Viel Aufmerksamkeit für wenige Verschwörungsgläubige

Eine gute Nachricht: Die Welt ist nicht verrückt geworden. Die Gesellschaft spaltet sich auch nicht wie eine vom Blitz getroffene Eiche. Bei aller Angst vor verschwörerischen Lagerbildungen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen können wir den Ball gerne so flach halten wie im besten Fall die virale Kurve.

Das Krisenbarometer der Konrad-Adenauer-Stiftung stellt beispielsweise fest, dass sich Ende April die positive Einstellung der Bevölkerung verstärkt hat. In der repräsentativen Erhebung, die sie wöchentlich in Auftrag gibt, stimmten 88 Prozent der Menschen in Deutschland der Aussage zu: „Man weiß ja nicht, was die Zukunft bringt, aber ich glaube, dass alles gut wird“ – offenbar haben die Befragten kein Twitter.

Gleichzeitig standen gerade einmal 12 Prozent hinter der Aussage „Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für Deutschland“. Mitte April war der Anteil der Pessimisten mit 24 Prozent noch doppelt so groß. Zudem meinten aktuell 88 Prozent, dass Deutschland die künftigen Herausforderungen bewältigen wird.

Die vielleicht interessanteste Erkenntnis ist aber folgende: Die Bevölkerung in Deutschland ist im Frühling 2020 trotz Corona insgesamt (noch) optimistischer als im Frühling 2017.

Großes Vertrauen in die Wissenschaft

Und auch wenn Boulevardmedien gerne antiwissenschaftliche Impulse durch ihre Berichterstattung verstärken (indem sie zum Beispiel bei der Suche nach Deutschlands „klügsten Corona-Skeptikern“ als erstes die frühere „Bunte“-Chefredakteurin Patricia Riekel aus dem Aluhut zaubern), hat die große Mehrheit der Deutschen Vertrauen in die Wissenschaft: Neun von zehn Befragten wollen, dass die Wissenschaft auch nach der Coronakrise stärkere Beachtung in der Politik findet. 93 Prozent!

Naomi Oreskes, Professorin für Wissenschaftsgeschichte in Harvard, die in ihren Studien das Misstrauen gegenüber der Wissenschaft in den USA untersucht, hat in ihrem Buch „Why Trust Science“ analysiert, wie sich das, was sich Menschen allgemein unter wissenschaftlicher Methodik vorstellen, im Laufe der Zeit verändert hat. In einem Gespräch mit dem „New Yorker“ erklärt sie:

„Die Realität sieht so aus, dass, wenn wir uns Meinungsumfragen anschauen, die meisten Menschen der Wissenschaft in den meisten Dingen vertrauen und die meisten Menschen Experten in den meisten Dingen vertrauen. Sie vertrauen ihren Zahnärzten. Die Menschen vertrauen ihren Automechanikern. Im Allgemeinen setzen die Menschen ständig Experten ein, und die meisten von uns verbringen nicht viel Zeit damit, Experten in den meisten Fragen zu kritisieren.“

Wie passen Vertrauen und Proteste zusammen?

Wenn man sich jedoch aktuell Bilder von doch etwas größeren Menschenansammlungen ansieht, die ohne Abstand und Masken gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie protestieren, dann bekommt man diese Bilder nur schwer mit solch einer Aussage über das große Vertrauen in das Expertenwissen zusammen.

Screenshot aus der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" zu Corona-Demos
Screenshot: „Bericht aus Berlin“, Das Erste

Entgegen der genannten Zahlen und Statistik, die für Optimismus und Vertrauen in die Wissenschaft sprechen, könnte bei den gegenwärtigen Berichten der Eindruck entstehen, dass ein großer Teil der Bevölkerung unzufrieden und wissenschaftskritisch eingestellt ist.

Dieser Eindruck wird sicherlich auch durch die Sichtbarkeit mehr oder weniger prominenter Medienakteure verstärkt, die professionell singen, tanzen, kochen und nebenher Verschwörungsnarrative auf ihren Social-Media-Kanälen verbreiten.

Nachrichtenwert, weil sich viele wundern oder aufregen

Diese Erzählungen erreichen leider eine mediale Relevanz, nicht nur wegen der hohen Reichweite dieser Personen, sondern auch aufgrund des diskursiven Dagegenhaltens, wegen des digitalen Entsetzens, das sich teils wütend an der Irrwitzigkeit ihrer Aussagen abarbeitet, da sie fahrlässig und gesundheitsgefährdend sein können.

Im Zusammenspiel mit den notwendigen Gegenstimmen zu solchen Aussagen, schaukeln sich derartige krude Verschwörungsschwurbeleien in den Spiralen der Aufmerksamkeitsökonomie hoch, bis ein Kipppunkt erreicht ist, der aus vielen Fliegen, die in den Berichterstattungen vielleicht nur einen Tag überlebt hätten, einen raumfüllenden Elefanten machen.

Und ganz schnell hat man den Eindruck, dass all diese Verschwörungstheorien prominenter Personen einen gesamtgesellschaftlich relevanten Nachrichtenwert hätten. Weil sich genügend Leute über diesen Unsinn wundern, aufregen oder mokieren, entsteht eine Art Potemkinsches Dorf, durch das eine scheinbar ebenso bedeutsame Masse an Widerständigen marschiert.

Diese Dynamik gibt den Wenigen eine Lautstärke, die dann mit Relevanz verwechselt wird, weshalb man sie vermeintlich nicht mehr ignorieren kann und man sich noch intensiver mit ihnen publizistisch auseinandersetzen muss.

Es entsteht eine Diskrepanz in der medialen Wahrnehmung.

Promis als Super-Lügenschleuder

In der Studie „Types, sources and claims of COVID-19 misinformation“, die das Reuters-Institute im April veröffentlichte, lässt sich diese umgekehrte Schweigespirale – gewissermaßen eine Zeigespirale – quantifizieren. Dort wurde festgestellt:

„In terms of sources, top-down misinformation from politicians, celebrities, and other prominent public figures made up just 20% of the claims in our sample but accounted for 69% of total social media engagement. While the majority of misinformation on social media came from ordinary people, most of these posts seemed to generate far less engagement.“

Die Mehrheit der Falschinformationen kommen also von Privatpersonen, aber erhalten keine digitale Relevanz. Am meisten sprechen wir jedoch über das, was Personen des öffentlichen Lebens gesagt und geschrieben haben, obwohl dies nur ein Fünftel der gesamten Masse an Fehlinformationen ausmacht. Es handelt sich also um eine Handvoll desinformierender Superspreader, die das Gespräch dominieren, weil sie Reichweite haben.

Ein journalistischer Trick könnte daher sein, ihre Aussagen genauso zu behandeln wie die Kommentare von Privatpersonen, um hier ganz bewusst den Nachrichtenwert der Prominenz auszuhebeln.

Eines muss ich an dieser Stelle aber natürlich anmerken: Diese Kolumne ist notgedrungen ein einziger performativer Widerspruch, denn ich empfehle hier, dass man ein Thema nicht größer machen sollte als es ist, indem ich es thematisch abdecke, um zu erklären, warum man es weniger abdecken sollte. Medienjournalist Daniel Bouhs nannte das mal die Schizophrenie der Medienkritik – aus dieser Zwickmühle komme ich leider nicht ganz raus.

Wie funktioniert Desinformation?

John Cook, Kognitionspsychologe und Assistenzprofessor am Center for Climate Change Communication, hat 2007 die Wissenschaftsplattform SkepticalScience.com gegründet, die sich praktisch und wissenschaftlich mit der Leugnung der menschengemachten Klimaerwärmung auseinandersetzt. Er war außerdem einer der Hauptautoren der „97-Prozent-Studie“, die den Expertenkonsens zum menschengemachten Klimawandel untersuchte.

Cook entwickelte ein Modell, mit dem sich die häufigsten Strategien und Praktiken von Wissenschaftsleugnern erkennen lassen, und das von Klimafakten.de als PLURV ins Deutsche übersetzt wurde. Dabei dominieren vor allem fünf diskursive Tricks oder Taktiken die Verschwörungsrhetorik:

    1. Pseudo-Experten

Falsche oder selbsternannte Experten werden in Position gebracht, um den Eindruck einer ernstzunehmenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung und einer laufenden Debatte zu erwecken. Die breite Öffentlichkeit verlässt sich auf Expertenmeinungen als Leitfaden für ihre eigenen Überzeugungen über die Wissenschaft. Aus diesem Grund ist das Infragestellen eines wissenschaftlichen Konsens eine Schlüsselstrategie derjenigen, die Zweifel in die Einschätzungen etablierter WissenschaftlerInnen streuen wollen.

Pseudo-Experten scheinen qualifiziert zu sein, verfügen aber zumeist nicht über tatsächliches Fachwissen auf dem relevanten wissenschaftlichen Gebiet oder lassen ihren wissenschaftlichen Blick von ideologischen Motiven beeinflussen.

    2. Logik-Fehler

Das zweite Instrument sind logische Trugschlüsse, falsche Argumente, die zu einer irrtümlichen Schlussfolgerung führen; zum Beispiel der Strohmann, bei dem ein Aussage widerlegt wird, die der Debattenpartner gar nicht getätigt hat: „Tja, also ich will (Subtext: im Gegensatz zu dir) keine Gesellschaft, in der die Menschen nicht mehr flirten können.“

Oder Ad-Hominem-Argumente, also ein Argument wird inhaltlich entkräftet, indem man den Argumentierenden persönlich angreift. Wenn zum Beispiel Harald Martenstein in seiner Kolumne Karl Lauterbach vorwirft, unglaubwürdig in Bezug auf die geforderte Reduktion der Kontakte zu sein, weil er doch immer so viel in Talkshow-Studios sei, dann versucht er ein valides Argument durch unterstellte Eitelkeit zu diskreditieren.

    3. Unerfüllbare Erwartungen

Der dritte Trick der Wissenschaftsverweigerung bringt unmögliche Erwartungen ins Spiel. Diese fordern vom Gegenüber unrealistische Beweisstandards ein, zum Beispiel: „Erst wenn jemand an Corona stirbt, den ich persönlich gekannt habe, bin ich bereit an die Pandemie zu glauben.“

Eine Technik ist auch, die Torpfosten der Beweisbarkeit zu verschieben. Zum Beispiel: „Die leeren Krankenhausbetten lassen darauf schließen, dass es keine Pandemie gibt. Erst wenn die Betten überfüllt wären, wäre für mich die Existenz der Pandemie bewiesen.“

    4. Rosinenpickerei

Viertens gibt es das „Rosinenpicken“, das sich auf bestimmte Daten konzentriert, die oft aus dem Zusammenhang gerissen werden, während alle Daten ausgeschlossen werden, die mit der gewünschten Schlussfolgerung in Konflikt stehen.

    5. Verschwörungsmythen

Und fünftens wird oftmals auf Verschwörungsmythen zurückgegriffen, wenn jemand mit einem wissenschaftlich fundierten Konsens nicht einverstanden ist. Wie sonst könnte man erklären, dass sich alle Experten, wissenschaftlichen Organisationen und Zeitschriften der Welt über etwas einig sind, mit dem man selbst nicht einverstanden ist? Das kann doch nur mit 1979 in Georgia errichteten Steintafeln erklärt werden!

Es sind immer wieder diese fünf rhetorischen Manöver, die benutzt werden, um wissenschaftliche Aussagen zu diskreditieren und infrage zu stellen. Die psychologische Forschung zeigt, dass das Erkennen und Verstehen der Funktionsweisen solcher Techniken, die zur Verzerrung wissenschaftlicher Erkenntnisse eingesetzt werden, ein wichtiger Bestandteil der Neutralisierung von Desinformationen ist. Wer die alltäglichen Informationen dahingehend filtert und hinterfragt, ist für Fehlinformation weniger anfällig, man könnte sagen, geradezu geimpft und immunisiert.

Jede dieser fünf Techniken lässt sich nochmals in weitere Unterkategorien aufgabeln, wie eine Grafik von Klimafakten.de schön veranschaulicht.

Aufgeblähte Minderheit

Die Verschwörungsnarrative der prominenten Superspreader bedienen die Strategie der Pseudo-Experten, entweder indem sie sich selbst als solche wahrnehmen und ausgeben oder indem sie Fake-Experten teilen und zitieren.

Wenn zum Beispiel ein ehemaliger Radiomoderator sein 30-minütiges Konspirations-Video damit beginnt, zu erklären, dass er einen Presseausweis habe, was ihn zu einem Journalisten und somit Experten für das pandemische Weltgeschehen mache, dann ist das nichts anderes als die Selbstgroßmachung eines Menschen, der durch den Ausweis als Requisite eine behauptete Expertise und Kredibilität hervorrufen will, weil er (hoffentlich) weiß, dass er gleich sehr viel haltlosen Quatsch erzählen wird.

Das Mantra des „Wir sind viele“, mit dem sowohl der bekiffte Barde als auch der paramilitärische Koch ihren Einfluss in Facebookvideos und Telegramm-Gruppen permanent selbst verklären, erzeugt genauso die „aufgeblähte Minderheit“, wie unsere nachrichtliche Auseinandersetzung mit den Demonstranten.

Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür

Aufgrund der ideologischen Heterogenität der Akteure sind die Anti-Corona-Maßnahmen-Demonstrationen sehr diffuse Veranstaltungen, ein Protest, der grundlegend „dagegen“ ist. Es versammeln sich Menschen, die offenbar dem Staat, dem Establishment, den berüchtigten „Denen da oben“ nicht vertrauen und ihnen Inkompetenz unterstellen. Sie protestieren also nicht, um zu verändern, das trauen sie ja den Obrigkeiten nicht zu, sondern um wahrgenommen zu werden. Den Gefallen tun wir ihnen gerade.

In seinem sehr lesenswerten Artikel schreibt der „Süddeutsche“-Journalist Simon Hurtz abschließend:

„Da kann es helfen, das große Ganze im Blick zu behalten: Ein paar Hunderttausend teilen Nonsens, ein paar Hundert drehen durch, aber viele hundert Millionen Menschen begegnen der Krise ohne Paranoia und Verschwörungsglauben.“

Hinzu kommt, dass es Verschwörungstheorien und Querfrontler schon immer gab und geben wird. Sie sind gegenwärtig nur sichtbarer, und wir tragen zu ihrer Sichtbarkeit bei.

Jede Gesellschaft hat ihre Verrückten

Es sind jedoch nicht mehr als sonst – oder anders gesagt: jede Demokratie hat ihre notorischen fünf Prozent Crazy Ones, und aktuell kommen vielleicht noch Schau- und Protestlustige hinzu. Nur weil die Pandemie die Lebenswelten der gesamten Gesellschaft betrifft, scheint die Gruppe der extremen Gegenhalter gewaltig, ist aber im statistischen Vergleich zur gesamten Gesellschaft weiterhin nur eine Randerscheinung.

Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk erklärt die Historikerin Hedwig Richter, dass Verschwörungstheorien ein Minderheitenphänomen seien:

„Das wird viel sichtbarer durch soziale Medien, und durch sowas wie die Corona-Krise suchen ja auch Journalisten nach Themen, und dann kommt es sehr stark in die Nachrichten. (…) Es ist aber sonst auch da.“

Die Anfälligkeit für konspirative Erzählungen betrifft vor allem Menschen, die schlecht mit Ambivalenzen umgehen können, eine niedrige Resilienz haben – und in dieser Gruppe wiederum vor allem Männer.

Also einfach weggucken?

Wird das mit den Verschwörungen also aktuell alles überdramatisiert? Sollten wir all die Chaoten komplett ignorieren? Während wir eine angebliche Spaltung der Gesellschaft nicht durch eine selektive Wahrnehmung hochschreiben und hochteilen sollten, müssen wir gleichzeitig im Auge behalten, dass wir diese diffuse, ideologisch heterogene Gruppe nicht politisieren, dass also der Zweifel nicht Fundament einer politischen Agenda wird.

Denn wenn die Wahrhaftigkeit der Pandemie infrage gestellt wird und die antiwissenschaftliche Haltung zur politischen Haltung mutiert, kann dieser Protest durchaus tribalistisch werden – und dann geht es nicht mehr um die Frage, ob etwas wahr ist oder nicht, sondern um die Frage, ob es für eine Gruppe oder Partei von politischem und ökonomischem Vorteil ist, eine Information zu leugnen.

Die nachrichtliche Selbstbeherrschung erfordert, diese Gruppen und Personen nicht stattfinden zu lassen – ohne sie komplett zu verdrängen: also ein wachsames diskursives Deplatforming zu Gunsten einer leisen Mehrheit voller Zuversicht.

Die derzeitigen Verwirrten sind nicht die Spitze eines Eisberges, auf den eine möglicherweise leicht gereizte Gesellschaft gerade zuzusteuern droht, sondern tatsächlich nur eine Scholle der Verantwortungslosen.

62 Kommentare

  1. Was mich in dem Zusammenhang sehr interessieren würde und was ich durchaus auch für journalistisch aufbereitenswert halte (gern mit wissenschaftlich fundiertem Unterbau): Gibt es einen Ausweg aus dem Verschwörungsglauben, quasi einen Weg zurück? Und wenn ja: Was hilft dabei, was nicht? Kann man als Außenstehender dafür irgendwas Sinnvolles tun? In meiner Wahrnehmung, die aber durch sehr viel Unsicherheit geprägt ist, kommt man mit wirklich Verschwörungsgläubigen kommunikativ praktisch nie auf einen grünen Zweig, deren Welt ist abgeschlossen, der Schlüssel weggeworfen. Aber was ist mit, ich nenne sie mal Verschwörungsinteressierten? Ignorieren, Gegenargumente bringen, von denen sie sich schnell in die Ecke gedrängt fühlen?

  2. Ich ignoriere alles. Auch »Verschwörungsinteressierte«. (Sehr gelungene Wortschöpfung.) Ich glaube nicht an den ganzen Scheiß. Mir ist es zu zeitverschwendig, Gegenargumente zu googeln. Und Bill-Gates-Bashing kann ich sowieso nur ernst nehmen, wenn es auf einem Mac getippt wurde.

  3. Danke für den Artikel, das macht doch gute Laune zum Wochenende!
    Unterstützt wieder die „Immunität“-These – Je mehr ich von dem Quatsch sehe, desto offensichtlicher wird, das es Quatsch ist.

  4. Ich kann kaum fassen, dass Ihr (Autor, Kommentierende) das tatsächlich ernst meint – obwohl Euer Standpunkt weder wissenschaftlich, noch intellektuell, noch moralisch, sozial oder von den Zahlen her haltbar ist (was deutichst offenbar wird, jeden Tag zunehmend; ja, man muss’s Hirn einschalten, ist aber ganz einfach)! – und Ihr (o.g. und Übermedien an sich) im Pott ewig gestriger Obrigkeitshöriger nun einen festen Platz einzunehmen scheint. Dies pauschal klingende Urteil auch nach unkommentiert gelesenen anderen Artikeln aus den letzten Monaten: den Verstand beschämend (kommt zu Sinnen, Leute!).

    Schade, aber truth prevails – bis Ihr Euch (wieder? endlich wirklich?) an irgendwas Menschlichem orientiert: suffer!

    Allen anderen, inkl. mir, weiterhin viel Spaß:
    WIR sind ALLE, Mensch!

  5. #4
    Andererseits ist es ebenfalls kaum zu fassen, dass ausgerechnet Leute, die auch noch den letzten Hirnschwurbel unhinterfragt teilen, anderen empfehlen, das Hirn einzuschalten.

    Am besten finde ich immer die stringente Beweiskette der alternativ Informierten. Muster: »Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz zapfen im Keller einer Pizzeria unschuldigen Labrador-Welpen das Blut ab. Dass davon nichts in den Medien zu lesen ist, ist der Beweis, dass es stimmt.«

  6. #5 interessantes Feedback, den ersten Satz allerdings verstehe ich nicht: was genau teile ich? Wie kommst Du in mein Hirn rein, um zu sehen, dass es nicht hinterfragt war? Und inwiefern spricht Hirnschwurbel dagegen, das Gehirn zu benutzen? Und wo ist der sachliche Bezug?

    Oh, der zweite Absatz hat gleich gar nix mehr mit meinem Kommentar zu tun. Warum schreibst Du den so, als wäre es ein Feedback zu meinem? Offensichtlich hat nur irgendwas da drin (oder der Umstand der kritischen Betrachtungsweise an sich; vertragen ja nur sehr „wenige“; wenige als Rückbezug auf die Überschrift.. hehe) einen Beißreflex ausgelöst, und schwupp lande ich im Topf mit welchen, die Dir und den Deinen anscheinend Schlimmes angetan haben; ach nee, da sind scheint’s gleich alle drin, die sich „alternativ informieren“. Hui, das führt zu noch ner Frage:
    Alternativ zu was? Wo sind die Grenzen zwischen „guter / seriöser“ und „schlechter / alternativer“ Information? Und wieinallerwelt führt die Art einer (völlig willkürlich vermuteten) Quelle dazu, dass Du Dich mit bestimmten Infos an sich und/oder Standpunkten überhaupt nicht mehr auseinander setzen willst, weil Du sie ja schon vorher verdammst?

    Schlussendlich: Glaubst Du wirklich, dass solche eine Art der Diskussion oder auch nur Kommunikation (denn mit mir redest Du ja offensichtlich nicht) ernst zu nehmen sein kann? Wenn ja, wie? Wie kann je irgendetwas Gutes draus werden, wenn Du so mit anderen Menschen umgehst, Michael?

  7. Vielen Dank für den Kommentar, der die Zusammenhänge super beschreibt und den thematischen Bogen umfassend spannt, danke auch für die Hinweise zur immerwährenden Quote an „Verwirrten“ und den Argumenten für den Umgang damit. Könnt Ihr den Beitrag denn freischalten? Es wäre sehr zu wünschen, dass er größtmögliche Verbreitung findet.

  8. #Anderer Max
    Das lohnt nicht. Es ist ja nur ein Verschwörungsinteressierter da. Alle anderen kämpfen heute vor dem Reichstag mit Samuraischwertern gegen die NWO. Es ist der 15.5. Wacht auf!

  9. Na das ist doch praktisch, selbst in der Auseinandersetzung zwischen Ernstmeinenden und Spaßhabenden haben Sie die richtige Seite gewählt. Wer sonnt sich denn sonst noch so auf Ihrer Seite des Ufers (hier bei uns regnet es mal wieder, eigentlich aber auch nicht anders zu erwarten). Gleich um 13.00 Uhr ist nochmal Fahnenappell, da müssen wir unseren Obrigkeiten huldigen. Muss Schluss machen, Unteroffizier Dodillet brüllt schon über den Appellplatz …

  10. EIL: Die Kinder in den Tunneln sind vorgestern von 120.000 alliierten Kämpfern befreit worden und jetzt in medizinischer Betreuung. Deswegen sind am Mittwoch auch so viele Hubschrauber unterwegs gewesen. Die 120.000 Amerikaner und Russen sind nach erfolgreicher Mission bereits wieder abgereist. Deshalb könnt ihr sie auch nicht sehen.

    https://www.youtube.com/watch?v=iduvFXYip14&feature=youtu.be&fbclid=IwAR0FdWIW6aQDznbDNOMTiZ9ypZVGa5o5lFB8eetkvtaE9vCXYOFS7w2Grt4

    #servicekommentar

  11. (Statt „Verschwörung“ einfach „unbelegte Behauptungen“?)
    Sein wir ehrlich, die meisten dieser „Theorien“ taugen nicht mal zu solchen, da selbst die Kriterien an eine Theorie nicht erfüllt werden (z. B. Falsifizierbarkeit). Geschweige denn an Fakten oder Logik.

    #4 und #6 liefern z. B. nicht eine These. Nicht einmal einen Ansatz, worum es gehen könnte. Dabei hat man doch so viel Meinung, nur das Thema scheint zu fehlen. Was mir neuerdings auffällt: Anglizismen waren ja gaaanz lange verpöhnt in der Szene. Mittlerweile scheinen sie salonfähig zu sein. Hat evtl. damit zu tun, dass die Truther-Szene sich aus dem rechtsradikalen Millieu löst und in die Mitte drängt. Dafür bietet sich eine nicht ganz so radikale Sprache natürlich an. (Wobei ich auch meine, dass kein normaler Mensch „Schade, aber truth prevails – bis Ihr Euch an irgendwas Menschlichem orientiert: suffer!“ Schreibt. Das sind billige Kopiernudeln mit mittelmäßiger US Übersetzung.)

    Schönes Wochenende allen Obrigkeitshörigen Sheeples, die für brainwashed Soros-Gates-Komglomerate arbeiten! Und allen Anderen auch!

  12. Beißreflexe der Szene hier getriggert, holla die Waldfee, jetzt geht’s aber richtig los (richtig! Also nicht so „falsch“, wie sich diese „Anderen“ immer aufregen – wer auf der richtigen Seite steht, der darf auch mal auf Logos, Herz und jede Art von Diskussionskultur verzichten, und einfach drauflos semmeln, wa? Gibt noch immer keine Antwort auf auch nur eine meiner Fragen an Michael. Noch nix an Feedbacks, auf das ich Bezug nehmen könnte – bezieht sich ja alles nur auf die, die Euren wahnwitzigen Pauschal-Vorstellungen entsprechen – aber feste druff, auf den, der es wagt, was anderes zu denken! Und das kommt Euch nichtmal irgendswie komisch vor? Dit lässt tief blicken, Leute..
    In echt: Ich bin nicht Euer Feind, nichtmal bösartig oder dumm; ist es feindlich und denkt Ihr, da ist was voll dumm – und was sich auch dä Max sich da zusammenschwurbelt an Theorien, klingt wirklich strunzdumm – und von allem möglichen Bösen getrieben, kommt’s also woanders her..! „Ey, Moment, was soll’n das heißen? Ist jawohl klar, dass DU voll dumm bist, und ich/wir voll klug!!!“ hehehe – seid Ihr ja auch. Nur andersrum. Aber es bleibt dabei: WIR sind ALLE Mensch. Genau, Stefan.
    Genau daran schnurstracks vorbei:)

    Bildungsbürgertum.

    Ich hol Popcorn.

  13. „aber feste druff, auf den, der es wagt, was anderes zu denken!“
    Was denkst du denn so anderes?

  14. Dem habt ihr es aber mal wieder so richtig gegeben! Mein Respekt vor soviel intellektueller und moralischer Überlegenheit.
    Kindsköppe!

  15. #15 gute Frage. Meinst Du, worüber die Anderen hier reden, dass sie voll fest überzeugt sind, das ich meine und das ich denke und was ich für Motive dafür habe, oder was in Wirklichkeit Gründe waren, zu schreiben, was ich schrieb?

    Ein Beispiel für Zweiteres: Ich denke, dass „Verschwörungsgläubige“ ohne weiteren wirklichen Zusammenhang ernsthaft als beschreibenden Begriff zu benutzen, nicht von hohem, sondern von derzeit warumauchimmer erschreckend niedrigem Intellekt zeugt, und von ebenso wenig Interesse, irgendetwas Sinnvolles zu erfahren, zu berichten, zu bewirken oder irgendwem anderes zu gönnen.
    Das sehen die Anderen hier.. anders.

    [ich hab jetzt einfach mal geschrieben, als wenn Deine Frage ernst gemeint und von Interesse geprägt gewesen – könnte ja sein.. So und jetzt:]

    Ich hol Popcorn!

  16. Offenbar scheint es auf dieser verrückten Welt recht seltsame und exklusive Auffassungen von Spaß zu geben!

  17. „Wir sind alle, Mensch!“ – „Dann müssenwa halt Schampagner trinkn, Alta.“ – „Nein, wir sind alle, nicht ‚Bier‘!“ – „Dann ers‘ recht!“

  18. Jens:

    „Noch nix an Feedbacks, auf das ich Bezug nehmen könnte“

    Wohingegen das hier

    „obwohl Euer Standpunkt weder wissenschaftlich, noch intellektuell, noch moralisch, sozial oder von den Zahlen her haltbar ist“

    irgendwie substanziell sein soll?

    Du bist halt wie viele, die in einen Netzraum reinbrüllen, „Ihr seid alle doof“, und sich dann wundern, warum die Anwesenden diesen konstruktiven Beitrag nicht sachlich und ernsthaft debattieren.

  19. Pschscht! Papa Reichelt ist da, gleich gibt’s bestimmt was hinter die Löffel! Wenn dann noch Onkel Müller vorbeikommt, dann is endgültig Schluss mit Jux und Dollerei.

  20. Wir sollten uns eher vor Herbergsvater Niggi in acht nehmen, der ist in letzter Zeit auch ziemlich rüde, fragt mal Brathering und LLL!

  21. #24 Danke für den direkten, dadurch handlebaren Bezug!

    OK, ich verstehe: Du verstehst nicht, worauf ich mich damit konkret beziehe. Kein Wunder, weil ich es ja nicht weiter spezifiziert hatte (und ich damit höchstens jedes einzelne Eurer Statements / jeden Eurer Standpunkte konkret benannt hätte).

    Nun gibt’s (mindestens) zwei Möglichkeiten, mit dieserlei Unverständnis umzugehen, eine davon macht die Debatte sehr zäh und voll von Irrungen und Wirrungen:
    1. Fragen, woraufinallerwelt ich mich denn da beziehe / ob ich etwa dies und das meine.
    Heißt: Wir gehen respektvoll miteinander um (so, als wenn wir beide ernstzunehmend wären) und ich kann direkt dazu Stellung beziehen bzw. meinen Standpunkt substantiell untermauern – oder eben ausgehebelt bekommen. Oder, wie Ihr es scheint annehmt, deutlich machen, was für’n schwachsinniger sonstwas-Theoretiker oder -Gläubiger ich bin. (macht’s nicht dann eigentlich erst richtig Spaß, drauf zu dreschen? Diese Frage ist Anbetracht des allgemeinen Vergnügens rethorisch..).

    2. Feststellen, dass, wie und welchen merkwürdigen Gedanken-Pfaden folgend es ja voll doof ist, was ich schreibe, und was ich deshalb jawohl klar damit meine, und wes Geister Kind ich entsprechend solcher Theorien ich jawohl ganz offensichtlich bin. Macht hier (fast) Jeder. Führt zu so nem durchgeknallten Thread.
    Und dass man sich mit so nem Mindset / so einer Art zu funktionieren für doof gehalten hält, steckt genauso wenig in der Aussage – dass ein mehr oder weniger konkret bestimmtes Verhalten kritisiert wird / doof ist – drin, wie es am Ende dann doch auf’s Selbe hinaus läuft – nämlich dann, wenn man sich mit seiner wieauchimmer verursachten aktuellen Meinung völlig identifiziert. Wenn man doch gefälligst Recht hat. Man so sehr „gut“ ist, dass halt Jeder, der (irgendwas) Abweichendes sagt, schlecht (oder eben voll doof) sein muss. Wie Du. Und die Kollegen hier. Anscheinend zumindest – irgendwann ist ja für jeden eine Notwendigkeit gekommen, den Kopf zu .. drehen = auch mal was Anderes wahrnehmen zu können, und was Anderes zu tun als das so spaßvoll ausgekostete, immer wieder gleiche Verhalten an den Tag zu legen.

    In der Annahme, dass nicht gerade zufällig – oder durch meine so sehr trefflich gewählten Worte ausgelöst – dieser Punkt erreicht ist:

    Ich hol nochma Popcorn.

  22. Autorinnen und Kommentatoren pauschal und ohne jeden konkreten Bezug als ewig gestrige Obrigkeitshörige, die ihr Hirn ausgeschaltet haben, beleidigen – und dann rumweinen, dass so wenig nette und konstruktive Reaktionen kommen? Sorry, das ist zwar strunzdämlich, aber überhaupt nicht unterhaltsam.

    PS: Popcorn schmeckt abscheulich. In die Biotonne damit!

  23. @Jens
    „Ein Beispiel für Zweiteres: Ich denke, dass „Verschwörungsgläubige“ ohne weiteren wirklichen Zusammenhang ernsthaft als beschreibenden Begriff zu benutzen, nicht von hohem, sondern von derzeit warumauchimmer erschreckend niedrigem Intellekt zeugt, und von ebenso wenig Interesse, irgendetwas Sinnvolles zu erfahren, zu berichten, zu bewirken oder irgendwem anderes zu gönnen.
    Das sehen die Anderen hier.. anders.“

    Nun, manche Menschen sind „neu“ in der Welt der „Verschwörungsgläubigen“ unterwegs und denken, da könnte was sinnvolles dahinter stecken.
    Andere kennen halt das immer gleiche und sind davon genervt.

    Wenn dann mal einer kommt, der irrtümlich in diese Schublade rutscht, dann ist der meist klug genug, über diesen Irrtum aufzuklären und wird dann entsprechen Ernst genommen.

    In so fern, ich sehe das dann auch eher wie „die Anderen“.

    Viel Spaß mit dem Popcorn und überhaupt und sowieso.

  24. #31 sorry, falls ich Dir eine geliebte, arrogante Sicht kaputt mache, aber: falsch. Ich habe bezeichnet, was wie ist und dies zwar nur teilweise erläutert – und selbst daran besteht hier null Interesse; wasinallerwelt h#ätte auch nur ein einziges weiteres beschreibendes Wort gebracht? Unser aller Zeit verpusht. Da gehe ich lieber auf Eure, beschämenderweise offensichtlich ernstgemeinten Selbstverherrlichungen ein, denn: wer mitliest, weiß wovon ich spreche (auch später irgendwann mal – wenn vielleicht gar auch Euch klar geworden ist, dass nicht wahr wird, nur weil Ihr es grad richtig findet, mögt, vor was anderem Angst habt oder weil Ihr an etwas Spaß dran zu haben vorgebt, sondern dass wahr ist, was stimmt. Also etwas, das Ihr im derzeitigen Zustand nichtmal theoretisch erkennen könntet oder gar suchen wolltet. Warum? Maske runter, dann erklär ich’s..), nicht beleidigt.
    Dass hier ein Großteil eigene Horrorphantasien darin (bestätigt) sieht – und sich wegen der gefühlten bodenlosen Gemeinheiten oder vermeintlichen Volltrotteligkeiten beleidigt fühlt –, liegt weder in meiner Absicht, noch in meinen Worten.
    Weinen? Ich lache mir den Hintern weg, wenn ich das Spielchen hier betrachte.

    Oh, Leute, wenn Ihr wüsstet wie deutlich Eure Projektionen in diesem Thread hier werden.. Und jetzt wieder wettern, damit Ihr Euer Weinen (über o.g. Bösartigkeiten / Dummheiten, und wie Ihr Euch dann wieder fühlen müsst, Snowflakes) nicht so dolle hört.
    Und trotz dieser harschen Worte: Süßis, auch wenn Ihr’s noch so dolle wollt und beschwört: von hier aus null Feindlichkeit! Aber Klarheit. Selbst das schon vertragt Ihr nicht? Wie wollt Ihr denn mit richtigen Widrigkeiten und wirklich feindseligen Auseinandersetzungen umgehen, Special-Boys?

    Danke, Micha, für die Wünsche; keine Angst (schon wieder Angst … nein, bloß nicht, schon gar nicht wegen mir!), Popcorn war nicht wörtlich gemeint, fange erst gleich an zu essen – dann wenn ich Euch längst wieder vergessen hab.
    Aber ich merke, Du trägst wohl viel Maske oder lüftest selten; CO2-Überversorgung und so (ich denke das, weil Du Dir so dolle überlegen vorkommst, und das ohne jeden Grund; alter Hase von wegen Verschwörungsgläubigen und so, buah, und Dich mit dem Rest-Sauerstoff selbst davon überzeugt zu haben scheinst, das das / Du ernst zu nehmen ist / bist. Ja, das alles klingt beleidigend. Ist aber eine wohl trefflichere Zusammenfassung dessen, was tatsächlich da oben steht, als Euer peinliches Kindergarten-Gebashe hier an Substanz hat. Übrigens: Wow. Die intellektuelle Elite der Gesellschaft. Bildungsbürgertum – on speed! Eben CO2-Overkill..) – mach das besser nicht (Maske / im eigenen Muff schimmeln), ist ehrlich ungesund, in vielerlei Hinsicht!

    So und jetzt weiter: suffer*!
    Hole nochmal Popcorn nach..

    * oder macht doch einfach mal was .. besser(es).

  25. Seltames Gequassel, die Forenbeiträge. Aber gut..

    Auch wenn man die Wirkung des Musters – die fünf diskursiven Tricks – versteht, kann es trotzdem für den Laien schwer werden, die Fehlinformation zu identifizieren:
    wenn sich der Lungenfacharzt (wie bei Corona und Feinstaub geschehen), dem der Laie per se die Wissenschaftlichkeit seines Handelns zuschreibt, behauptet, die Einschätzungen seien quatsch – sie seien dem Elfenbeinturm der Wissenschaft entsprungen (und damit die weit verbreitete Meinung goutiert, es fehle der Realitätsbezug) und entsprächen überhaupt nicht seinen praktischen Erfahrungen – rennt er offene Türen ein, weil es dem subjektiven Erleben der Menschen am nächsten kommt (gehört wohl zur Rosinenpickerei) und dann wird es ein paar Talkshowrunden oder Artikel in fachnahen Medien dauern, bis der Quatsch offensichtlich und mit guter Verbreitung entlarvt werden kann. Aber bei einigen bleibt es hängen, wenn und weil sie die Debatte nicht bis zum Ende verfolgen.
    Die Verschwörungsmythen finde ich am gefährlichsten. Diese Menschen lassen sich bewusst nicht auf begrifflichen Konsens ein, über den man sich gemeinhin miteinander in einer Gesellschaft verständigt, sie schaffen ihren eigenen – ihre eigene Parallelwelt, wie z.B. die seltsame Flat Earth Bewegung. Und was soll man machen; wenn einer sagt es ist „gelb“ obwohl 99,9% sagen „ es ist violett“?

  26. Wahr, falsch und falscher
    „Zwei plus zwei ist vier.“ Das ist unmittelbar einleuchtend und wahr. Setze ich mal voraus. „Zwei plus zwei ist fünf“ ist falsch, vielleicht ein Rechen- oder Zählfehler. „Zwei plus zwei ist Grütze mit gelbgrüner Elefantensympathie“ ist auch falsch. Nur: über „fünf“ diskutiere ich gern mit Argumenten. Über die letzte Aussage muss ich nicht diskutieren (und kann es auch kaum). Auch nicht, wenn sie ein Nobelpreisträger vertritt.

  27. Ich bekomme gerade eine ziemlich präzise Vorstellung davon, wie man in QAnon-Gruppen aneinander vorbeisülzt. Dafür einen Dank an den Verfasser.

  28. Der Titel der Kolumne hat das Geschehen im Kommentarstrang vorhergesagt. Eindeutiger Beweis, das die Kolumnistin Teil der Verschwörung von Gatesmerkelsorosdrosten ist.

  29. Bedauerlicherweise unterliegt die Kolumnistin selbst exakt den Denkfehlern, die sie bei anderen kritisiert. Leidlich schlüssig sind ihre Argumente nur dann, wenn man ihrem – eindimensionalen – Ansatz folgt.
    Leider bekommt auch sie nicht in den Blick, dass nachgerade zu wenig (!) wissenschaftlich – empirisch – argumentiert wird, sondern dass Meinungen für Fakten gehalten werden.
    Wer die Funktionsweise, die Möglichkeiten und Grenzen von Wissenschaft kennt und berücksichtigt, arumentiert substantiiert und differnziert vertikal. Dann kann festgestellt werden: Die gegenwärtige empirische Daten- und Faktenlage ist noch immer so wenig aussagekräftig, dass daraus keine Aussagen, geschweige denn Handlungsanweisungen, hergeleitet werden können, ob die ergriffenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des SARS-COVID-19 angemessen und notwendig waren oder sind. Diese Entscheidungen sind rein politischer Natur.

  30. Öhm… @Greta K., ich glaube nicht „rein politisch“. Die Empfehlung, nicht bei Rot über die Ampel zu gehen, kann man durchaus geben, ohne dass es erst überfahrene Fußgänger braucht, die die Wahrscheinlichkeit für einen Unfall zur Gewissheit machen. Nicht nur Empirie ist Wissenschaft, sondern die Erklärung (und such Vorhersage) der empirischen Daten. Und da gibt es bessere und schlechtere Erklärungen, die durchaus nicht gleichwertig sind. Z.B. dass die Erde nicht flach ist. Reptiloiden sind z.B. eine Annahme, die nicht notwendig ist, um das Verhalten von Menschen zu erklären. Ockham’s Rasiermesser: Die Erklärung, die ohne die unbewiesene Behauptung auskommt, ist zunächst einmal besser. Unmöglich ist nichts, aber durchaus nicht gleichwertig. Meine Meinung.

  31. Selbstverständlich kann man aus einem Mangel an Daten Handlungsweisen ableiten, die logisch richtig sind, ohne politisch zu sein. Wenn ich weiss, dass eine Gefährdung vorliegt, deren Ausmass ich nicht einschätzen kann, kann ich

    A) möglichst geringe Gegenmassnahmen treffen, auf die Gefahr, das Risiko zu unterschätzen,
    B) hohe Gegenmassnahmen treffen, auf die Gefahr, das Risiko zu überschätzen.

    A führt mit Wahrscheinlichkeit kleiner 1 zu geringem Verlust an Menschenleben, B führt mit Wahrscheinlichkeit 1 zu geringem Verlust an Menschenleben. Da „1“ grösser als „kleiner 1“, ist B zu bevorzugen, sofern die Prämisse der Schutz von Menschenleben ist.

    Entscheidend ist die Prämissensetzung, aber das gilt ja immer in der Empirie.

    Ich kann also auch aus zu wenigen Daten eine Handlungsempfehlung ableiten.

  32. Jens lo ist doch in Wahrheit Oliver Pocher!
    ich habe zuerst gedacht Böhmi oder Kerkeling…
    oder Shahak Shapira…evtll der Beisenherz?!
    Aber dann wußte ich es-dieser Lümmel ;-)
    Respekt und Gratulation.
    Der Tonfall,Duktus und das Vokabular gut getroffen.

    BtW Verschwörungstheoretiker sagt man nicht mehr, weil Therorie klingt nach Wissenschaft und nicht nach Abschluss in der
    YT-Schwurbler- Nicht-Akademie.
    Es heißt Aluhutträger*innen und/oder Schwurbler*innen oder
    Aluhuttragende und/oder Schwurbelnde!

  33. Danke für den Beitrag! Ich muss beruflich viel Zeitung lesen und diese ständigen Artikel à la „Wir müssen miteinander reden“, „Das sind ganz normale Leute, die nur Kritik üben wollen“ gehen mir so auf die Nerven. Ständig wird so getan als hätten die Demonstrationen mit sogenannten einfachen Bürgern angefangen, dabei waren von Anfang an Leute wie Ken Jebsen und Lars Günther (AfD) laut dabei/haben organisiert. Es wird gefordert, man solle sich mit Verschwörungsgläubigen unterhalten und Argumente austauschen – da frage ich mich, ob die Autor*in das schon mal ausprobiert hat. Denn wenn ja, würde er/sie das nicht empfehlen.

    Natürlich muss über die Proteste berichtet werden, aber es ufert gerade extrem aus. Man erinnere sich an die Berichterstattung zu Extinction Rebellion letztss Jahr. Da waren auch 3000 Leute auf der Straße, aber da musste erst mal auf der Lokalseite geklärt werden, ob das nicht alles heimlich militante Antidemokraten sind.

    Heute übrigens schon wieder die Online-Aufmacher bei Zeit, Süddeutsche, FAZ zu den Corona-Protesten.

  34. Zugegeben, nach den Publikationen von Ioannidis, Püschel, Wodarg, Homburg und Streeck hatte ich auch gedacht, die COVIS19-Gefahr wird übertrieben.
    Das muss ich revidieren.

    Der zweite Grund ist, dass Samira el QuAassil den informellen Auftrag der vierten Gewalt ernst nimmt und den Abweichlern kritisch auf die Finger guckt, wie es in Deutschland gute Tradition ist; vom Völkischen Beobachter über das Neue Deutschland bis hin zum SPIEGEL (OK bei dem war das nicht immer so). Immer feste druff auf die Underdogs.

    Der Hauptgrund ist allerdings, dass die jungfräuliche Klimaprophetin Greta ein neues Geschäftsfeld erschlossen hat. Die ist jetzt Mitglied im Board der Virusexpert-I*nnen bei Clinton Network News.
    Ein Multitalent. Zuerst hat sie uns die Augen geöffnet wegen Klima, jetzt irgendwas mit Corona.
    Die Führergläubigen sind begeistert.

    https://nypost.com/2020/05/13/greta-thunberg-added-to-cnn-expert-covid-19-panel-twitter-erupts/

  35. @einervonvielen:
    So weit sollte man schon lesen: Greta Thunberg ist mitnichten „Mitglied im Board der Virusexpert-I*nnen“ von CNN (so hat man es auf Twitter missverstanden), sondern als „guest“ in einem „town hall“ meeting (neben einer Expertengruppe, sicher), was wohl am ehesten einem „Bürgerforum“ entspricht.

    “It’s a town hall, not a meeting of scientists,” another follower noted. “Some of their previous guests have been chef Jose Andres, director Spike Lee, author Laurie Garrett, etc etc.”

    Abgesehen vom off-topic: Ich würde als Stimme der Jugend ganz unbedingt novh einmal den 63-jährigen Lee einladen. Oder doch besser den Koch?

  36. 300.000 Tote weltweit bislang in der ersten Pandemiewelle, Dunkelziffern unberücksichtigt, trotz Hochleistungsmedizin und rigider Infektionsschutzmaßnahmen. Und nach wie vor schwadronieren Leute von einer übertriebenen Gefahr. Seufz.

    Derweil hat in einem Paralleluniversum, wo man der Pandemie freien Lauf gelassen hat, die Zahl der Verstorbenen längst die Millionenmarke überschritten, protestieren in Berlin und Stuttgart Tausende gegen die Gates-Soros-Thunberg-Weltverschwörung, die reihenweise Menschen an einem gezielt freigesetzten Biowaffenvirus verrecken lässt und einen längst bereitstehenden Impfstoff zurückhält, um nach dem Massensterben ungestört die Weltherrschaft an sich reißen zu können. Wortreich beklagt man Staatsversagen und den Niedergang der Wirtschaft, in der durch Erkrankungen massenhaft Personal ausfällt.

  37. @EARENDIL

    Ja, das ist ja das alberne an diesen VT-spinnern. Egal was man macht, die finden schon was um „Dagegen“ zu sein und irgendwelchen „alternativen Fakten“ zu finden. Entweder die Regierung übertreibt, oder es sind dann wieder „Merkels Tote“ weil die nicht reagiert hat und nur die Bevölkerung „umvolken“ will und Blablabla.
    Wie mans macht, macht man’s verkehrt. Deswegen ist ignorieren wahrscheinlich wirklich die einzig sinnvolle Strategie….

  38. @46, Einervonvielen: Das muss Sie doch freuen, jetzt auch noch Greta Thunberg offiziell der von Clinton und Gates geführten NWO-Weltregierung zuordnen zu können.
    Dass Sie sowohl Experte für Covid, Klimaerwärmung, Migration, Sicherheitspolitik, Genderpolitik und vermutlich unzählige andere Dinge sind, ist natürlich zu akzeptieren – aber zu einer (!) Diskussionsrunde eine Klimaaktivistin einzuladen, die ihre weltweite Plattform nun auch zur Pandemie-Aufklärung nutzt (siehe u.a. https://www.theguardian.com/environment/2020/may/14/greta-thunberg-cnn-coronavirus-town-hall-climate-change), geht zu weit?

  39. Übrigens, es gibt ja nicht nur die verstorbenen, sondern auch die Genesenen, allein in Deutschland nach amtlichen Zahlen derzeit 150.000. Hier ein bisschen gesammelte anekdotische Evidenz dazu: https://twitter.com/FrauDingsda/status/1259261729684553728

    Auch das gehört zum Thema „übertriebene Gefahr“. Ich persönlich jedenfalls möchte nicht nur nicht an Covid-19 sterben, ich möchte es nicht mal überleben müssen!

  40. Och, war ja dann doch nicht sooo unterhaltsam der Thread.

    @46:
    „Immer feste druff auf die Underdogs.“
    Ne, auf die Lügenverkäufer, ob Underdog oder Mainstream.

  41. „Immer feste druff auf die Underdogs.“
    Ne, auf die Lügenverkäufer, ob Underdog oder Mainstream.

    Echt, Sie hat den BR verprügelt?
    Tut mir leid, das kann ich mir nicht vorstellen. Nicht bei dieser Dame.

  42. Bayerischer Rundfunk, 18.03.2020, 14:43 Uhr:
    Fake News im Netz zu verhängter Ausgangssperre
    Die Lautsprecherdurchsagen in Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth am Dienstag waren unter anderem auch eine Folge von Falschnachrichten im Internet. Das erklärte das Landratsamt Tirschenreuth auf Nachfrage des BR. Demnach seien vor allem auf diversen Social-Media-Kanälen viele Gerüchte über eine angeblich verhängte Ausgangssperre in Mitterteich kursiert. In Mitterteich besteht jedoch keine Ausgangssperre – dies wurde in den Durchsagen und in Flugblättern des Landratsamts deutlich betont.

    Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, 18.03.2020, 3:34:53 PM
    Warnung
    Allgemeinverfügung
    1. Ab sofort gilt :
    Für das Stadtgebiet der Stadt Mitterteich gilt bis einschließlich 02.04.2020 eine Ausgangssperre. Das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund wird untersagt.

    So schnell dreht sich der Wind. Mehr staatlich geprüfte Fake-News hier: https://workupload.com/file/v38qn9tZVMG

    Frau el Quassil, übernehmen Sie!

  43. @einervonvielen:
    lesen Sie auch hier mal weiter in Ihrer angegebenen Quelle: Unter Punkt 3 folgen die Ausnahmen. Es ist eine Begriffsunschärfe gewesen, die noch immer häufig zu Missverständnissen führt. Es handelt sich um Ausgangsbeschränkungen.
    Was Ihre Datei angeht, so sind unterschiedliche Ansichten zur Wirkung von Masken wohl doch etwas anderes als das wissentliche Belügen der DDR-Bürger durch die Ulbricht-Regierung. Differenzieren wäre das Zauberwort. Das war’s von mir zu dieser Diskussion.

  44. Ja alles ganz schlimm. Da hat eine Stadt eine Ausgangsperre verkündet, die es gar nicht gab! Sapperlot aber auch! Das ist natürlich schon fast DDR-like. Und alle staatlichen Stellen haben es sofort auf allen Kanälen kommuniziert! Heureka! Neues Nordkorea!

  45. @EinerVonVielen
    Unter und mit der Überschrift „Die Trulla in den Zeiten der Corona“ betreiben Sie die Diskreditierung der finnischen Regierung mit einer einzelnen englischen Überschrift, die der Regierung schwammig „Führungsschwäche“ vorwirft. So falsch die von Ihnen gezeigte Überschrift, so unsinnig (und feindselig?) von Ihnen, das so darzustellen, als wäre Finnland jetzt ein failed state, weil von „Trulla[s]“ regiert.

  46. Was mir in der vielseitigen Berichterstattung immer wieder zu kurz kommt ist das Aufzeigen, bzw. nachforschen der Motivation hinter dem ganzen. Und da meine ich jetzt weniger die der Mitläufer sondern die der Lautsprecher.

    Meine Vermutung ist bei sowas ja meist, dass es ihnen monetäre Vorteile bringt oder diese zumindest erhofft werden. Oder es ist eine gewisse Geltungssucht die befriedigt werden will. Bei anderen Parteien (…) kann es durchaus auch darum gehen, dass man sich Stimmen oder zumindest mal wieder Aufmerksamkeit erhofft.

    Aber oftmals sehe ich es nicht und würde mir wünschen, dass das mal aufgezeigt wird. Gerade die ‚Anführer‘ sind meiner Erachtens nach meist keine Aluhutträger sondern verfolgen eigene Interessen. (Ist aber vielleicht auch nur eine andere Verschwörungstheorie.)

  47. @TONY TOUCH

    Teilweise sicher Geltungssucht oder Aufmerksamkeitsdefizit. Aber teilweise sicher auch einfach Dummheit und der tatsächliche Glaube an diesen Quatsch. Ich denke mal, das ist von Typ zu Typ unterschiedlich..

  48. Vielen Dank, liebe Samira, PLURV kannte ich noch nicht.
    Allerdings bin ich weniger optimistisch, was die Ausbreitung der Infodemie angeht. Ich beobachte leider, dass sich Leute, die bisher nicht völlig verblödet wirkten, jetzt bei Facebook Verschwörbeltes verbreiten und damit positives Echo erzielen. Hier in Südbayern sind z.B. die Impfgegner sehr aktiv, nicht nur im Netz, sondern auch auf der Straße. Die vernetzen sich gerade konspirativ via Telegram und teilen fleißig den Müll vom ehemaligen Radiomoderator, dem bekifften Barden, dem paramilitärischen Koch oder dem Inhaber der Schwurbelambulanz. Wer die im Umfeld von Homöopathen und Waldorfschulen gedeihende Szene ganz gut im Blick hat, ist die GWUP.

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