DLF entstellt Andrea Nahles’ Position zum Grundeinkommen

Warum ist Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles gegen das bedingungslose Grundeinkommen? Auf der Re-Publica-Konferenz in Berlin begründete sie ihre Ablehnung gestern in einem kurzen Vortrag, und der Deutschlandfunk (DLF) verbreitete ein zentrales Zitat daraus auf Facebook und Twitter praktischerweise gleich, wie man das heute macht, in Form eines Schaubildes:

Es war ein großer Erfolg. Über 3300-mal ist der Beitrag von der Facebook-Seite des DLF bis jetzt geteilt, fast 1000-mal kommentiert worden. Antrieb für die große Verbreitung ist vor allem Empörung: In der Art, wie der DLF Nahles‘ Zitat verbreitet, muss es so wirken, als sei es ein Argument der Arbeitsministerin für ihre Ablehnung des bedingungslosen Grundeinkommens, etwa: Man könne das nicht einführen, weil dann niemand mehr schlecht bezahlte Arbeit leisten würde.

Entsprechend wurde es zum Beispiel auf Facebook so kommentiert:

Mit anderen Worten: Wir brauchen Leute, die für zu wenig Geld Scheissarbeit machen.

Wie schrecklich wäre es, wenn Leute anständig davon leben können, wenn sie miese Jobs machen. Wenn schon Demütigung dann bitte doppelt!. Danke Frau Nahles.

Der DLF hat das Zitat inzwischen in zwei kleineren Punkten korrigiert. Wörtlich gesagt hatte Nahles:

„Das Grundeinkommen führt dazu, dass keiner mehr schlecht oder niedrig entlohnte Arbeit macht.“

So stimmt das Zitat – und doch ist es extrem irreführend, es in dieser Form zu verbreiten. Es gibt nämlich gerade nicht Nahles‘ Position wieder. Sie zitiert diesen Satz, den Befürworter als Argument für ein Grundeinkommen nennen, und fügt dann hinzu, dass sie nicht glaubt, dass er stimmt.

„‚Das Grundeinkommen führt dazu, dass keiner mehr schlecht oder niedrig entlohnte Arbeit macht.‘ – Leute, wenn das stimmen würde, dann käme ich ins Schwanken.“

Dadurch, dass er ihn seines Kontextes beraubt hat, hat der DLF die Bedeutung dieses Satzes völlig entstellt. Und man hätte, um das zu erkennen, nicht einmal den ganzen – und stellenweise verwirrend vorgetragenen – Text der Arbeitsministerin kennen müssen. Der nächste Satz hätte gereicht.

Sie sagt nicht, dass es schlecht wäre, wenn das Grundeinkommen dazu führte, dass niemand mehr schlecht entlohnte Arbeit macht. Im Gegenteil: Sie teilt dieses Ziel. Wörtlich: „Daran arbeite ich jetzt schon seit Jahren: Bessere Löhne, gerechte Löhne, gute Löhne.“ Wenn das Grundeinkommen dieses Ziel erreichen könnte, wäre sie vielleicht dafür, sagt sie. Sie glaubt nur nicht, dass es diesen Effekt haben werde:

„Anständige Löhne zu zahlen, weil man ein Grundeinkommen hat, das könnte genau den gegenteiligen Effekt haben und den Druck rausnehmen: Man hat ja ein Grundeinkommen, deshalb zahlt man nur noch, was man braucht fürs Leben drauf.“

Wie gesagt: Es ist wegen der Art ihres Vortrags nicht immer ganz einfach, jeden Halbsatz sofort richtig einzuordnen. Aber daran, was sie meinte, besteht gar kein Zweifel: Sie fürchtet, dass ein Grundeinkommen nicht dazu führt, dass Menschen gut bezahlt werden, weil die Menschen ja ohnehin schon bezahlt werden und Löhne entsprechend niedriger ausfallen. Es laufe somit eher auf eine allgemeine Mindestbezahlung hinaus als auf eine gute Bezahlung.


(ab 2:17:47)

Ohne Zusammenhang stellt das Zitat ihre Position gleich doppelt falsch dar: Nahles glaubt gerade nicht, dass das Grundeinkommen einen solchen Effekt hat. Und sie hält diesen Effekt aber natürlich für erstrebenswert. Der Journalist Rico Grimm spricht vom „krassesten Fall von Irreführung durch ein etabliertes Medium, der mir seit langem unter gekommen ist“.

Der DLF hat nach mehrfacher Aufforderung, sich zu korrigieren, vorhin einen Kommentar veröffentlicht:

Wir haben Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mit folgenden Worten zitiert: „Das bedingungslose Grundeinkommen führt dazu, dass keiner mehr schlecht oder niedrig entlohnte Arbeit macht.“

Ohne den darauf folgenden Satz kann Frau Nahles leider leicht missverstanden werden. Vollständig lautet das Zitat: „Das Grundeinkommen führt dazu, dass keiner mehr schlecht oder niedrig entlohnte Arbeit macht. Leute, wenn das stimmen würde, dann käme ich ins Schwanken.“

Das Zitat ohne seinen direkten Zusammenhang zu veröffentlichen, war unglücklich. Wir bedauern, wenn es dadurch zu Missverständnissen gekommen ist.

57 Kommentare

  1. Es ist nett, dass angeprangert wird, wenn Zitate aus dem Zusammenhang gerissen werden. Nur: dass passiert(e) zum Beispiel einer Partei wie der FDP (früher) andauernd – und niemanden regt(e) das auf. Und dann kommt der seriöseste Nachrichten-Sender in der Bundesrepublik und zitiert Andrae Nahles – und sogleich wird darauf hingewiesen, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen. Es ist gut, dass darauf hingewiesen wird – an den DLF sind höhere Maßstäbe anzulegen als zum Beispiel an Zeitungen, deren Mitgesellschafter u.a. die SPD über ihre Medienbeteiligungsgesellschaft ist. Aber wenn das nächste Mal die FDP die Leitragende ist – bitte melden Sie sich auch dann via Twitter zu Wort, werter Herr Niggemeier.

  2. Das Zitat mag falsch wiedergegeben sein, doch die Resonanz die es erzeugt hat, verrät einiges über die Wahrnehmung der Person Andrea Nahles und der SPD bei den Wählern.

    Die Zitat hat auch deshalb keinen irritiert, weil es wie eine natürliche Fortsetzung ihrer bisherigen Äußerung zu diesem Thema erschien.

    Da zeigt sich, wie viel Arbeit Martin Schulz noch vor sich hat, bevor seine Partei wieder mit sozialer Gerechtigkeit in Verbindung gebracht wird.

    http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/unmenschfaktor-lohnarbeit

  3. Denselben Unsinn hat am 9.5. auch ZEIT ONLINE auf facebook verbreitet:

    „Gegner […] argumentieren – wie Nahles –, dass keiner mehr zu schlecht bezahlter Arbeit bereit wäre, wenn er das Grundeinkommen erhielte.“

    Aufpassen, Kollegen von ZEIT ONLINE: So hat Frau Nahles überhaupt nicht argumentiert! Berichtigt das lieber schnell, ehe Ihr das gleiche Problem bekommt wie der Deutschlandfunk, der seine gleichlautende Falschmeldung vom 9.5. heute unter wütendem Protest der User zurücknehmen musste.

  4. Wenn Kai Liesendahl nicht mehr dazu zu sagen hat als zu jammern, dass doch die FDP sonst auch immer falsch zitiert wird, dann komme ich im Nachhinein noch ins Grübeln über die Arbeit von FDP- Justizministern in der Vergangenheit.

  5. äh, so funktionieren Nachrichten heute im www

    Das sieht man leider so täglich überall, sei es auf dem ehemals preisgekrönten SPON oder dem Clickportal stern.de

    Dass es ausgerechnet der DLF genauso macht, dessen Radioprogramm ich exzellent finde, macht mich sehr wütend am Abend und ich werde sicherlich Probleme mit dem Einschlafen haben

  6. @Henrik Wittenberg:

    Genau so ist es. Und das ist leider auch, was Stefan Niggemeier bei seiner Betrachtung hier nicht berücksichtigt hat.

    Frau Nahles ist verantwortlich für die kürzlichen mehr oder minder Verschlimmbesserungen bei Hartz IV. Und wie ernst der ‚Mindestlohn‘ gemeint ist – von der Höhe her, von den ganzen Ausnahmen (Stichwort: Praktika) -, da darf auch ein dickes Fragezeichen gesetzt werden. Insofern mag das ‚irreführende‘ Zitat von kritischer Seite her auch als freudscher Versprecher aufgefasst worden sein. Anders formuliert: Stefan Niggemeier übersieht, dass viele, die ihr ‚irreführendes‘ Zitat kritisieren, Frau Nahles nicht für glaubwürdig halten, ihr selbst in positiv konnotierter Auslegung das nicht abnehmen. Das ‚falsch‘ verstandene Zitat steht in der Perspektive genau für die Politik, die Nahles & Ministerium in den Augen ihrer Kritiker(innen) praktizieren. Nahles mag dann wohl ‚richtig falsch‘ verstanden worden sein. ;-)

    Vermutlich ist es genau das, was dann auch den Hype um das Zitat ausgemacht hat.

    LG
    ST

  7. Selbst wenn es der DLF das vermeintliche Zitat inkl. Ergänzung [„‚Das Grundeinkommen führt dazu, dass keiner mehr schlecht oder niedrig entlohnte Arbeit macht.‘ – Leute, wenn das stimmen würde, dann käme ich ins Schwanken.“] in Umlauf gebracht hätte, so müsste man sich trotzdem mit der Hand an die Stirnen schlagen und sich dann doch wundern, das Thema im Allgemeinen und das Argument im Speziellen so plump herunterzubrechen. Es ist mit Sicherheit ein wunderbare These, um sich daran abzuarbeiten und andere Ideen vorzustellen, aber inhaltlich liegt Frau Nahles dann eben doch daneben.

    Denn auch mit einem Grundeinkommen werden Menschen im Niedriglohnsektor beschäftigt sein. Und es wäre vermessen anzunehmen, dass Grundeinkommen würde dazu führen, dass diese Menschen nicht vielleicht sogar Spaß bei ihren Arbeiten hatten. Vielmehr aber – und dahin zielt das Argument doch ab – gäbe ihnen das Grundeinkommen die Chance ihrer Arbeit einen entsprechenden Wert zukommen zu lassen, den man dann notfalls durch Kündigungen einfordern könnte. Das Grundeinkommen sichert hier die Existenz ab und trägt – so die Hoffnung – zur Wertschätzung auf der einen und zu mehr Selbstbewusstsein auf der anderen Seite bei.

    Wenn Frau Nahles dann dabei doch ins Wanken gerät, sollte man sich fragen, welches Bild sie von den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen in Deutschland hat …

  8. Lustig: Zwei Tage zuvor hat Elisabeth Wehling an selber Stelle ihren üblichen Vortrag zum neurolinguistischen Fakten-Framing gehalten. ST zeigt hier prototypisch, wie es funktioniert. „Insofern mag das ‚irreführende‘ Zitat von kritischer Seite her auch als freudscher Versprecher aufgefasst worden sein.“ Das Zitat war Fakt, und es passt in den Frame. Dass sie es völlig anders gemeint hat, ist schließlich egal, auch wenn der eigentliche Frame bekannt wird, er widerspricht halt dem eigenen Frame. Dann wars eben irgendwie eine Freudsche Fehlleistung, irgendwie. Das ist alles so krass gerade. Und dass der DLF offenbar die Welle reitet …

  9. Bedauerlicherweise hat der DLF bei seiner Korrektur nicht weiter recherchiert. Dann wäre er nämlich zu dem Ergebnis gekommen, dass die ursprüngliche Äußerung exakt der Position weiter Teile der SPD seit Schröder entspricht, u.a. auch von Nahles und Schulz.
    Denn wie anders soll man die „frohe Botschaft“ eines Schröder interpretieren, der stolz verkündete „…(einen der) besten und größten Niedriglohnsektor in Europa geschaffen zu haben.“ (tatsächlich der größte…)
    Wie anders soll man das stolze Produkt der gleichen SPD beurteilen – den Mindestlohn, der noch nicht einmal ausreicht, unabhängig von der Aufstockung und somit Hartz4 zu leben. Das er dabei auch noch löchrig wie ein Schweizer Käse ist, ist fast schon nebensächlich.
    Wie anders soll man die Rechtsverschärfungen im SGB II von Fr. Nahles seit Sommer letzten Jahres sehen, als genau mit diesem Ziel, Menschen um jeden Preis und unter Androhung des Entzuges des „dem Grunde nach“ unverzichtbaren (!) Existenzminimums – bravo Herr Papier, das war die eleganteste juristische (Gummi)Formulierung seit sehr langer Zeit, unter schlechten und schlechtesten Bedingungen in niedrigst bezahlte Arbeit zu pressen.

    Wer diese Äußerungen ohne den Bezug zu dem schändlichsten Gesetz seit sehr langer Zeit sieht, einen Vergleich erspare ich mir hier, verkennt die bittere Realität von mehreren Millionen Menschen allein in Deutschland.
    Nimmt man noch die erzwungene oder freiwillige Vorbildfunktion für andere Länder hinzu, entspräche diese „Einwohnerzahl“ einem der größten Länder in Europa.

    Wenn es um Korrektheit und den Wahrheitsgehalt von Äußerungen geht, dann müsste es folglich heißen „Uns geht es (so) gut, weil es Millionen Menschen so schlecht geht.“

    Weitere inhaltliche Diskrepanzen in dem Vortrag von Fr. Nahles bleiben hierbei unberücksichtigt.

  10. @Stefan Niggemeier:
    Es ist also Unsinn und völlig unplausibel, dass die Leute, die sich über das irreführend reduzierte/verkürzte Zitat (die Verkürzung wird hier ja zu Recht kritisiert) aufgeregt – den Tweet retweeted – haben, dieses möglicherweise sogar – aus ‚guten‘ Gründen – für authentisch hielten?

    Ich meine, das könnte doch evtl. auch erklären, warum das vom DLF überhaupt so getwittert wurde. Stichwort: Framing. Könnte da im DFL nicht jemand vom Sinn her genau das erwartet haben, was dann letztlich durch die Verkürzung auch zum Ausdruck kam? (Also nach dem, was danach kam, einfach abgeschaltet haben…?)

    Das relativiert die Sorgfaltsflicht vom DLF nicht. Aber macht verständlich, was ggf. in der Zeit passierte. Ich hab’s ja auch nur online verfolgt, habe die Stelle selbst bewusst so gar nicht wahrgenommen. Nachzuprüfen ist es – soweit ich sehe – auch erst heute (https://www.youtube.com/watch?time_continue=8272&v=3r9rbHWbIW4).

    Also alles Unsinn? Naja… :-/

  11. Nunja, irgendwie passt dieses unvollständig wiedergegebene Zitat aber, wenn man weis, dass der Nahles-Vertraute und BA-Chef Scheele, Befürworter einer „fürsorglichen Belagerung“ seiner „Kunden“(faules Pack?), das Grundeinkommen für moralisch verwerflich hält, weil es für den Stadtteil(welchen?) besser sei, die Leute(welche?) gingen zur Arbeit statt auf der Bank(welcher? wo?) zu sitzen.
    So gefunden die Tage im ZDF-Videotext.
    Götz Werner, Gründer von DM-Drogeriemarkt, hat der jedenfalls sicher nie gelesen, Frau Nahles vielleicht.

  12. Dass sie behauptet, sie würde seit Jahren gegen schlecht bezahlte Arbeit kämpfen, ist ja noch viel größerer Hohn und eine noch dreistere Behauptung als die verdrehte Aussage.

  13. at Ekkehard

    Das Zitat ist nicht unvollständig, es ist – aus dem Kontext gerissen – einfach nur: falsch.

    Schon merkwürdig, wenn man ein falsches Zitat weiter hochhalten möchten nach dem Motto „aber es würde gut zur ihr passen“. Da sind Sie nur noch ein ganz kleines Stückchen von den „alternativen Fakten“ entfernt.

    Danke an den Hausherrn für diesen Blog-Beitrag

  14. Also erstmal: Zitate sinnentstellend aus dem Zusammenhang zu reißen ist nun wirklich keine Ausnahme, sondern passiert zumindest in meiner Wahrnehmung so häufig, dass ich bei Zitatschnipseln, die nur einen Satz oder gar Satzteil enthalten, gar nicht mehr davon ausgehe, dass diese die Aussagen des Zitierten korrekt wiedergeben.

    Und zu Frau Nahles: War das Satire? Die Frau ist Teil der SPD und soweit mir bekannt steht der Haufen nach wie vor ziemlich fest hinter den H4-„Reformen“. H4 ist nun aber wahrlich das ziemliche Gegenteil von einem bedingungslosen Grundeinkommen. Also selbst wenn Frau Nahles sich dafür einsetzen sollte, so würde ich ihr das nicht glauben, denn die real praktizierte Politik der SPD (und auch von ihr) macht das völlig unglaubwürdig.

  15. Klar kann man meinen „Die verkürzte Aussage spiegelt die eigentliche Position der SPD wieder“.
    Aber das ist halt nur eine Meinung.

    Nahles hat was anderes gesagt, als das so veröffentlichte Zitat hergibt.
    Und das ist ein Fakt, für den sich DLF sogar schon entschuldigt hat (Artikel auch zuende lesen!).
    Und nur darum geht’s im Artikel.

    Immer diese Relativierungen und Derailings bei Dingen, die die eigene Weltsicht nicht bestätigen …

  16. @ Thomas:
    Allerdings habe ich dieses aus dem Kontext gerissene Zitat in einen anderen Kontext gestellt, weil es aus meiner beschränkten Sicht irgendwie passt(s.o.).
    Was daran alternative Fakten sind, die man(ich) hochhalten will: K.A.
    Letztlich messe ich die ehemalige Juso-Vorsitzende, wie den ehemaligen Juso-Vorsitzenden G.Schröder, an ihren Taten.
    Dazu ist von 17/19 alles gesagt.

  17. Ich glaube, hier prallen verschiedene Positionen aufeinander:

    „Ich bin _gegen_ ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil dann niemand mehr niedrig oder schlecht bezahlte Arbeiten übernimmt.“ vs. „Ich bin _für_ ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil dann niemand mehr niedrig oder schlecht bezahlte Arbeit übernimmt.“ vs.
    „Ich bin _gegen_ ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil dann immer noch Leute niedrig oder schlecht bezahlte Arbeit übernehmen werden.“ (Nahles Position)

    Es wird also nicht nur Nahles missverstanden, sondern die gesamte Diskussion auf zwei Positionen runtergebrochen, obwohl es eigentlich mindestens drei sein müssten.
    Man könnte ja z.B. noch „niedrig“ und „schlecht“ bezahlte Arbeit auseinanderdividieren.

    DASS so viele ihr das Zitat „zutrauen“, liegt natürlich daran, dass sie gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen ist, nur halt aus völlig entgegengesetzten Gründen.

  18. Seien wir ehrlich: Die Positionen von Frau Nahles waren und sind eher unverbindlicher Natur.
    Niemand weis nichts genaues, schon garnicht, wofür sie denn, oder gegen was, „kämpft“.
    Glücklicherweise steht sie am Sonntag in NRW nicht zur Wahl, weswegen ich dann doch weis, wenn auch mit Bauchschmerzen, wo ich mein Kreuzchen machen werde.
    Im September: Null Ahnung, bisher…

  19. @ST
    Es ist also okay ein verfälschendes Zitat widerzugeben, wenn die Aussage, die dann daraus entsteht gefühlt besser zu der Person passt, als die Aussage, die diese Person eigentlich gemacht hat? Und diese Person ist dann auch noch letztlich selbst schuld an der Verfälschung, weil sie ja – natürlich völlig zu Recht und nicht etwa (mit-)verursacht durch solche Verfälschungen – ein solches Image hat, dass das falsche Zitat besser passt?

  20. @24
    Zum Glück, aber chancenlos. Da ich nichts zu verschenken habe, macht es wenig Sinn, meine Erststimme einer/einem Kandidatin/Kandidaten zu geben, die/der mit zwei Stimmen nach Hause geht.
    Und mit der Zweitstimme wähle ich die Partei, jedenfalls ganz sicher nicht… na, egal!
    Im übrigen: Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würden sich ja Frau Nahles und Co. selbst überflüssig machen.
    Arbeitsagenturen und vor allem sog. Jobcenter(welch ein Hohn!) wären dann überflüssig oder jedenfalls in ihrer Personalstärke dann rückführbar. Wohin dann mit all den unterbezahlten Security-Leutchen?
    Und wohin mit den Fachkräften der Jobcenter, die heute schon überfordert sind? Zur Deutschen Rentenversicherung?
    Die mögen sich nicht wirklich, wie ich zu glauben weis…
    Lassen wir das, ist OT.

  21. @Eckehard, Yossarian, Klaus Klausen u.a.: Hier geht es nicht um eine inhaltliche Diskussion zum Thema Grundeinkommen oder zur Person von Frau Nahles, sondern um eine Kritik an schlechtem Journalismus wie z.B. sinnentstellendes Zitieren.

    Was lernen wir daraus?
    1. Aussagen zu komplexen Themen auf ein simples Zitat in Twitterlänge zu reduzieren, um einen möglichst provokanten Teaser zu destillieren, ist eine journalistische Unsitte.
    2. Onlinemedien sollten immer zu den vorhandenen, ungekürzten Originalquellen verlinken, aus denen sich ihre Meldungen speisen – das würde vielleicht zu mehr Gewissenhaftigkeit beim Umgang mit Zitaten führen, weil sie jeder sofort überprüfen kann. ÜberMedien hilft notfalls auf die Sprünge, dann wird es peinlich.
    3. Ansonsten gilt für den User selbst von Qualitätsmedien: Nichts einfach glauben und ungeprüft verbreiten.

  22. @24; selbst:
    Liebe Güte, dein Satzbau war schonmal besser.
    Liegt es am Bier, das du auf einer Bank sitzend im Stadtteil trinkst? Dein Grundeinkommen bedingungslos geniessend?
    Auch OT…

    Tachchen noch

  23. @Ekkehard, #23:
    Dass Frau Nahles sich jetzt wohl nicht besonders klar geäußert hat, wurde ja erwähnt. Aber das kann ja keine Entschuldigung sein, sonst wäre das hier: „Kein Wunder, dass Du belästigt wirst, so, wie Du rumläufst.“ auch eine Entschuldigung für übergriffiges Verhalten.

    Achja, und es gibt eigentlich noch eine vierte Position, die man in der Ausgangsfrage annehmen kann:
    „Ich bin nicht gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, ich sehe nur momentan nicht, wie das finanzierbar wäre.“
    (Ich WEISS, dass man sich darüber schon Gedanken gemacht hat, aber wenn alle Menschen einfach mehr Geld haben, haben sie auch mehr Kaufkraft, so dass die Preise steigen. Dadurch erhöht sich auch das Existenzminimum. Das ganze müsste man so austarieren, dass das Mehr an Steuereinnahmen, aus denen das b.G. gespeist wird, das Mehr an Ausgaben durch das höhere Existenzminimum wieder ausgleicht.)

  24. Heute, am 10.5. um 15.35 Uhr gibt es ein Gespräch im Deutschlandfunk zum Thema und wie es zu dem falschen Zitat kommen konnte (Sendung „@mediasres – das Medienmagazin“).

  25. @27: Daher war mein Post auch in zwei Teile gegliedert. Mir ist durchaus bewusst, dass die im Beitrag behandelte Problematik sich nicht um den Inhalt, sondern um die Sinnentstellung dreht. Dazu habe ich angemerkt, dass mich das wenig überrascht, weil es eine sehr verbreitete Unsitte ist. Daher sollte man generell imm skeptisch sein, wenn man Zitate mit lediglich einzelnen Sätzen oder Satzschnipseln präsentiert bekommt. Und in der Hinsicht ist das Inernet ja nun tatsächlich auch eine deutliche Erleichterung, weil man die Aussagen des Zitierten im Gesamtumfang in wenigen Minuten recherchieren kann.

  26. @27:
    Ja.
    Dennoch: ich schreibe mich „Ekkehard“.
    Hat was mit Victor v. Scheffel u. seinem Roman zu tun.
    Jedenfalls haben sich meine Eltern vor 65Jahren was bei der Namensgebung gedacht, vermute ich mal.
    Wenn schon Oberlehrerin, dann bitte…
    Und nochmal OT.

    Danke für die Geduld der Mitlesenden…

  27. @30:
    Deutschlandfunk; Deutschlandradio.
    Ich blicke es nicht mehr.
    Bei welchem Sender noch war Herr Elitz Gründungsintendant?

  28. @32: Der Roman stand auch in der Bibliothek meiner Mutter. Nur leider nicht in der von Steve Jobs. Ich wundere mich, weshalb die Autokorrektur meines Mac nicht gleich „Eckhart“ daraus gemacht hat, Ekkehard.
    Das wäre übrigens ein neues Thema: Weshalb jeder zweite Facebook-Teaser von ZEIT Online gravierende Orthographiefehler enthält. Da käme ich als Oberlehrerin so richtig auf Touren.

  29. Grundlage sinnvollen Redens und Handelns in dieser Sache ist zunächst, dass Gesagtes angemessen wiedergegeben wird. Dies gehört zu den Aufgaben des DLF, der in (sogar) drei Punkten falsch zitiert: Erstens durch Hinzufügen von „bedingungslose“, zweitens durch Ersetzen von „schlecht“ durch „schlechte“ und drittens von „macht“ durch „machen möchte“. Diese Verfälschung erleichtert zunächst eine Interpretation der Aussage im Sinn von „Das bedingungslose Grundeinkommen würde ja dazu führen, dass unangenehme und schlecht bezahlte Arbeit nicht mehr erledigt würde (und das können wir nicht wollen)!“ So liegt die Spekulation, Frau Nahles wolle möglicherweise, dass (heute) schlechtbezahlte Arbeit weiter bei schlechter Bezahlung erledigt wird, nicht fern. Sie könnte die beobachtete Empörung durchaus erklären. Allerdings erscheint für diese Empörung die Ablehnung des Grundeinkommens weniger ausschlaggebend als das vermeintliche Begrüßen schlechtbezahlter Arbeit. Die tatsächliche Aussage von Frau Nahles – „Das Grundeinkommen führt dazu, dass keiner mehr schlecht oder niedrig entlohnte Arbeit macht“ – sollte dagegen nicht in gleicher Weise empörungsfähig sein.

    Dies ist die erste Sinnentstellung, auf die Stefan hinweist, und damit auf einfache und grundlegende journalistische Standards, die für den DLF gelten. Die zweite ist: Frau Nahles zitiert diese Aussage und qualifiziert sie im Kotext des unmittelbar darauf folgenden Satzes: „Leute, wenn das stimmen würde, dann käme ich ins Schwanken“. Damit sagt sie erstens, die (zitierte) Aussage stimme nicht, und zweitens, dass sie auf dem Nichtstimmen dieser Aussage aufbaut. Hätte der DLF Frau Nahles die von ihr tatsächlich zitierte Aussage zugeschrieben, wäre ihr nicht von so vielen Lesern eine empörende Position zugeschrieben worden. Hätte der DLF auch den folgenden Satz zitiert und so Frau Nahles‘ Ansicht korrekt wiedergegeben, wären sicherlich ganz andere Reaktionen erfolgt.

    Ihre Ansicht über dieses Zitat, wohlgemerkt. Denn: Zwar geben beide Sätze, zusammengenommen, ihre Aussage korrekt, also nicht sinnentstellend, wieder. Was jedoch Frau Nahles‘ Position jenseits dieses Doppelsatzes ist, was die ihrer Partei ist, und ob und wie beide jeweils dieser in ihrem Handeln gerecht werden, ist nur durch Berücksichtigung weiterer Kontexte zu klären. An dieser Stelle wird der ursprüngliche Gegenstand des Beitrags, das angemessene Zitieren, verlassen. Denn: besagte Kontexte liegen vor, und in dieser Hinsicht bleibt Frau Nahles‘ Doppelsatz weiterer Interpretation offen, was Stefans weitere Ausführungen ebenso wie die lebhafte Diskussion im Rahmen der Kommentare zeigen. Dies ist auch angemessen: es kann ja sein, dass auch die korrekt wiedergegebene Aussage von Frau Nahles in Widerpruch zu anderen ihrer Ausagen oder ihrem Handeln steht. Der Doppelsatz ist kein archimedischer Punkt.

    Etwas anderes allerdings bringt die Richtigstellung des DLF zum Ausdruck (einmal davon abgesehen: bei richtigem Verstehen des DLF-Posts wird Frau Nahles nicht leicht miss-, sondern muss zwangsläufig falsch verstanden werden). Was der DLF eigentlich hätte einräumen müssen: Eine sinngemäße Wiedergabe Frau Nahles‘ wäre gar keine Nachricht gewesen. So wird deutlich: Allein die inszenierte Zuschreibung war Motivation des DLF-Posts, und dies ist eine nicht weniger schwerwiegende Verletzung seiner Pflichten und Aufgaben.

  30. Guter Beitrag, aber bei dem Vergehen handelt es sich (wir ahnen es) wieder einmal um ein Einzelversehen. Es geht ganz sicher nicht darum, bequeme Klischees über Personen zu pflegen und zu bestätigen, weil sie so handlich und nützlich sind.

    @ Ekkehard #21
    „Letztlich messe ich die ehemalige Juso-Vorsitzende, wie den ehemaligen Juso-Vorsitzenden G.Schröder, an ihren Taten.“
    Es ist ein Muss für einen Juso, stramm linke Sprüche zu klopfen, vor allem dann, wenn er/sie Vorsitzender werden will. Einmal in höchsten Ämtern müssen diese Sprüche dann wieder entsorgt werden. Nach Jahrzehnten der Beobachtung dieses Spiels müsste man auch einmal der Frage nachgehen, ob an den Juso-linken (An-)Sprüchen vielleicht etwas grundsätzlich falsch ist. Wer das nicht tut, ist gezwungen, immer wieder der nächsten Generation von Sprücheklopfern hinterherzulaufen.

  31. @Andreas Müller: Zu Sprücheklopfen wird es, weil es im Moment der realen Macht keine Berücksichtigung mehr findet, aber nicht, weil die „Sprüche“ an sich schlecht sein müssen. Sie ziehen da schon eine etwas merkwürdige Schlussfolgerung.

  32. Nachtrag zu 32:
    „Hat was mit Victor v. Scheffel u. seinem Roman zu tun“ ist natürlich falsch.
    Der Schriftsteller war Joseph Viktor von Scheffel.
    „Eine Geschichte aus dem zehnten Jahrhundert“
    Ein Mönch und eine Prinzessin: Sowas hält sich bis heute, wie das Fernsehprogramm unzweifelhaft und die entsprechenden „Ein Topf voll Gold“- Blätter beweisen.
    Wofür also gäben die Leute ihr bedingungsloses Grundeinkommen aus?
    (Faden wiedergefunden, ich bin stolz auf mich)

    Ist halt in Sütterlin geschrieben und ganz sicher Im Sinne des Leid(ähem:Leit-)kulturgedankens des Innenministers.
    Jedenfalls ist immer „Arbeit“ das teutsche Thema, denn sie macht frei, wie wir wissen.

  33. @36:
    „Es ist ein Muss für einen Juso, stramm linke Sprüche zu klopfen, vor allem dann, wenn er/sie Vorsitzender werden will. Einmal in höchsten Ämtern müssen diese Sprüche dann wieder entsorgt werden.“

    Oder sie werden wieder ‚rausgeholt: „Mit Rau im Stau“ o.ä. mit CDU-Laschet.
    Niemand sagt denen, offensichtlich, wie dämlich sie sind.
    Mir egal.
    Ich beteilige mich gerne, auch kontrovers, an sinnfreien Diskussionen, mülle damit für alle Ewigkeit irgendwelche (Backup)-Server zu und freue mich des Lebens.

  34. @24 tm:

    Kontext? Habe ich das so gesagt oder geschrieben? Ich habe nur darauf hingewiesen, wie ich mir den Fehler erkläre. Dass das falsche Zitat doof war, ist klar. Aber es war eine hitzige Diskussion. Ich sehe auch nicht, wie das sofort hätte überprüft werden können (außer, wenn mehrere da dran sitzen; die Videoaufzeichnung gab’s mWn erst später). Zudem Internet/Twitter, als schnelles Medium. Für mich ist das auch der wesentliche Punkt: Eigentlich ist’s nämlich ein Symptom des Zeitgeists, alles sofort zu News verarbeiten zu wollen. Nahles haut mächtig auf den Putz, ist ohnehin in einem kontroversen Umfeld (wurde ja so angekündigt), sagt was, was ‚aufmerksame‘ Hörer offenbar genau so verstehen, wie sie denken, dass sie es verstanden haben … hören halb hin, weil sie ggf. schon die Finger auf den Tasten haben usw. Das Ding geht raus, geht viral und fertig ist der Fake-News-Skandal.

    Das ist keine Entschuldigung. Aber so erkläre ich mir, wie das zu Stande kommen konnte.

    Was wäre die Lehre daraus? Bei solchen Diskussionen/Situationen mehrere Leute vor Ort sitzen zu haben? Interne Tweet-Sperre bis Aufzeichnungen da sind, die Zitate überprüfen lassen? Ich schreibe das auch deshalb, weil ja selbst das Ministerium während der Debatte eben diese online begleitet hat. Sowas schräges hätte auch denen passieren können.

    Kurz: Wir können eine Sorgfaltspflicht-Verletzung sehen, doch wie lässt sich sowas vermeiden? (Wenn wir keinen Vorsatz unterstellen.)

    LG
    ST

  35. Noch eine Anmerkung (nach Ekkehards Hinweis auf die literarischen Interessen seiner Eltern): Heute scheinen auch manche Journalisten nicht mehr willens oder in der Lage zu sein, den Sinn komplexer Texte zu erfassen und in eigenen Worten konzise zusammenzufassen. Wenn sie dann gelegentlich im überheblichen Tonfall beklagen, das Wahlvolk sei unfähig, die Komplexität politischer Sachverhalte zu verstehen, sollten sie sich selbstkritisch fragen, inwieweit sie zum Orientierungsverlust der Bürger durch unzulässige Vereinfachung und Verkürzung ihrer Artikel beitragen. Der Nahles-Post des DLF war dafür ein negatives Beispiel. Dabei handelte es sich ja nicht nur um ein falsches, aus dem Kontext gerissenes Zitat, sondern um den völligen Verzicht darauf, über die Kernthesen von Frau Nahles vollständig zu berichten. Ihr Vortrag war zwar sprachlich nicht auf höchstem Niveau, aber ziemlich klar strukturiert und einigermaßen gedankenreich. Ein Teaser auf facebook oder eine Kurznachricht auf Twitter ohne den Link zu einem ausführlicheren Text oder zur Originalquelle ist da von vornherein wertlos und irreführend. Seriöser Journalismus sollte auf diese Art von anstrengungslosen Kurzbotschaften verzichten.

  36. Fake-News und -Zitate fallen besonders da auf fruchtbaren Boden, wo sie scheinbar bestätigen, was die Zielgruppe ohnehin schon glaubt.
    Unsinn finde ich dafür etwas hart.

  37. @Stefan Niggemeier:

    Ja, den habe ich sogar selbst genutzt. Aber wie das mit Live-Stream so ist: der ist live. Was ich eben gehört habe, das ist ermal ‚weg‘ – ich müsste das parallel aufnehmen, um’s belegen zu können. Die Aufzeichnung kam erst später. Und das ist wohl auch ein Punkt, der das selbständige Überprüfen schwer macht. Ich geb‘ ganz offen zu, als ich das Zitat gelesen habe, ist es mir nicht ‚falsch‘ vorgekommen, gerade weil Nahles in der Debatte zT selbst recht zotig wurde und es ‚ins Bild‘ passte. Nachmal nachprüfen kann ich es erst jetzt.

    btw.: Ist es nicht eigentlich Standard, sowas mitzuschneiden, wenn das zitiert wird? Ähnlich wie in der Buchhaltung – keine Buchung ohne Beleg. In der Wissenschaft ist das eigentlich auch so, d.h. wenn ich Interviews führe und daraus zitiere, sollte ich die Transkripte oder Aufnahmen zur Hand haben.

  38. @47 Rene K.

    Die Demut und Scham von Marco Bertolaso kann man gut rauslesen aus dem Transkript. Das ist ihm wirklich mega peinlich und ich finde dies eine sehr gute Reaktion und auch, dass er am Ende eben nicht die richtige Antwort finden kann.
    Sehr menschlich und zeigt, wie man mit Fehlern umgehen muss: Nämlich sachlich-menschlich. Fehler können passieren, sie sollen nicht passieren und man muss den Fehler eingestehen und sich bemühen, den Fehler zu korrigieren.

    Mal schauen, ob die, die aufgrund des falschen Zitats auf Facebook gegen Nahles kommentiert haben, mit der Korrekture erreicht wurden.

  39. @Stefan Niggemeier:

    Auch, wenn ich die Seite neu geladen habe? Egal, wieder was gelernt. Danke.

    LG
    ST

  40. @Fred Milkereit – #45
    „die AfD wird sich aus eigenem Interesse davor hüten, es sich mit der ausländerfeindlichen Unterschicht zu verscherzen.“

    Das würde ich so pauschal jetzt nicht sagen. Aber selbst wenn die mit der Neuen Rechten sympathisierenden Teile der Unterschicht realisieren würden, dass die sozialpolitische Ausrichtung der AfD ein schlechter Witz auf Kosten der Armen ist, so bleiben immer noch all die Freds, deren voll am Thema vorbei gehenden, von Vorurteilen und Überheblichkeit nur so triefenden Kommentare hervorragende Werbung für alles machen, das die Unterschicht in irgendeiner Form hoffen lässt, dass die feindliche, sozialdarwinistische Stimmung auf andere Teile der Gesellschaft projiziert wird. Ja, besser noch, selbst hier aufgewachsene oder gar geborene Menschen mit Migrationshintergrund, die im überdurchschnittlichen Maße zu den sozial schwächeren Bevölkerungsschichten gehören, sehen in der AfD, die Flüchtlinge nicht ohne Kalkül als Lumpenproletariat bezeichnet, zunehmend die Chance, ihre Sündenbockfunktion an die Neuankömmlinge weiterzureichen.

  41. Euch unterlaufen auch fehler:
    ihr schreibt „Sie zitiert diesen Satz, den Befürworter als Argument für ein Grundeinkommen nennen, und fügt dann hinzu, dass sie nicht glaubt, dass er stimmt.“.
    richtig wäre „Sie zitiert diesen Satz, den Gegner als Argument gegen ein Grundeinkommen nennen, und fügt dann hinzu, dass sie nicht glaubt, dass er stimmt.“

  42. @Norbert Wild: Ja, uns passieren auch Fehler, dies ist aber keiner. Nahles präsentiert es als Argument der Befürworter: Mit einem Grundeinkommen müsse niemand mehr schlecht bezahlte Arbeit machen.

  43. @Norbert Wild, #51:
    Dasselbe Argument wird witzigerweise von Gegnern wie Befürwortern verwendet; das hat wohl dazu beigetragen, dass man glaubte, Sie (als Gegnerin) habe es sich zu eigen gemacht.

  44. Die verbreitete Ansicht, bei einem bedingungslosen Grundeinkommen gäbe es keinen Arbeitsanreiz, ist vollkommen falsch. Dieses Problem haben wir vielmehr heute. Die Differenz zwischen Gehalt und Sozialleistungen, ist gerade bei Geringverdienern sehr gering. Vor allem bei Familien mit mehreren Kindern, ist der finanzielle Anreiz zu arbeiten, häufig gering.
    Ein bedingunsloses Grundeinkommen hätte dagegen den Vorteil, dass sich für Menschen jede Stunde Arbeit lohnt. Durch Arbeit verbessert sich auf den Fall die Einkommenssituation. Gerade weil das Existenzminimum abgesichert ist, müssten die Firmen für ungeliebte Arbeiten mehr zahlen, da sie ansonsten niemanden finden werden, der die Arbeit macht.

  45. @45: Wie kommen Sie darauf, dass die AfD ausländerfeindlich ist? Die AfD ist gegen illegale (!) Einwanderung, hat aber gar nichts gegen gut integrierte Ausländer. Die AfD hat unter ihren Wählern und Mitgliedern viele Migranten. Glauben Sie, dass das so wäre, wenn die AfD ausländerfeindlich wäre?

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