enden die Gemeinsamkeiten.

Man muss feststellen: Insbesondere der amtierende ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist in dieser Aufstellung fehl am Platz.

Das findet heraus, wer sorgfältig prüft, wie viel von dem Gericht, das die SZ kredenzt hat, Soße ist, und wie viel Fleisch. Soße, das können schlüpfrige Details sein, emotionale Trigger, mit denen insbesondere Magazinjournalisten gerne arbeiten, um Spannung zu erzeugen. Man könnte sie „Verpackungsmaterial“ nennen.

Poroschenko

Der Großteil des Poroschenko-Gerichts ist eine Soße namens „Ilowajsk“. So heißt ein Ort in der Ostukraine, an dem die Ukrainer im August 2014 gegen Separatisten und russische Spezialeinheiten eine entscheidende Schlacht verloren.

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Für Ilowajsk verwendet die SZ nun nicht nur ihre Illustration, sondern auch die ersten zwei Absätze: „Für die Ukrainer“, heißt es da, „ist Ilowajsk ein Symbol für Tod und Verrat“, und weiter:

Während in jenen Tagen alle Augen in der Ukraine in einer Mischung aus Panik und Hoffnung auf Ilowajsk gerichtet waren, war der Präsident Petro Poroschenko – zugleich Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee – offenbar auch mit privaten Finanzangelegenheiten befasst. Genau zu dieser Zeit landete laut Panama Papers bei dem Offshore-Dienstleiter Mossack Fonseca eine Mail von einem zypriotischen Anwalt: Er wolle eine Briefkastenfirma gründen, die Prime Asset Partners Limited heißen und auf den Britischen Jungferninseln angesiedelt sein solle. Eigentümer solle Petro Poroschenko sein.

Die Soße gibt dem Gericht den herben Geschmack des Verrats: Während seine Leute an der Front sterben, bringt der Oligarchenpräsident seine Schäfchen ins Trockene. Aber das ist aus mehreren Gründen falsch. Und man muss den SZ-Autoren vorwerfen, dass sie wichtige Details verschweigen, um der Story ihre nötige Fallhöhe zu geben. Vielleicht sogar mit vermeintlich lobenswerter Motivation: Wollte man mit der prominenten Platzierung all jenen die Luft aus den Segeln nehmen, die eine einseitige Kampagne gegen Putin witterten?

Die Fakten sprechen jedenfalls, was Poroschenko angeht, eine andere Sprache.

Zum ersten: „Genau zu dieser Zeit“ heißt es in der SZ. Aber die Mail von Poroschenkos Juristen an Mossack Fonseca stammt vom 4. August.

Zu dieser Zeit waren die Ukrainer militärisch auf dem Vormarsch, bis Mitte August sah es sogar so aus, als würde es ihnen gelingen, einen entscheidenden Sieg gegen die Separatisten zu erringen. Die Katastrophe nahm erst ihren Lauf, als ab dem 20. August russische Spezialtruppen in den Kampf eingriffen und die ukrainischen Truppen umzingelten.

Zum zweiten: Journalistisch-ethisch ist es höchst fragwürdig, diese beiden Handlungsstränge zur Erhöhung des Knalleffekts zu verbinden. Das hat auch der Redaktionsbeirat des unabhängigen ukrainischen Senders „hromadske“ eingestanden, der die Story ähnlich reißerisch wie die deutschen Kollegen erzählt hatte.

Zum dritten: Dass Poroschenko im Sommer 2014 eine Offshore-Firma gründen ließ, ist kein Skandal. Schließlich hatte er vor der Präsidentenwahl versprochen, sein Firmenimperium im Falle eines Wahlsieges zu verkaufen. Dass in der Ukraine jede größere Transaktion und insbesondere Firmenverkäufe aus Gründen der Rechtssicherheit über Offshores getätigt werden, weiß jeder Branchenkenner. Man könnte sogar so weit gehen zu sagen: Es wäre ein Skandal gewesen, wäre Poroschenko zu dieser Zeit nicht „mit privaten Finanzangelegenheiten“ befasst gewesen. Schließlich erwartete die Bevölkerung den Verkauf seiner Aktiva.

Was bleibt also nach der Freilegung des Fleisches von der Soße? Wenig. In erster Linie: Poroschenko hätte diese Firma möglicherweise in seiner öffentlichen Einkommenserklärung für 2014 oder 2015 angeben müssen. Aber ob er damit gegen geltendes Recht verstieß, bezweifeln selbst ukrainische Experten: Zwar wurde ein Teil seines Imperiums (der Schokoladenkonzern „Roshen“) tatsächlich an diese Offshore-Firma übertragen, weil dies die einzige Möglichkeit ist, um die Aktiva später in einen „Blind Trust“ zu übergeben. Eine Geschäftstätigkeit der Offshore-Firma ist jedoch nicht nachzuweisen.

Auch der Vorwurf der Steuerhinterziehung ist deshalb wohl nicht haltbar: 2015 stand Roshen auf Platz 74 der wichtigsten Steuerzahler des Landes und zahlte 1,3 Milliarden Griwna Steuern (zum heutigen Kurs etwa 43 Millionen Euro).

Zudem trat ein verschärftes Gesetz, das die Nicht-Offenlegung unter Strafe stellt, erst im März 2016 in Kraft.

Putin

Nun zur Causa Putin. Hier liegt der Fall anders. Hier ist reichlich Fleisch am Knochen.

Man kann der SZ auch nicht vorwerfen, dass sie ihn zur Ouvertüre der Panama-Oper ganz vorne auf die Bühne gestellt hat. Der Cellist Roldugin, der so prominent in den Panama Papers vorkommt, ist ein sehr enger, womöglich der engste Freund Putins. Und sauber genug stellt die SZ im vierten Absatz auf der ersten Seite klar: „Putins Name selbst taucht in den Unterlagen nicht auf.“

Das Problem liegt woanders: Die auf drei Seiten ausgebreitete Oper über „Putins beste Freunde“ ist so ausschweifend, dass auch der gut informierte Leser am Ende nicht mehr so recht weiß, was Fleisch und was nur Soße war. Was sind die Fakten, was ist Annahme und Interpretation?

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Es beginnt recht vage:

Die Daten zeigen auch, dass offenbar viele Millionen US-Dollar an Roldugins Brieffkastenfirmen geflossen sind, die Zentrum eines Netzes von Offshore-Firmen sitzen. Die Firmen in diesem Netzwerk besaßen demnach Aktienoptionen für eine der wichtigsten Konzerne Russlands, über sie flossen offenkundig Kredite in dreistelliger Millionenhöhe, und es wurden seltsame Geschäfte abgewickelt. Binnen weniger Jahre wurden, das zeigen die Daten, rund zwei Milliarden Dollar durch dieses Offshore-Geflecht geschleust.“

Viele Millionen US-Dollar flossen „offenbar“ an Roldugins Biefkastenfirmen, über sie flossen „offenkundig“ Kredite in dreistelliger Millionenhöhe, es wurden „seltsame Geschäfte abgewickelt“,
zwei Milliarden Dollar wurden durch dieses Geflecht „geschleust“. Was bedeutet das?

Die SZ bietet uns folgende Interpretation: Seit Jahren werde spekuliert, Putin verfüge über ein geheimes Vermögen. „Doch noch nie führte die Spur des Geldes so nah an Putin heran wie durch die Panama Papers.“

Auf die Einführung in Putins Jahrzehnte währende Freundschaft mit dem Cellisten Roldugin und Putins Freundeskreis aus der „Osero“-Datschenkooperative, dessen Mitglieder ihren Reichtum der Nähe zu Putin zu verdanken haben, folgt ein Absatz mit Urteilen über Russland, welche die Fallhöhe vergrößern sollen: „Kleptokratie“ (Paul Krugman), neofeudalistisches System (Wladislaw Inosemzew) und Mafiastaat (US-Außenministerium, internes Dokument) heißt es da.

Dann wird der Ballon noch größer aufgeblasen: Besitzt der Kreml-Herscher 40 Milliarden, 70 Milliarden oder gar 200 Milliarden Dollar? Woher die 40 und 70 Milliarden stammen, bleibt unklar. Für die 200 Milliarden präsentiert das Blatt einen Kronzeugen, der unter Osteuropa-Experten als zweifelhafte Quelle gilt: Bill Browder. Zu ihm heißt es lediglich: „Er lebte zehn Jahre im Land“ und „spätestens, seitdem sein Anwalt Sergej Magnitskij 2009 in einem Moskauer Gefängnis starb, ist Browder ein scharfer Putin-Kritiker.“

Wozu, will man die Autoren fragen, holt ihr hier Browder ins Boot? Der in den USA geborene britische Staatsbürger wurde mit seinem milliardenschweren Fonds „Hermitage Capital Managament“ ab Ende der 90er Jahre Multimillionär. Er machte ausgezeichnete Geschäfte in Russland, lobte Putin ausgiebig, selbst die Verhaftung des Putin-Gegners und Oligarchen Michail Chodorkowski 2003 rechtfertigte er. Und erst als er selbst unter die Räder des Systems geriet, wurde er zum Kritiker dieses Systems und widmet sein Leben einer Privatfehde gegen die Moskauer Führungsriege. Aber davon erfährt der SZ-Leser im Artikel nichts.

Ausführlich widmen sich die Autoren dem Einfluss von Roldugins Firma Sonnette Overseas auf den „Laster- und Panzerhersteller Kamaz“. Auch das wirkt eher unnötig aufgeblasen. Die SZ schreibt:

„Kamaz ist für Russlands Kriegsmaschinerie fast unersetzlich. Dessen Lastwagen kamen im Ukraine-Krieg häufig zum Einsatz, etwa als weiße Trucks, die angebliche Hilfsgüter während der Krim-Annexion auf die Halbinsel transportierten. Auch in Syrien, wo russische Bodentruppen die Armee von Diktator Baschar al-Assad unterstützen, wurden Kamaz-Laster gesichtet.“

Zum ersten: Kamaz kann so kriegswichtig nicht sein, wenn Daimler immerhin 15 Prozent der Firma besitzt.

Zweitens: Anders als im Text und in der deutschen Wikipedia behauptet, produziert Kamaz keine Panzer. Das Panzer-ähnlichste Fahrzeug aus dem Portfolio des Unternehmens ist ein gepanzerter Truppentransporter.

Drittens: Die weißen Trucks mit der humanitären Hilfe hatten nichts mit der Krim zu tun, sondern fuhren erst Monate später aus Russland in die von den Separatisten kontrollierten Gebiete in der Ostukraine.

Und viertens: Es ist unklar, warum die Autoren den Cellisten Roldugin mit dem Ukraine-Konflikt und dem Krieg in Syrien in Verbindung bringen. Wenn es um die Kontrolle über das kriegswichtige Unternehmen Kamaz gehen soll: 49,9 Prozent der Aktien gehören ohnehin dem Staatsunternehmen Rostech, damit kontrolliert der russische Staat de facto das Unternehmen.

Weiter geht es um die Bank „Rossija“, die als „Putins Bank“ eingeführt wird, was heute durchaus stimmen mag. Aber erneut wird ein Zusammenhang hergestellt, der nur verwirrt. „1990 wurde sie mit Geld der Kommunistischen Partei gegründet, etwa zu jener Zeit, als Wladimir Putin aus der DDR zurückkehrte.“ Was sollen diese beiden Ereignisse miteinander zu tun haben? 1990 war Putin ein relativ unbedeutender KGB-Mitarbeiter, der aus der DDR zurückkam und schauen musste, wo er blieb. Erst 1991 gewann seine Karriere wieder an Schwung, als sein ehemaliger Professor Anatolij Sobtschak Bürgermeister von St. Petersburg wurde. Die Journalisten wollen hier einen Zusammenhang herstellen, der so nicht haltbar ist.

Der Leser erfährt immer mehr Details, die seine Fantasie beflügeln, ihn aber vom Eigentlichen fortführen: Einer der Partner der Schweizer Kanzlei, die Roldugins Geschäfte organisiert, „reist angeblich regelmäßig nach Russland. Man hört, dass er danach gerne von der Wildschweinjagd erzählt und teuren Wodka mit nach Hause bringt.“

Wildschweine? Teuren Wodka? Ja mei. Relevant ist hier, dass er mit seinen Kontakten „bis hoch zu Wladimir Putin“ geprahlt haben soll. Man wüsste zudem gerne von der SZ, warum sie im Unterschied zum „Guardian“ nicht Ross und Reiter nennt. Dort erfährt man nämlich, dass es sich um die Kanzlei Dietrich, Baumgartner & Partner handelt, und der „Partner“ der Kanzlei, der so prahlt, Andres Baumgartner persönlich ist. Wenn schon, denn schon.

Auch die folgende Einschätzung ist falsch: Der „ehemalige Spitzenmanager des Erdöl-Konzerns Yukos, der Oligarch Alexeij Golubowitsch“ stand ebenfalls in Kontakt mit der Schweizer Kanzlei. Golubowitsch ein Oligarch? Ein Witz. 2004 stand er bei der Forbes-Liste der reichsten Russen auf Platz 81, mit geschätzten 300 Millionen Dollar – das war kurz vor der Zerschlagung des Konzerns, auf dessen Existenz sein Reichtum beruhte.

Nach 25.737 Zeichen kommt dann das echte Fleisch. Das Kapitel heißt „Die Tricks“ und behandelt die Methoden, mit denen Roldugins Firmen mit Geld gefüttert wurden. Und hier wird es für den Leser wirklich interessant: Die Autoren berichten von rückdatierten Aktiengeschäften, angeblichen Entschädigungen über 800.000 Dollar, angeblichen Beratungshonoraren über 30 Millionen Dollar und verdächtigen Kreditlinien für Roldugins Firma über 800 Millionen Dollar.

Aber auch hier bleiben wieder Fragezeichen an einer unnötigen Stelle:

Zwischen 2009 und 2012 bekam sie laut Panama Papers Kreditlinien in Höhe von 800 Millionen Dollar gewährt; zumindest ein Teil davon wurde demnach auch abgerufen.

Bei dieser Größenordnung wüsste man gerne, wie viel Roldugins Firmen denn nun abgerufen haben. Warum schreibt die SZ nicht die Zahl, die etwa in den Untersuchungen der Partner zu finden ist? Nach Angaben der russischen Wirtschaftszeitung „Vedomosti“, die sich auf die Informationen von ICIJ berufen, waren das mindestens 130 Millionen. Das hätte man gerne auch in der SZ gelesen.

Das „Outro“ der Oper ist hübsch, hinterlässt aber einen faden Nachgeschmack: Im Februar 2013 heiratet Putins Tochter Jekaterina den Oligarchensohn Kirill Schamalow im Ski-Resort Igora bei St. Petersburg. Wieder werden wir mit irrelevanten Details abgelenkt („Das Brautpaar fuhr demnach mit einem Schlitten vor, den drei weiße Pferde zogen. Fotografieren war verboten, alle Handys der Gäste waren eingesammelt worden.“) Und dann behaupten die Autoren Folgendes:

Dem geheimen Fest waren einige Vorbereitungen vorausgegangen. Zum Beispiel wurde das Grundstück gekauft, auf dem die Hochzeit stattfand, das Ski-Resort Igora.

Die Firma „Ozon“, welche das Grundstück kaufte, gehörte damals zu 25 Prozent dem Putin-Buddy Kowaltschuk. „Ozon“ bekam, so berichtet es uns die SZ, Ende 2009 einen Kredit über fünf Millionen Dollar von einer Firma aus dem Roldugin-Netzwerk, zwei Jahre später noch einmal so viel. Es stimmt: „Ozon“ kaufte (2009 oder 2010) das Grundstück und baute darauf das Skiresort „Igora“ aus, in dem jeder etwas wohlhabendere Petersburger heute gerne mal eine Hochzeit feiert oder Skifahren geht. Aber waren die Kreditzahlungen und der Aufbau des Skiresorts „Vorbereitungen“ der Jahre später stattfindenden Hochzeit? Dieser Nachweis wird nicht erbracht.

In der ausschweifenden Erzählung geht unter, was die Panama Papers uns eigentlich Neues über Putin erzählen. Der frühere „Vedomosti“-Chefredakteur Leonid Bershidsky hat es auf „Bloomberg“ mit der Überschrift „Putin’s a pauper, his friends are rich“ auf den Punkt gebracht.

Russland ist tatsächlich neofeudalistisch. Putin ist nicht der reichste Mann der Welt. Er besitzt keine 200 Milliarden Dollar, auch keine Yachten und keine Paläste. Aber er ist umgeben von Menschen, die ihm zu vollster Loyalität verpflichtet sind, weil sie ihren Reichtum seiner Macht zu verdanken haben.

Wozu all die Soße?

Warum diese Ungenauigkeiten und vom Weg abbringenden Details im Falle von Putin, wozu all die Soße, wo doch genügend Fleisch da ist? Warum diese Unverhältnismäßigkeit gegenüber Poroschenko?

War es der Erfolgsdruck? Am Montag begann nach einem Jahr Recherchen für die Autoren die Woche der Superlative: größtes Datenleck aller Zeiten, 400 Journalisten, 80 Länder. Putin war der Paukenschlag für diese Woche, Poroschenko sollte womöglich die Balance herstellen. Den Ukrainer an diesem Tag auf eine Ebene zu stellen mit den anderen, war sicher keine gute Idee.

Oder war es die Zahl der Autoren? Drei stehen bei Putin drüber, sieben darunter, vor allem solche mit regionaler Expertise. Wer in großen Medien an solchen großen Texten als „Zulieferer“ mitgearbeitet hat, kennt das: Stücke gehen durch viele Hände, werden in der Endredaktion noch einmal geschärft und zugespitzt. „Putins beste Freunde“ ist ein Beispiel dafür, dass man auch so lange spitzen kann, bis die Spitze abbricht.

25 Kommentare

  1. „Insbesondere der amtierende ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist in dieser Aufstellung fehl am Platz.“

    Ist ja mal wieder typisch für diese Bilderberger-gesteuerten Lügenmedien, natürlich nehmen ihr „Insbesondere“ die Verbündeten des Westens in Schutz, was denn sonst. Warum nehmt ihr Putin nicht mindestens im exakt gleichen Maße gegen die von Stratfor fabrizieren Lügen in Schutz??? Oder schreibt was dazu, dass die SZ die Briefkastenfirmen in Obamas Umfeld unerwähnt lässt, die gibt es, denn ein Vorwurf den man Russland macht muss immer in mindestens gleichem Maße für die USA gelten, weiß doch jeder. Was für eine antirussische Propaganda. Kotzt mich an, dass euch die paychecks von der Atlantikbrücke wichtiger sind als der Frieden in Europa, den ihr mit so nem kriegshetzerischen Pamphlet gefährdet. Dass ein „medienkritisches“ Medium jetzt die US-hörige Soros-finanzierte NATO-Presse dafür kritisiert, gegenüber der US-Marionette Poroschenko zu kritisch (!!!!!!!) zu sein, um die Propaganda noch tiefer ins Hirn der Leute zu graben, ist ein Schachzug der Mossad- und CIA-Strategen, den selbst ich mir nicht hätte vorstellen können, und ich informiere mich wirklich täglich bei Kopp Online, Compact und KenFM, um auf dem Laufenden zu sein. Ihr Nato-Agenten habt das Informationsmonopol verloren, macht euch drauf gefasst, dass immer mehr Menschen wach werden.

    LÜGENPRESSE!!! LÜGENPRESSE!!!!!

    P.S.: Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Das war ein (wahrscheinlich missglückter) Satireversuch.

  2. #1: Hat Compact-online ein Forum? Versuchen Sie es mal da, die stehen auf diesen Argumentations- und „Satire“stil. Ansonsten empfehle ich AFD-Facebook oder was ähnliches.

  3. Hm, XP-User machte eigentlich das, was Böhmermann machte: Öffentlich Quatsch von sich geben und den dann über Framing zum Ready-Made erklären. Das funktioniert so einfach aber nicht. Ich weiß nur noch nicht warum… vielleicht weil derjenige der öffentlich spricht immer unter Verdacht steht (vielleicht denkt er ja genau das was er sagt usw.).

    Darüber hinaus ist aber nach dem Böhmermann-Eklat der Reiz an solchem Diskurs-Karate raus und demnach nicht lustig.

  4. Toller Artikel, so sollte uebermedien.de sein.

    Nicht wie diese sinnbefreiten Lückenfüller aka Spruchbildbeantworter, Bahnhofskiosk, Internetgedöns und wie sie nicht alle heißen.

  5. @7 Wow, jetzt aber schnell wieder den Aluhut aufsetzen. Wer ernsthaft behauptet, in der Ukraine hätten keine russischen Soldaten gekämpft, der ist offensichtlich in seiner Verschwörungstheorie verstrickt. Ich finde, dass muss man hier auch nicht als Kommentar stehen haben – Das wäre auch schon das einzige, wofür sich Übermedien entschuldigen müsste.

  6. @8 Ich bin Politikwissenschaftler.

    Sie beleidigungen sofort, nennen aber keine Fakten.

    Und soll Steinmeier sich jetzt auch einen Aluhut aufsetzen oder was?

    Ihr Kommentar ist eine Unverschämtheit und ein agressiver Angriff gegen die Wissenschaft. Und natürlich muss sich Übermedien dafür entschuldigen oder zumindest mal Stellung nehmen.

  7. @8 Im Übrigen reden wir vom August 2014. Über den gesamten Krieg kann man an anderer Stelle diskutieren. Aber ja: Auch hier spricht m.E. keine amtliche Stelle von einem russischen Einmarsch.

  8. Was auch verstört: Bei den „Ukrainern“ bzw. “ukrainischen Truppen” handelte es sich überwiegend um die berühmt-berüchtigten Nazibataillone (Bataillon Donbass), wie damals z.B. die ZEIT auch zugibt:

    “Ukrainische Truppen, vor allem Freiwilligenbataillone”. Natürlich werden die rechtsextremen Kämpfer mit den Hakenkreuzen am Helm etc. da “Freiwilligenbataillone” genannt. -> http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-12/ukraine-zerstoerung-ilowajsk-einwohner-wiederaufbau/seite-2

  9. Eine Selbstüberhöhung wie die von Jens liest man in dieser Form selten. Die Unterstellung, er sei in Verschwörungstheorien verstrickt sei nicht nur ein Angriff auf ihn, den Politikwissenschaftler, sondern – wohl, weil Politikwissenschaftler – ein Angriff auf die Wissenschaft an sich.

    Abgesehen von diesen Störgeräuschen und damit ja auch in keinem Zusammenhang stehend finde ich diesen Artikel sehr gelungen. Er gibt in jedem Fall einige Anhaltspunkte, um nun selbst konkretere Fragen stellen zu können. Das ist viel Wert, weil ich niemals gewusst hätte, wo ich ansetzen sollte.

  10. Die Panama Papers? Gähn. Wundert sich eigentlich jemand darüber, daß „Schokokönig“ Poroschenko drin verwickelt ist?

    Viel interessanter wären Merkels Paraguay Papers.

  11. Ich finde es unerträglich, dass Herr Niggemeier sich nicht äußert und stattdessen in den Kommentaren hier seine „NATO-Trolle“ aggressiv attackieren läßt.

    Die Bundesregierung erklärte am 27.9.2014 vor der UNO-Vollversammlung, dass es keine russische Invasion gegeben hat. Das entspricht auch dem Stand der Wissenschaft, denn Beweise (z.B. Fotos) gibt es keine für einen solchen Einmarsch.

    Übermedien lügt. Übermedien soll sich erklären.

  12. Auszug aus Bundesaußenminister Steinmeiers Rede vor der UNO-Vollversammlung vom 27.09.2014:

    “Ich mache mir keine Illusionen. Noch sind wir weit entfernt von einer politischen Lösung. Aber wahr ist auch: Vor wenigen Wochen standen wir vor einer unmittelbaren militärischen Konfrontation zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften. Diplomatie hat das Äußerste verhindert. Jetzt kommt es darauf an, dass die Waffen dauerhaft schweigen, und dass wir eine politische Lösung erreichen – eine Lösung im Einklang mit den Grundsätzen des Völkerrechts – unter Wahrung der Einheit der Ukraine!”.

  13. @Patrick: Ja, lügen ist hier ein Angriff auf die Wissenschaft, eine Fälschung der Tatsachen. Was denn sonst???

  14. Ich empfehle die Konsultation eines Wissenschaftlers aus dem Bereich Psychotherapie. Die helfen bei Ego-Problemen und Wutmanagement.

  15. @Jens: Nein, Übermedien lügt nicht. Es gibt eine Reihe von Beweisen für den Einsatz russischer Spezialkräfte im August 2014. Die Ukrainer konnten zehn von ihnen gefangen nehmen, in Russland wurden Anfang September Dutzende dieser Soldaten beigesetzt. Eine Zusammenfassung hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/ostukraine-russische-soldaten-kaempfen-an-der-seite-der-separatisten-a-988155.html Und wenn Sie es noch genauer wissen wollen: Letztes Jahr stand ich in der schönen Stadt Wladimir am Grab eines russischen Soldaten namens Maxim Selesjnow, der Ende August in der Ostukraine gefallen ist. Nachzulesen etwa hier http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/russische-soldaten-in-der-ukraine–103901669.html Können wir das Thema jetzt abhaken? Einen schönen Tag wünscht Ihnen – immer im Dienste der Wahrheitsfindung – Moritz Gathmann

  16. Lieber XP-User, spüren Sie die Grenzen Ihres Verständniswillens? Ich versuche mal Ihnen den Diskursmechanismus zu übersetzen:

    Ich mache sie aufmerksam auf den Schmähsatire-„Stil“:

    „Versuchen Sie es mal da, die stehen auf diesen Argumentations- und „Satire“stil“

    Sie antworten verwirrt „Was? Wieso? Ich kämpfe doch für das Gute?“, in Form:
    „Wie, die stehen darauf, dass man sich über sie lustig macht?“

    Suchen Sie sich mal in entsprechenden Sites Satiren zu den linksgrünversifften antideutschen Propagandamedien, die funktionieren auf Basis des selben Mechanismus.

    Mein Tipp war ernstgemeint: Gehen Sie in die entsprechenden Sites und testen Sie mal aus, wie effektiv Ihnen das dort erscheint. Dann können Sie vielleicht üben, wie man denen argumentativ wirklich Probleme bereitet und weh tut.

    Ich habe das bereits hinter mir. Man braucht etwas Mut, kann aber auch viel Spaß damit haben. Wenn Sie konkret bedroht werden, wissen Sie, dass Sie einen Treffer gelandet haben.

    Oder reicht es ihnen, sich selbst schenkelklopfend im Kreis der Gleichgesinnten offene Türen einzutreten und darin zu überbieten, wer noch einen drauf setzt? Mich würde das langweilen und es wäre mir zu bequem.

    Zum Anfang können Sie mit Reichsbürgern beginnen. Als Fortgeschrittenenkurs empfehle ich Identitäre.

  17. Lieber Symboltroll,

    nun ja, was die Form oder den „Stil“ angeht, wird man so eine „Satire“ überall finden, die ist weder spezifisch Compact noch spezifisch Anti-Compact. Aber was den Inhalt angeht, befinde ich mich bei diesem Thema nun eindeutig auf der Anti-Compact-Seite, darauf bezog sich mein Kommentar. (Compact steht hier natürlich nur beispielhaft für diese „Szene“.)

    Ansonsten: Respekt, dass Sie sowas auf sich genommen haben. Ich persönlich finde es anregender, mit Leuten wie Ihnen zu diskutieren :D .
    Und angesichts unseres Disputs die letzten Tage über können Sie mir doch nicht vorwerfen, mich nur mit vollkommen Gleichgesinnten auszutauschen ;) .

    Mit freundlichen Grüßen
    XP-User

  18. Aus einem einzigen, recht kurzen Beitrag im Blog von „Jens“:

    „kranke Lügnerin und Kriegshetzerin“, „rückgratlose Berufslügnerin“ (beides Sprecherin des Auswärtigen Amtes), „gequirlte Kacke“, „asozialen Hetzblätter“ (ZO und SpOn), „hirnrissigen Propagandalügen“, „Kriegshetze“, „geistesgestörten Lügen und die Hasspropaganda der Bundesregierung“, „Diese kaputten Medien, Pressesprecher, Politiker sind Schuld am millionenfachen Leid in Syrien. Die haben angegriffen und die töten ohne Reue.“, „kranken Propagandaspinner in Bundesregierung“, „Ihr seid völlig gestört. Ihr seid Kriminelle. Ihr begeht Verbrechen gegen die Menschheit. Widerliches, asoziales Lügenpack. Wegen euch sterben hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen.“ (Bundesregierung und deutsche Medien)

    In einem einzigen, recht kurzen Beitrag!
    http://blauerbote.com/2016/04/02/sawsan-chebli-kranke-luegnerin-und-kriegshetzerin/

    Wenn dass mal keine „wissenschaftlich“-reflektierte Herangehensweise ist. Ich vermute mal, „Übermedien“ muss sich nicht dafür schämen, von dieser Seite angegriffen zu werden.

    Manchmal toppt die Realität eben die Satire.

  19. @xp-user:

    Nur zur Verständnishilfe, unabhängig von Ihrem konkreten Beispiel:
    Argumentations-Stil spricht für sich selbst, und ich würde mich nicht gemein machen wollen mit dem speziellen Stil der Demagogen, das diskreditiert einen selbst. Sie wissen schon, der Zweck und die Mittel.

    Ansonsten leide ich seit Jahren unter unseren Helden der geschützten Komfortzone/gated community, die dort permanent im Übertreffungswettbewerb um die coolste Pose erstarren und dann jämerlich eingehen, wenn Sie es mal mit echten radikalen Demagogen zu tun haben, weil sie ihre Argumente immer nur an denen getestet habe, bei denen sie bereits offene Türen eintreten. Erstmals bemerkt habe ich das bei einem gewissen Haider-Talkshow-auftritt.

    Kein Wunder, wenn man immer in der Komfortzone bleibt, statt dahin zu gehen, wo es weh tut, um eine Kickerphrase zu missbrauchen.

    Etwas Übung derart hilft auch ungemein, um:

    a) Indifferenten im Bekanntenkreis die Argumente zu geben, die Ihnen denken zu geben und es so zu verpacken, dass es nicht aversiv geblockt wird
    b) In offenen, lokalen politischen Veranstaltungen Argumente parat zu haben, die die Rhetorik der halbgetarnten und offenen Radikalen mit Zielrichtung Indifferente schwächt
    c) Spaß zu haben mit sozialverträglichem Trolling

    Aber in unserer Polit- und Journalismuselite scheinen sich mir zu viele in eben jener gated-community Filterblase wohl zu fühlen. Da fehlt eben der „Rückkanal“ und entsprechend kontraproduktiv und erfolglos ist deren „Abwehrkampf“

    ’nuff said, oder?

    Gruß

  20. @ Symboltroll

    Bin nur nicht der Meinung, dass der Stil per se demagogisch ist.

    Ansonsten: Ja, ’nuff said.

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