Nichts gegen Frauen beim Dart, solange sie nicht gegen Männer spielen

Bei der Darts-WM durften in diesem Jahr auch zwei Frauen mitspielen. Der Sport1-Experte und Co-Kommentator Gordon Shumway (links, mit Schwein) konnte es nicht fassen. (Und entschuldigte sich später dafür, sich womöglich „missverständlich“ ausgedrückt zu haben.)

Nachtrag, 19. Dezember. Sport1 hat bekannt gegeben, Gordon Shumway ab sofort nicht weiter als Experten und Co-Kommentator einzusetzen.

31 Kommentare

  1. gerade beim Dart denke ich, dass es keinen wirklichen körperlich entscheidenden Unterschied zwischen m/w/d gibt und es hier besonders sinnvoll ist, gemischte Turniere stattfinden zu lassen

  2. @Blueko – #6

    „Ist das nicht der Sender, bei dem nachts nackte Frauen die Telefonabzocke ansagen?“

    Nicht nur ansagen, sie singen die Telefonnummern auch. Selbst medizinische Statistiken können mich nicht davon überzeugen, dass diese gruseligen Spots in Deutschland nicht die Hauptursache für Erektionsstörungen sind.

  3. @ 7 und 8:
    Vom Grundthema der Gleichberechtigung zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Erektiosstörungen zu kommen gelingt nun wirklich nicht jedem😊

  4. „Bei der Darts-WM durften in diesem Jahr auch zwei Frauen mitspielen. “

    Bei der Darts-WM dürfen seit Jahren Frauen mit spielen. Sie haben es bisher nur nicht geschafft, sich zu qualifizieren, und haben dieses Jahr über eine Quote ihre Plätze bekommen.

    Schade, dass ihr eure berechtigte Kritik mit so einer falschen Einordnung verwässert. Gefühlt häuft sich sowas in letzter Zeit bei euch, sobald es um den „richtigen Gegner “ geht..

  5. Daniel Meuren schreibt in einem Kommentar in der FAZ, dass die Frauenquote marketingstrategische Gründe hatte und dass auch schon deutschen männlichen Spielern über eine Quotenregelung die Teilnahme an der WM ermöglicht wurde, da die Veranstalter daran interessiert waren, den Sport weltweit populärer zu machen.

  6. @12

    Oh nein, und dann mussten die bedauernswerten britischen Herren mit den schlechten deutschen Herren darten? Hoffentlich sind sie mit der Situation professionell umgegangen und konnten ihren Mann stehen.

    Und hätte man den Deutschen nicht ne eigene Turnierserie geben können? Bei der englischen Nationalmannschaft spielt ja auch kein Deutscher mit. ;)

  7. Geschlechtertrennung ist selbst im Schach die Norm. Die einzige größere Sportart weltweit ohne Geschlechtertrennung ist das Reiten.

    Shumway ist in seinen Bemerkungen meilenweit davon entfernt, Frauen das Recht abzusprechen, professionell Dart zu spielen oder gar zu behaupten, sie könnten es aus biologischen Gründen nicht.

    Er hält die Teilnahme von zwei Frauen aus marketingtechnischen Gründen für „Zirkus“ und plädiert für eine Trennung.

    Das kann man anders sehen, oder seine Wortwahl kritisieren. Aber dieser Meinung die grundsätzliche Legitimität abzusprechen ist angesichts der allgegenwärtigen, normalen und sogar im Denksport praktizierten Trennung von selten einfältiger Ignoranz. Im Vergleich zu den Kommentaren, die jetzt andere meinen, sich über Shunway erlauben zu dürfen, ist sein Gerede völlig harmlos. Das Wittern von „sexistischer Kackscheiße“ hat bei manchen offensichtlich längst inquisitorische Züge angenommen.

  8. @Illen
    Geschlechertrennung ist im Schach nicht die Norm.
    Ja, es gibt z.B. bei der Schacholympiade Herren- und Damenteams aber die jahrelang spielstärkste Frau der Welt, die Ungarin Judith Polgar, hat mehrmals bei der Herrenmannschaft mitgespielt. Es gibt eine Herren- und eine Damenschachbundesliga aber spielstarke Frauen dürfen auch hier bei den Herren mitspielen. Es gibt eine Herren- und Damenweltmeisterschaft und wenn eine Frau sich qualifizieren kann, darf sie auch im Herrenzyklus antreten. Hier herrscht das Leistungsprinzip und keine normierte Geschlechtertrennug.

  9. @JUB 68 – #9

    Offensichtlich hat Ihnen „Susi live“ bislang noch nie ihre Telefonnummer ins Bewusstsein geflötet, sonst wüssten Sie, dass die Flashbacks dieses Traumas einen überall ereilen können.

    @Illen

    „Shumway ist in seinen Bemerkungen meilenweit davon entfernt, Frauen das Recht abzusprechen, professionell Dart zu spielen […]“

    Stimmt, sie sollten es laut Kommentator nur nicht professionell zusammen tun, weil männliche Spieler sonst von ihren Kumpels ausgelacht werden.

    „[…] oder gar zu behaupten, sie könnten es aus biologischen Gründen nicht.“

    Nun ja, auf jeden Fall wird der Vergleich zum Profifußball gezogen und zudem darauf verwiesen, dass Frauen im Durchschnitt weniger Punkte erzielen. Ich würde ja meinen, dass dies auf biologische Aspekte anspielt.

    „Das Wittern von „sexistischer Kackscheiße“ hat bei manchen offensichtlich längst inquisitorische Züge angenommen.“

    Ist das für einen einzigen Kommentar dieser Art denn nicht ein bisschen dick aufgetragen? Zumal der Kommentator ja nun mal ziemlich sexistische Kackscheiße erzählt – unabhängig davon, wie man nun dazu steht, dass Frauen und Männer gemeinsam an der WM teilnehmen.

  10. Nachtrag:
    Um Frauen rechtlich die Möglichkeit zu geben, an Herrenturnieren teilzunehmen wir die als „offene Klasse – open Section“ bezeichnet.

  11. @Frank Reichelt:

    Ob Schach ein gutes Beispiel war, oder ich lieber Go hätte anführen sollen, oder zB den eSport, darüber kann man von mir aus reden. Allerdings bleibt mein Argument erkennbar dasselbe.

    Sie müssen übrigens nicht bis Judith Polgár zurückgehen, Hou Yifan hat zB erst dieses Jahr das Tata Steel Masters bei den Herren bestritten!

    Tatsache ist aber auch, dass das die Ausnahme ist, die wie Sie richtig erwähnen leistungsbasiert ist und nicht aus Marketinggründen existiert; und man deshalb ganz selbstverständlich Turniere nur für Frauen anbietet, um deren an der Spitze im Schnitt geringerer Spielstärke Rechnung zu tragen. Ob das jetzt die Norm der Geschlechtertrennung im Schach ändert kann man von mir aus so und so sehen.

    @Schreibkraft

    Shunway spielt u.a. auf die statistische Tatsache an, dass Frauen im Schnitt schlechter Dart spielen als Männer, ja. Das liegt wahrscheinlich auch an biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Im Spitzensport vergleicht man, das ist immer das Problem, Spitzengruppen, und dort zeigen sich Unterscheide weit eher als im Gesamtschnitt der Bevölkerung.

    Mein Punkt war, dass er Frauen nicht biologisch abgesprochen hat, Dart überhaupt spielen zu können. Wenn er gesagt hätte, Frauen sollten lieber Kuchen backen und Sport den Männern überlassen, würde ich jeden Cent der Aufregung verstehen. Aber das hat er nicht. Mir ist klar, dass in manchen Filterblasen ein solcher Unterschied längst nich mehr gemacht wird, aber genau das kritisiere ich.

    Aus meiner Sicht steht die unglückliche Wortwahl von Shunway in keinem Verhältnis zu manchen Reaktionen, und wer meint, seine tatsächlich getätigten Aussagen machten ihn zu einem miesen Sexistenschwein, der steht mE nicht mehr auf dem Boden eines rationalen Diskurses, sondern eifert im Sinne eines Glaubensbekenntnisses.

  12. @Illen
    Das Tata Steel Masters ist kein explizites Männerturnier, sondern ein Einladungsturnier, für das die Veranstalter ein Feld zusammenstellen, dass interessante und für die Zuschauer spannende Partien verspricht.

  13. @Illen – #18

    „Mein Punkt war, dass er Frauen nicht biologisch abgesprochen hat, Dart überhaupt spielen zu können.“

    Wer hat das denn wo behauptet?

  14. Kennen Sie das auch? Da laufen Sie ganz normal einen Bürgersteig entlang und urplötzlich(!) taucht da eine Frau auf… und die läuft dann auch noch auf der gleichen Seite. Urplötzlich(!) sind sie gezwungen mit einer Frau den Bürgersteig entlang zu laufen. Warum gibt man denen nicht einen eigenen Bürgersteig… Fragen über Fragen!

  15. @18:
    „E-Sports“ ist aber auch ein schlechtes Beispiel.
    Die ganze Branche ist bereits auf das Problem ausmerksam geworden: U. A. Cloud9 und andere prominente Teams trainieren und spielen bereits gemeinsam, also Frauen und Mädchen.
    Im Februar hat Scarlett z. B. das Starcraft-2 Masters Turnier gewonnen, in einem reinen Männerteam.
    Auch bei Rocket League spielen mittlerweile Frauen in vormals kompletten Männerteams, habe ich vor 2-3 Wochen noch gesehen bei einem Turnier.
    Das Ganze ohne großes „Marketing“, mehr als Selbstverständlichkeit.

  16. @26: Ohne nachzugucken: Leben des Brian?
    Ja, Ende der 70er war es anscheinend en vogue, sich über die ollen Emanzen lustig zu machen. Aus dem Mund von Monty Python war das auch echt witzig. Als ernst gemeinte Kritik aus dem Mund von bornierten Konservativen in 2018 wirkt das eher rückständig bis peinlich (auf mich).

  17. #22 Schreibkraft

    Ich wollte Ihnen nichts in den Mund legen. Sie hatten geschrieben:

    „Nun ja, auf jeden Fall wird der Vergleich zum Profifußball gezogen und zudem darauf verwiesen, dass Frauen im Durchschnitt weniger Punkte erzielen. Ich würde ja meinen, dass dies auf biologische Aspekte anspielt.“

    Ich wollte daraufhin klarstellen, dass ich meinerseits nichts Gegenteiliges behauptet hatte und mit Ihnen darin übereinstimme, dass er biologische Aspekte anspricht.

    Dass Shunway gerade nicht Frauen aus biologischen Gründen das Dartspielen an sich abspricht hatte ich als Argument erwähnt, warum ich die Schärfe und Unerbittlichkeit mancher Reaktionen auf sein Statement für maßlos überzogen und ideologisch motiviert wahrnehme.

  18. @ Frank Reichelt: Die eigenen Turniere sind doch Ausdruck der Ungleichbehandlung der Geschlechter, oder?
    Und: Muss ich mir darüber Gedanken machen, warum Frauen oder Männer etwas besser oder schlechter können? Reicht nicht der Blick auf die Leistung?

  19. Hallo zusammen,

    in jedem Fall hat Shumway das Thema “ Frauen“ beim Darts isoliert betrachtet einfach falsch erklärt, dazu seine miesen Männersprüche mit der Klamottenwahl und den Witzen von seinen Kumpels…ist einfach nicht klug und sachlich gewesen. Tatsache ist, dass die Damen nicht so eine hohe Qualität bei Darts vorweisen, um insgesamt bei den reinen Männerturnieren mithalten zu können. Ich spreche hier von der Weltklasse bei der PDC. Natürlich kann eine Lisa Ashton zb. in Deutschland Dartsturniere gewinnen, wo ein Average von 70-85 gespielt wird, kein Problem.

    Ich weiss übrigens aus eigener Erfahrung, dass es auch keinen Spass bereitet dauerhaft Spiele zu verlieren, deshalb sind die Frauen gar nicht unglücklich sozusagen nur in iher Leistungsstärke unter sich zu spielen. Jede Spielerin hat die Möglichkeit sich bei Qualifikationsturnieren der Männer für die großen Events anzumelden, es machen nur ganz wenige, da die Erfolgsaussichten gering sind.

    Wir haben auch einen großen Unterschied bei den neuen Darts-Experten von Sport 1 , festgestellt–es waren selbst Topspieler und die können bestimmte Situationen während eines Spiels immer besser bewerten. Shumway hingegen war ein Kreisliga-Spieler, der sich gerne selbst darstellt und sich immer im Rampenlicht von großen Namen bewegen wollte ( Taylor, Barney etc )

    Danke

    Berg

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