Jenseits von Gut und Böse? Die Sprachpolitik der deutschen Leitmedien

sachse_hb
Cartoon: Hauck & Bauer

Neulich berichtete die „Tagesschau“ auf ihrer Internetseite über eine Studie der Hilfsorganisation Oxfam, wonach die 62 reichsten Menschen der Welt soviel besitzen wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit. Die Rechnung ist umstritten, aber was der Redaktion eine wütende Beschwerde einbrachte, war vor allem ein Wort. Die 62 Superreichen wurden als „Oligarchen, Ölscheichs oder Milliardenerben“ bezeichnet. Oligarchen! Als wären es vor allem Russen, die solche Vermögen angehäuft hätten, und nicht Amerikaner.

Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, die vor langem bei der ARD gearbeitet haben und sich seit kurzem im Akkord über das ARD-Programm beschweren, sehen darin einen Fall von „tendenziöser, manipulativer Berichterstattung“: „Der propagandistische Zweck der manipulativen Wortwahl ist ersichtlich: Mal wieder Stimmungsmache gegen ‚den Russen‘.“

Um darüber so in Rage zu geraten wie Bräutigam und Klinkhammer, muss man der ARD wohl – wie sie – unterstellen, ganz im Dienst transatlantischer Propaganda zu stehen. Tatsächlich aber ist es ein gutes Beispiel für die subtile, wirkungsvolle Macht von Sprache: Die Formulierung von „Oligarchen, Ölscheichs oder Milliardenerben“ führt die Zuschauer in die Irre und lässt sie an Russen und Araber denken, nicht an Bill Gates und Warren Buffett.

Der Publizist Eckart Spoo hat kürzlich in einem Aufsatz über „Wording“ geschrieben:

In der Propaganda, der wir viel öfter ausgesetzt sind, als wir ahnen, nämlich fast immer, allemal in Kriegszeiten, sind Aufklärung und Propaganda ein Begriffspaar, ähnlich wie Freiheitskämpfer und Terroristen. Die Guten, nämlich die Unsrigen, warnen, die Bösen, das heißt die Feinde, drohen. Gemeint ist ein und dasselbe Verhalten: Man verknüpft Forderungen an die Gegenseite mit der Ankündigung, ihr empfindlich zu schaden, falls sie nicht nachgibt. (…)

Freiheitskämpfer sind gut, Terroristen böse. Wer auf unserer Seite kämpft – genau gesagt: auf der Seite unserer Obrigkeit –, ist Freiheitskämpfer. Im Kampf gegen den Terror sind ihm, weil er ein Unsriger ist, auch unerlaubte Mittel erlaubt. Anti-Terror-Methoden werden durch ihren Zweck zu guten Methoden, während die Mittel der Bösen nur böse Mittel sein können.

Die Wahl der Begriffe enthält eine Positionierung. Ändert sich die Positionierung, ändern sich auch die Begriffe. Kann es zum Beispiel sein, dass Baschar al-Assad, seit er verstärkt vom Westen als notwendiger Partner bei einer Friedenslösung für Syrien gesehen wird, in der Nachrichtensprache vermehrt wieder Präsident und Staatschef ist und seltener Diktator und Machthaber?

Staatschef oder Diktator?

Froben Homburger, der Nachrichtenchef der Deutschen Presse-Agentur (dpa), sagt, er möchte eine solche Verschiebung für seine Agentur heute fast ausschließen, aber er hat einen Fall aus der Vergangenheit ähnlich in Erinnerung: Saddam Hussein sei, solange er ein umworbener Partner des Westens war, von einigen Medien als „Staatschef“ bezeichnet worden. Kaum hatten die Amerikaner die ersten Bomben geworfen, wurde er zum „Diktator“ – „dabei hatte sich am Binnenverhältnis zu seinem Volk nichts geändert“.

homburger
Froben Homburger Foto: dpa

Die dpa sei „sehr zurückhaltend“, was negativ konnotierte Begriffe wie „Machthaber“ angeht, und behelfe sich eher mit konkreten Beschreibungen, was den Bezeichneten von einem normalen Präsidenten unterscheidet, sagt Homburger. „Voraussetzung für die Bezeichnung als ‚Machthaber‘ ist, dass er nicht demokratisch legitimiert sein darf.“ Aber auch Assad ist bei dpa regelmäßig „der syrische Machthaber“. Er sei zwar gewählt, erklärt Homburger, aber die Wahlen entsprächen nicht gängigen Demokratiemaßstäben, und: „Es ist unstrittig, dass er Teile seines Volkes terrorisiert. Insofern ist eine wesentliche Voraussetzung erfüllt, dass man versucht, das Üble in einem Begriff anzudeuten.“

Gerade bei unübersichtlichen Konflikten sind solche Begriffe Signale an das Publikum, wie sie die verschiedenen Protagonisten und ihr Vorgehen zu bewerten haben. Die Gruppen, die in Syrien sowohl gegen die Truppen der Regierung als auch des „Islamischen Staates“ kämpfen, werden gern als „gemäßigte Rebellen“ bezeichnet. Angesichts der Tatsache, dass einige von ihnen Ableger von Al-Qaida sind und vor Enthauptungen nicht zurückschrecken, könnte das weniger Ausdruck einer genauen Charakterisierung sein als der Tatsache, dass sie vom Westen („von uns“) unterstützt werden.

Machtwechsel oder Putsch?

Und was ist in der Ukraine passiert? Die Absetzung des demokratisch gewählten Präsidenten Wiktor Janukowytsch war nicht verfassungsgemäß. War sie deshalb ein Machtwechsel, ein Sturz, ein Putsch? Was sind das für Leute, die im Osten des Landes gegen die regulären Streitkräfte kämpfen? Russische Separatisten, Aufständische, Rebellen?

Wer bestimmt bei den deutschen Leitmedien diese Begriffe? Wie erhalten sie die Vorgaben aus den Vereinigten Staaten? Wie werden sie festgelegt und wo werden sie festgehalten?

Erstaunlicherweise scheinen die meisten deutschen Nachrichtenredaktionen keine genau formalisierten Abläufe dafür zu haben – und weder Datenbanken noch andere Dokumente, um Zweifelsfälle nachschlagen zu können.

Bei der „Süddeutschen Zeitung“ zum Beispiel gebe es „keinen Leitfaden, keine Datenbank, keine schwarzen Listen für Wörter“, sagt Chefredakteur Wolfgang Krach. Im Prinzip sei es Sache der einzelnen Autoren, für welche Formulierungen sie sich entscheiden. Manchmal gebe es Diskussionen darüber in der morgendlichen Konferenz, wenn jemand einen bestimmten Begriff problematisiert.

Auch beim „Spiegel“ kommen aus der Redaktionskonferenz und insbesondere der wöchentliche Blattkritik die wichtigsten Anstöße, bestimmte Begriffe in Frage zu stellen, auch grundsätzlich. Die meisten Sprachregelungen seien aber nicht schriftlich fixiert – abgesehen von einer Datei, in der unter anderem festgehalten ist, dass der „Spiegel“ in Bezug auf Adolf Hitler den „Führer“ immer in Anführungszeichen schreibt, ebenso das „Dritte Reich“.

Bei der Wahl zwischen Begriffen wie „Präsident“ oder „Machthaber“ gebe es keinen Versuch, das „von oben“ zu regeln, sagt Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. „Wir vertrauen da den Leuten, die sich wirklich auskennen: unseren Autoren und Dokumentaren.“ Es gebe Diskussionen über Begriffe, aber keine Sprachverbote.

Auch beim ZDF sind die verbindlichen Regeln, die Redaktionssystem festgehalten sind, eher allgemeiner Natur, etwa, ob es Myanmar, Birma oder Burma heißt und Ausspracheregeln. Aktuelle Fälle werden in einer morgendlichen Konferenz bei Elmar Theveßen, dem Leiter der Redaktion „Aktuelles“, diskutiert, dann Expertisen in Auftrag gegeben und Entscheidungen in einer Schaltkonferenz mit dem Chefredakteur abgeklärt.

Rechtspopulistisch oder rechtskonservativ?

Bei der „Tagesschau“ sind zwei Arbeitsgemeinschaften dafür zuständig, sich über treffende Wörter Gedanken zu machen und heikle Begriffe zu klären. Die AG Sprache besteht aus sechs Chefs vom Dienst (CvD) aus den verschiedenen Redaktionen von ARD-aktuell („Tagesschau“, „Tagesthemen“, tagesschau.de). Einmal im Quartal nehmen die sich einen Tag lang Zeit, um ausführlich über Formulierungen in den Nachrichtensendungen zu reden, im vergangenen Jahr etwa ausführlich über die Griechenland-Berichterstattung. Ihre Ergebnisse gehen an alle Redakteure und werden in einem Redaktions-Wiki festgehalten.

Die kleinere Arbeitsgemeinschaft Richtlinien (drei CvDs) ist zuständig, wenn vertiefende Recherchen notwendig sind, um Begrifflichkeiten zu klären. Sie beraten, ob eine Partei „rechtspopulistisch“ oder „rechtskonservativ“ genannt werden soll, und entscheiden, wie bestimmte Organisationen als Quellen zu bewerten sind. „ARD-aktuell hinterfragt die Verwendung von Begriffen, recherchiert die Hintergründe und beteiligt alle Redaktionsteile an der Diskussion“, teilt der zweite Chefredakteur Christian Nitsche mit.

Wohl keine andere Redaktion hat einen so großen Einfluss darauf, mit welchen Begriffen deutsche Medien versuchen, aus dem Nachrichtengeschehen Sinn zu machen, wie die Nachrichtenagentur dpa. Sie hat klare Regeln, die sie immer wieder überprüft und überarbeitet, festgehalten in einer Datenbank namens „dpa-Kompass“, die teilweise auch die Kunden der Agentur einsehen können.

Ein eigenes Gremium, irgendeinen Sprachrat, gibt es dennoch auch bei dpa nicht. Hinweise auf problematische Formulierungen, auf einen Sprachwandel oder auf falsche Begriffe kämen häufig von Kollegen selbst, sagt Homburger, zum Beispiel in der täglichen internen Manöverkritik. Hinzu kämen Anregungen oder Beschwerden von Kunden oder von Betroffenen. Eine große Rolle spielten inzwischen auch soziale Medien. „Das ist inzwischen ein sehr wertvolles Korrektiv, was Sprachsensibilität angeht“, sagt Homburger.

Die Nachrichtenchefs der Agentur setzen dann einen Prozess in Gang. Sie klären, ob ein Begriff noch angemessen ist, nehmen Kontakt zu Korrespondenten, internen oder externen Fachleuten auf.

Djihadist oder Mujaheddin?

Bei dpa hat es zum Beispiel lange eine Regel gegeben, das Wort „Djihadist“ nicht zu verwenden, weil die korrekte Ableitung von Djihad der Mujaheddin sei. „Das hat sich aber im Laufe der Zeit verändert“, sagt Homburger, „weil der Djihadismus quasi auch in arabischen Ländern in die Sprache eingezogen ist als besonders militante Form. Insofern kann man den Begriff guten Gewissens verwenden, ohne Orientalisten zu verletzen.“

Als „Djihadisten“ oder „Terrororganisation“ bezeichnet dpa auch die Al-Nusra-Front. Als syrischer Ableger von Al-Kaida sei sie von der Agentur noch nie als Gruppe „gemäßigter Rebellen“ bezeichnet worden, zu denen unter anderem die Freie Syrische Armee zähle. „Die Bezeichnung ‚gemäßigt‘ ist natürlich immer relativ und in der besonderen Konstellation des syrischen Bürgerkriegs zu sehen“, sagt Homburger, „also auch, um die verschiedenen Kriegsparteien voneinander begrifflich abgrenzen zu können. Moderat sind diese ‚gemäßigten Rebellen‘ also am ehesten im Verhältnis zu IS oder Al-Nusra.“

Islamischer Staat oder Daesh?

Bei politisch heiklen Fällen der Sprachfestlegung bei dpa wird die Chefredaktion eingeschaltet – zuletzt bei der Frage, ob man den „Islamischen Staat“ nicht „Daesh“ nennen müsste. Nachdem der französische Präsident François Hollande sich öffentlich dafür stark gemacht und das politisch begründet hatte, hatten sich Kunden an die dpa gewandt, ob man nicht auch ein Zeichen setzen müsse. „Aber eine Nachrichtenagentur ist nicht dafür da, politische Zeichen zu setzen“, sagt Homburger. „Und wir haben eine klare Regel, was Eigennamen von politischen Organisationen angeht: Wir nennen sie so, wie sie sich selbst nennen – egal, ob sie ‚böse‘ oder ‚gut‘ sind.“

Der „Islamische Staat“ sei zwar eigentlich weder islamisch noch ein Staat, aber auch die „Rote Armee Fraktion“ sei weder Armee noch Fraktion gewesen, und der „Leuchtende Pfad“ leuchte höchstens blutrot: „Das sind alles Namen, die in die Irre führen“, sagt Homburger. „Unsere Aufgabe ist es nicht, die Namen zu ändern, sondern den Hintergrund zu liefern, damit Leute das einschätzen können.“ Den Namen „Islamischer Staat“ verwende dpa etwa immer in Verbindung mit dem Begriff „Terrormiliz“.

Tschernobyl oder Tschornobyl?

Eine der schwierigsten Entscheidungen der jüngeren Zeit sei die gewesen, wie geographische Namen in der Ukraine zu schreiben seien, sagt Homburger: Die Agentur orientiert sich neuerdings nicht mehr an den russischen, sondern den ukrainischen Regeln. Eine genaue Abgrenzung sei schwierig, gibt Homburger zu, die Regel gelte für geographische Namen, aber nicht für bereits eingeführte Eigennamen. Auch „Tschernobyl“ (russisch) werde nicht zu „Tschornobyl“ (ukrainisch).

Die Entscheidung der Agentur wurde von Kritikern als politisch gewertet. Für den rechts-esoterischen Kopp-Verlag machte sich dpa dadurch zum „Handlanger“ des ukrainischen Präsidenten bei seinem Bemühen, „seinen“ Bürgerkrieg mit allen Mitteln eskalieren zu lassen.

Die Kopp-Leute bezeichnen Homburger inzwischen als „Zensur-Papst der Journalisten“. Er hatte getwittert, dass dpa Teilnehmer an Protesten und Angriffen gegen Flüchtlinge nicht mehr als „Asylgegner“ oder „Asylkritiker“ bezeichnen wird, sondern stattdessen „deren Motive oder Gesinnung in jedem Einzelfall möglichst konkret“ benennt. Homburger sagt, dass die Begriffe auf den Prüfstand gekommen seien, nachdem sie sowohl intern, als auch von außen auf Kritik gestoßen waren: Es sei ja wohl schräg, von „Asylkritikern“ zu reden, wenn man sich gerade bei Pegida vom Etikett „Islamkritiker“ verabschiedet habe.

Der zu rechten Verschwörungstheorien neigenden Kopp-Verlag verstand das Wort „Einzelfall“ nicht und urteilte: „So schnell und einfach geht das: Aus Kritikern werden pauschal Rassisten.“

Dabei geht es gerade um das Gegenteil: Es sei bei solchen Protesten nicht immer klar, ob es sich um Neo-Nazis oder Rechtsradikale handele, sagt Homburger. Die Sehnsucht, für alles einen übergeordneten Begriff zu finden, sei verständlich, führe aber in die Irre. Die Lösung bestehe darin, dass die Reporter möglichst konkret beschreiben, was sie sehen: Sind es genervte Anwohner, die sich beklagen, dass ihnen die Flüchtlinge ständig durchs Blumenbeet trampeln? Sind Leute mit Hooligan-Outfits dabei? Zeigen Transparente fremdenfeindliche Sprüche?

Flüchtling oder Migrant?

Wie sehr sich politische Diskussionen an Sprache entzünden oder mit Sprache Politik gemacht wird, zeigt auch der Streit um das Wort „Flüchtling“. Von rechts wird sein Gebrauch kritisiert, weil es oft anstelle des eigentlich angemessenen (und deutlich weniger moralisch aufgeladenen) „Migrant“ stehe; von links wird die darin vermeintlich enthaltene Niedlichkeit bemängelt und für die Alternative „Geflüchteter“ plädiert.

Homburger räumt ein, dass es im Alltag schon mal durcheinander gehen könne, aber eigentlich sei die Sache klar: „Ein Flüchtling ist jemand, der unfreiwillig seine Heimt verlässt und aus bestimmten Gründen Schutz sucht. Aus diesem Flüchtling kann ein Asylbewerber werden, wenn er einen Antrag stellt. Ein Migrant ist jemand, der aus freien Stücken sein Land verlässt mit dem Ziel der Einwanderung.“ Die Frage, ob von „Geflüchteten“ zu sprechen sei, erscheint ihm sehr „akademisch“.

ZDF-Mann Theveßen sagt: „Wenn die überwältigende Mehrheit derjenigen, die zu uns kommen, Flüchtlinge sind, dann kann es höchstens Anlass sein zu differenzieren. Aber es kann nicht dazu führen, sie alle Migranten zu nennen.“

Beim „Spiegel“ ist Kritik am zu pauschalen Gebrauch des Begriffs „Flüchtling“ in einer Heftkritik aufgekommen – und das Bewusstsein dafür, dass er als Pauschalbegriff problematisch ist, eigentlich zu spät entstanden. „Die Unterscheidung zwischen Migrant und Flüchtling war bei uns vorher nicht klar genug“, sagt Chefredakteur Brinkbäumer. „Kann zum Beispiel jemand, der aus einem stabilen demokratischen Land wie Ghana zu uns kommt, ein Flüchtling sein?“

Die Macht und Interpretation von Wörtern sei ihm bei einem Besuch in Ägypten nach dem Sturz von Präsident Mursi besonders deutlich geworden, erzählt Brinkbäumer: „Viele Menschen sagten uns damals, sie verstünden nicht, warum der Westen von einem ‚Militärputsch‘ sprach: Es sei doch klar, dass die Machtübernahme General el-Sisis dem Willen des Volkes entsprochen habe.“ Das sei eine bedenkenswerte Perspektive gewesen – inzwischen gebe es aber keinen Zweifel mehr: Sisi habe sich als Diktator erwiesen.

Gut oder böse?

Froben Homburger, der dpa-Nachrichtenchef, meint, dass eine Agentur auch einordnen dürfe und müsse. Zum Beispiel in der Bezeichnung der AfD als „rechtspopulistisch“. „Häufig wird das dann von Kritikern als Wertung empfunden, aber es geht uns nicht darum, jemanden abzuwerten, sondern ihn zu verorten. Verständlich zu machen, worin sich zum Beispiel eine AfD von anderen Parteien, auch anderen Rechten, unterscheidet.“ Das „populistisch“ beziehe sich darauf, dass mit sehr einfachen Lösungsangeboten oder Parolen Politik gemacht wird.

Das Bewusstsein dafür, dass die Wahl von Wörtern eine Wirkung hat, sei gestiegen, sagt Homburger, es gebe mehr Kritik von außen und häufiger Diskussionen intern. Die Auseinandersetzungen seien oft mühsam, hätten aber viele gute Klärungsprozesse in Gang gesetzt, auch und gerade im Zusammenhang mit der Flüchtlingsdebatte. „Viele Kollegen gehen sensibler und bewusster mit dem Thema um“, sagt er.

„Am schwierigsten ist die Lage für eine Nachrichtenagentur, wenn es ein Großteil der Gesellschaft der Meinung ist, sie wüssten genau, wer in einem Konflikt ‚gut‘ und ‚böse‘ sind.“ Bei der Ukraine-Berichterstattung habe es vom Anfang an schon eine solche Zuschreibung gegeben, meint Homburger: Der Maidan die Guten, Russland die Bösen – aber das Bild habe sich dann sehr schnell differenziert.

Doch begeht nicht auch dpa immer wieder den Fehler, Konflikte – sprachlich entsprechend begleitet – aus einer Perspektive zu interpretieren; sich mindestens implizit als Teil der einen Seite zu begreifen, wir gegen die? „Ich möchte für dpa in Anspruch nehmen, dass wir versuchen, uns davon weitestgehend unabhängig zu machen“, sagt Homburger. Der Vorteil einer Nachrichtenagentur wie dpa sei es, ein „unglaublich heterogenes Kundenspektrum“ zu haben, das alle politischen Richtungen abdeckt. „Auch das ist teilweise ein Garant dafür, nicht der Versuchung zu erliegen, zu einseitig zu berichten.“

Die Mitarbeiter der Agentur seien auch äußerst heterogen, und es gebe, spätestens seit dem Umzug in einen großen Newsroom, eine ausgeprägte Debattenkultur. „Es gibt immer Leute, die etwas in Frage stellen bei dpa. Das ist ausdrücklich gewünscht.“ Und im Zweifel seien es immer wieder die Kollegen von den Kindernachrichten, die gerade die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten in Frage stellten.

 

Medien besser kritisieren. Mit Ihrer Unterstützung.

Wir wollen
Medien besser kritisieren.

Unterstützen Sie unsere Arbeit:

Über Übermedien Abonnieren

43 Kommentare

  1. Danke für den schönen Einblick! Ich bin auch immer wieder von bestimmten Formulierungen genervt. Neben dem bereits genannten verniedlichenden „Flüchtling“ war für mich der Tiefpunkt der „prorussische Mob“ gewesen, der abwertender und dichotomer nicht hätte sein können. Es gab schließlich auch keinen“proeuropäischen Mob“, etwa als in Odessa dutzende Menschen bei lebendigem Leib verbrannt wurden.

  2. Das problematischste und am wenigsten aktiv bearbeitete Feld von problematischen Begriffen ist meiner Meinung auf jeden Fall die Art und Weise wie über psychische Krankheiten gesprochen wird – zum einen in der Berichterstattung über Menschen mit Erkrankungen („Das Psycho-Tagebuch des Amok-Piloten!“, BILD.de am letzen Montag?), zum anderen in der Zweckentfremdung der Begriffe: „die schizophrene Politik“; „ist xy verrückt geworden?“, die Psychopathologisierung von Terroristen.
    Hier wird tatsächlich durch die Sprache der Medien Menschen schaden zugefügt – Stigmatisierung führt oft zu Zögern oder Ablehnen von Behandlung, und das kann dramatische Folgen haben.

  3. @ Boris Rosenkranz: Weil „wording“ englisch ist. Fällt Ihnen das deutsche Wort nicht mehr ein? Haben Sie keine Sorge, dass man Ihnen alberne Trendsprache vorwerfen könnte?

  4. @7 Svenja: Zur ersten Frage: Doch. Zur zweiten: Nee. (Wobei: Sie haben das gerade indirekt gemacht, oder?) Schauen Sie mal oben. Schön?

  5. Das ist aber nicht erst seit heute ein Problem.

    Ich erinnere mich, dass zu Zeiten einer klaren Ost-West-Abgrenzung, die Staaten des „Warschauer Vertrages“ in den westlichen Medien immer als „Warschauer Pakt“ bezeichnet wurden.
    Und denkt man bei dem Wort Pakt nicht gleich an ein Bündnis mit dem Teufel?

  6. Die Oligarchie (von griechisch ὀλιγαρχία oligarchia „Herrschaft von Wenigen“, zusammengesetzt aus ὀλίγοι oligoi „Wenige“ und ἀρχή archē „Herrschaft“) ist in der klassischen (antiken) Verfassungslehre die Entartung der Aristokratie. (Wikipedia)
    Nur weil Russland im Augenblick das offensichtlichste und meist-zitierte Beispiel einer Oligarchie ist, sind Oligarchen nicht automatisch Russen. Die Tatsache dass im aktuellen Präsidentschaftswahlkampf wieder eine Clinton und ein Bush mitgemacht haben und das Vermögen in den Hände weniger Familien liegt lässt auch für die USA oligarchische Tendenzen erkennen.

  7. @ Boris Rosenkranz: Oh, ja, das ist sehr schön, vielen Dank!!!!!! :-) (Kritiker, die entgegenkommend auf Kritik reagieren, noch dazu öffentlich, das ist toll.) (Jetzt mag ich auch Ihren Artikel lesen, bin gespannt!)

  8. @10 Würde der Begriff neutral verwendet werden, hätten sie vollkommen recht. Wird er aber nicht, er ist für russische Oligarchen reserviert. Die meisten werden „Oligarch“ als „russischer Oligarch“ hören/ lesen, weil dieser Begriff seit Jahren nur so verwendet wird. Deswegen ist der Vorwurf, sprachlich nicht sauber gearbeitet zu haben, gerechtfertigt.

  9. „Kann es zum Beispiel sein, dass Baschar al-Assad, seit er verstärkt vom Westen als notwendiger Partner bei einer Friedenslösung für Syrien gesehen wird, in der Nachrichtensprache vermehrt wieder Präsident und Staatschef ist und seltener Diktator und Machthaber?“

    Google Trends kann bei solchen Fragen einen Eindruck bieten (Eindruck, keine Analyse!):
    https://www.google.de/trends/explore#q=Assad%20Diktator
    https://www.google.de/trends/explore#q=Assad%20Regierung

    („Assad Machthaber“, „Assad Präsident“ und „Assad Staatschef“ spuckt leider nichts aus)

    Aber der Trend scheint sich zu bestätigen:
    Bis September 2015 negative Konnotationen, ab Oktober 2015 positive(re) Konnotationen.

  10. @ 10. FrankN.Stein
    Russland wird je nach Gusto vorgeworfen, autokratisch zu sein oder eine Oligarchie, im Prinzip beides.

    Dabei bedeutet autokratisch, dass es sich um einen starken Herrscher handelt, also einen starken Staat. Oligarchie bedeutet schwacher Staat und viel private Macht. Diese beiden Zustände schließen sich gegenseitig aus.

    Putin hat bereits den ein oder anderen Oligarchen außer Landes getrieben bzw. vorher eingesperrt. Des Weiteren befindet sich der reichste Russe auf der Forbes Liste auf Platz 60. Vor ihm jede Menge Amerikaner, Europäer und Chinesen. Auch die 62 Personen der Oxfam Liste sind größtenteils Amerikaner.

    Dies sind zugegebenermaßen nur Indizien, allerdings recht starke und lassen deshalb den Schluss zu, dass die Oligarchen mittlerweile bei uns sind, wogegen Putin in Russland das Modell „starker Staat“ etabliert hat. Man könnte das übrigens auch so bewerten, dass in Russland mehr Macht demokratisch legitimiert ist. Im Grunde genommen sind allerdings alle Gesellschaften Oligarchien, weil es immer eine kleine Elite gibt, die das Land beherrscht.

    Die USA lassen weit mehr als nur „oligarchische Tendenzen erkennen“: http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/northamerica/usa/10769041/The-US-is-an-oligarchy-study-concludes.html#disqus_thread

    Es gibt sogar nicht wenig Leute, die die USA also Plutokratie bezeichen, eine Unterform der Oligarchie, in der der Geldadel herrscht. In Anbetracht des Wahlsystems und der Tatsache, dass dort die oberen ein Prozent der Bevölkerunug 41% des Barvermögens besitzen (in Deutschland sind es „nur“ 33%), eine plausible Annahme, wie ich finde.

    Vergleiche mit der Berichterstattung in deutschen Medien sind gewünscht und beabsichtigt.

  11. Der Begriff „Sturmgewehr“ (in dem dpa Teil) gefällt mir auch nicht. Das ist ein Nazi-Begriff, und erinnert sehr an „Der Stürmer“.

  12. @Tilman: nicht zu vergessen der Nazi-Begriff ‚Sturmtief‘, der gefällt mir auch nicht :-)
    Im Ernst: Sturm/stürmen war im militärischen Kontext schon vor den Nazis da, und dem verdankt auch das Sturmgewehr seinen Namen. Nur weil die Nazis ihre Hetzzeitschrift aus diesem Grund ‚der Stürmer‘ genannt haben, ist der Begriff deshalb nicht für immer verbrannt.
    Wie steht’s denn mit ‚Blitz‘? Ist das für Sie auch ein Nazi-Begriff (für die Amis irgendwie schon, wegen Blitzkrieg)?

  13. Super Artikel! Gerne mehr davon. Es ist interessant zu erfahren, wo und wie es Diskussionen über Wörter gibt und warum.
    Danke!

  14. @Tilman: Das war jetzt vermutlich nicht ernst gemeint, aber „Sturmgewehr“ ist tatsächlich ein Propagandabegriff der Nazis ohne technische Definition, der heute gern in umgekehrter Absicht von Waffengegnern aufgegriffen wird. Ein Gewehr wird immer dann zum Sturmgewehr, wenn es besonders erschreckend wirken soll.

  15. @Tilman 15
    Kann ja sein, daß Ihnen Sturmgewehr nicht gefällt.
    Das ist aber nun mal der, unter dem seit Jahrzehnten diese Art von Waffen international bezeichnet wird (vgl. assault rifle)
    Insofern durchaus ein Erfolg der NS-Propaganda, wie z.B. auch KZ.
    Jetzt müßte nur noch irgendwer die durch die NS-Zeit kontaminierten Begriffe rausfiltern und durchsetzen, daß sie durch andere ersetzt werden.

  16. @Jörg: assault bedeutet Angriff. Man könnte somit die Waffe einfach als Angriffsgewehr bezeichnen. Oder Standardgewehr.

    Im Grunde lässt sich hier dpa (und auch andere) von der Bundeswehr vorschreiben, welcher Begriff verwendet wird.

    Andererseits, wenn man die derzeitigen Ambitionen der Ministerin und des Präsidenten beobachtet, ergibt sich die Sorge, dass der Begriff eines Tages wieder passend sein könnte :-(

  17. @Tilmann, na ja, leo.org führt Ihre Übersetzung an Nr.1 an,
    meine spätestens an Nr.7.
    Zieht man die darauf folgenden Konnotationen auch noch in Betracht,
    habe ich keine Veranlassung an der Gleichsetzung von assault rifle mit Sturmgewehr zu zweifeln.
    „Im Grunde lässt sich hier dpa (und auch andere) von der Bundeswehr vorschreiben, welcher Begriff verwendet wird.“
    Und gibt damit dem Leser die Chance zu erkennen, worum es geht.
    Wenn Automaten, wie AK47 oder ein G36 Standardgewehre sind, was bitte sind denn dann K98 oder vergleichbare Nicht-Automaten?
    Ich teile Ihre Bedenken wegen des Präsidenten und der Ministerin, glaube aber, daß das Sturmgewehr das sprachlich kleinste Übel ist.

  18. @Jörg(20): Die untauglichen Versuche des Gesetzgebers in den USA, den „Federal Assault Weapons Ban“ mit brauchbaren Definitionen einer „assault weapon“ zu unterfüttern, können doch als bestes Beispiel dienen, daß der Begriff auch nicht besser wird, wenn man ihn ins Englische übersetzt. Mehr als Kosmetik ist da bis jetzt nicht rausgekommen.

  19. Schöner Bericht, aber ich finde, als mündiger Mensch ist man auch in der Verantwortung. „Natürlich“ verraten Begriffe nicht nur etwas über den Sachverhalt, sondern auch darüber, wie jemand über den Sachverhalt denkt. Partisanen/Guerilla/Rebellen/Aufständischen/Separatisten/Terroristen/Freiheitskämpfer/Terrormilizen benutzen alle Gewalt in einem Konflikt, in welchem sie nicht Teil einer regulären Armee sind. Trotzdem sind diese Begriffe nicht beliebig austauschbar.
    Aber weil das bekannt ist, und nicht gerade erst seit gestern, sollte man als Publikum das prinzipiell einordnen können.

  20. Sehr interessanter Bericht, danke.
    Was sagt denn das dpa-Lexikon zum Wort „deportieren“?
    Ist in vielen Sprachen das Wort dafür, jemanden gegen seinen Willen außer Landes zu bringen. Und war es auch im Deutschen.
    Jetzt lese ich „zurückführen“, „abschieben“ etc.
    Das ist viel Verniedlichender als Flüchtling, imho.

  21. @Tim 16: Der Begriff „Blitzkrieg“ ist natürlich ein nazi Begriff. Die Begriffe „Sturm“ oder „Blitz“ sind es nicht, zumindest wenn es ums Wetter in deutscher Sprache geht.

  22. @Jochen Kruse (24) Nein, einen eigenen dpa-Kompass-Eintrag zu Deportieren gibt es nicht. Wäre aber auf jeden Fall sinnvoll, daher: Danke für die Anregung!

    Als Synonym für die Abschiebung/Rückführung von Flüchtlingen/Asylbewerbern verwenden wir den Begriff nicht. Unter Deportation wird i.d.R. die zwangsweise Verschleppung/Vertreibung (oder in der Behördensprache: Verbringung) von Einzelpersonen oder Personengruppen aus ihrem angestammten Wohnsitz verstanden – und zwar meist als Strafmaßnahme oder zur Unterdrückung/Bekämpfung von politischen Gegnern oder von Volksgruppen. In den dpa-Diensten kommt der Begriff daher vor allem in der Berichterstattung über den Nationalsozialismus vor, aber auch im Zusammenhang z.B. mit dem Balkankonflikt.

    Richtig ist aber, dass wir unsere Sprache bei der Berichterstattung über Flüchtlinge immer wieder besonders aufmerksam hinterfragen sollten.

  23. Danke für die Antwort, Herr Homburger. Dann wäre die Abschiebung von Kindern, die hier aufgewachsen sind, also durchaus Deportation (Merkel/Talkshow)?

  24. @26 ,Tilman: Nicht nur beim Wetter. Ich möchte Pep Guardiola nicht in irgendeine Ecke stecken, nur weil er Robert Lewandowski (pikanterweise ein polnischer Nationalspieler) als Super, Super Stürmer bezeichnet ;)

    Es gibt in meinen Augen genügend Begriffe aus der Zeit, die durch ihre Nutzung verbrannt wurden. „Stürmer“ jetzt so breit zu fassen finde ich etwas überraschend. Ich habe allerdings auch ohne Bedenken meinen Führerschein gemacht, vielleicht bin ich auch nicht sensibel genug :/

  25. Der Duden behauptet, “deportieren“ und “abschieben“ seien Synonyme. Was auch mir im deutschen geschichtlichen Kontext fragwürdig erscheint.

  26. Als unpassend empfinde ich die Bezeichnung für Präsident Obama:

    “ der ……( z.B. erste) schwarze Präsident“.

    Wenn dies nicht nur auf ein mehr oder weniger deutlich sichtbares Merkmal hinweisen soll (warum eigentlich?), dann bleibt nur übrig, das wir uns schwertun mit der angemessenen Beschreibung von Menschen mit unterschiedlichen Herkünften. Im ersten Jahr nach seiner ersten Wahl ist das ja noch verständlich, weil einfach und eine nachvollziehbare Chiffre für das Neue, Ungewohnte, Revolutionäre. Dann aber könnte doch zumindest hier ein Nachdenken stattgefunden haben, das sich vom schlichten Abschreiben von US Quellen abhebt.

  27. @35

    Darf man dann wenigstens „Der Nachfolger des letzten depigmentierten Präsidenten“ sagen?

  28. Mal eine Frage. Stört es nur mich, wenn in Meldungen von „ein Dutzend Tote“ zu lesen ist? Eine Stückzahl-Angabe die ich auf Eier anwende aber nicht auf Menschen. Wenigstens habe ich noch nicht von einem Schock oder Gros an Opfern gelesen.

  29. Heutzutage auch sehr beliebtes Wording: Jeder, der nach Deutschland will, wird als Flüchtling bezeichnet. ganz unabhängig davon ob irgend ein Fluchtgrund existiert.

  30. @30 (Froben Homburger): Das wäre es mitnichten „natürlich nicht“: Die (weiter) oben gegebene Definition lautet: „Unter Deportation wird i.d.R. die zwangsweise Verschleppung/ Vertreibung (oder in der Behördensprache: Verbringung) von Einzelpersonen oder Personengruppen aus ihrem angestammten Wohnsitz verstanden „.

    1. Wenn also auch Einzelpersonen „deportiert“ werden können und wenn man zur Kenntnis nimmt, dass in D die Behörden auch einzelne Personen ins Ausland verbringen lassen („abschieben“), kann diese Verbringung eine Deportation sein, wenn das zusätzliche Merkmal der Verbringung vom angestammten Wohnsitz erfüllt wird. Das ist insbes. bei hier geborenen Kindern von Migranten ohne Weiteres der Fall.

    2. Man könnte einwenden, dass die Deportation gerade in das Herkunftsgebiet der Familie erfolgt. Ob das ein Einwand in Bezug auf Personen sein kann, die dort nie gelebt haben, sei dahingestellt. Es werden in D aber vielfach Menschen auch in Gebiete abgeschoben, zu denen sie keinerlei Bezug haben (z.B. Angehörige der armenischen Volksgruppe in Türkei nach Armenien), nachdem staatliche bezahlte „Sachverständige“ eine entsprechende Herkunft wunschgemäß attestiert haben.

  31. Im Kampf gegen den Terror wird Assad von den Medien jetzt wieder offiziell als Präsident bezeichnet und nicht mehr als Machthaber.
    Nun kämpft er nicht mehr angeblich gegen sein Volk, sondern gegen Terroristen. Aber er hat schon immer gegen Terroristen gekämpft, die Christen, Jesiden und Aleviten terrorisieren.

  32. Im Rundfunk kommt zur jeweiligen, tendenziösen Wortwahl noch die Stimmfärbung, je nach dem Inhalt bzw. dem vorgetragenen Thema, hinzu! Achtet mal darauf. Das ist nicht abhängig von dem jeweiligen Redakteur, sondern eindeutig vom jeweiligen Inhalt!

  33. In der Berichterstattung über die Griechenlandkrise wurde immer von den „Geldgebern“ gesprochen, obwohl „Kreditgeber“ oder „Geldleiher“ ja eigentlich die Tatsache besser beschreiben, dass den Griechen Kredite gewährt werden. Das Wort „Geldgeber“ ist das viel gönnerhafter, und vermittelt das Bild, dass die Griechen gefälligst dankbar zu sein hätten und kein Recht auf Mitsprache bei den genauen Bedingungen hätten, wenn sie schon vermeintlich „Geld gegeben“ bekommen würden.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *