Macht die „Leipziger Volkszeitung“ Wahlkampf für die CDU?

Leipzig grenzt zu allen Seiten an Sachsen. Und doch ist Deutschlands am schnellsten wachsende Großstadt seit Jahrzehnten der rote Fleck in einem Kernland der CDU. Am kommenden Sonntag, den 1. März, wählen die Leipzigerinnen und Leipziger einen neuen Oberbürgermeister – und ein Mann ist angetreten, um dem roten Fleck den Kampf anzusagen: Sachsens ehemaliger Justizminister und aktueller Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow möchte der erste Leipziger Oberbürgermeister mit CDU-Parteibuch werden.

Den ersten Wahlgang am 2. Februar gewann der CDU-Kandidat überraschend und landete knapp vor dem amtierenden SPD-Mann Burkhard Jung. Auf seinen Wahlplakaten präsentiert sich Gemkow als dynamisch-konservativer Ex-Hipster mit Vollbart, Kind und Fahrrad. Nur den Schriftzug „CDU“ sucht man vergeblich.

LVZ-Logo auf Gemkow-Wahlplakaten

Eine Woche vor dem entscheidenden zweiten Wahlgang tauchte auf zahlreichen Plakaten des Kandidaten jedoch ein anderes Logo auf: das der Leipziger Volkszeitung (LVZ).

Drei Tage nachdem erstmals Bilder von Gemkow-Plakaten mit dem Schriftzug der Lokalzeitung auf Twitter kursierten, wandte sich die Führungsriege der LVZ an die Öffentlichkeit und dementierte, dass es sich um eine offizielle Aktion der Zeitung handle. LVZ-Geschäftsführer Björn Steigert und LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer distanzierten sich von der Aktion: „Das LVZ-Logo wurde ohne unsere Kenntnis verwendet. Die LVZ ist unabhängig und überparteilich und verurteilt die rechtswidrige Verwendung Ihres Logos durch unbekannte Dritte in aller Schärfe“, heißt es in ihrem Statement. Der Versuch der Täter, durch diese illegale Aktion der LVZ zu schaden, sei ein Angriff auf die Pressefreiheit. „Wir werden wegen aller in Frage kommender Delikte Strafanzeige gegen Unbekannt stellen.“

Warum aber klebt jemand das Logo der lokalen Tageszeitung auf Wahlplakate?

Unter dem Statement der LVZ auf Twitter sammeln sich seitdem zahlreiche kritische Kommentare, die der Zeitung vorwerfen, einseitig berichtet und den CDU-Kandidaten systematisch gefördert zu haben:

„Kandidatur des CDU-Kandidaten massiv befeuert“

Kritik an ihrer Berichterstattung rund die Oberbürgermeisterwahl erntet die LVZ auch von ehemaligen Bewerbern für das Amt. „Die LVZ betrieb im OBM-Wahlkampf ganz klar ein monothematisches Agenda-Setting“, sagt Franziska Riekewald, mittlerweile ausgestiegene OBM-Kandidatin der Linken. Die LVZ habe „die Kandidatur des CDU-Kandidaten massiv befeuert“, sagt sie.

Die Leipziger Grünen schildern ebenfalls den Eindruck, Gemkow sei in der Berichterstattung bevorteilt worden. Ulrike Böhm, Sprecherin der Leipziger Grünen, sagt über den LVZ-Schriftzug auf den Gemkow-Plakaten:

„Es hätte mich nicht gewundert, wenn das echt gewesen wäre“

Tatsächlich kam man als LVZ-Leser in den letzten Wochen nicht an dem charmant lächelnden Bürgermeisterkandidaten Gemkow vorbei. Großformatige Bannerwerbung umrahmt Online-Artikel mit seinem Konterfei. Am Tag des ersten Wahlgangs lagen der Sonntagsausgabe der LVZ Postkarten des CDU-Kandidaten bei.

LVZ-Vize André Böhmer erklärte dazu, dass es sich um bezahlte Anzeigen handelt, also nicht um redaktionelle Inhalte.

Diese Trennung war jedoch vor allem online nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Dort widmete die LVZ allen Bewerberinnen und Bewerbern um den Vorsitz der Stadt eigene Artikel, die jedoch als „LVZ+“ nur für Abonnenten zu lesen waren.

Gemkow-Anzeigen im Artikel-Gewand

Dazwischen erschienen allerdings auch Artikel in identischer Aufmachung, die für alle potentiellen Leser verfügbar waren und Titel trugen wie „Das will Gemkow als Oberbürgermeister für Leipzig tun“ oder „Sebastian Gemkow: Ein Leipziger für Leipzig“. Lediglich ein kleiner Hinweis machte deutlich, dass es sich auch bei diesen Beiträgen um Werbung handelt, auch wenn diese in redaktioneller Aufmachung daherkommen.

Doch auch im redaktionellen Teil ist Sebastian Gemkow vor allem in der Schlussphase des Wahlkampfs häufig zu sehen. So darf der OBM-Kandidat in einem eigenen Artikel erklären, dass er mehrere Wahlforen zu Umweltthemen lediglich aufgrund anderer Verpflichtungen nicht wahrnehmen konnte. Zuvor war deswegen von verschiedenen Seiten Kritik laut geworden.

Auch als der Leipziger Chef der rechtsextremen Identitären Bewegung sich mit Gemkow fotografieren lässt und eine klare Wahlempfehlung für den CDU-Mann ausspricht, folgt umgehend ein LVZ-Artikel, in dem Gemkow klarstellt, er sei überrumpelt worden und stehe für ein weltoffenes und vielfältiges Leipzig.

Währenddessen häufte sich in den letzten Wochen Kritik am amtierenden Oberbürgermeister Burkhard Jung – vor allem seitdem klar war, dass es auf ein Duell zwischen ihm und Gemkow im zweiten Wahlgang hinausläuft und der SPD-Kandidat dabei sowohl von den Grünen als auch von der Linkspartei unterstützt wird.

Die Abrechnung eines Ex-Genossen

Bereits kurz nach dem ersten Wahlgang darf ein ehemaliger SPD-Politiker in der LVZ mit Jung „abrechnen“. Wenn es um die Sicherung und den Erhalt seiner Macht gehe, sei dem Leipziger Oberbürgermeister seine Partei egal, heißt es dort. Das Fazit des ehemaligen Genossen Gunter Weißgerber wirkt düster: „Die SPD Leipzig hat ihre Zukunft hinter sich.“

Was die LVZ nicht erwähnt: Weißgerber hat schon lange nichts mehr mit der SPD zu tun und ist wie einige andere DDR-Bürgerrechtler mittlerweile weit nach rechts abgedriftet. Er veröffentlicht auf dem rechtspopulistischen Blog „Achse des Guten“ und war Mitautor eines Buchs, das vor rassistischen Stereotypen strotzt.

Der Göttinger Politikwissenschaftler Michael Lühmann sagt: „Einen weit ins Umfeld der Neuen Rechten abgedrifteten Weißberger in den Zeugenstand gegen Burkhard Jung zu rufen, ohne auch nur zu erwähnen, wie weit er sich nach rechts radikalisiert hat, lässt aufhorchen.“ Der gebürtige Leipziger beobachtet den Wahlkampf aus der Distanz und meint, die LVZ bringe eine sichtbare Schiefe in die Auseinandersetzung.

Neben Weißgerber darf auch ein anderer ehemaliger Bürgerrechtler den amtierenden Oberbürgermeister in einem eigenen LVZ-Artikel dafür kritisieren, dass er sich von Linken und Grünen unterstützen lässt. „Diesen Wahlkampf hat Leipzig nicht verdient“ lautet das Fazit des Bürgerrechtlers Uwe Schwabe. Der Artikel endet mit der Forderung, Wahlämter auf zwei Legislaturperioden zu begrenzen. Jung kandidiert aktuell zum dritten Mal.

Viel Kritisches über Jung und Linke und Grüne

Auch aus der Redaktion der LVZ wird Kritik am Amtsinhaber und seinen Unterstützern formuliert. Linke und Grüne gehe es bei der Unterstützung für den amtierenden OBM vor allem darum, die Weichen für eine eigene Amtsnachfolge 2027 zu stellen, kommentiert LVZ-Redakteur Klaus Staeubert. Im Falle einer Wiederwahl Jungs sei die große Chance für Linke oder Grüne gekommen, um in absehbarer Zeit endlich das Rathaus zu übernehmen, suggeriert Staeubert. Die Alternative dazu liefert er ebenfalls: „Mit einem OBM Gemkow, der jetzt 41 Jahre alt ist, wäre ihre Zukunft lange verbaut.“

Artikel über einen Gemkow-Unterstützer, der den CDU-Kandidaten in die Bredouille bringt, indem er seine Luxus-Limousine mit Gemkow-Werbung mehrfach im Halteverbot parkt, überlässt die LVZ hingegen lieber anderen sächsischen Medien.

Man kann der LVZ nicht vorwerfen, den OBM-Wahlkampf nicht konsequent verfolgt zu haben. Als die Linke nach dem ersten Wahlgang ein Unterstützerplakat für den Amtsinhaber mit dem Slogan „Leipzig kippt nicht“ aufstellt, widmet die LVZ der Kritik an Motiv und Maßnahme zwei Artikel und erklärt, diese Form der Unterstützung sei illegal, um wenig später nachzuschieben: „Finden Mitbewerber der CDU.“

„So muss ein Plakat gestaltet sein“

Schon vorher hatte die LVZ die Werbemaßnahmen der einzelnen Parteien genau unter die Lupe genommen und in prominenter Zwischenüberschrift formuliert „SPD verfügt über das höchste Wahlkampfbudget“. Die CDU, die nicht nur mit Werbebannern und Sponsored Content auf den Seiten der LVZ omnipräsent ist, sondern zudem auch ein 21 mal 20 Meter großes Werbebanner an prominenter Stelle in der Stadt platziert hat, machte aber gar keine Angaben dazu, wie viel sich Gemkow und die CDU ihren Wahlkampf kosten lassen.

Dass die großangelegte CDU-Kampagne nicht ganz billig sein dürfte, könnte der LVZ durchaus bekannt sein. Schließlich berichtete sie am selben Tag, dass Gemkow für seinen Wahlkampf eine Wiener „Top-Agentur“ beauftragt hatte, die schon Sebastian Kurz ins österreichische Kanzleramt verhalf.

Entsprechend des „Erfolgsmodells Österreich-Kanzler“ fiel das Ergebnis eines Wahlplakate-Checks der LVZ aus: Ein PR-Mann kam zu dem Schluss, die Wahlplakate der Mitbewerber seien einfallslos und beliebig (Grüne), es fehle die Lebenswirklichkeit (SPD), abstrakt und inhaltsleer (FDP) oder amateurhaft (AfD). Über die CDU-Plakate ohne CDU-Logo von Sebastian Gemkow hieß es hingegen: „So muss ein Plakat gestaltet sein.“

Die Königsmacherin von Leipzig

Die „Leipziger Volkszeitung“ ist eine klassische Monopolzeitung mit rund 156.000 verkauften Exemplaren täglich. Sie ist Leipzigs einzige lokale Tageszeitung – auch wenn ein Großteil des Blatts mittlerweile durch die Madsack Mediengruppe aus Hannover und Berlin geliefert wird. Und auch wenn die stetig wachsende Zahl von Paywall-Artikeln das Onlineangebot der LVZ für viele Leser immer unattraktiver erscheinen lässt, erreicht keine der wenigen lokalen Alternativen auch nur annähernd so viele Menschen in Leipzig.

Wenn ein einzelner Bürgermeisterkandidat in einem solchen Monopolmedium durch offensive Werbebanner und massenweise Sponsored Content nahezu omnipräsent auftritt, ist dies zumindest schwierig. Wenn Werbung prominent in redaktionellen Beiträgen über den selben Kandidaten platziert ist, schärft dies den Konflikt umso mehr.

Wenn jedoch auch die allgemeine Berichterstattung über zwei Bürgermeisterkandidaten so deutlich auseinanderzudriften scheint, dass sich zahlreiche Kritiker zu Wort melden, wirft dies ernsthafte Fragen auf. Eine davon könnte lauten, warum sich manch einer kaum noch wundert, wenn plötzlich das Logo einer Zeitung auf Wahlplakaten auftaucht.

28 Kommentare

  1. Eigentlich ist das Verhalten der LVZ ein Beweis für die Unabhängigkeit der Redaktion ! Die Madsack-Gruppe ist zu 85% an der LVZ beteiligt und die größte Kommanditistin der Madsack-Gruppe ist mit 23,1 % die SPD-eigene Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft.

  2. Ja, seltsam. Über Jahre haben rechte Trolle behauptet, die LVZ wäre ein SPD-Blatt, mit eben der an den Haaren herbeigezogenen Begründung, die Sie da liefern (es ist auch nahezu immer der gleiche Satzbaustein, copy&paste).

    Werden wir ein Ende dieser Verschwörungstheorie erleben? Nein, Sie wird wohl einfach stur weiterverbreitet werden.

  3. Sorry…aber wenn sich Journalisten des Kreuzer oder der LIZ über Parteilichkeit in der Berichterstattung beschweren, kann man das nicht ernst nehmen. Das ist Heuchelei wie sie im Buche steht. Glashaus und so. Dass ein möglicher Sieg des Herrn Gemkow bei Leuten wie Herrn Kempen Abwehrreaktionen hervorruft, wundert natürlich nicht. Und so kann man sich dann solche Artikeln erklären.

  4. zu 1.) Was natürlich totaler Unsinn ist. Das ist keine Unabhängigkeit. Und wenn die Linke daran beteiligt wäre, dürfte kein Kandidat besser werden und ein anderer dagegen schlechter geschrieben werden. Beteiligungen haben mit der redaktionellen Arbeit rein gar nichts zu tun. Überparteilichkeit und Unabhängigkeit gelten vollkommen unabhängig davon.

  5. #3: Ihr zentrales ‚Argument‘ lautet: ‚Die andern aber auch‘, ja?

    Das zieht schon bei 5-jährigen im Kindergarten nicht mehr.

  6. Das fiese an der Parteilichkeit von Medien, ist dass sie egal wo man steht, immer nur Partei für die andere Seite nehmen.

  7. Okay. Ein lokales Monopolblättchen mit einer sehr klaren Präferenz für einen Kandidaten einer OB-Wahl und einer Wahlkampfberichterstattung, die für diesen Kandidaten so vorteilhaft ist, dass man aktive und bewusste Unterstützung unterstellen kann. Wenig zimperlich im Stil zudem, zumindest wenig skrupulös erscheinend. Gerade was die Ad- und SC-Einbindung ins redaktionelle Umfeld betrifft, die aber den rechtlichen Vorgaben zu entsprechen scheint.

    Meinem subjektivem Erleben nach dürfte das bei 2/3 der lokalen Monopolisten Normalität sein und ist für einen Tendenzbetrieb doch auch legitim?

    Ist das also einfach ein Fallbeispiel aus der Provinz oder habe ich den Punkt verpasst, der aus diesem Fall etwas Besonderes macht? Irregeleitete Hutbürger, die bei privaten Medienunternehmen Verstöße gegen eine gefühlte rechtliche Verpflichtung zu Neutralität und Objektivität anklagen, sind doch sonst -zurecht- höchstens Anlass für mitleidiges Kopfschütteln?

  8. Zu 3: Daniel sagt, dass der Kreuzer Wahlkampf für Jung bzw. Nicht-Gemkow macht. Das ist mir ehrlich gesagt entgangen, keine Ahnung, wann das gewesen sein soll. Dann sagt Daniel, dass ein Autor nicht darüber aufklären darf, wenn eine Zeitung sich auffällig einseitig verhält bis dahin, dass Anzeigen wie Berichterstattung aussehen, sobald Daniel dem Autor dazu eine bestimmte Meinung unterstellt. Was für eine erbärmliche Logik.

  9. @ Symboltroll:

    Ich weiß ja nicht, ob man bei einer 600.000-Einwohnerstadt von „Provinz“ sprechen sollte, und bei der zweitgrößten Tageszeitung Sachsens von einem „Blättchen“.

  10. @David / #3: LIZ und Kreuzer haben aber eben keine Quasi-Monopolstellung in Leipzig.

    Im Prinzip finde ich Parteiligkeit bei Zeitungen nicht schlimm. Problematisch wird das nur dann, wenn es sich um „die Zeitung“ (oder auch mehr oder weniger alle Zeitungen) einer Region handelt.

  11. Es ist doch nicht neu wessen Brot ich es dessen Lied ich sing.
    Ganz typisch für die Regionalen Monopolzeitungen in den neuen Bundesländern. Auch bei anderen Themen.

  12. Ich sehe den Skandal nicht so wirklich – jedenfalls ohne aus Leipzig zu kommen und nur nach Lesen des Artikels.

    Dass sich Politiker über Medien beschweren ist nicht neu, der öffentlich-rechtliche Rotfunk kann da ein Lied von Singen. Diese Beschwerden machen es weder wahr noch bestätigen sie die Vorwürfe.

    Werbung darf jeder schalten. Auch die SPD hätte Banner oder Schleichwerbeartikel schalten können. Dass sich diese kaum gekennzeichneten Schleichwerbeartikel so durchgesetzt haben, ist ein anderes Thema, das nicht nur die LVZ betrifft.

    Aber aus dem vielen Werbegeld könnte man eine CDU-Lastigkeit erklären, Geld zieht ja immer. Aber Beweise dafür fehlen.

    Der Artikel kritisiert seltsame Sachen, finde ich. „Auch aus der Redaktion der LVZ wird Kritik am Amtsinhaber und seinen Unterstützern formuliert.“ Als wäre es schlimm, den aktuellen Bürgermeister zu kritisieren. Gerade darum geht es doch im Journalismus. Die LVZ wird sich daran messen lassen müssen, wie sie mit einem konservativen Bürgermeister umgeht.

    Fast schon lustig finde ich die Plakatstelle. Ein PR-Mann findet das CDU-Plakat am besten und hält den Rest für Mist. Hat jetzt die Redaktion so lange gesucht, bis sie einen CDU-freundlichen PRler gefunden hat? Haben Sie ihm die Worte in den Mund gelegt? Oder ihn einfach nach seiner Meinung gefragt und das gedruckt?

    Insgesamt finde ich das alles recht dürftig. Manchmal ist eine Zeitung eben eher konservativ ausgerichtet, was sie ja darf. Daraus lassen vermutlich auch viele Themenansätze und Zitate erklären. Aber die ernsthaften Fragen, die der Autor sieht, beantwortet er leider nicht. Es bleibt bei Geraune.

  13. Ja es ist bei den Monopolzeitungen im Osten schon lange sehr auffällig das dessn Brot ich ess in Form von( Werbung oder anderen Geldzuflüssen) in der Zeitung dessen Lied ich sing. Leider gibt es zu wenig Mitbewerber deshalb macht man eben genau solche Meinungsmache sehr, sehr bedenklich? Dies spiegelt sich auch in den ABO Zahlen wieder. Deshalb besser darauf verzichten.

    Mal schauen wie das weiter geht.

  14. Durchtriebener Move der LVZ. Unterstützt den CDU-Kandidaten auf Wahlplakaten und gibt damit eine stumme Wahlempfehlung ab. Das mobilisiert als Gegenbewegung noch mehr Wähler für den SPD-Amtsinhaber, der daraufhin folgerichtig knapp die OB-Wahl gewinnt.
    Damit hat die LVZ ihren Ruf als genuines SPD-Blatt verteidigt und gefestigt.
    Klasse!

  15. Wenn eine Zeitung, die über drei Ecken der SPD „gehört“, eine recht einseitige und unausgewogene Berichterstattung pro SPD brächte, wäre das ja tatsächlich ein Indiz für eine politische Einflussnahme _durch die SPD_.
    Aber so? Will die LVZ Verschwörungstheorien das Wasser abgraben, indem sie überkompensiert und pro CDU ist?

    Oder kann es eher so sein, dass Redaktion und/oder sonstige Verantwortliche pro CDU sind und diese entsprechend puschen?

    Das Argument, dass die CDU halt mehr für Wahlwerbung in der LVZ bezahlt, gilt auch nicht beliebig weit. Den Spruch „die SPD hat das höchste Wahlkampfbudget“ hätte man dann fairerweise ergänzen müssen mit: „nur leider kriegt unsere Zeitung davon nichts ab“, und Platz für Wahlwerbung zu schalten ist nicht dasselbe wie „ganz viele CDU(-Kandidaten)-Unterstützer interviewen.

  16. Ja, „Provinz“ und „Lokalblättchen“ sind etwas überspitzt. Nicht völlig unberechtigte Kritik, kritischer Kritiker.
    Medial verbinde ich gefühlt halt beides mit der Situation: 1 Stadt, 1 Zeitung. Und das steht für mich halt sinnbildlich für den Regelfall in den meisten Städten bis unter 500k Einwohnern.

    Ändert das nun irgendwas daran, dass das Beschriebene höchst gewöhnlich ist in Lokalmonopolregionen, und auch sonstwie in keiner Weise mit irgendeinem Anspruch kollidiert, dem sich die LVZ oder andere kommerzielle Medien verpflichtet fühlen müssten?
    Wenn sie das Beef im Artikel hier gefunden haben, zeigen sie uns doch bitte, wo.

  17. Natürlich wäre es wünschenswert wenn alle Medien neutral und objektiv berichten und keine Partei bevorzugen oder benachteiligen würden.
    Angesichts der vorherrschenden Übermacht von Medien, die Propaganda für SPD, Linke und Grüne machen ist es allerdings nachvollziehbar, dass einzelne Medien auch mal die CDU unterstützen. Dem Artikel nach kennzeichnet die Leipziger Volkszeitung wenigstens einige Veröffentlichungen als „Anzeige“. Bei der Propaganda der ARD, z. B. bei der per Twitter aus dem ARD Hauptstadtstudio verbreiteten Werbung mit den untenstehenden Texten, erfolgte kein Hinweis dass es sich um Reklame handelt.
    „Frische grüne Doppelspitze lässt Aufbruchsstimmung nicht nur in Frankreich spüren. Habeck und Baerbock werden wahrgenommen werden! Verantwortung kann auch Spaß machen u nicht nur Bürde sein Wichtiges Signal in diesen Zeiten!“
    „Baerbock wird mit viel Applaus zur Wahl getragen, beim Rennen um Parteivorsitz. Erfrischend lebendig, angesichts der lahmen Groko Protagonisten“

  18. @17:
    „… Propaganda der ARD … verbreiteten Werbung …“
    😂😂😂

    Ihr Comedy-Ansatz ist gut. Versuchen Sie doch mal, mehr Kennste reinzubringen: „ARD, ne, kennste, kennste“ oder so. Damit kann man Stadien füllen.

    Immer schön dranbleiben, auch Komik ist harte Arbeit. Aber Sie sind auf einem guten Weg 👍

  19. #17: „Angesichts der vorherrschenden Übermacht von Medien, die Propaganda für SPD, Linke und Grüne machen“

    Da zu befürchten ist, dass Sie den Unsinn, den Sie verbreiten selbst glauben, hier ein Servicekommentar:

    Zu den 5 Tageszeitungen mit der größten Reichweite gehören die BILD, die FAZ, das Handelsblatt und die Welt. Wer glaubt, die würden „Propaganda für SPD, Linke und Grüne machen“, muss seeeeehr weit rechts stehen.

    Online führt T-Online, gefolgt von BILD und Focus. Wer glaubt, die würden „Propaganda für SPD, Linke und Grüne machen“, muss seeeeehr weit rechts stehen.

  20. someonesdaughter, ich habe 1. von Medien und nicht von Zeitungen geschrieben und 2. die ARD als Beispiel genannt.

    Die größte mediale Macht stellen in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dar.

  21. @Münchner: Und Zeitungen sind keine Medien? Sie schreiben ja selbst von der Leipziger Volkszeitung als Beispiel für „Medien, die die CDU unterstützen“. Wenn Sie schon Kleinkariert-Sein als Strategie wählen, von Ihrem Unsinn abzulenken, dann doch wenigstens stringenter.

  22. #21: „someonesdaughter, ich habe 1. von Medien und nicht von Zeitungen geschrieben und 2. die ARD als Beispiel genannt.“

    Zeitungen sind Medien – und auch t-online.de, focus.de und bild.de sind Medien, aber keine Zeitungen.

    „Die größte mediale Macht stellen in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dar.“

    Behaupten Sie. Das können Sie sicher irgendwie belegen, oder? Das neu-rechte Medium (!) ‚eigentümlich frei‘ titelte übrigens Ende 2019:

    „ARD und ZDF ohne Reichweite
    Zwangsgebühren für mediale Ladenhüter“

    :)

  23. Immer so, wie es passt.
    Wenn man sich über die ÖR lustig machen will heißt es „Guckt doch eh keiner!“ und wenn man mal wieder was skandalisieren muss (so wie hier), dann ist der ÖR auf einmal das reichweitenstärkste Manipulationsmedium ever.
    Einfach alle möglichen Positionen vorbereiten und zum passenden Zeitpunkt das kommunizieren, was gerade passt.

  24. someonesdaughter – Sie möchten allen Ernstes meine Aussage, dass die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender die größte mediale Macht in Deutschland darstellen, mit einer Schlagzeile bzw. Text eines fragwürdigem Querfront-Portals wie „eigentümlich frei“ widerlegen?

    Wenn man schon dieses Portal durch Erwähnung aufwertet, kann man damit meine Aussage vielmehr belegen als widerlegen. Denn es gibt kaum eine Woche, in der die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender nicht mehrmals bei „eigentümlich frei“ erwähnt werden. ARD und ZDF sind die Lieblingsfeinde der „alternativen Medien“ und ARD wie ZDF liefern mitsamt ihren Sendern und Kanälen den „alternativen Medien“ ständig Munition, mit der diese ihre „Lügenpresse“ und „Staatsfunk“ Vorwürfe ausgestalten können.

  25. #25: „Sie möchten allen Ernstes …“

    Nö. Ich habe Ihnen eine Frage gestellt. Beantworten Sie sie doch einfach, anstatt abzulenken. Zur Erinnerung:

    „Das können Sie sicher irgendwie belegen, oder?“

    „ARD und ZDF sind die Lieblingsfeinde der „alternativen Medien““

    Ihre offensichtlich auch.

  26. Kleine Off-Topic-Anmerkung zum Einstieg, der [roten] Insel im CDU-Kernland: in den fünf größten Städten Sachsens stellt die CDU keine/n einzige/n Bürgermeister/in. Leipzig, Chemnitz und Zwickau haben SPD-, Dresden und Plauen FDP-Bürgermeister.

    Auch in den zehn größten Städten Sachsens stellt die CDU nur zwei Bürgermeister. Von einer, gar der roten Insel im Kernland der CDU kann gar keine Rede sein.

  27. Ja, DAW, aber nicht nur die „rote Insel“ sondern auch das „Kernland der CDU“ kann man in den Mülleimer der unzutreffenden pseudojournalistischen Phrasen werfen.
    Bei der Landtagswahl in Sachsen 2019 habe gerade mal 32,1% der Wähler für die CDU gestimmt. Das ist ein recht kleiner Kern. Besonders wenn man sich vor Augen führt, dass 37,9% der Wähler extrem rechts oder extrem links, d. h. AfD (27,5%) und LINKE (10,4%) gewählt haben.
    Die CDU in Sachsen muss in ihrem vermeintlichen Kernland mit den Grünen und SPD koalieren.

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