Reform beim WDR

Ausgerechnet Cosmo

Der WDR will mehr junge Menschen mit „internationalen Biografien“ erreichen, schafft dafür den einzigen interkulturellen Sender ab und nennt den neuen „1Live Street“. Was hinter der Reform steckt und warum viele sie für ein fatales Signal halten.

Beim WDR zerbricht man sich viel den Kopf darüber, wie das eigentlich geht, ein Angebot für alle zu machen. Und vor allem über die Frage, wie man die Leute erreicht, die man bislang offenbar noch viel zu wenig erreicht – nämlich junge Menschen mit „internationaler Biografie“, wie es der WDR nennt.

Dieses „Wie“ scheint nun weitgehend festzustehen. Anfang Juni hat der WDR-Rundfunkrat in einer knappen Abstimmung entschieden: Der interkulturelle Sender Cosmo mit Global Pop und Sendungen in verschiedenen Sprachen soll nicht mehr Teil dieser Zukunft sein. Im April 2027 ist Schluss mit Radio Cosmo.

Schild mit dem Logo der Radiosenders Cosmo
Ab April …

2 Kommentare

  1. Sind solche „Nischenprogramme“ denn nicht geradezu der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen? Da sollte doch eben nicht mit Einschaltquoten, sondern auch mit kulturellen Bedürfnissen argumentiert werden… und es gibt ja auch einen Unterschied zwischen dem Nebenher-Konsumieren von Musik eines Popsenders und dem tatsächlichen Hören eines echten Programms. Das wird natürlich nie diese Zahlen erreichen, aber der WDR ist ja auch nicht Spotify.

  2. Cosmo ist der einzige Radio-Sender, den ich seit Jahren (schon zu Funkhaus-Europa Zeiten) regelmäßig höre. Obwohl ich nicht zu einer migrantischen Community gehöre. Cosmo hat aber einfach auch ne tolle Musikredaktion, spannende Beiträge, DJ-Sessions und so viele gute Ideen….gerade diesen Sender abzuschaffen ist schon echt bitter und tut weh.

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