Vergleichsweise kriminell: Das Flüchtlingszitat des Innenministeriums

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat in der vergangenen Woche erstmals bundesweit erhobene Daten zu Straftaten von Zuwanderern veröffentlicht. Das Bundesinnenministerium lobte das als Beitrag zur Transparenz. Eine Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Es hilft, die Diskussion zu versachlichen.“

Leider sagte sie noch etwas, nämlich: „Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche.“

Diese Schlussfolgerung steht aber nicht in dem BKA-Bericht. Sie ergibt sich auch nicht aus den Zahlen des BKA-Berichtes. Vermutlich ist sie nicht einmal richtig.

Sie stand aber über vielen Artikeln über den BKA-Bericht. Die Agentur dpa hatte das Zitat auch zur Überschrift ihrer Zusammenfassung gemacht.

nichtkrimineller
Ausrisse: „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Rheinische Post“, „Hannoversche Allgemeine“, „Süddeutsche Zeitung“, „Märkische Allgemeine“, „Thüringische Landeszeitung“

Die Bundesregierung hat vermutlich ein Interesse daran, beruhigende Botschaften an die Bevölkerung zu senden. Haben die Medien dasselbe Interesse? Haben sie sich in den Dienst einer regierungsfreundlichen Propaganda gestellt?

Die Zahlen, die das BKA über Kriminalität von Zuwanderern im ersten Quartal 2016 veröffentlicht hat, sind in mancherlei Hinsicht ungenau. In vielen Fällen sind die Ermittlungen der Polizei noch nicht abgeschlossen. Auch ist die Zuordnung eines Täters zur Kategorie „Zuwanderer“ im Sinne von Asylbewerbern und Flüchtlingen nicht immer eindeutig.

Trotzdem lassen sich einige interessante Aussagen über die Kriminalität von Zuwanderen treffen:

  • Die Zahl der Straftaten ist zwischen Januar und März um gut 18 Prozent gesunken.
  • In fast 60 Prozent der Delikte ging es um Diebstahl oder Betrugsfälle.
  • Gemessen an ihrer Gesamtzahl traten Algerier, Marokkaner, Georgier, Serben und Tunesier deutlich überproportional als Tatverdächtige auf.
  • Syrer, Afghanen und Iraker waren deutlich unterproportional vertreten.

Um nun festzustellen, ob Einwanderer „krimineller“ sind als Einheimische oder Deutsche, könnte man auf die Tatverdächtigenbelastungszahl zurückgreifen: die Zahl der Tatverdächtigen pro 100.000 Einwohner. Auf Nachfrage auf Twitter gab das Bundesinnenministerium an, eine solche Kenngröße könne bei den Zuwanderern nicht errechnet werden, weil sich „keine verlässliche Zahl von Zuwanderern“ ermitteln ließe. Es ist ein Kommen und Gehen, und die Erfassung der Asylbewerbern ist berüchtigt für ihre Ungenauigkeit.

Wenn man aber den Anteil der Tatverdächtigen an den Zuwanderern nicht errechnen kann, kann man ihn auch nicht mit der entsprechenden Zahl für Deutsche vergleichen.

Versucht man es trotzdem und ignoriert die wackelige Datenbasis, kommt man bei den Zuwanderern zu deutlich höheren Werten. Das wäre auch keine Überraschung: Zuwanderer sind jünger und männlicher als die deutsche Bevölkerung, sie sind ärmer und vermutlich häufig traumatisiert. All das kann eine höhere Kriminalitätsrate begünstigen.

Nun könnte es sein, dass Zuwanderer nicht stärker zu Kriminalität neigen als eine ähnlich zusammengesetzte Vergleichsgruppe von Deutschen. Aber selbst wenn das so wäre (was sich noch schwieriger berechnen ließe), wäre es gewagt, diesen Befund mit dem Satz „Zuwanderer nicht krimineller als Deutsche“ zusammenfassen zu wollen.

Der Satz der Ministeriumssprecherin ist mindestens unbelegt, vermutlich falsch. Wie kommt er in die Zeitungen?

Gesagt hat ihn die Sprecherin in einem Telefonat mit der Agentur dpa. Deren Nachrichtenchef Froben Homburger sagt, die Agentur habe ihr Zitat „korrekt wiedergegeben“. Sie habe der Agentur auch im Nachhinein, auf Nachfrage am Dienstag, „bestätigt, dass die dpa-Berichterstattung korrekt war: dpa habe das Zitat richtig wiedergegeben, ausgewogen einsortiert und nicht aus dem Zusammenhang gerissen.“

In der Pressestelle des Innenministeriums sieht man das ein bisschen anders. Man räumt eigene Versäumnisse ein, ist aber auch über die Arbeit von dpa nicht glücklich. „Bedauerlicherweise wurde am Ende des Gesprächs nicht, wie sonst durchaus üblich, abgestimmt, welche Teile des Gesprächs zur Veröffentlichung bestimmt sind und welche nicht“, sagt der Pressechef Johannes Dimroth. „Hier hätte auch unsererseits auf eine klare Absprache gedrungen werden sollen.“ Unglücklich ist man etwa darüber, dass das „Zuwanderer sind nicht krimineller“-Zitat von dpa prominent als „Fazit des Innenministeriums“ aus den Zahlen dargestellt wurde: „Ein ‚Fazit‘, wie in der Berichterstattung wiedergegeben, hat es nicht gegeben“, sagt Dimroth

Dass der Satz im Gespräch fiel, ist aber unbestritten; dass er nicht durch die Zahlen belegt ist, auch. Dimroth sagt:

„Das Zitat war missverständlich, fiel allerdings im Rahmen eines Gesprächs, in dem ausführlich auf die Komplexität des Gesamtsachverhalts hingewiesen wurde. Die Zahlen sind interpretierungsbedürftig. Sie sind keine Grundlage für pauschale Aussagen, weder in die eine noch in die andere Richtung. Wir wollten die Öffentlichkeit selbstverständlich nicht in die Irre führen. Dass durch das Zitat dieser Eindruck entstehen konnte, ist misslich.“

Ein falscher Eindruck konnte allerdings auch in der Bundespressekonferenz am Mittwoch vergangener Woche entstehen. Dort lehnte sich ein anderer Ministeriumssprecher bei der Interpretation der BKA-Zahlen ebenfalls zu weit aus dem Fenster, wenn auch etwas weniger weit:

„Besonders wichtig ist mir, vielleicht hervorzuheben, dass besonders weit überwiegend die Personen, die aus den Herkunftsländern kommen, aus denen Personen hier auch Schutz erhalten Flüchtlingsschutz, subsidiären Schutz oder Asyl, dabei sehr stark unterrepräsentiert sind. Damit ist gemeint, dass sie sozusagen weniger stark kriminell auffällig sind als die deutsche Wohnbevölkerung. Das trifft zum Beispiel insbesondere auf Syrer, Afghanen und Iraker zu.“

In der BKA-Studie bezieht sich diese vergleichsweise niedrige Kriminalität aber nur auf die Zuwanderer insgesamt, nicht die deutsche Wohnbevölkerung.

Die Zahlen sollten angeblich für mehr Transparenz und einer Versachlichung der Diskussion sorgen. Das Innenministerium interpretiert sie aber in einer unzulässigen und vermutlich unzutreffenden Weise. – Hätten Journalisten, die darüber berichten, das nicht bemerken und kritisch hinterfragen müssen?

Keineswegs alle haben das irreführende Zitat der Sprecherin gebracht. Andere Nachrichtenagenturen als dpa zitierten aus dem Bericht die zweifelsohne zutreffende Aussage: „Der weitaus größte Anteil der Zuwanderer beging keine Straftaten.“

Bei dpa beruft man sich darauf, dass man sich die Aussage der Sprecherin nicht zu eigen gemacht, sondern sie nur – zutreffend – zitiert habe.

Ich glaube nicht, dass das reicht. Gerade weil der Satz so plakativ und überschriftentauglich ist und auf eine so anschauliche Weise Entwarnung zu geben scheint, was die Sorgen vieler Menschen angeht, wäre mindestens ein Hinweis zwingend gewesen, dass sich diese Aussage nicht aus den neuen Daten ergibt. Auch andere Medien haben das Zitat nicht problematisiert.

Über die Motive darf jetzt jeder spekulieren: Ist das die Nachrichtenroutine, in der ein korrektes Zitat erst einmal ein korrektes Zitat ist, auch wenn es inhaltlich nicht korrekt ist? Oder spielt dabei ein Wunsch der Journalisten eine Rolle, solche eine positive Nachricht zu verbreiten?

Gegen den verbreiteten Verdacht, dass Journalisten mit den Regierenden unter einer Decke stecken, hilft das alles jedenfalls nicht.

83 Kommentare

  1. Gut, interessant, neutral und wichtig. Gefällt mir.
    Und trotzdem sehe ich schon die unreflektierten, kleinen Geister aus den Löchern kriechen und sich in ihren Theorien und „Lügenpresse“-Kreischereien bestätigt fühlen.
    „Wie man’s macht, ‚is falsch“ … *seufz* … ich beneide sie die nächsten Tage so gar nicht Herr Niggemeier :-)

  2. Ein weiterer vorauseilender Hinweis für alle, die jetzt den Eindruck haben, Nigggemeier schreibt gegen Flüchtlinge.
    In dem Artikel geht es einzig und allein um die unkritische Übernahme eines Zitats durch die Medien.
    Niggemeier schreibt nicht gegen Ausländer, sondern gegen Medien, ähh, ja.

  3. “ Zuwanderer sind jünger und männlicher als die deutsche Bevölkerung,“ dürfte die in ihrer Männlichkeit gekränkten auch wachrütteln, leider nicht soweit, dass sie verstehen was die Aussage bedeutet :D

  4. Ich habe die entsprechenden Schlagzeilen auch gesehen und mich gewundert. Man kann nicht glauben, dass solche Aussagen stimmen können:
    „Damit ist gemeint, dass sie sozusagen weniger stark kriminell auffällig sind als die deutsche Wohnbevölkerung. “
    und zwar genau deswegen:
    „Das wäre auch keine Überraschung: Zuwanderer sind jünger und männlicher als die deutsche Bevölkerung, sie sind ärmer und vermutlich häufig traumatisiert.“
    So einfach ist es tatsächlich: wenn es ähnlich wäre wie in der entsprechenden Vergleichsgruppe derjenigen , „die schon länger hier wohnen“, müsste man total froh sein (vielleicht ist es ja so: ich weiß es einfach nicht!), aber es wäre immer noch schlechter als in der Wohnbevölkerung insgesamt.
    Man muss sich fragen, was mit Behörden und Mitarbeitern los ist, die so offensichtlich unfundierte Behauptungen produzieren. Stehen die so vollständig mit dem Rücken zur Wand, dass es auf keine Rest-Glaubwürdigkeit mehr ankommt? Die grobe Art und Übertreibung der Beschönigung wirkt jedenfalls stark verunsichernd auf „die Wohnbevölkerung“.
    Und die Frage, warum nicht mehr Journalisten und Zeitungen da kritisch dagegen halten, um zumindest ihre eigene Glaubwürdigkeit zu sichern, falls die Regierung irgendwann scheitert (was ja in einer Demokratie der Normalfall sein sollte) schreit natürlich nach einer Beantwortung. Es kann ja nicht sein, dass mit einer Regierung alles in sich zusammenfällt.

    Danke Ihnen jedenfalls für diese sachliche Analyse! Je größer das Spektrum der Leute, die da genauer hinschauen, umso besser für das Land.

  5. Hinter solchen Geschichten steckt ein Geist, der vielleicht zu recht von vielen seit Jahren kritisiert wird. Soll man „den Menschen“ eine bestimmte Richtung, seine Richtung, durch entsprechende Text-Formulierungen „mitgeben“ oder muss man neutral bleiben (frei nach Hajo Friedrichs).

    Die Daten sind in diesem Fall ohnehin kaum brauchbar, wie Sie geschrieben haben. https://goo.gl/O7DnT3

    Schon diese Tatsache ist Anlass für berechtigte Kritik. Alle Versuche von Politikern, Beamten oder Journalisten fallen unangenehm auf und bewirken das Gegenteil dessen, was vielleicht an Gutem damit beabsichtigt wurde. Das möchte ich persönlich zumindest unterstellen.

  6. …was ist eigentlich mit den Rechtsverstössen, die von „Volks“-deutschen nicht begangen werden können, z.B. Visa-Vergehen, Verstösse gegen die Residenzpflicht, illegaler Grenzübertritt u.dglch. mehr? Können Kleinkinder auch solche Straftaten(?) begehen?
    Frägen über Frägen…

  7. @Stefan:
    habe ich auch so verstanden :D
    War vielleicht etwas provokativ, sollte so sein. Nichts für Ungut, danke…

  8. Henryk Broder hat heute etwas Passendes dazu geschrieben:
    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article156254456/Politik-und-Medien-leben-in-ihrer-eigenen-Welt.html
    Was habe ich mich früher über den Mann aufgeregt, als er gegen die Deutschen und ihre Opposition zum Irakkrieg polemisiert hat! Aber er ist so unglaublich milde geworden, und wenn man das, was er schreibt, Otto Normalverbrauchern hinlegen würde, wären sie froh, dass es jemanden wie Broder gibt, der das schreibt, was sie denken, und sie gegen den ewigen Nazivorwurf in Schutz nimmt.
    Ich vermute, Broder ist so milde, weil er sich jetzt wirklich Sorgen macht über eine fundamentale Vertrauenskrise (und die reale Krise dahinter). Fast jeder spürt doch, dass irgendetwas brutal nicht mehr stimmt.
    Die Nonstop-Beschönigung und die Hassreden und -veröffentlichungen, die keinesfalls nur von rechts geschwungen werden, beweisen das jeden Tag. Broder bringt ein paar sehr schöne Beispiele dafür, wie selbst die empörenswerteste Naziuntat in der Bedeutungslosigkeit versinkt, wenn sich herausstellt, dass sie nicht von Nazis begangen wurde. Auch das sind Hassreden!
    Was man Broder allerdings vorwerfen muss, ist, dass er so tut, als bestünde die verantwortliche Bundesregierung nur aus SPD-Ministern. Da ist er selektiv, auch wenn sich die SPD-Minister tatsächlich besonders weit und dumm aus dem Fenster hängen.

  9. Tschuldigung, aber der Broder Text ist das dümmste was ich zumindest heute gelesen habe.
    Der haut wieder mit Zitaten um sich die so nie gefallen sind, dazu eine verschwurbelte Weltansicht die sich auf seiner Achse des Guten so einpendelte, dass jede Abweichung schon als Kommunismus oder Antisemitismus deklariert wird.

  10. Das lenkt den Blick auf die Rolle und Selbstverständnis der führenden Agentur, der Agenturen an sich in der Westwelt.
    Dass Lokalblättchen die Agenturmeldung überwiegend unreflektiert übernehmen … minor surprise. Die wenigsten dürften sich noch den Luxus einer echten Redaktion für Überregionales leisten, oder?

    Dass unsere domestic-Qualitätspresse dazu vor allem noch mal eine eigenformulierte Meinung hat, ohne sich von fehlender Substanz der eigentlichen Meinungsbasis, also der Meldung, aufhalten zu lassen: Man hat sich an diesen neuen Hipstermegatrend im dt. Leitmedien-Elite-Journalistenmilieu gewöhnt. Spielbein an Standbein: Mach dich mal locker, du engst mich ein, mit deiner penetranten Bodenhaftung.
    Wer immer schneller als sein Schatten zieht, hat keine Zeit, etwas erst mal richtig auszuleuchten. Dalton oder Walton: who cares? Erst schiessen, dann fragen.

    „Früher“ (TM) hatten zumindest die meisten Leitmedien für wichtige -und unterschiedlichste- Spezialgebiete einen eigenen Ansprechpartner in Sachen Detail-Expertise, den sie auch intensiv genutzt haben, wenn angezeigt. Die Zeiten sind vorbei?

    Was ich da unter dem link in #6 erfahre, übertrifft meine Erwartungen allerdings nochmal. Die tatsächlichen Zahlen sind also Verschlusssache und waren für keinen der darüber Berichtenden zugänglich?

    Auf diese Idee wäre ich als Leser jedenfalls nicht von selbst gekommen: „Die Leser werden in dem Glauben gelassen, dass die Journalisten die Zahlen kennen. Sie haben aber nur die »Kernaussagen«, die man leider zum großen Teil auch als »Nichtaussagen« bezeichnen könnte“.

    Diese Methode der komplett unkritischen Übernahme von wenig bis gar nicht fundierten, aber steilen oder erwünschten Aussagen, die dann-wie bei stiller Post- weiter mutieren…ohne eigene Kompetenz/Expertise/Durchdringungsbemühung in der Sache (egal ob Statistik, Ökonomie, Auslands-Sprachkenntnisse) einzubringen …
    …verstärkt den Eindruck des Formationsfluges hinter zweifelhaften Führungsvögeln
    …produziert eigenselektiv eine Journalistengeneration, die Sorgfalt, inhaltliche Fundierung und Eigenkontrolle durch besonders unerschütterliche Meinungsstärke ersetzt.

    Egal, ob einem der Spin im Einzelfall inhaltlich gegen den oder mit dem Strich geht … da erodieren Informationsquellen nachhaltig in ihrer Werthaltigkeit für den Kunden.

  11. @1:

    Aber Stefan Niggemeier weiß schon, dass er dem Affen Zucker gibt. Ob es das wert ist? Aber bestimmt werden wir hier auch noch mal eine kritische Analyse von AfD-Verlautbarungen lesen. Nächstes Jahr vielleicht.

  12. #8:
    Nicht mal das weiss man also mit Gewissheit?
    Sollte da etwa wirklich niemand nachgefragt haben?
    Ist doch wohl die erste Frage, die sich zu solch einer Statistik aufdrängt, falls man jemals zuvor mit diesem Thema zu tun hatte.

    Dann wird das für mich der Assist des Monats, Steilvorlage für die Ulfkotte-Fraktion.

  13. @14:

    Solcherlei „Verarbeitungsmängel“ aus einem Korpsgeist heraus oder gar taktisch motiviert zum Tabuthema zu machen, gibt dem Affen gleich die ganze Zuckerschale.

    Überhaupt: Spätestens wenn alles nur noch nach Nützlichkeit im propagandistischen Meinungsstreit bewertet wird, haben „uns“ die extremen Agitatoren ihr Drehbuch aufgezwungen.

  14. Sehr bedenklich finde ich auch, dass Twitter gerade die Hashtags solcher Headlines, die auf genau solche Medienberichte hinweisen, regelmäßig als „Trends“ ausweist, obwohl diese zum Teil unter hundert Mentions besitzen. Verborgen wird dies oft unter der neuen Ausgabeform „Trendet seit xxx Stunden“ (keine Zahlenangabe mehr). Als ich unter diesem Hashtag verwundert darauf hinwies, und dieser Post eine Menge Zuspruch erhielt, wurde mein Account sofort gesperrt, mein Post war nicht mehr unter dem Hashtag sichtbar. Es scheint mir, als würden Themen, die das Volk beruhigen und die Kritiker diskreditieren sollen erst konstruiert, und dann mittels Manipulation in Social Media verbreitet werden. Unter dem Motto: „wenn alle darüber sprechen, muss es wahr sein“. Leider gibt es unter den Menschen um mich herum, die ein alle ein buntes und tolerantes Deutschland befürworten, auch viele gut gebildete und aufmerksame Personen, die sich zunehmend manipuliert fühlen und sich enttäuscht bis geschockt von unserer Regierung und der offenen Flüchtlingspolitik abwenden und beginnen, Seiten wie Kopp, JF und Epochtimes mehr Glauben zu schenken.

  15. Ich fände es gut, wenn es Open Data bei der Polizei gäbe. Glaubwürdige Statistiken, klare Zahlen, offengelegt.

    Und bei Sachen wie Fahrraddiebstählen, wo ist die Datenbank um zu checken, ob ein Fahrrad geklaut gemeldet wurde?

  16. #14: Es kann nicht Usus einer Medienkritik-Seite sein, nur solche Ungenauigkeiten/Fehler/Falschdarstellungen zu beleuchten, deren Korrektur das eigene Weltbild bestärkt.

    Gerade die Bereitschaft der Übermedien-Leute, ohne Parteilichkeitsbrille zu arbeiten, schätze ich enorm und ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Glaubwürdigkeit, die in der Medienwelt doch ein ach so rares Gut geworden ist. Würde sich diese Praxis hier ändern, wäre ich weg.

    Klar liefert man bestimmten Kreisen ggf. Munition, „wenn sogar der Niggemeier das mit der Zuwandererkriminalität nicht glaubt“. Aber auch wer sich auf der richtigen Seite wähnt, muss argumentativ sauber bleiben, denn nur dann hat man die Argumente auf seiner Seite.

  17. Was auch nicht vergessen werden darf: Verstöße gegen das Ausländerrecht können qua definition nur Ausländer begehen. Auch das kann man in der Auswertung berücksichtigen, wie man will, und macht „objektive“ Vergleiche mit Deutschen und EU-Ausländern noch schwerer.

  18. @16:

    Es kommt nicht auf den Korpsgeist an, sondern auf die Verhältnismäßigkeit.

    Hier macht Stefan Niggemeier das, was er schon immer gerne gemacht hat: den so genannten etablierten Medien Fehler nachzuweisen (was an deren Arbeit korrekt ist, wäre eher unwichtig). Daher werden auch die Fehler in der BKA-Berechnung und -Berichterstattung bedeutsamer als z.B. die Feststellung, dass in der Gruppe der kriminellen Migranten die Bürgerkriegsflüchtlinge deutlich unterrepräsentiert sind.

    „Eine Frage der Nützlichkeit im propagandistischen Meinungsstreit“? Das würde ja bedeuten, dass der Versuch, Ausländerfeindlichkeit zu bekämpfen gleichwertig ist mit dem Schüren von Ausländerfeindlichkeit. Alles Propaganda. Und damit machen Sie genau den gleichen Fehler wie Stefan Niggemeier. Formal ist seine Kritik völlig berechtigt. Nur ob sie im weiteren Sinn verantwortlich ist, da bin ich mir nicht sicher.

    Die Frage ist aus meiner Sicht, warum nicht mit gleicher Verve gegen jene Medien vorgegangen wird, die mit unrichtigen Behauptungen Ausländerfeindlichkeit begünstigen oder sogar bewusst schüren (die Beiträge über Ulfkotte lasse ich mal außen vor, weil das eher eine persönliche Auseinandersetzung ist).

    Wenn es tatsächlich um die Sache geht, also Medienkritik oder von mir aus auch um schlechte Recherche, dann wundert mich die Einseitigkeit. Vermutlich hängt das damit zusammen, weil ansonsten das Alleinstellungsmerkmal von Übermedien – Kritik der „Mainstream-Medien“ aus einer nicht-rechten Ecke heraus – flöten ginge.

    Aber das ist nur meine Meinung. Ebenso, dass ich die jüngsten Übermedien-Artikel zu Gauland und Höcke als eine Art Verständnisartikel betrachtet habe. Auch da ging es m.E. vor allem darum, gegen den Strom zu schwimmen und so aufzufallen. Man könnte das medialen Egozentrismus nennen. Was das unterm Strich an Auswirkungen haben kann, scheint wohl zweitrangig.

  19. @10:
    Broder? Ist das der von den „St.Pauli Nachrichten“?
    Habe ich mir oft am Bahnhofskiosk in Krefeld gekauft, mit dem missbilligenden(fragenden) Blick der Verkäuferinnen.
    Der Rest ist Phantasie und ein halbes Jahrhundert her…

  20. @17: Sascha Gebertz: Und was sie hier machen ist einen Fall zu konstruieren indem sie möglichst viel weg lassen. Zum Beispiel die Trend-Seite wird nicht nach Benutzung berechnet. Kann man schon an dem Wort Trend sehen, denn es geht um einen Anstieg der Benutzungen. Und sie werden entschuldigen dass ich ihre Aussage ob des „Hinweises“ stark in Zweifel ziehe. Weder haben sie einen genauen Wortlaut angegeben auf den man sie respektive Twitter festnageln könnte, noch scheint es mir mit meinen Erfahrungen stimmig, dass Twitter Leuten den Account sperrt die sie kritisieren.
    Und sollten sie wirklich gebildete Menschen kennen die sich von den Medien so sehr manipuliert fühlen, dass sie sich bei Kopp informieren wollen, dann, mit Verlaub, fragen sie doch mal nach ob selbst Denken doch so schwierig ist.

    Allerdings stimme ich anderen teilen der Kommentare zu, dass hier durchaus auch Teile der Medien kritisiert werden dürfen die gegen Ausländer hetzen und auf Seiten der AfD stehen. Oder sind Kopp und Co doch ein zu leichtes Ziel?

  21. @17, Sascha Gebertz
    Ich habe mal gelesen, dass bei Twitter nicht nur die Gesamtzahl zählt, sondern vor allem, was in der letzten Zeit viel diskutiert wurde. Weil andernfalls nur noch Tweets über Twilight und Justin Bieber angezeigt würden.
    Was den gelöschten Account angeht, sind Sie sich sicher, dass es keine andere Erklärung (technisches Problem, Wortwahl/Tonfall Ihrer Anfrage) gibt? Diese Frage haben nämlich schon viele gestellt , ohne gesperrt zu werden.

    @18, Chris
    Das würde voraussetzen, dass Menschen in der Lage sind, Statistiken korrekt zu lesen und auszuwerten.
    Das ist nicht mal bös gemeint. Statistik wird nicht ohne Grund studiert. Nackte Zahlen allein helfen oft nur marginal weiter.
    Ganz zu schweigen von denen, die die Statistik gar nicht richtig lesen wollen…

  22. @Daarin, 24:
    „Und sollten sie wirklich gebildete Menschen kennen die sich von den Medien so sehr manipuliert fühlen, dass sie sich bei Kopp informieren wollen, dann, mit Verlaub, fragen sie doch mal nach ob selbst Denken doch so schwierig ist.“

    1. Problem: „gebildet“ unterliegt in diesem Falle Ihrer subjektiven Deutung. Genau diese Überheblichkeit ist m. E. einer der Gründe, warum sich viele Menschen „anderweitig“ informieren. Sie wollen nicht bevormundet / abgewertet werden. Der kopp VErlag gibt Ihnen hier das Gefühl, gehört und veerstanden zu werden. Und unter seines gleichen zu sein.

    2. Problem: Wer sich bei Kopp informiert, ist schon durch mit den „klassischen“ Medien, hat sich seine Lügenpresse-Meinung bereits gebildet und sieht daher die Veröffentlichungen im Kopp Verlag als einzige Wahrheit an – belief preservance. Je mehr Gegenstimmen gegen Kopp, desto mehr hat Kopp recht. Ist das klassiche Esotherik Argument: „Wenn jemand meint es könne nicht sein, muss ja sein können, sonst wäre man einer Meinung.“ oder in anderen Worten „Es würde keine Diskussion über die Wirkung von Homöpathie geben, wenn da nicht was dran wäre, meinen Sie nicht auch?“ Ach ja, rhetorische Fragen stellen, statt absolute Antworten geben, auch eine Spezialität von Kopp und Kollegen. Tichy kann das auch super. Macht man sich nicht so angreifbar.

    3. Problem: „Selber Denken“ benötigt „raw input“. Wo man sich den holt, kann und darf nun mal jeder selbst entscheiden.

  23. @theo:

    Sie suchen sich gezielt den einzigen etablierten Blog, der nicht nahezu ausschließlich unter fremden Teppichen kehrt, um ihn deswegen der Einseitigkeit zu zeihen?
    Bizarr, aber: Kann man natürlich auch machen. Ich erkenne allerdings keinen Mangel an AFD-/Pegida-Kritik in den deutschen Medien, der mangelt es nur an Qualität. Natürlich könnte man wöchentlich Ulfkotte/Elsässer/Herrmann & co beobachten und redigieren, aber damit würde man deren scheinbare Relevanz nur noch weiter aufpumpen. Welchem bedauernswerten Journalisten wollte man das auch zumuten, das hält doch keiner bei geistiger Gesundheit länger aus?

    Trotzdem nehme ich mir die Frechheit heraus, Ihr Argument strukturell zu werten, auch wenn das Ihnen wie eine Attacke erscheinen sollte:

    Ihre Begründung, warum man Fakten nur je nach Nützlichkeit publizieren oder zurückhalten (oder tendenziös relativieren) sollte und weshalb man es in der publizistischen Bekämpfung unerwünschter politischer Strömungen nicht allzu genau nehmen sollte, dürfte viel Zustimmung bei den verantwortlichen Redakteuren bei Russia today und Compact erhalten.

    Eine Rückkehr zu einem weniger unreifen Diskursstil hierzuland wird man so nicht einleiten können. Und in der Praxis setzt man damit kein distinktes, besseres Beispiel für seriöse Information, in Abgrenzung von den Kurzschlussfolgerungen von extremen Agitatoren.

    Erkennen Sie nicht selbst, wie kontraproduktiv das ist? Wie es dazu führt, dass immer mehr informationstechnisch fehlversorgte Bürger gar nicht mehr zuhören, wenn Fakten genannt werden?
    Heiligt denn der Zweck bei Ihnen wirklich alle Mittel? Wollen Sie sich wirklich gemein machen mit deren Methoden?

    Ist es wirklich sinnvoll, sich lieber permanent selbst ins Knie zu schiessen, um die Blase am Fuß nicht mehr zu spüren, nur weil man den Schuh halt so mag?

  24. Aus meiner Sicht enthält der Artikel eine sehr interessante Information, mit der man sich mal genauer beschäftigen sollte:
    Letztlich sind valide Zahlen zur Verteilung der Kriminalität nicht verifizierbar.
    Das wiederum muss doch mal zu der Akzeptanz führen, dass man die Realität, die das eigene Wunschdenken bestätigt, derzeit nicht finden kann.
    Am Ende ist die Aussage, die SN als zutreffend akzeptiert, doch erfreulich genug: Der Großteil der Zuwanderer begeht keine Straftaten.
    Das reicht doch eigentlich um Ängste zu beruhigen, sofern der Besorgte sich überhaupt beruhigen lassen möchte. Wessen Ängste damit beruhigt werden sollen, ist eine ebenfalls interessante Frage. Weil die jetzt vielfach gewählte Schlagzeile nämlich folgende Aussage beinhaltet:
    Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche, also genauso gute Menschen wie wir, was man ja nicht so mit Sicherheit sagen könnte, wenn sie nachweislich krimineller wären, denn dann wären sie ja doch irgendwie nicht so toll oder so wertvoll wie Deutsche.

  25. @11 STE
    „Broder lebt auch so ganz in seiner welt.“
    Durchaus. Bei Individuen ist das aber nicht unbedingt ein Fehler.

    @12 JMK
    „der Broder Text ist das dümmste“
    Es gab schon dümmere, Broder wird wie gesagt immer besser und immer moderater. Wenn er so weiter macht, wird er vielleicht nicht Bundespräsident, aber ein interessanter Volksheld.
    „jede Abweichung schon als Kommunismus oder Antisemitismus deklariert“
    Beim Kommunismus stimme ich zu. Man muss einem teilkollabierten und weiter kollabierenden Neoliberalismus nicht als Kommunismus bezeichnen, aber der Vergleich ist interessant, der grassierende Staatsdirigismus offensichtlich.
    Mit Antisemitismusvorwürfen hält er sich seit längerem zurück und wird immer volksnäher.

    @14 Theo
    „..dem Affen Zucker..“
    Das allumfassende Kritikverbot. Bedingungslose Solidarität mit jedem, der „für das Gute“ und „gegen Rechts“ ist?
    „kritische Analyse von AfD-Verlautbarungen“
    Kommentare, Karikaturen und Satire dazu findet man überall massenweise, aber in sehr unterschiedlicher Qualität. Gute konservative und liberale Kritik an der AfD finden Sie von verschiedenen Autoren bei Tichy (Spahn, Schunke, meinem Favoriten Goergen) und beim Cicero. Bereits die FAZ fällt dagegen ab und produziert Kritik, die leichter abgetan werden kann. Unsachliche Hetze gibt’s u.a. beim Spiegel und der Süddeutschen von zahllosen Heulbojen.
    Jeder Leser weiß aber, dass er die Verlautbarungen eines einzelnen und relativ neuen Tendenzbetriebs mit ordentlich Salz lesen sollte. An die Verlautbarungen von Regierungsbehörden und die Gesamtheit vieler „unabhängiger“ Tageszeitungen müssen andere Maßstäbe angelegt werden. Und etablierte Rechtsschreiber wie Ulfkotte waren bei Uebermedien schon dran.

  26. 27, Symboltroll:

    „Ihre Begründung, warum man Fakten nur je nach Nützlichkeit publizieren oder zurückhalten (oder tendenziös relativieren) sollte und weshalb man es in der publizistischen Bekämpfung unerwünschter politischer Strömungen nicht allzu genau nehmen sollte…“

    Hatte ich das geschrieben? Und sollte ich darauf mit ähnlich unaufrichtigem Zitieren antworten?

    Ich denke, das müsste eigentlich klar sein, worum es mir hauptsächlich ging. Es geht ums Gewichten, um gesellschaftliche Verantwortung. Das bedeutet nicht, Unwahrheiten zu verbreiten. Aber es bedeutet, sich „einen Kopf zu machen“, ob man nicht durch eine lustvolle Fehlersuche bei Anderen das Kind mit dem Bad ausschüttet.

    Es ist wichtig, im Journalismus Korrektheit einzufordern. Keine Frage. Nur sollte sich kein Journalist davon freimachen, dass seine Texte auch Auswirkungen haben können. Wenn die Texte benutzt werden, um z.B. eine gesellschaftliche Spaltung zu propagieren, dann kann man natürlich achselzuckend konstatieren, dass man sich vor falschen Freunden nicht schützen kann. Man könnte aber auch überlegen, ob die eigene Prioritätensetzung es denen vielleicht nicht gerade schwergemacht hat.

  27. 29, Andreas Müller:

    Wer bei der Süddeutschen nur Heulbojen sieht und gleichzeitig die Werke von (ausgerechnet!) Frau Schunke als wertvoll erachtet, der möchte doch gar nicht ernst genommen werden.

  28. @theo: Die „lustvolle Fehlersuche“ bestand in diesem Fall, wie so oft, darin, dass mich Leute auf das Problem mit dem Zitat aufmerksam gemacht haben. Ich finde aber, dass der Fall wegen der Beteiligten (Innenministerium, dpa) und dem besonders markanten Zitat auch genügend Fallhöhe mitbringt.

    Ja, ich hoffe sehr, dass meine Texte Auswirkungen haben. Dass die Kollegen von dpa zum Beispiel, bevor sie das nächste Mal so ein tolles, aber falsches Zitat zum Aufhänger ihrer Meldung machen, überlegen, ob das wirklich eine gute Idee ist. Und vielleicht andere Kollegen auch einen Moment zögern, ob eine solche Aussage wirklich stimmen kann bzw. von den Fakten gedeckt ist.

    Nicht nur, weil das eh schön wäre, als journalistische Praxis, ganz grundsätzlich. Sondern weil jede solche irreführende Meldung, die wie Regierungspropaganda wirkt, an der eigenen Glaubwürdigkeit kratzt, gerade bei diesem Thema.

    Zugegeben: Meine Hoffnung ist da weitgehend unbegründet.

  29. @29:
    Broder ist ein unsäglicher Polemiker. Das weis er und diese selbst aufgebaute Rolle gefällt ihm.
    Ausserdem ist er eitel und selbstgerecht.
    Mich hat er einmal, während des Libanon-Krieges, im SPON-Forum eine „…rheinische Knallschote…“ genannt.
    Bis heute fühle ich mich sowas von geadelt !

  30. 32, Stefan

    „Ja, ich hoffe sehr, dass meine Texte Auswirkungen haben.“

    Und ich hoffe, du schaust mal über deinen Tellerrand.

  31. Danke, werter Niggemeier.

    Hab die Kommentare nicht, sondern nur grad den Artikel gelesen, aber wie gesagt: Danke.

    Diese Art zu berichten ist der einzige Weg. Er mag schmutzig sein und von Beifall von eher unliebsamer Seite begleitet.
    Aber irgendwer muss sich jene Schuhe, um nicht zu sagen Kampfstiefeletten anziehen, die durch die deutsche Konsenspresselandschaft hindurchtanzen.

    So einfach kanns nicht mehr gehen.
    Die Welt ist kompliziert geworden.
    Genau hinschauen hilft.
    Um genau streiten zu können.

  32. @36:
    Und wo sehen/lesen Sie diese sog. Konsenspresselandschaft?
    Lügenpresse; Stöckelschuhe; Beitragsservice?
    Sie lassen mich ratlos zurück…

  33. @theo: Findest Du nicht, dass Dein Wunsch, man möge dem Affen keinen Zucker geben, dem Affen Zucker gibt? Siehe #29

    Ansonsten @all wollte ich nur mal erwähnt haben, dass es hier eigentlich gar nicht um Broder geht. Also, nicht so richtig…

  34. @33 Ekkehard
    „Broder ist ein unsäglicher Polemiker“
    War er. Ich bitte Sie, der heutige Beitrag (wie das meiste in den letzten Monaten) ist doch keine Polemik mehr, nur noch bittere Ironie.
    “ …rheinische Knallschote…“
    Wenn „rheinisch“ darin vorkommt, handelt es sich grundsätzlich um eine Liebeserklärung. Die „Knallschote“ ist viel zu milde, um das Adjektiv wettmachen zu können.

  35. @39:
    …das mit der „…rheinischen Knallschote…“ war seinerzeit durchaus nicht als Liebeserklärung an mich zu verstehen.
    Ob Herr Broder Kreide frisst, gefressen hat, weis ich nicht.
    Mein Netbook weigert sich beharrlich, Tastatureingaben wie „PI“ oder ähnlich zu akzeptieren. Das funktioniert, wie jetzt, nur über Umwege!
    Lassen wir es dabei bewenden.

  36. @38:
    …habe ich auch schon drüber nachgedacht.
    Egal, ich hole mir jetzt noch ein (oder drei) Alt bei meinem Lieblingstürken.
    Neuerdings heist das ja „Convenience-Shop.
    Jedenfalls hat er noch auf, im Gegensatz zur alten Tante-Emma.
    Ach ja, ein Supermarkt hat auch noch auf, bis Mitternacht.
    Aber das geht jetzt wirklich am Thema vorbei…

  37. jeder der sich traut die lapidaren, verdrehten Informationen zu hinterfragen und uns Normalos zu informieren, ist ein Volksheld.
    Das gilt auch für Bürgermeister, Polizisten usw. die nicht kuschen und alles unter den Tisch kehren

  38. Vor drei Tagen hat die „Welt“ (http://www.welt.de/politik/deutschland/article156200060/Polizei-verdaechtigt-Nordafrikaner-besonders-haeufig.html) über die als „VS-Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuften Teile der BKA-„Kernaussagen“ berichtet. Offenbar hat da jemandem im BKA angesichts einer der fettesten Enten des medial-administrativen Komplexes der letzten Jahre das Gewissen keine Ruhe gelassen.

    Nun ist auch klar, warum sich die von Maziere freigegebene Zensurfassung fürs Volk auf die Anzahl der STRAFTATEN und damit eine bei Zuwanderern kriminalstatistisch unübliche Zählweise beschränkt hat: Ein Vergleich mit den zuwanderungsinduzierten Tatverdächtigen-Zahlen des Vorjahres sollte in jedem Fall verhindert werden.

    Denn dieser Vergleich hat es in sich. Wurden 2015 von den im EASY-System des Bundesamtes für Migration registrierten 1. 091.894 Zuwanderern laut Polizeilicher Kriminalstatistik (siehe PKS 2015, Tabelle 61) 114.238 Personen als tatverdächtig ermittelt – mithin jeder zehnte – so waren es im ersten Quartal 2016 (bei 173.707 zusätzlichen Zuwanderern) 67.150 Tatverdächtige und damit – aufs Jahr hochgerechnet – jeder fünfte. Von der einheimischen Bevölkerung (passdeutsche ehemalige Ausländer eingeschlossen) schafft es, bei sinkender Tendenz, gerade mal jeder fünfzigste in die Tatverdächtigen-Liga.

    Anders ausgedrückt: Die kriminelle Bereicherung der Bevölkerung durch Zuwanderer ist, anders, als uns das Bundeswahrheitsministerium und die ihm über die Reichs-, äh, Bundespressekonferenz zugeschalteten Medien weismachen möchte, nicht gesunken, sondern hat sich innerhalb eines Jahres, schwuppdiwupp, mal gerade eben verdoppelt.

    Ob sich solche Diskrepanzen im kriminellen Verhalten zweier Bevölkerungsgruppen mit der „berüchtigten Ungenauigkeit“ (Niggemeier) des „Kommen und Gehens“ sowie unterschiedlichen demographisch-sozialen Strukturen erklären und damit noch lange unter dem Tabu-Teppich verbergen lassen, wage ich doch sehr zu bezweifeln.

  39. @10: Ich habe so ein Gefühl, dass Broder vielleicht nicht „milder“ geworden ist, sondern nun eher in Richtungen austeilt die Ihnen besser passen…

    @17: Wer anfängt, „Seiten wie Kopp, JF und Epochtimes mehr Glauben“ zu schenken, hat eh schon aufgegeben… Die lügen einfach so selbstbewusst, dass die kognitive Dissonanz geringer wird. Ein bisschen so wie die Leute, die Trump für ehrlich(er) halten… Nö, er lügt einfach schamloser als die anderen.

  40. Ich hab hier auch noch Aussagen des Bundesinnenministers zu Statistiken, die ebenfalls zweifelhaft erscheinen. Darüber berichten etablierte Medien wie mdr und taz, und es geht diesmal auch nicht gegen die AfD noch handelt es sich um ethisch bedenklichen Gutmenschen-Journalismus – kurzum: eigentlich kein Thema für Übermedien.

    https://taz.de/De-Maizire-gegen-Gefluechtete/!5314251/

  41. Gut, dass die taz Thomas die Misere kritisiert. Interessanterweise funktioniert hier die Vielfalt der Medien noch, denn andere finden den ganz seriös, weil er so doll hart gegen Kriminelle und Einbrecher tut und um sichere Drittstaaten kämpfelt. Es hat also schon seine Richtigkeit, dass sich Uebermedien nicht unbedingt mit ihm beschäftigen muss.

  42. Klar, es ist wegen ungenauer Zahlen von Einwanderern schwer zu ermitteln, welche Gruppe mehr oder weniger kriminell ist. Aber ebenso klar ist: Wenn hier die Zahl von Tatverdächtigen zugrunde gelegt wird, dann ist erst recht keine Aussage darüber zu treffen, dass Einwanderer „krimineller“ sind. Diese Zahl belegt nur, dass Menschen, die nicht deutsch aussehen häufiger verdächtigt werden. Und das ist nun echt nichts Neues. Entsprechend ist die Zahl der Einwanderer in dieser Statistik unverhältnismäßig hoch. Sie sagt nur eher etwas über die Polizei aus, als über die Zahl von Straftaten, die wirklich begangen werden.
    Interessanter ein Blick in Statistiken zu Verurteilungen. Hier liegen Deutsche und Einwanderer entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil seit Jahre stabil gleichauf. Obwohl darin auch Straftaten enthalten sind, die nur von Ausländern begangen werden können. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Rechtspflege/Querschnitt/RechtspflegeAusgewaehlteZahlen2100100127004.pdf%3bjsessionid=50036BA0B808BE30B2FC813A00FF04EB.cae4?__blob=publicationFile
    Dass Einwanderer nicht krimineller sind als Deutsche ist dann eben doch nicht so falsch.

  43. @Konstantina

    – Sie haben recht: Den Effekt, dass Fremde schneller verdächtig werden gibt es (in jedem Land).
    – Damit können Sie jedoch nicht die erhöhte Zahl krimineller ausländischer Tatverdächtiger komplett erklären. Zum „Verdächtigungseffekt“ gibt es keine Zahlen.
    – Bessere Anhaltspunkte zur Höhe der „Ausländer-Kriminalität“ liefern die Zahlen zu Verurteilten und Strafgefangenen (es sei denn man unterstellt dem kompletten Justizapparat, dass er nur ‚rassistisch motivierte‘ Urteile fällen würde). Die Zahlen aus Ihrer Quelle:

    _

    Verurteilte (im Jahr 2011) [1]:
    – 630.240 mit deutscher Staatsangehörigkeit [2]
    – 177.575 mit anderer Staatsangehörigkeit (Ausländer)

    Verhältnis, grobe Annäherung [3]:

    —> ca. 0,78% Verurteilte aus der Bevölkerung mit deutscher Staatsangehörigkeit [2]
    —> ca. 2,17% Verurteilte aus der Bevölkerung mit anderer Staatsangehörigkeit (Ausländer)
    _

    Strafgefangene (Stichtag 31.12.12*)
    – 44.391 mit deutscher Staatsangehörigkeit
    – 13.216 mit anderer Staatsangehörigkeit

    Verhältnis, grobe Annäherung [3]:

    —> ca. 0,05 % Strafgefangene aus der Bevölkerung mit deutscher Staatsangehörigkeit [2]
    —> ca. 0,16 % Strafgefangene aus der Bevölkerung mit anderer Staatsangehörigkeit (Ausländer)
    _

    Noch höhere Kriminalitätsraten sind offenbar bei Asylbewerbern zu verzeichnen:

    Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße [4]:

    – 1.456.078 durch deutsche Staatsangehörige
    – 114.238 durch Asylbewerber

    Verhältnis, grobe Annäherung [5]:

    —> ca. 1,8 % Straftaten aus der Bevölkerung mit deutscher Staatsangehörigkeit [2]
    —> ca. 7,62 % Straftaten durch Asylbewerber
    _

    FAZIT:

    ==> es gibt fast 3 mal so viele verurteilte Ausländer (exakt: 2,7*)
    ==> es über 3 mal soviel ausländische Strafgefangene (exakt: 3,2*)
    ==> es über 4 mal soviel Tatverdächtige Asylbewerber (exakt: 4,2*)

    Das höhere Kriminalität von hier lebenden Ausländern und erst recht von Asylbewerbern kann verschiedene Gründe haben (wie jüngere Menschen, mehr Männer, schlechte Bildung, mehr Gewalterfahrung und Opfer von Gewalt, etc.) Nur, so sind erstmal die Tatsachen. Wenn Sie dann schreiben „seit Jahren stabil gleichauf“ ist das nochmals reine Meinungsmache – und das schadet nur. Denn die Statistiken besagen leider durchgängig etwas anderes.

    _

    ZITATE DAZU:

    „Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung gemäß § 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB sind fast drei von zehn Tatverdächtigen Nichtdeutsche.“ [6]

    „Der Anteil der von Asylbewerbern begangenen Straftaten an der Gesamt-Kriminalität hat sich binnen drei Jahren von 3,7 auf 7,7 Prozent mehr als verdoppelt. Das geht aus einer Auswertung des Bundeskriminalamtes hervor“ [7]
    _

    [1] Statistisches Bundesamt, Fachserie 10, Reihe 1, 2012
    [2] Deutscher Staatsangehörigkeit = Wohnbevölkerung mit deutschem Pass mit und ohne Migrationshintergrund
    [3] ca. 81. Millionen deutsche Staatsangehörige, ca. 8,1 Millionen Ausländer laut Statistischem Bundesamt 2013
    [4] Polizeiliche Kriminalstatistik 2015, Seiten 70
    [5] Annahme: ca. 1,5 Millionen Asylbewerber
    [6] Polizeiliche Kriminalstatistik 2013, S. 134
    [7] http://www.presseportal.de/pm/30621/3080198

  44. Danke, Konstantina für die überfällige Richtigstellung, dass die Polizeistatistik nicht „Kriminelle“, sondern Verdächtige zählt!

  45. @Konstantina: „Interessanter ein Blick in Statistiken zu Verurteilungen. Hier liegen Deutsche und Einwanderer entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil seit Jahre stabil gleichauf. Obwohl darin auch Straftaten enthalten sind, die nur von Ausländern begangen werden können.“

    Zwei Sätze, vier Fehler. Weder wird in der Verurteilungs- (fachlich korrekt: Strafverfolgungs-) Statistik zwischen Deutschen und Einwanderern differenziert, sondern lediglich zwischen Deutschen und Ausländern, von denen Zuwanderer (so der kriminalstatistisch korrekte Begriff) wiederum eine, nicht eigens erfaßte Untergruppe darstellen. Noch liegen Deutsche und Ausländer bei den Verurteilungen „seit Jahren( stabil gleichauf“, sondern saßen 2013 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) im Verhältnis 1 : 3 ein, Tendenz: stabil ansteigend. Und wegen Straftaten, „die nur von Ausländern begangen werden können“ – sprich: Verstöße gegen Einreise und Aufenthaltsbestimmungen – dürfte nach menschlichem Ermessen hierzulande kaum jemals ein Ausländer hinter schwedischen Gardinen gesessen haben.

  46. @50 Elke S.
    „„Der Anteil der von Asylbewerbern begangenen Straftaten an der Gesamt-Kriminalität hat sich binnen drei Jahren von 3,7 auf 7,7 Prozent mehr als verdoppelt.“
    Im selben Zeitraum dürfte sich auch der Anteil der Asylbewerber in ähnlichem Maße (oder sogar noch stärker) erhöht haben. Ein solcher Anstieg wäre also zu erwarten gewesen. Allerdings haben wir wohl nicht 6 Mio Asylbewerber (7,7% von 81 Mio Einwohnern) im Land. Es gäbe also mit diesen Zahlen ein deutliches Kriminalitätsproblem mit Asylbewerbern, das mit den höheren Zahlen entsprechend gewachsen ist.

    „„Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung gemäß § 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB sind fast drei von zehn Tatverdächtigen Nichtdeutsche.“
    Das ist eine krasse Zahl. Ende 2015 lebten laut Statista ca. 9 Mio. Ausländer in Deutschland, macht einen Anteil von ca. 11% statt 30% beim Tatverdacht. Bleibt die entscheidende Frage, ob Nichtdeutsche und Ausländer dieselben sind. Das ist die Krux bei diesen Zahlen: es kommt auf jedes Wörtchen an.
    Wenn diese Zahl stimmt, dann ist die Angst jedenfalls gut begründet. Keine Sorge: Heiko Maas wird solche Zahlen bestimmt bald zensieren lassen, weil sieHass, ähm, Angst verursachen könnten.

  47. @50, Elke S.
    Sie schrieben:
    „Bessere Anhaltspunkte zur Höhe der „Ausländer-Kriminalität“ liefern die Zahlen zu Verurteilten und Strafgefangenen (es sei denn man unterstellt dem kompletten Justizapparat, dass er nur ‚rassistisch motivierte‘ Urteile fällen würde).“

    Braucht man gar nicht. Stellen Sie sich vor, die Polizei würde nur noch Frauen verdächtigen. Viele würden freigesprochen, es würden die tatsächlichen Täterinnen ins Gefängnis kommen – aber keine Männer (die ja nie vor Gericht kommen). In den Gefängnissen wären nur Frauen – aber trotzdem würde das nicht bedeuten, das nur Frauen Straftaten begehen.

    Und 6 „Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung gemäß § 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB sind fast drei von zehn Tatverdächtigen Nichtdeutsche.“ erscheint in der Polizeilichen Kriminalstatistik (Jahrbuch) 2011. Kein großer Fehler, nur falls jemand sucht.
    Auch da würden mir mehrere Gründe einfallen. Zunächst mal, setzt sich diese Gruppe aus mehr Männern im entsprechenden Alter zusammen (sorry, Jungs von 18-50 oder so, mir ist klar, dass die meisten von euch ganz normale, anständige Menschen sind), weiter ist von „Tatverdächtigen“ die Rede, gerade Vergewaltigung findet gerne im Familienkreis statt und wird weniger angezeigt etc.
    Soweit ich weiß, bestätigen mir Statistiken noch immer, dass ich mehr Angst vor meinem Partner als dem unbekannten Nichtdeutschen hinterm Busch haben muss.

  48. Lieber platt und glücklich, als differenziert und neurotisch… :)

    Ja, es ist ganz schwierig mit den Ausländern und der Objektivität zwischen anklagenden Schlechtmenschen und dauerverteidigenden Gutmenschen.
    Doof nur, dass wieder nur die Täter im Vordergrund stehen. Sexuelle Gewalt, Eigentumsdelikte – egal, es zählt die Nationalität.

    Gut, ich gebe zu, es ist wichtig, Objektivität einzufordern.

    Ich möcht trotzdem auch, a u c h über ( sexuelle) Gewalt sprechen. Über eine Gewalt, die uns meistens am Arsch vorbei geht, außer dem politisch korrekten Ojeoje – und der Nationalitätentäterfrage natürlich.

    Es gab bis jetzt regionale Statistiken der relativen Unauffälligkeit, es gab auch das Buch eines Braunschweiger Kripokommissars Küch.
    „Mit Fakten gegen Schwarzmalerei

    Der 58-jährige Küch ist als Kriminaldirektor Leiter der Kripo in Braunschweig. Mit seinem Wissen hält er nicht hinter dem Berg: Wenn es um die Frage geht, wie viel Kriminalität mit den Flüchtlingen nach Deutschland kommt, tritt er allen Schwarzmalern mit Fakten entgegen: „Der Anteil von Kriminellen, die mit den Flüchtlingen nach Deutschland eingereist sind, ist prozentual nicht höher als der Anteil von Kriminellen in der deutschen Bevölkerung.“ Und noch eine Botschaft hat Küch: Obwohl seit Anfang vergangenen Jahres rund 40.000 Menschen die Aufnahmestelle in Braunschweig durchlaufen haben, steht fest: In der Kriminalitätsstatistik fällt das nicht ins Gewicht.“
    http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/fluechtlinge/Buch-widerlegt-Vorteil-von-Fluechtlingskriminalitaet,ulfkuech100.html

    Und weil das alles so kompliziert ist und genau in eine fremdenfeindliche Hetze passt, will ich lieber platt bleiben.
    Auch wenn ich im Moment mit kriminellen ausländischen Jugendlichen zu tun habe, glaube ich trotzdem, dass die Mehrheit aller Jugendlichen nicht kriminell ist und die Ausländer unauffällig in die deutsche Norm passen, lässt man mal die in Deutschland agierende internationale Mafia außer Acht.

    Deswegen gehe ich für unser aller Nachdenken – als zugegeben völlig unwichtigen am Thema vorbeigehenden Impuls – in die Dunkelwelt, wo ich vermute, Ausländer kaum eine Rolle spielen und Täter vorkommen, aber nicht interessieren. Aber passt gaaaanz schlecht in die derzeitige Gesprächskultur.

    „Vergewaltigungen in Behinderten-EinrichtungenSchutzlos und ohne Zeugen

    Angebrüllt, geschlagen, vergewaltigt: Körperlich und geistig behinderte Frauen werden in Deutschland bis zu dreimal häufiger Opfer sexueller Gewalt als alle anderen Frauen. Vor allem Psychiatrien, Heime und andere spezielle Einrichtungen sind in dieser Hinsicht keine sicheren Orte.“

    http://www.deutschlandfunk.de/vergewaltigungen-in-behinderten-einrichtungen-schutzlos-und.862.de.html?dram:article_id=322382

  49. und morgen dann der artikel darüber, daß die misere sich eine andere zahl auch aus dem arsch gezogen hat, nämlich die, daß ärzte falsche atteste für flüchtlinge ausstellen, damit die nicht abgeschoben werden.

    oder, daß stefan einfach mal einen einzigen tag die klappe hält und nachdenkt, vielleicht über so was wie den „lucke“-effekt. der hat sich auch ein publikum geschaffen, daß dann am ende anderen nachläuft.

    ich bin schon ganz gespannt auf die, denen stefan da seit jahren eine waffe in die hand drückt. vielleicht sollte er sich mal den vortrag von lobo auf nerdcore reinziehen.

    der kleine aber feine unterschied zwischen verantwortung und selbstverliebter eitelkeit – 10:0 für lobo.

  50. @59 Hardy
    Falsche Analyse führt zu falscher Therapie. Man kann den „Lügenpresse“-Vorwurf nicht dadurch kontern, dass man die Berichterstattung für sakrosankt erklärt. Man macht das dadurch, dass man ein Medium gründet, das es besser macht.

  51. „ein Medium gründet, was es besser macht“

    Der Kommentator Andreas Müller, der unser Land fachkundig schon mal als „autoritäre Bananenrepublik“ einordnet, empfahl jüngst die Seite von Roland Tichy.

    Scheuklappen garantieren eine sichere Orientierung.

  52. @ 61
    „, das es besser macht“, Theo. Relativpronomen!
    Ich meinte damit in diesem Fall nicht in erster Linie Tichy, sondern Uebermedien. Gründen statt meckern! Außerdem informiere ich mich aus verschiedensten Quellen und stimme mit Tichy in vielem nicht überein. Aber es ist tatsächlich mehr geworden, seit Tichy auch in der Opposition ist. Der Feind meiner Feinde ist mein Verbündeter.

  53. Ein Journalist, der „in der Opposition“ ist, verdankt also seiner Parteilichkeit ihre Wertschätzung? Und wer sind denn ihre „Feinde“?

  54. „ich bin schon ganz gespannt auf die, denen stefan da seit jahren eine waffe in die hand drückt“

    Wenn wir schon bei diesem Bild sind…
    …Was versprechen Sie sich davon, „unsere“ Kämpfer mit nasser Munition, stumpfen Waffen und Ladehemmungs-Remittenten in einem -deshalb- aussichtslosen Stellungskampf zu verheizen?

    Ich -als stolzer Gutmensch- habe nur Mitleid mit allen, die sich in der Talkshow oder am Stammtisch oder in der Kantine trauen, den Mund gegen die radikalen Hetzer aufzumachen und sich dann vor indifferentem Zielpublikum unter feixendem Gespött vom Hetzer vorführen lassen müssen als naive Gutmenschen, die selbst die billigsten Propagandalügen des Merkelregimes glauben. Deren Standing wird durch solchen bullshit untergraben, deren Motivation missbraucht, deren Haltung untergraben.

    Solange Sie lieber irgendeine Fassade auf Kosten der Gesamtstatik stützen, betreiben Sie weiter deren Geschäft, ganz im Gegensatz zu SN, dem Sie das hier vorwerfen.

    Kennen Sie den Begriff der XY-Folgenabschätzung? Oder treibt Sie die Lust am Untergang?

    Den Unterschied zwischen „Gut gemeint, aber voll versemmelt“ und „Gut gemacht“ muss ich Ihnen doch wohl nicht erklären?

  55. @61 Theo
    „fachkundig schon mal als „autoritäre Bananenrepublik“ einordnet“
    Der autoritäre Charakter der deutschen Politik zeigt sich in zahllosen Facetten. Unter anderem dadurch, dass die Bürger der Bundesrepublik noch niemals zu einem bundespolitischen Thema befragt worden sind, im Gegensatz zu den meisten west- und nordeuropäischen Staaten, die u.a. über die Euro-Einführung und die geplante EU-Verfassung abgestimmt (und sie gekippt) haben.
    Dass gleichzeitig in Deutschland die offiziell hochgehaltenen Prinzipien der Verfassung und die Wirklichkeit oft wenig miteinander zu tun haben und Rechtsbrüche der Exekutive in der Regel straffrei bleiben, lässt sich ebenfalls an zahllosen Stellen beobachten. Lesen Sie mal etwas von Hans Herbert von Arnim, oder betrachten Sie die Anti-Terror-Gesetze der 70er Jahre und die Tatsache, dass in fast keinem RAF-Mord die Täterschaft wirklich sauber aufgeklärt ist (Ausnahme: der Mord an Ponto, dessen Frau Zeugin war). Überall da, wo staatliche Stellen ihre Finger drin hatten, gab es keine Aufklärung und natürlich auch keine Strafe für staatliche Akteure. Ein schönes Beispiel ist der Schmücker-Mord, dessen Tatwaffe lange Jahre im Safe des Verfassungsschutzes aufbewahrt wurde. Kein Fall ist aber so gut recherchiert wir der Mord an Siegfried Buback: Michael Buback, der zweite Tod meines Vaters. Lesen Sie sich das Mal durch und genießen Sie die Klarheit die entsteht, wenn jemand sauber Fakten sammelt und mit schlüssigen Hypothesen arbeitet. Als Täter verurteilt wurde u.a. Knut Folkerts, zu Unrecht. Im Becker Prozess wurde 2012 sogar offiziell behauptet, dass die Täterschaft nach 35 Jahren unklar sei:
    http://hintermbusch.de/nsu_buback.html
    Die Rechtsstaatlichkeit der Vorgänge in Deutschland wird von den meisten Deutschen fahrlässig überschätzt. Das war schon immer so: man schätzt das eigene Land zu positiv und die anderen im Vergleich zu negativ ein. Beispielsweise wurden italienische Staatsanwälte oft deshalb ermordet, weil sie unabhängig sind und oft (zu) mutig waren. Deutsche Staatsanwälte sind rigoros an Weisungen der Politik gebunden. Trotzdem traut sich die deutsche Politik frech, den Polen vorzuwerfen, dass sie genau das auch anstreben. Sie brauchen mir im übrigen nichts zu glauben: Die Weisungsgebundenheit der deutschen Staatsanwaltschaften ist eine allgemein bekannte Tatsache. Man muss es nur wissen wollen.

  56. Die Weisungsgebundenheit der Staatsanwälte gibt es schon seit 1879, und mindestens ebenso lang gibt es Befürworter und Gegner dieser Regelung. Die Anwaltsvereinigungen zum Beispiel halten diese für richtig, da Staatsanwälte formal der Exekutive angehören und nicht der Judikative. Ohne Weisungsrecht gäbe es keinerlei Kontrolle. „Die Politik“ wiederum ist durch Parlament/Wahlen kontrollierbar.

    Man kann dazu gewiss auch mit guten Gründen anderer Meinung sein. Aber das soll Beweis für „Banane“ sein? Geht´s noch? „Rechtsbrüche der Exekutive“? Welche denn? Doch nicht etwa die Mär davon, dass Merkel nicht habe Flüchtlinge ins Land lassen dürfen?

    Ihre abstruse Definition von „Bananenstaat“ dürfte Sie über kurz oder lang sicherlich auf die Spur der „Reichsbürger“ führen. Weit ist er nicht mehr, der Weg. Have a nice trip.

  57. Rechtsbrüche der Exekutive gibt es wie Sand am Meer. Ein Beispiel:
    http://www.morgenpost.de/vermischtes/article206817657/Fuer-paranoid-erklaerte-Steuerfahnder-werden-rehabilitiert.html
    Das war völlige Willkür, sowjetische Machart. Das Urteil des OLG ist sehr positiv, aber wiederum in den Details sehr interessant: Es wurde nur der Gutachter verurteilt, nicht die Landesregierung, die ihn angestiftet hat. Die Verurteilung zu Schadenersatz an die von Staatswillkür Verfolgten erfolgte in einem Zivilverfahren. Warum? Weil es da keine Staatsanwälte gibt, die weisungsgebunden sind und wiederum von der Landesregierung gestoppt werden können. Die hessische Politik hat sich als dafür unbelangbar herausgestellt. Sie ist in solchen Fällen nur durch Wahlen kontrollierbar, wenn die Presse auf Zack ist und in der Breite unabhängig von Staatseinfluss berichtet. Genau das war aber hier nicht der Fall. Selbst über das OLG-Urteil hat die hessische Presse nicht berichtet. Der Fall war von Anfang an nicht komplett unbekannt, aber die Leute zucken inzwischen über sowas nur noch die Schultern: Ist einfach so. Da kann man nichts machen. Das Tragische ist ja eben, dass nur Reichsbürger sich mit sowas beschäftigen. Der Rest dämmert dumm und staatsgläubig vor sich hin.

  58. @ 62

    „Aber es ist tatsächlich mehr geworden, seit Tichy auch in der Opposition ist. Der Feind meiner Feinde ist mein Verbündeter.“

    Wer ist der Feind (komischer Begriff in einer sachlich zu führenden Diskussion)? Wieso? Und Wieso ist der Feind des Feindes automatisch ein Verbündeter? Eine Übereinstimmung reicht Ihnen?

  59. @ 68 Theo
    Statt Polemik einfach mal ein Zitat von einem Amerikaner, der sich in Europa offensichtlich gut auskennt:
    „Or consider the particularly rigorous and indeed authoritarian way the Federal Republic enforces political correctness and marginalizes nationalists, meticulous illiberalism in the name of liberal democracy, which strikes me as very much in line with German history. Equally there is a curious elitism in German politics, of deference to “the expert,” whether incarnated by the Bundesbank, the Constitutional Court, the government or whatever.“
    Quelle: https://pseudoerasmus.com/2014/08/01/todd-on-the-euro/#comment-927

  60. @69 Bülent
    So etwas wie Diskussion gibt es in ganz wenigen Foren, u.a. hier. Sonst herrscht in weiten Bereichen in Deutschland eine beklemmende Sprach- und Verständnislosigkeit zwischen Lechts und Rinks. Rinks glaubt, dass Fakten grundsätzlich falsch oder mindestens irrelevant sind, wenn sie Lechts bestätigen könnten, denn Lechts ist a-priori Böse. Lechts glaubt, dass Rinks grundsätzlich von Aliens gesteuert wird und alles nur erfunden hat, was Lechts nicht in den Kram passt.
    Tichys Einblick ist eine Plattform, die verschiedenen Autoren Raum gibt,Ansichten vorzutragen, die im Mainstream fast unisono marginalisiert werden. Man liest da auch ganz erstaunliche Einsichten von Leuten, von denen ich das nie erwartet hätte:
    http://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/steinmeier-kritik-am-saebelrasseln-der-nato/
    Tomas Spahn widerspricht (erwartungsgemäß) und Fritz Goergen kommentiert sehr zurückhaltend. Kommentare von Lesern werden nicht wegzensiert, wenn sie im Stil Mindestanforderungen erfüllen. Zumindest ist mir das dort (wie hier) noch nie passiert, auch wenn ich gerne widerspreche. Unter dem Strich ist Tichys Einblick ein Gewinn für die Meinungsfreiheit und -vielfalt in Deutschland, ebenso wie Uebermedien, die Nachdenkseiten, die Achse des Guten, Flassbecks neues Portal Makroskop, fefe.de, danisch.de und viele kleinere Blogs.
    Meine Feinde sind Konformismus, bewusste Falschinformation, Obrigkeitshörigkeit, religiöse Glaubenssätze in der Politik und Zensur. Diese kommen derzeit stark von rinks, weshalb Bündnisse mit lechts zwingend notwendig sind.

  61. Was nun soll überraschend daran sein, dass Bettina Röhl eine Putin-freundliche Haltung begrüßt? Und bitte wer außer den Hartgesottenen hält diese Frau denn nicht für inzwischen reichlich durchgeknallt? Okay, wer den flott hingeworfenen Spruch eines gerade mal 30 Jahre alten amerikanischen Blogautors für maßgeblich in Sachen Politische Theorie und Systemlehre hält, der lässt sich auch von Tichy und Co. leiten.

    Andreas Müller: nichts gegen meine vernünftige Debatte. Aber das, was Sie hier liefern, sind irgendwo im tiefen Netz aufgelesene Splitter, mit denen Sie hausieren gehen. Die typische rechte Masche (die auch gerne von „Reichsbürgern“ betrieben wird). Sorry, das reicht nicht für eine Diskussion. Bin draußen. Ciao.

  62. @72 Theo
    „in Sachen Politische Theorie und Systemlehre“
    Solange ich Ihre Kommentare hier verfolge, haben Sie leider nicht einmal Splitter davon beigebracht, kein Zitat, keine Quelle, einfach nichts. Außer moralischer Entrüstung kam da einfach nie etwas, im Dialog mit wem auch immer. Es geht typischerweise um Affen und Zucker und ähnliche Denk- und Kritikverbote: alles Reichsbürger, oder was? Von wegen Theorie!
    „Spruch eines gerade mal 30 Jahre alten amerikanischen Blogautors“
    Das Traurige ist ja, dass das schon erheblich mehr ist als die vertrocknete moralische Entrüstung einer völlig anonymen Anstandsdame.

  63. Eine Quelle verlinken, ein Zitat aufspüren, womit ich den Befund „Bananenrepublik Deutschland“ widerlegen soll?

    Die Quecksilbersäule steigt bedenklich.

    Aber das war´s dann auch wirklich von mir.

  64. PS: als nächstes käme dann wohl (bitte ankreuzen):

    ( ) wo steht geschrieben, dass der Klimawandel zweifelsfrei 100% von Menschen verursacht ist?
    ( ) beweisen Sie mal, dass es keine Chemtrails gibt
    ( ) wo sind die Belege dafür, dass es keine geheime Weltregierung gibt?
    ( ) können Sie garantiert nachweisen, dass Elvis´ Leichnam unter der Erde liegt?

  65. @ 75
    Lassen Sie das mit diesen merkwürdigen Multiple-Choices einfach. Die Chemtrails scheinen es Ihnen schwer angetan zu haben.
    Jemand, der bestreitet, dass das politische System Deutschlands im Kern autoritär geprägt ist, und dann selbst in der Debatte mit Seniorität argumentiert („gerade mal 30 Jahre alt“), ist für Vernunft und Freiheit verloren.
    Es wird Ihnen nicht gefallen, aber den Glauben an die Seniorität teilen Sie mit den Anhängern der AfD. Die haben bis letzten Sommer auch begeistert die Kommentarspalten gefüllt mit „Der Herr Professor Lucke“ hinten, und „Der Herr Professor Lucke“ vorne. These und Antithese wachsen auch in diesem Fall aus demselben Substrat.

  66. @andreas (60)

    ich weiss nicht, ob man etwas besser macht, wenn man in den mülltonnen des systems wühlt und das ergebnis dann als eine neuschöpfung deklariert.

    @Symboltroll (64)

    so langsam könnte man ja das, was ich den lucke effekt nenne – oder eben mein bild des internets als waffe, die nach einer gewissen euphorie (ich mache den kram seit 20 jahren, angefangen mit dem spiegelforum unter compuserve, und habe ziemlich dumme ideen), versteht: mancher ist so besoffen von seiner eigenen „guten idee“, daß er einfach nicht die konsequenzen bedenkt. frag mal den lucke.

    kritik an dem, was ist, ist gut, wenn man eine idee davon hat, wie man es besser machen kann. bei stefan beobachte ich seit jahren eine tendenz, die konsequenzen nicht zu bedenken, seine kritik an einzelerscheinungen etwa beim dlf halte ich als kenner der materie )gelten 30 jahre zuhören als kompetenzausweis?), halte ich für maßlos und denke, es geht mehr darum, sein ego zu bedienen. so einen wie clement halte ich eben seit besagten 30 jahren aus … weil es eben auch andere gibt, die dort arbeiten und deren arbeit wird vom hysterischen ton, der da angeschlagen wird, eben auch beschädigt.

    wir können froh sein, daß wir so was haben wie das ÖR wortradio – und ich wäre froh, wenn stefan mal den beweis antreten würde, daß er jenseits des herumstocherns in mülltonnen (so sehr ich den bildblog schätze) auch was konstruktive drauf hätte und sich seiner verantwortung wirklich bewußt würde. im moment denke ich, daß nein ….

  67. @ 77
    „frag mal den lucke“
    Was hat der falsch gemacht?
    Ist in einem System, von dem sich die Räder lösen, immer derjenige der Schuldige, der als Erster ausspricht, dass etwas nicht stimmt? Ihn trifft der Vorwurf der Verantwortungslosigkeit und ihn muss es doch immer geben.
    Wir alle ahnen längst, dass wir in einer untergehenden Welt leben. Die Schuldzuweisung an diejenigen, die es offen aussprechen, ist hoffnungslos und irre. Es ist die Suche nach einem Sündenbock, die doch nichts retten kann.
    „so sehr ich den bildblog schätze“
    Ja, die Kritik an einer offensichtlichen Schmuddelecke ist immer nobel. Dafür ist die Schmuddelecke ja da. Dass die bessere Gesellschaft nicht oder kaum besser ist, darf dagegen niemals ausgesprochen werden. Das Prinzip Sündenbock in Reinkultur.

  68. > Was hat der falsch gemacht?

    es gab einmal in unserem sprachgebrauch so etwas wie „common sense“. man kritisiert etwas, aber man betont auch gleichzeitig den gemeinsamen boden, auf dem man sich bewegt. man kann also mit grund die EU kritisieren, aber wenn man den „common ground“ aus den augen verliert, steht man halt am ende da, hat sich seine brut hochgezüchtet, die keine ahnung mehr vom common ground hat … und muss damit leben, daß die children of the revolution einen halt am ende fressen.

    ich finde es vollkommen okay, die medien zu kritisieren, gibt es jede menge grund zu, aber …

    für mich steht eben clement nicht für _den_ dlf. ich habe da so leute wie marc thörner, gabi weber, martina schulte und und und und und … die machen einen sauguten job.

    der fehler, der gemacht wird, von lucke und von stefan ist der, davon auszugehen, daß das publikum so komplex zu denken in der lage ist, wie man das selbst vielleicht tut – nur, dummerweise ist das publikum en gros dumm wie schifferscheisse (sagt gerade der von mir leidlich verachtete noel gallagher) und wird sich eben nur das herauspicken, was es eben versteht. das dumme publikum wird sich also ggfl. nur seine lügenpressescheisse bestätigt sehen.

    > der als Erster ausspricht, dass etwas nicht stimmt?

    au verdammt, ich bin fast 60 und nichts von dem, was ausgesprochen wird, ist nicht von meiner generation nicht auch aus gesprochen worden. dummerweise tut jede generation so, als ob sie die kritik an was erfunden hätte. durch das abreissen der „verständniskette“, in der in den früheren gliedern immer noch so was wie besagter common ground existierte, zur hysterischen kritik der gegenwart, entsteht eben der eindruck, als ob _alles_ verrottet wäre.

    was definitiv nicht so ist.

    ich möchte unter gar keinen umständen auf das ÖR wortradio und den ganzen ÖR verzichten, weil ich in der lage bin, das ende zu bedenken. meine kritik beachtet immer den gemeinsamen rahmen, weil, naja, mir ist das egal, ob mich jemand kennt, wieviele follower ich habe und dieser ganze scheiss. hier geht bei jüngeren definitiv das ego mit einigen durch und sie bedenken die folgen eben nicht, besagten lucke effekt zb. die leute, die sich heute bei stefan die meinung abholen, statt sich selbst die mühe zu machen, radio zu hören, die nur die überschriften lesen und den rest mit dem bauchgefühl auffüllen, die werden morgen einen scheiss auf stefan geben und sich schärfere scharfmacher suchen.

    > . Das Prinzip Sündenbock in Reinkultur.

    wie gesagt: knapp vor 60 und in der lage widerstrebende meinungen zu ertragen (habe ich durch radio hören und das ertragen von rolf clement gelernt) und sich ein komplexes, durchaus auch zur hinterfragung des eigenen standpunkts fähiges bild von den dingen zu machen.

    daß die BLÖD in sachen flüchtlingskrise einen konstruktiven ton angeschlagen hat, bemerkt selbst so ein springer verachter wie ich ;)

  69. „daß die BLÖD in sachen flüchtlingskrise einen konstruktiven ton angeschlagen hat“
    Die Flüchtlingskrise ist nur ein Element einer sehr viel breiteren Krise.
    Sehr viele Dinge sind gleichzeitig bis an ihr definitives Ende getrieben worden: Die Außenpolitik der westlichen Welt im Nahen Osten, die Ausdehnung der NATO nach Osteuropa, die rein bürokratische Integration der EU, der Euro, die Demografie Europas, das Lügen darüber, wohin das führen kann, die Volksverdummungsrolle von BLÖD.
    Zu einer fairen Bewertung gehört auch, dass Lucke (und Henkel) niemals gegen die Griechen und Südeuropa gehetzt und sie zu Sündenböcken der Eurokrise gemacht haben. Sie haben vielmehr erklärt, warum die Südeuropäer im Euro kaum eine Chance hatten und wie kaputt die Strukturen sind, die das bewirken. Nur hat das kaum jemand bemerken wollen. Gleichzeitig haben Koalitionspolitiker und BLÖD allerniedrigste Hetze gegen Griechenland im Allgemeinen und Varoufakis betrieben und dann wieder auf konstruktiv umgeschaltet, wenn Mutti eine Lösung präsentiert hat, die keine ist.
    Das Prinzip ist doch ganz einfach: BLÖD stützt die Regierung, indem sie den Volkszorn kanalisiert und in Richtungen lenkt, die dem Establishment nicht gefährlich werden. Das ist das Prinzip, das jahrzehntelang verfeinert wurde, bis es nichts mehr genützt hat.
    Die Krise, die jetzt kommt, kann man nur noch mit 1918 vergleichen: alles ist jahrelang mobilisiert worden bis zur totalen Ausblutung und Erschöpfung des Kontinents. Jetzt sind wahlweise die Marinesoldaten schuld, die den Aufstand proben oder die Defätisten, die das Desaster haben kommen sehen.
    Es ist natürlich auch in dieser Lage sinnvoll, Common Ground zu suchen. Aber dazu muss man erst einmal offen aussprechen, wie desaströs die Gesamtlage wirklich ist. Die Wut kommt daher, dass das jahrelang unterdrückt worden ist: uns geht’s ja gut.

  70. „der fehler, der gemacht wird, von lucke und von stefan ist der, davon auszugehen, daß das publikum so komplex zu denken in der lage ist, wie man das selbst vielleicht tut – nur, dummerweise ist das publikum en gros dumm wie schifferscheisse“

    Nix gegen einen gepflegten und schön verpackten Hochmut. Aber hier liest sich Ihr Beitrag insgesamt wie ein typischer, angestrengter Möchtegern-intellektueller Snobismus aus der Mitte des Schifferscheissehaufens. Wollen Sie mir etwa meine Domäne streitig machen?

    Fünfzehnmal alles erklärt bekommen hier, und immer noch nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner (common ground) kapiert, den hier keiner aus den Augen lassen kann, der dazu ernst genommen werden möchte.

    Das übrigens ist aus meiner Sicht eine der Hauptpeinlichkeiten der neuen Leitjournalistengeneration und vieler in den Wirtschaftseliten des alten Westens:

    Je verengter, und von echtem Wissen ungestörter die Perspektive , desto snobistischer die Verachtung der doofen Massen. Zack haben wir den selbst ausgestellten Freibrief für Manipulation und irreführende Agitation.

    Das Dumme dabei: Die Dummen sind nicht ganz so dumm wie Sie sie gerne hätten, zumindest nicht alle. Irgendann merken sie es, verlieren das Vertrauen, hören nicht mehr zu und rufen „Lügenpresse“. Und wenden sich noch größeren und schlimmeren Lügnern zu.
    Und das haben nicht Leute wie Niggemeier zu verantworten, sondern Leute in den Medien mit genau ihrem Ethos und genau Ihrer merkbefreiten Selbstüberschätzung, sehr geehrter Hardy.

    Brauchen Sie es noch deutlicher? Leute mit genau dieser Einstellung haben es zu verantworten, dass die parteiübergreifend vereinten Eliten in GB inzwischen nicht mal mehr 50% des Wahlvolkes hinter sich bringen können. Eine Tendenz, die sich zudem so ziemlich überall in EU-Land abzeichnet. So weit sind „wir“ mit Ihrer Denkweise gekommen.

  71. Sie zitieren den Sprecher des Ministeriums Dimroth folgendermaßen:
    „Das Zitat war missverständlich, fiel allerdings im Rahmen eines Gesprächs, in dem ausführlich auf die Komplexität des Gesamtsachverhalts hingewiesen wurde. Die Zahlen sind interpretierungsbedürftig. Sie sind keine Grundlage für pauschale Aussagen, weder in die eine noch in die andere Richtung. Wir wollten die Öffentlichkeit selbstverständlich nicht in die Irre führen. Dass durch das Zitat dieser Eindruck entstehen konnte, ist misslich.“

    Wem gegenüber hatte er das geäußert?

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