Beste Nachrichten aus der Türkei – Korrektur

Korrektur, 17. Juli 2017

Hier stand ein Artikel, der die „Süddeutsche Zeitung“ scharf dafür kritisierte, dass sie vor drei Wochen mit einer zweifelhaften zwölfseitigen Werbebeilage für die Türkei erschienen sei. Dieser Text war an entscheidender Stelle falsch: Diese Werbung lag am 29. Juni nicht der „Süddeutschen Zeitung“ bei, sondern der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Zeit“. Wir haben den Artikel deshalb gelöscht.

Der Verlag der „Süddeutschen Zeitung“ hat uns heute auf diesen Fehler aufmerksam gemacht. Er ist uns sehr peinlich, und wir möchten die Zeitung und unsere Leser um Entschuldigung bitten.

16 Kommentare

  1. Sie wissen doch, wer finanziell mit dem Rücken zur Wand steht lässt sich auch für ’nen Lolli prostituieren.

  2. Vermutlich hat noch keine Verlagsleitung einer deutschen Tageszeitung jemals darüber nachgedacht, wie teuer eigentlich ein Image-Verlust sein kann. Das ist schließlich kein Wert, den ein Controller erfassen kann.

  3. Vielleicht sollte man eine regelmäßige Kolumne auch einmal ausfallen lassen, wenn man nichts zu sagen hat.
    Eine Anzeige ist eine Anzeige. Eine Anzeige der türkischen Regierung ist eine Anzeige der türkischen Regierung. Es ist keine Anzeige der türkischen Opposition oder irgendwelcher Menschenrechts-Organisationen. Eine Anzeige hat nichts mit der Redaktion zu tun.
    Das weiß auch Herr Gehrs, aber er stellt sich dumm.

  4. Angelo, jeder hier hat mitbekommen, dass es sich um eine Anzeige handelt.

    Aber warum ist die Anzeige nicht deutlich vom redaktionellen Stil unterscheidbar? Weil der Auftraggeber glaubt, dass sehr viele Leser darauf hereinfallen.

    Und warum steht da so viel gefährlicher Schwachsinn drin? Fakt ist, dass sogar missliebige Deutsche in der Türkei gefangen gehalten werden.
    Und warum traut sich die SZ, bei Google eine Gegenposition zu veröffentlichen und bei Türken nicht?

  5. Warum wird nicht einfach aus „Süddeutscher Zeitung“ jetzt „FAZ“ und „Zeit“ gemacht und auf die Korrektur hingewiesen? Wieso Artikel gleich komplett löschen? Oder ging es in der Beilage obendrein gar nicht um die Türkei, sondern um Gran Canaria?

  6. Na ja, durch den Abdruck der ganzseitigen Anzeige zum Jahrestag des Putsches in der Türkei hat die SZ den Artikel quasi nachträglich legitimiert. Der Imageschaden ist nun sogar noch größer als er durch die Beilage gewesen wäre!

  7. Und das ist ein Beispiel dafür, wie man mit Fehlern umgeht. Darum schätze ich die Übermedien.
    Nicht die totale Abwesenheit von Fehlern macht ein gutes Magazin aus (sehen wir’s ein, Fehler passieren nun mal), sondern wie damit umgegangen wird.

    Well done!

    @Frank Reichelt
    Ja, ich weiß gar nicht, ob ich das unter „Ironie“ oder „Karma“ buchen soll… ;)

  8. @5 Fernsehkritiker: Das ging nicht, da der Text die vermeintliche Beilage in Bezug setzte zur Berichterstattung der SZ über die Türkei. Einfach die Titel zu ändern, hätte also nicht funktioniert. Deswegen haben wir uns entschieden, ihn komplett zu löschen.

  9. Im Sinne einer transparenten Fehlerkultur, wie sie hier ja zu Recht immer wieder (von anderen Medien) gefordert wird, wäre es schön zu erfahren, wie so ein Fehler passieren konnte.

  10. @Joe
    Würde Ihnen das weiterhelfen? Ich denke, wir können davon ausgehen, dass jemand etwas übersehen / sich verschrieben / was falsch verstanden hat. Eben so normaler Kram, wie er uns allen passiert.

    Natürlich ist es für die Übermedien interessant, damit sie ggf. Maßnahmen ergreifen können, damit solche Fehler in Zukunft aufgefangen werden.

  11. Hihi, schöner Griff ins Klo. ^^

    Bonuspunkte aber für die Formulierung „möchten um Entschuldigung bitten“ anstatt „wir entschuldigen uns“.

  12. at Überfall
    Richtig, dafür gibt es Bonuspunkte. Weil nämlich die Formulierung „ich entschuldige mich“ falsch ist, weil sich niemand selbst entschuldigen (von Schuld freisprechen) kann. „Wir bitten um Entschuldigung“ ist deshalb völlig korrekt und einem Journalistenblog angemessen.
    Jetzt kommt natürlich gleich einer, der sagt, ne, das geht mittlwerweile, weil Sprache lebt ja und so.
    Wenn wir so weitermachen allerdings nicht mehr lange.

  13. Wie? Was? Gelöscht? Wegen des Bezugs zur SZ-Berichterstattung über die Türkei. Dann bitte ich freundlich darum, einen neuen Bezug herzustellen zur Berichterstattung der FAZ und der Zeit.

  14. Jetzt bin ich verwirrt: Auf so vielen Seiten (Deutschlandfunk, Huffpost, Horizont, bildblog, taz und und und) stand (und steht) das doch – haben das alle falsch gemacht (und bis jetzt nicht korrigiert) oder verstehe ich da was komplett falsch?

    Über die Beilage bei Welt und FAZ finde ich hingegen keine Artikel durch google.

  15. @14 Raoul: Bei den aktuellen Berichten handelt es sich um eine andere Anzeige, die *tatsächlich* in der „Süddeutschen Zeitung“ erschien.

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