„Eklatante Verletzung der Rundfunkfreiheit“: WDR-Redakteure kritisieren Buhrow

Der WDR-Kinderchor im umstrittenen Video

Die Redakteursvertretung des WDR macht dem Intendanten Tom Buhrow und der Geschäftsleitung des Senders im Zusammenhang mit dem „Umweltsau“-Video schwere Vorwürfe. „Wir sind außerordentlich irritiert über diese eklatante Verletzung der inneren Rundfunkfreiheit und das schlechte Krisenmanagement der Geschäftsleitung, das Kolleg*innen und Kollegen beschädigt und dem Ansehen des WDR zudem schadet“, heißt es in einem Schreiben des Gremiums, das gestern im Intranet des Senders veröffentlicht wurde. Die Redakteursvertretung werde „zeitnah“ eine außerordentliche Redakteursversammlung einberufen, um „die Ereignisse und die Fehler der vergangenen Tage“ offen zu diskutieren. (Nachtrag: Die Redakteursversammlung findet am 7. Januar statt. Tom Buhrow hat alle Mitarbeiter dazu eingeladen.)

Der Brief beginnt so:

Liebe Kolleg*innen und Kollegen,

wir sind – wie sicher viele von Euch – fassungslos: natürlich nicht über eine Satire, die Geschmackssache sein darf, nein, wir sind fassungslos, dass Intendant Tom Buhrow einem offenbar von Rechtsextremen orchestrierten Shitstorm so leicht nachgibt, sich vorschnell redaktionell distanziert und das (WDR2)-Video mit dem satirischen Kinderlied nicht nur löschen lässt, sich nicht nur persönlich entschuldigt, sondern dabei mehrfach öffentlich (u. a. live bei WDR2) Redakteurinnen und Redakteuren in den Rücken fällt, statt ihnen in Zeiten inszenierter Empörungswellen gegen den WDR und den ÖRR den Rücken zu stärken.

Die Redakteursvertretung sei „empört“, dass man sich von einem bestimmten Kollegen, „weil er nur ‚Freier‘ ist, öffentlich distanziert und – zunächst – mit der direkten Bedrohung durch Rechtsextreme allein lässt“. Viele WDR-Kolleginnen und Kollegen stellten sich die Frage, welchen Rückhalt sie in ihrer täglichen Arbeit vom Intendanten und der Geschäftsführung erwarten könnten:

Wer so handelt wie der Intendant, der schwächt unsere Position in der Öffentlichkeit und darf sich nicht über die Instrumentalisierung der Debatte um so ein Satire-Stückchen beklagen. Was, wenn es wirklich um was Wichtiges in unser aller Arbeit geht?

Gemeinsam müsse man dringend Antworten auf Fragen finden, wie man mit sozialen Medien und „inszenierten Empörungswellen“ umgehe:

Haben wir die Kompetenz und ausreichend Personal, um mit solchen Situationen umzugehen? Müssen wir über die von der Geschäftsleitung gepredigte „Digitale Dividende“ und die Folgen für journalistische Inhalte und Strukturen kritischer nachdenken? Und: wie ist es um unsere innere Rundfunkfreiheit bestellt?

„Man wird doch noch mal Entschuldigung sagen dürfen“

Intendant Buhrow hat in einem Interview mit dem „Spiegel“ auf die Frage, ob sich WDR-Redakteure Sorgen über fehlenden Rückhalt machen müssen, geantwortet:

Wir haben jede Woche zuhauf Beiträge, die kontrovers sind, die Mächtige kritisieren, die Missstände aufspießen. Da braucht sich niemand Gedanken zu machen. Ich erlebe auch den WDR nicht so, dass hier eingeschüchterte Redakteure herumlaufen. Wir wollen weiter unbequem sein. Im Übrigen kommt mir die Debatte etwas konstruiert vor. Man wird doch noch mal Entschuldigung sagen dürfen, ohne dass einem gleich Zensur vorgeworfen wird.

Er habe das Video auch nicht selbst löschen lassen:

Als ich mich zu Wort gemeldet habe, hatten die zuständigen Programmverantwortlichen das Video bereits aus dem Netz entfernt. Ich habe im Grunde genommen nur wiederholt, was die Programmverantwortlichen auch gesagt haben. Und dazu stehe ich. Wir müssen für Fehler geradestehen und sagen, es tut uns leid.

Buhrow betont, dass das Video „nicht als Satire direkt erkennbar“ gewesen sei:

Satire darf weiter wehtun. Wir haben zig Sendungen, die ganz klar als Satire gekennzeichnet sind, und Satire muss auch frech sein. Aber Satire muss vor allem den Mächtigen wehtun. In diesem Fall aber hat sich eine Gruppe von Menschen an den Pranger gestellt gefühlt. Ob das jetzt übersensibel war oder nicht, ist unerheblich.

Der Ursprung des „Umweltsau“-Liedes

Der Hinweis auf entsprechend eindeutig gekennzeichnete Satiresendungen ist interessant, denn das „Umweltsau“-Lied war in einer etwas kürzeren Version tatsächlich zunächst in einer solchen Sendung zu hören: Bei der Bühnenshow zur Show „Satire Deluxe“, die am 9. November auf WDR 5 ausgestrahlt wurde.

Ausgangspunkt sind da die Worte von Greta Thunberg beim Klima-Gipfel: „We will not let you get away with it. The eyes of all future generations are upon you.“ Die Satiriker reden danach über diesen O-Ton:

Das klingt ziemlich unheimlich. „Die Augen der künftigen Generationen kleben auf euch.“ Kann man das so übersetzen? Das ist doch ein Aufruf, oder? Kinder bespitzeln ihre Eltern.

Ja, darauf wird’s rauslaufen. Irgendwann wenn du mit dem Auto nach Hause kommst, stehen deine Kinder bei dir in der Hofeinfahrt, wie die Zwillinge aus „Shining“, und dann machen sie so Notizen. Und dann melden sie das Ganze dann bei der „Fridays for Future“-Hotline, wo du deine nächsten Verwandten dann denunzieren kannst.

Aber du wirst lachen, so’ne Hotline gibt’s tatsächlich schon. Und da landen ungefähr solche Sprachnachrichtern drauf:

(Gesang:)

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, Motorrad, Motorrad.
Das sind tausend Liter Super jeden Monat, meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma sagt, Motorradfahrn ist voll cool, echt voll cool, echt voll cool.
Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl, meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor, beim Arzt vor, beim Arzt vor.
Überfährt dabei zwei Opis im Rollator, meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett.
Weil Discounter-Fleisch so gut wie gar nichts kostet, meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Die Passage ist auf der WDR-Seite zur Sendung immer noch abrufbar (ab Minute 37).

Im Kontext der „Satire Deluxe“-Show richtet sich das Lied also eher satirisch gegen angebliche Auswüchse der Klimaschutzbewegung und das „Denunzieren“ von Angehörigen. Kritiker werfen dem WDR vor, mit dem Lied „Indoktrination“ von Kindern betrieben zu haben.

Nachtrag, 17:30 Uhr. Die Redakteursvertretung hat zwei Vorwürfe aus ihrem Schreiben zurückgenommen:

126 Kommentare

  1. Von Tobias Riegel ganz richtig bewertet:
    „Das Lied selber ist aus mehreren Gründen als verunglückt zu bezeichnen: Zum einen werden diffamierende Kraftausdrücke wie ‚Meine Oma ist ‚ne alte Umweltsau‘ mit dem unzutreffend erscheinenden Etikett ‚Satire‘ beschützt. Diese Umetikettierung sprachlicher Degeneration (ohne inhaltliche Grundierung) konnte man bereits beim ‚Ziegenficker‘-Gedicht von Jan Böhmermann feststellen – in Form einer sprachlichen Unterbietung durch den WDR rächt sich nun, dass diese Form der billigen, beleidigenden und inhaltsarmen Tirade so offensiv (und fälschlich als Satire) verteidigt wurde“

  2. Danke für den Hinweis auf den Originalsong in »Satire Deluxe«. Dieser Sachverhalt war mir völlig unbekannt und macht diese rechtsseitig geheuchelte Empörung über ein albernes Kinderlied noch absurder als sie eh schon ist.

  3. Ich möchte ja nicht abschweifen, aber ist „Kolleg*innen und Kollegen“ nicht irgendwie doppelt gemoppelt?

  4. Die Übernedien Einordnung auf die ich schon lange gewartet habe, vielen Dank dafür.
    Vielleicht geht es ja noch mit einer Analyse, wie die „Empörung“orchestriert wurde, weiter.

  5. „Aber Satire muss vor allem den Mächtigen wehtun“

    Hatte die letzten 15 Jahre das Gefühl, dass es sich bei den „Mächtigen“ größtenteils um die Wahlberechtigten im fortgeschrittenen Alter handelt, die das Lied besingt, aber gut.

  6. @1: Ochje, „diffamierende Kraftausdrücke“. Ich hoffe Riegel und Buhrow bemerken nicht, dass im WDR-Programm öfters mal Männer sind Schweine von den Ärzten lief (und möglicherweise noch immer läuft? Oh oh…). Solche diffamierenden Kraftausdrücke gegen eine ganze Gruppe gehen ja schließlich gar nicht, irgendein Freier sollte dafür gefeuert werden. Ich hoffe Buhrow tippt bereits seine Entschuldigung auf der Schreibmaschine.

    Satire ist schließlich erst Satire, wenn der rechte Twittermob sein O. K. gegeben hat. Zeilen wie „Sie überfährt dabei zwei Opis mit Rollator“ sind auch wirklich missverständlich, das kann man für ernst gemeint halten. Einfach nur billig, beleidigend, inhaltsarm. Denkt denn niemand an die dadurch indoktrinierten Kinder?

  7. Es gibt schlimmeres auf der Welt. Da wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Und übrigends sind wir alle Umweltsäue mit unserem übermässigem Konsum in der Wegwerfgesellschaft.

  8. Sehr schön ist der Link zur „Satire De Luxe Ausgabe“ in der WDR5 Mediathek. Bleibt der jetzt nach dem Intendanten-Interview im SPIEGEL etwa drin, oder fliegt der raus? Wo doch bei WDR5 mutmaßlich prozentual gesehen mehr der „inkriminierten“ Altersgruppe zuhören. Als alter Brettspiel-Fan würde ich sagen: Eine saubere Zwickmühle.

  9. „Im Kontext der „Satire Deluxe“-Show richtet sich das Lied also eher satirisch gegen angebliche Auswüchse der …“

    Ja, der Kinderchor sang aber nun Mal nicht „im Kontext der Satire Deluxe Show“, das ist ja das Problem, was auch Buhrow ansprach.

    Deshalb gab es wegen der Satire Deluxe Show ja auch keine Aufregung, als hörbar erwachsene Männer im Rahmen einer solchen Show (die diesen Anspruch sogar schon im Namen trägt) diese Verse – nach gebührender Einleitung – schmetterten.

    Das ist nicht dasselbe.

  10. Da stören sich Tausende Leute an diesem Umweltsau Video und die Redakteursvertretung des WDR macht natürlich einen rechtsextremen Shitstorm dafür verantwortlich. So ein Schwachsinn. Ist also jeder im Umkehrschluss ein Nazi wer dieses Lied nicht gut findet. Aber was soll man auch von Redakteuren halten die soviel *** in ihren Texten verwenden das die normalen Menschen nur noch mit dem Kopf schütteln..

  11. Dem Vorwurf der „Indoktrination von Kindern“ möchte man endlich mal entgegenhalten, dass just in diesen Tagen tausende von Kindern „indoktriniert“ und „zu politischen Zwecken benutzt“ werden, indem sie als Sternsinger unterwegs sind. Zu einem ebenso guten Zweck, wie es „den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt erhalten“ ist.

  12. Holger:

    Kann deine Bedenken voll verstehen. Denn vermutlich haben viele Menschen in diesem unseren Land gedacht, dass nach der ersten Zeile „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ ein nachrichtlicher Text folgt.

    By the way: Es geht nicht darum, ob das Stück gut war oder nicht gut. Es geht darum, wie ein Sender auf überzogene Kritik eilfertig reagiert und welche Maßstäbe demnächst gelten sollen, wenn sich wieder jemand beleidigt fühlt. Alles löschen und sich für alles entschuldigen? Oder nur dann, wenn die Kritik durch Nazi-Netzwerke gepusht wird?

  13. Die SUV-fahrenden Omas scheinen den Klimawandel so sehr beschleunigt zu haben, dass wir nun sogar Ende Dezember ein Sommerloch bekommen haben.
    Am meisten lachen musste ich über die Formulierung des ersten Kommentars in diesem Strang, der Song sei eine „beleidigende Tirade“ und „sprachliche Degeneration“ gewesen – da hat aber jemand mit vollen Händen in die Mottenkiste unpassender Nomen gegriffen. Warum nicht gleich von entarteter Sprache, die billig gegen verdiente deutsche Trümmerfrauen hetzt, sprechen?

  14. @11 / Werner: Wie schon in einigen Artikeln analysiert störten sich nicht „Tausende Leute“ am Video oder fanden „dieses Lied nicht gut“. Die Welle entstand vor allem durch rechte Twitter-Accounts mittels gezieltem Retweeten und Verbreiten, also der übliche Versuch des Agenda-Settings aus dem rechten Multiplikatorenhaufen.
    Und unter „normalen Menschen“ verstehen auch Sie hoffentlich nicht die Fascho-Sprücheklopfer vor dem WDR oder die rechtsextremen Besucher mit Hetzplakaten bei den entsprechenden Mitarbeitern zu Hause, von den Morddrohungen ganz zu schweigen.

  15. @fps:

    Mein Gott, ob die Kritik „überzogen“ war, wie Sie behaupten ob die Reaktion „eilfertig“ war, wie Sie weiterhin meinen und ob „jemand“ ( ein paar Zehntausend anfangs immerhin) sich beleidigt „fühlt“ (?) …

    Das alles sind Sachen, die nicht von ihrem und auch nicht von meinem Standpunkt aus entschieden werden, sondern allein vom Standpunkt des Intendanten, denn dafür ist er nun Mal der Chef und verantwortet das auch – was weder Sie noch meine Wenigkeit tun (müssen).

    Ich finde, Buhrow hat hier richtig gehandelt. Die Größe bewiesen einen Fehler einzugestehen und sogar noch das Rückgrat gezeigt seine Entscheidung zu verteidigen.

    Trotzdem hat er sich klar vor seinen Mitarbeiter gestellt, als dieser – wegen seiner pauschalen Beschimpfung „Nazisau“ an ausnahmslos alle seiner Kritiker – Morddrohungen erhielt.

    Buhrow hat hier Maß und Mitte gezeigt, genauso wie ein Empfinden für richtig und falsch.

    Ehrlich gesagt hätte ich persönlich ihm das eher nicht zugetraut aber man kann sich täuschen, wie man sieht. Ich jedenfalls bin (sehr) beeindruckt und zwar genau da, wo andere vorgeben (sehr) „beunruhigt“ zu sein.

  16. #10|11

    Das Lied wird schon seit 1930 gesungen und als Quatsch verstanden, ohne dass einer »Satire« drüber schreiben muss. Auch haben so dramatische Strophen wie »Meine Oma hat ’nen Bandwurm, der gibt Pfötchen« und »Meine Oma hat ’ne Glatze mit Geländer« niemals zu Morddrohungen gegen Textdichter seitens diskriminierter Proktologen oder Friseure geführt.

    Nichtmal in der Nazizeit. Offensichtlich sind die braunen Burschen 2019 noch blöder als ihre Originale.

  17. Holger,

    meine Vermutung ist schon, dass wenn es sich umgekehrt um eine Satire GEGEN Klimaschutz gehandelt hätte, Sie mit der Reaktionsweise von Buhrow nicht einverstanden gewesen wären.

    Nehmen Sie sich ein Beispiel an Andreas Müller, der trotz seiner (vermutlich) ablehnenden Haltung FFF gegenüber dennoch in #1 zu einem Kommentar verlinkt, in dem das Verhalten der WDR-Spitze sehr kritisch gesehen wird.

    Und selbstverständlich darf man über das, was ein Intendant so macht, diskutieren. Genau das machen ja gerade die Mitarbeiter im WDR (um mal zum Thema zurückzukommen). Kleiner Hinweis: gibt derzeit nicht so sehr viele WDR-Mitarbeiter, die das Gebaren vom Chef für angemessen halten.

  18. @FPS #18
    Die WDR-„Satiren“ werden in dem Kommentar aber mindestens so kritisch gesehen. Buhrow hätte sich allerdings auch von dem Beitrag distanzieren und ihn als daneben bezeichnen können, ohne ihn zu löschen. Löschen bedeutet ja hier, so zu tun, als hätte es ihn nie gegeben. Das ist ein Fehler.
    Und vor allem kritisiert der Kommentar auch das:
    „Kritisiert werden soll hier aber auch die vereinfachende Betrachtung der Bürgerwut gegen das Lied durch einige Beobachter. Denn wenn man dem Unmut pauschal unterstellt, von ‚rechtsaußen‘ zu kommen, dann werden dadurch zahlreiche Bürger, die sich (aus guten Gründen) über das Video geärgert haben, nach ‚rechtsaußen‘ gestellt – und das, ohne Nazi zu sein oder die Löschung gefordert zu haben“
    Hier, also in diesem Forum, nach Sichtung der Kommentare von den üblichen Verdächtigen, scheint mir das sogar der allernötigste Aspekt des Kommentars zu sein.

  19. Die Völkischen spannen uns mehr und mehr in ihren Schraubstock, und wir lassen uns das sehenden Auges gefallen.
    Zur Einordnung:
    Sämtliche Kommentarspalten waren vollgelacht von AfD-Anhängern, als der Andersdenkende Walter Lübcke ermordet wurde.
    Auf der Straße und im Internet zerreissen sich AfD-Anhänger ganz offen das Maul darüber, was sie mit dem Genitalbereich der minderjährigen Greta Thunberg anzustellen gedenken inklusive letalem Ausgang.
    Etc. etc.

  20. Ich lasse die Oma meiner Enkel nicht von einem bekennenden Antideutschen der RAF Nachfolgeorganisation Antifa,von potentiellen Polizistenmörder und euch rassistischen Unterstützern eines Volksverhetzer als eine Nazisäue beleidigen
    Wenn ihr das unter euch für den richtigen Umgangston haltet ist mir das egel.

  21. @ Ingo S:

    „Ich möchte ja nicht abschweifen, aber ist ‚Kolleg*innen und Kollegen‘ nicht irgendwie doppelt gemoppelt?“

    Durchaus: Die Kunst-Form „Kolleg*innen“ soll ja schon generisch sein und alle Geschlechter (auch das männliche) umfassen. Hier wird das männliche Geschlecht also zwei mal berücksichtigt – einmal generisch und einmal spezifisch.

    (Nur kurz: Ich hatte Ihnen noch in der letzten Diskussion um rechtliche Fragen (unter „Gericht verbietet Luftaufnahmen von Schumachers Anwesen“) noch geantwortet, aber spät, weil ich da sehr viel zu tun hatte. Nur dass Sie nicht denken, ich wäre da gar zu unhöflich gewesen.)
    (Sorry für die Rückblende, aber ich hoffe auf Toleranz, weil ich einen unhöflichen Eindruck vermeiden möchte.)

  22. Für mich ist das Lied inhärent satirisch, beginnend mit dem Originaltext. Oma dreht mit dem Motorad in der Scheune ihre Runden? Hallo? Satire! Ich kenne das Lied selbst erstmals von Stromberg. Dort konnte man hören „Meine Oma hat ne Beule mit viel Eiter“.

    Interessant: Der rechte Internetmob ignoriert das besitzanzeigende Fürwort „meine“ einfach und fühlt sich entweder selbst, stellvertretend für die eigenen Omas, beleidigt oder für Omas im Allgemeinen. Man sucht also in rechtsradikalen Kreisen (nebst anderen Konservativen) systematisch nach einem Anlass sich beleidigt oder angegriffen zu fühlen. Der rechte Internetmob ist also schon massiv angeschlagen und kurz vorm fallen. Ansonsten wäre aus so einer Mücke, wie der Umweltsau-Oma, kein Elephant gemacht worden.

    Bemerkenswert: Die Faschos sind die neuen SJWs, sobald es um Deutsche Wassauchimmers geht und mehr und mehr Verfechter von Political Correctness. (Bitte nicht Alice Weidel erzählen, Kamerrraden. Sie duldet PC in ihren Reihen nicht. PC gehört auf den Scheiterhaufen der Geschichte, oder so.)

  23. Wer so handelt wie der Intendant, der schwächt unsere Position in der Öffentlichkeit………… wer die Position der ÖR Angestellten schwächt. sollte sich einmal mit den rechtlichen Voraussetzungen der ÖR beschäftigen – Recht gilt auch für Angestellte und freie Mitarbeiter

  24. Es ist unfassbar, wieso ein großes Haus ein so katastrophales Krisenmanagement an den Tag legen kann. Bei der AfD lacht man sich ins Fäustchen, denn deren Koordination hat das Thema in den Algorithmen der sozialen Netzwerke erst hoch gespürt, wie man mit entsprechenden Tools leicht erkennen kann. Ein Bundestagsabgeordneter der AfD hat das Video dann selber hochgeladen, etwa 30 Seiten der AfD haben es dann geteilt, das generiert schnell Reichweite.
    Doch der WDR hat völlig überflüssiger Weise noch weiteren Schwung in die Sache gebracht. Etwa 50.000 Kommentare bei Facebook sind zwar eine Menge, wenn ich das Thema dann aber noch mit einer einstündigen Sondersendung ins Massenmedium Radio vor Millionen Hörer bringe, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich damit noch mal Öl ins Feuer gieße. Diese Sendung mit einem relativ farblosen Wellenchef wäre wahrscheinlich auch nicht weiter aufgefallen, wenn nicht plötzlich in Trump Manier der Intendant persönlich anruft, seinen kranken Vater instrumentalisiert und somit wunderbare Zitate für andere Medien liefert. Durch das persönliche einschalten hat Buhrow der Sache eine enorme Flughöhe gegeben, er ist über die hingehaltenen Stöckchen gesprungen, anstatt das den Wellenchef machen zu lassen.
    Der junge freie Mitarbeiter, immerhin für Social Media zuständig, realisiert nicht, was sich da in den sozialen Netzen (seinem angeblichen Fachgebiet) zusammenbraut, und gießt weiter Öl ins Feuer. In dem Fall kriegt das Thema dann noch mal einen erhöhten Drive auf Twitter, wo es vorher unter der Wahrnehmungsschwelle lief.
    Der Vollständigkeit halber sei noch das kurze Video von Buro auf dem Flur, wo er sich theatralisch über die Reaktionen beschwert, erwähnt. Auch wenn er in der Sache Recht hat, sein Statement zu diesem Zeitpunkt wird an der ganzen Situation auch nichts mehr ändern, seine neue Präsenz in den Medien allerdings lässt das Ganze weiter kochen.
    Anstatt nun mal von Seiten des WDR aus die Sache auf sich beruhen zu lassen, die Medien sich an anderen Themen abarbeiten lassen, Krefeld oder Iran/Irak, gibt der Intendant nun auch im Spiegel noch ein Interview und ist dort ausschließlich im Rechtfertigungsmodus.
    Und warum das alles? Weil wahrscheinlich ein SPD naher Intendant Sorge hat, diese ganze Sache im inzwischen CDU regierten NRW nicht zu überleben.

  25. @ Peter Friedrich #20
    „Auf der Straße und im Internet zerreissen sich AfD-Anhänger ganz offen das Maul darüber, was sie mit dem Genitalbereich der minderjährigen Greta Thunberg anzustellen gedenken inklusive letalem Ausgang“
    Das liest sich eher unglaubwürdig extrem. Verdächtig ist auch, dass es kaum verifzierbar zu sein scheint. Können Sie das tatsächlich belegen oder erklären Sie einfach Ihre Fantasie zum Alternativen-Fakt?

  26. @Andreas Müller #25
    Einfach mal googeln nach z.B. „Anfeindungen gegen Greta Thunberg“ und bei den rechtsradikalen Vloggern bei Youtube die Kommentare lesen bei klimarelevanten Themen. Die Kommentarspalten sind reichlich angefüllt mit Hetze gegen Greta. Einiges wird zum Glück gelöscht. Sehr abscheulich insgesamt. Die Belege sind vorhanden. Da gibt es nichts mehr zu leugnen.

    Weiter unten ist ein Link „Screenshots“, der die Auswüchse von Fridays for Hubraum dokumentiert hat:
    https://ze.tt/hass-im-netz-bei-greta-thunberg-fallen-alle-hemmungen/

    Beispiele französischer Intellektüllen:
    https://taz.de/Thunberg-Kritik-in-Frankreich/!5628179/

    Rom:
    https://www.kleinezeitung.at/international/5702440/Geschmacklos_Unbekannte-haengten-GretaThunbergPuppe-von-Bruecke

  27. Ja klar, WDR 2 hat das Liedchen im gleichen Kontext und mit der gleichen Intention verwendet, wie im November WDR 5. Nur schade, dass das dem Chorleiter und anderen Verantwortlichen bei WDR 2 offenbar selbst nicht aufgefallen war. Im Übrigen hat der Intendant völlig zu Recht hervorgehoben, dass der Protest gegen den Versuch, Generationen gegeneinander auszuspielen, nicht aus rechten Kreisen, sondern unterschiedlichen Bevölkerungsschichten kam. Die angebliche „Orchestrierung“ eines Shitstorms ist daher nicht mehr als eine Legende, mit der man sich den gescheiterten Versuch der Verunglimpfung einer ganzen Generation schönzureden trachtet. Das erinnert streckenweise schon an rechte Verschwörungstheorien. Geschadet hat man insbesondere dem Anliegen der Bekämpfung des Klimawandels. Well done, WDR.

  28. @Th. Koch: Wer behauptet denn, dass das Lied bei WDR 2 im gleichen Kontext und mit der gleichen Intention wie bei WDR 5 verwendet wurde? Ich jedenfalls nicht.

    Wenn ich es richtig sehe, gab es bei WDR 2 gar keinen Kontext.

  29. @ 30 / Th. Koch:
    Wie belegt der Intendant denn, „dass der Protest gegen den Versuch, Generationen gegeneinander auszuspielen, nicht aus rechten Kreisen, sondern unterschiedlichen Bevölkerungsschichten kam„? Und wo hat er das überhaupt so hervorgehoben? Und wieso glauben Sie das und kommen zu der Schlussfolgerung, die „angebliche „Orchestrierung“ eines Shitstorms“ sei somit eine Legende?
    Ich gelange bei der Suche nach Auswertungen bspw. von Tweets zum Thema zu ganz anderen Rückschlüssen.

  30. @32 spacespencer
    T. Buhrow in einem Interview vom 3.1. auf „Zeit Online“:
    „Der Sender sei nicht vor rechten Kreisen eingeknickt, sagte Buhrow. ‚Diese Art von Leuten können Sie gar nicht bremsen, die können Sie nicht lenken‘, sagte Buhrow. ‚Und von denen mache ich meine Entscheidungen auch nicht abhängig.‘ Vielmehr habe man die Reaktion von Seniorinnen und Senioren sowie Enkelkindern berücksichtigt, die sich zu Hunderten am Telefon gemeldet hätten. ‚Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt‘, sagte Buhrow. ‚Soll ich denen sagen: Sie sitzen einer rechten Instrumentalisierung auf, und Ihre Gefühle sind deshalb irrelevant?‘ Der Sender könne sich nicht hinter der Satirefreiheit verstecken und sagen, das Publikum liege mit seinen Empfindungen falsch“.

    Nach dieser Aussage konnte der Versuch rechter Kreise, den Vorgang für eine weitere Attacke gegen den ör Rundfunk zu instrumentalisieren, nur ein Echo finden, weil er auf einen anlassbezogenen „fruchtbaren Boden“ fiel. Die Frage ist, ob man daraus den Schluss ziehen sollte, auf Kritik an (so empfundenen) Fehlgriffen ör Sender besser zu verzichten.

    @31 Stefan Niggemeier
    Stimmt. Die Aussage in dem obigen Artikel bezog sich allein auf den „Kontext der ‚Satire Deluxe‘-Show. Mir sind indes zwischenzeitlich einige „triumphierende Übertragungen“ auf die WDR 2-Sendung begegnet.

    Im Übrigen: Das gesendete Lied ist unter keinem denkbaren Gesichtspunkt strafbar oder sonst illegal. Mit Blick auf den ör Rundfunk gilt allerdings, dass dieser einen gesetzlichen Auftrag hat, der mit einer solchen Ausstrahlung nicht ohne Weiteres vereinbar ist (vgl. § 11 Abs. 1 Satz 3 und 4 RStV). Die Löschung war daher jedenfalls gut vertretbar. Bei der Redakteursvertretung scheint das Bewusstsein für diesen rechtlichen Rahmen ör Sender aber aufgrund von Fehlvorstellungen über die Rundfunkfreiheit nicht durchgehend vorhanden zu sein.

  31. Im Kontext der WDR-5-Sendung ist es eindeutig Satire, der Auftritt des Kinderchores ist keine. Dafür steht schon allein der Satz von Greta am Ende des Liedes, zu dem man die Kinder die Lippen bewegen lässt.
    Um das zu erkennen, braucht es keine besonderen Fähigkeiten. Oder wollte man sich etwa auch über Greta lustig machen? Das wäre dann ja sogar ein doppelter Missbrauch der Kinder.

    Schade, dass so wenig Aufrichtigkeit in dieser Gesellschaft vorhanden ist – was es unmöglich macht zuzugeben, dass man vollkommen daneben gegriffen hat und nicht nur eine „missglückte Satire“ abgeliefert hat.

    Es ist nicht Aufgabe des WDR, diese Gesellschaft weiter zu verrohen, indem er Kinder so einen beleidigenden Text singen lässt und es ist auch nicht Aufgabe des WDR eine bereits zutiefst gespaltene Gesellschaft noch weiter zu spalten. Das Gegenteil ist der Fall.

    Dass es so viele Verteidiger des Herrn Hollek gibt, ist mir ebenso unverständlich. Der Mann scheint mit Kritik nicht umgehen zu können und beleidigt daraufhin in unflätiger Weise die Kritiker. In jedem anständigen Unternehmen wäre jemand, der die Kunden (nein, eigentlich die Finanziers!) beleidigt untragbar.
    Dass es nun Leute gibt, die meinen, ihn mit Morddrohungen überziehen zu müssen, verringert seine Schuld in keiner Weise. Diese Leute gehören bestraft.

  32. @ Anarchrist #29
    Die Behauptungen von Peter Friedrich aus #20 wirken wie Gräuelpropaganda, wie man sie aus kriegerischen Konflikten kennt und sie wurden ganz spezifisch auf „AfD-Anhänger“ bezogen.
    Ihr erster Link zur „ze.tt“ berichtet von der „geschlossenen Facebookgruppe Fridays for Hubraum“ dürfte also noch gewisse Überschneidung mit AfD-Anhängern haben, aber die Zitate reichen bei weitem nicht an die sexualisierte Gewalt heran:
    „Wenn die ganze Welt so schlecht ist … warum geht das Kind net einfach sterben?“
    Die beiden anderen Links berichten über „französische Intellektuelle“ und „Unbekannte in Rom“, zielen also gechillt weit an der AfD vorbei.
    Wäre Chenebault, „Präsident der Freunde des Pariser Zentrums für zeitgenössische Kunst Palais de Tokyo“, ein Ziegenficker-Böhmermann würde er selbstverständlich auch Kunst- und Satirefreiheit in Anspruch nehmen für seinen Facebook-Post „J’espère qu’un désaxé va l’abattre – ich hoffe, dass eine verkrachte Existenz sie zur Strecke bringt“.
    Man sieht deutlich, dass Sie sich ernsthaft bemüht haben, aber das Material ist halt sehr dürftig und muss aus vielen halb- und irgendwie treffenden Quellen mühsam zusammenfantasiert werden, um die Behauptung von Peter Friedrich ansatzweise zu belegen.
    Auch das ist übrigens typisch für initiale Gräuelpropaganda in mörderischen Kriegen. Wenn die erst einmal Fahrt aufgenommen haben, kommen die Gräuel aber irgendwann: kein schöner Trost.

  33. „von Rechtsextremen orchestrierten Shitstorm“ / „inszenierten Empörungswellen“

    Das ist reines Wunschdenken und faktisch offenbar unhaltbar.

    Zu dem Zeitpunkt, als Buhrow den Facebook-Post löschen ließ, lagen vor allem die >10.000 Kommentare bei Facebook + direkte Beschwerden beim Sender vor. Offenbar hat niemand diese Facebook-Kommentare seriös durchleuchtet, Aussagen darüber sind reine Spekulation.

    Die „Analyse“ der Twitter-Aktivitäten, die im Spiegel veröffentlich wurde und auf die sich die WDR-Redakteure ggf. beziehen, ist haarsträubend defizitär. Die meisten der analysierten Tweets liegen zeitlich nach der Löschung, die hier wesentliche inhaltliche Ausrichtung der Tweets wird nicht berücksichtigt usw. Das ist schlicht Statistik-Müll und Legendenbildung. Mehr dazu hier: https://stefanolix.wordpress.com/2020/01/01/die-datenanalyse-des-spiegel-zur-umweltsau-affaere/

    Daß jede Menge rechte Kommentatoren auf den Zug aufgesprungen sind, ist offensichtlich und nicht anders zu erwarten. Das zeigt aber nicht, daß es sich hier um einen von ihnen „orchestrierten Shitstorm“ handelt.

  34. @33/34: Diese Aussagen kenne ich selbstverständlich. Mir leuchtet nur nicht ein, wieso Seniorinnen und Senioren sowie Enkelkinder, die Herrn Buhrow anrufen („echte Gefühlsäußerungen von ansonsten wohlmeinenden Hörern“), für ihn lt. SPIEGEL der Beleg dafür sind, dass „… sofort klar [war], diese Menschen waren nicht Teil einer orchestrierten Sache“ – oder wie Th. Koch schrieb: Die angebliche „Orchestrierung“ eines Shitstorms ist bloß eine Legende.
    Mit Sicherheit waren viele der Anrufer nicht Teil einer rechten Mobilmachung, das sehe ich ein. Aber ich sehe auch eine gewisse Unschärfe bzw. Schnittmenge zwischen den Anrufern, den Multiplikatoren auf Twitter & Co. und denen, die schließlich sogar raus gehen und vor dem WDR oder den Privatwohnungen der Mitarbeiter*innen grölen. Und diese Unterschätzung des Anteils rechter Mobilisierung und Instrumentalisierung finde ich riskant.

  35. @35: Liebe Frau Sorglos, kleiner Tipp: Ironie ist in Kommentaren immer schwer zu erkennen. Deswegen bietet es sich an, ein kurzes „Ironie off“ o. ä. am Ende des Kommentars hinzuzufügen. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, sie könnten den Unsinn tatsächlich ernst meinen. Beste Grüße, MK

  36. @ mikefromffm #40
    Der Kommentar #35 von Susi Sorglos ist natürlich völlig unironisch gemeint. Wir sind einige hier und draußen im Lande, die das ungefähr so sehen wie sie, auch wenn das einer lautstarken Minderheit gar nicht gefällt.

  37. @MIKEFROMFFM

    Warum halten Sie sich denn nicht an Ihre eigene Vorgabe? Jemand könnte doch sonst glatt auf die Idee kommen, bei Ihrem Text handle es sich um einen sinnvollen Kommentar? Oder haben Sie einfach nur vergessen, Ihre Argumente anzufügen?

  38. #35
    Stimmt. Satire kann nur als Satire verstanden werden, wenn ein Behörderich vorher offiziell SATIRE draufstempelt. Andernfalls sind die Rezipienten irritiert, und Irritation ist etwas, das Satire auf gar keinen Fall produzieren sollte. Wo käme man da hin. (Ironie on|off|standby)

    Denn Satz von FPS aus #13 mag ich sehr: »Kann deine Bedenken voll verstehen. Denn vermutlich haben viele Menschen in diesem unseren Land gedacht, dass nach der ersten Zeile „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ ein nachrichtlicher Text folgt.«

    Die »Nazisau« von Hollek mag ich auch. Die war an die Braunkehlchen adressiert, die unsinnigerweise mal wieder die Trümmeromas instrumentalisierten, die – wie wir alle wissen – barfuß auf dem Fahrrad acht Kinder großgezogen haben, während sie die Siegessäule wieder aufrichteten.

    Um die ging’s in dem Lied aber gar nicht. Die Omas der FFFs sind Jahrgang 60 wie ich und fahren mit dem dicken Diesel in den Biosupermarkt.

  39. @MICHAEL FREY-DODILLET

    „Stimmt. Satire kann nur als Satire verstanden werden, wenn ein Behörderich vorher offiziell SATIRE draufstempelt. “

    Warum schreiben Sie „stimmt“? Wo habe ich denn das von Ihnen Behauptete erklärt? Aber vielleicht war meine bisherige Vorstellung von Satire falsch und deshalb habe ich Sie nicht erkannt?

    Nun könnte ich in einem dem Ihren ähnlichen Tonfall erklären: Stimmt, wenn die öff.-rechtl. Medien erklären es ist Satire, dann ist das natürlich Satire!

    „Die »Nazisau« von Hollek mag ich auch. Die war an die Braunkehlchen adressiert, die unsinnigerweise mal wieder die Trümmeromas instrumentalisierten, die – wie wir alle wissen – barfuß auf dem Fahrrad acht Kinder großgezogen haben, während sie die Siegessäule wieder aufrichteten.“

    Nein, Hollek hat jeden Kritiker des Liedes zu einem „Braunkehlchen“ erklärt – so herum wird ein Schuh draus. In Ihrer Welt ist das vermutlich die richtige Sicht – ich kenne allerdings noch Menschen, die sich eine eigene Meinung leisten.

  40. Eine Bitte an Stefan Niggemeier, Lorenz Beckhardt und andere möglicherweise hier mitlesende Beteiligte: Könnten wir nicht das gesamte Dokument der Redakteursvertretung zum Lesen bekommen? Es ist immer schwer, sich aus Auszügen ein Bild zu machen. Vielen Dank!

  41. Ich hätte noch eine weitere Frage: Welche konkrete Instanz hat denn nun beim WDR eigentlich entschieden, dass das Video vom WDR-Facebook-Auftritt bzw. aus der Mediathek des WDR zurückgezogen wurde?

    Ich frage deshalb: Wenn es eine journalistische/redaktionelle Instanz war, dann fällt doch das Zurückziehen eines Beitrags unter dieselbe Rundfunkfreiheit wie auch das Publizieren? Oder was übersehe ich?

  42. Ist der Spin von Buhrow jetzt, dass eine Bevölkerungsgruppe zu beleidigen als Satire nicht okay ist, einzelne Personen aber schon? Das klingt wild herbeikonstruiert: Eine einzelne Person des öffentlichen Interesses muss das aushalten können, was eine ganze Personengruppe nicht kann? Praktisch, weil sie niemals die Solidarität erreichen wird wie ein verärgerter Zuschauermob einer ganzen Generation. Oder ist es etwa nicht so, dass Dieter Nuhr und andere gerne eine Klimaaktivistin, die man durchaus auch Stellvertretend für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe sehen kann, niveaulos kritisieren darf?

    Wo wir schon bei Generation Z sind. Eventuell spiegelt sich da auch ein Generationenkonflikt wieder: Die alte Generation will bedingungslosen Respekt, gleichzeitig hat sie weder ihre NS-Vergangenheit richtig aufgearbeitet noch kann sie nun mit den Vorwürfen auf Kosten der zukünftigen Generationen gelebt zu haben, umgehen.

  43. Deprimierend ist die Zunahme von Laiendarstellern und Knallchargen in hohen WDR-Ämtern ebenso wie die von sprachunkundigen Gaga-Redakteuren („Liebe Kolleg*innen und Kollegen“).

  44. @Andreas Müller
    Ich habe zuersteinmal lediglich dargestellt, dass es die mörderische Hetze im Netz gibt. Regelmässig geht diese in der Tat von AfD-Fans aus. Das erkennt man, wenn man den entsprechenden Accounts folgt. Gretahass wird regelmässig mit Pro-AfD-Hashtags versehen oder Sprüchen wie „Nur noch AfD“. Die AfD verbreitet ausserdem u.a. im Bundestag Falschbehauptungen über den menschengemachten Klimawandel, unter anderem incl. Herabwürdigungen von Greta Thunberg.

    Nur zwei Beispiele nach kurzer Googlesuche „Afd Greta“:

    https://www.independent.co.uk/news/world/europe/germany-afd-great-thunberg-climate-change-denial-far-right-a8914721.html

    https://www.merkur.de/politik/greta-thunberg-afd-lindemann-kritik-krankheit-asperger-vw-zr-13372745.html

    Dass sowas von AfD-Fans gerne angenommen und dann potenziert weiterverbreitet wird, ist kaum verwunderlich. Es verhält sich mit Hetze gegen Linksgrün und Moslems genauso wie bei Greta. Die AfD braucht Sündenböcke für ihre Opferrolle.

    Fazit: Sieht so aus, als fordern Sie eine quasigerichtsverwertbare Beweiskette, bevor eine Meinung für Sie akzeptabel erscheint. Egal worum es geht, Sie werden soetwas hier nicht bekommen können. Auf die selbe Art und Weise kann hier absolut alles – auch alles, was Sie behaupten – als Nichtigkeit abgestuft werden. Wozu also überhaupt noch miteinander reden?

    P.S. Können Sie ihre Behauptung

    „Die Behauptungen von Peter Friedrich aus #20 wirken wie Gräuelpropaganda, wie man sie aus kriegerischen Konflikten kennt“

    mit Belegen untermauern?

  45. Der Umweltsau-Eklat pointiert vorzüglich ein Vierteljahrhundert Merkel’sche Klimapolitik, der Bundesumweltministerin der 90er, Gastgeberin des Welt-Klima-Gipfels 1995, Welt-Klima-Queen der 00er, solange Bush ihre vorgeblichen Ambitionen gestoppt hat, jetzt ewiger Kanzlerin, die niemals politische Mehrheiten für irgendetwas organisiert und folglich Deutschland zum Klimaschutz-Versagerland gemacht hat. Die Öffentlich-Rechtlichen Medien sind mit ihrer Hofschranzen-Berichterstattung selbst schuld wenn sich an derart alberner Satire ein Shitstorm entzündet, denn 1995 sah die Berichterstattung noch so aus, als die heutige Oma-Generation schon für Klimaschutzpolitik protestiert hatte → https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-74929.html

  46. Man kann ja geteilter Meinung sein, was Geschmack anbetrifft. Was ich überhaupt nicht begreifen kann, ist, dass man als sogenannter Redakteur oder journalistischer freier Mitarbeiter jegliche Entgleisung als Satire bezeichnen will, wenn ein Shitstorm losbricht. Im Deutschunterricht der Oberstufe bzw. spätestens im Studium sollte man den Unterschied zwischen persönlicher oder allgemeiner Invektive (fragen Sie mal Cicero oder andere Humanisten) und scharfsinniger Satire kennengelernt haben. Das, was sich der WDR geleistet hat, entspricht der Geschmacklosigkeit eines Herr Böhmermann – egal wie man zu Erdogan stehen mag -, und diejenigen, die das als Satire verteidigen möchten, sollten sich fragen, ob wir in unserer Kultur Trump und seine Twitterei qualitativ noch unterbieten möchten. Wenn ich als Vater oder Lehrer am Gymnasium nichts Anderes erreicht habe, als eine solche „Intelligentia“ hervorgebracht habe, habe ich leider auf ganzer Linie versagt. Für mich ist so etwas wie das „satirische Lied“ einfach Idiotie, der Versuch diese Idiotie als geistige Leistung zu verteidigen, einfach unerträglich und beschämend.

  47. @Alf/#37
    „Der Kontext ist mir nicht klar“
    Der steht doch direkt im Tweet: „#StartAnArgumentIn4Words“
    Also, sinngemäß: Wie man in mit nur vier Wörtern einen Streit provozieren kann. Guckt man sich die Patridioten-Antworten unter dem Tweet an, kann man nur sagen: Ins Schwarze getroffen.

    Das macht aus Herrn Hollek natürlich keinen „bekennenden Antideutschen“ – auf so einen Stuss kann man nur kommen, wenn man eben diesen Kontext ausblended. Es gab tatsächlich mal Strömungen in der linksradikalen Szene, die sich selbst „antideutsch“ gelabelt haben, aber das war eher ein Phänomen der 90er und Nullerjahre. Ich wüsste nicht, dass es heute noch Leute gibt, die sich in dem Sinne selbst so bezeichnen. Heute scheint das fast ausschließlich als diffamierender Ausdruck von Rechten gegen Antinationalisten gebraucht zu werden, als Selbstbezeichnung allenfalls in provokativer Form.

  48. Da die Zahl der Omas, die im „Hühnerstall Motorrad“ fahren, überschaubar sein dürfte, sind „Handlung“ und Diskussion über dieses Phänomen gleichermaßen grotesk wie obsolet, eine intendantielle Distanzierung, gar Entschuldigung, lächerlich und kontraproduktiv.
    Und wer Probleme hat, aus dem munteren Song die offensichtliche Ironie herauszuhören, ist zu bedauern, dürfte – im günstigsten Fall – ein Humorproblem haben.
    Und noch eine Anmerkung zum (angeblichen) „Generationen-Dissenz“: Würden sich FfF & Co. mal die Bürde auferlegen, den eigenen „ökologischen Fußabdruck“ kritisch zu bestimmen/hinterfragen, dürften sie etwas kleinlauter werden, denn weder Smartphon-Intensivnutzung (mit am liebsten alljählich dem neuesten Modell) noch der bevorzugte Einkauf bei Kik & Co. nebst sonstigen Discountern (um nur 2 Bsp. zu nennen), dürften zur Reduzierung desselben beitragen. Am Ende wird er deutlich größer sein, als bei der „viel gescholtenen Oma“…

  49. Ja, jetzt schreit die linke Brut des eh schon linken Journalismus auf und verallgemeinert, dass das nur von rechts kommen kann. Für wie blöde halten die eigentlich die Bevölkerung? Noch was zu links und rechts, wie die Worte im Wortstamm schon sagen, links kommt von link sein sowie rechts von Recht kommt, und rechte Gesinnung bedeutet somit, eine mit dem Recht konforme Gesinnung zu haben.
    Schönen rechtschaffenen Gruß

  50. Ich hege die Vermutung, dass der ehemalige tatsächliche Antideutsche Jürgen Elsässer den Begriff als Diffamierung in die Debatte eingeschleust hat.

    Der Rest ist Nachgeplapper von Leuten, die nicht wissen, was es bedeutet. Aber es klingt so schön evil. Das sind oft die selben leute, die Antifaschismus ablehnen, weil alles mit „anti“ vorn negativ ist. (Vermutlich gucken die auch dumm, wenns beim Italiener Antipasti gibt, weil sie halt was für zum Essen wollen, nicht was zum gegen Essen.)

  51. Bemerkenswert, wie aus denen, die gegen diese verletzende und auch 100%ig so gemeinte „Satire“ sind, ganz leicht und locker Nazis gemacht werden. Das ist der Stand der Debatte zu Beginn des neuen Jahrzehnts. Wo uns das noch hinbringen wird? Ich möchte lieber nicht dran denken.

  52. Hm, wie nennt man denn die (zum Glück überschaubare) Mischpoke aus NPD, Drittem Weg, Identitären, rechtsextremen Kameradschaften und anderen offensichtlich Rechtsextremen inkl. AfD-Stand, die sich heute vor dem WDR in Köln zusammenfand? Vielleicht leicht und locker … Nazis?

  53. Bemerkenswert ist, wie aufgrund eines Kinderliedes in einem Spartensender sich plötzlich wieder die Reihen schließen zwischen echten Nazis, besorgten Bürgern, „ich bin ja nicht rechts, aber“-Plapperern und denjenigen, die zwar keine Oma haben, aber Angst vor singenden und protestierenden Kindern. Wo uns das noch hinbringen wird? Zum nächsten Pseudo-Aufreger, wenn den Leuten auffällt, dass im Jahresrückblick der heute-show auch gesungen wurde von „SUVs im Spielstraßenverkehr“, die wichtiger seien als „die Umwelt zu retten“. Skandal! Da muss doch die BILD titeln „Deutsche SUV-Fahrer empört“ und die AfD etwas zur Rettung des Abendlandes durch Autofahren posten.

  54. Als Opa kann ich nicht nachvollziehen wie man mit Kindern ein solches Lied probt und singt. Mag sein, dass die Verantwortlichen sich etwas gedacht haben oder dass sie dieses Lied mit „Satire“ erklären. Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Kinder in diesem Alter wissen was „Satire“ ist. Sicherlich wissen die Kinder aber wer die Oma ist und können sich auch unter einer „Umweltsau“ etwas vorstellen.
    Eine Schande für alle Omas die dieses Land mit aufgebaut haben.

  55. “ diese verletzende und auch 100%ig so gemeinte „Satire“ “

    Satire, die wehtut. Das geht nun wirklich nicht. Da ist Herr Erdogan einer Meinung mit Ihnen.

    PS: „Recht auf Satirefreiheit“? Ja, hatten die Mitarbeiter des WDR überhaupt eine gültige Satirelizenz? Das muß man doch mal prüfen!

  56. „Eine Schande für alle Omas die dieses Land mit aufgebaut haben.“

    Die sind ja mehrheitlich schon tot. Die aktuellen Omas sind so ca. Jahrgang 1960 – 1970, das war die No-Future-Generation der Achtzigerjahre. Auf jeden Fall sind das die Omas DIESER Kinder. „Meine Oma nahm vor 40 Jahren die Pille, die Pille … trotzdem kam Mama auf die Welt.“ Diese Omas sind Mitbegründer der Grünen, aber auch Mitträger eines neoliberalen Zeitgeistes, der den Konsum beschwor. Diese Omas haben Helmut Kohl gewählt oder nicht gewählt, als sie zum ersten Mal wählen gehen durften.

    Davon abgesehen wurde „dieses Land“ im Westen von den Amis aufgebaut und im Osten gar nicht, sondern erstmal als Reparationszahlung abgebaut und anschließend als „Frontstaat“ irgendwie am Leben erhalten.

    Und davon wiederum abgesehen sollten Sie vielleicht mal damit klarkommen, dass auch nicht jede Oma im Hühnerstall Motorrad fährt, nur weil das in einem anderen Lied gesungen wird. Und ebenso ist nicht jede Oma eine Umweltsau. Glauben Sie wirklich seit 50 Jahren, das alle Omas in Hühnerställen Motorrad fahren?

  57. @Pannor: Schlimm, dass so viele Menschen Satire nicht erkennen! Man braucht wohl dieses Mindestmaß an Intellekt, über welches Sie ganz zweifellos verfügen.

    Ich nehme an, Sie gehören zu denen, die sich gelegentlich auch über Dieter Nuhr abfällig äußern. Das wäre typisch. Dann hätten sie bei diesem Spielchen allerdings versagt. Aber natürlich hätten Sie auch dafür eine Ausrede parat. Sie mögen halt nicht über Nuhrs niveaulose Witzchen lachen. Kennt man doch.

    Nachsicht mit denen, die sich über die „Satire“ echauffieren ist nicht drin. Im Zweifel sind die ja doch nichts anderes als Nazis oder deren Mitläufer. Sie sind ein armer Mann.

  58. Nehmen wir mal folgende Aussagen:

    1. Jede Oma ist eine Umweltsau.
    2. Deine Oma ist eine Umweltsau.
    3. Jede Oma (aus Sicht der Singenden) und damit vermutlich Jahrgänge ca. 1955 – 1970.
    4. Meine Oma (aus Sicht der Singenden) ist eine Umweltsau.
    5. Jeder(r), die/der im Hühnerstall Motorrad fährt und 1000 Liter Super verbraucht, ist eine Umweltsau.
    6. Meine Oma, die im Hühnerstall Motorrad fährt und 1000 Liter Super verbraucht, ist eine Umweltsau.

    Wer sich von 4. oder gar 5./6. beleidigt fühlt, der will das auch oder ist halt nicht des Lesens/Textverstehens mächtig. Ob die/der sich selbst als (extrem) rechts/AfD-nah sieht, ist dabei eigentlich egal. Denn in den sozialen Medien wurde das vor allem aus den „sehr konservativen“ bis AfD-nahen Accounts/Seiten angeheizt. Das wurde dann natürlich auch von anderen aufgenommen bzw. unreflektiert retweetet/geteilt, garantiert nahmen da auch einige das Telefon in Hand beim WDR anzurufen. Aber ohne die gute Vernetzung der „neuen Rechten“ hätte das doch kaum zu solchen Reaktionen geführt. Der Zeitpunkt war natürlich extrem praktisch, um das hochkochen zu lassen.

  59. Herr Schulte sieht sich also als Kritiker des Satire-Videos und dem Hinweis zu den vielen Kritikern aus dem rechten Lager selbst an den Rand gedrängt und fängt deswegen einen persönlichen Kleinkrieg in der Kommentarspalte eines Blogs an …

    In seinem eigene Blog kritisiert der 66-Jährige wie jeder konservativer Kleingeist unserer Zeit, dass man ja nix mehr sagen darf und haut deswegen täglich ein paar Posts gegen Links raus. Welche Selbstironie.

  60. Sie haben etwas wenig gelesen. Nur die letzten Artikel, in denen es um die Umweltsäue geht. Für Sie genügt das, eine Wertung vorzunehmen. Absolut typisch. Mein Kleinkrieg ist schon wieder vorbei. Ihrer ist hingegen in vollem Gange, meint dieser 66jähriger Blogger, der hier nix mehr verloren hat.

  61. @Horst Schulte: Ist das nicht ein bisschen verlogen, was Sie hier absondern?

    Hier:
    „Nachsicht mit denen, die sich über die „Satire“ echauffieren ist nicht drin.“

    und auf Ihrem Blog:

    „Es macht mich sauer, wenn ich erleben muss, wie sich Linke mit krassen Forderungen gegenüber Andersdenkenden immer stärker positionieren. Wie kann man sich nur über Comedians / Satire in dieser Weise ereifern, wie es in manchen Medien immer krasser passiert?“

    Nuhr verteidigen Sie auf Ihrem Mecker-Blog vehement, Nachsicht mit seinen Kritikern ist wohl nicht drin, was?

    „Diese Art von Kritik, die auf die Vernichtung eines Menschen in seiner beruflichen Existenz abzielt, ist absolut inakzeptabel. Nicht nur politische Eiferei ist ekelhaft.“

    Noch ekelhafter ist jedenfalls bigotte politische Eiferei.

  62. Ach, Sie glauben, ich sollte es mir gefallen lassen, dass Sie zu entscheiden haben, welche Satire gut und welche schlecht ist? Wer mit zweierlei Maßstäben misst, sind Sie und die anderen intoleranten Besserwisser.

  63. #70: „Ach, Sie glauben, ich sollte es mir gefallen lassen, dass Sie zu entscheiden haben, welche Satire gut und welche schlecht ist?“

    Nein, das entscheidet Horst Schulte von der Reichssatirekammer, weiss doch jeder.

    „Wer mit zweierlei Maßstäben misst, sind Sie und die anderen intoleranten Besserwisser.“

    Sie berauben sich mit Ihrer infantilen ’selber, selber‘-Antwort jeglichen Rests von Würde, den Sie bisher möglicherweise noch besessen haben. Und hatten Sie nicht behauptet, hier nichts mehr verloren zu haben? War das also gelogen?

  64. @Klaus Neudeck / #59
    „Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Kinder in diesem Alter wissen was „Satire“ ist. Sicherlich wissen die Kinder aber wer die Oma ist und können sich auch unter einer „Umweltsau“ etwas vorstellen.“

    Auch wenn sie das Wort Satire nicht kennen, traue ich 6jährigen doch soviel Intelligenz zu, dass sie verstehen, dass hier weder alle Omas noch ihre eigene Oma gemeint ist.

    Viele Erwachsene hingegen kennen den Begriff Satire zwar offenbar, begreifen ihn aber nicht, sonst würden sie nicht den evidenten satirischen Gehalt dieser Liedparodie bestreiten.

  65. Dieser Thread ist beispielhaft dafür, wie auch Linke inzwischen Diskurse führen. Jedenfalls dann, wenn sie fast unter sich sind und nur wenige Störenfriede auftauchen. Das Thema ist dafür wohl prima geeignet.

    Mir reichen die „Ansprachen“, die mir hier zuteil wurden. Interessant, wie wenig sich Linke und Rechte unterscheiden.

  66. – Dass das Lied nicht sonderlich gelungen und geschmackvoll ist, dürften wohl viele so sehen.

    – Die aufgeregte Reaktion (wohl auch die des Intendanten) ist dann allerdings auch übertrieben; dass das Lied nämlich implizieren soll, dass die meisten oder auch nur viele Omas „Umweltsäue“ seien, lässt sich aus nichts ableiten (was mir bekannt wäre).

    Ich finde es immer wieder erstaunlich und würde es an und für sich auch erheiternd finden, über was für Dinge sich die Leute echauffieren und was groß diskutiert wird, während andere Themen, die doch viel wichtiger sein dürften, zum Teil (viel zu) wenig Beachtung finden.

    Heute habe ich zwei alten obdachlosen Frau, die in Decken gewickelt auf dem Boden lagen (und die man vom Alter her wohl als „Omas“ bezeichnen könnte) jeweils eine Spende gegeben.
    „Insbesondere im Winter stehen in Ballungsräumen zu wenige Plätze in den Notübernachtungen zur Verfügung“, schreibt die Diakonie. Und nicht nur Omas und Opas sind betroffen, und es kann mit etwas Pech schnell gehen.

    „Meine Oma liegt bei großer Kälte bettelnd auf der Straße, auf der Straße, auf der Straße.“

    Die Aufregung darüber und der entsprechende öffentliche Druck scheinen aber überschaubar zu bleiben.

  67. Zuschauer*innen/Zuhörer*innen-beschimpfung hat sich bisher in den seltensten Fällen als geglückte PR-Maßnahme erwiesen.

    Zudem ist die Unterklassensprache für einen Sender der sich „angeblich“ für sprachliche Korrektheit und gegen sprachliche Eskalation einsetzt nicht tragbar.

    Insoweit ist der Sender für meine Ansprüche nicht mehr akzeptabel und ich denke für meine Familie bis zu meinen Enkeln ebenso. Daher verschwand er von der Fernbedienung.

  68. Also, nur mal zum Verständnis und der Reihe nach: Ich gehöre nicht zu den Leuten, die zum Lachen in den Keller gehen. Und als „Köttel“ fand ich den Originalsong von der „ganz patenten Frau“, die unter anderem einen Krückstock mit Rücklicht“, nicht soooo superwitzig. Gleiches gilt auch für die Verballhornung. Es gilt aber auch: Nicht jeder kann über jeden Witz lachen. Iseinfachso!
    Was ist nun passiert: Der WDR hat doch tatsächlich die Frechheit besessen, ein in anderem Zusammenhang – für eine ausgewiesesene Radiosatire – produziertes Programmstück auf irgend einem anderen Sendeplatz und neu vom Kinderchor eingesungen, zu wiederholen. Dagegen brach im Netz – vorwiegend den asozialen Medien – ein Shitstorm los, der zumindest von der Rechten ganz ordentlich befeuert worden ist. Dieses Bild, mal wieder irgendeinen Grund zum ör-Bashing zu finden, überlebt übrigens auch die Demo vor dem Kölner Funkhaus. Zumindest lassen die Bilder dieses Ereignisses nicht darauf schließen, dass es maßgeblich ehrverletzte Seniorinnen waren, die dort demonstriert hätten. Und im Netz ist das Stück in der Originalsendung übrigens noch aufrufbar.
    Nun finde ich es grundsätzlich gut, wenn jemandem kein Zacken aus der Krone bricht, wenn er „sorry, war nicht bös‘ gemeint“ sagen kann bei Beobachtung – nennen wir es mal – verstörter Reaktionen. Und natürlich hat jeder Programmverantwortliche und erst recht der Intendant jedes Recht, einen Programmbestandteil aus dem Webauftritt des WDR löschen zu lassen.
    Bei allem Respekt für Tom Buhrow muss er sich hier indes nicht nur das „si tacuisses“ vorhalten, sondern inzwischen auch fragen lassen, warum er diesem Vorgang überhaupt noch weitere Nahrung gibt bspw. mit Interviews zu seiner Entschuldigung. Die war aus meiner Sicht ebenso daneben, wie schon zuvor das aus dem Netz nehmen der Kinderchorvariante.
    Da inszeniert eine Horde – mit Verlaub – „Pöbelspacken“ im Netz einen Shitstorm, nicht, weil es ihnen an Humor gebricht, sondern weil sie es angeblich für einen Skandal halten, wenn einem ör-Sender mal ein „Witzchen“ rausrutscht, den man lustig finden kann, aber nicht muss. Massiv befeuert und erst zur „Geschichte“ hochgejazzt worden ist der Shitstorm im Netz übrigens von dem journalistisch überaus redlichen Herrn, der Chefredakteur eben jener Tageszeitung ist, auf die sich die Ursprünge dieses Portals beziehen.
    Und all‘ diesen Leuten wird nun noch richtig Aufmerksamkeit entboten als Lohn für ihre Kleingeistigkeit, ihre heuchlerische Empörung, ihre Engstirnigkeit. Gar mit Böhmermanns „Ziegenficker“ wird der infantile Oma-Gesang in eine Reihe gestellt.
    Leute; geht’s noch? Echt jetzt??? Wir haben wirklich keine anderen Themen zur Jahreswende???
    Und an die WDR-Verantwortlichen für die „künstliche Lebensdauer“ dieses „Themas“: Habt Ihr das mal vom Ende her gedacht? So im Sinne eines „cui bono“, wenn man das „Thema“ weiter medial befeuert? Mündet das in eine erstrebenswerte Gesellschaft, den gewünschten Umgang miteinander? Wer nur laut genug „Aua“ schreit, dem wird derart hintenrein gekrochen?
    Dass sich da nicht nur der freie Autor, sondern auch mancher Angestellte, bspw. der abnehmende Redakteur, der Chorleiter, gar die Redakteursversammlung davon – anders als die Omas hierzulande – ziemlich düpiert fühlen müssen, liegt m. E. doch auf der Hand.
    Nochmal, um nicht falsch verstanden zu werden: Ich finde längst nicht alles, dass unter Satire läuft, zustimmungsfähig oder in Ordnung. Erst recht nicht alles, was sich mit Satire „bemänteln“ lässt.
    Aber – und vllt. ist das ein wichtiges Stückchen Freiheitsbewusstsein, dass mit dieser Diskussion rsp. den Scheißdreck im öffentlichen Diskurs halten, verloren zu gehen droht: Ich muss es auch nicht! Ich kann vollkommen unverzweifelt damit weiterleben, wenn ich über irgendeinen Scheiß etwas anders denke, als eine vllt. sogar lachende Mehrheit. Gelassenheit wäre das Gebot der Stunde – und es hätte m. E. die Leitlinie im Krisenmanagement des WDR sein müssen – sofern man dem Umgang des Hauses mit der Sache überhaupt einen solchen Begriff zuschreiben mag.

  69. @Ulrich: Das heißt, die Tatsache, dass der Sender das Video gelöscht hat und der Intendant sich mehrfach dafür entschuldigt hat, spielt keine Rolle für Sie? Ein Video, das Sie als Fehler empfinden, und ein ganzer Sender verschwindet aus Ihrem Leben?

  70. Ich verstehe die Aufregung nicht.

    Nach den 6 Worten „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ ist ein Absurditätslevel erreicht, der eine Interpretation als Beleidigung oder Diffamierung praktisch ausschließen sollte.

  71. #75: „Insoweit ist der Sender für meine Ansprüche nicht mehr akzeptabel und ich denke für meine Familie bis zu meinen Enkeln ebenso. Daher verschwand er von der Fernbedienung.“

    Ihnen ist hoffentlich klar, dass dies nicht reicht und Ihnen jetzt eine Menge Arbeit bevorsteht: Sie müssen schließlich eruieren, welche vom WDR produzierten Sendungen in der ARD auf anderen Sendern laufen, um sich vor dem ‚Schund‘ zu schützen. Also entweder müssen Sie das jeden Tag neu überprüfen oder Sie müssen gleich alle anderen 8 regionalen Rundfunkanstalten von Ihrer Fernbedienung tilgen, dazu das Erste, arte, Phoenix, 3sat und – ganz wichtig: den KiKa.

    Denken Sie an Ihre Enkel! Wäre doch schrecklich, wenn die im Ersten oder auf KiKa aus Versehen die vom WDR produzierte ‚Sendung mit der Maus‘ sehen – und so Ihr Dekret unterlaufen würden!

  72. @Ulrich / #75: „Unterklassensprache“? Wegen „alte Umweltsau“? Ernsthaft?

    Meint Ihr nicht, Ihr exaggeriertet ein wenig ob Eures sprachlichen Feingefühls? Ich bitt‘ Euch doch, scheltet nicht zu sehr und zeigt Euch indulgent dem WDR ob dero gewöhnlichen Worte!

  73. @EARENDIL #80

    Alte Sau ist die Beleidigung, die kleine behütete Kinder verwenden, denen noch keiner die verbotenen Worte beigebracht hat. Man kann sich natürlich darüber aufregen, dass hier ein Stellvertreter für eine Supertopbeleidigung verwendet wird.

    @STEFAN NIGGEMEIER #31
    Reicht nicht „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ als Kontext oder ist schon diese diffamierende Aussage der Aufreger?

  74. Zusammenfassend lassen sich derzeit zwei „Hauptströmungen“ ausmachen, mit denen versucht wird, das Framing des „Umweltsau“-Videos umzulabeln:

    1. Es geht um eine „fiktive“ und nicht eine real existierende Oma; das Video richte sich nicht gegen jemanden bestimmtes (reichlich Beispiele dazu hier in den Kommentaren).

    2. Das Video solle eigentlich die F4F-Jugendlichen kritisieren, wie sich aus der WDR 5-Ausstrahlung ergebe (so ein Artikel von heute auf der linken Agitationsseite „volksverpetzer.de“).

    Beides wird nicht funktionieren:

    1. Rätselhaft ist zunächst, aus welchem Grunde sich der WDR über fiktive Omas lustig machen sollte. Irgendein relevanter Vorgang, der das erneute Einsingen des Liedes rechtfertigen könnte, wird damit nicht beschrieben. Um „Satire“ handelte es sich dann im Übrigen ebenfalls nicht, weil es an einer Grundlage in der Realität fehlte, die „auf’s Korn“ genommen würde.

    2. Aus der WDR 5-Ausstrahlung lässt sich nichts für die Hintergründe der nachfolgenden und in einem anderen Kontext stehenden WDR 2-Sendung ableiten; das sind zwei unterschiedliche Vorgänge.

    Die „Oma“ steht vielmehr pars pro toto für ihre Generation. Der Chorleiter hat denn auch selbst in einem Interview erklärt, dass es um den „Konflikt zwischen den Generationen” gehe, der auf diese Weise allerdings erst erschaffen wird, indem der jüngeren Generation durch den ör Rundfunk eine unerträglich selbstgerechte Attitüde im Umgang mit älteren untergeschoben und dadurch seitens des ör Rundfunks eine ganze Generation angegriffen wird, was dem gemeinsamen Engagement gegen den Klimawandel nur schaden kann.

    Es war daher richtig, dass der WDR sich durch den Intendanten von dieser Aktion, die zwischen Unverschämtheit und Unfug oszilliert, distanziert hat.

  75. Bei »linke Agitationsseite« bin ich eingeschlafen. War was Wichtiges oder nur das übliche AfD-Mimimi?

  76. Da der Satire-Beitrag auch gerne zum Anlass genommen wird, um generell gegen den Rundfunkbeitrag auszuteilen („GEZ-Zwangsabgabe für Kinderinstrumentalisierung !!!“), ist diese aktuelle Meldung ganz interessant:
    Laut „Welt“ hat der WDR nun Experten für Krisenkommunikation engagiert – vermutlich vorsorglich, da angesichts des ab 2021 wohl steigenden Rundfunkbeitrags mit „kritischer Berichterstattung zu rechnen“ sei. Diese Experten kommen aus der „Spezialagentur“ Media 5.
    Ich will ja nicht unken, aber …:
    http://www.media5.de/_Media5/Media5-Referenzen-P.htm

  77. Allen, die angesichts dieser vollkommen irren Diskussion zu verzweifeln drohen, empfehle ich folgenden, soeben erfolgreich ausprobierten Lifehack:

    Versammelt Eure Lieben (Freunde, Freundinnen, Bekannte, Familienmitglieder) um Euch, setzt Euch optional (und falls zur Hand) ein albernes Hutbürger-Hütchen auf und lest Ihnen (oder alle sich gegenseitig) die besten Kommentare hier im Strang mit theatralisch empörter Stimme vor.

    Ich empfehle insbesondere die Nummern 1, 11, 21, 35, 51, 54, 56, 59, 62, 68, 73, 75 und 82. Weitere Highlights werden mit Sicherheit noch folgen.

    Das ist wirklich sehr sehr lustig und sorgt für Entspannung.

  78. @82, Th. Koch: Ja, was denn nun – die Oma ist gar nicht fiktiv, aber pars pro toto, und irgendwie ist beides in Ihren Augen böse? Und wenn Sie meinen, sollte die Oma doch fiktiv sein, dann: „Um „Satire“ handelte es sich dann im Übrigen ebenfalls nicht, weil es an einer Grundlage in der Realität fehlte, die „auf’s Korn“ genommen würde.“, wer fährt denn dann die ganzen SUVs, macht Kreuzfahrt im Mittelmeer, kauft Billigfleisch? Macht doch jemand, oder? Bzw. ein beträchtlicher Teil einer ganzen Generation? Die man dafür kritisieren könnte? Aber bloß nicht mit einem Lied?

  79. Am meisten „amüsiert“ mich ja das Framing „von Rechten orchstrierter Shitstorm“. Damit wird jede Kritik an der Nummer als „rechts“ geframt, die sich gegen eine weitere Verrohung der (hier Kinder-) Sprache mal nicht durch Rechte wendet, sondern durch den WDR, und außerdem gegen das „Benutzen“ von Achtjährigen für solch eine „Satire“. Das ist offenbarungseidgenössische Nice-price-Rhetorik.

  80. Reinhardo, ist das unbedingter Opferwillen, der Ursache und Wirkung verkennt? Ein von Rechten orchestrierter Shitstorm macht nicht jeden Kritiker rechts, so wenig wie ein von mir gekaufter Liter Milch jeden Liter Milch zu einem von mir gekauften macht.

    Ich weiß, Sie verwenden diesen Abwehrreflex nicht als einziger (Sie sind allein hier schon mindestens der dritte), aber er bleibt nicht weniger unsinnig. Dass extreme Rechte die Situation für sich zu nutzen versuchen, läßt sich nach den Demonstrationen vor diversen Rundfunkanstalten nicht leugnen.

    Viel eher würde ich mir als Nicht-Rechtsextremer Gedanken machen, warum ich auf einen rechtsextremen Shitstorm aufspringe. Ich kann sehr wohl gegen den Oma-Song sein und gegen Rechtsextreme, die aus meiner Wut politisches Kapital schlagen wollen.

    Und wenn ich in der Lage wäre, das zu differenzieren, wäre ich womöglich auch in der Lage, sachlich über die Causa zu reden und zu überlegen, ob mein Zorn vielleicht unberechtigt, vielleicht nur aufgestachelt und angeheizt ist.

    Oder ob ich wirklich für Satire in den Grenzen von Erdogan bin, wenn ich jeden schlechten Witz nicht nur schlecht, sondern quasi volksverräterisch finde?

    Sie finden übrigens in der Kommentarspalte über Ihnen einige Argumente, falls Sie sowas interessiert. :-)

  81. Ich bin es leid, das man es sich so einfach machen kann wie die WDR Redakteure. Jeder, der die journalistische Arbeit dieser Damen und Herren kritisiert, ist per se Nazi und Rechts.
    Nein, so einfach mag es im roten Kosmos des WDR sein. Aber eine miese Arbeit und unflätige Beschimpfungen findet auch der normale, in der Mitte der Gesellschaft befindliche Bürger einfach schlecht. Umweltsau, Nazisau und mandelfressende Glühweintrinker. Nur das Geld von uns Bürgern stinkt nicht und wird gern genommen.
    Also zum mitschreiben: ich komme gerne nach Köln und sage es jedem WDR Mitarbeiter ins Gesicht: ich bin nicht rechts, kein stolzer Deutscher oder besorgter Bürger. Aber Ihre Arbeit ist unterirdisch, volksverhetzend (nicht nur Nazis können das also) und weit entfernt vom Auftrag, unabhängig und neutral zu berichten.
    Mit freundlichen Grüßen Dirk Schulte

  82. @Reinhardo / #88
    „weitere Verrohung der (hier Kinder-) Sprache“
    Hä? Ich versteh es wirklich nicht. In welchem Jahrhundert oder welchem Elfenbeinturm muss man leben, um eine Harmlosigkeit wie „alte Umweltsau“ als Verrohung zu empfinden? Das ist selbst für Achtjährige kein allzu drastischer Ausdruck (auch wenn die – hoffentlich – wissen, dass das zwar in einem satirischen Lied ok ist, man das aber nicht konkreten Personen an den Kopf wirft).

    „außerdem gegen das „Benutzen“ von Achtjährigen für solch eine „Satire““

    Meine Güte, Kinderchöre singen immer mal was, das oder dessen Zusammenhang sie nicht vollständig verstehen. Na und? Jemand hatte schon das Beispiel des Kinderchors in „The Wall“ gebracht. Und wenn die Thomaner Bach-Kantaten singen, glauben Sie, die verstehen immer, wofür sie da „benutzt“ werden? Immer diese Scheinargumente, weil einem diese Satire nicht gefällt…

  83. 1) Kinder in diesem Alter einen solchen Text singen zu lassen – fasse ich besser nicht in Worte.
    2) Dass dieser Danny…. darauf nachlegt und schreibt „wenn die Oma keine Umweltsau ist dann ist sie eben eine Nazisau..

    Wenn daraufhin überwiegend ältere Personen vor dem WDR protestieren und als von den „Rechten aufgestachelt“ ist das nur krank.

    Wie verwahrlost sind inzwischen Teile unserer Gesellschaft?

  84. @49 et al.: „Kriegerische Gräuelpropaganda“? Omg, wahnen sich die braunen Horden jetzt schon im Krieg mit der Republik? Reicht es nicht mehr, wie bisher Kritik an ihnen zur Hetze umzulabeln? Werden wohl langsam zappelig in dem Kindergarten, weil die Machtergreifung immer noch nicht ante portas steht, nachdem das mit dem „Merkel muss weg“ auch nicht mehr so zieht nach ihrem freiwilligen Abgang?

  85. #91: Wenn daraufhin überwiegend ältere Personen vor dem WDR protestieren und als von den „Rechten aufgestachelt“ ist das nur krank.

    Nicht krank, sondern bösartig ist, was Sie hier zusammenlügen. Diese protestierenden älteren Leute waren überwiegend junge Nazis:

    „Nach einer gemeinsamen Mobilisierung von AfD, NPD, Drittem Weg, Identitären, rechtsextremen Kameradschaften und Nazi-Hooligan-Gruppen, haben sich am Samstag etwa 30 bis 50 Menschen vor dem Gebäude des WDR in Köln eingefunden.“

    https://taz.de/Proteste-wegen-Umweltsau-Video/!5653516/

    „Wie verwahrlost sind inzwischen Teile unserer Gesellschaft?“

    So verwahrlost, dass Sie Nazis zu besorgten älteren Personen umlügen. Passt aber zu Ihrem üblichen Auftreten hier, Holger-Paul.

  86. Die Videos die ich selbst gesehen haben zeigen überwiegend ältere Herrschaften…

    Holger- Paul ??
    Haben Sie was falsches genommen?

  87. Paul, Sie kennen das doch nun schon. Verlinken Sie das angebliche Video, das angebliche Rentner zeigt. Die weiter oben im taz-Artikel beispielsweise verlinkten Videoaufnahmen zeigen, dass das, was Sie behaupten, Unsinn ist.

  88. na klar

    Der Omi der das Mobiltelefon aus der Hand geschlagen wurde steht sicher
    auf der Liste der übelsten rechten rechtsradikalen Serientäter.
    Bestimmt hat die schon einen ellenlangen Eintrag und wird 24Stunden observiert. :-) :-) :-)
    Aus vertraulichen Kreisen habe gehört – die kriegt ne Fussfessel :-) :-) :-)

  89. @ Stefan Pannor
    Tatsächlich leugne ich an keiner Stelle, dass die Angelegenheit massiv von rechts ausgeschlachtet und instrumentalisiert wird. Das ist eine etwas heikle, weil vorschnelle Insinnuierung Ihrerseits in meine Richtung. Zudem widersprechen Sie meinem Vorwurf des Framings in Ihre Richtung, nur um gleich darauf weiter zu framen („würde ich mir als Nichtrechter Gedanken machen, warum ich auf einen rechtsextremen Shitstorm aufspringe“ – womit Sie das Kritisieren an sich also erneut mit „Aufspringen auf einen RX-Shitstorm“ gleichsetzen). Ich richte das Für und Wider eines Kritik-Übens tatsächlich für gewöhnlich nicht danach aus, ob u.a. auch RX eine im Kern ähnlich Kritik äußern. Sondern daran, ob ich persönlich meine Kritik sinnvoll finde oder nicht. Das felhte gerade noch, dass ich denen das Kritikfeld überlasse. Und wenn ich mir Ihre anderen Insinnuierungen in meine Richtung wie „Opferwillen“, „Abwehrreflex“, „Zorn“ so anschaue: Sie sind im Framen echt spitze ;-)

  90. Mr Re
    5. Januar 2020 um 21:09 Uhr

    Tränen lachender Smiley gerade kaputt, Paul?

    Da ich anders denke mache das eben lieber auf diese Weise :-) :-) :-) :-)

  91. @82
    Man kann natürlich darüber diskutieren, ob der Begriff „Satire“ angemessen ist oder nicht. Ich sehe es eher wie Chefsatiriker Sonneborn, der das Lied nicht als Satire, sondern als lustigen Quatsch, der aber vollkommen in Ordnung ist, bezeichnet.
    Jedenfalls finde ich es absurd, dass sich angeblich jemand von den Lied angesprochen fühlt, auf den nichts aus den Strophen zutrifft (fährt im Hühnerstall Motorrad, fährt im SUV beim Arzt vor und überfährt dabei zwei Leute), der sich dann aber vom Wort „Umweltsau“ plötzlich doch angesprochen und beledigt fühlt.

  92. @ Ounk #102
    „nicht als Satire, sondern als lustigen Quatsch“
    Moving Target: wir probieren jetzt einfach mal durch, bis es irgendwie passt. Ob die Löschung eines „lustigen Quatschs“ dann aber gleich die Rundfunkfreiheit gefährdet?
    Und weil die „Umweltsau“ so lustig und so quatschig war, hat dann der Mitarbeiter Hollek gleich noch mit der ‚Nazisau‘ nachgelegt? Das waren dann wohl die lustigsten Nazisäue aller Zeiten im ÖRR.

  93. In erster Linie geht es doch darum das man dieses Lied von Kindern singen lässt, die die Tragweite noch gar nicht erfassen können und deren Eltern sicherlich nicht wollen, dass ihr Kind ausgegrenzt. Den Satiriker der sich hinter minderjährigen Kindern versteckt sollte man daher eher Feigling nennen.

  94. „Den Satiriker der sich hinter minderjährigen Kindern versteckt sollte man daher eher Feigling nennen.“

    Sich hinter „pirol61″ zu verstecken und andere in Foren zu beleidigen, ist nun auch nicht sehr mutig. Die selbsternannten Kinderschützer hatten ihren Auftritt übrigens schon, Sie sind spät dran. Ich hoffe, Sie kümmern sich ausreichend um den in diesen Tagen stattfindengen Kindes-Missbrauchs der sog ‚“Sternsinger“. Da werden Kinder zum Betteln losgeschickt, für eine Weltanschaung, die sie intellektuell noch gar nicht erfassen können.

  95. Letztendlich zeigt das Ganze nur, dass gegen Kinder zu „hetzen“ vollkommen okay und legitim ist (man sieht es ja täglich anhand von Greta Thunberg). Sobald es aber z.B. die ältere Generation betrifft, ist die Entrüstung groß. Dass Rechtsextreme vor dem WDR-Gebäude demonstriert haben, sagt ja auch schon einiges aus…

  96. Was Klärendes zur „Nazisau“:

    Die „Nazisäue“ haben 1932 und 33 nicht die NSDAP gewählt – das waren „die anderen“. Die Deutschen waren ja alle im Widerstand.

    Und aufgebaut habe das Land nicht die Trümmerfrauen – das waren ein paar Männer und vor allem – Maschinen.

    https://www.deutschlandfunk.de/truemmerfrauen-studie-wer-deutschland-wirklich-vom-schutt.1310.de.html?dram:article_id=311180

    http://www.bpb.de/apuz/204282/mythos-truemmerfrau?p=all

    Problematisch finde ich jedoch im dem Lied die Zeile über das Überfarhren von Menschen mit dem Rollator – darüber macht man keine Witze1!!1

    https://www.der-postillon.com/2012/07/rentner-verliert-kontrolle-uber.html

    Ansonsten kann ich mich bezüglich des SKANDALS!!!1 nur der überzeugtem Jungnazisau Hubertus Bengsch von U96 anschließen:

    https://youtu.be/mZcsH_O4meg?t=15g

  97. @Pirol61: „deren Eltern sicherlich nicht wollen, dass ihr Kind ausgegrenzt“.

    Wie kommen sie denn zu dieser Sicherheit? Ich dagegen nehmen an, dass die Kinder nicht im Fernsehen dieses Lied singen, ohne dass dies den Eltern bewusst ist (und mir ist klar, dass ich nicht belegendes oder widersprüchliches dazu gelesen habe).

  98. Nicht Hubertus Bengsch ist die Jungnazisau, sondern der Charakter den er in dem Film verkörpert. Seine Darstellung war so überzeugend, dass er in der Folge Schwierigkeiten hatte, Rollen zu finden und sich auf die Synchronarbeit verlegte. Offenbar wirkt diese Vermischung von Schauspieler und Rolle bedauerlicherweise bis heute nach.
    Klaus-Jürgen Wussow war auch kein Professor und Chirurg, sondern Schauspieler, klar?

  99. @103
    Wer probiert denn was durch?
    Und dass man vor einem rechten Mob einknickt, der das ganze für seine politischen Zwecke auszuschlachten versucht, ist nun sicher kein gutes Zeichen für die Rundfunkfreiheit. Auch bei lustigem Quatsch.

  100. @someonesdaughter
    Genau wie Sie. Feigling ist keine Beleidigung eher ein Fakt. Oder wissen Sie, von wem dieser Text ist?

  101. Wie Sie der Berichterstattung entnehmen können, wurde der Text nicht explizit für die Kinderchoraufnahme verfasst. Es spielt also keine Rolle, wer ihn geschrieben hat.

    Liedtexter geniessen allgemein selten Bekanntheit, Sie wollen doch nicht mehr als der halben Popindustrie Feigheit deswegen vorwerfen?

  102. #111: „Genau wie Sie“

    Schön: Sie gestehen also ein, dass Sie feige sind. Und damit Sie sich nicht so alleine fühlen, krähen Sie ein „Genau wie Sie“ hinterher. Sei’s drum, wenn Sie sich dann besser fühlen ….

    „Oder wissen Sie, von wem dieser Text ist?“

    Ich weiss weder, von wem der umgedichtete Text ist, noch von wem der Originaltext „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ ist. Liegt das daran, dass der Textdichter des Originals auch ein Feigling ist? Was denken Sie?

    Ich weiss übrigens auch nicht, wie derjenige in Tom Burows Stab oder der Presseabteilung des WDR heisst, der für Tom Burow Pressetexte schreibt. Und da auch Feigheit die Ursache?

  103. Lasst euch mal alle nicht beirren, Derailing ist deren Lieblngsmethode.

    Es geht hier darum, dass ein ÖR Intendant einen juristisch unzweifelhaften Beitrag hat löschen lassen, ohne nachvollziehbaren Grund und nur auf Drängen einer sehr lauten Minderheit.

    Nach der Logik könnte jeder Randgruppe gegen alles Unliebsame Stimmung machen (z. B. die Homöopathie Lobby) und hoffen, dass der ÖR es löscht.

    Lest den (auch weiter oben mit Google tracking URL verlinkten) Rezo Artikel hierzu!
    https://www.zeit.de/kultur/2020-01/wdr-oma-umweltsau-lied-social-media-youtube-twitter

  104. Warum sich Leute über das abgewandelte Kinderlied aufregen, ist mir schleierhaft.

    Etwas verwirrend finde ich, dass wenige Woche zuvor sich bei Twitter über Nuhrs mittelmäßige Greta-Späße gestritten wurde, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Da waren die NichtMeineOma-Echauffierer noch die großen Satireliebhaber und die jetzigen Satire-Freiheitskämpfer wollten Nuhr aus dem ÖR verbannen.

    Mir scheint, Humor ist super, aber bitte nur noch einer, der die eigene Weltsicht bauchpinselt.

  105. #116: „Da waren die NichtMeineOma-Echauffierer noch die großen Satireliebhaber und die jetzigen Satire-Freiheitskämpfer wollten Nuhr aus dem ÖR verbannen.“

    Wurden Nuhr-Videos gelöscht, gab es eine Sondersendung, hat sich Burow öffentlich entschuldigt? Bekommen der zuständige Redakteur und Nuhrs Gagschreiber jetzt Mordrohungen, haben sich Landespolitiker eingemischt und die BILD die Kritik auf die Titelseite gebracht? Gab es Demos vor dem WDR, waren wenigstens ein paar bekannte linksextreme Gruppen dabei (analog zu ‚Bruderschaft Deutschland‘ & Co.)?

    Irgendwie ist das alles eben doch nicht das Gleiche, meinen Sie nicht?

  106. #117: „Irgendwie ist das alles eben doch nicht das Gleiche, meinen Sie nicht?“

    Nein, habe ich auch nicht geschrieben. Mir ging es nicht darum, dass Linkgs = Rechts oder etwas in der Art. Es geht um die Heuchelei, dass die Satire-Verteidiger von heute, gestern noch ihnen nicht gefälligen Humor aus dem ÖR verbannen wollten (und die Verteidiger von damals nun Sturm laufen). Einem Sixtus beispielsweise wäre es doch mehr als recht, würde man Nuhr Videos löschen und eine Entschuldigung von Buhrow würde er vermutlich als angemessen empfinden.

    (Mord)drohungen und der Aufmarsch von gewaltbereiten Vollhonks ist für mich nicht diskussionswürdig und selbstverständlich abzulehnen.

  107. @ Gambeson, #118:
    „Einem Sixtus beispielsweise wäre es doch mehr als recht, würde man Nuhr Videos löschen und eine Entschuldigung von Buhrow würde er vermutlich als angemessen empfinden.“

    Ersteres vielleicht, zweiteres wohl nicht.
    Aber es stimmt schon, dass rein vom öffentlichen Aufschrei die Reaktionen recht gut vergleichbar waren.

    Aber es lässt sich an den generellen Reaktionen auch gut sehen, welche Seite tatsächlich eine Gefahr die Gesellschaft und die Demokratie darstellt.

  108. Bei der Nuhr Debatte ging es um den Inhalt, der kritisiert wurde.
    Hier geht es ja darum, dass Inhalt gelöscht wurde, aufgrund von inhaltlicher Kritik.

    Mir zeigt das Alles nur, wie recht die Kids haben.
    Getroffene Hunde bellen.

  109. Die Debatte zeigt sehr anschaulich, wie die Medien und Journalisten mit Hilfe von Twitter und Facebook die AFD gross schreiben. Gratulation.

    Wer sich die Mühe macht ihr die Kommentare zu lesen, versteht auch warum es heute keinen Raum mehr für eine Diskussion gibt, die eine zielführenden Sinn ergibt. Einfach mal an schauen was man über die jeweilige Gegenseite schreibt. Linke wissen was Rechte denken und vice versa. Dann muss man auch gar nicht mehr miteinander kommunizieren, es reicht zu sagen: du bist doof!

    Führt halt zu nichts.

  110. @122: Nö. Ein paar Marketer haben mit übermedien eine Plattform zur Verbreitung ihrer polarisierenden Texterzeugnisse gefunden und bedienen nun ihre Zielgruppe mit einfachen Wahrheiten. Ganz nebenbei springen auch ein paar Cents über die eigene Website raus. Schnell muss man sein, am besten den ersten Kommentar kapern und die Diskussion so framen, als ob es um eine Geschmacksfrage ginge.

    r/aboringdystopia

  111. @123: Als ob nur auf Übermedien über das Thema diskutiert wurde.

    Mein Kommentar bezog sich inhaltlich vor allem auch auf deinen Link. Dieser sagt im Prinzip das Gleiche, nur das dieser auch das Framing weiter transportiert. Dort wird aber z.b. auch die Datenanalyse von Luca Hammer verwendet, die weiter oben Stefanolix in seinem verlinkten Artikel auch schon analysiert und für fragwürdig befunden wurden.
    Wobei aber auch die Art und Weise wie das dort ausgebreitet wird zeigt, man möchte die andere Seite hochpushen und ihr soviel Bedeutung wie möglich zuschreiben, dann macht auch das vom Staat geförderte Engagement Sinn. Das hat aber Gift für die gesellschaftliche Debatte. Da diese Einsicht fehlt, führt das ganze aber zu nichts, ausser das Rechte immer Meinungsmächtiger werden.

    Und wenn man sich die Diskussion hier neutral anschaut (sofern man es kann), zeigt sich das von mir gesagte. Es wird immer gewußt was die anderen denken und was daran schlimm ist. Was aber eine völlig absurde Art und Weise der Diskussion ist un dleider durch solche Figuren wie Belltower auch noch massiv unterstützt wird. Wenn alle so argumentieren würden, hätten wir hier nur Mord und Todschlag, da andere Meinungen immer auf die schlimmste Art und Weise diffamiert werden müssen.

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