ARD-Sportchef hat ein Problem mit kritischen Journalisten

Axel Balkausky. Foto: ARD/Ralf Wilschewski

Der Sport in der ARD wird offenbar von einem Mann verantwortet, der kritische Mediensendungen boykottiert, weil sie einen ihm unliebsamen Journalisten beschäftigen.

Axel Balkausky ist als hauptamtlicher Sport-Koordinator der ARD auch zuständig für die Berichterstattung von der Fußball-WM in Russland. In dieser Funktion wollte das RBB-„Medienmagazin“ von Radio Eins in der vergangenen Woche ein Interview mit ihm führen. Balkausky sagte per E-Mail mit zwei Begründungen ab: Er sei zeitlich leider komplett verplant. Außerdem wolle er „an keiner Sendung teilnehmen, in der [der Journalist] Daniel Bouhs seine Sichtweise auf den ARD-Sport ausbreiten kann“. Moderator Jörg Wagner zitierte in der Sendung aus dieser Absage.

Eine ähnliche Erfahrung hatte Mitte Mai das NDR-Medienmagazin „Zapp“ gemacht. Auch damals verweigerte Balkausky nach Angaben der Redaktion ein Interview. Als Begründung soll eine Mitarbeiterin in seinem Namen per E-Mail mitgeteilt haben, dass Bouhs für die Sendung arbeite. Am konkreten Beitrag war Bouhs nicht einmal beteiligt.

Daniel Bouhs arbeitet als freier Medienjournalist unter anderem für mehrere ARD-Anstalten, den Deutschlandfunk und die „taz“. Er hat dabei seit langem auch die öffentlich-rechtlichen Sportkommentatoren im Blick, die immer wieder in heiklen Doppelrollen auftreten: einerseits als Journalisten, andererseits als Veranstalter von Sportveranstaltungen oder Dienstleister für Sportverbände.

Im Januar berichtete er für „Zapp“ darüber, dass die freien ARD-Sportjournalisten René Kindermann und Torsten Püschel eine Station des Ski-Weltcups organisierten. Sie arbeiteten damit für den Ski-Weltverband FIS, über den sie sonst berichten. Als Folge der Berichterstattung sollen sich die ARD-Sportkoordinatoren darauf geeinigt haben, bei Nebentätigkeiten ihrer Mitarbeiter in Zukunft strenger zu sein. „Solche Vermischungen wird es nicht mehr geben“, sagte Balkausky im Februar gegenüber Bouhs in einem Interview für „Zapp“.

Das war wohl voreilig. Vor zwei Wochen gaben Kindermann und Püschel bekannt, im Januar 2019 wieder eine Etapppe des Skiweltcups in Dresden zu organisieren. Ein Sprecher des MDR teilte mit, dass beide zwar nicht mehr über Skilanglauf-Veranstaltungen im Sender berichten, aber weiterhin über Wettkämpfe der Nordischen Kombination – die vom gleichen Verband organisiert werden. Das ist exakt der Interessenskonflikt, über den Bouhs berichtet und den Balkausky für die Zukunft ausgeschlossen hatte.

Nach seiner Berichterstattung im Februar soll sich das Verhältnis von Balkausky zu ihm dramatisch verschlechtert haben, sagt Bouhs. Verschiedene Versuche einer Aussprache und Klärung habe Balkausky abgelehnt.

Was genau Balkausky Bouhs vorwirft, ist nicht bekannt – er will es auch nicht sagen: Auf Nachfrage von Übermedien antwortet er, seine „persönliche Meinung zu Herrn Bouhs“ sei nicht von Belang. Für die Absage des Interviews mit dem RBB-„Medienmagazin“ in der vergangenen Woche sei sie „nicht ausschlaggebender Grund“ gewesen.

Auf die Frage, wie Balkausky seinen Sendungsboykott rechtfertigt, lässt er mitteilen: „Es gibt keinen Sendungsboykott.“ Dass er dem RBB-„Medienmagazin“ kein Interview gegeben habe, „beruhte allein auf der zeitlichen Problematik“. Dem widerspricht aber seine eigene Mail, in der er neben dem Terminproblem die Mitwirkung von Bouhs explizit als weiteren Absagegrund nennt.

In einer weiteren Mail soll Balkausky erklärt haben, er könne Bouhs als Journalisten, der dauernd andere Journalisten kritisiere, nicht mehr akzeptieren.

(Balkausky hat allerdings in der vergangenen Woche dem WDR5-Medienmagazin „Töne, Texte, Bilder“ ein Interview gegeben. In derselben Sendung kam auch Bouhs zu Wort, was Balkausky aber vorher offenbar nicht wusste.)

Auf das abgelehnte „Zapp“-Interview im Mai bezogen, sagt die Redaktionsleiterin Annette Leiterer, es sei eine neue Vorgehensweise, „ein Interview abzulehnen, weil eine Redaktion einen bestimmten Autor beschäftigt. Wir stehen zu unseren Autoren.“ Sie fügt hinzu: „Im Übrigen muss niemand mit uns sprechen – auch nicht in der ARD. Viele Kolleginnen und Kollegen tun es dennoch, weil sie auch auf kritische Fragen offen antworten und Sachverhalte einordnen. Ich würde mir wünschen, dass auch der Sportkoordinator der ARD – wie bisher – immer wieder dazu gehört, damit wir bei Medienthemen im Sport verschiedene Sichtweisen darstellen können.“

Das klingt verblüffend deeskalierend angesichts des Vorgangs, wie ihn die Betroffenen darstellen: Der Sportkoordinator der ARD weigert sich nicht nur, mit einem bestimmten kritischen Journalisten zu reden. Er verweigert auch mindestens zwei Sendungen – noch dazu Sendungen des eigenen Senderverbundes – Interviews, weil die ihn beschäftigen. Als eine der beiden Sendungen, das RBB-„Medienmagazin“, das transparent macht, bestreitet er die Tatsache. Er droht nun offenbar den Beteiligten mit Konsequenzen, weil sie seine Antwort auf eine offizielle Anfrage öffentlich gemacht haben. Öffentlich bestreitet er, was er gemailt hat.

Daniel Bouhs sagt auf Anfrage: „Ich vermute, dass hinter Balkauskys Verhalten der Versuch steht, dafür zu sorgen, dass ich das Thema der Abhängigkeiten seiner Leute nicht mehr so intensiv bearbeite.“ Bouhs spricht von einer Art „aushungern“: „Balkausky ist der entscheidende Gesprächspartner zu dem Thema in der ARD. Dadurch, dass er sich den Fragen entzieht, hofft er, dass es nicht mehr stattfindet.“

Und das alles spielt sich ab vor dem Hintergrund einer Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, in der auch die Frage eine Rolle spielt, wie dort eine kritische Berichterstattung möglich ist.

Nachtrag, 12. Juni. Auf Initiative des RBB soll es bald ein Gespräch geben, an dem Balkausky, Bouhs, Wagner und Leiterer teilnehmen. Das berichtet Bouhs auf Twitter.

21 Kommentare

  1. Rein arbeitsrechtlich sind dann beide Vorgänge (sogar unabhängig voneinander) ganz eindeutig ein Fall für die nächsthöhere Führungsebene.

  2. Kritischer Journalismus geht beim ARD-Sport nur durch wenn der krass mutige Hajo was über den bösen Russen macht. Ansonsten ist das natürlich alles Nestbeschmutzung.
    Auf die investigative Doping-Reportage vom Seppelt über Bundesliga-Fußball warten man seit Jahren vergeblich, dafür könnte man es sich ja mit der eigenen Goldenen Kuh verscherzen oder man müßte die dümmste Mär der Welt „Doping bringt im Fußball ja nichts!“ (außer vielleicht man ist Italiener oder Russe) debunken.

  3. Hallo Schnellinger,

    ihr Kommentar ist etwas seltsam. Einerseits deutet er an, es könnte im deutschen Fussball ein ähnliches, staatlich organisiertes Doping geben, wie in der russischen Leichtatheltik. Andererseits deutet er an, dass Hajo Seppelt bisher nur über Russland berichtet habe. Es wäre ganz gut, wenn Sie vor einem Kommentar selbst mal ein wenig recherchieren würden, ob das, was Sie da sagen, eine Grundlage hat. Bisherige Themen von Seppelt: Doping im DDR-Schwimmsport, die Transsexualität eines deutschen Kugelstoßers, Doping im Radsport (auch Deutschland), Blutdoping bei deutschen Wintersportlern, Doping in China, Doping im Wintersport allgemein, Doping und Alberto Contador, Sport in Nordkorea, die Tätigkeit eines Sportmediziniers aus Erfurt, Doping bei kenianischen Leichtathleten, der deutsche Sportfunktionär Thomas Bach und staatlich organisiertes Doping in Russland…. vermutlich ist das noch nicht alles. Und ja ich weiß, die Bundesliga ist nicht dabei. Aber der Grund dürfte nicht sein, dass man es sich lieber mit Russen verscherzt als mit deutschen. Das ist doch offensichtlich Unsinn. Wie kommt man immer nur auf so irre Unterstellungen?

  4. Für mich ist schwierig nachvollziehbar, wann genau die Grenze des Interessenkonflikts überschritten ist. Das freie Mitarbeiter aus verschiedensten Gründen für diverse Leute arbeiten (müssen), ist teilweise nicht vermeidbar. Wenn nun Sportmoderatoren als Veranstalter agieren und gleichzeitig andere vergleichbare Wintersportarten für den ÖR moderieren, ist die Annahme eines Interessenkonflikts ja nicht unlogisch. Gleichzeitig stellt diese Annahme aber auch einen Generalverdacht dar. Man kann ja nicht grundsätzlich ausschließen, das der betroffene Mitarbeiter trotz beider Tätigkeiten die gebotene Objektivität wahrt. Entscheidend wäre der Nachweis im Einzelfall, dass die Tätigkeit als Veranstalter tatsächlich die Berichterstattung im ÖR beeinflusst.
    Der wird aber in den hier verlinkten Kritiken nicht erbracht, es wird ein durchaus logischer Interessenkonflikt beschrieben, der aber eben nur vorliegen könnte.
    Letztlich läuft die Kritik darauf hinaus, dass man die Arbeitsmöglichkeiten freier Mitarbeiter präventiv beschränken sollte, ohne das der Schaden nachweislich vorliegt.
    Darüber kann man debattieren.
    Dass sich Balkausky dieser Debatte nicht stellen will, lässt auch den Rückschluss zu, dass eben doch die Gefahr besteht, dass die eine Tätigkeit die andere beeinflusst. Es lässt natürlich auch andere Rückschlüsse zu, genauso gut kann er jemand sein, der persönliche Befindlichkeiten über die Sachebene stellt, was immer schwierig ist.
    Letztlich frage ich mich aber schon, ob die Kritiken, die den potentiellen Schaden ja nur vorwegnehmen und nicht belegen, wirklich berechtigt sind, sie stellen ja auch die Integrität der jeweiligen Mitarbeiter in Frage, denen man so von vorn herein nicht zutrauen mag, dass sie in derartigen Konstellationen die Objektivität wahren können.

  5. @3: „Wie kommt man immer nur auf so irre Unterstellungen?“
    „Nachdenkseiten“, die Maschine läuft da zur WM auf allen Pötten.

  6. Wenn ein zuständiger ARD-Redakteur auf Anfrage einer ARD-Sendung keine Auskunft geben will, weil diese einen ihm nicht genehmen Mitarbeiter beschäftigt, verstößt er gegen so viele ARD-Regeln, dass es einem Betteln um Abmahnung gleichkommt.

    Allerdings handelt es sich um ein Mitglied des ARD-Führungsgremiums. Und wie sehr viele „normale“ Mitarbeiter der ARD längst wissen, sind in solchen Fällen die hehren Prinzipien der ARD manchmal erstaunlich dehnbar.

  7. @4, JUB68:

    Ich finde es auch schwer zu beurteilen, wann der Interessenkonflikt zu groß wird. Auf jeden Fall scheint es mir sinnvoll, ihn in diesem Fall sichtbar zu machen und eben auch sich der Kritik zu stellen. Das war in diesem Fall ja anscheinend auch alles geschehen.

    Was hier kritisiert ist und ich auch schlecht finde: Wenn Balkausky öffentlich bekundet, dass er den Konflikt selber als so gravierend ansieht, dass er einen konkreten Schritt dagegen unternehmen will (Mitarbeiter dürfen nicht mehr gleichzeitig Veranstalter sein) und sich bald danach nicht mehr daran hält (und dies wiederum dann auch nicht von sich aus öffentlich macht und begründet).

  8. @Theo, #6
    Welche ARD-Regeln sollten das sein, die ARD-Redakteure zur Auskunft gegenüber einer ARD-Sendung verpflichten? Warum sollte so etwas abmahnfähig sein? Ernstgemeinte Frage.

  9. @Pepito, #8

    Zunächst einmal gilt für Balkausky, dass es gemäß Informationsfreiheitsgesetz eine grundsätzliche Auskunftspflicht für öffentlich-rechtliche Anstalten gibt (bei dem Themenkomplex handelt es sich ja nicht um einen redaktionellen Kernbereich). Dass er sich ausgerechnet einer ARD-Sendung verweigert, dürfte die Sache eher verschlimmern als erleichtern.

    Dann kann er nicht in die redaktionelle Unabhängigkeit eingreifen (was er macht, wenn er Bedingungen diktiert) – vor allem nicht bei einem Sender, dem er gar nicht angehört.

    Nicht zuletzt schadet er mit seinem Auftreten dem Ansehen der ARD, die ja selbst auch und gerade im Sportjournalismus viel Wert legt auf eine freie und unabhängige Berichterstattung.

  10. Schlimm, schlimm, diese Umtriebe der immer enthemmteren Journalisten.

    „Bei Pressekonferenzen belagern sie immer wieder meinen Tisch, halten mir ständig ein Mikro vor die Nase“

    Wer hats geklagt?
    a) Der russische Sportminister, genervt von Journalisten die ihn zum russischen Staatsdoping befragen möchten?
    b) Axel Balkausky, genervt von Journalisten die ihn zu seiner Bouhs-Verweigerung befragen wollen?
    c) Hajo Seppelt, genervt von Journalisten die ihn gerne zu seinen Berichten übers russische Staatsdoping befragen würden?

    Der erste Einsender einer richtigen Antwort erhält die goldene Mikrofonschere am investigativen Band.

  11. Das ist im Öffentlich Rechtlichen Fernsehn nicht nur ein Problem in der Sport-Redaktion…sondern ein Allgemeines Problem…Vergessen sind Journalisten wie Carl Bernstein und Bob Woodward die den Watergate Skandal aufgedeckt haben…Heute wird die Staatspropaganda weitergegeben und die Meinung der Chef-Redakteure ohne eigenes Denken dem Volk als Gehirnwäsche präsentiert…man hat ja schliesslich Angst um seinen gut Bezahlten Job…Freier Journalismus wird heute in keiner Redaktion mehr gerne gesehen…Da geht es um das richtige Parteibuch usw…Das ist Journalismus 2018…Heute würde niemand mehr den Watergate Skandal aufgedeckten….weil er nach der ersten Andeutung das Kreuzworträtsel der nächsten Ausgabe machen würde…

  12. @Anderer Max #5

    Die Nachdenkseiten waren früher mal tatsächlich eine kritische Seite – mittlerweile ist das eine reine pro-Russland / anti-Westen Seite ohne jede Argumentation. Maximillon hat unter #3 doch klar gezeigt, dass es nicht so ist wie Sie – und offenbar die Nachdenkseiten – unterstellen. Aber das passt gut ins Bild: Überall wittern die Nachdenkseiten böse anti-russiche Propaganda, Fakten stören da nur.

  13. @12: Ich glaube, da haben Sie mich falsch verstanden. #3 fragte, wer einem denn die Worte aus #2 in den Mund legt. Ich antwortete, dass dies wohl Nachdenkseiten sein könne.
    Mich ärgert daran vor Allem, dass sprachlich keine Interpretationmöglichkeiten gelassen werden. Man wird dort nicht zum Nachdenken angeregt, sondern zum Nachplappern. Das war echt mal anders.

    @11: So’n Kreuzworträtsel erstellt sich ja auch nicht von Alleine!
    Wer sich über die „Gehirnwäsche“ anderer Gedanken macht, sollte vielleicht mal erst vor dem eigenen Hypothalamus kehren.
    Vielleicht gibt’s ja irgendwo zwischen Bilderberg und Bielefeld noch einen Mittelweg. Der könnte zum Beispiel beim eigenen Menschenbild anfangen; „Alle doof außer ich“ muss nicht immer stimmen.

  14. Ich habe keine Ahnung was auf den selbsternannten „Nachdenkseiten“ so steht. Die sind in etwa so sympathisch und irrelevant wie Hajo Seppelt.

  15. @Theo:
    Inwiefern ändert sich denn seine Verfolgten-Pose durch den Kontext?
    Ich habe selbst beim erstmaligen Lesen gerade diesen einordnenden Kontext ja eben vermisst.
    Gerade weil das aus dem „Journalist“ stammt, hatte ich das eigentlich explizit erwartet, anstelle des inzwischen üblichen sprachlichen Vexierbildes, bei dem ein und dieselbe vage raunende Klage mal Beweis einer üblen Einschüchterung eines Aufrechten und mal Beweis für verworfene Pressefeindlichkeit eines schlimmen Fingers ist.

    Das mag eher das Versäumnis des „Journalist“ als das von Seppelt sein, fällt mir aber doch ins Auge wie ein hell erleuchteter Weihnachtsbaum in finstrer Nacht. Déformation professionnelle.

    Ich bin ansonsten bei Seppelt nicht festgelegt. Er ist mir sehr lange sehr positiv aufgefallen mit seiner Arbeit zum Doping. Auch weil er oft auch da recherchiert und aufgedeckt hat, wo es auch „uns“ wehtut.
    Und das organisierte russische Staatsdoping hat es ja offenbar auch tatsächlich gegeben.
    Nur hat es halt einen Nebengeschmack, wenn so jemand nur noch dann Aufträge/Sendeplätze bekommt, wenn es gegen „Die“ geht, wo es „Uns“ nicht wehtut. Und wenn er sich in dieser Form instrumentalisieren lässt. So wirkt es auf mich, gefühlt.
    Welche der genannten Themen -neben Russland- hat er denn in den letzten ca. 10 Jahren platziert bekommen? Meines Wissens war das „nur“ das kenianische Läuferdoping und das ist auch schon ein geraumes Weilchen her.

    Kann es sein, dass jemand der sich damit selbst etwas unwohl fühlt, dann tatsächlich solch missverständliche Beschwerden führt und so scheinbar aberwitzig überzogen aggressiv-übergriffig auf unwillkommene Rückfragen reagiert, wie auf jene -unbestritten voreingenommene und agendagetriebene- Rossija-Interviewerin?

    Falls Sie Infos anbieten möchten, die meinen Eindruck zu seinem aktuellen Themenspektrum der 10er-Jahre, den Kontext der Klage im Journalist oder seinem Verhalten ggb. dem Rossija-Team erweitern können, nehme ich die dankend an. Ich bin nämlich noch nicht festgelegt und lasse mir deshalb gerne mein Bild erweitern.

  16. Ich finde es gut, dass es durch die dezentrale Organisation des ÖR auch zu so einer öffentlichen Aufarbeitung solcher Fälle kommen kann. Bei zentral gesteuerten, geschlossenen Medienhäusern ist sowas wohl weniger denkbar.
    Was die einen als „Nestbeschmutzer“ bezeichnen, ist eigentlich wertvolle Arbeit, um besser zu werden. Leider sehen das Kritiker des ÖR häufig nicht, sondern nur die oberflächlich erscheinenden Negativpunkte (die bei anderen gar nicht öffentlich wären!).

  17. @Symboltroll

    „Welche der genannten Themen – neben Russland – hat er denn in den letzten ca. 10 Jahren platziert bekommen?“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hajo_Seppelt#Fernsehreportagen,_Dokumentationen

    Mag für Dich vielleicht wenig sein. Ich kenne allerdings nicht viele Journalisten, die derart oft, derart intensiv in einem Umfeld recherchieren, wo das Gesetz des Schweigens kaum gebrochen wird. Und wenn der russische Sport Anlass genug gibt für eine ganze Reihe von Filmen, warum nicht? Dass Putin-Fans und andere sich daran stören, sollte nicht der Maßstab sein.

    Seppelt mag vielleicht kein Sympathieträger sein, aber „irrelevant“ (#14) sind seine Berichte wohl kaum, sonst würde sich der Kreml nicht so über ihn ärgern. Und wenn man sonst nichts findet, dann verkündet man halt die Mär, dass doch jedweder Journalismus Staatspropaganda sei (#11). Relativieren, vernebeln etc. Gerade das zeigt doch die Notwendigkeit guter Rechercheure wie Hajo Seppelt.

  18. Wo bleibt unsere so hoch gepriesene Meinungsfreiheit, wenn ein Angestellter des öffentlichen Rechts so mit dem Thema Berichterstattung umgeht? Der Mann ist für mich völlig fehl am Platz.

  19. Da ich nicht weiss, was Herr Seppelt gerade noch alles bearbeitet, sind Mutmaßungen über seine zukünftigen Arbeitsbereiche in den Bereich der persönlichen Befindlichkeiten des Autors zu stellen. Die Berichte, die er abgeliefert hat, haben Hand und Fuss! Und eben das wird er auch als Maßstab der Veröffentlichung haben: Mehrere, sichere Quellen. Gerade WEIL er bekannt ist, wird er mit Veröffentlichungen vorsichtig sein um nicht die Glaubwürdigkeit der bisherigen Berichte zu riskieren. Ich wünsche ihm, dass er bald eine feste Aufgabe bekommt, die ihm liegt und aus der sprichwörtlichen Schusslinie nimmt! Die Anfeindungen gegen ihn sind schon Besorgnis erregend. Herrn Balkausky sollte sich über den Sinn seiner Position und den Umgang mit der Wahrheit Gedanken machen. In der Führungsetage des WDR sollte Transparenz höher angesiedelt sein als das Verhalten einer Mimose.

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