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Kolumne 07.08.26
Hasswort (70)
Hasswort-Symbol neben Porträt von Barbara Lich (Journalistin)
Foto: Chantal Alexandra Pilsl

Fiebertraum

Die Fiebertraumkurve steigt, das Sprachbild hat Konjunktur. Alles ist ein einziger „Fiebertraum“, nicht nur in sozialen Medien, sondern längst auch in Sport- und Politikberichten. Doch so treffend das Wort in vielen Fällen sein mag: Seine Wucht hat es längst verloren.

Von Barbara Lich
Podcast 06.08.26
Holger ruft an (246)
Podcast-Titelbild mit Maria Pawelec
Foto: Margret Garbrecht

Was bringt es, dass KI-Inhalte ab jetzt gekennzeichnet werden müssen?

Ein Label für KI-generierte Videos, Fotos und Texte – das schreibt eine neue EU-Verordnung vor. Schafft das wieder mehr Vertrauen in Medien? Anruf bei Maria Pawelec, die zu Medien- und Technikethik forscht.

Von Übermedien
05.08.26
Vertreibungen durch die israelische Armee
Militärfahrzeuge bei Nacht, im Hintergrund dunkle Hügel mit vereinzelten Lichtern
Screenshot: „Tagesschau“

Und jetzt werfen wir noch keinen gründlichen Blick auf den Libanon

Deutsche Medien berichten durchaus, wie israelische Soldaten im Südlibanon systematisch ganze Dörfer zerstören. Aber vor allem der Nachrichtenjournalismus beschränkt sich viel zu oft auf die offiziellen Angaben der Armee – wie bei einer absurden Journalistenführung durch einen Waffentunnel.

Von Annika Schneider
03.08.26
Flüchtlinge aus Marokko
Screenshot der Startseite von Bild.de. Oben steht: „Migranten-Ansturm auf spanische Exklave“, darunter: „Die 10 wichtigsten Fakten zum Ceuta-Drama: So einfach könnten die Migranten jetzt nach Deutschland kommen. Und darum kommen sie gerade jetzt“.
Screenshot: Bild.de

„Bild“ wähnt Ceuta-Migranten in wenigen Stunden in Stuttgart

Die Lage in Ceuta war extrem, entspannte sich aber schnell: Mehr als 50.000 Migranten schwammen innerhalb kurzer Zeit von Marokko aus in die spanische Exklave. Die meisten sind inzwischen wieder zurück. Unter anderem „Bild“ befeuerte dennoch die Panik, die Flüchtlinge könnten schon bald in Deutschland sein – und präsentierte eine krude Hochrechnung.

Von Boris Rosenkranz
30.07.26
TikTok-Kanal von Funk
Titelbild mit Screenshots des TikTok-Formats „Fakecheck“
Screenshots: Fakecheck/TikTok

Nix gecheckt trotz Faktencheck

Das Funk-Format „Fakecheck“ will „Bullshit“ auf Social Media aufklären. Doch die Faktenchecks verlieren sich immer wieder so sehr in aufregenden Recherche-Storys und unnötigen Details, dass sie dabei verpassen, die eigentliche Frage zu beantworten.

Von Johanna Bernklau
29.07.26
CSD-Kommentar in der „Siegener Zeitung“
Screenshot von siegener-zeitung.de: Kommentar mit der Überschrift „Meine Meinung – Nach dem Terroranschlag von Berlin: Ja zu freiheitlichen Werten ist nicht verhandelbar“ mit einem Foto des Redakteurs Martin Völkel.
Screenshot: siegener-zeitung.de

„Ansage an Neuzugänge“: Erst die Meinung, dann die Fakten

Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin richtet sich ein leitender Redakteur der „Siegener Zeitung“ mit einer „Ansage“ an alle Einwanderer. Doof nur: Sein ganzer Text basiert auf einer falschen Behauptung.

Von Boris Rosenkranz
28.07.26
Attentat auf den Berliner CSD
Eine Person steht vor einer Gedenkstelle mit Blumen und Regenbogenflaggen im Berliner Tiergarten. Auf einem Schild steht: „Für die Anschlagsopfer – für uns“.
Foto: Imago / Emmanuele Contini

Wie egal es ist, was die Nachbarn so sagen, und wie problematisch, Angehörige eilig zu interviewen

Nach dem Attentat auf den Berliner CSD interviewen Reporter verschiedener Medien die Nachbarn des mutmaßlichen Täters. Das ist vor allem sehr belanglos. Viel schwieriger ist es, dass der „Spiegel“ den Vater nur wenige Stunden nach der Tat telefonisch mit Fragen behelligt.

Von Boris Rosenkranz
Kolumne 27.07.26
Das ganze Gedöns (9)
Grafik: ein spielendes Kleinkind, daneben zwei erschöpfte Eltern auf dem Sofa
Grafik: Canva

Ist Kinderhaben wirklich so stressig – und muss man das andauernd aufschreiben?

In „Zeit“, FAS und SZ plädieren Autoren dafür, weniger lamentierend über Care-Arbeit zu berichten, um jungen Menschen nicht die Lust auf Familie zu nehmen. Dass es etwas Schönes ist, Kinder zu haben, ist allerdings keine neue Erkenntnis. Und die vielen Berichte über stressige Vereinbarkeit sind nicht das Problem.

Von Barbara Vorsamer
23.07.26
Landespressekonferenz Hamburg
Gläserner Eingang des Hotels Grand Elysée in Hamburg. Im Vordergrund: eine Reihe mit Blumen in Blumenkästen.
Foto: Imago / Breuel-Bild

Journalistenfeier im Hotel Grand Elysée abgesagt: Das Ende der Block-Connection?

20 Jahre lang feierte die Hamburger Landespressekonferenz im 5-Sterne-Hotel der Steakhaus-Familie Block – kostenlos. Dieses Jahr fällt das „Jahrestreffen“ wegen des Prozesses gegen Christina Block aus. Und eine alte Frage wird neu diskutiert: Wie ist es mit ihrer Unabhängigkeit zu vereinbaren, wenn sich die lokale Presse von einem Unternehmer sponsern lässt?

Von Boris Rosenkranz
21.07.26
Rücktritt wegen Leihmutterschaft
Porträt von Jens Spahn
Foto: Imago/Metodi Popow

Die FAZ-Legende von Jens Spahns Kinderwunsch in „herzlosen Zeiten“

„Wegen seines Kinderwunschs“ habe er zurücktreten müssen, heißt es in einem FAZ-Kommentar über Jens Spahn. Dass es ganz andere Gründe für den Rücktritt gab, erwähnt der Text nicht. Denn in dem zynischen Feuilleton-Stil geht der Inhalt leider völlig unter.

Von Annika Schneider
20.07.26
Springers KI-Portal „Upday“
Vorschaubild mit Screenshots der KI-Nachrichtenseite Upday
Screenshots: Upday

Wo ist der „human in the loop“, wenn man ihn braucht?

Die Nachrichtenseite „Upday“ veröffentlicht KI-generierte Texte, die auf Berichten anderer Medien basieren. Dabei schreibt sie exklusive Recherchen zum Teil ohne Quellenangabe ab und verwendet irreführende Fake-Bilder. Auch wenn Axel Springer beteuert, es werde alles von Menschen überprüft, bleibt der fatale Eindruck: Hier ist wirklich allen alles egal.

Von Lisa Kräher
17.07.26
Sommerpressekonferenz mit Kanzler Merz
Bundeskanzler Merz und sein Sprecher vor Fotografen in der Bundespressekonferenz in Berlin
Screenshot: Phoenix

Viele Journalisten, wenig Journalismus

Obwohl es kaum etwas zu berichten gab, haben wieder alle drüber berichtet: die Sommerpressekonferenz mit Kanzler Merz. Mit kritischem Journalismus hat das jährliche Ritual wenig zu tun. Presse und Politik nutzen es für die Selbstinszenierung.

Von Annika Schneider

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