Leider scheinheilig

Immer wieder schießen Paparazzi die Teilnehmerinnen von „Germanys Next Topmodel“ ab – meistens wenn sie nackt oder fast nackt sind. Die Fotos verkaufen sie an die Klatschpresse. Heidi Klum und ProSieben betonen, wie leid ihnen das tut. Und schlachten dann die Paparazzi-Fotos ihrerseits aus.

Video/Schnitt: Boris Rosenkranz
Recherche: Mats Schönauer

8 Kommentare

  1. Sie tun mir so leid, Herr Schönauer :-) und Herr Rosenkranz :-)
    Dass sie sich GNTM anschauen/anhören mussten ist schon nahe an Masochimsus – selbst als heterosexueller Mann.

  2. Wenn Modells ohne Hirn an Männer ohne Moral geraten – ist das dann frauenfeindlich?

    Wenn Frauen ohne Moral mit fleischgewordenen Blondinenwitzen Geschäfte machen, ist das dann sexistisch, kriminell oder bauernschlau?

    Wie Wilhelm Busch sagte: Dummheit ist auch eine Begabung.

  3. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht leicht ist, Mädchen im Zielgruppenalter den Missbrauch der Kandidatinnen und die Heuchelei durch die Macher und das Gesicht der Veranstaltung deutlich zu machen. Klum organisiert Prostitution im eigentlichen Sinn des Wortes: prostituere = zur Schau stellen.

  4. #1 Das denke ich auch. Bei ‚…vielleicht den Hintern ein bisschen mehr hoch‘ habe ich unwillkürlich ausgeschaltet. Das waren 16 Sekunden im Ganzen, 8 Sekunden, wenn man Herr Rosenkranz Einleitung abzieht.
    Und ich habe immer geglaubt, dass Alter bringt ein dickes Fell mit sich…

  5. @ Kasimir: „Modells ohne Hirn“ (sic). Ist das so. Und selbst wenn? Darf man Leute „ohne Hirn“ also beliebig vorführen? Fallen Sie nicht vielleicht auf die Sendung voll hinein, wenn Sie die Mädchen für „ohne Hirn“ halten? Und ist was soll ich davon halten, wenn jemand die eigene Intelligenz betonen will, indem er sich mit desorientierten Jugendlichen vergleicht, deren Intelligenz er glaubt aus den Zusammenschnitten einer gnadenlosen Fernsehshow beurteilen zu können?

    Die Teilnehmerinnen sind teilweise 18/19 Jahre alt oder noch jünger. Ich finde es nun auch nicht besonders „schlau“ da mitzumachen. Aber wenn Sie das so sagen, dann sind sie Teil der Problematik dieser Sendung. Und da sollten Sie Wilhelm Busch bitte nicht mit reinziehen.

    Ich nehme an, dass die Teilnahme an dieser Sendung auch eine gezielte Dynamik bedeutet, in die diese jungen Damen geraten, die offenbar nicht so genau wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen und außerhalb der Filterblase der Behütetheit noch nicht allzuviel vom Leben mitbekommen haben. Das hat auch mit Verführung und Möhren vor der Nase zu tun und Unverfrohrenheit und Kapitalismus andererseits. Ich würde wetten, das Team kümmert sich rührend und, steht den Aspirantinnen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, ob etwas ok ist oder nicht.

    Kurzum: Ich würde gerne jungendliche Mädchen vor Intelligenzbolzen wie Ihnen Schutz nehmen.

  6. Ein Beschützer meldet sich auch schon. Nett.

    Besser als Klarsicht vermitteln ist wohl der Schutz eines Erwachsenen. Passt zum Geschlechterbild des medial/sexuell ausgebeuteten Wesens. Pädophile Phantasien.

    Ein Mädchen mit 18 kann sehr wohl sein Hirn für diverse Sachen benutzen – deswegen machen auch mehrheitlich die 18 jährigen was anderes. Ohne paternalistische Beschützer.

    Gegen die Verdummung und Objektivierung des weiblichen Körpers zu schlank, schön und erotisch kann man was setzen. Aufklärung zum Beispiel. Mißbrauchsaufklärung. Lernen, seine Grenzen zu setzen.

    Dass sich viele Junge heutzutage verführen lassen, hat viele Ursachen. Das Privatfernsehen beutet auch Erwachsene aus und lässt sie in ihren Shows vorführen zum Vergnügen johlender postmoderner Jahrmarktmassen. Billige Erfüllung niederer Triebe. Pervertierte Gaukler. Ich nenne es dumm. Nicht im Sinn von Intelligenzquotient sondern in der Unfähigkeit zu erkennen, was wesentlich und unwesentlich ist. Definition von Watzlawick. Klarheit und Selbsterkenntnis können schmerzhaft sein. Ich kenne eine ganze Reihe, die nachher sagten, wie dumm sie doch gewesen seien.

    Außerdem haben Sie einiges von meinen Assoziationen gar nicht verstanden. Weder habe ich für beliebiges Vorführen von Dummen als gerechtfertigt bezeichnet, noch meine Intelligenz daneben gesetzt. Ihre Fehlinterpretation. Dass ich allgemein als sehr intelligent gelte, kann man mir natürlich vorwerfen. Dafür entschuldige mich und verweise auf das Schicksal und Gott. :):)

    Aber so ist es in Deutschland. Dumm zu sein ist gestattet, aber dumm bezeichnet zu werden nicht. Also, Sie Aufrechter – machen Sie sich auf den Weg ihre Objekte zu beschützen. Das wäre die Lösung innerhalb des Systems und immer noch dem Voyeurismus geschuldet.

    Man könnte so was auch abschaffen oder strikt reglementieren. Wobei sich dann einige ins eigene Fleisch schneiden müssten.

  7. @Kasimir
    Ob Sie es nun als „dumm“ oder – nach welchem „großen“ Namen auch immer, es stehen ja noch so einige zur Auswahl – als Unfähigkeit zur Erkenntnis bezeichnen, bleibt sich gleich.
    Und Ihre süffisanten „Aufpasser“-Sprüche werfen, glauben Sie das mal ruhig, ein viel schlechteres Licht auf Sie als auf Maximillion.

    Beantworten Sie Ihre eigenen Fragen doch mal. Ich fände es besonders interessant, wieso Sie das Merkmal „frauenfeindlich“ in Zusammenhang mit „ohne Hirn“ bringen….

  8. @Kasimir
    „Unfähigkeit zu erkennen, was wesentlich und unwesentlich ist“

    Diese Definition von Dummheit gefällt mir.
    Im vorliegenden Fall ist wesentlich, dass Pro 7 junge Frauen ausbeutet. Unwesentlich ist hingegen, ob diese dumm sind oder nicht.

    Zur Dummheit gehört übrigens auch, Sachverhalte nicht präzise ausdrücken zu können. Anders gesagt: Schwafelei ist ein Merkmal von Dummheit.

    Und dass überdurchschnittliche Intelligenz nicht vor Dummheit schützt, illustrieren Sie ganz gut.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.