Die unwiderstehliche Geschichte vom twitternden Mädchen aus Aleppo

stern.de-Meldungen über Bana

Das Online-Angebot des „Stern“ will sich nicht von einem Blogger vorwerfen lassen, Propaganda und eine „offenkundige Lügengeschichte“ über das berühmte „Twitter-Mädchen“ aus Aleppo verbreitet zu haben. Es ist deshalb – teilweise erfolgreich – juristisch gegen ihn vorgegangen. Ob der Artikel, um den es geht, der Wahrheit entspricht, spielte dabei keine Rolle. Dabei wirft die Art, wie Medien mit der Geschichte umgegangen sind, grundsätzliche Fragen auf.


Das amerikanische „Time“-Magazin hat die kleine Bana Alabed im vergangenen Monat zu einem der „25 einflussreichsten Menschen im Internet“ gewählt, und darin steckt schon das ganze Elend dieser Geschichte. Denn der Einfluss, den das inzwischen achtjährige Mädchen aus der zerstörten syrischen Stadt hat, ist vermutlich minimal. Einflussreich ist ihr Twitter-Account. Dessen Inhalte und Botschaften aber stammen zum größten Teil sicher nicht von ihr, sondern bestenfalls von ihrer Mutter, wenn nicht sogar anderen Leuten im Hintergrund.

Die systematische Verwechslung des kleinen Mädchens mit seiner Mutter als Autorin der Tweets ist wahrscheinlich der wichtigste Grund dafür, warum Bana und ihre Geschichte zu einem solchen internationalen Hit wurden. Hätte Banas Mutter Fatemah aus ihrer Sicht über das Leben in der Hölle von Aleppo getwittert und nicht aus der Sicht ihrer Tochter, wäre die Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit sicher viel geringer geblieben. Jede Wette: Fatemah hätte es nicht auf die „Time“-Liste der 25 einflussreichsten Personen im Internet geschafft.

Die angeblichen Nachrichten von Bana (7-8) an die Weltöffentlichkeit

Es ist offenkundig, dass unter @AlabedBana kein sieben- oder achtjähriges Mädchen twittert, schon gar keines, dessen Muttersprache nicht englisch ist. Der Blogger Jens Bernert („Blauer Bote“), der sich extrem kritisch mit ihrer Geschichte und ihrer unkritischen Übernahme durch die Medien beschäftigt, hat sich ausführlich und anhand vieler Beispiele an dieser Tatsache abgearbeitet. Doch seine Vorwürfe in diesem Zusammenhang – auch der, dass Kinder doch nach den Nutzungsbedingungen des Unternehmens eigentlich gar nicht twittern dürften – lassen sich mit einem schlichten Verweis auf Banas Twitter-Account selbst entkräften: Dort steht, dass er von ihrer Mutter verwaltet wird.

Die Antwort auf die Kritik, dass da kein siebenjähriges Mädchen twittert, lautet also: Behauptet es ja auch nicht. Der Eindruck wird aber in der Berichterstattung der Medien fortwährend erweckt. Genau das ist der besondere Reiz dieser Tweets: Dass es ein kleines Mädchen ist, das dort twittert und mit der Welt spricht. Dass wir die authentische Stimme eines jungen Opfers dieses Krieges hören. Dass es ein Kind ist, das unter dem Druck der furchtbaren Ereignisse in seinem Leben in so unglaublicher Weise formuliert, wie es Kinder sonst gar nicht tun.

Selbst als der Account von Bana die Luftschläge der USA im April dieses Jahres begrüßte, wurde das von Medien als Stellungnahme eines achtjährigen Mädchens dargestellt.

Die Behauptung, dass es Bana ist, die unter @AlabedBana twittert, hat entscheidend zu ihrem Erfolg beigetragen. Die Rolle der Mutter wird, wenn sie schon erwähnt wird, systematisch heruntergespielt: Sie helfe ihr nur beim Formulieren und Übersetzen. Bis heute halten die Vermarkter von Banas Geschichte an solchen Fiktionen und Halbwahrheiten fest. Der Verlag Simon & Schuster, der im Herbst ihre Autobiographie herausbringt, behauptet, das Mädchen habe das Buch geschrieben – die Mutter nur einzelne zusätzliche Kapitel.

Eine Möglichkeit, sich mit dem zweifelhaften Phänomen und unheimlichen Erfolg des Twitter-Accounts von Bana auseinanderzusetzen, sind natürlich Faktenchecks. Blogger Bernert hat auf „Rubikon“ viele Widersprüche in der Geschichte gesammelt: die erstaunlich begrenzten Englisch-Kenntnisse der Mutter, die doch Englischlehrerin sein soll; erratische Tweets, in denen der Tod Banas oder einer (nicht existierenden) Schwester verkündet wurden; Ungereimtheiten, wann sie denn nun in welcher Form endlich mit dem Lesen der angeblich heiß ersehnten „Harry Potter“-Bücher begonnen hat – was einerseits natürlich völlig egal ist, andererseits ein zentraler Punkt in der herzerwärmenden Geschichte war. „Harry Potter“-Autorin Joanne K. Rowling hatte durch ihr Engagement Bana noch größere Aufmerksamkeit verschafft.

Auch die Rechercheplattform Bellingcat hatte sich der Sache schon Mitte Dezember mit einem umfangreichen Faktencheck angenommen und einen Teil der Fälschungs-Vorwürfe entkräftet, die von verschiedenen Seiten erhoben worden waren. Es bestehe kein Zweifel, dass die Tweets tatsächlich aus dem damals von Rebellen besetzten Teil Aleppos abgesetzt wurden und nicht etwa aus der Türkei oder gar Großbritannien.

Solche Versuche, für Aufklärung zu sorgen, sind gut. Sie säen berechtigte Zweifel („Blauer Bote“) und widerlegen unberechtigte Zweifel („Bellingcat“). Zentrale Fragen aber können beide nicht beantworten. Dass das Mädchen, wie „Bellingcat“ schlussfolgert, tatsächlich existierte und sich in Ost-Aleppo aufhielt, beantwortet noch nicht die Frage, ob es sich nicht um eine gezielte Propagandakampagne aus dem Umfeld der Rebellen in Syrien (und heißt auch: möglicherweise Al-Qaida-Ablegern) handelt. Umgekehrt hat der „Blaue Bote“ dafür keinen Beleg.

Die Suche nach Fakten über das Leben des Mädchens und die Umstände seiner Internet-Aktivitäten führt nicht zum Kern des Problems: der Bereitschaft der Medien, solche Geschichten ohne die nötige Skepsis weiterzutragen und sie zu mächtigen, emotionalen Erzählungen zu machen. (Dieses Problem korrespondiert natürlich mit einem anderen: dass es anscheinend notwendig ist, über das Geschehen in Syrien in Form einer Fortsetzungs-Rührgeschichte mit einem kleinen Mädchen berichten zu müssen, um das abgestumpfte Publikum überhaupt zu erreichen.)

Auffallend ist, wie früh britische Medien auf den Twitter-Account aufmerksam wurden: nur wenige Tage nach dem ersten Tweet im Namen Banas. „Bellingcat“ nennt diesen raketenhaften Aufstieg „bemerkenswert, aber nicht unwahrscheinlich“:

Die einfachen Nachrichten von Furcht und Hoffnung in gebrochenem Englisch von einem kleinen Kind aus einem Kriegsgebiet machten es sehr einfach, über Bana Alabed zu berichten, und weckten schnell das Interesse derjenigen, die davon lasen.

„Bellingcat“ schreibt das, um zu erklären, dass hier nichts Sinistres vorgegangen sein muss, aber natürlich lässt sich das auch umgekehrt lesen: Gerade bei Geschichten, die scheinbar perfekt sind für die Medien, sollten Medien skeptisch sein. Wenn PR-Leute nach einem Weg gesucht hätten, den Krieg in Syrien wieder ins Bewusstsein des Publikums zu bringen und sie insbesondere gegen das syrische Regime Assads aufzubringen, wäre das der perfekte Weg gewesen: Eine Mutter zu finden, die aus dem von Rebellen besetzten Teil Aleppos aus Sicht ihrer Tochter twittert.

Es ist bemerkenswert, in welchem Maße sich viele Medien einspannen ließen – und die vielleicht perfekt gemachte Geschichte als perfekte Geschichte erzählten: emotional, undistanziert, unjournalistisch.

Man kann offen lassen, ob viele Medien sich so bereitwillig zu Weitererzählern dieser Geschichte gemacht haben, weil sie ihnen auch politisch passte, in ihrer Schuldzuweisung an Assad und seine Verbündeten. Oder ob der human touch der Story allein schon genügte.

Die „Zeit“ war eines von wenigen Medien, das Zweifel äußerte – am ganzen Mechanismus der Instrumentalisierung von Kindern. „Wenn mit Kindern Politik gemacht wird, und sei es im Dienste einer guten Sache, geht es selten um sie und ihr Wohl“, schrieb Katrin Hörnlein Ende vergangenen Jahres:

Mit Bana glaubte man einen wahren Eindruck vom Leben der Zivilisten in Aleppo zu bekommen. Kindermund tut schließlich Wahrheit kund – und wenn ein Kind dazu noch im Video zu sehen ist, dem Medium, das wie kein zweites Realität vorgaukelt, ist dies quasi authentisch hoch zwei. (…)

Kein siebenjähriges Kind würde einen Satz sagen wie „Der Krieg hat mir die Kindheit geraubt“. Den gesamten Twitter-Auftritt muss man deshalb nicht anzweifeln, wie es einige tun. Aber eine authentische Kinderstimme hören wir hier nicht. (…)

Wer Banas Nachrichten aus dem umkämpften Aleppo liest, für den bleibt das ganze vertrackte politische Geschehen außen vor. Das leidende Kind ist der Inbegriff des unschuldigen Opfers. Deshalb ist man mit Bana immer auf der richtigen Seite.

Wer Bana auf Twitter folgt, sollte sich deshalb auch eingestehen, dass es ihm womöglich nicht nur um das Schicksal dieses Mädchens geht, sondern in erster Linie um eigene Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte.

Und wer Banas Tweets als Nachrichten verbreitet, müsste sich natürlich noch ganz andere Fragen stellen. Trotzdem gab es eine Flut von Artikeln, die Bana feierten und würdigten, die Anteil nahmen an ihrem Leben, mitlitten und mitfieberten, und alle Zweifel an der Inszenierung und möglichen propagandistischen Hintergründen ausblendeten. Sie nannten sie eine „Kreuzritterin“, halfen sogar, Bana zu einer syrischen Anne Frank zu verklären.

Der gelegentliche Hinweis, dass Banas Geschichte von Syriens Präsident Assad und seinen Leuten als Propaganda-Märchen abgetan wurde, wirkte in diesem Kontext nur als Bestätigung, dass sie das bestimmt nicht ist.

Man muss gar nicht unterstellen, dass hier eine groß angelegte Inszenierung zu Propaganda-Zwecken am Werk war. Es reicht festzustellen, dass Berichterstattung der Medien eine solche Propaganda-Wirkung entfaltete. Heiligt der Zweck die Mittel? Ging es darum, den Krieg nicht aus dem Bewusstsein der Weltöffentlichkeit verschwinden zu lassen? Oder darum, den Druck auf Assad zu erhöhen?

Allzu bereitwillig strickten viele am Märchen mit, dass hier die authentische Stimme eines sieben- oder achtjährigen Kriegs-Opfers zu hören sei. Die Geschichte, wie Bana instrumentalisiert wurde und wie sich die Medien instrumentalisieren ließe, wäre ein guter Anlass für Selbstkritik. Bei Stern.de entschieden sie sich stattdessen, einen schrillen Kritiker zu verklagen.

99 Kommentare

  1. „Das amerikanische ‚Time‘-Magazin..“
    Deshalb ist es sicherlich ein schwerer Fehler des Blauen Boten, den Stern als Produzenten zu bezeichnen.
    Das Time-Magazin ist eine fixe Größe beim gezielten Verbreiten von Lügengeschichten. Henry Luce, der Gründer und Herausgeber von Time und Life, war ein eifriger Förderer des Faschismus in den 20er und 30er Jahren, gemeinsam mit Allen Dulles, dem späteren Gründer und langjährigen Chef der CIA. Es ist kein Geheimnis, dass Time immer als Medienoutlet den US-Diensten gedient hat.

  2. Vor 80 Jahren hatte die „Time“ einen faschismusfreundlichen Chefredakteur. Sensationeller Hinweis im Zusammenhang mit dieser Story. Aber wenn wir schon Randaspekte beitragen wollen: der „Blaue Bote“ ist strikt anti-amerikanisch ausgerichtet und bemüht sich nach Kräften, die Weltpolitik mit Putins Brille zu sehen. Das wiederum gefällt Leuten aus der linken Ecke ebenso wie aus der rechten, und daher gefällt es vor allem den Querfront-Fans.

    Was der „Stern“ damit zu tun hat, ist ja auch egal.

  3. @ Thomas
    „Was der „Stern“ damit zu tun hat, ist ja auch egal.“
    Nein. Der Stern ist eben kaum „Produzent“ des Fake-Stoffes, sondern höchstens ein schtonkiger Kleindealer.
    TIME ist kein Randaspekt in der Geschichte, sondern hat sie groß geschrieben, wie im Beitrag erwähnt. Henry Luce blieb bis 1964 Chefredakteur seiner Zeitungen und hat den Stoff veröffentlichen lassen, wenn ihn Leute wie Dulles gebraucht haben. David Talbot erwähnt TIME in seinem Buch mehrmals einschlägig. Eine solche Tradition verpflichtet.
    Und Talbot ist nicht Anti-Amerikaner, sondern Amerikaner. Wahrscheinlich hat er auch keinen blassen Schimmer, was eine Querfront sein soll: crazy Germans!

  4. @Andreas Müller:

    TIME ist kein Randaspekt in der Geschichte, sondern hat sie groß geschrieben, wie im Beitrag erwähnt.

    Nein. Der von mir eingangs zitierte „Time“-Artikel ist im vergangenen Monat erschienen, da war die Geschichte längst „groß geschrieben“. Ausgangspunkt ist, soweit ich es nachvollzogen habe, eher Großbritannien.

  5. Bana hat bestimmt schon mal Erbsensuppe gegessen.
    Es ist kein Geheimnis, das Erbsensuppe zu Flatulenzen führt.
    Rote Bohnen führen auch zu Flatulenzen.
    Der Hauptinverkehrbringer von roten Bohnen, Herr Heinz Heinzelson ist kein Kind von Traurigkeit und es kann ja wohl niemand leugnen, dass der Treibhauseffekt ihm nicht nützen würde.
    Bana ist also eine Marionette der des weltweiten Rote-Bohnen-Kartells.

    Wer mit meiner Begründung ein Problem hat, ist ein übler Denunziant und Handlanger der Antlantikbrücke.

  6. @Richard Ott: Das finde ich einen abstoßenden Kommentar. Ich weiß gar nicht, ob je behauptet wurde, dass Bana und ihre Familie in Aleppo Hunger litten. Aber ihr den „Bierbauch“ (!) ihres Vaters vorzuwerfen, weil die Familie nicht ausgemergelt genug aussieht für Opfer des Krieges, ist eklig.

  7. „Der Blogger Jens Bernert („Blauer Bote“), der sich extrem kritisch mit ihrer Geschichte und ihrer unkritischen Übernahme durch die Medien beschäftigt, hat sich ausführlich und anhand vieler Beispiele an dieser Tatsache abgearbeitet.“

    Der Blogger hat sich noch an ganz vielen Dingen abgearbeitet.

    MH17-Absturz, 9/11, JFK-Ermordung, Naidoo, Manchester-Attentat usw.

    Wird das bei Übermedien auch noch nachbearbeitet? Vielleicht als kleine Serie. Ganz im Ernst Stefan solche Leute hättest Du doch früher nicht mit der Kneifzange angefasst. Jetzt werden sie hier gefeatured. Ich finde es schadet der Reputation von Übermedien, wenn man sich bei solchen Leuten unterhakt.

    Was ist eigentlich aus der Röpcke ist ein Nazi-Geschichte geworden, die Du groß rausbringen solltest?

  8. @Herr Niggemeier

    Jaja, war mir klar, dass Sie jetzt empört aufheulen.

    Die kleine Bana hat selbst oft genug in Ihren Propaganda-Tweets und Webclips behauptet (oder besser: in den Mund gelegt bekommen), dass Sie in Aleppo Hunger leiden müsse. Hier nur ein Beispiel von vielen: https://www.youtube.com/watch?v=h-q0MIPfV_Q
    (Falls Sie Banas etwas merkwürdige Aussprache nicht verstehen, Sie sagt: „Don’t have food, Aleppo under siege“ – also „Haben nichts zu essen, Aleppo wird belagert“)

    Ihr Vater ist offensichtlich nie auf die Idee gekommen, Bana etwas von seinen offensichtlich üppigen Rationen abzugeben. Oder könnte es vielleicht sein, dass die ganze Geschichte nur gelogen ist?

  9. @ Leo #10
    Kein Grund zur Beunruhigung. Die Geschichte und damit der Blogger sind durch die Auseinandersetzung mit dem STERN relevant und prominent geworden. Es ist hervorragend, wenn Übermedien (so weit wie eben möglich) in dieser Frage Gesichertes, Spekulatives und Widerlegtes auseinandersortiert.
    „JFK-Ermordung“
    Es ist nicht ehrenrührig, sich an der offiziellen Version abzuarbeiten, denn sie ist offensichtlich ein Fake. Es gibt viele Bestseller zu dem Thema, einen habe ich im bereits unter #1 verlinkt. Auch den von Bröckers kann ich empfehlen. Ehrenrührig ist es nur, dem Warren-Report zu glauben (an dem Allen Dulles persönlich mitgeschrieben hat, obwohl er selbst von JFK als CIA-Chef gefeuert worden war).
    „…es schadet der Reputation“
    Was gestern der Reputation geschadet hat, muss es nicht automatisch morgen auch noch tun. Times they are changing. In solchen Zeiten ist es auch strategisch klug, sich hart an die Darstellung der Fakten zu halten und nicht mit einem festen Glauben aus dem Fenster zu hängen. Das ist Übermedien hier gut gelungen.

  10. @11:
    Könnte es nicht auch sein, dass der Bierbauch in Wirklichkeit ein Blähbauch ist von den ganzen roten Bohnen? Vielleicht hat Bana niemals Erbsensuppe gegessen? Whatabout this?

  11. Ich frage mich, ob es möglich ist, mediale Verzerrungen und fragwürdige Rührstücke wie die um das twitternde Mädchen Bana zu kritisieren, ohne damit Leuten Nahrung zu geben, die sowieso alle Berichte über den syrischen Bürgerkrieg für Lüge halten, die meinen, alles oder wenigstens die Regimeseite seien schon nicht so schlimm. Ohne Berufszyniker wie Herrn Ott zu füttern, und wer weiß, wer hier noch alles aufschlägt. Mir scheint, das Unterfangen, auf einer Müllhalde ungestört von Fliegen ein Stück Kuchen essen zu wollen, ist erfolgsversprechender.

  12. @earendil:

    Wenn Sie mir Zynismus unterstellen dann unterstelle ich Ihnen Naivität. Und einen eigentümlichen Eifer darin, islamistische Kriegspropaganda als „mediale Verzerrung“ und „fragwürdiges Rührstück“ zu beschwichtigen. Bevor hier irgendwelche Missverständnisse entstehen: Bana ist ein Opfer dieses Krieges, und ein Opfer ihrer eigenen, fanatischen Terroristen-Eltern.

    Wollen Sie meinen Lieblings-Tweet von Bana mal lesen?

    „Dear world, it’s better to start 3rd world war instead of letting Russia & assad commit #HolocaustAleppo“

    Quelle: https://archive.is/20161203133922/https://twitter.com/alabedbana/status/781597903924125697#selection-3943.0-3951.15
    (Original-Tweet mittlerweile gelöscht, das war selbst für Al-Nusra-Propaganda-Verhältnisse eine Spur zu heftig)

  13. @16:
    Nach der Logik dürfte man Angela Merkel nicht kritisieren, weil AfD und andere rechte Gruppierungen die ja auch kritisieren und man denen nur Nahrung liefert.
    Oder Erdogankritik wäre auch verboten, weil davon profitiert er ja selbst wegen innenpolitischer Inszenierung.

    Die Fliegen kommen sowieso, egal ob Müllhalde oder Kuchen.

  14. Für diejenigen, die des Englischen mächtig sind, sind diese Blogs weiterführend:

    https://barbaramckenzie.wordpress.com/2016/11/28/bana-of-aleppo-the-story-so-far-update/

    https://timhayward.wordpress.com/2017/07/14/we-need-to-talk-about-bana/

    Ja, das Zentrum dieser ganz außerordentlichen Propagandainszenierung, die auch die White Helmets und ihre Schwesterorganisation Medics Under Fire umfasst, ist das UK. Die White Helmets wurden von James LeMesurier gegründet und erhielten ihre Anschubfinanzierung vom Foreign Office, bei der Schwesterorganisation Doctors Under Fire sitzt Hamish de Bretton-Gordon im Direktorium — beides ehemalige britische Offiziere und NATO-Mitarbeiter, letzterer gerne als „neutraler Experte“ zitiert.

    Und dann ist da noch Shajul Islam, ein ehemaliger Arzt, dem im UK die Approbation entzogen wurde. Er war wegen Terrorismus angeklagt, hatte aber Glück, dass die beiden entführten Journalisten, die ihn der Mithilfe an der Entführung bezichtigten, aus unterschiedlichen Gründen nicht zu dem Gerichtstermin erschienen. Von diesem Mann stammt das erste Video aus Khan Sheikoun.

    Da Dulles erwähnt wurde: Der Mann hat auch die EU gegründet. Und das ist nur sehr leicht überspitzt. Siehe Wiki, „ACUE“. Die Lektüre von Talbots Buch lohnt sich sehr.

  15. @ 18:
    Stefan Niggemeier schreibt im Artikel, den Sie ja sicherlich gelesen haben:
    „Man muss gar nicht unterstellen, dass hier eine groß angelegte Inszenierung zu Propaganda-Zwecken am Werk war. Es reicht festzustellen, dass Berichterstattung der Medien eine solche Propaganda-Wirkung entfaltete.“

    Welche Fakten enthalten Sie uns vor, Herr Ott, die belegen, dass es sich tatsächlich um Al-Nusra Propaganda handelt?

    Gerne dürfen Sie mir Naivität unterstellen.
    Das ist innerhalb homogener Gruppen ja gang und gebe, seinen Diskussionpartnern (/ -gegnern) zu unterstellen, sie würden nur das sehen, was sie sehen wollen. Dieser Hinweis macht eine wilde Behauptung aber noch nicht zu einem Argument, sondern lenkt nur zuverlässig von der Haltlosigkeit der Behauptung ab.

    Wer behautet, muss belegen, so issat nu mal.

    Tipp an dieser Stelle: Links posten und sie mit „Whabout this?“ zu kommentieren, ist kein Argument oder Fakt.

  16. @ Anderer Max #19
    „Nach der Logik dürfte man Angela Merkel nicht kritisieren, weil AfD und andere rechte Gruppierungen die ja auch kritisieren und man denen nur Nahrung liefert.“
    Der Konjunktiv ist hier nicht ganz angemessen. Solche Logik ist ja gelebte Realität in diesem Land.

  17. @ AndererMax

    Sie sind ja wirklich naiv. Oder halten Sie es für eine normale Meinungsäußerung, wenn sich ein 7-jähriges Kind auf Twitter den 3. Weltkrieg herbeiwünscht um den „Holocaust“ in ihrer Heimatstadt abzuwenden? Unter „Holocaust“ versteht das Kind dabei die Eroberung von Stadtvierteln, die zum Zeitpunkt der Äußerung (September 2016) von Al-Nusra und verbündeten Terrororganistaionen kontrolliert wurden. Natürlich ist das Kriegspropaganda, die abstoßenderweise einem kleinen Mädchen in den Mund gelegt wird, was denn sonst?

    Aleppo ist übrigens mittlerweile komplett von syrischen Regierungstruppen erobert worden. Hat es einen „Holocaust“ gegeben – oder war das ganze eine maßlose Übertreibung?

    Oder wollen Sie mit Ihrer Frage darauf hinaus, dass sie anzweifeln, dass es Nusra-Terroristen in Aleppo gab und dass Bana mit ihrem Tweet lediglich ihre Unterstützung für „moderate“ oder gar „demokratische syrische Rebellen“ im „Verteidigungskampf“ um Aleppo zum Ausdruck bringen wollte?

  18. @SN / #17 und @Anderer Max / #19
    Nein, natürlich nicht. Ich meine nur, man sollte sich der Wirkung bewusst sein und – wenigstens gelegentlich – entsprechend Stellung beziehen. Es mag lästig sein, immer (mal) hinzuzusetzen, dass man, nur weil man X kritisiert, keineswegy für Y ist und Z weiterhin für Quatsch hält. Man denkt, das sollte doch selbstverständlich sein, und will sich nicht von irgendwelchen YZ-Fans die Agenda bestimmen lassen. Aber für Viele ist es halt nicht selbstverständlich, und bei bestimmten Themen ist vorhersehbar, dass auch berechtigte Kritik für fragwürdige Anliegen verwendet wird. Das lässt sich nicht vollständig verhindern, aber ganz unkommentiert sollte man das, finde ich, auch nicht lassen.

    Ich denke da grade an Ralph Giordano. Der hat sich in seinen späten Jahren ja deutlich islamfeindlich geäußert (was ich an sich falsch fand und finde), sich aber gegen die Vereinnahmung seiner „Kritik“ durch rechte Kreise (damals Pro Köln, glaube ich) mit deutlichen Worten gewehrt. Und das nicht ohne Erfolg, wenn ich mich recht erinnere.

  19. @Richard Ott: Jaja, Assad-Gegner sind grundsätzlich Terroristen. Gehen Sie mit der Nummer zu syrischen oder russischen Staatsmedien, aber lassen Sie mich mit dem Quatsch in Ruhe. Und solange sie stumpfsinnig deren Propaganda widerkäuen, sollten Sie anderen besser nicht Naivität vorhalten.

    @Pinelli: Ja danke, Sie auch. Verschwörungs-Bullshit vom feinsten. Haben Sie nicht noch was zu Soros oder den Bilderbergern? Spielen Sie doch noch eine Runde Ballzuwerfen mit den Herren Müller und Ott. Nur erwarten Sie bitte nicht, dass irgendwer mit gebrauchsfähigem Großhirn Sie ernst nimmt.

  20. @ Pinelli #20
    Wenn hier schon vom Bälle zuwerfen die Rede ist, dann will ich tatsächlich auch mal mitwerfen bzw. einen zurückwerfen:
    „Da Dulles erwähnt wurde: Der Mann hat auch die EU gegründet.“
    Erstens ist das faktisch falsch, denn Dulles ist 1969 gestorben, als es eine EU noch lange nicht gab, sondern erst die 1957 gegründete EWG. Er hat also höchstens den Weg hin zu einer EU langfristig mitangestoßen.
    Zweitens sagt das allein noch nichts darüber aus, welchen Wert die EWG bzw. die EU für uns als Bürger hatte und heute hat. Sie tun aber ein wenig so, als wäre damit bereits alles gesagt, als müßte das alles deshalb weg.
    Das ist exakt das, wo ich nicht mehr mitgehe. Es ist eine Sache, Geschichte zu kennen (und nicht nur die rosarote Propagandaversion davon) und zu hinterfragen, aber eine ganz andere zu glauben, alles sei deshalb nichts wert und könne mit Fußtritten bequem durch etwas Besseres ersetzt werden. Es ist unendlich viel leichter, Propaganda zu denunzieren, als zu einer besseren Welt zu kommen und keiner anderen Propaganda aufzusitzen.
    Die EWG und der friedliche Austausch zwischen den europäischen Nationen waren (trotz Dulles) lange etwas Positives, wenn auch (natürlich) nicht interessenlos. Ab wann Dinge schiefgelaufen sind und wie sie korrigiert werden können, sollten Themen sein für eine demokratische Debatte, zu der letztlich Wissen über die Rolle und die Verbrechen von Geheimdiensten nicht viel mehr beitragen kann als der Glaube an den Weihnachtsmann.

    @ Earendil #26
    Ich verneige mich vor Ihrem gewaltigen Großhirn, das immer so viel Tiefes zu den Debatten in diesem Blog beiträgt, denke da besonders an diesen großen braunen Pack-Sack, in den Sie alles hineinstopfen, was Ihnen nicht in den Kram passt. Nicht viele bringen es zu solchen Leistungen!

  21. „Erstens ist das faktisch falsch, denn Dulles ist 1969 gestorben, als es eine EU noch lange nicht gab, sondern erst die 1957 gegründete EWG. Er hat also höchstens den Weg hin zu einer EU langfristig mitangestoßen.“

    Klar.

    „Zweitens sagt das allein noch nichts darüber aus, welchen Wert die EWG bzw. die EU für uns als Bürger hatte und heute hat. Sie tun aber ein wenig so, als wäre damit bereits alles gesagt, als müßte das alles deshalb weg.“

    Das war nicht gemeint, und ich stimme mit Ihnen auch ansonsten völlig überein.

  22. @AM / #27: Es gibt also Verschwörungstheorien, die Ihnen zu weit gehen. Respekt! Es ist immer wichtig, eine gemäßigte Mittelposition einzunehmen. Auch zwischen Vernunft und Irrsinn.

  23. @ Earendil #29
    „Verschwörungstheorien, die Ihnen zu weit gehen“
    Das ist nicht der Punkt. Verschwörungen sind Realität, aber sie können nicht immer und überall sein. Sie müssen sich zunächst einmal klarmachen, dass z.B. auch die offiziellen Versionen zu den RAF-Morden oder zu 911 jeweils eine Verschwörung beschreiben. Die Frage ist allein, ob es sich dabei um die richtige Verschwörung handelt bzw. ob diese vollständig beschrieben ist.
    Eigentlich sollte es immer um die Frage gehen, welche Theorie die beste ist. Verschwörungstheorie als Vorwurf zielt lediglich darauf, diese eigentlich wissenschaftliche Vorgehensweise zu unterbinden.
    „Vernunft und Irrsinn“
    Sind in diesem Fall eine Scheinalternative. Es ist nicht vernünftig, die Existenz von Verschwörungen grundsätzlich zu leugnen, ebensowenig wie es vernünftig ist, in allem eine Verschwörung zu sehen.
    Sie können nicht den blinden Glauben an von oben nach unten erzählte Geschichten zur reinen Vernunft erklären, wenn diese Geschichten eine Zumutung für die praktische Vernunft sind.
    Auch das wäre eine Form von Irrsinn. So kommen wir schnell in eine Situation, in der gläubiger Irrsinn gegen ungläubigen Irrsinn steht und nicht etwa Vernunft gegen Irrsinn.

  24. @earendil, #25

    […]und – wenigstens gelegentlich – entsprechend Stellung beziehen.

    Thema bei Übermedien (und auch damals im Blog) ist, so wie ich es verstehe, bitte korrigiert mich, Medienkritik an ganz konkreten Beispielen – und eben nicht um die politischen Hintergründe. Es sind immer und immer wieder die Kommentatoren, die die Politik hineinbringen (sei es Ukraine, Syrien, Ausländer, um die Klassiker mal zu nennen), anstatt die Mechanismen zu debattieren, die an dem besprochenen Fall sichtbar werden.

    Dass Herr Niggemeier oder Herr Rosenkranz nicht Stellung beziehen, finde ich ganz angenehm, denn es macht deutlich: Medienkritik, Freunde, Medienkritik. Verliert sich dann viel zu häufig in der Kommentarspalte mit den üblichen Protagonisten, leider.

  25. at Andreas Müller

    Was ich tatsächlich an Ihnen bewundere, ist Ihre Flexibilität. Kaum hat Ihnen jemand nachgewiesen, daß Sie mit einer Sache komplett auf dem Holzweg sind, ziehen Sie sogleich – als wäre gar nichts gewesen – ein neues Kaninchen aus dem Hut. Siehe Post 7. Gar nicht erst sich rechtfertigen oder gar einen Fehler eingestehen, nein, immer flott voran, es gibt ja so viele „Puzzlestücke“, die man nur aufzuheben braucht und damit im Spiel bleiben kann. Wichtig dabei: immer einen Schritt schneller sein als die anderen. Agieren statt reagieren. Sollen doch die anderen nach Fakten und Beweisen suchen – die Richtung, die geben Sie vor. Ist eine Sackgasse in Sicht, schnell umsteuern und mit etwas völlig anderem aufwarten.

    Nun also die olle Nummer mit Roland Dumas. Nur wenige Politiker waren in ihrer aktiven Zeit in derart viele Affären verstrickt wie Dumas, was für Frankreich schon etwas heißen will. Dumas, der schon mal dem Premier Valls nachsagte, dieser stünde wegen seiner Frau zu sehr unter jüdischem Einfluß, machte vor Jahren Israel verantwortlich für den Bürgerkrieg in Syrien. Wegen der Interessen Israels planten die Briten, so Dumas, Rebellen ins Assad-Reich zu senden.

    Das hätten ihm britische Top-Beamte erzählt. Zwar nennt Dumas bis heute keine Namen, und auch sonst kann niemand diese Sache bestätigen. Aber was spielt das schon für eine Rolle. 2011 habe er das gehört, sagte Dumas, „bevor die ganzen Feindseligkeiten in Syrien ausgebrochen sind“ (Übersetzung laut http://www.freitag.de). Da die Unruhen in Syrien bereits Februar 2011, spätestens im März ausgebrochen sind, müssen die Briten aber verdammt flott gewesen sein.

    Aber halt!, Dumas behauptet ja gar nicht, daß die Briten tatsächlich Rebellen dorthin geschickt haben. Nein, er habe nur gehört, daß so etwas geplant sei. Das ist ein großer Unterschied – und das Schöne ist: so etwas ist ja auch schwer zu widerlegen.

    Leider nun aber gibt es sehr viele Menschen und Medien, die so eine Hörensagen-Geschichte gerne weitertreiben. Das dauert dann nicht lange, bis der Bürgerkrieg angeblich tatsächlich von Rebellen im Dienste Londons und Israels ausgelöst worden ist.

    Vermutlich haben Londons Spezialtruppen auch den Schulkindern in Daraa gesagt, was sie an die Wände kritzeln sollen. Und innerhalb kürzester Zeit hatten die dann auch die Millionenstadt Homs im Griff. Vermutlich hat der MI6 auch syrische Sicherheitskräfte bestochen, doch bitte das Feuer auf Demonstranten zu eröffnen.

    Ach ja, die „Puzzlestücke“ des Herrn Müller. Heute dies, morgen jenes.

  26. @jens:
    Von sich selbst in der 3.person reden um Klicks zu generieren?
    Nicht schlecht.
    Schonmal besser als das Herr Müller macht…

  27. at Jens

    Ich habe mir gerade vorgestellt, das Mädchen hätte gegen den Westen getwittert. Gar nicht auszudenken, was Ihnen da an Stoff weggebrochen wäre. Die Sache wäre doch glatt erledigt gewesen. Insofern noch Glück gehabt.

    Nebenbei: Wann eigentlich kommt die Korrektur zum Beitrag „Giftgasmassaker war Inszenierung der USA“, den „Deutschlands führender Orientexperte Professor Günter Meyer“ (sic!) verfasst hat?

  28. Ich schrieb, ich sei auch ansonsten mit allem einverstanden, was Sie schrieben. Das stimmt aber nicht ganz.

    Andreas Müller:

    „Ab wann Dinge schiefgelaufen sind und wie sie korrigiert werden können, sollten Themen sein für eine demokratische Debatte, zu der letztlich Wissen über die Rolle und die Verbrechen von Geheimdiensten nicht viel mehr beitragen kann als der Glaube an den Weihnachtsmann. “

    Die Rolle der Geheimdienste und ihrer verdeckten Operationen wird meines Erachtens unterschätzt. Aber unabhängig davon: Das Interesse an Erkenntnissen über die historische Rolle von Geheimdiensten ist mit dem Glauben an den Weihnachtsmann nun wirklich in keinster Weise zu vergleichen, sondern wichtig, um der offiziellen Geschichtsschreibung nicht auf den Leim zu gehen — wie Sie meines Erachtens zuvor auch schrieben. Außerdem erlaubt das historische Wissen vorsichtige Rückschlüsse auf die Gegenwart.

    Zur Sache selbst: Die Beeinflussung pan-europäischer Bewegungen durch die CIA gehört auch aus meiner Sicht zu den wenigen positivzu bewertenden verdeckten Operationen der Organisation Dulles. Man sollte aber nicht vergessen, dass etwa zur gleichen Zeit in Guatemala und dem Iran Regime-Change-Operationen gegen demokratisch gewählte Regierungen stattfanden, deren furchtbare Konsequenzen uns und vor allem den Menschen vor Ort seither zu schaffen machen (Operationen AJAX und PBSUCCESS).

  29. @AM 30

    Hier sind wir auf einer Wellenlänge. Zum Thema Verschwörungstheorie noch ein paar Anmerkungen:

    1. Der Begriff „Verschwörungstheorie“ wurde, so leid mir das tut, von der CIA in seiner heutigen negativen Bedeutung eingeführt, und zwar im Hinblick auf Leute, die dem Bericht der Warren-Commission nicht glauben wollten:

    http://www.jfklancer.com/CIA.html

    Ich gehe davon aus, dass der Text authentisch ist.

    2. An sich ist der Begriff „Verschwörungstheorie“ neutral. Es gibt Verschwörungen, also gibt es auch Theorien darüber, welche Ereignisse Ergebnisse von Verschwörungen (vulgo politische, wirtschaftliche, propagandistische, terroristische, kriminelle verdeckte Operationen) sind.
    Der Begriff wird heutzutage aber, nicht zuletzt wegen des CIA-Memos, im Sinne von Verschwörungsfantasie („conspiratorial fantasy“, Richard Hofstadter, „The Paranoid Style in American Politics“) bzw. Verschwörungsideologie oder gar Verschwörungsmythos (Pfahl-Traughber) gebraucht. Wie Andreas Müller sagt, sind die offiziellen Narrative ebenfalls gerne Verschwörungstheorien (auffälligstes Beispiel: 9/11), die natürlich nie so benannt werden. Ansonsten sind sie bekanntlich gerne Einzeltäter- oder Koninzidenztheorien.

    https://harpers.org/archive/1964/11/the-paranoid-style-in-american-politics/

    https://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rungstheorie

    3. Die Ansichten zu Bana Alabeds Twitter-Account haben nichts mit Verschwörungsfantasien oder -mythen zu tun. Dass Bana die Texte nicht verfasst hat, halte ich für offensichtlich. Die Frage ist daher im Grunde nur, wie weit die Täuschung reicht. Ist es nur die Mutter, die anstelle von Bana tweetet? Oder ist es, wie Barbara McKenzie in ihrem höchst lesenswerten, von mir oben verlinkten Beitrag vermutet, ein britischer BBC-Mitarbeiter? Ich habe nur eine zusätzliche Anmerkung. In einem ihrer Tweets schreibt die vorgebliche Bana:

    „Dear #potus, #putin, #assad can you please work hard to stop the killing of Aleppo people before we are finished off?“

    https://twitter.com/alabedbana/status/779991406052012032

    Ausweislich der vorliegenden Interviews wären meines Erachtens weder Bana, noch ihre Mutter noch Banas „Englischlehrer“, der in dem von mir verlinkten Video eine erbarmungswürdige Propagandashow darbietet, in der Lage, den idiomatischen Ausdruck „to finish off“ korrekt zu verwenden.

    Wenn aber Bana Alabeds Twitter-Account eine Propagandaktion ist (sagen wir, eine Propagandaktion moderater Rebellen, von denen mindesten einer besser Englisch kann als Bana, ihre Mutter oder ihr Englischlehrer) — warum wird die Geschichte von unseren Medien nicht oder nur selten hinterfragt? Pointierter formuliert: Warum werden die Tweets Bana zugeordnet, obwohl sie offensichtlich nicht von ihr persönlich stammen können?

    Meine Meinung: Es handelt sich um Kriegspropaganda.

  30. Wenn Bana angeblich twittert, unterschreibt sie mit Bana. Laut Bana-Account sind mindestens die Tweets mit Bana-Unterschrift von Bana.

    In dem von Niggemeier zitierten Blauer-Bote-Artikel sieht man das mehrmals. Vgl. die Tweets: http://blauerbote.com/2017/07/12/bana-alabed-das-syrische-twittermaedchen/

    Die Aussage von Niggemeier „Die Antwort auf die Kritik, dass da kein siebenjähriges Mädchen twittert, lautet also: Behauptet es ja auch nicht.“ ist schlicht falsch. Selbst die Mutter hat übrigens zu einem gewissen Zeitpunkt getwittert, dass man jetzt immer unterschreiben werden, damit man sieht, wer twittert.

    Dass Herr Niggemeier – zumindest in dem Teil, den ich gerade lesen kann (Bezahlschranke) – nur Tweets ausgewählt hat, die keine Bana-Unterschrift enthalten, finde ich schon ziemlich dreist.

    Beispiel-Tweet:

    “My name is Bana, I’m 7 years old. I am talking to the world now live from East #Aleppo. This is my last moment to either live or die. – Bana“

  31. @Earendil:

    Sie wollen offensichtlich die politische Realität in Syrien nicht zur Kenntnis nehmen. Mit Ihrem blinden Glauben daran, dass es in Syrien aktuell noch Assad-feindliche Gruppen gibt, die keine Terroristen sind, könnten Sie allerhöchstens noch bei CNN oder den türkischen gelenkten Medien eine Anstellung als Propagandist finden. (Letzteres allerdings nur mit Einschränkungen, die von den Türken unterstützten Terroristen von Ahrar Al Sham sind selbst mit Al Nusra alias „Hayat Tahrir al Sham“ verfeindet und in Idlib sind erst heute wieder offene Kämpfe zwischen beiden Gruppen ausgebrochen.) Sie können mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Sagen Sie mir, welche Oppositionsgruppen in Syrien keine Terroristen sind. Nennen Sie mir die Namen der Gruppen und die Namen ihrer Anführer. Oder glauben Sie etwa ganz grundsätzlich, dass Al Nusra keine Terrororganisation ist?

    Ich kann auch nicht begreifen, wie man dieses Thema hier bei Übermedien diskutieren kann, ohne die politischen Hintergründe, über deren Bewertung hier offensichtlich ein massiver Dissens besteht, zu thematisieren. Wenn Bana kein Werkzeug der Al-Nusra-Kriegspropaganda ist, wofür halten Sie sie dann? Für eine unabhängige Stimme aus der syrischen Zivilbevölkerung, die aus einem Nusra-beherrschten und von der syrischen Armee belagerten Stadtteil Aleppos auf das Leid der Zivilisten, insbesondere der Kinder, aufmerksam machen wollte? Wenn das so wäre, welchen Sinn hätte dann ein maximal schriller Tweet mit Holocaust-Vergleich und einer Forderung der Eskalation des Syrien-Krieges zum Dritten Weltkrieg? Für Al Nusra war die militärische Situation im Herbst 2016 in Aleppo so aussichtslos, dass die Motivation für solche Art Propaganda offensichtlich ist, aber welches Interesse sollte ein kleines Mädchen – oder meinetwegen deren Mutter, falls sie eine unpolitische Zivilistin in Aleppo wäre – haben, um so etwas zu schreiben? Wenn Bana hingegen ein Werkzeug für Terroristen-Propaganda ist, wieso haben westliche Journalisten dann nicht viel kritischer über die Tweets berichtet als sie es Ende 2016 taten?

  32. @Jens Bernert: Sollten Sie als jemand, der so massiv andere Leute beschimpft, nicht vielleicht ein bisschen dickeres Fell haben, was angebliche Beleidigungen Ihrerseits angeht?

    Und, nein, es sind nicht alle Tweets von Bana mit „Bana“ gekennzeichnet. Die Mutter hat Ende Dezember getwittert, dass von nun an nur noch Bana auf dem Account schreiben würde (vorher waren viele Tweets auf dem Bana-Account mit „Fatimah“ signiert). Sie hat danach auch noch erklärt, dass sie ihr natürlich helfe beim Verfassen der Tweets.

    Ich weiß aber auch gar nicht, was Sie da für einen Beef mit mir haben. Ich denke, wie Sie, dass der größte Teil der Tweets nicht von Bana verfasst wurden. Ich habe für den Screenshot ein paar Beispiele ausgewählt, bei denen das besonders deutlich ist. In der Twitter-Bio von Banas Account steht aber ausdrücklich, dass er von ihrer Mutter gemanagt wird, wodurch die Kritik, dass das Kind nicht selbst twittert, ein bisschen ins Leere läuft.

    Das Problem ist nicht, dass da eine Mutter für ihr Kind twittert (wenn es so ist). Das Problem ist, dass die Medien so tun, als würde da ein Kind twittern.

    (Das steht da alles auch oben. Ich schicke Ihnen gern ein PDF von dem vollständigen Text hinter der Paywall, dann können Sie mich auf Ihrem Blog weiter beschimpfen.)

  33. at Jens Bernert

    Ich fand es ja merkwürdig, wie Sie hier von sich selbst in dritter Person sprachen. Nun lese ich in Ihrem Blog:

    „Allerdings versucht gerade Niggemeier meiner unbedeutenden amateurhaften Meinung zufolge, mit seinem Artikel die Affäre so zu manipulieren, dass ich in ein schlechtes Licht gerückt werde. Oder ist seine „Arbeit“ ist nur eine Ansammlung bedauerlicher Fehler? Niggemeier zeigt in seinem Artikel, dass er mindestens keine Ahnung hat.“

    Daß Sie sich hier beleidigt fühlen, kann ich inzwischen nachvollziehen. Wer ein derart gestelzt-geheucheltes Understatement („meiner unbedeutenden amateurhaften Meinung zufolge“) als angemessen betrachtet, muß sich ja zwingend überall dort beleidigt fühlen, wo man ihm nicht sofort alle Türen öffnet.

    Verraten Sie doch bitte mal bei Gelegenheit, welche Faktoren entscheidend zu Ihrem Erfolg und Ruhm – ad augusta, per angusta, wie der Seefahrer und Pirat Dreifuß so nett sagte – beigetragen haben.

  34. Die NATO-Trolle hier scheinen ja geradezu neidisch auf die steigende Bekanntheit von Jens Bernert zu sein, der gerade Opfer einer hahnebüchenden Willkürjustiz wurde.
    Und über diese Justizposse schreibt der „feine Herr“ Niggemeier natürlich nichts. Schließlich sind es ja seine „Kollegen“, die dieses hinterhältige Schmierentheather inszeniert haben.

  35. Ich muss den vorherigen Kommentar relativieren, da ich gerade erst den Link zu dem anderen Artikel entdeckt habe. Echte Kritik an dieser politisch motivierten gerichtlichen Inszenierung ist aber dennoch nicht zu entdecken.

  36. Herr Bernert sollte sein Verhältnis zur Realitat und objektiver Textanalyse schnellstens einer strengen Prüfung unterziehen.

    Der eine (Leo) wirft Herrn Nigemeier vor, den Blog zu „featuren“ und sich unterzuhaken, der Betreiber selber beschwert sich hier und auf seinem Blog über Herrn Niggemeier! Da gibt es nur eine Schlussfolgerung: Alles richtig gemacht!

    Und Herrn Bernert möchte man zurufen: „Wer die Hitze nicht verträgt, der soll nicht in der Küche arbeiten.“

  37. „Wenn Bana hingegen ein Werkzeug für Terroristen-Propaganda ist, wieso haben westliche Journalisten dann nicht viel kritischer über die Tweets berichtet als sie es Ende 2016 taten?“

    Das ist die entscheidende Frage. Wie der oben zitierte Tweet von Marc Drewello beispielhaft verdeutlicht, sind viele Journalisten in Sachen Ukraine und Syrien zu Aktivisten mutiert. Leute wie Steffen Dobbert von der Zeit oder der Asow-Bataillon- und Dschihadisten-Freund Julian Röpcke sind da nur die schrillsten Exempel. Ist das bloß Naivität oder steckt mehr dahinter?

    Mich erinnert das Verhalten dieser Journalisten immer an die Berichterstattung / die Kriegslügen von Judith Miller und Michael Gordon in der NYT zur Vorbereitung des Irak-Krieges. Miller wurde gefeuert, Gordon schreibt heutzutage über Syrien.

  38. @ Thomas #32
    „Was ich tatsächlich an Ihnen bewundere, ist Ihre Flexibilität.“
    Vielen Dank.
    „Siehe Post 7“
    Ich schätze Stefan Niggemeier und Übermedien u.a. deshalb so, weil er solche Einwände so sachlich bringt, und so auch gute Einsichten entstehen.
    „Gar nicht erst sich rechtfertigen oder gar einen Fehler eingestehen“
    Rechtfertigen ist Blödsinn, ein Fehler ist durch den Dank an Stefan Niggemeier bereits eingestanden. Außerdem ist es weiterhin nicht falsch, dass TIME seit Jahrzehnten mit seinen „Wichtigste Personen“-Listen aktiv Politik macht. Ich muss ja wohl nicht mehr erwähnen, dass Adolf Hitler 1938 von TIME zum „Man of the Year“ ernannt worden ist, oder etwa doch?
    Was also bedeutet es wirklich, dass Bana jetzt zu den 25 einflussreichsten Menschen im Internet gerechnet wird? Man macht auf die Story aufmerksam, und sie wirkt dann noch stärker subkutan (und nichts anderes mache ich übrigens auch, wenn ich im Gegenzug mal ein wenig in der wenig schmeichelhaften Geschichte von TIME wühle). Soll ich mich deshalb schlechter fühlen als ein TIME-Redakteur? Nö, ich denke nicht daran.
    „immer flott voran“.
    Natürlich. Erkenntnis ist ein fortlaufender Prozess. Ihre Einwände zu Dumas gehören übrigens auch dazu. Ich kenne dieses Video schon seit Jahren, hätte es aber niemals irgendwo als goldene Wahrheit präsentiert, (wie es leider so häufig passiert), aber sehr wohl zur Kenntnis genommen.
    Affären hin oder her, was Dumas sagt, kann richtig oder falsch sein. Und deshalb habe ich ja auch dazugeschrieben, dass ich dieses Puzzlestück nur halb ernst genommen habe.
    Das Problem ist eben, dass solche Debatten kaum irgendwo entstehen, weil die einen ihrem Dumas oder Hersh huldigen und die anderem ihrem Bellingcat oder Correctiv.
    Vorsicht und Flexibilität sind wichtig, um nicht in so eine Falle hineinzulaufen wie diese gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Stern und dem Blauen Boten. Wer flexibel ist, wird sich hüten, andere apodiktisch und unflexibel als „Fake-News-Produzenten“ zu bezeichnen. Stilfragen werden so auch zu Inhalten.

  39. @Zet / #31: Medienkritik ist immer politisch (oder sie ist feuergefährlich naiv). Und wenn Kritik absehbar für etwas gebraucht wird, was gar nicht im Sinne ihres Autors ist, finde ich entsprechende Stellungnahmen nicht verkehrt.

  40. Amüsant finde ich ja die Dünnhäutigkeit von Herrn Bernert. Normalerweise verwursten solche Leute doch alles, was sie als Zustimmung zur eigenen verqueren Weltsicht interpretieren können, und ignorieren kritische Einwände dabei einfach. Herr Bernert hingegen fühlt sich bereits durch sanfte Kritik in seiner Ehre gekränkt und in die Ecke gestellt, in der er zu Hause ist. Das ist einerseits angesichts seiner sonst gern gepflegten Vorliebe für Verbalinjurien sehr lustig und andererseits praktisch, da es sich die ÜM-Autoren wenigstens bei ihm sparen können, mit dem Holzhammer darauf hinzuweisen, dass sie trotz Kritik an medialen Rührgeschichten und Hamburger Urteilen seine Positionen nicht generell teilen.

  41. @Richard Ott / #41
    Mein Gott, „Terrorist“ ist in Syrien doch, von Daesh mal abgesehen, ein reiner Propagandabegriff. Islamisten, die Selbstmordanschläge begehen, sind Terroristen – aber Baathisten, die Fassbomben und Giftgas einsetzen, nicht? Al-Nusra und Ahrar al-Scham sind Terroristen – aber Schabiha und Hisbollah nicht?

    Mich stört im Grunde weniger die bezeichnung oppositioneller Gruppen als Islamisten oder Terroristen an sich, denn häufig trifft das zu. Mich stören vielmehr die unkritische Sicht auf das Regime, die doppelten Maßstäbe und der absurde Blickwinkel des Assad-Putin-Fanclubs. Dessen einziger wirklicher Maßstab ist halt: prowestlich=schlecht, antiwestlich=gut. Man kann von Terroristen vs. Staatsterroristen, von Islamisten vs. Faschisten, oder halt von Opposition vs. Regierung schreiben. Wer aber auf der einen Seite die Regierung und auf der anderen die Terroristen sieht (natürlich nur in Syrien; in der Ukraine sind ja die – um im Jargon zu bleiben – Terroristen gegen und die Regierung für den Westen), betreibt russische und syrische Regimepropaganda.

    Und was ich mit absurdem Blickwinkel meine: Der baathistische Staatsterror ist erstens ursächlich für den ganzen Krieg und übertrifft zweitens in Ausmaß und Brutalität den Terror von Al-Nusra und Co. bei weitem. Trotzdem kommt er in gewissen Kreisen kaum vor.

    Wer aber vom Baath-Faschismus nicht sprechen will, soll vom islamistischen Terrorismus schweigen.

  42. Der Text war jetzt wirklich nicht dolle.
    Es geht genau darum, dass der STERN es seinen Lesern so darstellt, dass das Mädel twittert. Und genau das sind FAKENEWS.
    Dabei ist es völlig irrelevant, ob andere das auch machen. Und der STERN bspw. schreibt: „schrieb Bana al-Abed in den Brief, den ihre Mutter auch an die britische BBC weiterleitete.“
    und: „Bana und ihre Mutter Fatemah hatten monatelang regelmäßig auf Twitter über den Kriegsalltag in Aleppo berichtet“ http://www.stern.de/news/syrisches–twitter-maedchen–bana-aus-aleppo-appelliert-an-trump-7298010.html
    Nun kann man das als Propaganda abtun und jeder müsste wissen, dass das alles „ein wenig“ übertrieben ist. Dann sollte man sich aber nicht Nachrichtenmagazin nennen.
    Das Gericht selbst hat nun in der Sache gar nicht entschieden. Vielmehr meine es „blauer-bote“ könne nicht den Vorsatz der Lüge nachweisen. Wobei sich hier die Frage stellt, ob er das überhaupt muß. Denn nirgendwo wird behauptet, dass FakeNews oder Falschmeldungen einen Vorsatz beinhalten.
    Was einen Kritiker nun zum „schrillen Kritiker“ macht, hätte ich dann auch gern gewusst.

  43. Falschmeldungen sind Meldungen, die falsch sind, sei es mit Absicht oder aus Versehen. Fake news sind Nachrichten, die „faked“ sind, was sich mit „gefälscht“ oder „vorgetäuscht“ übersetzen lässt.
    Man kann etwas nicht ohne Vorsatz fälschen oder vortäuschen, schließlich kann man auch nicht ohne Vorsatz lügen.

    Um die Frage vorwegzunehmen, man kann ohne Vorsatz die Unwahrheit sagen, aber das würde man nicht „lügen“ nennen.

    Ergo sind Fake News nach meinem Verständnis vorsätzlich falsche Nachrichten, alle Fake News sind Falschmeldungen, aber nicht alle Falschmeldungen sind Fake News.

  44. Irgendwer hat hier – wohl, um mich in ein schlechtes Licht zu rücken – geschrieben, ich befasse mich mit dem Kennedy-Mord. Was soll daran falsch sein? Und tatsächlich habe ich diesen nur in einem einzigen Artikel kurz thematisiert, siehe: http://blauerbote.com/2017/06/12/wie-jfk-getoetet-wurde/

    Ist diese „Anschuldigung“ alles, was einige hier intellektuell zu bieten haben? Zählen Fakten nicht? Darf man keine Thesen aufstellen? Und warum das alles? Das Überfallen fremder Länder und das Töten seiner Bewohner ist ein Verbrechen, auch wenn es manchen Menschen offenbar egal ist, solange ihre eigenen Lebenslügen intakt bleiben

  45. Lieber Jens, Du kannst aufstellen was Du willst. Die Frage die sich ein Medienjournalist mit entsprechender Reputation stellen muss ist allerdings ob er sich wirklich mit Leuten wie Dir beschäftigen sollte.

    Der weitere Verlauf der Diskussion und besonders auch Dein Blog-Eintrag zeigen für mich überdeutlich, dass man davon lieber die Finger lässt.

  46. at Jens Bernert

    – „Das Überfallen fremder Länder und das Töten seiner Bewohner ist ein Verbrechen“ –

    Es sei denn, es handelt sich um russische Soldaten in der Ost-Ukraine. ;-)

  47. @Niggemeier: Ich finde es schon ein wenig schräg einen solchen Beitrag hinter die Paywall zu packen. Da wundert es mich nicht, dass da einiges falsch rüber kommen kann.
    Ich danke Herrn Bernert auf jeden Fall dafür das er durch den Konflikt mit dem Stern das Thema so populär gemacht hat. Ich hatte von dem angeblichen Twitter Account des Mädchens bis dahin gar nichts mitbekommen und ich halte es für wichtig, dass solche falschen Darstellungen inkl. Diskussion in den Medien wahrgenommen werden und das nicht nur von einer Handvoll Blogger. Das allein ist für mich schon ein echter Plustpunkt.

  48. @earendil, #50

    Und wenn Kritik absehbar für etwas gebraucht wird, was gar nicht im Sinne ihres Autors ist, finde ich entsprechende Stellungnahmen nicht verkehrt.

    Kann sein, dass Medienkritik immer politisch ist. Auch wenn wir uns mal über die Begrifflichkeit Politik streiten könnten. Allein um Quellen würdigen zu können, muss man sich natürlich auch mit politischen Hintergründen beschäftigen.

    Dennoch halte ich es für richtig, dass hier bei Übermedien nicht Stellung bezogen wird, insbesondere bei Themen, die gerne instrumentalisiert werden. Wir wissen doch, wie das dann im Internet läuft: Die Argumente bzw. der Gegenstand werden noch weniger beachtet, sondern der Autor / die Autorin und sein / ihre Position wird in den Fokus gerückt und „debattiert“.

    Wenn ich mich recht entsinne, bitte korrigiert mich, wurde im Blog damals Herrn Niggemeier doch zeitweise auch seine Nähe? zu den Grünen? vorgeworfen, da er nur durch diese Brille Medienkritik betreibt.

    Natürlich muss man auch immer den Autor / die Autorin und den Background betrachten, aber für den medienkritischen Einzelfall hat die persönliche Stellungnahme in den meisten Fällen doch keinerlei Relevanz.

  49. @Jens Bernert
    Der einzige, der Sie seit gestern in ein schlechtes Licht rückt, sind Sie selbst. Und das Licht wird mit jedem Ihrer Kommentare hier schlechter!

  50. (58)

    – „@Niggemeier: Ich finde es schon ein wenig schräg einen solchen Beitrag hinter die Paywall zu packen.“ –

    Daß der Herr Niggemeier für seine Arbeit auch noch bezahlt werden möchte, grenzt ja wirklich schon an Unverschämtheit. Danke, Yossarian.

  51. @Thomas: War klar, dass so eine dämliche Reaktion darauf kommen würde.
    Es geht nicht darum, ob er Geld verdienen will oder nicht. Das gestehe ich ihm -trotz ihrer peinlichen Unterstellung- wirklich zu. Dieses Thema köchelt aber gerade an vielen Stellen (verschiene Blogs, News, etc.) und wird dort überall offen diskutiert. Daher eignet es sich imo überhaupt nicht für die Paywall, es sei denn Herr Niggemeier hat gar kein Interesse an diesem Thema öffentlich teilzunehmen. Dann wäre es aber vielleicht klüger den Artikel komplett hinter der Paywall verschwinden zu lassen und nicht den ersten Teil öffentlich zu lassen.

  52. Der weltbekannte Investigativjournalist Fakeit Tolate hat in einem Keller in Mossul die mumifizierte Leiche des Cousins von Bana Alabed entdeckt.
    Der fünfjährige Nessuno Ascolta soll sein Smartphone noch in der Hand gehalten haben. Dem Journalisten ist es in aufwändigen Recherchen gelungen,
    den Twitter-Account des Jungen zu rekonstruieren. Lesen Sie exklusiv hier, was der Kleine der Welt mitzuteilen hatte.

  53. at Yossarian

    Verzeihen Sie bitte meine dämliche Reaktion. Als Entschuldigungsgrund kann ich nur anführen, daß ich von Marketing im Web nicht annähernd so viel Ahnung habe wie Sie.

    Selbstverständlich wäre es überaus sinnvoll, wenn Stefan Niggemeier Beiträge zu heiß diskutierten Themen für jedermann komplett lesbar macht und nur jene Beiträge hinter eine Paywall packt, die auf ein nicht so großes Interesse stoßen. Die Idee, ein heißes Thema so hinter die Paywall zu packen, daß es von einem Nicht-Abonnenten gar nicht erst wahrgenommen wird, ist ganz schön gewieft. Chapeau.

  54. @Thomas: Ich beende diesen Diskussionszweig von meiner Seite aus jetzt. Sie haben mich offenkundig durchschaut und und ich gebe ihnen Recht. Thema durch ok?

  55. „@Pinelli: Ja danke, Sie auch. Verschwörungs-Bullshit vom feinsten. Haben Sie nicht noch was zu Soros oder den Bilderbergern? Spielen Sie doch noch eine Runde Ballzuwerfen mit den Herren Müller und Ott. Nur erwarten Sie bitte nicht, dass irgendwer mit gebrauchsfähigem Großhirn Sie ernst nimmt.“

    Ich finde es interessant, dass Sie nicht nur meine Anmerkungen zu Bana Alabed und anderen möglichen Propagandaoperationen mit Bezug auf Syrien/Aleppo, sondern auch Überlegungen zu den Aktivitäten von Herrn Soros oder den Diskussionen der Bilderberger zu „Verschwörungs-Bullshit“ erklären und an diesen Beispielen unmissverständlich klarmachen, was man als Diskussionspartner sagen darf, wenn man will, dass Sie einem ein gebrauchsfähiges Großhirn attestieren.

    Aus meiner Sicht stellt sich das so dar: Wer zu den Aktivitäten von Soros und den Bilderbergern keine Fragen hat, ist auf dem Gebiet der Parapolitik, und um diese geht es hier, intellektuell schlicht nicht satisfaktionsfähig.

    Was Sie mit „Verschwörungs-Bullshit“ meinen, habe ich Ihnen ja weiter oben schon erklärt: Verschwörungsideologie, Verschwörungsfantasie, Verschwörungsmythos und natürlich auch Verschwörungstheorie im negativen Sinne des Wortes. In anderen Worten, paranoides Spinnertum.

    Ich hingegen ziehe aus den genannten Hinweisen und Artikeln Schlussfolgerungen auf eine oder mehrere verdeckte politische Propagandaoperationen in Syrien. Das tue ich vor dem Hintergrund meines historischen Vorwissens über dergleichen Operationen. Natürlich kann ich falsch liegen. Ich bin allerdings recht sicher, dass Sie mir das nicht nachweisen können.

    Apropos historisches Vorwissen — lassen Sie mich raten: Sie halten „Operation Northwoods“ für einen Roman von Robert Ludlum, „Iran-Contra“ für eine Skat-Variante und „Gladio“ für eine Zierblume?

  56. @Yossarian: Mich würd’s aber auch interessieren. Warum dürfte gerade dieser Artikel nicht hinter der Paywall sein? Unser Bericht von der Gerichtsverhandlung ist frei, der weiterführende Text, der das zum Anlass für ein paar grundsätzliche Gedanken nimmt, ist eine Woche lang kostenpflichtig.

  57. @Pinelli:
    Ich fasse Ihre „Beweisführung“ mal zusammen:
    1. Weil es tatsächlich schon reale Verschwörungen und Geheimoperationen gab, ist anzunehmen, dass sowas immer und überall am Werke ist.
    2. Weil sich zwei ehemalige britische Offiziere für oppositionelle Rettungsorganisationen in Syrien engagieren, handelt es sich bei diesen um britische Propagandaorganisationen.
    3. Wer das für Spinnerei hält, soll mir beweisen, dass ich falsch liege. Wenn das niemand macht, zeigt das, dass ich recht habe.

    Ihr „historisches Vorwissen“ ist nichts anderes als das noch von jedem parawissenschaftlichen Spinner vorgebrachte Argument, es hätte auch früher schon vom „Mainstream“ belächelte Außenseiter gegeben, die letztlich recht behalten hätten. Dass auf einen solchen die Wissenschaft revolutionierenden Außenseiter hundert zu recht vergessene Spinner kamen, wird dabei geflissentlich unterschlagen – ebenso wie von Ihnen all die Verschwörungstheorien, die sich als falsch herausgestellt haben.

    Was VT-Heinis ausmacht, ist aber nicht nur, dass sie allerorten geheime Mächte und finstere Agenden wittern, sondern vor allem, dass sie diesen eine unmäßig große Bedeutung zumessen. Da könnte ein Blick auf reale Verschwörungen der Vergangenheit, die sich zumeist als bloße Randnotizen der Geschichte darstellen, eigentlich weiterhelfen. Und grade auch der syrische Bürgerkrieg ist ein gutes Beispiel dafür, wie albern und unnötig verschwöhrungstheoretische Erklärungen sind. Denn bei aller Propaganda: Die Gründe des Krieges und die Interessen der beteiligten Parteien liegen ziemlich offen auf der Hand, und über den Kriegsverlauf ist die Weltöffentlichkeit besser und zeitnäher unterrichtet, als das jemals bei einem solch komplexen Konflikt der Fall war. Es gibt einfach nichts Wesentliches, was man da über geheime Machenschaften erklären müsste – es sei denn, man will das unbedingt.

    Wofür sich Soros und seine Stiftungen einsetzen und wie sie das tun, ist ebenfalls kein Geheimnis. Und dass sich politische und wirtschaftliche Eliten zum Gedankenaustausch treffen, ohne dabei gleich an einer geheimen Agenda zur unterjochung des Planeten zu basteln, ist halt nur für VTler undenkbar.

    Die psychischen Hintergründe solcher Denkweisen sind ja nun bekannt, und ich kann mir schon vorstellen, dass es dem eigenen Selbstbewusstsein gut tut, sich zu den Durchblickern zählen zu können, während die dummen Anderen der MSM-Propaganda erliegen. Es bleibt halt trotzdem Bullshit, und irgendwann sollte man eigentlich erwachsen genug sein, um das zu erkennen und sein Selbstbewusstsein aus anderen Dingen zu ziehen.

    Merkwürdig ist aber, dass anscheinend nur westliche Eliten zu anständigen Verschwörungen fähig sind. Das „Zentrum der Inszenierung“ sitzt immer im politischen Westen (meist USA, UK oder Israel). Tatsächliche antiwestliche Verschwörungen (z.B. Hamburger Terrorzelle) werden in solchen Kreisen dagegen gern mal geleugnet, antiwestliche Propaganda (russische und syrische Regimemedien) trotz vielfach nachgewiesener Lügen als glaubwürdige Quelle gehandelt usw. Ob das eine negativ gewendete Form westlichen Überlegenheitsdenkens ist? Ob man Araber, Russen u.a. implizit für zu primitiv oder zu edel (oder beides) hält, um eigenständig, also ohne westliche Unterstützung, schlimme Dinge zu tun?

  58. @Niggemeier: Ich habe es oben in Teilen ja schon ausgeführt. Es war im übrigen nicht meine Absicht daraus eine ellenlange Diskussion zu machen und ich fürchte ich stoße das hiermit wieder an. DEN Stellenwert hat es nämlich für mich nicht.

    Vielleicht versuche ich es mal andersrum: Mich hat die Paywall hier noch nie gestört und das tut sie wahrscheinlich auch weiterhin nicht. Das ist bisher das einzige mal, dass ich das als störend empfunden habe. In erster Linie liegt das daran, weil ich ihren Beitrag als Beigabe zur Diskussion um dieses Thema emfinde. Initiiert wurde das Thema durch den Blauen Boten, ein kleiner nicht kommerzieller Blog, und dadurch ist dort für mich halt auch der Drehpunkt für das Thema.
    Da sie keine unbekannte Person sind, ist naheliegend, dass man sie zu dem Thema wahrnimmt. Es war also fast erwartbar, dass Herr Bernert das ebenfalls tut und rausgekommen ist dabei eine Erwiderung, die sich auf den Anriss ihres Artikels bezieht. Da ich ebenfalls vor der Paywall hänge, kann ich den weiteren Inhalt des Artikels nicht beurteilen, aber wenn ich einen Kommentar beim Blauen Bote ernst nehme, der unter dem Nick „Illen“ gepostet wurde, dann wäre uns diese Keilerei vielleicht erspaart geblieben.
    Und ja, ich habe mitbekommen, dass sie ihm angeboten haben, den kompletten Text zukommen zu lassen und das finde ich auch gut so. Ich will dabei im übrigen auch Herrn Bernerts Verhalten nicht schön reden. Er hätte ja tatsächlich, wenn er sie anhand dieses Artikels kritisiert, einfach mal fragen können, ob sie ihm den gesamten Beitrag zukommen lassen. Aber so ist das Netz halt… geschossen wird immer schnell.

    Wenn ich das jetzt übrigens mal weiterspinne, dann könnte das nun theoretisch dazu führen, dass Herr Bernert in Folge dessen nun widerum etwas zu Inhalten aus dem nicht zugänglichen Teil des Artikels schreibt und spätestens dann stehe ich als Leser ziemlich bescheuert da, denn mir fehlt schlichtweg die Originalquelle, auf die sich Herr Bennert dann bezieht.

    Generell: Verstehe ich ihren letzten Absatz so, dass die Paywall (immer nur?) für eine Woche gilt? Dann wäre das ja immerhin zeitlich entschärft.

  59. @Yossarian: Ja, nach 7 Tagen sind alle Artikel frei. Aber – und ich will da jetzt nicht übermäßig naseweis klingen – wenn Sie sich wirklich ärgern, dass so viele Leute über etwas diskutieren, was Sie nicht lesen können, wären so 3,99 doch vielleicht eine gute Investition? (Zudem gibt es seit kurzem die Möglichkeit, ein Abo 30 Tage lang kostenlos zu testen.)

  60. at Pinelli

    – „Wer zu den Aktivitäten von Soros und den Bilderbergern keine Fragen hat, ist auf dem Gebiet der Parapolitik, und um diese geht es hier, intellektuell schlicht nicht satisfaktionsfähig.“ –

    Damit haben Sie es korrekt auf den Punkt gebracht. Aber viele Unwissende brauchen leider länger, um die Zusammenhänge zu durchschauen. Ich z.B. habe auch lange die Scheibengestalt der Erde bestritten, bis ich endlich einen glaubhaften Bericht las (von Andreas von Rétyi? leider Autor vergessen), wie die amerikanische Korvette „USS Elvis“ (ein Tarnname zur parapolitisch beabsichtigten Täuschung der Weltbevölkerung) bei der Analyse driftender Chemtrails beinahe über den Welten-Rand hinausgefahren und abgestürzt wäre. Ursache war wohl ein Navigationsfehler, schließlich aber wurde das Schiff – auf Anordnung des Reptiloiden George Soros – mit Hilfe eines Ufos wieder auf alten Kurs gebracht.

    Natürlich kein Wort darüber in den Mainstream-Medien.

  61. #71 Thomas:

    Was immer Sie von Verschwörungstheorien sonst halten mögen, es ist ausgesprochen dumm, Flat-Earth oder Reptiloiden auf eine Stufe zu stellen mit Theorien darüber, welchen Einfluss Leute wie Soros wo ausüben könnten.

    Nichts davon müssen Sie glauben, aber den strukturellen Unterschied sollten Sie erkennen.

  62. @ LUC #72
    Er nimmt halt gern die Thesen, bei denen er sich nicht anstrengen muss, um sie zu widerlegen. Das ist menschlich.
    Und dieser Pinelli macht es ihm auch noch leicht mit dieser ständigen Anfütterei mit Behauptungen, die nicht einmal ansatzweise beweisbar (und off-topic und anrüchig) sind. Da hat sich ein neues Traumpaar gefunden.

  63. at Luc

    Natürlich können Fachleute wie Andreas von Rétyi auch falsch liegen. Ich bin allerdings recht sicher, daß Sie das nicht nachweisen können. Nicht wahr, Pinelli?

    at Andreas Müller

    Bislang hatte ich mich eher mit Ihren Thesen beschäftigt – aber nehmen Sie es mir bitte nicht übel, das war nur menschlich.

  64. @ Thomas
    „Bislang hatte ich mich eher mit Ihren Thesen beschäftigt“
    Aber erfolglos. Deshalb verstehe ich ja sehr gut, wenn Sie mal auf leichtere, also nicht so vorsichtige und flexible Beute gehen.

  65. #74 Thomas:

    Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob Sie meinen Punkt verstanden haben. Retyi hat damit jedenfalls nichts zu tun.

  66. Ich hatte geschrieben:

    „Wer zu den Aktivitäten von Soros und den Bilderbergern keine Fragen hat, ist auf dem Gebiet der Parapolitik, und um diese geht es hier, intellektuell schlicht nicht satisfaktionsfähig.“

    Thomas antwortete:

    „Damit haben Sie es korrekt auf den Punkt gebracht. Aber viele Unwissende brauchen leider länger, um die Zusammenhänge zu durchschauen. Ich z.B. habe auch lange die Scheibengestalt der Erde bestritten, bis ich endlich einen glaubhaften Bericht las (von Andreas von Rétyi? leider Autor vergessen), wie die amerikanische Korvette „USS Elvis“ (ein Tarnname zur parapolitisch beabsichtigten Täuschung der Weltbevölkerung) bei der Analyse driftender Chemtrails beinahe über den Welten-Rand hinausgefahren und abgestürzt wäre. Ursache war wohl ein Navigationsfehler, schließlich aber wurde das Schiff – auf Anordnung des Reptiloiden George Soros – mit Hilfe eines Ufos wieder auf alten Kurs gebracht.

    Natürlich kein Wort darüber in den Mainstream-Medien.“

    QED.

  67. @Andreas Müller

    „Und dieser Pinelli macht es ihm auch noch leicht mit dieser ständigen Anfütterei mit Behauptungen, die nicht einmal ansatzweise beweisbar (und off-topic und anrüchig) sind.“

    Moment mal! Wir sind zwischendurch ein wenig über Allen Dulles ins Plaudern gekommen und meine Behauptung oben, dass es sich bei den White Helmets und ihrer Schwesterorganisation um eine von GB aus inszenierte Propagandaoperation handele, war zugegebenermaßen zu apodiktisch formuliert. Mit den Bilderbergern habe nicht ich angefangen.

    Interessieren würde mich: Was genau finden Sie „anrüchig“?

  68. @Luc / #72: Ich bin mir sicher, dass auch Thomas diese Unterschiede nicht ernsthaft bestreiten würde. Ein Blick auf die strukturellen Gemeinsamkeiten ist gleichwohl lohnenswert.

    @Andreas Müller
    Die qualitativen Unterschiede zwischen Ihnen und Pinelli kann ich nicht erkennen. Weder gehört letzterer zu den schillerndsten Irrlichtern der VT-Szene, noch liefern Sie etwas anderes als die bekannte Mischung aus Gemeinplätzen und der „ständigen Anfütterei mit Behauptungen, die nicht einmal ansatzweise beweisbar (und off-topic und anrüchig) sind“. Besonders an Ihnen ist allenfalls Ihre Wichtigtuerei und Penetranz sowie ihr Geschick, sich durch gelegentliche Abgrenzungen als gemäßigte Stimme zu inszenieren.

    Nehmen wir mal Ihren Fimmel mit dem TIME Magazine. (Ziemlich off-topic hier, aber das stört Sie ja wenn dann nur bei anderen.) Zitat: Außerdem ist es weiterhin nicht falsch, dass TIME seit Jahrzehnten mit seinen „Wichtigste Personen“-Listen aktiv Politik macht. Ich muss ja wohl nicht mehr erwähnen, dass Adolf Hitler 1938 von TIME zum „Man of the Year“ ernannt worden ist, oder etwa doch?

    Muss ich erwähnen, dass auch ein gewisser selbsternannter Kalif es in der Liste sehr weit nach vorn geschafft hat? Wenn das kein Beweis ist, dass TIME Daesh unterstützt! (Im Moment das Schreibens fürchte ich schon, in die Falle von Poe’s Law zu tappen…) Oder könnte es sein, dass die Person des Jahres einfach die einflussreichste Person sein soll, nicht die beste? Selbst wenn TIME mal einen faschismusfreundlichen Gründungsverleger hatte? (Dass sich die politische Ausrichtung einer Zeitung im Laufe von Jahrzehnten auch mal ändern kann, ist Ihnen bekannt, ja?)

    TIME macht also Politik. Näher an der Wahrheit wäre „sie beeinflusst Politik“, aber das wäre ja banal (trifft auf alle reichweitenstarken Zeitungen zu) und mit verschwörungstheoretischem Denken inkompatibel. Da geht es nicht einfach um Interessen und Einflüsse, da müssen es immer geheime und übermächtige Strippenzieher sein.

    Und dann ist da noch diese andere nervtötende Eigenschaft, die sich durch jedes VT-Denken zieht:

    „Affären hin oder her, was Dumas sagt, kann richtig oder falsch sein. Und deshalb habe ich ja auch dazugeschrieben, dass ich dieses Puzzlestück nur halb ernst genommen habe.
    […]
    Vorsicht und Flexibilität sind wichtig, um nicht in so eine Falle hineinzulaufen wie diese gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Stern und dem Blauen Boten. Wer flexibel ist, wird sich hüten, andere apodiktisch und unflexibel als „Fake-News-Produzenten“ zu bezeichnen. Stilfragen werden so auch zu Inhalten.“

    Das bringt auf den Punkt, warum es leichter und sinnvoller ist, einen Pudding an die Wand zu nageln, als mit Leuten wie Ihnen zu diskutieren. Immer nur andeuten, hinwerfen, raunen. „Kann wahr oder falsch sein“, egal, irgendwas wird schon hängenbleiben. Es geht ja gar nicht darum, Andere von irgendwas zu überzeugen – außer davon, dass es gar keine Kriterien mehr gäbe zu beurteilen, was wahr oder falsch ist, so dass jeder Quatsch und jede Lüge gleichberechtigt neben (annähernd oder wahrscheinlich) wahren Aussagen stehen kann.

    Und wenn doch mal jemand zeigt, dass eine Behauptung falsch ist, schnell die nächste Andeutung in den Raum werfen. Whataboutism können Sie wirklich, das muss man Ihnen lassen.

    Oder wie Sie es so schön ausdrücken: „Vorsicht und Flexibilität“.

  69. @ Pinelli
    „Was genau finden Sie ‚anrüchig‘?“
    Na ja, dieses Bilderberg- und Soros-Spezialzeug. Ich verstehe nicht genau, was genau die Pläne dieser Leute sein sollen und was daraus folgen soll.
    Was wäre verloren, wenn man das einfach weglassen würde? Ich finde, es wäre viel gewonnen, wenn man sich auf die engeren Fakten im Fall Bana Alabed und das unstrittige geopolitische Umfeld konzentrieren würde.
    Im Fall Syrien ist unstrittig viel Geopolitik von mehreren Seiten im Spiel. Das erklärt u.a., warum das gewaltsame Ende des „arabischen Frühlings“ dort in einen großen Bürger- und Stellvertreterkrieg gemündet ist, während es in Ägypten nur zu einer ganz „normalen“, wenn auch sehr blutigen Unterdrückung der Islamisten geführt hat. Es erklärt auch, warum der Bluthund Assad in Syrien für Pro-Medien unbedingt weg muss und es in Syrien überraschenderweise plötzlich auch gute Islamisten gibt (und für Anti-Medien muss Assad natürlich unbedingt bleiben). In Ägypten ist al-Sisi dagegen nur ein ganz normaler und tolerierbarer Bluthund (der von beiden Seiten umworben wird), und Islamisten sind natürlich alle nur böse.
    Ist doch eigentlich ganz einfach, oder? Dieser Kontext ist doch ausreichend als Hintergrund für die Bewertung der Fakten im Fall Bana Alabed. Man muss dazu nur noch an die Erfahrungstatsache erinnern, dass natürlich Pro-Medien (wie TIME) ihr Ohr nahe an den Pro-Regierungen haben und Anti-Medien das Ihre an den Anti-Regierungen. Das aber nur deshalb, weil es immer wieder Pro-Verwirrte gibt, die glauben wollen, dass sich solches ändern kann und ein Pro-Medium wie TIME urplötzlich neutral über Anti-Regierungen und ihre Interessen und Pläne berichtet. Und natürlich gibt es auch die Anti-Verwirrten, aber die sitzen mir (noch) nicht so mächtig auf der Pelle. Das kann sich aber ändern, so dass ich sie lieber auch nicht unbedingt füttern will. Jedenfalls nicht mehr als unbedingt nötig, um die Pro-Verwirrten in Schach zu halten.

  70. @Niggemeier: Nur weil ich es kritisiere, bedeutet es nicht, dass ich mich darüber ärgere.
    Und zum Thema 4 EUR: Ich kann mein Geld nur einmal ausgeben und es gibt bereits eine Vielzahl von Projekten/Blogs, bei denen ich Abo Beiträge zahle oder regelmäßig spende und trotzdem bleiben noch viele Blogs offen, die ich ebenfalls gerne supporten würde.
    Insgesamt ist die Situation in meinen Augen momentan nicht schön. Der Medienkonsum sieht zumindest bei mir mittlerweile so aus, dass ich mir meine Inhalte aus Dutzenden von verschiedenen Quellen zusammensuche und mich dabei eigentlich auch gerne finanziell beteiligen würde. Wenn daraus aber kein gigantisches Micromanagement beim Banking werden soll, dann ist das nicht wirklich gut lösbar. Meine Lösung sieht daher einfach so aus, dass ich den Projekten, denen ich etwas zukommen lasse, dann auch etwas mehr Geld gebe. Flattr war mal eine interessante Idee das Problem anzugehen, aber das ist wohl aus vielen verschiedenen Gründen gescheitert.

  71. @earendil

    „1. Weil es tatsächlich schon reale Verschwörungen und Geheimoperationen gab, ist anzunehmen, dass sowas immer und überall am Werke ist.“

    Das habe ich nicht geschrieben. Es wäre ja auch offensichtlicher Unfug.

    „2. Weil sich zwei ehemalige britische Offiziere für oppositionelle Rettungsorganisationen in Syrien engagieren, handelt es sich bei diesen um britische Propagandaorganisationen.“

    Da bin ich in der Tat ein wenig mit der Tür ins Haus gefallen.

    Meine These steht und fällt mit der Antwort auf die Frage, ob man die White Helmets für eine Hilfsorganisation oder eine Propagandaoperation hält. Ich bin davon überzeugt, dass es sich um eine Propagandaoperation handelt und finde es erstaunlich, dass die westlichen Medien die Gräuelpropaganda (mindestens zum guten Teil gestellte Szenen auf Film und Fotografie mit Kindern und — „Wag the Dog“-Fans aufgemerkt! — Katzen) kritiklos durchwinken und ihr damit Legitimation verleihen. Daraus erst resultiert der Blick auf Ursprünge und Affiliationen der WH.

    Zur Einführung mag dienen:

    https://www.hintergrund.de/globales/kriege/weisse-helme-ohne-weisse-westen/

    http://www.alternet.org/world/inside-shadowy-pr-firm-thats-driving-western-opinion-towards-regime-change-syria

    (Max Blumenthal ist ausgewiesener Assad-Gegner.)

    Genau wie ihre weniger bekannte Schwesterorganisation, die Medics Under Fire, die mit beiden assoziierte Syria Campaign und die Personen hinter Bana Alabeds Twitter-Account haben die WH nur ein Ziel: Einrichtung einer Flugverbotszone und anschließender Regimewechsel, also eine militärische Intervention des Westens. Zu diesem Zweck betreiben Sie einseitige Gräuelpropaganda, egal wie viele ihrer Videos und Fotos echt sind. Sie werden nicht eine einzige Stellungnahme der WH zum furchtbaren Beschuss der Zivilbevölkerung West-Aleppos durch die Opposition finden.

    Die beiden britischen Offiziere, der eine davon im Söldnermilieu tätig, hatten vermutlich gleichzeitig ein, äh, Damaskuserlebnis, das dazu führte, dass sie sich vom Söldner- bzw. Pensionärsdasein ab- und in führender Position „neutralen“ Hilfsorganisationen zuwandten, die tagaus, tagein die Einrichtung einer Flugverbotszone fordern, also, überspitzt gesagt, eine Luftwaffe für Al-Qaeda.

    Hamish de Bretton-Gordon tritt obendrein als neutraler Experte für Chemiewaffen auf:

    https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/apr/05/inaction-syria-chemical-weapons-attack-terrible-price

    Und was für ein Foto finden wir über dem Artikel? Natürlich einen Weißhelm mit einem Kind im Arm.

    Schön, dass beide Organisationen den gleichen Webdesigner nutzen und von der Syria Campaign Geld erhalten konnten, der die UN zu sehr auf Kooperation mit Assad setzt:

    https://www.whitehelmets.org/en
    https://medicsunderfire.org/en

    https://thesyriacampaign.org/
    http://takingsides.thesyriacampaign.org/

    Das ist alles derselbe Klüngel. Ich halte das für Hinweise auf eine verdeckte Operation staatlicher Stellen, vor allem in GB. Wofür halten Sie es? Zufall?

    Syrien hat übrigens bereits eine international anerkannte Rettungsorganisation, die nicht nur in Gebieten arbeitet, in denen Al-Nusra und Konsorten herrschen. Im Gegensatz zu den White Helmets hat die wirkliche Syrian Civil Defense Organisation auch eine Notrufnummer…

    „3. Wer das für Spinnerei hält, soll mir beweisen, dass ich falsch liege. Wenn das niemand macht, zeigt das, dass ich recht habe.“

    Bloß weil ich etwas vermute und das auch begründe, wenn auch zugegebenermaßen unzureichend, muss sich natürlich niemand mit meinen Argumenten befassen oder freundlich nachfragen. Das Wort „Verschwörungstheorie“ und grundlose Beleidigungen wie „Spinner“ und „VT-Heini“ reichen da allemal.

    „Die Gründe des Krieges und die Interessen der beteiligten Parteien liegen ziemlich offen auf der Hand, und über den Kriegsverlauf ist die Weltöffentlichkeit besser und zeitnäher unterrichtet, als das jemals bei einem solch komplexen Konflikt der Fall war.“

    Steile These, Hut ab!

    Zwei erfahrene Journalisten sehen das allerdings völlig anders:

    „All wars always produce phony atrocity stories – along with real atrocities. But in the Syrian case fabricated news and one-sided reporting have taken over the news agenda to a degree probably not seen since the First World War. “

    https://www.lrb.co.uk/v39/n03/patrick-cockburn/who-supplies-the-news

    „Coverage of the Syrian war will be remembered as one of the most shameful episodes in the history of the American press. Reporting about carnage in the ancient city of Aleppo is the latest reason why.“

    https://www.bostonglobe.com/opinion/2016/02/18/the-media-are-misleading-public-syria/8YB75otYirPzUCnlwaVtcK/story.html

    (Das gilt ebenso für die deutsche Presse.)

    Es ist Ihnen natürlich unbenommen, auch Patrick Cockburn und Stephen Kinzer für Spinner zu halten.

    Um meine These noch einmal zu formulieren: Die Berichterstattung über Aleppo bestand zu einem großen Teil aus Gräuelpropaganda der Rebellen, die von unseren Medien unkritisch an die Leser weitergereicht wurde. Wie groß jeweils der Anteil tatsächlicher Gräuel und gefälschter Nachrichten ist, kann ich nicht beurteilen. Eine eigene Berichterstattung aus dem Ostteil war natürlich unmöglich, weil sich Journalisten mit gutem Grund nicht in die von den „moderaten Rebellen“ besetzten Gebiete trauten (schon an dieser Stelle könnte man übrigens stutzig werden, wenn man denn eigenständig denken… aber lassen wir das) und all unsere Informationen
    von Leuten aus dem Umfeld der Aufständischen stammten.

    Der zweite Teil meiner These ist der umstrittene und womöglich gar anrüchige. Es handelt sich in der Tat um eine Verschwörungshypothese nach Pfahl-Traughber bzw. eine Verschwörungstheorie im neutralen Sinne des Wortes. Meine Vermutung ist die, dass nicht nur die Rebellenorganisationen Propaganda betreiben, sondern dass es sich dabei zumindest zum Teil um eine von westlichen Geheimdiensten im Dienste ihrer Regierungen und mit Unterstützung der Medien betriebene
    psychologische Operation gegen die eigene Bevölkerung handelt, die nur ein Ziel hat: In der westlichen Bevölkerung Rückhalt für eine militärische
    Intervention in Form einer Flugverbotszone zu schaffen.

    Hier ist ein Einschub angebracht:

    Das mit der Flugverbotszone ist hat ja in Libyen sehr gut geklappt. Das britische Unterhaus meint dazu:

    „In March 2011, the United Kingdom and France, with the support of the United States, led the international community to support an intervention in Libya to protect civilians from attacks by forces loyal to Muammar Gaddafi. This policy was not informed by accurate intelligence. In particular, the Government failed to identify that the threat to civilians was overstated and that the rebels included a significant Islamist element. By the summer of 2011, the limited intervention to protect civilians had drifted into an opportunist policy of regime change. That policy was not underpinned by a strategy to support and shape post-Gaddafi Libya. The result was political and economic collapse, inter-militia and inter-tribal warfare, humanitarian and migrant crises, widespread human rights violations, the spread of Gaddafi regime weapons across the region and the growth of ISIL in North Africa.“

    https://publications.parliament.uk/pa/cm201617/cmselect/cmfaff/119/11903.htm

    „[T]he Government failed to identify the threat to civilians was overstated and that the rebels included a significant Islamist element.“

    Das Unterhaus ist schon erstaunlich undiplomatisch, aber das kann man auch schärfer formulieren: Der Westen wurde über Ghaddafis genozidale Neigungen angelogen und hat Islamisten den Weg freigebombt. Dank Guido Westerwelle ohne deutsche Beteiligung.

    Über den Irak müssen wir sicher nicht sprechen.

    Aber in Syrien ist natürlich alles anders…

    „Es gibt einfach nichts Wesentliches, was man da über geheime Machenschaften erklären müsste – es sei denn, man will das unbedingt.“

    Verschiedene Gruppierungen arbeiten mit enormer finanzieller Unterstützung des Westens daran, eine militärische Intervention herbeizuführen. Nicht nur meiner Ansicht nach handelt es sich dabei zumindest zum Teil um eine verdeckte Operation westlicher Stellen die die Produktion von Gräuelpropaganda einschließt. Es wichtig, sich investigativ mit den vermuteten Machenschaften auseinanderzusetzen — und sei es, um die Anschuldigungen zu widerlegen — da sie ansonsten ungehindert weiterlaufen (der nächste militärisch völlig sinnlose Giftgasangriff Assads erfolgt in 3,2,1…, und wieder werden die White Helmets die Proben im türkischen Labor abliefern) und eine ungeheure Gefahr heraufbeschwören. Eine solche Intervention, also etwa Clintons Flugverbotszone, hätte nämlich eine direkte Konfrontation zwischen den USA und Russland zur Folge. Sagt zumindest der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff.

    Und wenn Sie das nicht für wesentlich halten, kann ich Ihnen auch nicht helfen.

  72. @ Mycroft

    Die von Ihnen angeführte Definition des Begriffs „Fake News“ hat zweifelsohne gewisse Vorzüge.
    Haben Sie denn den Eindruck, dass der Begriff mehrheitlich in diesem Sinn verwendet wird? Das halte ich insbesondere deshalb für wichtig, da der Begriff im Deutschen recht neu ist und sich möglicherweise noch keine einheitliche Bedeutung durchgesetzt hat. Mein Eindruck ist, dass „Fake News“ als Sammelbegriff für alles von Falschmeldung bis hin zu Propaganda Verwendung findet.

    Zudem scheint der Begriff als Kampfbegriff für Nachrichten, die nicht ins eigene Weltbild passen zu fungieren. (Ob diese Nachrichten dafür zwangsläufig in irgendeiner Weise gefakt sein müssen, lasse ich mal dahingestellt.)

    Kurzum ich kann Ihrer Definition etwas abgewinnen, habe aber Zweifel, ob das allgemein genauso gesehen wird.

  73. @ Pinelli #82
    Das ist ja eine schöne Dokumentation, die Sie da abgeliefert haben. Und das mit Links auf Quellen, die niemand einfach als Proxies des Bösen abtun kann. Respekt. Respekt auch dafür, dass das durch die Moderation gegangen ist.
    Man könnte noch hinzufügen, dass es auch das britische Parlament war, das in einer dramatischen Phase Cameron in den Arm gefallen ist und eine bereits anlaufende Intervention auch der USA gestoppt hat. Ist es nicht merkwürdig, wie wenig dieser einmalige („unprecedented“) Aufstand eines Parlaments seither aufgearbeitet worden ist? Ihre Zitate zeigen, dass das Parlament genau wusste, warum es die Schnauze voll hatte. „Totschweigen und verschärft weitermachen!“ scheint die Devise zu lauten.

  74. at Pinelli

    – „der nächste militärisch völlig sinnlose Giftgasangriff Assads erfolgt in 3,2,1…, und wieder werden die White Helmets die Proben im türkischen Labor abliefern“ –

    Sofern ich richtig informiert bin, haben die Experten des OPCW nach dem jüngsten Vorfall auch Proben untersucht, die sie von der syrischen Regierung erhielten. Entgegen vorheriger Verlaubarungen der syrischen und der russischen Regierung konnte man auch darin Sarin-Spuren nachweisen.

    Ansonsten eine hübsche Ausarbeitung, die Sie da vorgelegt haben, damit wir hier die Hintergründe des Kriegs in Syrien besser verstehen können. Interessant, daß Propaganda und Kriegsverbrechen offenbar nur von einer Seite praktiziert werden. Vermutlich haben Sie aber nur noch keine Zeit gefunden, sich den Regierungen Syriens und Rußlands zuzuwenden. Das kommt bestimmt noch, nehme ich an. Vielleicht übernimmt es auch der Nahost-Experte Müller?

  75. @Thomas

    „Sofern ich richtig informiert bin, haben die Experten des OPCW nach dem jüngsten Vorfall auch Proben untersucht, die sie von der syrischen Regierung erhielten. Entgegen vorheriger Verlaubarungen der syrischen und der russischen Regierung konnte man auch darin Sarin-Spuren nachweisen.“

    Mit Bezug auf „sarin or a sarin-like substance“ ist das richtig. Meines Wissens widerspricht es keinen vorherigen Verlautbarungen der syrischen oder russischen Regierung. Aber ihr Argument ist natürlich stichhaltig: Es waren nicht nur die parteiischen White Helmets, die Proben aus Khan Sheikoun beigebracht haben, sondern auch die syrische Regierung. Das Vorhandensein von Sarin oder einer ähnlichen Chemiewaffe dürfte damit unbestreitbar sein.

    Der Bericht ist hier zu finden:

    https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/Fact_Finding_Mission/s-1510-2017_e_.pdf

    „Interessant, daß Propaganda und Kriegsverbrechen offenbar nur von einer Seite praktiziert werden. Vermutlich haben Sie aber nur noch keine Zeit gefunden, sich den Regierungen Syriens und Rußlands zuzuwenden. “

    Erstens kehre ich am liebsten zunächst vor der eigenen Haustüre, zweitens verfüge ich nicht über die Sprachkenntnisse, syrische oder russische Propaganda analysieren zu können. Ich gehe davon aus, dass insbesondere das syrische Militär Kriegsverbrechen begangen hat, und bin sicher, dass Syrien und Russland ebenfalls Kriegspropaganda betreiben.

    Es geht hier nicht um gut und böse, sondern um böse und böse.

  76. @Telemachos. #83:
    Die Übersetzung „Nachrichten, die einem nicht passen“, scheint mir tatsächlich eine gute Definition zu sein, wobei ich natürlich nicht ausgehe, dass die so gemeint ist. ;-)

    Mir ist ehrlich gesagt kein Fall erinnerlich, wo aus dem Zusammenhang klar ist, dass jemand eine Ente, eine missverständliche Formulierung oder sonst ein Versehen in der Berichterstattung als „Fake News“ bezeichnet; die heftige Reaktion, die i. Allg. mit Fake-News-Vorwürfen einhergeht, erscheint mir nur angemessen, wenn dahinter Absicht steckt (seitens der Journalisten oder der politischen Weltverschwörung, die Zeugen fälscht und Beweise besticht).

    Und persönlich würde ich absichtlich falsche und versehentlich falsche Nachrichten unterschiedlich benennen.

  77. @Andreas Müller:

    „Man könnte noch hinzufügen, dass es auch das britische Parlament war, das in einer dramatischen Phase Cameron in den Arm gefallen ist und eine bereits anlaufende Intervention auch der USA gestoppt hat. Ist es nicht merkwürdig, wie wenig dieser einmalige („unprecedented“) Aufstand eines Parlaments seither aufgearbeitet worden ist? “

    Die Abstimmung des britischen Parlaments fand am 29. August 2013 statt. Am Morgen dieses Tages zeigte die BBC einen Nachrichtenbeitrag mit dem Titel „Syria crisis: Incendiary bomb victims ‘like the walking dead’“, in dem behauptet wurde, ein syrisches Kampfflugzeug hätte eine Brandbombe mit einer napalmähnlichen Substanz auf einen Schulspielplatz in der Nähe von Aleppo abgeworfen. Die BBC behauptete, ihr „Panorama“-Filmteam hätte Aufnahmen von der Ankunft der Opfer im Atareb-Krankenhaus gemacht. Dieser Bericht bildete später die Grundlage für die Dokumentation „Saving Syria’s Children“.

    Robert Stuart, dessen Worte ich hier paraphrasiert habe, hat in genauen Einzelanalysen auf seinem Blog in meinen Augen nachgewiesen, dass zumindest der Teil der Dokumentation, der die vermeintlichen Brandopfer zeigt, gefälscht ist.

    https://bbcpanoramasavingsyriaschildren.wordpress.com/

    Stuart hat außerdem Schauspieler ausfindig gemacht und hochinteressante Informationen über die vor Ort arbeitenden, britischen Ärztinnen zusammengetragen.

    Die folgenden Aussagen werden auf der unten genannten Website „Off Guardian“ getätigt und belegt:

    „Dr Saleyah Ahsan, one of the two British medical personnel to appear in the Panorama documentary, and filmed attending to the alleged victims, is a former British Army captain, trained at the elite Sandhurst military academy, who served in Bosnia and went out to Libya to “support the revolution”, before staying on to give medical service to the “fighters” (presumably the NATO-backed “rebels”).

    Interestingly, her ex-CO now runs medical simulation training exercises, as Saleyah herself revealed in passing when she was sent to cover the exercises by BBC Newsnight.“

    Wir haben es erneut mit einer Offizierin der britischen Armee zu tun, die ihr Herz für die Medizin und die Menschenrechte entdeckt hat:

    https://oneworldaction.wordpress.com/100-unseen-powerful-women/arts-and-media/saleyha-ahsan/

    Eine Übersicht und ein Link zu einer Zusammenfassung Robert Stuarts im pdf-Format findet sich hier:

    https://off-guardian.org/2017/06/14/even-more-evidence-of-fakery-in-bbc-saving-syrias-children-doc/

    Vgl. auch:

    http://www.jonathan-cook.net/blog/2017-03-08/is-the-bbc-still-lying-over-syria-footage/

    Die inkriminierte Dokumentation ist hier zu finden:

    https://vimeo.com/140567469

    Trauen Sie Ihren eigenen Augen!

    Mittlerweile hat der bekannte britische TV-Produzent Victor Lewis-Smith die BBC aufgefordert, das Rohmaterial aus dem Schneideraum zu veröffentlichen, um die Authentizität der Aufnahmen zu belegen. Die BBC hat sich diesem Ansinnen verweigert. Lewis-Smith plant nun, mit Stuart zusammen eine Dokumentation über den Fall zu drehen.

    https://twitter.com/tvoffal/status/834704615757185024?lang=de

    Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Vorwürfe zutreffen. Das würde bedeuten, dass die BBC nicht nur an der unkritischen Weitergabe, sondern auch an der Produktion von Gräuelpropaganda beteiligt war.

    Nebenbei bemerkt: Die BBC-Dokumentation oder zumindest der inkriminierte Ausschnitt wurde von Ian Pannell produziert, der in Sachen Giftgasangriffe immer wieder Hamish de Bretton-Gordon interviewt hat. Nicht einmal wurde erwähnt, dass der ehemalige Offizier eine leitende Funktion in einer Organisation, den „Medics Under Fire“ einnimmt, die sich den Regimewechsel in Syrien auf die Fahnen geschrieben hat…

  78. @ Pinelli #86
    Beide Argumente kann ich nur unterstützen.
    „Es geht hier nicht um gut und böse, sondern um böse und böse.“
    Wobei man auch die absoluten Machtverhältnisse betrachten muss:
    „Russland ist eine Obsession… Russland ist ein Riesenland mit einer zu kleinen Bevölkerung, kaum größer als die Japans…Es will lediglich nicht zulassen, dass man ihm auf die Füße tritt. Man kann nicht vernünftig behaupten, dass Russland eine Bedrohung für die Welt ist, wenn man sich seine Bevölkerung anschaut.“
    Quelle dazu.
    Russland (und China) haben beispielsweise konstruktiv die Libyen-Resolution mit ihren begrenzten Zielen durchgelassen. Die Resolution wurde für nicht gedeckte Operationen genutzt, und ein Chaos und Elend sondergleichen war das objektive Ergebnis.
    Man muss also auch diese Seite sehen: Wie stehen jetzt die russischen und chinesischen Politiker, die die Resolution unterstützt haben, mit sowas da? Können Sie sich Kooperation nochmals leisten? Wären sie amerikanische, englische, französische oder deutsche Politiker hätten sie nach einer solchen Entscheidung jedenfalls einen schweren Stand, würden als Pudel des Bösen dastehen und wären gezwungen, beim nächsten Mal härter aufzutreten, um diesen Eindruck zu zerstreuen.
    Man muss kein Prophet sein um zu sehen, dass die Bilanz der „humanistischen“ Interventionspolitik über 20-25 Jahre hinweg nicht so eindeutig positiv war, dass die ganze Welt zu der Meinung verpflichtet werden könnte, dass mehr davon dringend angeraten wäre (Euphemismus Ende).

  79. Der Artikel ist langatmig, nebulös und ziellos. Ich dachte mir beim Lesen, der Autor kommt nicht zum Punkt. Er würde keinen Schluss ziehen. Er würden den Blogger alleine bei der Feststellung lassen, dass Stern (offenbar) einen Fake produziert hat. Übermedien will sich nicht festlegen, denn das wäre wohl zuweit hinausgewagt: „Man muss gar nicht unterstellen, dass hier eine groß angelegte Inszenierung zu Propaganda-Zwecken am Werk war.“ Warum eigentlich? Klarerweise, weil man Angst hat, selber verklagt zu werden, wenn man zum einzig richtigen Schluss kommt, dass das Ganze (mit hoher Wahrscheinlichkeit) inszeniert gewesen war, ist und Stern Fake News (offensichtlich) verbreitet hat.

    „Die Geschichte, wie Bana instrumentalisiert wurde und wie sich die Medien instrumentalisieren ließe, wäre ein guter Anlass für Selbstkritik. Bei Stern.de entschieden sie sich stattdessen, einen schrillen Kritiker zu verklagen.“

    Zu einer kleiner Kritik an die Medien und einer kleinen Kritik an Stern, die einen schrillen Kritiker verklagen, reicht es aber offenbar. Nett.

  80. @Pedros: Sie werfen mir vor, mich nicht festzulegen, verzichten aber selbst nicht darauf, jede Aussage mit „(offenbar)“, „(mit hoher Wahrscheinlichkeit“) und „(offensichtlich)“ zu relativieren. Aus Angst, wie Sie mir unterstellen? Oder weil für die klaren, lauten Behauptungen, nach denen Sie sich sehnen, einfach der Beweis fehlt?

  81. Locker bleiben. Das ist meine persönliche Meinung. Natürlich schreibe ich offenbar, denn offenbar wird man bei euch in Deutschland schon verklagt, wenn man seine persönliche Meinung als Blogger kundtut, wenn nämlich eine Zeitschrift mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit fake verbreitet. Was für ein Beweis fehlt denn? Wenn ein 7-jähriges Mädchen offenbar perfekt Englisch kann, gleichzeitig nach Vorgabe auswendig gebrochenes Englisch spricht, politisch perfekt Bescheid weiß, die Verbindung inmitten einer zerstörten Stadt immer perfekt war, der Vater äußerst enge Verbindungen zu radikal-islamistischen Terrorgruppen hat, dann ist das für mich offensichtlich ein fake. Muss man Hausverstand heutzutage schon kaufen? Offenbar. Dem Gericht ging es zudem nämlich auch nicht um den fake an sich. Auch das wurde wenig bis nicht kritisiert. Ich schreibe es schon, wenn offenbar andere Angst haben, das Offensichtliche auszusprechen. U.a. hätte man einen Sprachwissenschaftler oder einen anderen Experten hinzuziehen können. Für das war man sich auch zu Schade. Eine kl. Kritik an die Medien und eine kl. Kritik an Stern ist zuwenig. Dem Blogger hilft das nämlich absolut nichts. p.s. Stern ist bei der Vereinigung für Presseethik. So etwas zu veröffentlichen widerspricht mehreren ethischen Grundsätzen. Das sollte ein Journalist wissen. Auch das wurde nicht kritisiert.

  82. Zu Bana Alabed gibt es nicht viel mehr zu sagen, als das, was die Kafka-Expertin Barbara McKenzie so formuliert:

    „There can be no doubt that the Bana project is a hoax, like the Gay Girl in Damascus and the White Helmets. The tweets are not the thoughts of a little Syrian girl wanting the world to save her from Russian bombs. Rather, they are the product of a sophisticated and well-planned operation designed to shape public perception of the Syrian and Russian operations, in order to justify Western intervention in Syria and facilitate regime change.“

    https://barbaramckenzie.wordpress.com/2016/11/28/bana-of-aleppo-the-story-so-far-update/

    Wie bereits bemerkt, ist die entscheidende Frage, wer hinter den Propaganda-Tweets steckt. Nach Barbara McKenzies und meinem unmaßgeblichen Dafürhalten handelt es sich um einen englischen Muttersprachler.

    Folgen wir McKenzies diesbezüglicher Recherche und googeln wir nach Patrick Evans von der BBC, so finden wir diese hochinteressanten Artikel:

    http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-37779478

    http://www.bbc.com/news/world-middle-east-38146959

    Dem ersten Artikel vorangestellt ist ein Foto von Banas „Freund“ Abdulkafi Alhamdo (natürlich mit Kind im Arm). Im Artikel gibt er den üblichen Kinder- und Freiheitskämpfer-Kitsch von sich:

    „People stayed here because we first asked for freedom. We can’t leave. (…)
    The blood of the children who died would not forgive us. The people suffering now would not forgive us. To be free is more precious than anything on earth.“

    (Was in dem gesamten Artikel wie fast immer in der westlichen Presse unter den Tisch fällt: In Aleppo fand kein Aufstand gegen die Regierung statt. Ost-Aleppo wurde von außen erobert, und zwar mit tatkräftiger Unterstützung ausländischer islamistischer Terroristen und Söldner.)

    https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Aleppo_(2012%E2%80%932016)

    In beiden Artikeln von Evans fordern die Interviewpartner (die er via Telefon oder Internet interviewt haben muss) eine Intervention des Westens. Ein Lehrer namens Mohammed formuliert den Tenor all der Gräuelgeschichten (ich bestreite nicht, dass manche davon wahr sein können, das ist nicht der Punkt):

    „The only way for this to stop is if the whole word tries to stop Russia, Iran and the Assad regime. This is the only way they can be stopped.“

    Bei Abdulkafi Alhamdo handelt es sich um denselben Mann, der in diesem Aljazeera-Video eine wirklich erbärmliche Propagandavorstellung gibt:

    https://www.youtube.com/watch?v=J72g7_5yJGM

    Bei der BBC schlägt er sich nicht viel besser:

    https://www.youtube.com/watch?v=0fsIIS7Rm-E

    Hier ist er bei ITV:

    https://www.youtube.com/watch?v=LwEzEtEYEIY

    Auf eine Stellungnahme von Abdulkafi verzichtet Evans, als er über Kinder in Aleppo berichtet, die eine Flugverbotszone fordern:

    http://www.bbc.co.uk/news/world-36944470

    Die BBC ist aktiv und meines Erachtens bewusst involviert in die Verbreitung von Gräuelpropaganda der syrischen Opposition. Sie „wäscht“ sie gewissermaßen. Wie für Alhamdos krude Darbietungen gilt dies auch für die Tweets von Bana Alabed, die Fotos und Videos der White Helmets oder das Foto von Omran Daqneesh.

    Ähnlich verhält sich der Großteil der westlichen Medien: Zumindest zum Teil auf der Basis von offensichtlichen Propagandalügen reden sie einer völkerrechtswidrigen militärischen Intervention das Wort. Wie im Irak, wie in Libyen…

    Nebenbei, das hier ist nicht so bekannt, wie es sein sollte:

    http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/aleppo-fake-footage-children-five-peopele-arrested-egyptian-police-a7486541.html

    „In the distinctly amateur raw videos and stills released by the Interior Ministry, an eight-year-old girl wears a white dress and bandages covered in red stains, and holds a teddy bear. A 12-year-old boy is also interviewed about what life is like under intensive Russian-backed Syrian government air strikes.

    The team reportedly admitted they had planned to distribute their work on social media, pretending it showed scenes of the injured and destruction in Aleppo, the embattled northern Syrian city (…)“

    Glauben Sie, unsere Medien hätten das Bild/Video, das ein blutverschmiertes Mädchen im weißen Sommerkleid mit einer Abu-Ghraib-Papiertüte auf dem Kopf zeigt, als offensichtliche Gräuelpropaganda verworfen? Oder wäre es ein weiteres „ikonisches Bild“ geworden?

  83. Zu Banas Englischkenntnissen:

    „First and foremost is the “native speaker problem”. The Bana tweets are presented in perfect English, taylor-made for easy comprehension by an international audience. What is so striking is not just the lack of any major linguistic mistakes, it’s above all the correct use of idioms, phrases, abbreviations, orthography, down to punctuation. Even the occasional mistakes look tidy, some even calculated to give the impression of simplicity. What you will not find in the Bana tweets is traces of the inevitable difficulties, minor or larger, a non-native speaker will have to consistently communicate in a foreign language (finding the right expression, the correct preposition, word order, etc).“

    https://barbaramckenzie.wordpress.com/2016/12/22/unravelling-bana-a-response-to-bellingcats-article-finding-bana/

  84. @Pedros: Was ist die Vereinigung für Presseethik? Meinen Sie den Presserat?

    Und es ging mir mit diesem Artikel nicht darum, dem Blogger zu „helfen“. Dieser Artikel nimmt den Rechtsstreit nur zum Anlass, ein paar grundsätzliche Probleme der Medien im Umgang mit dieser und ähnlichen Geschichten zu diskutieren.

  85. @Stefan Ihr in Deutschland habt wirklich ein Problem mit freier Meinungsäußerung (Das ist eine grundsätzliche Kritik und hat absolut nichts mit dem (guten) Artikel zu tun.). Ich kann mich z.B. an eine Sendung von der Anstalt erinnern, wo die Verbindung transatlantischer Lobbyorg. mit dt. Leitmedien thematisiert wurde. Die Verantwortlichen wurden sofort von den Herausgebern und Chefredakteuren verklagt. D.h. enweder wird man verklagt oder zensiert (nein, nicht hier) – aber in vielen Foren dt. Massenmedien. Jeder dritte bis fünfte User (gefühlt und aufgrund regelmäß. Äußerungen) in den Foren der größten österr. Nachrichtenmedien kommt aus Dt. Warum wohl? (Auch) In diesem Falle nur, weil eine dt. Zeitung gegen einen offenbar berechtigten fake Vorwurf seitens eines dt. Bloggers gerichtlich vorgeht, weil eine 7-jährige im Nahen Osten (offenbar von radikal-islamistischen Gruppen) instrumentalisiert worden ist, um offensichtliche Propaganda zu verbreiten. Leider hilft eine seriöse Bloggerzeitung dem Blogger absolut nicht, weil man „in der Sache“ ja keine eigene Meinung ohne Beweis haben will (darf), weil man offenbar Angst hat verklagt zu werden (überspitzt ausgedrückt). Bitte auch manches von mir mit Humor nehmen und nicht allzu ernst nehmen.

    „Dieser Artikel nimmt den Rechtsstreit nur zum Anlass, ein paar grundsätzliche Probleme der Medien im Umgang mit dieser und ähnlichen Geschichten zu diskutieren.“

    Das hat Du gut und richtig getan.

    „Und es ging mir mit diesem Artikel nicht darum, dem Blogger zu helfen.“

    Ich weiß. „Mir persönlich“ ging der Artikel zuwenig weit. Bitte – mir persönlich. Der Artikel ging aber viel weiter als anderswo. (Zwinker).

    Ja, ohne nachzuschauen, ist es glaube ich diese Org. und die (der Herausgeber der) Zeitschrift ist Mitglied.

  86. Das es keinen Beleg gäbe , das Bana eine Propaganda Kampagne der Al Nusra Front ist, das ist schlicht falsch !
    Kürzlich erst hat der syrische Journalist KHALED ISKEF die Wohnung von Bana inspiziert und deren militärisches Umfeld in Aleppo .
    Dabei sind Unterlagen gefunden worden die beweisen , das ihr Vater als Waffenhändler & Ausbilder mit den Terroristen zusammen gearbeitet hat und ihre Tweets nur mit Zustimmung der dortigen militanten Islamisten veröffentlicht werden durften. Bana wohnte in einem Umfeld mit ca. 20 militärischen Stützpunkten der Militanten und dort belegten die Anwohner striktes Filmverbot , welches Bana aber nicht hatte !
    Banas Mutter filmte sie beispielsweise auf der Strasse , während sich Bana im gebrochenen Englisch über fehlende Schul-Möglichkeiten beschwerte. Die journalistischen Recherchen ergaben, das sie dabei direkt neben der Schule stand, die aber militärisch von den Sharia Extremisten besetzt war.
    Das bedeutet klar, es konnte nur das durch die Zensur der Al-Nusra Front gehen, was sie erlaubt hatten.
    BANA ALABED, THE TRUE STORY: INVESTIGATION BY KHALED ISKEF, ALEPPO
    https://www.youtube.com/watch?v=d6DXWfx3cPs
    Ein zweites Video https://www.youtube.com/watch?v=MbKVoVF0gSo

    Ich hoffe sie berichtigen das.

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