Podcast (90)

Warum sollte es einen überhaupt kümmern, was da gerade bei Twitter passiert?

Abstürzender Twitter-Vogel
Logo: Twittter / Montage: Übermedien

Seit Elon Musk Twitter gekauft hat, brennen die Timelines. Weil Musk jeden Tag irgendeine neue Schnapsidee hat, wie es mit dem Netzwerk weitergehen soll. Oder eine andere Schnapsidee wieder zurücknimmt, weil sie ihm dann doch nicht so zusagt. Oder Musk schasst erst Mitarbeiter, holt sie dann aber schnell wieder zurück, weil er sie ja doch irgendwie braucht.

Jeden Tag irgendein neuer irrer Move, und alle regen sich auf. Aber.

Muss uns das überhaupt kümmern? Das fragt unser Podcast-Host Holger Klein diese Woche Stefan Niggemeier, einen der Übermedien-Gründer. Klein ist leicht genervt von den vielen Tweets, bei denen man den Eindruck haben könnte, das Abendland gehe unter. Er schaue da befremdet zu. Im Gegensatz zu Niggemeier. Der findet, dass Twitter „ein toller Ort für Kommunikation“ sei. Und deshalb wichtig. Allgemein, aber auch ihm ganz persönlich. Weil er das „Megaphon“, das er da hat, nicht einfach so abgeben will.

Im Podcast erklärt Niggemeier, weshalb er Twitter für bedeutend hält. Weil es zum Beispiel Publizisten als Instrument diene, ihre Beiträge einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren, aber nicht nur das. Kann ein Netzwerk wie Mastodon, wohin nun viele wechseln, ein Ersatz sein? Und wie geht es nun weiter mit der, wie Holger Klein sagt: „Jauchegrube“ Twitter?

Die ganze Folge „Holger ruft an…“ mit Stefan Niggemeier hören Sie hier:

(Sie können den Podcast auch über die Plattform oder App Ihrer Wahl hören. Hier ist der Feed.)


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7 Kommentare

  1. Ich interessiere mich schon, was bei Twitter passiert. Aber noch mehr wundert mich, was bestimmte Leute dazu äußern. Herr Musk will mehr Vielfalt auf Twitter, aber gerade dagegen wehren sich viele.
    Soeben haben die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika bestätigt, dass Linke und Rechte jeweils etwa die Hälfte der Bevölkerung vertreten. Wie kann es dann sein, dass ein Repräsentant des einen Lagers auf Twitter gesperrt ist? Herr Musk hat angekündigt, das eventuell zu ändern. Und schon setzt das Geschrei des anderen Lagers ein. Das beunruhigt mich. Nicht irgendwelche blauen Haken.

  2. Wie kann es dann sein, dass ein Repräsentant des einen Lagers auf Twitter gesperrt ist?

    Der Repräsentant hat quasi zum Staatsstreich aufgerufen.

    Und da beunruhigt es Sie, wenn das Geschrei losgeht, damit eben jener möglichst keine große Reichweite haben soll?

  3. @Florian Blechschmidt:
    „Herr Musk will mehr Vielfalt auf Twitter, aber gerade dagegen wehren sich viele.“
    https://www.washingtonpost.com/technology/2022/10/28/musk-twitter-racist-posts/

    Des einen Vielfalt ist des anderen rassistisches Gepöbel.
    Die Causa Trump hat @Micha schon klargestellt.
    Zur Wahl in den USA:
    No shit, Sherlock!
    Etwa die Hälfte, wer hätte gerade in den USA damit gerechnet?

    Es gibt erwiesenermaßen fake-news Kampagnen, Hate-speech, Todesdrohungen, sexualisierte Gewalt, Einmischung und Beeinflussung durch feindliche Staaten, Aufruf zum Staatstreich, und Herr Musk sieht als Lösung erst einmal, dass man sich gegen Geldzahlung legitimieren lassen kann und ansonsten die Kontrolleure rauszuschmeissen.
    Aber hey, die linken Snowflakes haben nur ein Problem mit Pluralismus.
    Das witzige ist ja, dass gerade das Medien-Lager, welches permanent von Freiheit und Vielfalt bläht, in der Personalfrage so offensichtlich Gesinnungskontrollen an den Tag legt, sei es unter Murdoch oder unter Döpfner, bei Welt und Bild schon ins Groteske überzogen, dass es quietscht.
    Nur mal so am Rande.

  4. „Twitter Pauses $8 Subscription Program After Fake Accounts Proliferate“ [bloomberg, 11.11.22]
    Wer hätte das auch ahnen können?
    Da würde ich als PR Chef eines Konzerns auch unbedingt meine Werbung launchen wollen.

    Ich will ja die Abhängigkeit von Werbekohle gar nicht verteidigen, aber diese Hybris des „stabilen Genies“ Musk, ich übernehme den Laden und mache alles besser aus dem Handgelenk …

    Gegen eine vorgebliche linke kulturelle Hegemonie entsteht eine rechte, libertäre kulturelle Hegemonie fundiert auf Bauchgefühl und bestenfalls Nostalgie, meistens eher skrupelloser Reflex-Stimulation.
    Anti-Woke aber Bücher zu Hunderten verbieten, Meinungsfreiheit, aber missliebige Demonstranten mit dem Terrorismus Schwert und Knast zum Schweigen bringen. Fakten stören nur, wenn sie nicht alternativ sind. Die gesamte Klaviatur des Agit-Prop von rechts läuft, inklusive „Think-Tanks“ ( „think“, my ass ) .

    Noch eine Wahlkampfhilfe für eine Partei über meine frischerworbene Plattform? Im Namen der Freiheit natürlich!
    Was kann einen denkenden Menschen nur daran stören, dass Menschen mit viel Geld noch mehr Meinungsmanipulation betreiben können? Es ist ja nicht so, dass unsere Lebenswirklichkeiten immer schneller auseinander driften würden?

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