Was hat der „Spiegel“ zu verbergen?

Drei der erfahrensten „Spiegel“-Rechercheure sind Anfang des Monats aus dem hausinternen Investigativteam ausgeschieden. Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Jörg Schmitt kehren in ihre jeweiligen Ressorts zurück. Ihr Schritt wird als Reaktion auf Pläne von Chefredakteur Steffen Klusmann gesehen, ihren Kollegen Rafael Buschmann zum Leiter dieses Teams zu machen.

Doch diese Beförderung ist offenbar ins Stocken geraten. Eigentlich hätte Buschmann die Position zum 1. August übernehmen sollen. Kai-Hinrich Renner berichtet im „Hamburger Abendblatt“, dass der „Spiegel“ zunächst nun doch noch einmal Fälschungs-Vorwürfe gegen Buschmann prüfen will. Übermedien hatte vor zwei Wochen ausführlich über den Fall berichtet.

Faule Äpfel / Wettbetrug / Ein Zockerpate behauptet, bei der WM in Brasilien seien Spiele verschoben worden. Ist das möglich?
Ausriss: „Spiegel“

Es geht um einen Artikel Buschmanns, der vor fünf Jahren während der Fußball-WM in Brasilien erschien: Der berüchtigte Wettbetrüger Wilson Raj Perumal soll ihm im Facebook-Chat den Ausgang eines Spiels richtig vorhergesagt und Manipulationsvorwürfe so untermauert haben. Perumal dementierte sofort nach Erscheinen dieses Artikels und legte Screenshots vor, die seine Version zu bestätigen schienen. Bestätigt wird seine Darstellung, dass die Konversation mit dem „Spiegel“-Redakteur erst nach dem entscheidenden Spiel stattfand, auch durch die Mail eines damaligen hochrangigen Facebook-Mitarbeiters, die sich in den „Football Leaks“ findet und Übermedien vorliegt.

Der „Spiegel“ hingegen hat bislang keinen Beleg für die Richtigkeit von Buschmanns Darstellung vorgelegt. Buschmann soll intern unter anderem erklärt haben, sein Mobiltelefon sei ihm heruntergefallen und sein Facebook-Account sei gehackt worden, so dass er den Chat-Verlauf nicht mehr zeigen könne. Ein Kollege von „Spiegel Online“ soll Buschmanns Version 2014 bestätigt haben, aber inzwischen teilweise zurückgerudert sein.

Obwohl viele Argumente, Indizien und Belege gegen die „Spiegel“-Geschichte sprechen, hält das Nachrichtenmagazin seit über fünf Jahren an ihr fest, ohne je zu erklären, warum. Angeblich wurde sie immer wieder überprüft, angeblich auch von der Kommission zur Aufklärung des Relotius-Skandals, angeblich fand man nie Beweise für eine Fälschung.

Laut Kai-Hinrich Renner will der „Spiegel“ nun noch einmal recherchieren. Zum einen soll der ehemalige Facebook-Manager kontaktiert werden, dessen Mail in den „Football Leaks“ auftaucht. Zum anderen wolle man sich wegen Buschmanns angeblich gehacktem Account mit Facebook in Verbindung setzen. Der „Spiegel“ will auf Nachfrage nichts von alldem bestätigen oder dementieren. Die Antwort der Verlagssprecherin enthält bezogen auf die Prüfungen allerdings den neuen Satz: „Wir werden uns dazu in absehbarer Zeit noch einmal ausführlicher äußern.“


Ich möchte mal eine Prognose wagen, wie das ausgehen könnte:

Der „Spiegel“ fragt Facebook, ob es sein kann, dass der Account von Buschmann irgendwie manipuliert wurde, und Facebook sagt, dass sie dazu nichts sagen. Der „Spiegel“ fragt den ehemaligen Facebook-Manager, ob er wirklich vor fünf Jahren nachgeguckt hat, wann ein bestimmter Chat stattgefunden hat, und das Kumpels einer dubiosen Firma mitgeteilt hat, und der antwortet nicht.

Dann erklärt der „Spiegel“, dass sich leider die Vorwürfe nicht aufklären lassen, Aussage gegen Aussage steht, sie keine eindeutigen Beweise für eine Fälschung gefunden haben und im Zweifel ihrem Redakteur glauben.

Ich habe in den vergangenen Wochen mit vielen Kollegen Buschmanns über das Thema gesprochen. Keiner konnte mir erklären, warum der „Spiegel“ diese Geschichte seit fünf Jahren verteidigt, obwohl alles dafür spricht, dass sie falsch ist. Keiner konnte mir erklären, warum der „Spiegel“ ihren Autor zum Investigativchef machen will, obwohl eine Reihe von Redakteuren, die mit ihm zusammengearbeitet haben, seine Arbeitsweise problematisch finden und einige, so sieht es zumindest aus, lieber das Team verlassen, als unter ihm zu arbeiten.

Man könnte es als gutes Zeichen deuten, wenn es stimmt, dass der „Spiegel“ den Vorwürfen jetzt noch einmal nachgeht. Vor allem aber ist es lächerlich: Warum hat das Nachrichtenmagazin nicht längst bei Facebook und dem ehemaligen Facebook-Manager nachgefragt (sein Name steht in den „Football Leaks“-Dokumenten, die sowohl dem „Spiegel“ als auch der angeblich unabhängigen Relotius-Kommission vor Monaten zugänglich gemacht wurden).

Und, andererseits: Warum sind diese Recherchen überhaupt nötig? Warum diskutieren wir über angeblich heruntergefallene oder gehackte Mobiltelefone, über Protokolle von Kollegen, über Mails von ehemaligen Facebook-Leuten? Kann es wirklich sein, dass der „Spiegel“ das Buschmann-Stück vor fünf Jahren veröffentlicht hat, ohne dass der Redaktion oder Dokumentation ein eindeutiger Beleg für den Chat vorlag? Sport-Ressortleiter war damals Michael Wulzinger; er soll jetzt auch ins neue Investigativteam unter Buschmann wechseln. Ist das Fehlen eines Belegs auch der Grund, warum der „Spiegel“ nie wieder über den Fall berichtete – und nicht einmal vermeldete, dass sein vermeintlicher Zeuge der Darstellung widersprach, was journalistisch das Mindeste gewesen wäre?

Immer wieder sprechen „Spiegel“ und die angeblich unabhängige Relotius-Kommission davon, dass es keinen Beweis für eine Fälschung gebe; immer wieder vermeiden sie es, explizit davon zu sprechen, dass es einen Beweis für die Richtigkeit der eigenen Darstellung gibt. Die „Spiegel“-Pressesprecherin teilte uns vor zwei Wochen nicht mit, dass es einen Beleg gibt oder worin er besteht, sondern dass Buschmanns damalige „Beleglage nach wie vor gültig sei“. Was bedeutet das?

Auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Relotius-Berichtes wurde die Kommission ausdrücklich gefragt, ob die von ihr angeblich überprüfte Perumal-Geschichte damals „sauber“ war. „Spiegel“-Nachrichtenchef und Kommissionsmitglied Stefan Weigel antwortete (ab 1:10:15):

„Das weiß ich nicht. Ich hab nur gesagt: Wir haben uns mit der Geschichte beschäftigt. Wir konnten da nichts feststellen, wo wir sagen, also, sie ist nicht sauber. (…) Da gibt es ja, kann man sagen, ja, liest sich nicht so gut. Aber wir haben überhaupt keine Indizien dafür gefunden, dass da irgendetwas unrechtmäßig gelaufen sein sollte.“

Das Statement an sich ist schon zweifelhaft, aber ist es nicht bemerkenswert, wie sich Weigel davor drückt, zu sagen, dass die Geschichte „sauber“ war – wenn kaum etwas einfacher sein sollte, als einen Facebook-Chat zu belegen?

Was hat der „Spiegel“ zu verbergen? Die ganzen Vorgänge wären zu jedem Zeitpunkt zweifelhaft gewesen, aber wie kann der „Spiegel“ auch nach dem Relotius-Skandal noch glauben, mit einer solchen Vernebelungstaktik durchzukommen?

Nachtrag, 10. August. Die „Welt am Sonntag“ berichtet, dass der Dokumentar, der Buschmanns Artikel 2014 verifizierte, auf dem Manuskript notierte: „Kein Beleg“. Der damalige Sport-Ressortleiter Wulzinger habe sich über die Bedenken aber hinweggesetzt. Das Manuskript mit der eindeutigen Anmerkung existiere heute noch.

Die „Welt am Sonntag“ bezweifelt auch Buschmanns Behauptung vom Dezember 2018, es gebe „Zeugen, eidesstattliche Versicherungen, Dokumente“, die seine Version der Ereignisse stützten. Antworten auf einen detaillierten Fragenkatalog erhielt auch die „Welt am Sonntag“ vom „Spiegel“ nicht.

39 Kommentare

  1. Viele Menschen und viele Organisationen scheinen in gewisser Weise nicht lernfähig zu sein. Sie machen dieselben Fehler immer wieder. Jeder Externe könnte es sagen, aber die Betroffenen sehen es nicht. Irgendwie sind sie so in ihrem Stiefel, ihrer Vorstellungswelt, dass sie offenbar nicht anders „können“, als ihre hanebüchene Fehler immer weiter voranzutreiben oder immer wieder neue Fehler derselben Art zu produzieren. Einer der Gründe, wieso es in der Politik zu Revolutionen kommt oder in der Wirtschaft zum Ruin traditionsreicher Unternehmen.

  2. aber wie kann der „Spiegel“ auch nach dem Relotius-Skandal noch glauben, mit einer Vernebelungstaktik durchzukommen?

    Weil die Leser ihm Recht geben. Die Auflagenentwicklung ist die Bestätigung.
    Es gab keinen Relotius-Knick.
    Und es wird keinen Buschmann-Knick geben.

    @LLL, der SPIEGEL macht keine Fehler, wenn er die Bedürfnisse seiner Klientel bedient. Im Gegenteil, er macht alles richtig.

  3. Herr Niggemeier, ich finde es gut, dass Sie an dieser Sache dranbleiben. Aber für meinen Geschmack betonen Sie ein wenig zu oft die nur „angeblich unabhängige Relotius-Kommission“. Diese Diskreditierung einer eigentlich ganz ordentlich arbeitenden Untersuchungskommissionen haben Sie bei der von Ihnen dargestellten Indizienlage m.E. gar nicht nötig.

  4. Ich möchte mich nach dem Erfahrungen der vergangenen Wochen mit einem Urteil zurückhalten, ob die Untersuchungskommission wirklich „eigentlich ganz ordentlich arbeitete“. Und das Bild von der Unabhängigkeit der Kommission bekommt halt auch einen Knacks, wenn die „Spiegel“-Pressesprecherin ungefragt auch im Namen der Kommission (praktischerweise gleich für Buschmann, die „Spiegel“-Chefredaktion und die Kommission in einem Rutsch) Fragen beantwortet – bzw. nicht beantwortet. Ich halte es auch für extrem unglücklich, wenn eines von nur drei Mitgliedern der Kommission noch vor vollendeter Arbeit in die Chefredaktion des „Spiegel“ berufen wird.

  5. Mich wundert sehr, dass der Fall nicht schon nach Ihrem ersten, ausführlichen und zurecht kritischen Bericht größere Kreise gezogen hat. Dass die Beförderung Buschmanns intern auf Eis lieft – nun ja, das kommt einem irgendwie bekannt vor. Es ist zu offen, dass es Buschmann und dem Spiegel nicht gelingt, die Sache auszusitzen. Bei den Vorwürfen (und bei den haarsträubenden Ausreden!) kann es doch eigentlich unmöglich sein, dass beide damit durchkommen, ohne dass mehr Medien darüber berichten und der Druck zunimmt?

  6. Bitte bleiben Sie dran.

    In meinen Augen hat diese Geschichte eine andere Fallhöhe als der Fall Relotius. Zum einen, weil Relotius als Reporter Geschichten im Bereich Reportage erfunden hat, also im Bereich von Texten, die ohnehin vor allem unterhalten oder berühren sollen (und das ist ihm offenbar gelungen). Buschmann dagegen gibt sich als Investigativer. Die Perumal-Story hatte ganz konkrete Auswirkungen, weit über Irreführung der Leser hinaus. Zum anderen wäre das wirklich eine Bombe: Ein halbes Jahr interne Revision wegen Relotius, großes Reinemachen etc – und dann liegt der faulste Apfel noch im Korb.

  7. Naja, Stefan, ich les deine Texte jetzt seit über zehn Jahren und es hat irgendwie schon etwas morbides bekommen, dieses Verhalten der „Qualitätsmedien“ durch dich zu beobachten.

    Für mich deutet ehrlich gesagt alles auf dieses Szenario hin:

    Beim Spiegel hat man in seiner Blasiertheit auf Leitungsebene schon die Auseinandersetzung mit der Relotius-Affäre, noch dazu das einsetzen einer „unabhängigen“ Kommission als Zumutung empfunden. Man ist ja ohne Fehl, so etwas ist eine Lapalie, „das ändert nichts an der prinzipiell hohen Qualität unserer Arbeit“ und weil man davon schon immer überzeugt war, eine solche Kultur gepflegt und kultiviert hat, gab es diese rigoros Dokumentation auch nie wirklich, oder zumindest nicht lang.

    Und selbst, wenn man das mit Relotius selbst hätte sehen wollen, hätte man sich freiwillig nie die Blöße geben wollen, das öffentlich einzugestehen. Aber da einem die Entscheidung abgenommen wurde, wurde er zum Fall Guy gemacht und man hat es geschafft, das der Öffentlichkeit als Katharsis zu verkaufen. Relotius war das für den Spiegel, was die „einzelnen Ingenieure“ im Abgasskandal waren.

    Entsprechend hat man doch kein Interesse, einen weiteren Offenbarungseid zu leisten. Sonst sähe es ja bald aus, als sei es nun doch mehr als ein bedauerlicher Einzelfall gewesen. Für mich deutet das jedenfalls alles darauf hin, dass es hier keinen Kulturwandel gab, dieser auch nie angestrebt wurde.

    Dass man beim Spiegel nicht versteht, dass die eigene Arbeit in Zweifel gezogen werden kann, hast du dich vor 5 Jahren schon einmal dokumentiert: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/18435/der-spiegel-wird-qualitaetsanspruechen-gerecht/

  8. Offenbar hat der Spiegel sich bei der Buschmann-Sache schon vor Jahren in Sackgasse gebracht, ob nun durch Nachlässigkeit, Arroganz oder was auch immer. Sieht jedenfalls so aus, als könnten sie inzwischen nur noch mit enormem Kollateralschaden eine Kehrtwende vollziehen.

    Dadurch dass sie dem Verdacht gegen die dubiose Story nicht von Anfang an konsequent nachgegangen sind und den Autoren danach noch massiv gefördert haben, sind sie jetzt natürlich richtig in der Klemme. Selbst wenn der doch nicht befördert wird – wie sollen sie bitte rechtfertigen, nach den krassen Vorwürfen überhaupt noch so stark auf ihn gesetzt zu haben?

    Wer weiß – als nächstes kommen dann noch Zweifel an seinem Football-Leaks-Steckenpferd auf, mit dem der Spiegel so gerne renommiert, obwohl da auch einiges über Wert verkauft scheint. Dann offenbar lieber die Politikerstrategie: Aussitzen, dumm stellen und hoffen, dass die Kritiker schnell weiterziehen.

    Am skurrilsten an der ganzen Sache finde ich ja fast noch, dass Buschmann selbst sich nicht dazu äußert. Das alleine sagt doch schon alles. Man würde doch wohl annehmen, jeder gewissenhafte Investigativreporter wäre tief in seiner Berufsehre gekränkt und würde sich unbedingt verteidigen wollen.

    Wie auch immer… Dass diese Affäre um eine Jahre alte und von Beginn an ominöse Geschichte fortbesteht, wo nach Relotius die große Chance bestand, reinen Tisch zu machen, wirkt auf jeden Fall schon ziemlich bezeichnend. Gut, dass Du da den Finger in die Wunde legst

  9. Momentan kommt es ja auch knüppeldick für den „Spiegel“.
    Hatte man nach dem Relotius-Abschlussbericht geglaubt, das schlimmste überstanden und sich selbst ehrlich gemacht zu haben, war dies offenbar ein Irrtum.
    Die „Bild“ wirft den Hamburgern latenten oder sogar offenen Antisemitismus vor. Sogar das Titelbild einer „Spiegel-Geschichte“ Ausgabe wird skandalisiert.
    Die „Übermedien“ beschränken sich nicht nur auf reine Medienkritik, sondern entdecken ihre investigative Ader und stellen unangenehme Fragen.
    Eine unerwartete aber zugegeben auch ungewollte Anti-„Spiegel“-Allianz.
    Da kann ich eine gewisse Wagenburgmentalität und Abblockreflexe an der Ericusspitze durchaus nachvollziehen.
    Man darf gespannt sein, wie es weitergeht und was noch alles das grelle Licht des Tages erblickt!

  10. Wenn es zutrifft, dass Buschmann bei der Dok damit durchgekommen ist, sich auf ein herunter gefallenes Smartphone sowie einen Facebook-Hack zu berufen, weswegen er leider leider den entscheidenden Teil seines Artikels nicht belegen könne, dann steht es um die Dok noch um Welten schlechter, als man nach Relotius annehmen durfte. Das liegt inhaltlich glatt auf „mein Hund hat die Hausaufgaben gefressen“-Niveau.

    Der Eindruck verfestigt sich, dass die Dok mittlerweile nur noch dafür bezahlt wird, als Autoritätsargument nach außen zu dienen.

  11. Sehen Sie, Herr Niggemeier, damals beim Spiegel hätten Sie sich nur in eine höhere Position bringen müssen, bevor Sie die wirklich, wirklich(!) investigativen Artikel hätten schreiben wollen. Dann hätte Sie die Dok-Abteilung auch in Ruhe gelassen…

  12. @Illen: Ich glaube nicht, dass Buschmann damit bei der Dok durchgekommen ist. Die Dok dokumentiert im Zweifel nur, was es an Belegen gibt oder eben nicht gibt. Die Ressortleitung kann dann entscheiden, das zu ignorieren und einen Artikel dennoch zu veröffentlichen. (Dass es am Ende in der Sicht von außen negativ auf die Dok zurückfällt, stimmt natürlich.)

  13. @Frank Reichelt: Das ist doch Quatsch. Der „Spiegel“ ist eines der wichtigsten Medien Deutschlands und muss sich schon von daher immer kritische Fragen gefallen lassen – dazu braucht es keine „Allianz“. Das gilt natürlich ganz besonders, wenn gerade ein größerer Skandal aufgeflogen ist, der zentrale Behauptungen des „Spiegel“, was seine Sorgfalt bei der Arbeit angeht, komplett erschüttert hat. Auf solche kritischen Fragen mit einer „Wagenburgmentalität“ zu reagieren, wäre an sich schon irre. Aber im Fall Buschmann möchte ich schon darauf hinweisen, dass diese Mentalität vom zweiten Tag nach der Veröffentlichung herrschte. Die Kritik ist eine Folge davon, nicht umgekehrt.

  14. @Stefan Niggemeier
    Tja, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich für die betont sachliche Bewertung meines Kommentars zu bedanken:
    Danke!

  15. Schon wieder so ein Riesenaufriss, wegen Etwas, das bei Springer, der Ippen-Gruppe und der NZZ übliches Geschäftsmodell ist. Journalismus ist nun mal pure Unterhaltung und bedient in erster Linie die Sensationsgier der Leser. Da ist der Wahrheitsgehalt zweitrangig. Wenn das dann, wie beim SPIEGEL, in einer „seriösen“ Verpackung präsentiert wird, ist es einfach nur handwerklich gute, journalistische Arbeit.

  16. @Frank Reichelt: „das schlimmste überstanden“? War es für den SPIEGEL denn überhaupt schlimm? Mein Eindruck ist, dass der Relotius-Skandal dem Blatt nicht geschadet hat. Im Gegenteil, man konnte sich mit der Aufarbeitung super als moralische Instanz inszenieren, die konsequent ihre letzte Delle ausbügelt. Und mit der exzessiven Aufarbeitungs-Berichterstattung, die auf SPON teilweise Fußball-WM-Artikeldichte erreichte, hat man sogar noch Auflage und Klicks gemacht.

    Im zweiten Quartal 2019 hat der SPIEGEL sogar ein Auflagenplus von 0,4%, entgegen des allgemeinen Trends. Langzeitschäden scheint es also auch keine zu geben.

  17. Ich bin Ihnen, lieber Herr Niggemeier und Ihrem ganzen Team sehr dankbar, dass Sie solche Artikel bringen. Die Medien journalisten sind ein wichtiger Bestandteil der Medienlandschaft. ZAPP, Übermedien, Media usw. werden wahrgenommen und erfüllen eine wichtige Funktion in der in Sachen Selbstkritik zum Teil völlig unfähigen Medienbranche.
    Danke! Und machen sie weiter so.

  18. @ Siegfried Schaupp:

    „Schon wieder so ein Riesenaufriss, wegen Etwas, das bei Springer, der Ippen-Gruppe und der NZZ übliches Geschäftsmodell ist. Journalismus ist nun mal pure Unterhaltung und bedient in erster Linie die Sensationsgier der Leser. Da ist der Wahrheitsgehalt zweitrangig. Wenn das dann, wie beim SPIEGEL, in einer ’seriösen‘ Verpackung präsentiert wird, ist es einfach nur handwerklich gute, journalistische Arbeit.“

    Ich weiß nicht, ob das Ironie ist. Wenn nicht:

    Man kann ja anerkennen, dass Journalismus vielleicht oftmals so und so aussieht – aber das heißt ja nicht, dass man das nicht kritisieren dürfte, oder?
    Wieso sollte man einen Journalismus-Begriff zur Norm und damit zum entscheidenden Kriterium für die Berechtigung von Kritik erheben, in welchem Seriosität, Wahrhaftigkeit usw. höchstens der Camouflage dienen?

  19. @LLL

    Das war keine Ironie, sondern eine Kritik. Kritisieren bedeutet nämlich, sich mit einem Thema auseinandersetzen. Sie muss also nicht notwendig negativ sein. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht in das Horn der Medien (oder Übermedien) stoßen muss, die bevorzugt über den SPIEGEL herfallen, es selbst aber mit der „Wahrhaftigkeit“ nicht immer so genau nehmen.

  20. Sie müssen in gar kein Horn stoßen, aber wenn Sie sich ein bisschen auf unserer Seite umsehen, merken Sie, dass wir keineswegs nur den „Spiegel“ kritisieren, sondern auch die von Ihnen genannten Verlage. Ihrer These, dass Journalismus grundsätzlich „pure Unterhaltung“ sei und „der Wahrheitsgehalt zweitrangig“, möchte ich dennoch widersprechen.

  21. Zitat Stefan Niggemeier:

    „Ihrer These, dass Journalismus grundsätzlich ‚pure Unterhaltung‘ sei und ‚der Wahrheitsgehalt zweitrangig‘, möchte ich dennoch widersprechen.“

    Das ist einerseits auf der deskriptiven Ebene wahr: Journalismus mag teilweise „pure Unterhaltung“ sein, aber zum Glück gilt das nicht universal; es gibt auch guten Journalismus.

    Selbst wenn der „real existiertende“ Journalismus aber nur Unterhaltung wäre, gibt es neben der deskriptiven ja auch eine normative Ebene: Das ist das, was Journalismus nach dem üblichen Verständnis, nach den berechtigten Erwartungen der Öffentlichkeit und nach dem „offiziösen“ Selbstverständnis der Journalisten ist bzw. sein sollte.
    Und es ist doch wohl eher die allgemein akzeptierte Norm und nicht ihre Verfehlung, die Ausgangspunkt von Kritik sein sollte.
    Nimmt man die faktischen Zustände als Maßstab, dann könnte man die faktischen Zustände ja eh nie kritisieren.

  22. @LLL

    Unterhaltsamer Journalismus kann durchaus auch guter Journalismus sein. Es ist nur so, dass Berichte über Sachverhalte oder Ereignisse, die ich weder beeinflussen kann noch die mein Leben beeinflussen und deren Wahrheitsgehalt ich nicht überprüfen kann, sind nichts Anderes als der Vorläufer des Journalismus, nämlich Knatsch und Tratsch. Dazu zählen Informationen, darüber ob Donald Trump wieder jemandem mit Krieg gedroht hat, ob in der Türkei wieder ein Regimekritiker eingesperrt wurde oder der Prinz von irgendwo eine Bürgerliche von anderswo geheiratet hat. Dann gibt es noch die schlimmste Form von Journalismus, wenn z.B. berichtet wird, dass irgendwo ein Migrant einen Deutschen erstochen hat, das ist dann wahrscheinlich wahr, aber wenn nicht im selben Artikel erwähnt wird, dass wir in Deutschland bei ca.700 Tötungsdelikten pro Jahr -weniger als 2 pro Tag-, bei 82.000.000 Einwohnern, in einem der sichersten Länder der Welt leben und der Anteil der Migranten an den Tätern ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht, dann ist das der Versuch über das Erzeugen von Angst und Hass, die Auflage zu steigern. Erhellend zum Verständnis von Journalismus ist die Lektüre von Mark Twayn. Natürlich gibt es auch nützliche Informationen in der Presse, z.B. wenn im Lokalteil gemeldet wird, dass die Straße vor meinem Haus die nächsten 4 Wochen, wegen Kanalarbeiten voll gesperrt sein wird oder die Meldung wann, wo, welche Konzerte stattfinden. Das „offiziöse“ Selbstverständnis der Journalisten ist, die Leser umfassend und wahrheitsgemäß zu Informieren. Dazu passen die berechtigten Erwartungen der Öffentlichkeit gut unterhalten zu werden. Warum übrigens sollte man den eigenen Maßstab nicht kritisieren können Kritik ist eine grundsätzlich neutrale und wertfreie Auseinandersetzung mit einem Thema und ist somit nicht von Maßstäben abhängig.

  23. @Siegfried Schaupp

    Wenn NATO-Partner anderen Nationen mit Krieg drohen oder zuhause die Opposition ausschalten, hat das nichts mit Ihrem Leben zu tun? Das ist ja ein ganzer Elfenbeinpalast, vor dem da die Rohre verlegt werden.

    Sollte ich mal jemand Jüngerem den Begriff Biedermeier veranschaulichen müssen, werde ich Ihren Kommentar verlinken. Danke schon mal im Voraus!

    (Und wenn das jetzt mal nicht total neutral und wertfrei rüberkam: Sie dürfen es trotzdem als Kritik empfinden, nur zu!)

    Ganz schön angeturnert: Ihr Vonfernseher

  24. @21, Stefan Niggemeier: Und selbst wenn es bei Übermedien einen übersteigerten Hang zum Spiegel gäbe, müsste der das aushalten. Wer will, darf auch nur den Spiegel und niemand anders kritisieren.

    Auffällig ist aber schon, dass zumindest die Öffentlich-Rechtlichen hier gut wegkommen. Klar, ein bisschen Fernsehgarten- und Programmfarbenkritik , wenn’s dort aber mal richtig schräg wird: Stille.

    Aktuelles Beispiel, hier passend: Monitor entdeckt Stephan E. auf einer Combat-18 Veranstaltung, nur Monitor allerdings. Als es unhaltbar wird, veröffentlichen sie zwei Gutachten (Inhalt des einen: Ich bin Ohren-, Nasen- & Mundformexperte und wenn Sie mich fragen, dann ist der Typ auf dem Foto der E.). Und bis heute tut Monitor so, als ob die Anwesenheit des E. dort eine unlösbare Menschheitsfrage ist und – darin liegt durchaus ein Problem – behauptet weiter, dass es (gut) möglich ist, dass E. dort gewesen sei.

    https://www1.wdr.de/daserste/monitor/extras/korrektur-pressemeldung-stephan-e-100.html

    Was außer dem „Gutachten“ spricht denn noch dafür? Hat man ein paar Monate später mal nachrecherchiert und die anderen Anwesenden befragt? Hat man mal die Größe der Menschen berücksichtigt? Sonstwie versucht, das aufzuklären? Die Ermittlungsbehörden gefragt, was sie Stand heute glauben?

    Alles Übermedien-Fragen, wenn Sie mich fragen. Scheint man aber nicht zum Thema machen zu wollen.

  25. @23:
    „Es ist nur so, dass Berichte über Sachverhalte oder Ereignisse, die ich weder beeinflussen kann noch die mein Leben beeinflussen und deren Wahrheitsgehalt ich nicht überprüfen kann, sind nichts Anderes als der Vorläufer des Journalismus, nämlich Knatsch und Tratsch.“
    Erstens ist das Unsinn und zweitens können Sie doch durchaus den Wahrheitsgehalt vieler dieser Dinge überprüfen, ist halt nur extrem aufwendig, womit wir wieder bei der Daseinsberechtigung von Journalismus sind.
    Inwiefern es bedenklich ist, wenn man sich einen Dreck drum schert, was auf der anderen Seite der eigenen Hecke passiert, wurde ja schon in anderen Kommentaren bemerkt.

    „Natürlich gibt es auch nützliche Informationen in der Presse, z.B. wenn im Lokalteil gemeldet wird, dass die Straße vor meinem Haus die nächsten 4 Wochen, wegen Kanalarbeiten voll gesperrt sein wird oder die Meldung wann, wo, welche Konzerte stattfinden.“
    Sie haben echt keinen Blassen, was Journalismus ist und was nicht…

  26. @23:

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
    Wo steht, dass ich mich einen Dreck darum Schere? Ich habe lediglich geschrieben, dass die Kenntnis über Ereignisse, die ich nicht beeinflussen kann, keinen praktischen Nutzen für mich hat, deshalb pure Unterhaltung ist und dennoch guter Journalismus sein kann.

    Muss ich Ihren letzten Satz so verstehen, dass Sie der Meinung sind, nützliche Nachrichten zu verbreiteten sei kein Journalismus?

  27. @Siegfried Schaupp:
    Nachrichten verbreiten ist keine Journalismus, nützliche Nachrichten finden sie auch in der Werbebeilage von Aldi/Lidl/etc. Journalismus heißt auswählen, einordnen und bewerten.

  28. @ Siegfried Schaupp:

    „Unterhaltsamer Journalismus kann durchaus auch guter Journalismus sein. “

    Bestreite ich nicht und habe ich auch nicht bestritten. Wenn man allgemeien akzeptierte professionelle und ethische Standards zugrundelegt, reicht Unterhaltsamkeit aber noch nicht für guten Journalismus aus (dafür vielleicht für gute Romane).

  29. @KRIMEKRI, #25

    „Auffällig ist aber schon, dass zumindest die Öffentlich-Rechtlichen hier gut wegkommen. Klar, ein bisschen Fernsehgarten- und Programmfarbenkritik , wenn’s dort aber mal richtig schräg wird: Stille.“

    Verstehe Ihren Punkt nicht. „Monitor“ bringt eine Nachricht und korrigiert sich später, Sie verlinken die Korrektur ja sogar. Was genau hätten Sie jetzt von Übermedien erwartet?

    Zudem, Sie können ja mal testhalber „ARD“ oder „ZDF“ in der Suchfunktion eingeben. Oder „MDR“, „rbb“…

    Auf Übermedien wird z.B. auch nicht viel über die „Süddeutsche“ geschrieben, oder die „Zeit“…

  30. @PHYSETER, #30

    Monitor bringt erst eine Nachricht und Behauptung, „korrigiert“ diese dann zum Unwissen, zur Möglichkeit der Anwesenheit des Stephan E. Die Möglichkeit hält man auch in der „Korrektur“ öffentlich aufrecht, bis heute, obwohl ansonsten eigentlich niemand mehr davon ausgeht, dass es Stephan E. dort war. Auch öffentlich-rechtliche Kollegen nicht, zum Beispiel hier:

    https://www.dw.com/de/combat-18-neonazis-droht-verbot/a-49497867

    „So meldete sich der Neonazi Karsten H. Ende Juni aus eigenem Antrieb bei der Polizei. Dort identifizierte er sich selbst auf dem Foto eines Combat-18-Treffens im März in der sächsischen Stadt Mücka. Zuvor hatte die ARD eine Person auf dem Foto offenbar fälschlich als Stephan E. identifiziert. Die Tatsache, dass Karsten H. zur Aufklärung des Fehlers beigetragen hat, deutet darauf hin, dass Combat 18 sich von Stephan E. distanziert.“

    Bei Monitor tut man weiter so, als ob Stephan E. bei dem Combat 18 Treffen gewesen sein könnte, um den einen eigenen Fehler kleiner zu halten. Mittlerweile über zwei Monate. Bei einem wichtigen Thema.

    Das ist für mich ein Übermedien-Thema. Ich hoffe, ich konnte den Punkt so klarer machen.

    ps: Über taz, FAZ, Welt, Neues Deutschland & Junge Freiheit wird auch nicht viel geschrieben hier, aber was sagt uns das?

  31. @MARTIF

    Werbung ist weder Nachricht noch nützlich.
    Natürlich ist Nachrichten verbreiten Journalismus. Auch nützliche Nachrichten müssen ausgewählt, recherchiert, verifiziert, eingeordnet und bewertet werden.

  32. Mit der journalistischen „Einordnung“ ist das ja so eine Sache.
    Die „taz“ und die „FAZ“ unterscheiden sich nur durch einen Buchstaben, trotzdem ist es sehr wahrscheinlich, dass der gleiche Sachverhalt in beiden Publikationen völlig konträr eingeordnet wird. Können beide recht haben? Wem soll ich glauben?
    Und wie würde ich reagieren, wenn ich als treuer FAZ-Leser eine Einordnung lese, die eher zur taz passt und umgekehrt? Schreibe ich oldschool einen empörten Leserbrief, setze ich newschool einen geharnischten Tweet an die Redaktion ab und drohe mit Abokündigung, wenn das nochmal vorkomen sollte?
    Ich ziehe es vor, jedwede journalistische Einordnung zu überlesen, nur die Fakten zur Kenntnis zu nehmen und mir auf dieser Basis selber ein Urteil zu bilden.

  33. “Dann gibt es noch die schlimmste Form von Journalismus, wenn z.B. berichtet wird, dass irgendwo ein Migrant einen Deutschen erstochen hat“

    Das stimmt, meistens erstochen. Manchmal auch nicht, dann beenden Migranten das Leben von Deutschen durch totprügeln, oder in dem sie sie vor den fahrenden Zug schubsen.

    Was mich wundert ist, dass man so gut wie nie davon hört oder liest, dass Migranten von Deutschen erstochen, totgeprügelt oder vor den fahrenden Zug geschubst werden.
    Weiß hier jemand, warum das so ist?

    “… aber wenn nicht im selben Artikel erwähnt wird, dass … in Deutschland bei ca.700 Tötungsdelikten … der Anteil der Migranten an den Tätern ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht“

    Nachdem sich rumgesprochen hatte dass es eine polizeiliche Kriminalstatistik gibt, hat sogar die Süddeutsche zugegeben , dass Migranten krimineller sind als Deutsche. Ich hatte angenommen, diese absurde Diskussion wäre damit endlich beendet.
    Siegfried Schaub (23.) bringt den Beweis, dass ich mich geirrt habe.

  34. Danke, Herr Niggemeier. Sowohl dafür, dass uns eine erneute Diskussion zur Kriminalstatistik erspart bleibt als auch dafür, dass Sie weiterhin dem „Spiegel“ den Spiegel vorhalten.

    @ Illen, #11

    Schade, Sie sind mir zuvor gekommen, das Niveau der zur Rede stehenden Ausreden zu bemängeln. Sie klingen nicht sonderlich glaubwürdig.
    Denn wieso hat eigentlich selbst der dubiose Wettbetrüger einen Screenshot von besagtem Chatverlauf und der professionelle, investigative Superreporter nicht (mehr)? Kein back up gemacht?

    Wenn ich allerdings für einen Augenblick das Unwahrscheinliche annehme, d.h. einen Hackerangriff, durch den der Chatverlauf gelöscht wurde (was auch immer ein Hacker davon haben sollte), für gegeben hinnehme und durchdenke, so stellt sich die Frage, wie man eigentlich darauf kommt, Facebook könne den Chatverlauf nicht einfach wiederherstellen, so sie danach gefragt würden. Nur weil es für den Nutzer nicht mehr sichtbar ist, heißt es nicht automatisch, dass es weg ist. Das ist doch absurd. Wir reden hier von Facebook. Und in solch einem Fall würde das sogar noch als Service durchgehen. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit der Datenauskunft. Auch hier bin ich mir ziemlich sicher, gelöschte Chatverläufe wären enthalten. Kurzum sollte es diesen Hackerangriff gegeben habe und Buschmann hat deshalb keinen Zugriff mehr auf seinen Chatverlauf, dann liegt es wahrscheinlich daran, dass er sich nicht darum bemüht hat.

  35. Smartphone heruntergefallen, Facebook/Twitter/MySpace-Account gehackt, der Hund hat die Hausaufgaben gefressen der Neuzeit.
    Wann immer jemand mit so etwas ankommt weiß man es ist zu 99,99999% gelogen. Wird auch nur angewandt von Leuten mit Dreck am Stecken, zu rassistische Tweets werden immer von geheimnisvollen „Hackern“ abgegeben, oder „artfremden“ Mitarbeitern, von deren Nazisein man nichts ahnen konnte. Oder eben ertappten Schumlern in allen Berufen.
    In der realen Welt hat noch nie jemand von Hackern gehört, die bei Facebook eindringen um nicht Gigabyte an Datensätzen zu stehlen sondern Lieschen Müllers Chatverläufe zu manipulieren. (okay, anwesende Sachsen haben das ziemlich sicher schon gehört) .
    Aber mal abgesehen von lahmen Ausreden: um einen „Investigativ“-Journalisten der nicht auf sicheren Wegen mit potentiellen Informanten kommuniziert, sondern in der öffentlichen Jauchegrube des Netzes, würde ich prinzipiell einen weiten Bogen machen.

  36. Die Welt am Sonntag berichtet, nicht einmal der Dokumentar beim SPIEGEL habe je einen Beleg für Buschmanns Behauptung gesehen. Damit ist die Sache eigentlich klar und es drängen sich zwei Fragen auf:
    1. Wie kann das sein, dass Der Spiegel eine so große und weitreichende Story druckt, die ganz allen an einer Behauptung hängt, für die es auch intern keinen Beleg gibt?
    2. Wie kann Der Spiegel auch jetzt noch an Buschmann festhalten?

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