Im Namen der Kirche

Nun ist es also eine Frau – und keine aus der Politik: Der ZDF-Fernsehrat hat am Freitag Marlehn Thieme zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze des Aufsichtsgremiums. Thieme, Jahrgang 1957, sitzt für die Evangelische Kirche im Fernsehrat; sie ist seit 13 Jahren Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Und fast genau so lange ist sie auch im ZDF-Fernsehrat, seit 2004. Sie erhielt jetzt 36 Ja-Stimmen, immerhin 5 Mitglieder stimmten gegen sie und 9 enthielten sich.

Marlehn Thieme und ihr Vorgänger Ruprecht Polenz
Marlehn Thieme und ihr Vorgänger Ruprecht Polenz Foto: ZDF

Thieme löst damit Ruprecht Polenz ab, der 14 Jahre lang den Vorsitz inne hatte und tief verankert ist in der CDU, für die er lange Jahre als Abgeordneter im Bundestag saß. Auch deshalb war die Wahl mit Spannung erwartet worden: Würde der Fernsehrat wieder einem Politiker den Vorsitz geben, obwohl das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, der Einfluss staatsnaher Mitglieder müsse begrenzt werden?

Die Wahl Thiemes ist nun zumindest ein zartes Zeichen, dass es das Gremium ernst nimmt mit der verordneten Staatsferne. Thieme, von Hause aus Juristin, war lange bei der Deutschen Bank. Einer Partei gehört sie offenbar nicht an. Aber sie ist dem konservativen Lager zuzurechnen.

Auch Thiemes Stellvertreter sind per Definition staatsferne Mitglieder: Wilhelm Schmidt von der Arbeiterwohlfahrt, Cornelia Füllkrug-Weitzel von der Diakonie und Achim Dercks vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Auffällig ist dabei, dass nun die Kirchen Posten mit Einfluss besetzen; die Diakonie gehört ja zur Evangelischen Kirche. Und auch in den Ausschüssen des Fernsehrats, die heute ebenfalls gewählt wurden, hat ein (katholischer) Kirchenvertreter einen Posten: Hans Langendörfer von der Deutschen Bischofskonferenz leitet künftig den Programmausschuss Programmdirektion, wo unter anderem die Programmrichtlinien des ZDF festgelegt und überwacht werden.

Zwei weitere Posten in den Ausschüssen lassen dann wieder ein wenig daran zweifeln, wie ernst es der Fernsehrat wirklich mit der Staatsferne meint. Ohnehin wurde auch dort, etwa im Programmausschuss Chefredaktion, der mögliche Anteil von Politikern maximal ausgereizt, also das Drittel vollgemacht. Zudem sitzt dem Programmausschuss Partnerprogramme Rudolf Seiters vor, offiziell ein staatsferner Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes. Seiters ist allerdings in der CDU, war früher Bundesminister des Inneren. Und den Ausschuss für Strategie und Koordinierung leitet Franz Josef Jung von der CDU, der früher mal Bundesverteidigungsminister war und seit 17 Jahren im Fernsehrat sitzt.

Die neue Vorsitzende kündigte allerdings an, dass die Vorsitz-Posten in einem Jahr unter Umständen neu verhandelt würden. Träten die jetzigen, teils altgedienten Vorsitzenden in einem Jahr zurück, könnten sie Platz machen für die Neuen, die sich jetzt vielleicht nicht getraut haben, zu kandidieren.

Franz Josef Jung leitet übrigens auch weiter einen der beiden Freundeskreise. Sie sind seit jeher problematisch, weil es für sie keine offizielle Legitimation gibt, nirgends, auch nicht im ZDF-Staatsvertrag. Vielmehr haben sich die Runden so herausgebildet mit der Zeit, eine schwarze für Fernsehrats-Mitglieder, die sich der Union näher fühlen, und eine rote Runde, die der SPD nahesteht. Dieser Freundeskreis wurde bisher von Christine Bergmann (SPD) geleitet, der Ex-Bundesfamilienministerin. Da sie nun aus dem Gremium ausgeschieden ist, hat ihren Schattenposten Frank Werneke von der Gewerkschaft Verdi übernommen.

Und das ist überhaupt das Kuriose: Offenbar hat zumindest der rote Freundeskreis am Donnerstag, als er sich vor der großen Gremiumssitzung im Hotel zusammensetzte, einen Vorstand gewählt – einen Vorstand für eine Hinterzimmer-Runde, die es offiziell gar nicht so richtig gibt, in der aber alles schon ausbaldowert wird. So stand gestern Abend intern beispielsweise schon fest, wer welche Pöstchen bekommen würde. Die neue Vorsitzende Thieme, wenngleich staatsfernes Mitglied, sitzt übrigens im schwarzen Freundeskreis. Aber sie soll am Abend auch mal bei den Roten vorbeigeschaut haben.

In der Pressekonferenz nach der Fernsehrats-Sitzung erklärte Thieme, die Freundeskreise hätten eine „Vorklärungsfunktion in der Querschnittigkeit des Gremiums“. Man merkt, dass sie lange dabei ist – und nichts gegen diese alten Bündnisse hat. In den Ausschüssen werde so viel beratschlagt, sagte sie, das könne man sich nicht anlesen, darüber müsse man sich austauschen. Sonst würden, wie ihr Vorgänger Polenz anfügte, die Sitzungen immer bis tief in die Nacht dauern, würde man alles dort klären. Die Auffassung, dass es sich ein Schattenausschuss handele, teile sie nicht, so Thieme.

Spannend wird, wie es in diesen Freundeskreisen nun weitergeht, und ob es Leute geben wird, die diese Runden meiden, weil sie ganz und gar unabhängig sein wollen. Für Irritation sorgte heute angeblich schon, dass es offenbar mehr Mitglieder gibt in Zukunft, vor allem jüngere, die aus der Sitzung twittern und für viel mehr Transparenz kämpfen wollen. Ein Punkt war hier zum Beispiel, ob nicht auch die Ausschüsse öffentlich tagen sollte, was gut wäre, weil dort viele Angelegenheiten beraten werden. Aber der Fernsehrat hat beschlossen, dass diese Sitzungen „grundsätzlich nicht-öffentlich“ sind. Das Wort „grundsätzlich“ steht da nun neu. Es lässt Ausnahmen zu.

Hintergrund: Lesen Sie hier alles über den neuen ZDF-Fernsehrat.

14 Kommentare

  1. Erstaunlich, mit welch einem dicken ZDF-Fell die obersten Fernsehräte Frau Thieme und Herr Polenz damit umgehen, dass die Staatsanwaltschaft Mainz gegen Herrn Böhmermann und verantwortliche Persönlichkeiten beim ZDF ermitteln. Anlass für diese Ermittlungen sind eventuelle Verstöße gegen unser Grundgesetz, gegen unser Strafgesetzbuch (§§ 185 – 186 – 187 – 130 – 27 etc. !) und gegen den ZDF-Staatsvertrag. Das Landgericht Hamburg hat dem ZDF schon die rote Karte gezeigt. Fast 1.500 Strafanzeigen aus der deutschen Bürgerschaft, dass ficht die Herren Dr. Bellut (Intendant) und Dr. Himmler (Programmdirektor), aber überhaupt nicht an. Vom Lerchenberg tönt es weiter: „Wir sind Böhmermann!“

  2. Thieme ist für mich weniger „Kirche“ als viel mehr immer noch „Deutsche Bank“. Schon bei ihrer ersten Mitgliedschaft im Rat der EKD habe ich mich gefragt: wie passt das eigentlich zusammen, die predigtmäßige Geißelung des Mammons und eine Repräsentantin des Kapitals schlechthin?
    Und unter dem Gesichtspunkten Demokratie oder Partizipation haben wir ein Problem mit den „Delegationsketten“. Wo bitte entscheiden die Mitglieder einer der großen „gesellschaftlich relevanten Gruppen“ über „ihre“ Vertreter in weiteren Gremien wie dem ZDF-Fernsehrat?
    Wenn wirklich die Gesellschaft, die Bürgerinnen und Bürger ein Wörtchen mitzureden haben sollten beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dann ginge dies m.E. nur über Auslosung: in einer ordentlich großen Gruppe sind statistisch alle vertreten – die „großen Akteure“ und die kleinen, nicht-organisierten ebenso. Eine strikte zeitliche Begrenzung des Vertretungsauftrags würde dafür sorgen, dass kaum Eigeninteressen (Stichwort: Karriere, persönlicher Genuss etc.) zum Tragen kommen können. Aber zu der damals mitten im „Reformprozess“ nach dem BVerfG-Entscheid vorgeschlagenen Alternative hat sich – natürlich – niemand aus dem Gremium geäußert, auch nicht „privat“: http://www.timo-rieg.de/2016/01/stellvertreter-fuer-alle-ein-neues-verfahren-fuer-die-besetzung-der-rundfunkgremien/

  3. Dass man sehen muss, dass es spannend ist, dass es unklar ist, dass es möglicherweise nicht so staatsfern wie gewünscht ist, wie sich nun die Freundeskreise entwickeln, dass haben, denke ich, nun die meisten verstanden.
    Statt einen Haufen einigermaßen interessante Artikel über die Bildung des ZDF-Fernsehrates zu verfassen, hätte es ein richtig guter nach Abschluss der Gremienbildung auch getan.
    Ist zunächst mal Ansichtssache, aber ich fühle mich zum Thema hier auf Übermedien ein wenig überversorgt.

  4. Und wieder einmal zeigen die Parteien, wie z.B. bei der Neufassung des Erbschaftssteuergesetzes, dass ihnen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes völlig egal sind. Kann ja ruhig wieder jemand klagen, dass dauert dann ein paar Jährchen. Und persönlich zur Verantwortung gezogen wird sowieso niemand.
    PS: Ich persönlich finde nicht, dass es zu viele Artikel zum Fernsehrat gab. Ich fühle mich gut informiert, im Gegensatz zu dem was ich in ÖR und Printpresse zu dem Thema gefunden habe.

  5. „Thieme, von Hause aus Juristin, war lange bei der Deutschen Bank.“
    LOL! Wo EKD drauf steht, steckt auch Advokatentum und Finanzwirtschaft drin. Da haben wir ja die lutherische Dreifaltigkeit aus Staat, Geld und Kirche hinter einem überaus rechtschaffenen Gesicht versammelt. Für alles ist gesorgt, außer für Humor, Liberalismus und Dissens.
    „erklärte Thieme, die Freundeskreise hätten eine ‚Vorklärungsfunktion in der Querschnittigkeit des Gremiums‘.“
    Bingo, passt perfekt. „Querschnittigkeit“ klingt ein bisschen wie Vielfalt, meint aber deutlich die Simulation davon. Ist ebenso eine postdemokratische Neuschöpfung wie „Governance“.

  6. „wie passt das eigentlich zusammen, die predigtmäßige Geißelung des Mammons und eine Repräsentantin des Kapitals schlechthin?“

    EKD grenzt sich bekannterweise nicht klar von charismatisch-evangelikalen Protestaliban ab. Im Gegenteil, deren Vertreter sitzen im EKD-Rat und haben erheblichen Einfluss.
    In deren Sicht ist Reichtum ein Zeichen von Gottgefälligkeit. Je reicher, desto gottgefällig. Armut ist Strafe für Glaubensschwäche, und also ein persönlich verdientes Schicksal.
    Und u.a. aus deren Schoss kroch die neoliberal-soziodarwinistische Selektionsideologie UND der messianisch-globale Missionierungsauftrag im Neocon-Sinne. (Zur Anregung: Blair und Bush gehören zu diesem Stall)

    Abseits eher naiver Vorstellungen vom Lila Halstuch Evangelen ist daran also nichts widersprüchliches. Im Gegenteil, hier finden Sie auch einige der wichtigsten Verbindungsstege zwischen offensichtlich rechtsradikalen und vermeintlich bürgerlichen Milieus. Genau wie in den USA um Tea Party, Bush und Trump.
    Passt natürlich gar nicht zu Christi Botschaft, das macht aber nichts. Salafismus und Wahhabismus passen schliesslich auch nicht schlechter zum Koran.

    Aber schön, wie solche Leute Einfluss auf unser TV-Programm nehmen dürfen. Eben auch, weil wir hier bei solchen Figuren unter Sehschwäche leiden. Sind doch nur Christen, kann doch gar nicht so schlimm sein.

    Für einen kurzen Ersteindruck taugt vielleicht dieser Artikel:
    http://www.zeit.de/2016/04/evangelische-kirche-glaube-spaltung/komplettansicht

  7. @ Symbol Troll
    „Armut ist Strafe für Glaubensschwäche, und also ein persönlich verdientes Schicksal.“
    Nicht ganz korrekt. In der harten Variante wird durch Armut oder Reichtum dem Knecht nur OFFENBART, ob sein Herr ihn verdammt oder erwählt hat. Die Würfel sind schon vor seiner Geburt gefallen, zu Retten gibt es da EIGENTLICH bei aller Anstrengung nichts mehr. Aber der gläubige Knecht kämpft natürlich trotzdem verzweifelt darum, dass wenigstens nicht herauskommt, dass er zu den Verlorenen gehört. Almosen sind keine Gaben an eigentlich gleichwertige Menschen, denen es eben gerade schlecht geht, sondern Ausweis der Verlorenheit des Empfängers. Max Weber hat in „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ die positive Wirkung dieser Ethik auf den Gewerbefleiß beschrieben: Positivszenario einer aufsteigenden Gesellschaft wie Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts oder die USA bis vor einigen Jahrzehnten.
    Die Hölle der Ungleichheit und geistigen Unfreiheit, die das im Szenario eines religiösen oder sozialen Niedergangs verursacht, finden Sie hier sehr schön beschrieben: https://hintermbusch.wordpress.com/2016/02/10/erfindung-europas-reformation-und-gegenreformation/

    „Blair und Bush gehören zu diesem Stall“
    Bei Blair war das diese Woche wieder schön zu beobachten: Die Richtigkeit seiner Entscheidungen ist nicht von dieser Welt, sondern ihm, dem Werkzeug, direkt von oben zugeworfen worden. Folglich ist er grundsätzlich nicht von Sterblichen durch den Nachweis widerlegbar, dass wirklich alles Schrott war, was er dem Volk und dem Parlament in der Sache erzählt hat. Der würde noch an dem Tag an seine Erwähltheit glauben, wo man ihn zum Galgen hinaufführt. „Protestaliban“ ist schön gesagt. Aber die allzu schlichte Verbindung zum Rechtsradikalismus sehe ich nicht. Es gibt den Protestaliban ebenso oft in einer linken wie einer rechten Ausprägung. Die rechte Variante hat mit einem prolligen Neonazi wenig gemeinsam. Der entscheidende Punkt ist der distinguierte Glaube, genau (von oben) zu wissen, was richtig ist. In beiden Varianten ist keinerlei Platz vorhanden für Debatten oder die Zustimmung popeliger Wähler. Alternativlos richtig, zur Not auch durch Betrug, Verfassungsbruch oder Schlimmeres.

  8. @Symboltroll

    „Passt natürlich gar nicht zu Christi Botschaft, das macht aber nichts. “

    Passt offenbar sehr gut. Zumindest gehe ich fest davon aus, dass diese Leute fest an Gott und die Legimität ihrer Mission glauben. Das ist ja wahlweise das schöne oder das Problem mit dem Christentum: Es lässt sich damit praktisch alles legitimieren. Sozialismus wie Kapitalismus, Monarchie ebenso wie Faschismus oder Demokratie, Gleichberechtigung oder Unterordnung, Pazifismus und Kriege… Genau daher sollten kirchliche Vertreter allerding auch keinen Anspruch auf Mitsprache etwa im Ethikrat oder auch nicht im Fernsehrat haben.

  9. Wieso finden einige hier, dass Kirche und Geld nicht gut zusammen passen? Hä?
    Ich hoffe, dass wir nun noch viele weitere, komplete 3-Stunden-Gottesdienste im TV sehen dürfen.
    Schließlich zelebrieren wir unseren Glauben ja im Privaten, gelle? Säkularismus und so.

    Schließlich müssen wir unsere chtristlich rückständi… sorry, christlich abndländische Kultur ja auch irgendwie nach außen kommunizieren. Dann doch lieber ÖR, als Bomben.

  10. Ich möchte hier gerne der Realität frönen und etwas erstaunliches dazu
    beitragen:
    kirchenopfer(.de) , spart-euch-die-kirche(.de) , theologe(.de)-von 3 Ex-Theologen verfasst / Google: Kreuzsekten , Der Steinadler und sein Schwefelgeruch , Hitler + Evangelische Kirche.

    Jetzt wissen Sie wofür Sie alle zahlen !

  11. Füllkrug-Weitzel war Mitglied des Schattenkabinetts Steinbrück und wäre Entwicklungsministerin geworden, hätte sein „Kompetenzteam“ die Wählerinnnen überzeugen können. Dafür ging sie dann bei der Diakonie in Wahlkampf-Mutterschaftsurlaub. Sie gehört allerdings zum Lila-Haltstuch-Talibanismus der EKD mit hohem moralistischem Anspruch das alle -oder zumindest alle anderen- teilen müssen, was sie haben, meiner Erfahrung nach ist das die Mehrheit der Kirchenlobby in Berlin und Hannover. Passt aber wohl nicht so gut ins Beute-Schema der hiesigen Trollkommentare.

  12. @Andreas Müller:

    Wichtig und Richtig, nicht alle Evangelikalen sind gemeingefährliche fanatische Kreuzzügler, da gibt es auch lila-Halstuchartige hippieske Ausprägungen.
    Und es gibt natürlich auch eine fanatische Entsprechung bei den Katholiken. Matussek, Herrmann und Benedikt geben doch eine schöne Katholibanbrigade ab.

    Beide grenzen sich jedoch nicht gerade übertrieben von ihren radikaleren Strömungen ab. Diese fanatischeren Christ-Iban sind und bleiben integraler Teil des größeren Korpus, solange die selbst das wollen. Ob da z.B. bei der EKD rote Linien der Abgrenzung definiert wurden, ist mir nicht bekannt.

    Mir ging es da weniger ums lustvolle Christenbashing (so reizvoll das manchmal auch ist), sondern eher um die irrtümliche Gleichsetzung Christ=Gegen Mammon. Erstaunlich, wie hartnäckig sich dieses Klischee hält.

    Aber: Ja! Die sozialdarwinistisch pietistisch-calvinistische Ausprägung neigt zu expansionistisch missionarischem Eifer, der sich auf auserwählte Völker bezieht, Zwangsmaßnahmen und Intoleranz legitimiert und die Nutzung des Schwertes zum gottgegebenen Privileg erklärt, bei dem Opfer ohne rechten Glauben nebensächlich werden.

    Wussten Sie z.B., dass bei rechtgläubigen Christen in der Ukraine der Geigerzähler im Haus nach Tschernobyl stumm blieb? Und dass alle Christen, die zu Kriegsopfern wurden, einfach nur nicht fest genug im Glauben waren, dafür alle Rechtgläubigen schon in diesem Leben von Gott beschützt und privilegiert werden?

    Wer bei den Salafisten vom IS fassungslos scheitert beim Versuch zu verstehen, wie man heute einen derart unterkomplexen Scheiss echt glauben kann, fängt zu Beginn am besten mit diesen Vögeln an, die sind ähnlich, nur näher an uns dran.

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