Wie rechte Trolle die Diskussion um einen ARD-Film kaperten

Mit der Empathie ist das so eine Sache. Theoretisch hat der Mensch die erstaunliche Fähigkeit, sich in jemand anderen hineinzuversetzen. Wir können Schmerz, Angst oder Verlust nachempfinden, ohne es selbst zu erfahren. Trotzdem klappt das mit dem Mitgefühl nicht immer so gut, wenn wir auf dem heimischen Sofa sitzen und die flüchtenden Menschen auf den Meeren und in den Lagern weit weg scheinen.

Da könnte ein Perspektiv-Wechsel helfen, dachte sich die ARD, und versuchte ein Gedankenspiel: Was wäre, wenn die Fluchtroute nicht von Afrika nach Europa führte, sondern andersherum? Der Film „Aufbruch ins Ungewisse“ malte sich dieses Szenario aus: Ende der 2020er Jahre haben die Faschisten die Macht in Europa übernommen. Stellvertretend für den deutschen Michel sitzt die Familie Schneider im überfüllten Schlauchboot auf dem Weg zu dem Land, das als letztes noch Flüchtende aufnimmt: Südafrika.

Diese Dystopie war vorab in der Mediathek zu sehen und wurde am Mittwochabend um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Das rechtsradikale Troll-Netzwerk „Reconquista Germanica“ (RG) hatte sich darauf vorbereitet. Bereits am 11. Februar hatte es über die Chat-Plattform Discord zu einem gemeinsamen Online-Angriff aufgerufen.

Erklärtes Ziel war es, die Diskussion über den Film in den Sozialen Medien massenhaft zu manipulieren und mit der eigenen Agenda zu besetzen. Wir haben gemeinsam mit dem Kommunikationswissenschaftler und Datenanalysten Luca Hammer untersucht, in welchem Maße ihnen das gelungen ist.

Am konsequentesten wurde in der Diskussion auf Twitter der Hashtag #AufbruchinsUngewisse genutzt, den die ARD selbst für die Kommunikation über ihren Film gewählt hatte. Er lag zeitweise auf Platz eins der Twitter-Trends. Hammer zählte dazu seit dem 11. Februar und bis zum Morgen nach der Ausstrahlung 2.408 originäre Tweets und 10.197 Retweets von 3.770 Accounts.

In Hammers Visualisierung wird ein Account umso größer angezeigt, je mehr eingehende Verbindungen er hat. Accounts mit vielen gemeinsamen Verbindungen stehen näher beisammen. Mithilfe des Modularity-Algorithmus hat er Subcommunities identifiziert und entsprechend eingefärbt:

Auf der linken Seite dargestellt sind Accounts, die nach seiner Analyse politisch eher links sind. Sie machen rund 30 Prozent der beteiligten Profile aus. Auf der rechten Seite sind Accounts dargestellt, die der Datenanalyst grob dem rechten Spektrum zuordnet. Sie machen nach Hammers Auswertung ungefähr die Hälfte der beteiligten Accounts aus. Damit verbunden sind, orange dargestellt, internationale rechte Accounts, die primär auf Englisch twittern. Unten rechts sind in Pink die Accounts rund um Reconquista Germanica, dargestellt. Sie machen etwa sechs Prozent aus. Links daneben befinden sich in grau einige Accounts, die als „Sifftwitter“ oder „Drachentrolle“ bekannt sind. „Die restlichen Accounts“, sagt Hammer, „sind mit keiner der Subcommunities verbunden.“

Die Mär vom Großen Austausch

Die Agitatoren von „Reconquista Germanica“, die in militärischem Jargon kommunizieren und in strengen Hierarchien arbeiten, hatten bereits Tage vor der Ausstrahlung in ihrer „Memewerkstatt“ auf Discord damit begonnen, Material für den Angriff herzustellen und zu sammeln. Der organisierte Hass entlud sich dann vor allem während der Ausstrahlung des Films in Form von hetzerischen und rassistischen Spruchbildern in die Timelines der Twitter-User. Eine Auswahl zeigt diese Bildergalerie:

Benutzt wurden dafür zwei bei Rechtsradikalen beliebte Narrative: das der „Umvolkung“ oder des „Großen Austausches“ durch die politische Elite sowie das des vermeintlichen Genozids an Weißen.

Munition lieferte den Agitatoren die Tatsache, dass die Firma Degeto, die den Film produziert hat, von Christine Strobl geleitet wird. Das kann man durchaus problematisch finden: Strobl ist die älteste Tochter von Wolfgang Schäuble und verheiratet mit Thomas Strobl, dem Landesvorsitzenden der CDU in Baden-Württemberg und einem der fünf stellvertretenden Vorsitzenden der Bundes-CDU.

Dass Familie Schneider in dem fiktiven TV-Drama ausgerechnet in Südafrika Zuflucht sucht, skandalisieren die Agitatoren als einen Gehirnwäsche-Versuch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Grund dafür sind die sogenannten „Farm-Morde“ an weißen Bauern in Südafrika, die als Folge des Apartheid-Systems zumindest in Teilen tatsächlich als rassistisch einzuordnen sind. Dies, so der Vorwurf der RG-Aktivisten, würde jedoch von deutschen Medien willentlich unterschlagen.

Die Mitglieder von „Reconquista Germanica“ verfolgten und steuerten ihre Kampagne live über Discord, teilten Tweets von Freunden und Gegnern und diskutierten nebenbei über „Neger“.

In einem Sprachchat dieser Gruppe bewertete der Organisator die Aktion als zweitbeste seit „Verräterduell“, da „so viele Leute aufgesprungen“ seien. Mit dem Hashtag #Verräterduell hatten die rechten Trolle das Fernsehduell der Kanzlerkandidaten vor der jüngsten Bundestagswahl begleitet.

Zwischenzeitlich beteiligte sich am Mittwochabend auch der offizielle Twitter-Account der Alternative für Deutschland an der Diskussion – sehr zur Freude der Reconquistas. Als diese sich für die prominente Unterstützung bedankten, distanzierte die AfD sich halbherzig von der Aktion.

Auch Beatrix von Storch nahm das Thema auf und wollte die eindeutig gesteuerte Aktion als authentische Protestwelle verstanden wissen.

Im Gegensatz zu den Aktivitäten, die Fearless Democracy im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 beobachten konnte, scheinen bei der Reconquista-Kampagne keine Bots im Einsatz gewesen zu sein. „Die Accounts sind untereinander sehr gut vernetzt und twittern inhaltlich zusammenhängend – ohne Spam oder dergleichen“, sagt Datenanalyst Luca Hammer. Möglicherweise hätten die Akteure aber ihrem „Befehl“ entsprechend mehrere Twitter-Accounts für ihre Zwecke genutzt, um ihre Reichweite künstlich in die Höhe zu treiben. Von außen ließe sich das aber nicht eindeutig feststellen.

Was bleibt von der Kampagne? „Überrascht hat mich, wie wenige Reconquista-Accounts letztendlich beteiligt waren“, sagt Hammer. „Etwa 230 Accounts würde ich ihnen zuordnen.“ Insofern ist die Strategie der Agitatoren ein Stück weit aufgegangen: Sie haben es geschafft, ihre Ansichten sichtbar zu machen. Erreicht haben sie dabei aber vor allem ihresgleichen: andere rechte Accounts. Die „Staatsfunk“- und „Gehirnwäsche“-Anwürfe der Protagonisten waren dabei so bekannt wie erwartbar. Dennoch: Die Aktion von Mittwochabend ist ein erneutes Lehrstück dafür, wie organisierte Wut im Netz funktioniert.

Mit „Aufbruch ins Ungewisse“ hat die ARD sich und der öffentlichen Debatte aber ohnehin keinen Gefallen getan. Der Film kommt gut zwei Jahre zu spät; flache Dialoge und eine ausgefranste Storyline ersticken jegliche Empathie im Keim. Für die rechten Trolle eine willkommene Gelegenheit zur PR.

Korrektur, 18. Februar. Im Artikel wurde zunächst behauptet, dass die erfolgreichsten Tweets von in Deutschland gesperrten Accounts kamen. Das stimmt nicht. Es handelte sich um einen Auswertungsfehler.

58 Kommentare

  1. Da kann man nur froh sein, dass sich das Netz so schnell abregt wie es sich aufregt. Mittlerweile betragen die Zeitfenster der Empörungswellen gerade mal 24 Stunden.

    Bemerkenswert ist allerdings, dass sich die Rechten nicht zu schade sind, auch den dämlichsten Bullshit konzertiert ins Netz zu kippen, während die Linken noch pfeiferauchend sinnieren, dass so etwas ja eigentlich unter ihrer Würde sei und man den Diskurs lieber mit aufrechten Mitteln der Kommunikation führe sowie das Fähnchen der Fairness hochhalte und blablubi …

  2. „… die Tatsache, dass die Firma Degeto, die den Film produziert hat, von Christine Strobl geleitet wird. Das kann man durchaus problematisch finden…“

    Nö. Kann man nicht. Es sei denn, sie sollte lediglich als „Tochter von“ und „Frau von“ betrachtet werden und nicht als eigenständige Chefin einer großen Produktionsfirma, welche jedes Jahr Dutzende Filme herstellt.

    Was diese rechten Typen betrifft: die wünschen sich doch sehnlichst eine Staatsform herbei, in der es tatsächlich einen Staatsfunk gibt – und zwar einen, der von ihresgleichen gesteuert wird.

  3. Da läuft also im Fernsehen ein Spielfilm. Also eine rein fiktionale Geschichte. Die Filmemacher haben sich von der aktuellen Realität inspirieren lassen und sich auf Basis ihrer Inspiration eine ganz neue Handlung ausgedacht. Es bleibt eine rein fiktive Geschichte, so wie bei den meisten Fernsehkrimis oder Spielfilmen. Es wird keine Realität behauptet, es gibt keine Wahrheit, es ist einfach eine erfundene Handlung.

    So einen Spielfilm mit einer frei erfundenen Handlung, den kann man sich ansehen oder auch nicht, man kann ihn mögen oder auch nicht. Ich kann mit der Handlung miträtseln bei einer Folge „Derrick“, kann mit den Menschen mitfühlen bei Katastrophenfilmen wie etwa „Die Höllenfahrt der Poseidon“, kann in menschliche Abgründe hineinblicken wie bei „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ oder „Das Millionenspiel“, kann mir einen spektakulären Weltuntergang ansehen wie etwa in „Independence Day“ oder einen total stillen und ruhigen Weltuntergang wie in „Melancholia“ – es bleiben fiktive Handlungen, und mir als (potentieller) Zuschauer bleibt es überlassen, was mir der jeweilige Film gibt und was nicht.

    Doch obwohl es sich auch bei „Aufbruch ins Ungewisse“ um einen Spielfilm mit rein fiktionaler Handlung handelt, scheint alleine seine Existenz gewisse Menschen aus den rechten Spektrum derart aufzuregen, daß sie ihn als „dumm“ und „unterirdisch“, ja sogar als „Machwerk“ brandmarken, daß sie lange vor der öffentlichen Ausstrahlung Argumente suchen, diesen Film, seine Handlung, seine Schauspieler, seine Produktionsfirma zu diskreditieren.

    Das alles für einen bloßen Spielfilm! Was geht in den Köpfen dieser Leute vor? Welche Ängste treiben diese Menschen an? Können diese Menschen überhaupt noch ruhig schlafen, wenn bereits die bloße Ankündigung der Ausstrahlung eines Spielfilms derartige Emotionen weckt?

    Weiß man da schon näheres?

  4. @2 MFD

    Bemerkenswert ist allerdings, dass sich die Rechten nicht zu schade sind, auch den dämlichsten Bullshit konzertiert ins Netz zu kippen, während die Linken noch pfeiferauchend sinnieren, dass so etwas ja eigentlich unter ihrer Würde sei und man den Diskurs lieber mit aufrechten Mitteln der Kommunikation führe sowie das Fähnchen der Fairness hochhalte und blablubi …

    Nicht wahr?

  5. Ob ihr euch mit dieser Kolumne einen gefallen tut: ich bin mir nicht sicher. Bislang ist das was hier so getextet wurde, alles, aber kein guter Jorunalismus, weder inhaltlich noch formal.
    Nach dem Strobl-Vergleich sollte man aufhören zu lesen. Es wird nicht besser.

  6. #4
    Ihrer recht gelungenen Filmauswahl würde ich noch den Film „Fleisch“ (1979, Jutta Speidel) hinzufügen wollen. Dieser Film hat tatsächlich bis heute noch Nachwirkungen und hält viele -die ihn damals (oder auch viel später) sahen- immer noch davon ab, einer Organspende zuzustimmen.

  7. Ich hätte da eine Nachfrage: mit welcher Intention machen diese Reconquistas das? Ich hätte z. B. ohne diese erzwungene Diskussion vermutlich nichts von dem Film mitbekommen. Ist das der Sinn? Also so mittelgute Filme suchen die irgendwie in die eigene Agenda passen und die dann mit den eigenen Interpretationen verbreiten?
    Oder wozu sollen diese Aktionen gut sein? Denn wie in dem Artikel dargestellt erreicht man doch im wesentlichen sowieso nur die Menschen, die sowieso schon auf deren Seite sind…

  8. Ich vermute, Reconquistas macht dies, um über diesen Shitstorm den Eindruck zu vermitteln, die Gruppierung der rechtsnationalen wäre eine sigifikant große (alleine die Aufforderung, jeder solle fünf bis zehn Twitteraccounts anlegen, weißt meiner Meinung nach darauf hin, dass sie größer wirken wollen als sie sind). Wenige laut pöbelnde Menschen sehen aus der Ferne aus wie eine große Gruppe. Dazu passt ja auch, dass bei rechten Demonstration grundsätzlich laut gebrüllt wird („Wo, wo, wo ward Ihr Silvester“ u.ä.)

  9. @2: Drecksnazis vernichten, amirite?
    Elende linksgrünversiffte Gutmenschen die versuchen, fair zu argumentieren, pff. Relitätsfernes Pack, das die Notwendigkeit nicht erkannt hat! Eine rechtsradikale Umvolkung steht ins Haus! Alle am Nasenring durch die Manege ziehen! Und wenn se im Dreck liegen draufzeigen und auslachen! Nicht vergessen, wir sind die Guten!

    Barista, Barista, Antifascista!

  10. Was ich ja echt nicht verstehe: wenn man solche Angst vor der „Umvolkung“ hat, sollte man seine Zeit doch im Schlafzimmer damit verbringen für den „Erhalt der Rasse zu schnackseln“ anstatt stundenlang Memes zu basteln und in den (a)sozialen Netzwerken abzuhängen.

  11. »entsorgen«

    Das sind aber hübsche Anführungszeichen! Bemerke ich jetzt grad zum ersten Mal. Die werde ich mir eventuell auch zulegen…

  12. Nicht nur dass sich der Artikel mit Reaktionen beschäftigt wie das „Neue Deutschland“ früher und kein Wort über den Propaganda- und Erziehungsfilm auf denkbar niedrigsten Niveau (Dialoge; Logik, Realitätsferne, schauspielerische Leistungen) so gibt’s bei den Kommentaren sofort dem ARD-Tweet folgend gleichgeschaltete Meinungen: wer sich gegen den Film ausspricht, ist unbesehen rechts, Nazi usw. So einen Ruf (-Mord) musste man sich in der DDR erst erarbeiten. So einen dumpfen Kram wie diesen Film hat höchstens mal der DFF als Eigenproduktion hervorgebracht.

  13. „Doch obwohl es sich auch bei „Aufbruch ins Ungewisse“ um einen Spielfilm mit rein fiktionaler Handlung handelt, scheint alleine seine Existenz gewisse Menschen aus den rechten Spektrum derart aufzuregen, daß sie ihn als „dumm“ und „unterirdisch“, ja sogar als „Machwerk“ brandmarken, daß sie lange vor der öffentlichen Ausstrahlung Argumente suchen, diesen Film, seine Handlung, seine Schauspieler, seine Produktionsfirma zu diskreditieren.“

    Schlimmer: als Propaganda. Behauptet wird ja ein simples Reiz-Reaktions-Schema: wer sowas guckt, wird danach zum linksgrünversifften Gutmenschen. Die wollen uns die Gehirne waschen!!!

    Was sagt das über Menschen aus, die so argumentieren? Ein Parallelargument dazu ist ja immer wieder der Spruch „Wes Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing'“, den sich vor allem Journalisten regelmäßig anhören müssen, und der ebenso bekloppter Humbug ist. Ich zumindest führe mit meinen Auftraggebern eine Partnerschaft, kein nach-dem-Mund-reden.

    Was sagt sowas über Menschen, die so argumentieren? Ist es die Angst, vom Virus der Linksgrünversifftheit befallen zu werden? Schließen diese Menschen von sich auf andere und sind so leicht beeinflussbar? Oder glauben sie nur, dass alle außer ihnen so leicht beeinflussbar seien? Und was wäre besser?

  14. @Ülmtülp: Der Film selbst war hier (fast) kein Thema, aber ja überall sonst. Er hat fast durch die Bank schlechte Kritiken bekommen. Und diese vielen unterschiedlichen Kritiker wurden trotzdem nicht als Nazis oder Verbreiter von Nazi-Memes bezeichnet. Außer die, die Nazis sind oder Nazi-Memes verbreiten.


  15. Außerdem kommt der Film im obigen Artikel auch nicht gerade gut weg: »Mit „Aufbruch ins Ungewisse“ hat die ARD sich und der öffentlichen Debatte aber ohnehin keinen Gefallen getan. Der Film kommt gut zwei Jahre zu spät; flache Dialoge und eine ausgefranste Storyline ersticken jegliche Empathie im Keim.«

    Das steht im letzten Abschnitt, zu dem man in der Regel gelangt, wenn man Artikel zu Ende liest. #mussmanwissen

  16. Elende linksgrünversiffte Gutmenschen die versuchen, fair zu argumentieren, pff. Relitätsfernes Pack,“

    Sieht aus, als fühlten Sie sich irgendwie angesprochen, aber sich selbst können Sie ja kaum meinen: Mit dem Argumentieren haben Sie es jedenfalls nicht so, neben der Deklamation, dass Sie lieber im Baum sitzen (ohne dass Sie merken, da dem rechtsradikalen Opfermythos voll auf den Leims gehen) habe ich von Ihnen nichts gehört, was einem Argument nahe käme.

    Alle am Nasenring durch die Manege ziehen!

    Ja.

    Und wenn se im Dreck liegen draufzeigen und auslachen!

    Dem rechtsradikalen Rumgeopfere voll auf den Leim gegangen, sag ich ja. Die liegen nicht im Dreck, die spielen und werfen damit. Aber Sie halten sich ja moralisch für zu überlegen, damit umzugehen…

  17. #20:
    Der Ausgangskommentar (#2) findet, dass man das mit aufrechten Mitteln und Fairness mal lieber sein lassen sollte. Wenn sie beide denken, dass man Nazis mit Nazimethoden bekämpfen kann, dann nur zu.

  18. @STEFAN NIGGEMEIER:

    Sehr informativ, danke dafür!
    Gibt es irgendwie Zahlen, wie viele Accounts so dem linken / rechten Spektrum zugeordnet werden, damit man absehen könnte, wie viele sich aus dem rechten Lager an der Aktion insgesamt beteiligt haben?

  19. Eine merkwürdige Lesetechnik haben Sie, Ruck. Eigentlich findet »Ausgangskommentar (#2)« nur, dass es kein Wunder ist, dass die rechten Rabauken die Hoheit im Netz an sich reißen und die Debatten mit ihrem Geschrei prägen.

  20. Wenn Leute, die bei allem, was evt. geeignet sein könnte, eine bestimmte Politik zu unterstützen, „Staatsfernsehen!“, „Propaganda!“ oder „Gleichschaltung!“ rufen, könnte man rein theoretisch auf die Idee kommen, dass das genau das ist, was die tun würden wenn sie könnten. Rein theoretisch wohlgemerkt, als Gutmensch glaube ich ja an das Gute im Menschen.

    Gibt’s eigentlich noch diese Sendung über Deutsche, die im Ausland ihr Glück machen wollen?

  21. #20:

    #20

    20 sind Sie selbst.

    Der Ausgangskommentar (#2) findet, dass man das mit aufrechten Mitteln und Fairness mal lieber sein lassen sollte. Wenn sie beide denken,

    Wer, „sie“?

    dass man Nazis mit Nazimethoden bekämpfen kann, dann nur zu.

    Von „Nazimethoden“ steht da nichts, das haben Sie dazu erfunden. Sind Sie da Opfer Ihrer eigenen Projektion geworden und ist das schon eine Nazimethode, „Nazimethoden“ zu erfinden und sich dann darüber zu empören? Irgendwie schon, denn gerade die AfD-Nazis nennen ja alles mögliche „Nazimethoden“, das auch nur ansatzweise nach Widerspruch aussieht …

  22. Mit „Aufbruch ins Ungewisse“ hat die ARD sich und der öffentlichen Debatte aber ohnehin keinen Gefallen getan. Der Film kommt gut zwei Jahre zu spät; flache Dialoge und eine ausgefranste Storyline ersticken jegliche Empathie im Keim.

    Wobei ich mich dann doch frage: Wieso wäre es besser gewesen, einen schlechten Film zwei Jahre früher zu zeigen?

    (Offenlegung: Habe weder den Film gesehen, noch die Diskussion mitbekommen. Nehme aber beides amüsiert zur Kenntnis.)

  23. @ MFD:

    „Bemerkenswert ist allerdings, dass sich die Rechten nicht zu schade sind, auch den dämlichsten Bullshit konzertiert ins Netz zu kippen, während die Linken noch pfeiferauchend sinnieren, dass so etwas ja eigentlich unter ihrer Würde sei und man den Diskurs lieber mit aufrechten Mitteln der Kommunikation führe sowie das Fähnchen der Fairness hochhalte und blablubi …“

    Einfache Frage: Wünschen Sie sich, dass die Linken im Kampf gegen Rechte „Würde“, „aufrechte Mittel“ und „Fairness“ NICHT hochhalten? Soll man also würdelos, unaufrichtig und unfair agieren?

    Und wenn ja: Glauben Sie wirklich, dass man gegen „Rechte“ viel ausrichten kann, wenn man sich ähnlich benimmt wie diese und ihre moralische Glaubwürdigkeit über Bord schmeißt? Und wofür? Wen will man so erreichen? Leute, die noch eine gewisse Nachdenklichkeit und einen gewissen Anstand haben? Oder hartgesottene Rechte?

  24. Wieso wäre es besser gewesen, einen schlechten Film zwei Jahre früher zu zeigen?

    Weil es dann jetzt schon zwei Jahre her wäre – Zeit heilt alle Wunden.

    @Stefan Pannor: Nein, die, wo die im Ausland bleiben.

  25. Tja, so ist ds mit der Polarisierung-am Ende lernt keiner was (dazu): Kritik prallt an der ARD ab, die dann sagt ‚ist ein wichtiger Film und Diskussion zeigt, dass wir so was zeigen muessen‘; Kritik prallt an Rechten ab, die natuerlich bei ihrer Merkel-Gehirnwaschungs-Umvolkungs-Interpretation bleiben. Die Blasen halten sich beständig. Als Randnotiz: Dass die Degeto von Schäuble’s Tochter geleitet wird wusste ich nicht und ist nicht uninteressant; nicht, weil Schäuble bei ihr Merkel-Propaganda-Film in Auftrag geben wuerde, sondern weil sich zeigt, dass dem öffentlich-rechtlichen System mehr Diversität und Ferne zum Berliner Politikbetrieb eher gut tuen wuerde…

  26. Teekay:

    Also Berufsverbot für Politiker-Kinder? Matthias Brandt dürfte dann auch nicht einem politischen Film mitspielen, wenn sein Vater noch unter uns weilen würde?

  27. Jenny Schily durfte schon immer in politischen Filmen mitspielen, es gibt kein Grund für Politikerkinder den Beruf nicht auszuüben.
    Im Gegensatz zu Brandt und ihr ist Strobl aber selber aktives CDU-Mitglied und mit einem CDU-Politiker verheiratet. Man mutmaßte schon 2011, als der SWR-Verwaltungsrat sie zur Fernsehspielchefin machte, dass parteipolitische Gründe dahinter stehen könnten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Christine_Strobl_(Medienmanagerin)#SWR

  28. Ich habe mich auch schon oft gefragt, wo diese Bilder herkommen. Da ich es auch schon versucht habe und meine nie so schön plakativ waren.

    Das ist gut zu Wissen. Aber muss man dafür so eine BILD Überschrift benutzen?
    Es hätte doch sowas gereicht wie, „woher kommen die rechten memes?“

    Alles weitere ist der Versuch einer Interpretation und damit Meinungsmache. Dieses suggerieren etwas würde gekapert, wenn die Leute sich untereinander austauschen, ist absoluter bullshit.

    Jeder Mensch darf eine falsche Meinung haben und niemand muss ihm zu hören. Wenn, wie die Grafik schön zeigt, sich ein paar hundert Rechte Spinner unterhalten, wo wird dann was gekapert?
    Weil ihr das lest?

    Das ist heute ein Problem, eine Unfähigkeit zu filtern wird zum Beweis einer allgemeingültigkeit.

  29. Man kann heute eigentlich jede beliebige Kommentarspalte aufrufen, um zu erkennen, dass es nicht um »Austausch« geht, sondern um Deutungshoheit.

    Ein gutes Beispiel ist der FB-Account von Angela Merkel. Da veröffentlichen selbst unter einem Kartoffelsuppenrezept binnen Minuten 500 Hater ihre Kanzlerinnenbeschimpfungen. Selbstverständlich sind das konzentrierte Aktionen von rechten Fake-Profilen, die 24/7 auf der Lauer liegen. Der Begriff »kapern« ist ebenfalls angebracht.

  30. Schnellinger:

    Dann müsste man also ein Berufsverbot für Parteimitglieder verhängen oder für solche, die mit Parteifunktionären verheiratet sind. Gilt übrigens auch für viele andere Berufe.

    Im Ernst: glauben Sie wirklich, der Film hätte anders ausgesehen, wenn Frau Strobl nicht Degeto-Chefin wäre?

  31. Ich glaube gar nichts, und ehrlich gesagt ist es mir auch ziemlich egal ob die Frau den positiv oder negativ beeinflußt.
    Ich habe nichts von dem behauptet was du gerade fragst, ich habe dir lediglich mitgeteilt was der Unterschied zwischen SchaupielerInnen und Leuten in Führungspositionen bei Sendern ist, wo Parteibücher sehr wohl Qualifikation ausstechen können.

  32. Eins fehlt mir bei diesem Artikel: die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten der (politischen) Kritiker. Nicht alle, die diesen Film in dieser Richtung kritisieren sind „Trolle“, die die Diskussion „kapern“ wollen. Ich selbst habe zum Film keine „Entweder-Oder-Meinung“. Ich kann die Kritik der Kritiker durchaus nachvollziehen, finde es aber auch völlig legitim, mal so ein Gedankenspiel als Fiction Film zu senden. Vielleicht alles mal etwas entspannter anschauen?

  33. „Kartoffelsuppe“ ist natürlich auch ein Kampfbegriff. „Kartoffel“ ist ein Schimpfwort für „Bio-Deutsche“, und Suppe ist eine Vorspeise.

    Aber klar, dass das Mutti wieder an allem Schuld ist.

  34. Man kann heute eigentlich jede beliebige Kommentarspalte aufrufen, um zu erkennen, dass es nicht um »Austausch« geht, sondern um Deutungshoheit.

    Ich rufe eigentlich jede „beliebige“ Kommenatrespalte – genauer die der gängigen Tageszeitungen, die noch eine Kommentmöglichkeit haben – und finde dort jedesmal einen regen Austausch über die „Deutungshoheit“.

    Facebook habe ich geblockt keine Ahnung was da passiert. Ist das ein relevantes Nachrichten- und Kommentarmedium?
    Wer wird denn dort „gekapert“?
    D.h. ja, es wird etwas weg genommen. Wem, wird was weggenommen?

  35. @ TH Nein, der Film hätte wahrscheinlich nicht viel anders ausgesehen, wenn die Filmproduktionsfirma Degeto jemand anderem gehörte. Diese Firma hat schließlich Erfahrung im Herstellen dumm-plumper Propagandafilme. Gegründet im Jahr 1928 hat die Degeto schon jede Menge Umsatz gemacht, als sie im Dritten Reich im Auftrag des Herrn Goebbels nationalsozialistische Hetzfilme produziert hat.

  36. @Struppi: „Kapern“ bedeutet erstmal, dass etwas erobert oder überfallen wird. In historischem Zusammenhang Schiffe. In der modernen Welt auch mal Kommentarspalten.

  37. Und, Jürgen, was meinen Sie — sitzen da noch die selben leute im Vorstand wie 1928? Ich mein, sorry — plumper gehts wohl wirklich nicht.

    Sie sind Anhänger der Erbschuld?

    Zum Thema: „Kritik prallt an der ARD ab, die dann sagt ‚ist ein wichtiger Film und Diskussion zeigt, dass wir so was zeigen muessen‘“ – Ein Satz, der sich schwerlich widerlegen lässt. Ich meine, kommt nur Rosamunde Pilcher, wird gemeckert. Kommt nicht nur Rosamunde Pilcher, auch.

    Über inhaltliche Qualität kann und darf der Sender idealerweise nichts sagen. Natürlich ist er im Bestfall von seinem Produkt überzeugt, ebenso natürlich darf man als Außenstehender das Produkt verreißen. Das ist im Fernsehen nicht anders als in der Verlagsbranche.

    Welche Art von Kritik ist da also gemeint? Die der konzeptionellen Ebene? Da ist der Film weitgehend unangreifbar, er ist halt ein Gedankenspiel. Oder die der inhaltlichen Ebene. Da kann man kritisieren, aber der Kritisierte kann wenig bis nichts zu sagen.

    Wäre noch die ideologische Ebene. Aber die ist in dem Fall Mumpitz, weil fast ausschließlich Polittrollerei.

  38. „Und, Jürgen, was meinen Sie — sitzen da noch die selben leute im Vorstand wie 1928? “

    Und, Stefan, sitzen vielleicht im Daimler-Konzern noch dieselben Leute im Vorstand, und sind die Aktionäre noch dieselben, wie zu der Zeit, als Daimler während des 2. Weltkrieges mit der Ausbeutung von aus den besetzten Gebieten zusammengetriebenen Zwangsarbeitern riesige Profite gemacht hat? Nein? Dann dürfte sich – jedenfalls ihrer „Logik“ zufolge – auch die Forderung nach Entschädigung erledigt haben.

    Für diejenigen, bei denen die politische Korrektheit nicht den Verstand vernebelt hat: unabhängig davon, wer heute die Firma Degeto leitet, bleibt festzuhalten, dass besagte Firma jedenfalls über einen reichen Erfahrungsschatz bezüglich der Herstellung von politischen Propagandafilmen verfügt, den sie auch heute noch nutzen kann, egal wem die Firma gehört. Last not least dürften die fetten Umsätze, die sie im Dritten Reich gemacht hat, eine solige Grundlage bilden, die ihre Existenz bis auf den heutigen Tag sichert.

  39. „nd, Stefan, sitzen vielleicht im Daimler-Konzern noch dieselben Leute im Vorstand, und sind die Aktionäre noch dieselben, wie zu der Zeit, als Daimler während des 2. Weltkrieges mit der Ausbeutung von aus den besetzten Gebieten zusammengetriebenen Zwangsarbeitern riesige Profite gemacht hat? Nein? Dann dürfte sich – jedenfalls ihrer „Logik“ zufolge – auch die Forderung nach Entschädigung erledigt haben.“

    Es geht hier nicht um Entschädigungsansprüche realer Opfer. Der Vergleich hinkt nicht, der hat nichtmal Beine.

    Sie versuchen nur – aus Motiven, die nur Sie verstehen – den Eindruck zu schinden, dass da Nazis gegen Rechtsextreme agieren.

    Oder anders: wenn das Nazis sind, die den Film produziert haben, dann können die, die gegen den Film sind, doch nicht rechtsextrem sein.

    Das ist unfassbar plump.

  40. „Mit „Aufbruch ins Ungewisse“ hat die ARD sich und der öffentlichen Debatte aber ohnehin keinen Gefallen getan. Der Film kommt gut zwei Jahre zu spät; flache Dialoge und eine ausgefranste Storyline ersticken jegliche Empathie im Keim. Für die rechten Trolle eine willkommene Gelegenheit zur PR.“

    Wie darf ich das verstehen? Der Film war völlig okay, nur kam er um Jahre zu spät, um noch auf die Tränendrüse drücken zu können? Wenn das dann nicht mal Umerziehung gewesen wäre….

  41. IMerkel hat Deportation und Umerziehung im ÖR-Gulag bereits veranlasst.
    Bitte heute noch Sachen packen, danke.
    BRD GmbH

  42. Aus aktuellem Anlass: kann so eine Graphik wie oben nochmal für die heutige „hart aber fair“ – Sendung mit Reichelt und Afd Mann Reusch erstellt werden?
    Würde mich brennend interessieren ob die Reconquistas da auch am Werk waren…

  43. #37

    „„Kartoffelsuppe“ ist natürlich auch ein Kampfbegriff. „Kartoffel“ ist ein Schimpfwort für „Bio-Deutsche“, und Suppe ist eine Vorspeise.“

    ?Fragen über Fragen? Wer kämpft mit dem Begriff? Wofür kämpft der? Warum ausgerechnet Kartoffel und nicht Blumenkohl oder Erdbeere?

  44. @Stefan pannor:
    Mich interessiert aber nicht die Sendung an sich — die ich übrigens nach ca. 30min ausschalten musste weil ich sonst in den Fernseher gesprungen wäre um den Reichelt zu erwischen — sondern ob die Twitter Kommentare geplant waren.
    Das wäre mMn auch eher eine „Kaperung der Diskussionen“ als bei dem Film oben. Denn hier hätte man wirklich diskutieren können, wenn nicht Twitter voll mit rechtem Mist gewesen wäre.

  45. Bei solchen Debatten (auch auf FB) können wir eigentlich immer von einer Kaperung ausgehen. Das lässt sich wunderbar beobachten etwa wenn profile aus Wanne-Eikel sich in Debatten auf Thüringer Lokalmedien einmischen. Was #ichbinhier als Gegenkraft versucht aufzubauen, ist in der rechtsextremen Szene längst Usus.

    Es geht immer darum, Mehrheit zu simulieren, um einen Trittbrettfahrer-Effekt zu erzeugen.

  46. @Renate, #47:
    „Kartoffel“ ist ein Schimpfwort für Deutsche ohne Migrationshintergrund; ich dachte mal, das läge an der vermeintlichen Kopfform, aber Anatol Stefanowitsch hat mal in einem Vortrag erklärt, dass hieße so, weil Deutsche ohne Migrationshintergrund Kartoffeln äßen. Er ist der Experte, nicht ich, und man sagt ja: „Du bist, was Du isst.“. Jetzt sollte ich froh sein, dass es nicht „Schweine“ heißt – „Du bist, was Du isst“ – aber spätestens, wenn ich „Weißbrot“ statt „Schwarzbrot“ oder „Graubrot“ genannt werde, bin ich beleidigt, weil da offenbar kulturelle Unkenntnis am Werke ist.

    Naja, und Frau Merkel hätte ja u.a. die Aufgabe, solche kulturellen Vorurteile zu bekämpfen. Da geht „Kartoffelsuppe“ natürlich gar nicht. Hätte sie mal lieber Soljanka genommen… (Wer Ironie findet, darf sie sich ins Ostalgie-Album stecken.)

  47. Sagen Sie mal Steafan Pannor, sind Sie eigentlich wirklich so schwer von Begriff? Mein „Vergleich“, wie Sie es in Ihrer Intelligenz nennen, sollte folgendes erläutern: wenn man einem Unternehmen, dass sich im Dritten Reich durch Unterstützung des Regimes eine goldene Nase verdient hat, heute nur deswegen keine Vorwürfe mehr machen darf, weil von den damaligen Profiteuren heute keiner mehr lebt und die Firma inzwischen anderen gehört, dann gilt das entweder für alle oder für keine. Und wenn man dem Daimler-Konzern seine Profite im Dritten Reich dennoch zum Vorwurf macht, dann darf man das auch bei Degeto – ist das jetzt in Ihrem Schädel angekommen?

    Im übrigen habe ich nicht behauptet, die heutigen Inhaber der Firma Degeto seien Nazis. Es sind halt nur – damals wie heute – für jedes Regime käufliche Marktschreier, spezialisiert auf dumm-plumpe drittklassige Hetz- und Propagandafilme.

  48. Nein, da sind Sie leider falsch informiert, Herr Thiel. Die heutigen Inhaber der Firma Degeto sind keine für jedes Regime käuflichen Marktschreier, die sich auf dumm-plumpe drittklassige Hetz- und Propagandafilme spezialisiert haben.

  49. „Mein „Vergleich“, wie Sie es in Ihrer Intelligenz nennen, sollte folgendes erläutern: wenn man einem Unternehmen, dass sich im Dritten Reich durch Unterstützung des Regimes eine goldene Nase verdient hat, heute nur deswegen keine Vorwürfe mehr machen darf, weil von den damaligen Profiteuren heute keiner mehr lebt und die Firma inzwischen anderen gehört, dann gilt das entweder für alle oder für keine. Und wenn man dem Daimler-Konzern seine Profite im Dritten Reich dennoch zum Vorwurf macht, dann darf man das auch bei Degeto – ist das jetzt in Ihrem Schädel angekommen?“

    Kam schon an, nur entstand der Film, um den es hier geht, meines Wissens nach nicht im Dritten Reich.

    Auch Daimler werden nicht seine Umsätze von 2017 vorgeworfen, soweit ich informiert bin. Jedenfalls nicht rückwirkend für 33 – 45.

    Falls Sie über die Rolle der Degeto im Dritten Reich reden wollen, ist das hier also einfach mal der falsche Ort und dieser Film der falsche Anlass, auch wenn ich Ihre Ansichten zum Thema Erbschuld der Deutschen verblüffend und auf gruselige Art faszinierend finde.

    Übrigens gab es seit Neugründung der Degeto 1952 kein Regime, das diese hätte kaufen können, insofern finde ich Ihre These dahingehend etwas gewagt, um nicht zu sagen: komplett frei von Fakten und Verstand.

  50. Man kann es positiv sehen: dass Medienproduzenten nicht politisch käuflich zu sein haben, auch nicht – hypothetisch gesprochen – von einem AfD-Regime, eint uns, ebenso der Wunsch zum Widerstand dagegen, Herr Thiel.

  51. Herr „Jürgen Thiel“,

    um mal auf den Kern des Themas zurückzukommen: es geht um das Wirken von rechten Trollen. Diese wiederum stellen sich dabei meist geschickter an als Sie. Aber Übung macht bekanntlich den Meister, und wenn Sie hier nun ihre ersten Schritte wagen, sollte man nett mit Ihnen umgehen.

    Weil auch ich gewiss zu dumm bin, um ihre Logik entwirren zu können, steuern Sie doch bitte bei Gelegenheit noch einige Fälle solcher „dumm-plumper drittklassiger Hetz- und Propagandafilme“, auf die die Degeto sich ja angeblich spezialisiert hat, bei. Das könnte helfen.

  52. Also wenn man sich mal auf Wikipedia eine Auswahl der Produktionen mit Detego-Beteiligung anschaut (Mord mit Aussicht, Käpt’n Blaubär – der Film, Gier, Deutschland privat, Der Besuch der alten Dame, Cloud Atlas, 14 Tage lebenslänglich, Rumpelstilzchen 2009) und deren Betriebsergebnisse so sieht (2011: 242.539 Euro Gewinn / 2012: 765.506 Euro Verlust / 2013: 1.249.074 Euro Gewinn / 2014: 748.748 Euro Verlust / 2015: 161.896 Euro Verlust / 2016: 1.264.055 Euro Gewinn), dann bekommt man den Eindruck von einer ganz guten Firma, die es immerhin wagt, auch mal Risiken einzugehen.

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