Wir Journalisten können nicht so weitermachen wie bisher

Höhlendrama Screenshots: „Welt“

Jetzt, da „die tapferen Navy Seals“ die zwölf Jugendlichen und ihren Trainer aus einer Höhle in Thailand befreit haben, die Kameras für die Live-Schalten abgebaut und die Reporter abgezogen sind, möchte ich die Gelegenheit nutzen, dem Medienbetrieb etwas hinterherzurufen. Ich war selbst auf einer Journalistenschule und kenne die Nöte und Zwänge des Medienbetriebs. Aber wenn die medienethischen Debatten der vergangenen Tage das Maß umreißen, das Journalisten an Kritikfähigkeit in eigener Sache zulassen können, habe ich darin nichts mehr verloren.

Das liegt nicht daran, dass und wie Journalistinnen und Journalisten aus Thailand berichtet haben. Rettungsaktionen wie diese haben Menschen schon immer fasziniert, und was in Thailand geschah, passte ideal in die Entscheidungs- und Handlungslogiken des journalistischen Arbeitens. Es gab einen klaren Anfang, eine dramatische Steigerung und ein Finale. Dazu Helden und die Geschichte von Jugendlichen, die ohne eigenes Verschulden in eine lebensbedrohliche Situation geraten waren. Der Journalist, Schriftsteller und Medienkritiker Walter Lippmann hat schon Anfang der zwanziger Jahre die Kriterien beschrieben, nach denen aus Ereignissen Nachrichten und Geschichten werden. Die Rettung von Thailand war die Erfüllung vieler von Lippmanns sogenannten Nachrichtenwerten.

Was mich so bestürzt, ist vielmehr, mit welcher Nonchalance Journalisten jetzt die Arbeit ihrer Kollegen bewerten. Das wirkt mitunter, als hätte man Oliver Bierhoff und Reinhard Grindel gebeten, ihr Krisenmanagement zu analysieren. Im Deutschlandfunk beispielsweise sprach Stefan Koldehoff am Montag einen Kommentar über die von vielen „im Internet“ geäußerte Kritik, dass Medien über die eingeschlossenen Kinder in Thailand so viel berichten, über die Hunderten von Kindern, die im Mittelmeer ertrunken sind, aber fast nicht. Die Geschichten der Kinder, die im Mittelmeer sterben, sagte er, ließen sich nicht so medienwirksam erzählen wie die der Jungen aus der Höhle. Es gebe keine Gesichter, keine Geschichten, keine Bilder. „Und deswegen wird über diese Kinder – das ist der furchtbar zynische Teil der Medienwirklichkeit – auch weniger berichtet.“

Umso wichtiger sei es, sagte Koldehoff am Ende, immer wieder darüber zu berichten, warum diese Familien und ihre Kinder im immer noch wohlhabenden Europa auf ein Leben in Würde hoffen: Weil es aus einer Vielzahl von Gründen in ihrer Heimat nicht möglich sei. Es war nicht der Auftakt zu einer Debatte, es war die Abmoderation. Denn hier ginge die eigentliche Diskussion ja erst los. Warum tun sich Medien genau damit so schwer: angemessen auf das zu reagieren, was im Moment um uns herum geschieht?

Foto: Laurin Schmid / SOS Mediterranée

Am 23. Juni feierte die Seenotrettungs-Organisation SOS Mediterranée in Berlin ihren dritten Geburtstag. Es ist die Organisation, deren Schiff Aquarius nicht in Italien hatte anlanden dürfen und deshalb nach Valencia ausweichen musste. Etwa vierhundert Menschen waren da. Darunter vier Journalisten: „Tagesspiegel“, ein freier Radiojournalist, „Der Freitag“, „Zitty“. Niemand von den überregionalen Zeitungen und Magazinen, keine ARD. Dabei hätten sie hier die Geschichten und Gesichter aus erster Hand geliefert bekommen, die es braucht, um Menschen emotional zu erreichen und wach zu schütteln.

Zwei Stunden lang lasen die ehemalige Bundespräsidentschaftskandidatin Gesine Schwan, Schauspieler wie Anna Thalbach und Robert Stadlober, die ehemalige Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International, Selmin Çalışkan, und ein Mitglied im Rettungsteam von SOS Mediterranée aus den Protokollen der Überlebenden, die auf der Aquarius gelandet waren. Es war eine Lesung, die die Grenzen dessen ausreizte, was man sich selbst zumuten kann.

Es ging um Folter und Vergewaltigung in den Lagern in Libyen. Aber auch um das Schicksal eines jungen Mannes aus Bangladesch, der als Teenager nach dem Herzinfarkt seines Vaters plötzlich für das Familieneinkommen verantwortlich war, auf Rat eines Freundes nach Tripolis ging, um dort Arbeit zu finden, und dort ein Jahr später mit einer Pistole an der Schläfe darauf hingewiesen wurde, dass in Libyen Arbeit und Lohn nicht unbedingt zusammengehören. Jedenfalls dann nicht, wenn man bei Arbeitsantritt seinen Pass abgeben muss und dann wie ein Sklave in einer Bäckerei schuftet, ohne Rechte und die Möglichkeit, sich an eine Instanz zu wenden, die einem helfen kann. Er floh, hatte ohne Ausweis aber Angst, ins Gefängnis gesteckt zu werden, wenn er sich bei seiner Botschaft melden würde. Er konnte nicht mehr zurück und vor ihm lag das Meer. Also stieg er in ein Boot.

Seit der Gründung von SOS Mediterranée bereitet das Kommunikationsteam solche Geschichten auf, in der Hoffnung, sie würden in den Medien Niederschlag finden. Doch sie verzweifeln daran, dass sich dafür niemand interessiert. Sie passen einfach nicht in die Entscheidungsmuster des journalistischen Kosmos. Kein klarer Anfang, kein absehbares Ende.

Als die Schiffe ihre Rettungsmaßnahmen aufnahmen, waren die Schiffe noch voll mit Reporterteams. Es gab Wartelisten, die auf Monate voll waren. Aber jetzt, da alle Geschichten geschrieben und gesendet und alle Journalistenpreise gewonnen sind, spielen die Schicksale der Menschen auf den Schiffen keine große Rolle mehr. Die Perspektive hat sich verändert: Aus Hilfesuchenden sind Wirtschaftsflüchtlinge geworden, aus Kriegsopfern Terroristen. Und der Medienbetrieb zuckt mit den Schultern und sagt: So ist er nun mal, der furchtbar zynische Teil der Medienwirklichkeit. Zum Hintergrundgespräch nach der Fahrt nach Valencia im Berliner Büro kam ein einziger Journalist.

Wir könnten diesen Menschen ein Gesicht und eine Stimme geben

Dabei wäre für jede Journalistin und jeden Journalist jetzt der Zeitpunkt, innezuhalten und sich zu fragen: Können wir wirklich so weitermachen? Dürfen wir uns wirklich noch länger hinter „Das haben wir immer schon so gemacht“-Argumenten verstecken?

Die Debatte um Thailand ist ja nur das Symptom. Die Ursachen wurzeln tiefer und gehen dem Selbstverständnis des journalistischen Kosmos ans Mark. Wir stehen gerade an einem Wendepunkt unserer Geschichte. Bernd Ulrich von der ZEIT schreibt in seinem sehr lesenswerten Essay „Wie radikal ist realistisch?“: „500 Jahre europäische beziehungsweise 100 Jahre westlich-amerikanische Dominanz gehen zu Ende – und schlagen zurück. Mehr und mehr wird die vom Westen betriebene Globalisierung dialektisch.“ Wir müssten nun anfangen, auch in den Medien über die wirklich existenziellen Probleme unserer Zeit zu sprechen. Die wahren Bedrohungen unserer Zeit sind nicht Terror oder Migranten – es ist der Klimawandel, der den Planeten für unsere nachfolgenden Generationen schlicht unbenutzbar machen und Flüchtlingsströme auslösen wird, gegen die sich unsere Enkel wünschen werden, sie hätten unsere Probleme von heute.

Wir müssten damit beginnen, darüber zu sprechen, wie schon jetzt Menschen ganz konkret unter dem Klimawandel leiden, in Bangladesch, in Gambia, in Indien. Was bedeutet: unter unserem Lebensstil, unserer Lust an der Verschwendung, der Bequemlichkeit und der Ignoranz. Wir könnten, wenn wir wollten, diesen Menschen ein Gesicht geben und eine Stimme, nicht nur denen, die es bis zum Mittelmeer schaffen, auch und noch mehr denen, die verzweifelt darum kämpfen, dass wir im globalen Norden endlich erkennen, welche Verantwortung wir uns mit 500 Jahren Kolonialisierung und 150 Jahren Industrialisierung aufgeladen haben.

Wenn man in Redaktionen mit Geschichten, die mit dem Klimawandel zu tun haben, ankommt, heißt es oft: Das sieht sich leider keiner an. Und es stimmt ja: Die Geschichten von Alarmismus und dem drohenden Untergang kann sich ja wirklich niemand mehr ansehen. Die machen Angst und verunmöglichen jede Veränderung. Doch anstatt darüber nachzudenken, wie man den Themenkomplex so aufbereiten kann, dass er Alltagsrelevanz bekommt und die Leute zu motivieren beginnt, Veränderung in ihr Leben einsickern zu lassen, werden Impulse im Keim erstickt. Immer mit dem Verweis darauf, dass „das Publikum“ sich dafür nicht interessiert. Texte zum Klimawandel wandern so auf den News-Sites nach ganz unten und in den Magazinen und Zeitungen nach weit hinten.

Das ist der eigentliche Zynismus des Medienbetriebs: In den Sonntagsreden beruft er sich gern auf seine essentiellen Funktionen für Demokratie und Gesellschaft. Aber sobald es um die eigene Verantwortung geht und darum, sich selbst zu hinterfragen, verschanzt er sich hinter den Gesetzen des Marktes: „Wir bringen doch nur das, was die Leute wollen.“ Und so rasen dann alle vor eine Höhle in Thailand. Denn da kann sich das Publikum nach dem Finale entspannt zurücklehnen und sich sagen: „So ein Glück. Von denen will ja Gott sei dank auch keiner zu uns.“

Klar: Geben wir dem Klimawandel nun ein Gesicht, kommen wir nicht mehr so einfach davon wie in Thailand. Dann landen wir zwei, drei Gedanken später nämlich bei unserer Verantwortung. Da können wir dann nicht mehr so einfach abschalten. Und auch nicht mehr so einfach morgens ins Auto steigen oder mal eben für eine Woche nach Teneriffa jetten, weil wir dann ein Gesicht vor Augen haben und wissen: Dass ich es mir hier so kuschelig mache, kostet Saleem aus Bangladesch oder Bubu aus Gambia das Leben.

Wer sich in dieses Feld vortastet, kommt natürlich auch früher oder später an den Punkt, an dem man sich fragen muss: Ist das überhaupt legitim – als Journalist Partei zu ergreifen? Wir haben doch alle Hanns Joachim Friedrichs inhaliert: Man macht sich mit keiner Sache gemein, auch nicht mit einer guten.

Im Frühjahr ist in der Reihe „Politische Ökologie“ aus dem Oekom-Verlag ein Magazin mit dem Titel „Grüntöne. Die Medien und die Große Transformation“ erschienen. Darin machen sich Medienschaffende und Wissenschaftler genau darüber Gedanken (Offenlegung: Ich war einer von ihnen.). Stefan Raue, der Intendant des Deutschlandradio, etwa kritisiert den „ideologischen Gehalt“ des „kuscheligen Begriffs“ Nachhaltigkeit und die „getarnte Werteentscheidung“, die damit verbunden sei. Er wehrt sich dagegen, dass Journalistinnen und Journalisten bei diesem Thema „eine dienende Rolle nahegelegt oder sogar zugewiesen bekommen“, und betont die „tiefverwurzelte und in vielen Kämpfen verfestigte Skepsis vor der Vereinnahmung“. Er hat damit so recht wie unrecht.

Natürlich ist niemandem geholfen, wenn Journalisten politischen Kampagnen aufsitzen oder ihre Skepsis aufgeben. Aber es hat auch keinen Sinn, jede Debatte zu beenden, bevor sie begonnen hat, mit dem Hinweis auf die journalistische Praxis der vergangenen Jahrzehnte. Wir stehen an einer Zeitenwende. Wenn ich mich entscheiden muss, ob ich weiter Journalist bleibe in einem Betrieb, der nicht willens oder in der Lage ist, sich zu hinterfragen, oder ob ich Partei ergreife für den Kampf um die Lebensverhältnisse auf diesem Planenten und Humanität, muss ich nicht lange nachdenken. Dann kündige ich und werde Aktivist, der mit journalistischen Mitteln davon erzählt, vor welchen Herausforderungen wir gerade stehen und wie wir sie in den Griff bekommen können.

Aber ich will die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Vielleicht rüttelt die Sache mit Thailand ja jetzt ein paar Journalistinnen und Journalisten auf und es gerät etwas in Bewegung. Dann hätte die Rettung etwas Gutes, nicht nur für die Jungs und ihren Trainer.

73 Kommentare

  1. „Er floh, hatte ohne Ausweis aber Angst, ins Gefängnis gesteckt zu werden, wenn er sich bei seiner Botschaft melden würde. Er konnte nicht mehr zurück und vor ihm lag das Meer. Also stieg er in ein Boot.“

    und aus lauter nettigkeit hat man ihn dann mitgenommen….^^
    wo andere gern mal 5-10 tausend dollar für bezahlen ….. schon klar….

    solchen ausführungen glauben zu schenken, ist mit naiv noch sehr wohlwollend umschrieben….

  2. @1
    Das ist das eine, für Sie herausragende, Charakteristikum dieses Tesxtes? Das möglicherweise diese eine Schilderung gelogen sein könnte? Zu den eigentlichen Themen des Textes, Verantwortung, Ignoranz und Reflektion – und zwar Aller, nicht nur der Journalisten – haben Sie wohl nichts zu sagen, was?

    Trollen Sie sich zurück in die braunen Ecken des Internets.

    Guter und wichtiger Text Herr Schächtele, danke dafür!

  3. Danke! Ein bisschen was davon ging mir gestern durch den Kopf, als ich etwas frustriert überall (berechtigte!) NSU-Prozess-Analysen und -Talkshows sah. (Auf Phoenix mochte CSU-Herrmann ü-ber-haupt keinen Zusammenhang zwischen roher Politikersprache und NSU-Anschlägen sehen. )

    Der neuste zynische und im Nachhinein umso zynischere Spruch unseres Innenministers – 69. Abgeschobene zum 69. Geburtstag, von denen jetzt nur noch 68 leben – blieb vorerst? eine kleine Randnotiz in den Medien. „Brennpunkt NSU-Prozess“ mediengesetzmäßig wichtiger als „Brennpunkt Seehofer“.

    Ja, ich möchte mich bitte auch weiterhin über dramatisch aus einer Höhle gerettete thailändische Jungen freuen dürfen – habe aber zugleich die Befürchtung, dass die im Mittelmeer ertrinkenden Flüchtenden in zwei, drei Wochen wieder komplett aus dem Bewusstsein geraten. Medienpsychologie und normaler Leute Psychologie. Hoffe, die aktuellen Spenden reichen ne Weile …

    Aber vielleicht lässt sich ja tatsächlich auch mit anderer Berichterstattung ein größerer Teil der angeblich so „profillosen Mitte“ bewegen. Die „Seebrücke“ zeigt, dass es geht. Nicht alle sind gleichgültig.

  4. @5 Danke auch Ihnen. Dass er darauf noch nicht selbst gekommen ist. Na siehste, schon isses doch wieder ganz dolle einfach. Uff.

  5. Zunächst einmal: Die Kritik, dass nicht ausreichend über ertrunkene Flüchtlinge gesprochen wird, ist absolut unberechtigt. Darüber liest man jeden Tag mehrmals. Ohnehin hat man das Gefühl, dass die Flüchtlingskrise nicht nur Thema Nummer 1 ist, sondern das ausnahmslos einzige Thema, das die Presse beherrscht. Sei es in Form von Nachrichten oder in Form von einstimmigen Moralkeulen. Irgendwann ist man dann auf Seiten der Presse am Overkill angekommen und man erreicht mit seinen Texten eher das Gegenteil.

    Zweitens: „Dazu Helden und die Geschichte von Jugendlichen, die ohne eigenes Verschulden in eine lebensbedrohliche Situation geraten waren.“ Das ist es ja. Die Jungs (und Mädels?) waren zur Abwechslung mal unverschuldet in Lebensgefahr geraten und haben sich nicht in die Höhle begeben, obwohl sie wussten, dass sie 100%ig sterben würden. Das ist mal eine angenehme Abwechslung in den Medien.

  6. „Geben wir dem Klimawandel nun ein Gesicht, kommen wir nicht mehr so einfach davon wie in Thailand. Dann landen wir zwei, drei Gedanken später nämlich bei unserer Verantwortung. Da können wir dann nicht mehr so einfach abschalten. Und auch nicht mehr so einfach morgens ins Auto steigen oder mal eben für eine Woche nach Teneriffa jetten, weil wir dann ein Gesicht vor Augen haben und wissen: Dass ich es mir hier so kuschelig mache, kostet Saleem aus Bangladesch oder Bubu aus Gambia das Leben.“

    Da muss ich mir auch wirklich ungläubig die Augen reiben. „Unsere“ Verantwortung also. „Wir“ müssen unser Konsumverhalten ändern. Ah ja. Ich finde es immer großartig, wie man mir Dinge vorwirft, auf die ich keinen Einfluss habe. Seine Verantwortung gibt fast jeder Deutsche an der Wahlurne ab. Denn mehr kann er auch nicht machen. Würde jeder Deutsche von jetzt auf gleich aufhören, Fleisch zu essen und Autos zu fahren, würde das genau was ändern? Nichts! Denn die Autos werden weiter produziert, das Fleisch ebenso. Wenn nicht hier, dann anderswo. Mal davon abgesehen, muss hier niemand sterben, wenn jemand nach Teneriffa fliegt oder mit dem Auto fährt. Die Leute in Bangladesch / Indien sterben eher, weil dort selbst schmutzigste Industrie beheimatet und die Umwelt verschmutzt ist. Aber auch das ist nicht unsere Verantwortung, sondern die der Politik und der Unternehmen, die als einzige überhaupt in der Lage sind, etwas zu ändern.

  7. Jubel, Trubel, Heiterkeit bedient die Ansprüche der konsumgesteuerten Spaßgesellschaft. Hunger, Elend, Tod sind unerwünschte, geflissentlich zu verdrängende Nebenerscheinungen.
    Sie können zur Primetime auf dem einen Kanal den besten Bericht über den Klimawandel senden und zeitgleich wird auf einem anderen Kanal live über das stofftiergespickte Kinderzimmer des jüngsten britischen Thronfolgers berichtet. Klar, dass „he is soooo sweet“ in seinem Aston Martin-Bobby-Car mehr Zuschauer anziehen wird.
    Andererseits, zeigen z. B. die aufwendigen Dokus von Hannes Jaenicke („.. im Einsatz für…“), dass es durchaus möglich ist, die Menschen für Umweltschutz und Kimawandel zu sensibilisieren. Selbst, wenn von 1 Million Zuschauern, nur einige Zehntausend künftig mehr mit dem Rad fahren, weniger Plastikkram verbrauchen, Fair-Trade-Produkte kaufen oder einsehen, wieviele „arme Schweine“ in ihrem tollen iPhoneX stecken, dann ist immerhin auch schon ‚was erreicht worden.

  8. „Die wahren Bedrohungen unserer Zeit sind nicht Terror oder Migranten – es ist der Klimawandel, der den Planeten für unsere nachfolgenden Generationen schlicht unbenutzbar machen und Flüchtlingsströme auslösen wird, gegen die sich unsere Enkel wünschen werden, sie hätten unsere Probleme von heute.“

    Durchaus zutreffend – allerdings fallen mir auch einige andere Themen ein, die ziemlich relevant sind, in den Medien aber nur ein Schattendasein führen. Um nur mal ein paar markante Beispiele zu nennen:

    – Die seit vielen Jahrzehnten und im Grunde seit der Kolonialzeit betriebene Politik des Westens, durch offene und verdeckte Kriege sowie Geheimdienstoperationen und Unterstützung von Diktaturen oder Terrororganisationen starken Einfluss auf ganze Regionen zu nehmen – so etwa auf den Nahen Osten. Zahlreiche Probleme, die zu Flüchtlingsströmen führten, wurden so erst geschaffen. (Es gibt natürlich auch andere Akteure, die man kritisieren kann, aber der Westen spielt hier traditionell die „erste Geige“.)
    Nur einige Beispiele: Hilfe beim erfolgreichen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Syriens Schukri al-Quwatli 1949; Sturz des liberalen Ministerpräsidenten Mossadegh in Persien 1953; Beförderung Saddam Husseins an die Macht als Alleinherrscher (1963). Zumindest einige andere Beispiele dürften bekannt sein, etwa die Entstaatlichung ganzer Länder in jüngerer Zeit.

    – Die langjährige Wirtschaftspolitik etwa der EU, die vielen Menschen in Afrika schlichtweg die Existenzgrundlage raubt.
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/freihandel-eu-importe-torpedieren-afrikas-wirtschaft-1.3314106

    – Die Politik insbesondere der BRD, die aller Voraussicht nach de europäischen Währungsraum zerstören wird – mit verheerenden Folgen auch für Deutschland selbst.
    https://makroskop.eu/2018/06/oekonomie-jenseits-der-schwaebischen-hausfrau/

    Das – zusammen mit dem Klimawandel – wären wirklich wichtige und große Themen. In den Medien kommen sie eher am Rande vor. Donald Trumps Frisur oder die Eröffnung der grünen Wochen in Buxtehude scheint mitunter wichtiger zu sein.

    Durch ihre Berichterstattung verzerren die Medien natürlich auch die Realitätswahrnehmung der Menschen. Ich erinnere mich noch, wie nach einer repräsentativen Umfrage der Zuzug von Osteuropäern als das größte Problem überhaupt angesehen wurde. Zu danken ist der damaligen CSU, die das Thema ganz groß auf die Agenda gesetzt hat – aber natürlich auch den Medien, die fleißig mitgemacht haben. Heutzutage kräht kein Hahn mehr nach dem Thema.

  9. @Heinz Schnabel

    Achso, ist diese Trennung denn überhaupt sinnvoll? Wo beginnt der Aktivismus? Beim Kommentar? Oder beim Thema, was auf die 1 kommt, weil die Redaktion es für wichtig hält??
    Wir Journalisten sind doch eigentlich alle Schreibtisch-Aktivisten für die Demokratie. Dann lasst es uns doch auch zugeben.

  10. „Da muss ich mir auch wirklich ungläubig die Augen reiben. „Unsere“ Verantwortung also. „Wir“ müssen unser Konsumverhalten ändern. Ah ja. Ich finde es immer großartig, wie man mir Dinge vorwirft, auf die ich keinen Einfluss habe.“

    Menschen, die auf ihr eigenes Konsumverhalten keinen Einfluss haben, ist es vermutlich schwer zu erklären, wie der von westlichen Industrienationen befeuerte Klimawandel das Leben der Menschen in Bangladesch beeinflusst.

    Oder?

    (OK, allein der Name deutet auf einen Troll hin.)

  11. RANDALL FLAGG vs. STEFAN PANNOR (#12)

    Warum deutet einer der beiden Namen auf einen Troll hin? Kann vielleicht einer von beiden nicht mit Argumenten umgehen? Vielleicht disqualifiziert sich ja einer von beiden mit seinen Anschuldigen….?

  12. Wenn man die Originaltät der benutzten Namen zum Maßstab nimmt, sind 99 % aller Kommentatoren hier Trolle!

  13. Würde jeder Deutsche von jetzt auf gleich aufhören, Fleisch zu essen und Autos zu fahren, würde das genau was ändern? Nichts! Denn die Autos werden weiter produziert, das Fleisch ebenso.

    Wenn ~80 Mio. Kunden wegfallen wird das auf die Produktion sicherlich keinerlei Einfluss haben.
    Klingt logisch.

  14. Ohh, „Zynismus der Medienwirklichkeit“. Mir kommen gleich die Tränen.

    Vielleicht haben die meisten Menschen mehr Mitgefühl mit den geretteten Jungen in Thailand als mit den Mittelmeer-Migranten weil sich die Jungen nicht freiwillig selbst gefährdet haben indem sie sich in seeuntüchtige Boote setzten und damit aufs Meer hinausfuhren um eine „Seenotrettung“ nach Europa zu erpressen sondern unverschuldet in der Höhle von Regenfällen überrascht wurden?

  15. Wenn die Überschrift schon lautet „Wir Journalisten können nicht so weitermachen wie bisher“, dann denkt bitte, bitte, bitte auch an die Berichterstattung zu Themen wie innere Sicherheit und Kriminalität.

    Es gibt durchaus gute Berichte und Analysen, aber so, wie die Berichterstattung häufig läuft, führt sie dazu, dass die Wahrnehmung der Allgemeinheit einer groben Verzerrung unterliegt – wovon dann natürlich entsprechende Kräfte wieder profitieren:

    https://netzpolitik.org/2016/repraesentative-umfrage-zwei-drittel-der-deutschen-schaetzen-kriminalitaetsentwicklung-falsch-ein/

  16. Also ich finde, wir können da langsam mal von „Gleichschaltung“ sprechen. Diese Beschönigung der Dinge und auch die Hetze gegen die Menschen, welche da übers Meer flüchten, sind mal mehr mal weniger – aber immer vorhanden. Beispiele für übermäßig gleichförmige Medienmeinungen?

    Ich nehme mal absichtlich nicht die Bild und Welt, sondern eher unsere positiv besetzten Leuchtturm-Formate.

    1. Das Morgenmagazin lädt oft zu Themen ein, wo erwartbar dann halt primär „Talking Points“ des Tages gesetzt werden. Da kann ein Bayerischer „Politiker“ erklären, das Grundgesetz sei eine Meinung, aber wieder mit Einladung rechnen. Das Problem: Die Sturheit mit der immer die Partei mit dem rassistischsten Standpunkt im TV Landet. Was ist an eine Seehofer Masterplan zu erklären, den keiner kennt und der primär darauf ansetzt im Mittelmeer Menschen ertrinken zu lassen. Siehe CSU Aktion grade. Es spielt überhaupt keine Rolle was der Moderator fragt, darum ist das Moma ne tolle Sprungschanze für neurechte Themen und produziert so gerne die Bilder, welche dann den Tag über reproduziert werden – Alles unter dem Nimbus eigentlich eher kritisch zu sein. Was so nicht stimmt. Das ist Mittäterschaft, kein Journalismus. Besonders, weil nach Monaten die Redaktion noch nicht mal Gegenmaßnahmen ergriffen hat. Klar steht so im Journalistenhandbuch, aber das die alt-right das schon länger „gehackt“ hat – zw. gegenstrategien entwickelt – ist doch bekannt, oder? Wer da nicht handelt, sondern weiter macht was zum erwartbar problematischen Ergebnis führt ist für mich mit „on board“.

    2. Die Zeit., Der Spiegel etc. versuchen mit „es gibt ja zwei Seiten“ immer wieder, teilweise auch am gleichen Tag, das selbe Thema von zwei Seiten beleuchten. Du kannst thematisch nicht den Neonazis ein zuhause geben (die das GG betreffende „Diskussion“ um Retten oder nicht“ is klassisches Propaganda Material aus der IB und Co.) und dann in einem anderen Kommentar – 3 Seiten weiter – den Liberalen spielen. Selbiges mit dem Spiegel. Was nutzt es mir, wenn es Sascha Lobo liberale Forderungen in der Kommentarspalte stellen kann, wirkungslos weil Links, aber Augstein oder einer seiner weissen, männlichen Kollegen mal wieder Rassismen im Auftrage der “ beiden Seiten abbilden“. Das erinnert stark an „all lives matter“ und hat auch den gleichen Sinn und Zweck: Opfer zu stigmatisieren und zu marginalisieren und im vergleich das „weisse Problem“ zu vergrößern.

    3. Wirtschaftspolitik: Hier auch so ein übergreifendes „Phänomen“ was ich nicht so richtig greifen kann: Es scheint den Journalisten nicht möglich, andere politische Modelle als Austeriät und Thatcherismus zu erklären. Es ist gar nicht mehr klar, jedenfalls wen man die Wirtschaftsteile unserer Leuchtturmmedien liest, dass es da auch andere Möglichkeiten gibt. Hier wäre übrigens echt viel Sprengstoff, es GIBT ein Kontinuum zwischen steigendem Verteidigungshaushalt und Geld was nicht in der Pflege ist. Ich muss mir tatsächlich ein Buch kaufen, um ausserhalb von Interviews oder Trends wie „Piketty“ solche Themen wirklich mit zu bekommen. Klar wurde zum Thema „Karl Marx“ zum Jubiläum viel geschrieben, aber auch eben sehr oft das selbe wieder.

    Der Kampfbegriff von kulturellen Marxismus wird ja oft genug diskutiert. Während die Medien uns eine angeblich linksgrün versiffte Realität einreden mordet draussen der NSU, stehen Dönermorde in der Zeitung.

    Ich habe vor kurzem aufgehört, diese Medien zu lesen, wenn ich es nicht muss. Ich kaufe inzwischen wieder viel mehr Bücher. Grade zum Thema „Rechtsruck“ gibt es viel bessere Inhalte, als was man so im Mainstream Kiosk findet. Auch zum Thema Wirtschaft. Da ist die kognitive Dissonanz nicht so hoch und Haltung viel mehr vorhanden. Das Spiegel cover von dieser Woche steht ja auch in einem Kontinuum zum letzten und vorletzten – und an die Diskussion kann ich mich gut erinnern.

    Eine Medienlandschaft, die nur menschen Triggert, um gut zu verkaufen, die ist die Aufmerksamkeit und das Geld nicht wert. Das, über Bande des Leistungsschutzrechts und der Upload Filter, nun primär die großen Verlage von den Änderungen in den Medienlandschaften profitieren wollen passt da nur zu gut ins Bild.

    Journalismus und Kommentarspalten ohne Haltung – Ein sehr großes Problem. Und eine der Ursachen für die heutige politische Lage.

  17. „Randall Flagg“ ist in Stephen Kings Büchern der Prototyp von Egoismus, Kriminalität und „Anti-Community“. Er kommt immer sehr eloquent rüber, die Leute verfallen seinem Charme und lassen sich sich dann zu Dingen hinreißen, die sie niemals wollten. Achja, Off-Topic.

  18. Die Aussage, dass die ARD nicht über den 3. Geburtstag der SOS Medit. berichtet hat, ist schlicht falsch. Bsp.:
    https://www.radioeins.de/programm/sendungen/mofr1013/_/drei-jahre-sos-mediterranee.html

    In den Wochen danach haben u.a. die Radiosender der ARD und auch das Fernsehen regelmäßig über die „Aquarius“ berichtet. Hier nur EIn Bsp. für viele, viele Berichte: https://www.tagesschau.de/ausland/aquarius-141.html

    Ich finde es richtig, die Medien für falsche Entscheidungen bei der Berichterstattung zu kritisieren. Aber nur, wenn man mit richtigen Fakten argumentiert.

  19. Michael Steinbrecher, der Journalismus lehrt, sagte mir einmal, dass man jungen Journalisten vor allem eine Haltung vermitteln muß, ganz so wie es auch dem Autor dieses Beitrages vorschwebt. Ich finde, dass ein Journalist, der ein Thema bearbeitet, nur eine Haltung haben sollte, nämlich gar keine. Hat er eine Haltung steht schon vor seiner Recherche die Überschrift fest. Das ist dann aber kein Journalismus mehr.
    Wo sind Zahlen, Fakten in diesem Bericht. Wieviele Schlepper gibt es, wie sind sie organisiert, was kostet es, wie wird es finanziert. Welche Flüchtenden können sich das leisten und welche nicht und warum? Was ist dran an dem Vorwurf, dass die Nothilfe das Geschäft der Schlepper erst richtig möglich macht, und so durch die Hilfe indirekt mehr Menschen ertrinken als ohne. Und und und. Gesinnungsethik ist privat etwas Schönes. Verdrängt sie Verantwortungsethik in einer Gesellschaft ebnet sie den Weg zu autoritären Systemen. Buchempfehlung Max Weber „Politik als Beruf“ 100 Jahre alt, so aktuell wie damals, als er vorausgesehen hatte, was den Faschismus ermöglichte. Das Fehlen einer sachlichen Diskussion, um konkrete Probleme vernünftig zu lösen. Stattdessen Beschimpfungen wie hier auch zu beobachten ist.

  20. Im Radio hörte ich, dass Untersuchungen zufolge die Zahl der Rettungsschiffe keinen nachweislichen Einfluss auf die Anzahl der Flüchtenden habe. Link habe ich leider nicht auf die Schnelle.

    (Wie genau solche Untersuchungen sein können, weiß ich nicht, weil die Schlepper ja keine Fahrpläne oder Statistiken führen; aber solange auch OHNE NGO-Rettungsschiffe Leute in See stechen, ist der Punkt auch etwas sekundär.)

  21. @mycroft
    das ist ja das Problem, dass es offenbar nur so halbgare Infos gibt. Hat dieses Thema mal irgendwer richtig gründlich recherchiert und zwar mit gutem Handwerk und ohne „Haltung“? Mit Medizinstatistik kenne ich mich gut aus und weiß vieles ist nicht so, wie es der oberflächliche Blick auf Zahlen suggeriert.

  22. @Niggemeier: dankeschön!

    @Frank: wegen der Natur der Sache ist eine größere Unschärfe der Recherche leider nicht ganz vermeidbar, würde ich sagen.

    Persönlich bezweifle ich, dass Schlepper sich groß darüber Sorgen machen, ob ihre Kundschaft die Fahrt in solchen Booten überlebt.

  23. @Niggemeier
    Das klingt nach Ausrede, oder?
    Schlepper sicher nicht, aber ihre Kunden
    Und: wichtiger Blog, Gratulation.
    @mycroft
    Danke für den Link, den schaue ich mir genau an.

  24. #20/ Lord:

    „@LLL Morde haben in Deutschland deutlich zugenommen:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2229/umfrage/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987/

    Ja, aber:


    Germanwings-Absturz und Mordserie

    Wie kommt es zu diesem starken Anstieg? Die Statistik für 2016 führt die 149 Opfer der Germanwings-Katastrophe aus dem Jahr 2015 auf (IMK-Bericht, Seite 33). Denn die komplexen Ermittlungen zu dem gezielten Absturz waren erst 2016 beendet. Dazu kamen noch 72 Opfer eines Krankenpflegers, dessen Mordserie nach und nach ausermittelt wurde.

    2017 wurden dann laut PKS (Seite 68) noch einmal 87 Opfer des Krankenpflegers aufgeführt, obwohl die Taten lange zuvor verübt worden waren. Insgesamt wurden von den in der Statistik für 2017 aufgeführten Fälle mehr als 20 Prozent in vorherigen Jahren verübt. Dies zeigt, dass bei der Interpretation der Statistiken genau hingeschaut werden muss – sowohl bei einem Anstieg als auch bei einer Abnahme der Zahl der erfassten Straftaten.“

    http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/kriminalstatistik-pks-berlin-101.html

    D.h. der gesamte Anstieg basiert auf dem handeln von zwei Männern (btw.: Deutsche), und der Erfassung von Taten Jahre später. Andernfalls wäre die Statistik noch weiter gesunken.

    Ändert das Ihre Perspektive auf die Sachlage?

  25. Ähh, das war nicht mein Link? Ehre, wem Ehre gebührt.

    Der Kundschaft könnten die Schlepper einfach sagen, dass da ein Rettungsschiff wartet – wie soll die das überprüfen? Die Kundschaft leistet Vorkasse und kann den Reiseveranstalter nicht im Nachhinein per Mängelrüge haftbar machen. Weil:
    – libysche Schlepper unterliegen der libyschen Gerichtsbarkeit, und Libyen ist momentan kein Rechtsstaat
    – Menschen, deren Aufenthalt in Libyen nicht genehmigt ist, haben so schon Probleme, irgendwas juristisch durchzusetzen
    – wenn kein Rettungsschiff vor Ort ist, ertrinkt die Kundschaft und kann sich schon daher nicht beschweren
    Stichwort: Zynismus der Schlepperwirklichkeit

  26. @Stefan Pannor

    ich hatte diesen Link nachträglich auch gefunden (heute morgen ein bisschen recherchiert). Die Tagesschau sagt aber nichts darüber ob es solche Ausschläge auch in den Vergangenen Jahren gab (sie werden zumindest nicht angezeigt). Zudem trotz herausrechnen ein Anstieg bei Mord zumindest gegenüber 2015 um 10,2% besteht und bei Totschlag sind es 16,7% Anstieg gegenüber 2015. (2016+2017 zusammen gerechnet geteilt durch 2 im Vergleich zu 2015).

    Ich denke mal genau wird man die Entwicklung erst über die Zeit sehen. VÖLLIG unbedenklich ist sie aber nicht.

  27. Ah, verstehe: Sie wissen es nicht so genau, aber es ist schlimm. Man wird es sehen, irgendwann, aber eigentlich weiss mans jetzt schon.

    Nennt man das nicht umgangssprachlich ein Vorurteil?

    Und wenn ich von 363 im Jahr 2016 (149+72=221) abziehe, macht das 142 für 2016. Also erstmal ein Sinken. Für 2017 können wir 87 Opfer abziehen (Clustering, Massenmörder), kommen auf 318. Das wäre immer noch niedriger als JEDE Zahl bis inkl. 2011.

    Ich finde es unredlich, wie Sie mit halbgaren Zahlen und Halbwissen hier Panik zu schüren versuchen, während tatsächlich ohne das Wirken zweier deutscher Massenmörder die Zahlen auf historischem Tiefstand liegen. Sie machen sich nicht Sorgen, weil Sie die Zahlen lesen. Sie machen sich Sorgen, weil Sie sich Sorgen machen wollen. Die Zahlen geben das nicht her. Ob sich daran was ändert, muss man abwarten – ich kann nicht hellsehen, und ich denke, es ist nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, wenn ich sage: Sie auch nicht. ;-)

  28. Wenn Herr Schäufele nicht so weitermachen will wie bisher, dann soll er es doch tun. Aber er kann nicht für „uns“ Journalisten sprechen. Das Meinungsspektrum der Bevölkerung, der Politik, aber selbst des Journalismus ist viel breiter als seins. Herr Schäufele kann nur für einen (kleinen oder größeren) Teil des Publikums sprechen. Sein Alleinvertretungsanspruch ist anmaßend.

  29. @Stefan Pannor

    meine Güte, ich hatte doch glatt gedacht die Tagesschau nutzte die Mordstatistik die ich verlingt hatte, dabei ist es eine spezielle die wohl vorsätzliche Mord/Totschläge beinhaltet.

    Nichts desto trotz sind es genau die selben 10,2% in der dortigen Statistik nach Abzug der beiden Härtefälle. Einfach die Balken anschauen dort sind bereinigt Zahlen.

    Den Rest den Sie von sich geben können Sie sich sparen. Von Links/Rechts Scheisse gibt es bereits genug.

  30. Danke für den liebenswerten Hinweis, auch wenn ich „von Links/Rechts Scheisse“ gar nichts geschrieben habe. Seltsam, wie Sie darauf kommen …

    Die Balkengrafik der Tagesschau zeigt übrigens ebenfalls an, dass wir bereinigt unterhalb der Zahlen von 2010 sind.

  31. Herr Schnabel, die Aufforderung ist wohl als Imperativ zu verstehen, so wie in „Sie können nicht einfach 250 auf regenglatter Straße fahren“. Klar, technisch könnten Sie wohl, aber das ist keine Aussage über das Beschleunigungsvermögen von PKW, sondern eine darüber, dass Sie sich nicht umbringen sollen.

  32. Die Maxime von Hans-Joachim Friedrichs hat dem Journalismus nicht gut getan. In ihr ist die Fiktion einer naturwissenschaftlich inspirierten Objektivität festgehalten, die bei sozialen Gefügen nicht greift. Eine Haltung einzunehmen und Fakten zu recherchieren schließt einander nicht aus.

    Was die „Konjunkturen“ von Themen in Redaktionen angeht: Das haben wir Journos wohl alle oft genug erlebt. Wie sich diese Verzerrung beseitigen lässt, weiß ich leider nicht. Oder anders: Ich habe es aufgegeben, da noch auf eine Veränderung zu hoffen.

  33. @38, Niels

    Die „Maxime“ von Hanns Joachim Friedrichs war nie eine, die er allgemein auf den Journalismus bezogen hat. Es ging in dem Interview darum, mit welcher Grundeinstellung er seinen Job als Anchorman einer Nachrichtensendung betrieb. Friedrichs hat sich als Reporter durchaus mit Sachen gemein gemacht.

    http://mrtnh.de/das-objektivitaets-dogma-des-journalismus-was-wollte-hajo-friedrichs-wirklich-sagen/

    Interessant finde ich, dass das Friedrichs-Zitat fast nur aus konservativen und rechten Ecken in Diskurse eingebracht wird. Wenn ich mir bei der Gelegenheit Artikel in der Welt, FAZ oder in rechten Internetpostillen anschaue, dann springt einem das Pharisäertum direkt ins Auge.

  34. Ich wundere mich vor allem darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kinder in der Höhle in Thailand in eine Relation zu ertrinkenden Flüchtlingen gesetzt werden. Das ist das gleiche Muster, das Horst Seehofer eine Mitschuld am Tod eines abgeschobenen Asylbewerbers gibt.

    An die Stelle einer sachlichen Diskussion über Probleme tritt immer mehr eine Moralisierung von Problemen. Wahrscheinlich weil es einfacher ist für den Denkapparat. Eine Beobachtung, die leider nicht nur auf die Kommentarspalten zutrifft, sondern auch für die Medien gilt. Es ist einfacher, über Trumps neue Aussetzer zu moralisieren, als sich ernsthaft mit den Hintergründen seiner Politik auseinander zu setzen. Es ist einfacher, erschüttert über die schrecklichen Erlebnisse Einzelner in Libyschen Lagern zu sein, als sich mit den gesellschaftlichen Strukturen auseinander zu setzen, die dieses Leid verursachen. Dieser Mechanismus gibt dem Populismus seine Durchschlagskraft.

    Der vorliegende Artikel stößt in das gleiche Horn und er zeigt auch einen Folgeeffekt der Moralisierung: Immer mehr Menschen scheinen mit immer größerer Sicherheit zu wissen, was richtig und was falsch ist. Moniert wird, das auf einer Veranstaltung zu wenig Journalisten waren, was impliziert, das viel mehr hätten vor Ort sein müssen. Es ist die Rede von der Angemessenheit der Berichterstattung, was impliziert, dass glasklar ist, was angemessen ist und was nicht.

    Unsere Gesellschaft wird immer komplexer, differenzierter, schwerer zu durchblicken. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die den Durchblick haben. Über diesen Widerspruch liest man erstaunlich wenig im Internet. Ist halt ein schwieriges Thema.

  35. Vielen Dank für den interessanten Artikel!

    Eine Nachfrage:
    Selbst wenn ein Journalist sich nicht „mit Sachen gemein machen soll“ : geht es da nicht nur um politische Meinungen? Ich mein, der Klimawandel ist eine wissenschaftliche Tatsache, es ist mir schleierhaft wie man sich damit „nicht gemein“ machen kann. Es fängt ja auch kein vernünftiger Journalist an, bei Interviews zur Gravitationstheorie aus journalistischen Gründen eine Gegenposition einzunehmen.
    Ich würde sogar das Gegenteil behaupten und sagen, Journalisten müssen sich viel mehr mit wissenschaftlichen Fakten „gemein machen“. Das Thema Homöopathie und deren Werbetexte von Journalisten war hier ja auch schonmal Thema. Solchem unwissenschaftlichen Kram sollte jeder vernünftige Journalist widersprechen.

    Oder was ist sonst mit dem „gemein machen“ in Bezug auf den Klimawandel im Artikel gemeint?

  36. @ Lord:

    Zusätzlich zu den Einwänden von Herrn Pannor:

    Natürlich ist jeder Mord und jeder Totschlag schlimm. Und natürlich sollte man sich immer bemühen, Kriminalität auf eine sinnvolle, angemessene Weise noch weiter zu reduzieren. Und prinzipiell kommt es immer wieder zu Schwankungen bei der Kriminalität (auch wenn diese manchmal auf einer Art (Quasi-)Artefakt beruhen mögen, siehe Herr Pannors Ausführungen). Mir geht es aber hauptsächlich um etwas anderes:

    – Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer schweren Straftat oder gar eines Tötungsdeliktes zu werden, ist statistisch extrem gering.
    – Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terror-Anschlages zu werden, ist so gering, dass man sie sich nicht mehr realistisch vorstellen kann.
    – Zumindest in der längerfristigen Tendenz nimmt die Kriminalität immer mehr ab.
    – Europaweit geht auch der Terrorismus im längerfristigen Vergleich deutlich zurück.
    – Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt, nach allen Maßstäben und Erhebungen.
    – Die polizeiliche Aufklärungsrate wird dagegen immer besser.

    Trotzdem nimmt die Angst der Bevölkerung vor Kriminalität immer weiter zu. Die größte Angst der Menschen besteht offenbar sogar in der Angst vor Terror (s.u.). Das ist komplett irrational, und hier müssen sich die Medien die Frage gefallen lassen, wie es soweit kommen konnte. Die AfD – aber auch andere Parteien – nutzen diese völlig aus den Fugen geratene Angst jedenfalls aus.

    Nochmals: Jedes Verbrechen ist schlimm und entschieden zu verurteilen. Aber wenn es darum geht, wie große Angst man sinnvollerweise vor etwas haben sollte, dann darf – nein, dann muss – man auch fragen: Wie groß ist die jeweilige Gefahr denn überhaupt? Und da wird man sagen dürfen: Nein, Terror und Kriminalität sind eben NICHT die größte Bedrohung für die Menschen hierzulande, und sie sind auch nicht entscheidende Problem, das Deutschland heute hat. Schaut man sich die gängigen Diskussionen etwa in Talkshows oder das letzte Kanzlerduell an, dann könnte man aber meinen, es sei eben doch so.

    Kürzlich hat Jens Berger etwas zum Thema geschrieben; man muss ihm nicht in allem zustimmen, aber er hat m.E, einige berechtigte Kritikpunkte ausgeführt:

    „Fragt man die Deutschen nach ihren Ängsten, erhält man ein surreales Bild. Laut einer groß angelegten Langzeitstudie der R+V Versicherung ist die Angst vor dem Terrorismus die mit einigem Abstand größte Angst der Deutschen. 71% fürchten sich davor…Dies ist eigentlich erstaunlich, da die Anzahl der Todesfälle durch einen Terroranschlag in unseren Gefilden keineswegs steigt, sondern vor allem im langfristigen Vergleich sogar deutlich zurückgegangen ist. Doch dies spiegelt sich freilich nicht in den Themenschwerpunkten der Medien wider…Pro Woche sterben in Deutschland mehr Menschen bei Haushaltsunfällen als seit Gründung des Heiligen Römischen Reiches zum Opfer von Terroristen wurden…Während die Themenkombo Terror-Islam-Migration in den Talkshows omnipräsent ist, wird am modernen Lagerfeuer nur noch sehr ungern über soziale Themen gesprochen. In weniger als fünfzehn Prozent aller Talkshows des letzten Jahres wurden sozialpolitische Probleme, Lobbyismus, Privatisierung, Arbeitslosigkeit oder die Rente thematisiert.“
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=44417

  37. @41 LLL
    Nun, Verfassungsschutzchef Maaßen wird jedenfalls nicht müde, vor der Terrorgefahr zu warnen – siehe z. B. Pressemitteilungen und Interviews zu Heimkehrern aus IS-Gebieten oder zum aktuell vereitelten Rizin-Anschlag.
    Ich finde es schon nachvollziehbar, dass dies viele Menschen verängstigt; unabhängig von statistischen Wahrscheinlichkeiten.

  38. Es muss jedem klar sein, dass diese Flüchtlinge abgeholt werden. Kein Flüchtlingsboot schafft derzeit die Strecke nach Malta, geschweige denn Italien. Ob die Rettung nun konform ausserhalb libyscher Hoheitsgewässer geschieht oder nicht ist zweitrangig. Ein Problem ist, dass durch diese Küstenahe „Rettung“ Boote benutzt werden die absolut nicht Hochseetüchtig sind. Dadurch haben die Todeszahlen vermutlich zu genommen

    https://www.nytimes.com/interactive/2017/06/14/world/europe/migrant-rescue-efforts-deadly.html

    Was die Geschichte im Artikel angeht, frage ich mich wie kommt ein armer Mensch aus Bangla Desh nach Libyen?

    Das ist für mich so ein Versuch ein Narrativ zu schaffen und dabei wird die Hälfte der Geschichte ausgelassen. Das wirft ein ungutes Licht auf die Intentionen und damit wird der Vorwurf das Aktivismus dem Journalismus weicht deutlicher.

    Mich nervt mittlerweile diese Art des Aktivismus ungemein und ich glaube nicht, dass es dadurch irgendwie gelingt „Menschen emotional zu erreichen und wach zu schütteln“ sondern im Gegenteil. Die meisten Meschen mit denen man im „echten Leben“ spricht, sind sich durchaus den Problemen bei diesen Populistischen einfachen Antworten bewußt und erwarten genauere Fragestellungen von Journalisten und das es Antworten gibt, die nicht nur denen helfen, die am Schluss an unseren Grenzen scheitern, sondern die sehen, die zurück bleiben müssen.

    (Mal davon abgesehen das für die Ssituation in Libyen die NATO massiv verantwortlich ist und für die Kriegssituation in Afghanistan, Irak und Syrien ebenfalls. )

  39. Bezüglich der Diskussionen um die Tödungszahlen (obwohl ich die Diskussion müsig finde und auch nicht wirklich zielführend), gabe es in den Jahren vor 2016 keine Opfer von solchen Anschlägen?
    Gensing ist auch so ein Aktivist, d.h. er recherchiert nur das, was er als Ergebnis haben möchte. Das ist kein Ruhmesblatt der ÖR Nachrichten.

    Und meiner Meinung begibt man sich auf das Niveau von Rassisten, wenn man deren Argumente anfängt zu überprüfen zeigt man, es ist was dran. Asyl bekommt kein Mensch dafür, weil er nicht kriminell ist. Aber wer wirklich etwas gegen Kriminalität tun will, muss Sozialarbeiter bezahlen. Eine Diskussion über die Deutung von Zahlen hilft niemanden.

  40. „Was die Geschichte im Artikel angeht, frage ich mich wie kommt ein armer Mensch aus Bangla Desh nach Libyen?“

    Zuerst mal richtig lesen, dann kommentieren. Da steht nicht, dass er arm war, als er nach Libyen ging, also wird er sich ein Ticket womöglich hat leisten können.
    Warum im Fall Syrien die Verantwortung der russischen Armee hier nicht erwähnt wird? Nun denn. War wohl keine Tinte mehr im Füller.

    Dass Verfassungsschutz-Maaßen die Rizin-Sache pusht, verstehe ich schon, er will den Fahndungserfolg noch etwas aufblasen und gleichzeitig den Unruhezustand im Volk erzielen, der dann via Politik ihm und seinem Amt freie Hand lässt. Nur ob jemand mit einem Sprengsatz tatsächlich Hunderte töten kann, wird ja von Toxikologen bezweifelt, da laut deren Aussagen in dem Fall das Gift überwiegend verbrennen würde. Da wird es spätestens bei der Gerichtsverhandlung gewiss noch einige überraschende Dinge zu lesen geben.

  41. @ B. Hellwig:

    „Nun, Verfassungsschutzchef Maaßen wird jedenfalls nicht müde, vor der Terrorgefahr zu warnen – siehe z. B. Pressemitteilungen und Interviews zu Heimkehrern aus IS-Gebieten oder zum aktuell vereitelten Rizin-Anschlag.“

    Ja, es wurde bereits viele Jahre vor dem ersten Anschlag vor Anschlägen gewarnt, schon vom damaligen Innenminister Otto Schily. Wieder und wieder und wieder. Und wenn man oft genug und lange genug warnt, hat man natürlich immer irgendwann mal recht. Nur kommen dann halt auf 100 Warnungen ein Anschlag.

    Solche Warnungen ersetzen aber doch nicht den Blick auf die Fakten, oder? Um die Gefahr tatsächlich abzuschätzen, müssten wir uns doch vielmehr Fragen stellen wie die: Wie häufig kommen entsprechende Anschläge vor? Wie viele Opfer kosten sie? Und wie hoch ist die Gefahr für den einzelnen, von einem solchen Anschlag betroffen zu sein?

    „Ich finde es schon nachvollziehbar, dass dies viele Menschen verängstigt; unabhängig von statistischen Wahrscheinlichkeiten.“

    Der Ausdruck „statistische Wahrscheinlichkeiten“ spiegelt hier das Ausmaß der Gefahr wieder. Wenn Menschen unabhängig von „statistischen Wahrscheinlichkeiten“ Angst haben, dann ist das gleichbedeutend damit, dass sie unabhängig vom Ausmaß der jeweiligen Gefahr Angst haben. Also unabhängig davon, ob es nun durchaus wahrscheinlich ist, dass sie zu Schaden kommen, oder ob es derart unwahrscheinlich ist, dass man getrost sagen kann: es ist praktisch ausgeschlossen. Und unabhängig davon, ob andere Gefahren, über die kein Mensch spricht und vor denen niemand Angst hat, eigentlich 10.000 mal größer wären.

    Wenn es auf dieser Welt etwas gibt, was irrational ist, dann doch dies.

    „Nachvollzierhbar“ kann eine solche Angst dennoch sein – in dem Sinne, dass man sich da psychologisch vielleicht durchaus „einfühlen“ kann. Menschen haben eben oftmals auch irrationale Ängste.

    Nur ist es dann aber doch sicher nicht Aufgabe der Medien oder der Politik oder von wem auch immer, solche komplett von der Realität abgekoppelten Ängste auch noch zu verstärken! Vielmehr wäre es angemessen, sie sachlich einzuordnen, indem man rational argumentiert und immer wieder sanft auf die Tatsachen hinweist.

  42. @Struppi
    wg Fakten-„Rechtfertigung“ gegenüber Rassisten. Weiß auch nicht. Theweleit frug Ende der 70er in seinen, natürlich herrlichst umzofften Männerphantasien (sorry schonmal für Literaturklugscheißerei und fahrlässige Vereinfachung), ob nicht ein konstruktiver Dialog mit „Rechten“ zustande kommen könne, indem man offen über die Wahrheiten in den Vorurteilen („Ne Bunte Kuh sollte schon irgendwo n Fleck haben“ – der ist jetzt nicht von Theweleit) spricht und ihnen eine alternative bzw ergänzende Sichtweise anbietet. Der Ansatz scheint mir grad irgendwie und grad online out zu sein. Wenn ich mir die ersten Kommentare hier und unter dem doch seeeeehr faktischen Zeitartikel oben angucke, hab ich da meine Zweifel. Für mich blöde Unwissende liefern solche Artikel immerhin Argumente für Halbüberzeugte.

    Bisschen backer to topic: Währenddessen in London. Trump so: Nee, mit CNN red ich nicht. Alle anderen Journalisten so: Dann mit mir, dann mit mir! Bitte gern Haltungs- und Aktionismusnoten verteilen unter besonderer Berücksichtigung des Aspekts „Einsatz für mein Blatt vs Einsatz für Pressefreiheit“. Und der Miete, die auch Journalisten zahlen müssen. So weitermachen oder nicht oder „Ach is doch nur der olle Trump, das gibt sich wieder“.

  43. 1. Es ist verdienstvoll, auf diese Unverhältnismäßigkeit im Journalismus hinzuweisen! —
    2. Wenn diese Maßstäbe immer und überall angewandt würden, stünde kein Autounfall mit 2 Leichtverletzten im Heimatort mehr in der Zeitung, sondern z-B. die 5 Toten beim Busunfall in Bangladesh, die hunderte von Morden in Mexiko einzeln, nicht summarisch, usw. —
    3. Auch wenn diese Schlussfolgerung richtig und wichtig ist, mehr darüber zu berichten: Jeder weiß über diese Probleme Bescheid, aufgerüttelt werden wir aber nur selten (z.B: das Bild von dem toten Jungen am Strand!). —
    4. Seltener wird über die Zusammenhänge im TV, Radio und Zeitungen berichtet (wie im obigen Artikel): EU-Fischerei- und Agrarpolitik, Klimawandel, frühere Kolonialpolitik, usw. —
    5. Was aber völlig fehlt, ist das totale Versagen der UNO und der UN-Organisationen + der OAU (Org.afr.Union) in Sachen demokratischer, sozialer Staat in Asien und Afrika, in Sachen Menschenwürde, Auffangen und Versorgen flüchtender Menschen in ihrer Kultursphäre. Hat jemand mal etwas gelesen/gehört an Berichten über das Versagen der reichen islamischen Staaten? Es ist o.K., dass wir die Lager der meist islamischen Flüchtenden in Jordanien, Libanon, Türkei usw. unterstützen. Wo bleiben die Milliarden der islamischen benachbarten Ölstaaten??? Stand das mal in einer Zeitung? —
    6. Und das größte Problem neben den (Bürger-) Kriegen in Afrika und Asien ist das Bevölkerungswachstum. Ab und zu steht das mal in Berichten drin. Aber ich habe noch nie einen Bericht gelesen über Aktivitäten, die (langsame) „Bevölkerungsexplosion“ einzudämmen (außer in Indien und China). Im Moment weiß ich nur, dass alleine in der Türkei jedes Jahr 1-2 Millionen mehr Menschen leben. Und da wirbt der Herrscher ja nur für 3 Kinder pro Frau. In vielen afrikanischen (asiatischen und südamerikanischen) Ländern liegt der Schnitt noch viel höher! Und wenn wir jedes Jahr 1 Million Menschen nach Deutschland holen würden, würden immer noch weitere Millionen Schlange stehen! —
    Fazit: Richtig ist, auch mehr über die Schicksale der Flüchtlingen aus Asien und Afrika zu berichten. Richtig ist auch über die Gründe der Flucht zu berichten. Dabei dürfen aber die Verantwortungslosigkeit der asiatischen, afrikanischen und südamerikanischen Herrscher, der islamischen Ölstaaten und das unverantwortliche Bevölkerungswachstum nicht fehlen!

  44. Dieser Artikel ist in seiner journalistischen Merkwürdigkeit kaum zu toppen. Da wird ein singuläres Ereignis, was das typische von Nachrichten nun mal ist, mit einem ständigen Ereignis, was die täglichen Flüchtlingsfahrten und die fast täglichen Unfälle und Notlagen angeht, verglichen. Das Erinnertwerden an die unzähligen Unglücke und Notfälle auf der ganzen weiten Welt kann der normale Mensch halt nicht täglich ertragen, so unerträglich das moralisch Höhergestellte auch empfinden mögen. Im Übrigen fragt man sich, ob es nicht wirksamer wäre, täglich über die Ursachen wie z.B. Sklaverei zu berichten als über die zwangsläufigen Folgen. Aber da wären wohl mehr Fakten als Emotionen gefragt, das würde halt mehr Arbeit bedeuten, … der Mensch ist halt auch ein bequemes Etwas.

  45. In der heutigen Zeit betrachte ich Journalisten wie Politiker als Teil des Unterhaltungsprogramms und nichts weiter. Der Informationsgehalt dieser „Quellen“ ist so seicht wie die Nordsee bei Ebbe. ..UND so schlecht wie es zZ. Printmedien oder zB. der pro7/sat1 aktie geht, kann man doch nachvollziehen, daß „wir“ uns überaus schlecht unterhalten fühlen ;)

  46. Stefan Pannor
    12. Juli 2018 um 16:34 Uhr

    Die Tradition, dass der erste Kommentar ein Arschlochkommentar ist, bleibt ungebrochen.

    Haben Sie das Photo auf der Headline mal genau betrachtet? Seit wann sind ertrinkende so entspannt? Beleidigen Sie Menschen nicht, die Sie nicht genau kennen. Wissen Sie eigentlich wie solche Photos zustandekommen?

  47. „Die wahren Bedrohungen unserer Zeit sind nicht Terror oder Migranten – es ist der Klimawandel, der den Planeten für unsere nachfolgenden Generationen schlicht unbenutzbar machen und Flüchtlingsströme auslösen wird, gegen die sich unsere Enkel wünschen werden, sie hätten unsere Probleme von heute.“

    Zumindest können Sie sicher sein, dass der Klimawandel nicht menschenverursacht ist.

    Daher ist der Klimawandel göttliches Schicksal. Und warum sollten meine Enkel davon betroffen sein?
    Wenn die EU die Grenzen genauso sichert wie Australien, dann haben meine Enkel keine Problem.

    Sie haben nur ein Problem, falls weiterhin die MSM die Politik der offenen Grenzen verherrlichen.

    Warum sollte etwas im Großen funktionieren, was im Kleinen niemals funktionieren würde.

    Lassen Sie doch mal abends in der Großstadt ihre Haus- oder Wohnungstür geöffnet und posten Sie auf Facebook, dass Ihr Haus/Wohnung für jeden offen steht. Sei es ein Krimineller oder kein Krimineller. Außerdem bieten Sie für jeden eine Vollversorgung inkl. Taschengeld.

    Bin mal gespannt, wie lange Sie das durchhalten.
    Doch sie fordern von der Gesellschaft, dass es diesen Wahnwitz ertragen soll?

    Aus welchem Grund?

  48. Liebe Leser,
    es gibt Gesinnungsethik und Verantwortungsethik. Ist man Gesinnungsethiker, möchte man allen Migranten helfen. Ist man Verantwortungsethiker denkt man daran, was wohl wäre, wenn die 50 Mio. Afrikaner , die gerne ausreisen möchten zu uns kämen. Fazit: Gesinnungsethiker (vulgo: „Gutmenschen“) sind verantwortungslos. Vorschlag: stecken Sie den Artikel weg. Er bedient nur das Gefühl des Autors, moralisch überlegen zu sein. Finanziell natürlich auf Kosten der Allgemeinheit.

  49. Es ist unbestritten, dass mehr Verkehrsfläche ein mehr an Verkehr bringt. Warum soll eine bessere Aussicht auf Rettung keine derartige Wirkung habe? Man muss es ja nicht gleich Sogwirkung nennen.
    Warum wird man gleich in die braune Ecke gestellt, wenn man die Verneinng dieser Wirkung in Frage stellt?

  50. Zur Behauptung, Valencia hätte keinen interessiert:

    die ARD-Korrespondentin berichtete, dass beim Zeitpunkt der Anlandung mehrere hundert Journalisten man Hafen das Boot erwarteten.

    Auch bei der Lifeline war die Berichterstattung breit und intensiv.

    Wie wäre es denn mal mit einer quantitativen Auswertung der Berichte? Ich glaube nicht, dass sich ihre These halten lässt, nur weil es keine Warteliste mehr für die Seawatch gibt….

  51. Ich denke, der durchschnittliche Mensch hält nur eine kleine Dosis schlechte Nachrichten aus. Wir sind schließlich auf überleben programmiert und da schließt es sich aus, dass man sich mit schlechten Nachrichten überfrachtet. Daher verdrängt man die schlechten Nachrichten und ich möchte mich davon nicht ausschließen. Man wird sonst depressiv davon.

    Ich masse mir sicher nicht an, irgendwelche endgültige Antworten zur Flüchtlingskrise oder dem Klimawandel zu haben. Die Flüchlingskrise resultiert sicherlich nicht ausschließlich aus dem Klimawandel, da bin ich anderer Meinung als der Autor. Auch, dass die westliche Welt allein daran schuld wäre. Ein wesentlicher Faktor ist sicher die Überbevölkerung, die genau diese Krisen auslöst. Ich habe zwar immer wieder mal gelesen, dass Afrika im Gegensatz zu Europa dünner besiedelt ist, aber man muss auch berücksichtigen, dass es sehr viele Landstriche gibt, wo ein Mensch nicht vernünftig leben kann (Wüsten, Urwald). Von daher relativiert es sich.

    Dann kommt noch dazu, dass die Gesellschaften in Nahost und Afrika stark unterentwickelt sind. Es gibt Regierungen, die keine sind, weil da ein selbstsüchtiger Autokrat herrscht, der nicht selten kriminell ist. Und dann gibt es Landstriche, wo es noch nicht mal eine Regierung gibt. Landwirtschaft wird betrieben wie im 19. Jahrhundert. Und jetzt kommt unser Part: Wir kaufen das Land auf und nutzen es zu unseren Gunsten. Das wir dort Dinge reinverkaufen, ist ein kleiner Teil der Misere. Das die Menschen dort aber nicht in der Lage sind, dies zu unterbinden, obwohl es ihr Land/ihre Rohstoffe sind, ist wieder eine andere Frage.

    Beim Klimawandel bin ich etwas zwiegespalten. Wenn man sich die Geschichte der Erde anschaut, befinden wir uns zum einen im wärmeren Teil einer Kältezeit. Wir wissen wenig über unser Klima und wir zeichnen Daten erst seid vielleicht 200 Jahren auf. So effizient wie wir das heute tun, maximal seid wenigen Jahrzehnten. Wenn wir als Menschen immer mehr werden, hat das natürlich Einfluß auf das Klima. Aber wir werden das Problem nicht lösen, in dem wir gezwungenermassen alle Vegetarier oder Asketen werden. Das kommt mir so vor wie die Legende vom heiligen Indianer oder das alle Buddhisten friedliebende Menschen seien. Der Klimawandel wird einige Gebiete unfruchtbar machen, andere werden davon dagegen stark profitieren. Das passierte in der Vergangenheit auch ohne Klimawandel. Die Sahara war vor ca. 10.000 Jahren grün, der europäische Kontinent dagegen in gößeren Teilen vereist. Die Veränderung der Klimazonen passierte ohne unser Zutun, da dies weit vor der Industrialisierung stattfand. Von daher: Wir wissen nichts. Wir mögen nur Kontinuität, aber anscheinend bietet die Erde diese nicht.

    Wenn wir also das Überleben der Menschheit ernst nehmen wollen, müssen wir alle Energien einsetzen, um uns von der Erde unabhängig zu machen. Wir wollen Kinder, wir wollen Wohlstand und die Erde ist limitiert. Seien wir ehrlich zu uns: Der Planet ist zu klein für alle unsere Wünsche. Wir sind heute viel zu viele Menschen für die Erde und obwohl sich die globale Geburtenrate gerade abbremst, ändert es nichts an der Tatsache. Konsumverzicht oder Veganismus wird daran nichts ändern, die Grundsumme der Menschen ist einfach zu hoch. Genau daraus resultieren alle Folgeprobleme. Die Frage wird sein: Sind wir schnell genug, um Umgebungen außerhalb der Erde zu schaffen, die genauso lebenswert sind wie auf der Erde? Hier bin ich nicht ganz so optimistisch. Wir doktorn lieber an den Symptomen herum. Einige wurden in dem Artikel genannt. Für sich gesehen sind sie unlösbar, außer wir töten 80% der Weltbevölkerung. Es versteht sich von selbst, nicht darüber nachzudenken. Das traurige ist, das unsere gewichtungen falsch sind und wir technologisch einfach zu zurückentwickelt sind.

  52. Ich sehe schon, dass der Klimawandel zumindest weitgehend menschenverursacht ist. Darauf deutet jedenfalls der Anstieg der Klimarelevanten Gase (besonders Methan und CO2) hin, der weitgehend parallel zum Temperaturanstieg verläuft. – Nur was hilft die Bevölkerungsverschiebung aus Asien und Afrika nach Europa dagegen? Die Million Einwanderer von 2016 und 2017 allein in Deutschland führt in rund 5 Jahren zu ca. 300.000 mehr Autos auf unseren Straßen! So werden wir jedenfalls unsere Klimaziele nie erreichen!

  53. @Albreacht Kauschat:
    Ich weiß jetzt nicht, wie sie auf 300.000 mehr Autos kommen.
    Aber wäre nicht anzunehmen, dass die Millionen Einwanderer, wenn sie in ihren Ländern blieben, einfach dort Auto fahren würden? Dem CO2 ist es egal, wo es produziert wird.

  54. Jetzt hab ich wieder was Neues gelernt: Die Armutsflüchtlinge in Afrika können sich ein Auto und das Benzin dazu leisten? Und von verlassenen Autos der Flüchtlinge an der libyschen Küste habe ich auch noch nichts gehört. Kommt aber bestimmt auch noch!

  55. Wenn sie ihr Erspartes nicht an raffgierige Schlepper abdrücken müssten, und stattdessen in ihren Heimatländern genug Stabilität herrschen würde, dass man da einer normalen Erwerbstätigkeit nachgehen könnte, warum nicht? (Wenn ich ein Auto hätte, aber mein Land verlassen müsste, würde ich das Auto verkaufen und das GELD mitnehmen, es sei denn, ich könnte den ganzen Weg per Straße zurücklegen.)
    Andererseits, wenn die Flüchtlinge nicht genug Geld haben, um sich zu hause Autos leisten zu können, dann erst recht nicht genug, um das in D. zu können, da hierzulande das Preisniveau etwas höher als der globale Durchschnitt ist. Ergo keine Sorgen wegen der Klimaziele.

  56. Das würde ja bedeuten, dass es keine Hoffnung gäbe, dass wenigstens 30% nach 5 Jahren ein eigenes Einkommen haben, oder? Fragt mal Polizisten: ich kenne jemanden, der berichtete, dass sie regelmäßig die Asylanten-Wohnheime abfuhren, um die ungültigen Nummernschilder einsammelten. Dh. es gab Gebrauchtwagen untersten Niveaus, die gefahren wurden, ohne angemeldet zu sein! (Zugegeben, das war als die Asylanten vom Balkan waren!). Dafür brauchte man damals 500 € + Benzingeld. Warum soll das anders sein?

  57. Ja, wenn ein Polizist das sagt, und wenn dann irgendwelche „Asylanten“ sowas machen, dann ist das natürlich ein unschlagbarer empirischer Beweis. Auch wenn keiner weiß, wofür. Aber wird schon stimmen, sind ja Ausländer.

  58. Ich bestreite ja nicht, dass es Asylsuchenden möglich wäre, in D. einen hinreichend gut bezahlten Job zu kriegen, um damit ein fahrbaren Untersatz finanzieren zu können. Gibt Leute hier, die das verhindern wollen, aber das ist ein anderes Thema.
    Nur, da Sie mit dem CO2-Ausstoß anfingen, dieselben Leute würden anderswo sich ja auch Autos kaufen und zum CO2-Austausch beitragen.
    ‚Ne Menge „gebrauchter Gebrauchtwagen“ aus Europa finden anderswo auf der Welt ein neues Zuhause.

  59. Jetzt ist „der Flüchtling“ auch noch am Nichterreichen der deutschen Klimaziele Schuld. Kannste dir nicht ausdenken.
    Die haben sicher auch noch den Code für die Betrugssoftware der im Felde unbesiegten deutschen Autokonzerne geschrieben.

  60. Natürlich gibt es auch in Afrika Gebrauchtwagen, aber ich habe von „Armutsflüchtlingen“ geschrieben, Autofahrer sind aber wohl keine armen Leute, oder ? Außerdem würden die eher ihr Auto vollstopfen und andere Flüchtlinge für den Schleuserlohn mitnehmen und mit der Flucht noch Geld verdienen!

  61. Ich würde mit meinem Auto nicht versuchen wollen, die Sahara zu durchqueren.
    „Armutsflüchtlinge“ ist jetzt ein sehr vager Begriff, nebenbei.

  62. „Die Million Einwanderer von 2016 und 2017 allein in Deutschland führt in rund 5 Jahren zu ca. 300.000 mehr Autos auf unseren Straßen! “

    Aha. Ihnen ist aber bewußt, dass Bevölkerung kein fixer Wert ist und die Bevölkerung Deutschlands jahrelang abgenommen hat? Wenn wir nun – milchmädchenhaft, wie Sie – die Zahl der Autos an die Zahl der Bevölkerung koppeln (wogegen es Dutzende gute Argumente gibt), dann können wir milchmädchenhaft nicht von einem Ansteigen der Autos reden.

    Aber wie gesagt: das ist alles auf so plumpe Weise argumentiert, ohne Rücksicht auf Demographie, Soziologie, Volkswirtschaft und Verkehrspolitik, das sich der Kern – Panikmache – deutlich erkennen läßt. Das „Argument“ wurde übrigens von der AfD übernommen. Die rein handwerklich zu den schlechtesten Argumentherstellern dieses Landes gehören. Wie man merkt.

  63. Können wir mal wieder von Seenotrettung sprechen, statt von „Schleppern“?

    Tausende freiwillige Helfer fischen jeden Tag tausende Ertrinkende aus dem Mittelmeer und hier bezeichnet man die Leute als Schlepper, weil die Geretteten leider die falsche Hautfarbe haben.
    Welche (christlichen??) Werte verteidigt man eigentlich wenn man Seenotretter verunglimpft, weil sie Menschen aus Seenot retten?

    Danke, da verzichte ich auf die Abendlandrettung.

  64. Ist nicht ein Merkmal des „Qualitätsjournalismus“ die Vorauswahl von wichtigen Themen? Ist nicht diese Kompetenz durch Ausbildung und Erfahrung gegeben? Ist nicht das auch ein Grund, die Journalisten zu bezahlen (über den Kaufpreis der Zeitung, ÖR-Beitrag, indirekt Werbung,…)?

    Welches Thema also ist denn wichtiger für die Menschen in Europa? Die Höhlenrettung von ein paar Jungs in Thailand oder die Flüchtlingsbewegungen Richtung Europa? Ist es also kein „Gemeinmachen mit einer Sache“, sondern schlicht eine Fehlallokation von Ressourcen, wenn die Kamerateams in Thailand stehen und nicht z.B. in Spanien?

    Ist nicht auch das Abschätzen von Entwicklungen ein Thema für Journalisten? Inwieweit ist es also ein „Gemeinmachen mit einer Sache“, wenn journalistisch die Dürreperiode in Ostafrika aufbereitet wird, vielleicht als Folge des Klimawandels, vielleicht als Ursache für zukünftige Flüchtlingsbewegungen? Unter Einbeziehung von entsprechenden Experten?

    Machen demnach viele Journalisten ihren Job einfach nur schlecht?

  65. @Stefan Pannor, Sie scheinen sich ja gut mit der „AfD“ auszukennen im Gegensatz zu mir. Mit denen hatte ich noch nie etwas zu tun. Meine Erfahrungen mit den Asylbewerbern nach 1990 speisen meine Erwartungen, aber wenn Sie meinen, dass Einwanderer aus Asien und Afrikas nicht zu 30% Autos fahren werden, dann glauben Sie weiter daran, ich nicht. Im übrigen habe ich von „unseren Klimazielen“ in D geschrieben und da wirken sich bis 2025 diese Einwanderer garantiert aus, zumal ja jedes Jahr weiterhin z.Z. 200.ooo weitere dazukommen, also 2016 bis 2025 also noch mal 2 Millionen. Und die fahren alle Fahrrad?

  66. Im übrigen war das ja nur e i n Punkt von vielen anderen. Das geht ja weiter mit dem Häuserbau!!! Wie viele Wohnungen müssen neu gebaut werden??? Heizungen ??? — Aber das lenkt alles nur von meiner Hauptaussage geschickt ab: nach UN-Prognosen nimmt die Bevölkerung in Afrika in etlichen Ländern im Durchschnitt jährlich um 2-300.ooo (Marokko, Algerien …) bis 1 Mio zu: Ägypten, Niger, um 1 1/2 Mio in Tansania, Uganda, Burkina Faso usw. (Quelle: Statista aufgrund der UN. Da ist das Pkw- und Hausbauproblem ja nur eine Kleinigkeit, an denen sich einige hier festgebissen haben!

  67. Und was die Flüchtlinge bis 2025 erst an Frage- und Ausrufezeichen verbrauchen werden! Da bleibt dann nichts mehr für unseren Albrecht übrig.
    Danke, Merkel…

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