Rechtspopulist

Die Begriffe „links“ und „rechts“ zum Verorten politischer Gesinnungen sind eigentlich nicht passend, und dennoch werden sie stets verwendet. Sollte Sozialdemokrat Sigmar Gabriel tatsächlich „links“ sein, dann müsste – so die Logik des von der Mitte zweigeteilten Kreises – die Christdemokratin Angela Merkel „rechts“ sein. Doch in Deutschland darf niemand ungestraft „rechts“ sein, denn „rechts“ sind Neonazis, also „Rechtsradikale“. Der Begriff „links“ dagegen wird von einigen Journalisten in einer Weise verwendet, dass der Leser darauf kommen könnte, es sei damit „gut“ oder „richtig“ gemeint. Ach, und dann sind ja noch die Liberalen, die sich gerade mühsam wieder in die deutschen Parlamente zurückkämpfen müssen, weil viele ihrer ehemaligen Wähler gemerkt hatten, dass sich die „Freien Demokraten“ nur populistisch als „liberal“ etikettierten, tatsächlich aber nichts mehr als Klientelpolitik betrieben. Ihr Weg zurück in die Glaubwürdigkeit wird mühselig sein.

Die sprachliche Lösung der deutschen Journalisten, um „Rechte“ zu benennen, die nicht als „rechtsradikal“ bezeichnet werden können, weil dazu kein Anlass oder Grund besteht, ist der „Rechtspopulist“. Weil seine politische Richtung vielen der Journalisten nicht behagt, setzen sie seinen politischen Willen herab, in dem sie seine Anliegen allesamt als „populistisch“ deklarieren – selbst wenn es Vorschläge sind, die politisch durchaus umsetzbar, also nicht populistisch sind.

Was auch immer der angebliche „Rechtspopulist“ fordert: die Journalisten nehmen es ihm nicht ab, dass er es ernst meint damit. Wenn er beispielsweise fordert, den Einfluss der Europäischen Union einzuschränken und dafür die Autonomie der Bundesrepublik Deutschland zu fördern, wird sein Anliegen als „populistisch“ gebrandmarkt, als würde er diese Forderungen lediglich stellen, um das Volk hinter sich zu scharen.

Auch wer sich für eine stärkere Kontrolle der Zuwanderung einsetzt, kann – so glauben es jedenfalls deutsche Journalisten – nur ein „Rechtspopulist“ oder ein „Rechtsradikaler“ sein. Also einer, der zündelt, um dem Volk zu gefallen, jedoch andere Ziele verfolgt. Oder einer, der die Migranten nur aufgrund ihrer Rasse, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung, etc. ablehnt, und nicht, weil er findet, bei den Zuwanderern müsse genauer zwischen echten Flüchtlingen nach Genfer Konvention, Wirtschaftsmigranten und Kriminellen unterschieden werden.

Um ein konkretes Beispiel von „Rechtspopulisten“, wie sie in deutschen Medien vorkommen, zu finden, nehmen wir die größte Schweizer Partei, die Schweizerische Volkspartei (SVP). Bei den Wahlen 2015 erreichte die Partei einen Wähleranteil von 29,4 Prozent, sie stellt aktuell zwei von sieben Ministern der Regierung (Bundesräte). Zwar wird sie im Parlament in vielen Fragen von den anderen Parteien überstimmt, aber sie hat eine klare Haltung und bringt diese erfolgreich zum Ausdruck, mit Änderungen der Verfassung und von Gesetzen. Vielen Gegnern der SVP wäre inzwischen ganz recht, die Partei würde tatsächlich nur aus polternden, also wirkungslosen „Rechtspopulisten“ bestehen – das ist aber nicht so.

Schaut man sich den Google Ngram Viewer an, der die Häufigkeit von Begriffen in den von Google digitalisierten Büchern misst, erlebte das Wort „Populist“ (von lateinisch populus, Volk) einen ersten Aufschwung in den Jahren nach 1968 und steigt seit etwa 1985 unaufhaltsam an. Zu diesem Zeitpunkt finden sich auch die ersten Stellen für „Rechtspopulist“. So häufig das Wort verwendet wird, würde man gar nicht vermuten, dass es gerade mal dreißig Jahre alt ist. Der zur gleichen Zeit aufgekommene „Linkspopulist“ wird auch verwendet. Seltener.

Tatsächlich sind fast alle Politiker Populisten, linke, rechte, liberale. Immer dann, wenn sie etwas fordern, und dann nichts tun, um es auch umzusetzen. Wir lesen jeden Tag von ihnen. Daran sind auch die Journalisten Schuld, denn sie animieren Politiker geradezu, populistische Äußerungen zu tätigen, nur um sie dann eine Woche lang breitzutreten.

Korrekt wäre es, alle politischen Positionen, die nicht klar erkennbar radikal oder populistisch sind, sachlich als das zu bezeichnen, was sie sind. Wenn es von den Beteiligten auf der Grundlage des demokratischen Rechtsstaats geführten Debatte Foderungen geben darf, die „links“ sind, dann muss es auch solche geben dürfen, die „rechts“ sind. Personen, die solche äußern, müssen dies tun dürfen, ohne gleich als „populistisch“ oder „radikal“ abgestempelt zu werden.

 

 
Medien besser kritisieren.

40 Kommentare

  1. So geht es natürlich auch (nicht): Herr Grob deutet hier den Populismusbegriff neu, um anschließend zu erklären, warum er auf Populisten nicht zutrifft.

    Populismus definiert sich nicht dadurch, dass eine Forderung nicht politisch und praktisch umsetzbar sei bzw. es an dessen Willen fehle. Solche Forderungen sind zwar oft auch populistisch, sind es aber nicht zwingend.

    Populismus lässt sich als eine Form politischer Strategie und Rhetorik beschreiben, die das Bedienen einfacher Ressentiments einer komplexen Fallanaylse vorzieht; die auf Moralisierung und „klare Antworten“ setzt, statt auf Liberalität und den Schutz von Individualrechten; die ihre eigenen Positionen vor allem durch Feindbilder beschreibt. Populisten behaupten in besonderem Maße das Alleinvertretungsrecht eines von ihnen entworfenen „Volkswillens“, durch den sie sich legitimiert wähnen.

    Erst, wenn alle diese Punkte zutreffen, sollte man korrekterweise von „Populismus“ sprechen.

    In einem hat der Autor natürlich Recht: Populistische Äußerungen und Tendenzen gibt es in jeder Partei; rechts, in der Mitte, links.
    Nicht die politische Ausrichtung macht einen Politiker zum Populisten.

    EHF

  2. Herzlichen Dank, Herr Grob, Ihr m.E. ab-so-lut zutreffender Artikel spricht mir zutiefst aus der gequälten Medienkonsumentenseele.

  3. Sehr geehrter Herr Grob, Ihre Interpretation von „Populist“ scheint mir ungewöhnlich. Die Wikipedia-Zusammenfassung der BPB-Abhandlung „Wesensmerkmale des Populismus“ lautet folgendermaßen:

    Populismus ist geprägt von der Ablehnung von Eliten und Institutionen, Anti-Intellektualismus, einem scheinbar unpolitischen Auftreten, Berufung auf den „gesunden Menschenverstand“ (common sense), Polarisierung, Personalisierung und Moralisierung. Populismus betont den Gegensatz zwischen dem „Volk“ und der „Elite“ und nimmt dabei in Anspruch, auf der Seite des „einfachen Volkes“ zu stehen.

    Mein Eindruck ist, dass die meisten als rechtspopulistisch bezeichneten Personen und Organisationen so ziemlich alle Punkte auf der Liste erfüllen. Ein in Deutschland vielleicht weniger hitziges Beispiel als die AfD wäre Donald Trump.

    Zugegeben, die rechts/links-Aufteilung ist etwas haarig, aber als „links“ oder auch nur „mittig“ würde ich die beiden Genannten nicht bezeichnen.

  4. Die Kommentatoren zu 1 und 2 lassen, verständlicherweise übereinstimmend, die ihnen unangenehmen Passagen der Definition bei Wikipedia fort:

    „Politischer Kampfbegriff zur Diffamierung des jeweiligen Gegners“ steht dort u.a. zu lesen.

  5. Muckusch, Sie meinen vermutlich 1. und 3. (also u.a. meinen Kommentar).

    Was Sie von Wikipedia zitieren ist nicht Teil der Definition sondern beschreibt eine typische Verwendung. Sie haben natürlich Recht, dass der Begriff so verwendet werden kann aber das bedeutet nicht, dass das automatisch der Fall ist. Man muss in jedem Einzelfall die Kategorien anlegen und prüfen ob der Begriff passt. Wenn das der Fall ist, ist seine Verwendung absolut angemessen – „Kampfbegriff“ hin oder her.

    In der jüngsten Vergangenheit wurden wohl Pegida und die AfD mehr als andere Organisationen als rechtspopulistisch bezeichnet und ich denke es ist offensichtlich, dass sie jede der Kriterien für Populismus erfüllen.

  6. Moin Nicolai, ja, meinte 1&3, nicht mich selbst, pardon.
    Die Def. bei Wikipedia beginnt mit der Unterscheidung von einem spez. Politikstil, einer speziellen polit. Rhetorik, Strategie und Ideologie.
    Was 1&3 fortliessen, auch:
    Populismus hat kein bestimmtes eigenes Wertesystem (…) kann mit ganz unterschiedlichen polit. Richtungen und Zielsetzungen einhergehen.
    „In der polit. Debatte ist Populismus ein häufiger Vorwurf, den sich Vertreter unterschiedlicher Richtungen gegenseitig machen, wenn sie die Aussagen der Gegenrichtung für populär, aber nachteilig halten“.

    Und ich betone: Kann mit (= geht) mit unterschiedlichen polit. Richtungen einher, Häufig, Gegenseitig, „für nachteilig halten“ = für ihre parteiische Klientel, oder auch nor vorgeblich nachteilig.

    Der Begriff wird (neben 10 Proz. Linkspopulismus) annähernd exclusiv auf die AfD angewandt und das im Wiederholungstempo von Maschinengewehrfeuer auf sämtlichen „unabhängig-freien“ Kanälen im Staats- und Oligarchenbesitz.
    Und Pegida, eine ganz andere Gruppe die von Ihnen bewusst eng dazugenommene AfD, mag als populistisch zu bezeichnende Züge haben (wie alle Parteien, oder?) aber doch nicht nur, von allen, immer wieder, im Takt der Stalinorgel.

  7. Und, Nicolai, um diese exzessive Verwendung explosionsartig anwachsend exklusiv auf einen einzigen politischen Gegner gerichtet ging es doch dem Autor, Herrn Grob, dafür mein Lob zu oben 2.

  8. Ich finde die Populismusdefinition des Autors auch ungewöhnlich. Ich habe für mich persönlich intuitiv eine ähnliche Definition des Begriffs wie Wikipedia. Man sollte Populisten nämlich auch nicht verharmlosen (wie es bspw in Sachsen seit Jahren geschehen ist) und als das benennen was sie sind.

    Und an den besorgten Bürger Muckusch: suhle dich weiter in deiner üblichen Opferrolle. Wer Pegida mit „mag populistische Züge haben (wie alle Parteien)“ verharmlost, der hat seine ganz spezielle Meinung und traut sich nur nicht hier die angeprangerten“ Kampfbegriffe zur Diffamierung des jeweiligen Gegners“ offen zu verwenden (Lügenpresse, Volksverräter, (linksgrün versiffte) Gutmenschen etc etc)

    Damit klinke ich mich hier auch aus, schönen Sonntag noch.

  9. „Der Begriff „links“ dagegen wird von einigen Journalisten in einer Weise verwendet, dass der Leser darauf kommen könnte, es sei damit „gut“ oder „richtig“ gemeint.“

    Da würde ich gern mal ein Beispiel für lesen. Zu Ronnies eigenwilliger Auffassung von „Populismus“ ist ja schon was gesagt. Oder wo steht, dass Populismus „wirkungslos“ wäre? Nur mit dem „wirkungslos“ macht aber der Absatz mit der SVP Sinn. Sorry to say, Ronnie, aber helle ist das alles nicht. Für mich eher Begriffsverunklarung als Begriffsklärung.

  10. @8:
    Sie scheinen Pegida für eine Partei zu halten, mein Kommentar jedenfalls bezeichnete eindeutig die AfD als solche und befand sie, wie sämtliche Parteien, als fallweise populistisch.
    Der Artikel Herrn Grobs hat entgegen der Mehrzahl seiner Kommentatoren, nicht eine von vielen Populismusdefinitionen zum Gegenstand, sondern das inflationäre Ansteigen der Verwendung dieses Begriffes und seine einseitige Anwendung auf bestimmte neue Parteien, also wirtschaftliche Konkurrenten im „politischen Geschäft“ der Altparteien.
    Was mich Ihenen zum „besorgten Bürger“ macht, was Sie mich duzen lässt, Sie sprechen auch von „suhlen“, als hätten wir uns je gemeinsam gesuhlt.
    Woher Sie wissen wollen, was ich mich traue oder nicht, oder welche Vokabeln zu verwenden ich pflege, jedoch nicht hier, lässt mich mit etwa gleicher Berechtigung darauf schliessen, dass Ihr Beitrag mittels Algorythmen von einem Bot verfasst wurde statt von einem denkenden Menschen.

  11. Man sollte Faschisten einfach Faschisten nennen, und rassisten Rassisten aber das gehört sich ja nicht, weil Jammerlappen, deswegen werden dümmliche Begriffe wie rechtspopulistisch, rechtsextrem und rechtsradikal verwendet, die die Betreffenden aber auch nicht hören wollen. Nur sind mir die Befindlichkeiten dieser Menschen und ide des SVP-Verstehers Ronnie recht egal.

  12. Guten Abend Mukusch,

    ich kann Ihnen ebenso wenig folgen wie Herrn Grob. Eine übliche und wissenschaftlich fundierte Interpretation des Begriffs „Rechtspopulist“ trifft auf weite Teile Pegidas und der AfD zu. Dementsprechend werden sie als solche benannt.

    Gemäß dieser Interpretation sind andere Parteien weitestgehend nicht populistisch, denn zumindest die erste Hälfte der Punkte („Ablehnung von Eliten und Institutionen, Anti-Intellektualismus [und] einem scheinbar unpolitischen Auftreten“) wird man den bei den übrigen Parteien wohl höchstens gelegentlich den Linken vorwerfen können.

    Natürlich gibt es in allen Parteien populistische Klänge, aber die Menge macht’s und die ist bei der neuen Rechten gemäß üblicher Definition deutlich größer. Dementsprechend werden sie deutlich häufiger so genannt. Das hat also nichts mit „einseitige[r] Anwendung“, „Maschinengewehrfeuer“, oder „Stalinorgel“ zu tun. If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck, then it probably is a duck. (Und die neue Rechte ist auch nicht die erste Gruppe, die so bezeichnet wird.)

    Mag sein, dass Ihnen oder Herrn Grob das nicht gefällt, aber das ist kein Anlass dazu die Fakten zu verdrehen.

  13. In der Schule lernte ich, dass der Begriff „rechts“ und „links“ aus den frühen Tagen der Parlamente stammte, in denen sich die Konservativen/Zentrum/CDU vom Redner aus gesehen nach rechts gesetzt hatten und die Sozialdemokraten/Sozialisten/Kommunisten nach links setzten.

    Man kann kurz festhalten, dass die Rechten sicherlich nationaler denken als die Linken. Aber beide müssen im realistischen Rahmen bleiben, so dass die CDU sich zur EU bekennt und die SPD auch nationalen Protektionismus betreibt, wenn es z.B. um Stahl oder Kohle geht.

    Mit dieser Definition ist links und rechts zunächst weder gut noch böse – außer man übertreibt es. Dann ist man radikal.

    Ein Populist ist jemand, der Forderungen hat, die in der Realität nicht umsetzbar sind. So ist die Regierung von Tsipras in Griechenland in den Wahlen mit Sicherheit linkspopulistisch gewesen.
    Ebenso ist die jetzige AfD rechtspopulistisch, sie fordert Dinge, die mit dem Grundgesetz und auch mit Deutschland innerhalb der Weltgemeinschaft nicht umsetbar sind und dies nicht fein formulierend, sondern auch im Gespräch mit doofen Parolen daherkommend, ähnlich wie die CSU.

    Sicherlich haben alle Parteien populistische Forderungen in den Headlines, aber im Gegensatz zum reinen Links-/Rechtspopulisten haben sie einen konreten und realistischen Plan ausformuliert.

    Ich sehe keine Problem, jemanden als Rechts- oder Linkspopulisten zu bezeichnen, wenn er dies ist.
    Ebenso häufig wird auch bei den nicht-populistischen Parteien von den Medien kommentiert, wenn eine Forderung populistisch ist/war.

  14. „von einigen Journalisten“
    „der deutschen Journalisten“
    „vielen der Journalisten“
    „deusche Journalisten“
    Ja was denn nun und wer denn nun?

    Immerhin hat Ronnie Grob seine Definition von „Populismus“ sehr exklusiv.

  15. Das Beispiel SVP gefällt mir gut. Wer knapp 30% Bürger von der Willensbildung ausschließen will, kann seinen Staat sonstwie bezeichnen, aber nicht als Demokratie. Der Schweiz fehlt jedenfalls das Verständnis dafür, dass eine Demokratie gegen den Willen der Bürger hochgehalten werden kann.
    Und so hat die SVP jahrelang Volksentscheide auf den Weg gebracht und gewonnen, weil ihnen u.a. auch die Wähler des liberaleren Freisinns zugestimmt haben. Das ist für die Gegner immer ärgerlich, aber es ist eben Demokratie und eigentlich nicht gefährlich. Denn der Krug geht nur so lange zum Brunnen, bis er bricht. Der Bruch kam mit der Durchsetzungsintitiative Anfang des Jahres: Kurz vor der Abstimmung hat sich vor allem bei freisinnigen Wählern die Erkenntnis Bahn gebrochen, dass das jetzt zu weit ging. Ergebnis: ein Erdrutsch, die Freisinnigen nach langen Jahren wieder mit den Linken in einem Boot, die deutschsprachigen Städte mit den französischsprachigen Kantonen. Die „Populisten“ von der SVP ärgern sich, stellen aber die Abstimmung nicht in Frage:
    http://www.nzz.ch/schweiz/durchmarsch-der-zivilgesellschaft-1.18703165
    Die Schweiz bleibt stabil, die sogenannten „Populisten“, die einfach nur nationalkonservativ sind, lecken nur ihre Wunden, weil sie überzogen haben. Niemand will ihnen das Maul verbieten. Chapeau!
    Man merkt: der Kontrast zum deutschen Politikbetrieb mit seinen gottgegebenen Gewissheiten und heiligen (sprich: autoritären) Denkverboten könnte nicht größer sein. Hier wird einmal der linke und einmal der rechte „Populismus“ mundtot gemacht, wie es den Mächtigen gerade gefällt. Die Wahrheit und „das Gute“ kommen jedenfalls immer von oben.
    Es gibt übrigens auch einen französischen Soziologen, der der Meinung ist, dass der Anti-Populismus der Eliten dem Erfolg des Front National vorausgegangen ist und diesen geradezu provoziert hat:
    https://hintermbusch.wordpress.com/2016/07/07/anti-populismus-und-anti-nationismus/
    Man muss nicht alles einfach glauben, was einem autoritäre deutsche Pseudolinke über den bösen, bösen Populismus erzählen. Das Leben ist viel bunter und interessanter mit ein wenig geistiger Freiheit, die man hierzulande aber schon viel zu oft im Ausland suchen musste.

  16. Für mich liest es sich so Herr Grob, als forderen Sie mehr Differenzierung. Von u.a. „einigen Journalisten“, „vielen der Journalisten“ bezüglich der Begrifflichkeit Populismus?

    Ich habe auch noch nicht erlebt, dass jemand, der sich differenziert und ohne hetzerische Instrumente, für eine Kontrolle der Zuwanderung einsetzt, auch automatisch als Rechtspopulist gebrandmarkt wird.
    Denn der Wunsch nach Kontrolle diesbezüglich, bedeutet ja nicht automatisch Ablehnung gegenüber dem Thema.
    Es gibt durchaus einige Aussagen zu lesen, die sich mit dem Thema beschäftigen und den Wunsch der Kontrolle im Zusammenhang mit humaneren Lösungen äußern.
    Hierzu gibt es genügend Punkte die man mit einbeziehen muss, eben differenzieren.

    Dann haben wir noch die Definition von Populismus. Wenn diese aus der Wikipedia nicht genug ist, gibt es ja immerhin noch den verlässlichen Duden:

    Populismus, der
    (Politik) von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen

    Eine Einteilung in die jeweilige politische Richtung finde ich hierbei dann auch mehr als angemessen.

    Ich habe außerdem interessehalber gerade den Begriff Linkspopulist bei der Googlenewsübersicht als Suchbegriff eingegeben.
    Der höchste gemeinsame Nenner der Artikel auf den ersten fünf Seiten ist tatsächlich: Rechts- und Linkspopulismus gleichermaßen gefährlich.
    (Die restlichen Seiten wollte ich nun nicht durchforsten. Ja, da bin ich jetzt etwas faul.)
    Der allgemeine Tenor suggeriert somit meines Erachtens nicht, dass links gleich gut ist.

    Abschließend kann ich nur sagen: Ich hätte mir hier mehr Differenzierung gewünscht.
    So liest es sich leider nach einem oberflächlichem Schimpfgelage, das auch seitens unserer ach so besorgten Bürger kommen könnte.
    Und das finde ich sehr schade, denn ich habe Sie differenzierter im Gedächtnis.

  17. „Mahlzeit“ Nicolai,

    mit Dank für die Zeit, die Sie der Frage widmen, möchte ich mich auf das einzige, das die freie Presse dem Bürger hinsichtlich real existierender Mißstände (soweit diese nicht „freigegeben“ sind, wie weiland BPräs. Wulff bspw.) zu deren Beurteilung gelassen hat berufen, auf das „Gefühl“:

    Der Bundesbürger hat „das Gefühl“, daß seine Hartz IV-Bezüge nicht reichen, der Mindestlöhner dasjenige, daß er für 50.- € mehr als Hartz IV arbeite, beide haben „das Gefühl“, keine auskömmliche Rente anzusparen, doch Herr Blüm erklärte, sie „sei sicher“. Daß das schon damals unwahr war (populistisch), weiß heute jeder, als Frau Merkel & Herr Steinbrück sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hinstellten und die Sparguthaben für sicher erklärten, war das unwahr, die Erklärung sollte sie, damit die Bürger ja nicht ihr Geld abheben, erst sichern. Das war mithin populistisch. Die MwSt.-Erhöhung, vor der Wahl 1 – 2 % im Skat, nach der Wahl 3 % im Gesetz, der Soli (auf 1 Jahr, dann 2, jetzt über 20 Jahre) etc. pp., die schwarze Null – alles ersichtlich unwahr, Art. 10 GG aufgehoben durch nat. + internat. Geheimdienste – keinen störts, Abhören unter Freunden geht gar nicht, Merkels Dienste tun es aber ebenso.
    Mein „Gefühl“ sagt mir, und wer es nicht spürt, dem ist es nicht zu erklären, daß der (gar nicht so staatsferne, vgl. BVerfG) Rundfunk, Fernsehen, daß die freie Presse (sie gehört maßgeblich 11 Verlagen, diese mehrheitlich Milliardären) gemeinsam, konzertiert, ein Stakkato von „rechtspopulistischem Pack, demagogischen Rattenfängern, rassistischem Mob“ über einen zunehmend wachsenden Bevölkerungsanteil ergießt, das an populistischer Einseitigkeit kaum zu überbieten ist. Ein Gefühl nur, mehr nicht. Danke für Ihre Geduld :-)

  18. @ Andreas Müller:

    Ich teile Ihre Ansichten und trete ihnen wie Ihnen rückhaltlos bei, erlaube mir hinzuzufügen, daß durch die sinkende Wahlbeteiligung, erst die AdD hob sie wieder etwas an, was ihr jedoch niemand zugute hält, ebenfalls 50 % der Wahlberechtigten zu subtrahieren sind: Wer oder was auch immer regiert, wurde nur von einem (nur noch durch bunte Koalitionen zu reparierenden) geringen Bevölkerungsanteil gewählt. Der Ausschluß weiterer 30 % als „Schwund an rassistischem Pack und rechtspopulistischem Mob“ stellt die (ohnehin nur) parlamentarische Demokratie sehr weit in Frage.

    Alle Politik und alle Presse sollte sich, statt tatsächlichen oder angeblichen Populisten tagein-tagaus Populismus vorzuwerfen fragen, woher aktueller und zunehmender Europas Rechtsruck kommt. Geschichtsbewußt erinnern, worin die Ursachen für die Katastrophen lagen, die Deutschland Faschisten auslösten. Parallelen suchen, es gibt genug davon, Sie wissen es ja selbst (all das, was als des Wählers „Gefühl“ kommuniziert wird, zählt dazu).
    Und alsdann prüfen, ob entweder ein noch unbekanntes Gas ausgeströmt ist, das Europas Bürgern mehr und mehr jeglichen Verstand vernebelt, oder ob es nicht lange, lange ignorierte, dann geleugnete Tatsachen gibt, derzeit dem Wahn nur von Faschisten zugeschrieben, die Forderungen an die Politik aufstellen, die vor 10 Jahren die CDU/CSU noch formulierte und nach Merkel, sie selbst ist ja schon dabei, wieder aufstellen werden. Womöglich nur populistisch, aber sie werden es tun.

  19. Sehr geehrter Mukusch,

    Sie driften weit vom Thema ab, weswegen ich mich kurz fasse und zu diesem Diskussionsstrang danach nicht mehr beitragen möchte.

    Ich stimme Ihnen bei einigen der genannten Probleme voll und ganz zu: ALG II, Mindestlohn, Rente, schwarze Null, Abhörskandal. Hier hat die Regierung in weiten Teilen nicht ausreichend gut oder sogar ausdrücklich schlecht gearbeitet.

    Aber es ist ja nicht so als wäre das in den von Ihnen über einen Kamm geschorenen Medien nicht ausführlich und kontrovers analysiert, zerlegt und diskutiert worden. Wenn Sie diese Diskussionen und die darin oft enthaltene Kritik der Regierung nicht wahrgenommen haben, liegt das nicht an den Medien sondern an Ihrem Konsum derer. Wenn ihr „Gefühl“ anderes sagt, sollten Sie den mutigen Schritt machen es mit den Fakten zu konfrontieren.

    Und nochmal: Die neue Rechte als rechtspopulistisch zu bezeichnen hat wenig mit „konzertiert“, „ein Stakkato“ (das vielleicht am ehesten) oder „populistischer Einseitigkeit“ zu tun. Da werden einfach Dinge beim Namen genannt. Und zwar beim richtigen wie ich und andere hier mehrfach dargelegt haben, was aber von Ihnen bisher nicht aufgenommen wurde.

  20. @ Nicolai

    Geschätzter Nicolai, Sie haben völlig Recht, die Positionen sind wechselseitig dargelegt, der Rest ist „Neigung“, etwa wie bei blond oder braun.
    Soweit Sie meinen, die Medien legten hinreichen dar, bestreite ich das energisch, sie tun es schon deshalb nicht, weil sie daran kein Interesse haben, welches denn?
    Analysieren Sie bitte die Einfluss-Sphären auf Funk & Fernsehen, lesen Sie das BVerfG-Urteil zum ZDF Rundfunkstaatsvertrag, schauen Sie, welche 11 Verlagshäuser fast sämtliche der über 5.500 Zeitungstitel produzieren, sieben Sie die Vorgaben von Reuters, dpa und anderen Agenturen aus, von Lobbyverbänden und fragen sich dann, welches Wahrheitsinteresse (bspw. über „Steuerschlupflöcher“) eine alte Milliardärin, der verdammt viele Zeitungen gehören, mit Ihnen gemeinsam haben könnte.
    Oder Berlusconi, der Regierungs- und Medienmacht (so ganz und gar frei wie ausgewogen) in seinen beiden Händen vereinte.
    Die freie Presse schrieb darüber etwa soviel wie jetzt über den Chef der Dt.Bk., der „Verantwortung“ trägt für deren Zustand:
    Kein Wort, der Name Ackermann taucht nicht auf. Er taucht einfach nicht auf, ist weg. Warum nur?
    Grüsse – Muckusch

  21. Danke an Muckusch, denn in dieser ganzen Diskussion fehlt mir ein sehr wesentlicher Aspekt:
    Es gehören hier (wie meist im Leben) immer zwei dazu: derjenige, der eine Forderung öffentlich äußert (meinetwegen qua Amt, oder qua Sich-Berufen-zu-fühlen), auf der anderen Seite der (die) andere(n), die diese Forderung positiv sanktionieren (z.B. durch Wahlerfolge, zahlreiches Erscheinen bei Demonstrationen etc.).
    Hier handelt es sich in der Regel um „das Volk“. Und genau hier kommt der Begriff „populistisch“ ins Spiel und zwar ganz genau in der – m.E. jeder Wikipedia- vorzuziehenden – Duden-Definition (danke an C.S. #17):
    Populismus, der
    (Politik) von Opportunismus geprägte, volksnahe (sic!!), oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen

    Was heißt das? Hier wird etwas gesagt, was erfolgreich ist und anderen (Linken, Rechten, politischen Konkurrenten) nicht gefällt, da sie nicht so erfolgreich sind. Bestenfalls in Ermangelung an besseren Konzepten/Rezepten, schlimmstenfalls aus schierer Hilflosigkeit, wird dann einfach der Erfolg als „populistisch“ diffamiert.

    Der Elefant im Raum: wer macht den Erfolg? Das Volk, also im weitesten Sinne (je nach politischer Ausrichtung) wir.

    „Ausweisung aller kriminellen Ausländer/Asylbewerber, aber zack“, „verstaatlichen aller Versorgungsbetriebe“, „Null-Tarif im ÖPNV“ … sicher alles populistisch im o.g. Sinne.
    „Regen im ganzen Jahr verboten“, „Rückenwind auf allen Fahrradwegen“ wer kann dazu schon „nein“ sagen? Aber fordern sie das mal als Partei, Interessengruppe… hier wird niemand die Populismus-Keule schwingen.

    Fazit: Herr Grob ist dafür zu loben (zumindest lobe ich ihn dafür), dass er hier etwas sehr Aufschlussreiches feststellt: wie der Begriff „Rechtspopulist“ in der Öffentlichkeit und vor allem der veröffentlichen Meinung eingesetzt wird.
    Die (auch das lobenswerterweise) weitergehende Diskussion hier im Forum geht allzu oft am Kern vorbei oder kommt dort gar nicht erst an.

  22. Ist schon amüsant wie sich erst Mukusch und jetzt Matthias die Dinge zurecht legen. Natürlich kann der Begriff Populismus zu unrecht angebracht werden – wie jedes andere Wort auch. Das muss dann aber im Einzelfall diskutiert werden. Allein die Tatsache, dass er viel verwendet wird, sagt überhaupt nichts aus.

    Statt also zu den Aussprechenden zu beschuldigen („wird dann einfach der Erfolg als „populistisch“ diffamiert.“) oder Verschwörungstheorien zu spinnen („sie tun es schon deshalb nicht, weil sie daran kein Interesse haben“) sollte man lieber sachlich die konkrete Situation diskutieren.

    Darüber könnte man nun geteilter Meinung sein. Vielleicht sind sie ja der Überzeugung die AfD sei nicht populistisch? Dann nehmen sie geläufige Definitionen her und argumentieren Sie warum Sie nicht zutreffen. Das ist aber bisher nicht geschehen. Warum bloß?

    Sowohl die Definition im Duden als auch die von Wikipedia zitierte (ich verstehe zwar nicht, warum man einem privaten Medium mehr Glaubwürdigkeit als einer wissenschaftlichen Arbeit entgegenbringen würde, aber sei’s drum) trifft meiner Meinung nach voll auf die neue Rechte zu. Also ist die Bezeichnung, meiner Meinung nach, korrekt.

    Alles andere was hier kommt sind Nebelbomben. (Warum wird nicht über Ackermann berichtet? Weil er seit vier Jahren nicht mehr zuständig ist?!)

    Da der Austausch immer wirrere Züge annimmt und ich erwarte in den nächsten Beitragen noch mehr über die Weltverschwörung zu erfahren, klinke ich mich hier mal aus.

  23. @Muckusch
    “ ein Stakkato von „rechtspopulistischem Pack, demagogischen Rattenfängern, rassistischem Mob“ über einen zunehmend wachsenden Bevölkerungsanteil ergießt, das an populistischer Einseitigkeit kaum zu überbieten ist.“
    Das ist nicht zu leugnen. Anklänge davon haben sich auch schon über Lucke & Co. ergossen, als sie nur die Euro“rettungs“politik ablehnten. Umgekehrt kann Frau Merkel heute „rechtspopulistische“ Politik an machtvoller Stelle fordern, viel mehr Abschiebungen Illegaler zum Beispiel. Wenn Frau Petry exakt Dasselbe (aber mit freundlicherem Gesicht) fordern würde, wäre das wie die Bestellung eines Shitstorms bis hinein ins Staatsfernsehen. Bei Frau Merkel ist es OK: Wat mutt dat mutt für den Machterhalt. Da schaltet auch die „linke“ Opposition gleich zwei oder drei Schrillstufen runter beim „Kein Mensch ist illegal“. Deswegen nenne ich sie pseudolinks, und Pseudoopposition. Sie glauben letztlich nicht an ihre Inhalte, schon gar nicht an Prinzipien. Es fühlt sich tatsächlich an wie Blockparteien: getrennt marschieren, vereint schlagen. Inzwischen hat es in seiner penetranten Lautstärke, Fakten- und Logikresistenz surreale Ausmaße angenommen.
    Wenn beispielsweise nach Wahlen im Frühjahr jede Stimme, die nicht für die AfD abgegeben wurde, von Politikern und Medienvertretern als Stimme für Merkels Politik bewertet wurde, dann war das ein objektives Förderprogramm für diese Partei. Und zwar von Leuten, die gleichzeitig ständig wie die Irren moralisch auf diese Partei eindreschen. Was soll man davon nur halten?
    Es gehen unheimliche Dinge vor in Deutschland, die mit Rationalität, Freiheit und Demokratie sehr unpassend beschrieben sind. Niemand glaubt mehr, dass irgendetwas „wahr“ sein könnte, was ein führender Politiker sagt, und einer ruhigen, sachlichen Überprüfung in, sagen wir, 5 oder auch nur 2 Jahren standhalten könnte.
    Lassen Sie also den Blüm aus dem Spiel. Sein Rentenversprechen hat immerhin noch gut 30 Jahre gehalten! Das waren absolut ehrliche Worte verglichen mit allem was herauskommt, wenn Wolfgang Schäuble seinen bitterbösen Mund öffnet und verkündet, wie glänzend doch alles bestellt ist in Deutschland, bis auf die grassierende Inzucht natürlich.

  24. @ Nicolai,

    mein Guter, jetzt schwächeln Sie aber wie ein Politiker:
    Sie räumten bereits „am ehesten Stakkato“ bzgl. der derzeit diktierten Anwendung des Populismusbegriffes ein, jetzt soll jeder Einzelfall des Stakkato entscheiden, was bei einem Stakkato begrifflich schwer mögluch scheint.
    Selbst-ver-ständ-lich sind, und das schrieb Herr Grob wie ich, sämtliche Parteien fallweise mehr oder weniger populistisch:
    Bevor dieser Kampfbegriff (inhaltsleeres Totschlagargument) für die neue politische Konkurrenz reklamiert wurde (Grüne, Linke, Piraten kennen das schon, wer hochkommt, bekommt diesen Gegenwind zu spüren, es geht um viele gutbezahlte Posten und um verdammt viel Geld für die Partei), wurde Frau Merkel vorgeworfen, eine an Meinungsumfragen, die sie auf Staatskosten monatlich einhole, orientierte populistische Politik zu machen.
    Davon spricht keiner mehr, die Macht“elite“ hat einen neuen Gegner ausgemacht.
    Niemand hat bestritten, dass die AfD auch populistisch ist, darum, nur darum, will keiner mit Ihnen über die Populismusdefinitionen rechten, sondern, so auch Herr Grob, darüber, wer sie wie auf wen anwendet, nach Häufigkeit, Zielrichtung, Intention pp.

    Wer glaubwürdig ist, entscheidet nicht nur die Eigentümerstruktur am Medium, sondern massgeblich die Glaubwürdigkeits- und Glaubhaftigkeitsprüfung, das „Wissenschaft“ per se glaubwürdiger sei als irgendwer anders ist ja drollig, nie von den Tabakindustrie-finanzierten „wissenschaftlichen“ Untersuchungen zum Tabakkonsum gelesen?
    Von „wissenschaftlichen“ Gutachten zur Sicherheit der Atomkraft, ihren niedrigen Kosten, der famosen Endlagerung, dem Wirtschaftswachstum durch den €, durch TTIP, Ceta, den Abgaswerten der Diesel – alles wird wissenschaftlich untersucht und ist immer so grossartig, wie der zahlende Auftraggeber der Studie es gerade benötigt.
    Und wenn nicht, wird die Studie nicht veröffentlicht oder verändert, das gilt doch selbst für den Armutsbericht Zensursulas.
    Ackermann war Chef während der Zeit, in der die Dt.Bk. die heute über ihr zusammenbrechenden „Geschäfte“ machte, weshalb alle, die glauben, nur, weil er damals zwar Chef war, doch heute nicht mehr ist, wie Sie hier vorgeben zu glauben, fein raus sind.
    Nach der Populismuskeule ergreifen Sie schliesslich die Verschwörungstheoretikerkeule, die wohl armseligste überhaupt:
    Ganz so, als gäbe es keine Verschwörungen, keine verbotenen Preisabsprachen, keine heimlichen Kartelle, für die man, obwohl milliardenschwerer gewerbsmässiger, bandenmässiger Betrüger, mit einer blossen Geldauflage davonkommt, und das sogar, wenn die Chauffeure und Bodygards der Kaufleute Waffen trugen, was jeder kleine Haschischhändler mit 5 Jahren Mindeststrafe büsst.
    Ich danke Matthias, gebe es auch auf und gestehe: Ein Gas strömte aus, Hass-Gas, und machte die Menschen Europas blind, taub und dumm für die Segnungen auch dieser „Erfolgsgeschichte“, hasserfüllt blicken sie auf die freieste, gerechteste, strahlendste europäische Gegenwart wie Zukunft und glauben denen einfach nicht mehr, die ihnen seit 25 Jahren sagen, schreiben, singen, dass es die ihre sei. Denn sie haben, Hass-Gas-bedingt, das Gefühl, bei ihnen komme nichts an davon. Dumm gelaufen, das mit dem Hassgas konnte niemand vorhersehen, obwohl genau ihm, wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge, auch der Aufstieg der Nazis aus der Weimarer Republik zuzuschreiben ist.

  25. Hallo Nicolai Parlog, ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob wir uns richtig verstehen: es geht mir in erster Linie darum, den Bergiff „populistisch“ zu neutralisieren… Sie laden ihn wieder mit negativer („rechter“) Energie auf … warum?

  26. @ Andreas Müller:
    Guten Abend, sehr geehrter Herr Müller, Sie sprechen bzw. schreiben mir aus dem Herzen!
    Kenne paar Professoren aus dem weiteren Lucke-Umfeld, ehrwürdige graue Herren, zutiefst humanistisch gebildet, die fassungslos auf die von Ihnen zutreffend beschriebenen Zustände blicken und mich händeringend fragen: „Man muss doch nur hinsehen, sehen die es denn nicht??“
    Sie lesen die Zeit, die Faz, aus alter Verbundenheit, schreiben intelligente Leserbriefe – und werden nicht gedruckt.
    Und diesen Eminenzen wird vorgeworfen, „dummes Nazipack“ zu sein, sich – zu Unrecht – abgehängt zu fühlen“, auch ganz so, als könnte sich an einer deutschen Gegenwartsuni ein irgend radikaler Professor noch länger als drei Tage halten.
    Herr Andreas Müller, mir ist, als kennen wir uns, sind uns schon häufiger begegnet, was ich aber im nächsten persönlichen Gespräch und nicht hier eruieren würde 🤓
    Kopf hoch, kann Sie gut leiden! Grüsse – Muckusch

  27. ich mus mich nochmal einlinken, Nicolai Parlog: „Statt also zu den Aussprechenden zu beschuldigen („wird dann einfach der Erfolg als „populistisch“ diffamiert.“) oder Verschwörungstheorien zu spinnen („sie tun es schon deshalb nicht, weil sie daran kein Interesse haben“) sollte man lieber sachlich die konkrete Situation diskutieren.

    Darüber könnte man nun geteilter Meinung sein. Vielleicht sind sie ja der Überzeugung die AfD sei nicht populistisch? Dann nehmen sie geläufige Definitionen her und argumentieren Sie warum Sie nicht zutreffen. Das ist aber bisher nicht geschehen. Warum bloß?

    Haben Sie niht gelsen/“zugehört“? Worum geht es Ihnen?

    Ich glaube weder Mukusch noch ich, Matthias, sind verblendet, sondern sicher mit einem „gesunden Menschenverstand“ ausgerüstet… passt es nicht ins „Bild“? fuktioniert hier (im Diskussionsforum) tatsächlich nur der „pawlowsche (linke) Hund“

  28. Die naheliegendste Erklärung für den zunehmenden Gebrauch des Wortes Rechtspopulist (bzw. -ismus) erwägt der Autor nicht mal: Dass es heute einfach mehr Rechtspopulisten gibt als sagen wir vor 30 Jahren. Aber da er schon am Gehalt des Begriffs scheitert, ist das auch kein Wunder… Was auch für zwei Kommentatoren mit M gilt, deren Beiträge argumentativ auf der Stelle treten und nur immer länger und wirrer werden. Die einschlägigen Definitionen von Rechtspopulismus, die ja nun schon mehrfach gebracht wurden, könnte man einfach mal zur Kenntnis nehmen und von da aus weiter argumentieren.

    Die „klassischen“ konservativen Rechten von früher waren in einigen wesentlichen Punkten eben anders, etwa in ihrer Einstellung zu Eliten oder „Volk“. Populistische Rechte in der Vergangenheit waren fast immer auch extrem, nämlich Faschisten.

    Und auch wenn immer wieder behauptet wird, Kategorien wie links und rechts seien „eigentlich nicht passend“ (meistens behaupten das Rechte, die nicht so genannt werden wollen): Nein, passt. Zumindest einigermaßen, und besser als jede andere grundlegende Einteilung. Sicherlich lassen sich damit nicht alle politischen Phänomene erfassen, schwierig ist es z.B. mit dem Populismus Beppe Grillos, oder dem Islamismus, oder dem Stalinismus. Aber ansonsten lassen sich die gegensätzlichen Leitideen rechter und linker Politik ganz gut beschreiben und anwenden.

    „Rechtspopulismus“ ist für mich immer dann ein Hasswort, wenn es eigentlich als Euphemismus für Rechtsextremismus verwendet wird, der mal nicht mit Glatze und Baseballschläger daherkommt.

    Mit dem einfachen Wort „rechts“ habe ich übrigens ein anderes, sprachliches Problem: „rechts“ und „recht“ liegen einfach sprachlich zu eng beieinander. Ein rechtes Buch, eine rechte Idee, ein rechter Bürger… klingt in meinen Ohren alles doppeldeutig.

    Und dass „links“ häufig so ähnlich klingt wie „gut“, liegt einfach daran, dass es meistens auch so ist. :-p

  29. „Und dass „links“ häufig so ähnlich klingt wie „gut“, liegt einfach daran, dass es meistens auch so ist.“
    Oh, jetzt sind wir also bei den ganz schlichten Wahrheiten angekommen. Bis auf eine kleine löbliche Einschränkung kann die Schlichtheit der Ihren fast mit dieser hier mithalten: „Right is right and left is wrong“. Und der vorletzte Absatz zeigt ja sehr schön, dass Sie genau daran Maß genommen haben.
    Herzlich willkommen in Armageddon! Wer übrigbleibt, war der Gute.

  30. Inhaltlich einer der schlechtesten Artikel, die hier bisland erschienen sind. Kein solides Argument, dünne Fakten – versteckt hinter verweichelnden Formulierungen. Einige Journalisten in manchen Zeitungen glauben scheinbar … Belege? So bleiben nur gefühlte Wahrheiten und damit ein Argument, dass auf wackeligen Beinen hoch gestapelt wird. Ne, sorry. Das war nichts.
    Lustigerweise ist das Grundargument – Deutsche Medien brandmarken legitime Positionen der Rechten als populistisch und setzen sich darüber hinaus nicht mit ihnen auseinander – wohl bekannt. Und es wurde sich schon oft damit auseinandergesetzt. Immer mit dem gleichen Ergebnis.
    Um den wirklich dünnen Unterbau einmal zu betrachten vielleicht nur ein Beispiel, an welcher Stelle Ronnie Grob ein Argument übernimmt, dass er besser nicht angefasst hätte. Weil es logisch falsch ist wenn Grob meint, es sei doch eine nicht populistische Forderung, „… bei den Zuwanderern müsse genauer zwischen echten Flüchtlingen nach Genfer Konvention, Wirtschaftsmigranten und Kriminellen unterschieden werden.“
    Nun gibt es aber Flüchtlinge, die Wirtschaftsmigranten sind. Wirtschaftsmigranten, die Kriminelle sind. Und Kriminelle, die Flüchtlinge sind. Was Grob hier meint, kann ein Diskurserfahrener Leser zwischen den Zeilen finden. Was er sagt ist so falsch.
    Ich weiß nicht, ob das der richtige Ansatz für ein „Hasswort“ war.

    Und, bevor es kommt, meine Kritik richtet sich gegen die Argumentation und das Fundament des Arguments. Nicht gegen die Ansicht selbst.

  31. „Mit dem einfachen Wort „rechts“ habe ich übrigens ein anderes, sprachliches Problem: „rechts“ und „recht“ liegen einfach sprachlich zu eng beieinander. Ein rechtes Buch, eine rechte Idee, ein rechter Bürger… klingt in meinen Ohren alles doppeldeutig.“

    Und es gibt sie, die glauben, das sei kein Zufall:
    http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/AfD-Landeschef-Bjoern-Hoecke-ueber-Konservatismus-oder-von-der-Sehnsucht-nach-d-1357766241

  32. @Daniel: Vielen Dank. Mir ist die Kategorisierung „echte Flüchtlinge/Wirtschaftsmigrante/Kriminelle“ auch aufgestoßen. Deutlich wird das vielleicht, wenn ich vorschlagen würde, man müsse Journalisten unterscheiden nach Qualitätsjournalisten, Lohnschreibern und Kriminellen. Macht wenig Sinn, oder? Und das, obwohl es wohl mit ziemlicher Sicherheit auch Kriminelle unter den Journalisten gibt… Ich finde es sehr merkwürdig, weil nach meiner Auffassung sehr wohl über den Unterschied zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten geschrieben wird, und zwar intensiv. Man muss schon mit Scheuklappen herumrennen, um zu glauben, es wäre so etwas wie ein heißes Eisen. Kommen wir zu den Kriminellen. Ja, es gibt Menschenhandel. Und es gibt organisierte Kriminalität, die die neue Freizügigkeit innerhalb der EU ausnutzt, um Diebesbanden in die reicheren Staaten zu schleusen. Und leider mussten wir feststellen, dass auch Terroristen gezielt die Flüchtlingsrouten nutzen, um ihre Ziele zu verfolgen. Ich lese darüber täglich in der Zeitung/im Internet und zwar ganz ohne irgendwo über das Wörtchen „Rechtspopulist“ zu stolpern. Komisch.

  33. @33. Daniel
    Sie haben – recht. Hihi. Ronnie hat nichts auf der Pfanne, isso. Beschwert sich so seltsam beleidigt und dann meldet er sich nicht e i n m a l zu Wort, um sein Argument zu pushen. Dünn. Aber auch typisch für so Leute, das macht die Beschäftigung mit so Rechten, Populisten, Nazis (nicht zucken, Ronnie, damit bist du nicht gemeint) maximal langweilig: die stehen nicht mal zu ihren blöden Meinungen, die jammern auch immer noch so rum, dass sie in die falschen Ecke gestellt werden. Ich Opfer! Neeee, werden sie nicht.

  34. Wenn man einen Begriff nicht versteht und ihn missdeutet, wird er natürlich zum Hassbegriff.
    Ich will dabei gar nicht abstreiten, dass es eine inflationäre Verwendung des Begriffs gibt. Erhellend hierzu war der Artikel aber nicht.

  35. Danke Herr Grob für ihre Denkanstösse. Häufig ist ein Blick aus dem Ausland erhellend.
    Ich persönlich kann mit dem Wort „Rechtspopulismus“ überhaupt nichts anfangen.
    Ich lese es in Artikeln mit dem Ziel bestimmte Gruppierungen und Parteien wie die AfD zu diskreditieren.
    Anderen in Parlamenten vertretenen Parteien werden solche Etiketten von Journalisten nicht umgehängt.
    Was sagt mir das?
    Das Wort „rechtspopulistisch“ als Zusatz vor AfD, sagt wenig über die AfD selber, aber viel über die politische Einstellung des Verfassers selber aus. So gesehen ist seine Verwendung auch erhellend, nur nicht im Sinne des Journalisten!

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