Wieso lernt (fast) niemand aus den Fehlern der Terror-Berichterstattung?

Am Montagabend versetzte ein Anschlag in Wien die Menschen in Angst und Schrecken. Es passierte, was leider fast immer passiert: Medien und Mediennutzer verbreiteten voreilig falsche Informationen. Der Täter wurde in Szene gesetzt, wie er gesehen werden wollte. Ist das wirklich unvermeidlich?

Holger Klein spricht in der neuen Folge unseres Übermedien-Podcasts mit unserer Kolumnistin Samira El Ouassil und fragt sie: Warum hängen wir so atemlos an den Newstickern und unseren Social-Media-Feeds anstatt uns in Geduld zu üben? Wie können Medien besser mit den Taten von Terroristen umgehen, die auf die mediale Wirkung ihrer Taten spekulieren? Wie gelingt medienethische Herzensbildung? Und wie reduzieren wir die Täterbesessenheit von Medien und uns allen?

(Sie können den Podcast auch über die Plattform oder App Ihrer Wahl hören. Hier ist der Feed.)

Links

3 Kommentare

  1. Hm, wie richtet man den Fokus in solchen Situationen auf die Opfer ohne voyeuristisch zu sein? Und ohne wie die Bildzeitung private Fotos aus den sozialen Netzwerken zu „klauen“? Und wollen die Opfer bzw. deren Hinterbliebene ins Zentrum der Berichterstattung oder wollen die einfach ihre Ruhe haben? Es sind zutiefst traumatisierte Menschen, die den Schock erstmal verarbeiten müssen.

    Vielleicht ist es naiv, aber ich glaube Fokus auf die Opfer funktioniert nur mit Abstand, den Wochenzeitungen oder -magazine haben. Aber nicht für die aktuelle Berichterstattung.

    In der aktuellen Berichterstattung scheint mir das Hauptproblem zu sein, dass trotz „nichts genaues weiß man nicht“ Sendezeit gefüllt werden muss. Da müssten sich die Medien eigentlich trauen die Berichterstattung so aufzubauen
    1. Das und das wissen wir
    2. Das und das vermuten wir, aber es ist unbestätigt
    3. Das und das wird erzählt, aber es ist falsch
    4. Wir melden uns wieder wenn wir mehr wissen (oder in 30 min).

  2. Ich versteh die Frage nicht.

    Warum niemand aus diesen Fehlern lernt?

    Weil diejenigen, die so handeln, sich davon einen Vorteil versprechen, vermutlich zurecht. Wer mehr und dramatischer berichtet, der bekommt mehr Aufmerksamkeit, und die ist gleich Geld.

    Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terroranschlags zu werden, ist hingegen zu vernachlässigen.

    Da macht niemand einen Fehler. Da handeln Menschen im Eigeninteresse, wie letztlich immer.

Um kommentieren zu können, müssen Sie Übonnent sein.

Probeabo starten