„Welt am Sonntag“ gibt Trumps Fake-News-Vorwurf falsch wieder

Es ist gar nicht so schwer herauszufinden, was Donald Trump auf der Pressekonferenz mit Angela Merkel am Freitag im Weißen Haus gesagt hat. Die Pressekonferenz wurde im Fernsehen übertragen. Sie ist im Netz an vielen Stellen in voller Länge nachzusehen. Das Transkript steht auf der Seite des Weißen Hauses.

Und trotzdem scheitern führende deutsche Journalisten daran, den Inhalt richtig wiederzugeben.

Zum Beispiel Peter Huth, der Chefredakteur der „Welt am Sonntag“, heute in seinem Editorial. Er feiert, wie viele Kollegen, dass die dpa-Journalistin Kristina Dunz dem amerikanischen Präsidenten kritische Fragen gestellt hat. Und schreibt:

„Ein guter Frager ist wie einer, der die Glocke zu schlagen versteht“, sagt ein chinesisches Sprichwort.

Auftritt Kristina Dunz von der Deutschen Presse-Agentur im Weißen Haus. Sie stellt Donald Trump Fragen, deren Schallwellen so stark sind, dass sie die Gesichter der Kollegen im Raum gefrieren lassen.

(Die Stelle des Metaphern-Stimmigkeits-Prüfbeauftragten bei der „Welt am Sonntag“ ist seit Monaten vakant.)

Warum er sich so vor pluralistischer Berichterstattung fürchte? Warum er ständig Behauptungen aufstelle, für die es keine Belege gebe? Die Antwort ist selbstverständlich keine Antwort. Sie beginnt mit dem gönnerhaften Altherren-Satz „Da ist eine nette, freundliche Reporterin. Ich weiß nicht, welche Zeitung Sie vertreten …“ und endet wie üblich: „… aber das ist mal wieder ein Beispiel für Fake News.“

Kann eine Frage Fake News sein? Wohl kaum.

Das ist nicht, was Trump gesagt hat. Und das ist nicht, worauf sich Trump mit dem Fake-News-Vorwurf bezogen hat.

Dunz hatte Merkel gefragt, für wie gefährlich sie die isolationistische Politik des amerikanischen Präsidenten halte. Bevor Merkel antworten konnte, ergriff Trump das Wort:

„First of all, I don’t believe in an isolationist policy, but I also believe a policy of trade should be a fair policy. (…) But I am not an isolationist by any stretch of the imagination. So I don’t know what newspaper you’re reading, but I guess that would be another example of, as you say, fake news.“

Trump widerspricht also ausdrücklich der Aussage der Reporterin in ihrer Frage, dass er isolationistische Politik betreiben würde. Wenn sie ihn für einen Isolationisten halten würde, lese sie wohl Zeitungen, die seine Politik falsch darstellen – „Fake News“.

Er spricht in diesem Zusammenhang nicht, wie Peter Huth behauptet, davon, welche Zeitung die Journalistin vertritt, sondern welche sie liest. Und den konkreten Inhalt, auf den sich Trump bei seinem Vorwurf der „Fake News“ bezieht, lässt Huth vollständig weg. So dass es wirkt, als habe Trump schon das Stellen einer kritischen Frage als „Fake News“ bezeichnet.

Huths rhetorische Frage, ob schon eine Frage „Fake News“ sein könnte, geht damit völlig in die Irre.

Wie kommt Huth darauf, dass Trump rhetorisch fragte, welche Zeitung die Reporterin vertritt, und nicht, welche sie liest? Womöglich hat er die Pressekonferenz auf dem Fernsehsender seiner Zeitung verfolgt. Auf N24 übersetzte der Simultan-Dolmetscher die Stelle – anders als sein Phoenix-Kollege – entsprechend falsch.

Die falsche Übersetzung („welche Zeitung Sie vertreten“ statt „welche Zeitung Sie lesen“) findet sich aber in mehreren deutschen Medien, unter anderem im „Tagesspiegel“, im „Bonner General-Anzeiger“, in der „Hannoverschen Allgemeinen“.

Die „Welt“ hat das Zitat erst falsch verbreitet, dann richtig – ohne die Korrektur transparent zu machen und offenbar ohne dem „Welt am Sonntag“-Chefredakteur Bescheid zu sagen.

Ursprungs-Version Screenshot: welt.de
Aktuelle Version Screenshot: welt.de

Der nutzt die Gelegenheit zu einem kleinen Exkurs über das, was überhaupt „Fake News“ sei – und was nicht. Er schreibt:

Fake News ist ein neuer Begriff für eine alte Technik. Ein Begriff, der mit haarsträubender Geschwindigkeit umgedeutet und gekapert worden ist. Trump und andere Pressefeinde benutzen ihn als Synonym für angebliche Lügen oder Auslassungen. Da Journalismus heute in Echtzeit betrieben und im Internet einsehbar gespeichert wird, gibt es zwangsläufig Punkte, an denen die Berichterstattung nicht abgeschlossen ist. Läuft ein Mann mit einer Axt Amok, kann die erste Information der Behörden sein, er komme aus „dem ehemaligen Jugoslawien“. Erst später wird konkretisiert: Der Täter war Kosovo-Albaner. Ist die erste Meldung falsch? Nein. Sie ist eine Wasserstandsmeldung. Wer modernen Journalismus begreifen und nutzen will, muss diese Unterscheidung verinnerlichen.

Das ist wahr.

Es erklärt aber in keiner Weise, warum der Chefredakteur der „Welt am Sonntag“ nicht in der Lage ist, über 24 Stunden später den Verlauf einer viel beachteten Pressekonferenz richtig wiederzugeben und nicht nur in Form einer höchst ungenauen „Wasserstandsmeldung“. Und warum er auslässt, worauf sich Trumps Vorwurf der „Fake News“ bezieht (völlig unabhängig davon, ob sein Vorwurf an dieser Stelle gerechtfertigt ist).

In einem Text, in dem es um den Vorwurf von Lügen und Auslassungen geht, schafft es der Chefredakteur nicht, die Wahrheit zu schreiben, ohne Auslassungen. Und auf Twitter feiern ihn seine Kollegen.

Nachtrag, 16:00 Uhr. Peter Huth hat eingeräumt, eine falsche Übersetzung zitiert zu haben.

50 Kommentare

  1. Mal wieder Respekt für Ihre weitgehend unabhängige Positionierung und für den Begriff „Metaphern-Stimmigkeits-Prüfbeauftragter“…

  2. Und um die in die Irre gegangene Frage auch noch zu beantworten: Klar kann eine Frage Fake News sein, im Sine von: falsche Informationen vermitteln.
    „Haben Sie aufgehört, Ihre Frau zu schlagen?“
    „Sehen Sie immer noch so gerne Kinderpornos wie früher?“
    Und halt – aus Trumps Sicht – die tatsächliche Frage von Frau Dunz auch.

  3. Synchron-Dolmetscher gibt es nicht. Sie springen nicht in Zweierpaaren vom Turm. Sie dolmetschen simultan.

  4. Danke für den Hinweis auf diesen Fehler, Stefan. Peter Huth dürfte das mutmaßlich hochnotpeinlich sein. Doch Fehler können passieren, selbst solche. Die zentrale Frage für mich ist, wie er jetzt damit umgeht – insbesondere publizistisch. Ein klarer Hinweis auf den Fehler gegenüber seinen Lesern und Followern wäre ein Akt der Souveränität. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Kommt aber leider selten vor. Mal sehen, was hier passiert…

  5. Die „Welt“ ist doch noch Springerpresse,oder!
    Merk man doch immerwieder-schuldig bei Verdacht ;-)

  6. Ein Blick auf Herrn Huths Twitteraccount legt nahe, dass er die Kritik dann doch nicht so ganz versteht: „Einwortfalschübersetztgate“… Und dass Genauigkeit bei ihm wohl öfter nicht die höchste Priorität hat. Gestern hat er einen Tweet eines Fake-Accounts von dpa-Reporterin Kristina Dunz retweetet. Dass der nicht von ihr selbst stammte, hätte man innerhalb weniger Sekunden merken können (sollen).

  7. Alles richtig bemerkt, Stefan – aber gemessen an dem, was bei der Pressekonferenz geboten wurde dank TheRealDonald, ist diese Kritik an Huth schon ziemlich kleines Karo.

  8. Sehr guter Bericht.
    „Warum er sich so vor pluralistischer Berichterstattung fürchte?“
    Merkwürdig, dass Frau Dunz diese Frage nicht auch Heiko Maas und seiner Regierung schon einmal gestellt hat. Trump polemisiert auf eigene Rechnung (und eigenes Risiko), während die beschimpfte Presse frei weiterberichtet. Oder hat Trump etwa auch ein Gesetz eingebracht, das der NYT mit 50 Millionen Strafe droht, wenn sie (angebliche) Fake News über ihn nicht innerhalb von 24 Stunden löscht?

  9. @Th: Mit dem Argument kann man jede Medienkritik sofort einstellen, weil Donald Trump immer schlimmer ist.

    Jeder Journalistenschüler lernt, wie wichtig richtiges Zitieren ist. Aber der „Welt am Sonntag“-Chefredakteur wurschtelt das irgendwie so hin? Es ist ja nicht nur das eine falsch übersetzte Wort. Es ist auch das Weglassen des konkreten Inhaltes, auf den sich Trumps Vorwurf bezieht. Und das passiert alles ausgerechnet im Kontext einer Mini-Vorlesung zum Thema „Fake News“.

    Und wie typisch, dass die „Welt“ den Fehler in einem anderen Text schon bemerkt und korrigiert hatte, aber natürlich nicht transparent.

    (Du stößt Dich immer nur dann an unserer Medienkritik, wenn die Fehler Leute betreffen, die Du nicht magst: Trump oder die AfD, zum Beispiel. Da darf man gerne mal ein Auge zudrücken, was die Genauigkeit angeht. Ich finde, dass die üblichen journalistischen Grundsätze auch bei der Berichterstattung über Trump und die AfD gelten. Ich finde sogar, dass Journalisten sich dann besonders viel Mühe geben sollten, Fehler zu vermeiden.)

  10. @Andreas Müller: Geben Sie Trump doch noch ein paar Wochen.

    „One of the things I’m going to do if I win, and I hope we do and we’re certainly leading. I’m going to open up our libel laws so when they write purposely negative and horrible and false articles, we can sue them and win lots of money. We’re going to open up those libel laws. So when The New York Times writes a hit piece which is a total disgrace or when The Washington Post, which is there for other reasons, writes a hit piece, we can sue them and win money instead of having no chance of winning because they’re totally protected.“

    (Quelle)

  11. @ Stefan Niggemeier
    Danke für das Zitat und die Quelle. Das ist sehr interessant.
    Ich bezweifle, dass er das durch den Kongress bringt. Da werden sogar die Senatoren John McCain und Rand Paul gemeinsam dagegen stimmen, von den Demokraten ganz zu schweigen. Die Checks and Balances werden da (hoffentlich) halten.

  12. Also: Screenshots vertauscht, synchron und simultan verwechselt (der richtiges-Wort-Beauftragte hat sonntags frei – und übrigens die Änderung nicht transparent gemacht) – egal, kleine Fehler passieren, wo am Samstag und am Sonntag hart gearbeitet wird. Einfach kurz bei Twitter den Fehler „einräumen“, wir brauchen ja kein überübermedien. (-;

  13. @ Peter Huth:

    – „Sreenshots vertauscht“

    Das ist allerdings ein reiner Flüchtigkeitsfehler, der für die Sache selbst – oder genauer: für das Textverständnis der Leser – nicht unmittelbar relevant ist. Der Fehler führt nicht dazu, dass die Leser am Ende des Artikels unzureichend, schlecht oder irreführend informiert wären. Die Leser bekommen durch diesen Lapsus nämlich keinen „falscher Eindruck“ über irgendeinen Sachverhalt vermittelt, sondern sie merken höchstens, dass da jemand eine Kleinigkeit verwechselt hat.

    – „synchron und simultan verwechselt“

    Das ist allerdings kein inhaltlicher Fehler im eigentlichen Sinne, sondern hier geht es eher um einen problematischen oder vielleicht auch falschen Sprachgebrauch. Auch in diesem Fall werden die Leser nicht „desinformiert“ oder auch nur „schlecht informiert“. (Wie auch eine verunglückte Metapher ist so ein Ausrutscher – für sich allein betrachtet – kaum der Rede wert; und ob er einer expliziten öffentlichen „Fehlerkorrektur“ bedarf, wage ich anzuzweifeln.)

    Umgekehrt wird man jedoch leider sagen müssen, dass Ihr Text auf inhaltlicher Ebene (!) problematisch ist, da einige Ihrer Aussagen je nachdem falsch oder zumindest reichlich ungenau sind. (Und hierbei geht es eben nicht um „offenkundige Flüchtigkeitsfehler“, die für das eigentliche Textverständnis unbedeutend sind, und bei denen der Leser ohnehin gleich begreift, wie es tatsächlich gemeint sein muss.)

    Kann ja auch vorkommen, manchmal sicher sogar einem um Akkuratesse bemühten Journalisten. Nur sollte man dann dazu stehen – vor allem im Zusammenhang mit einem Text, in dem man anderen Leuten einen laxen Umgang mit Genauigkeit und Wahrheit vorhält.

    „Wie könnte es auch sein, ‚dass das alles dasselbe‘ ist, dann wäre es ja identisch. Oder meinten Sie das Gleiche?“

    Ein wenig rabulistisch, oder? In einem Zusammenhang wie dem hiesigen wird kaum jemand eine saubere Unterscheidung von „dasselbe“ und „das Gleiche“ einfordern. Ausdrucksweisen wie etwa: „das ist [doch] alles dasselbe“, oder auch „das ist doch nicht [alles] dasselbe“, dürften auch dort mit dem allgemein akzeptierten Sprachgebrauch verträglich sein, wo sie rein logisch betrachtet mangelhaft sein mögen; das gilt jedenfalls, soweit man es mit „lockeren“ Formen der Konversation zu tun hat.

    (Klar, Sie ärgern sich über Niggemeiers Sprachkritik, aber da sind Sie ja, könnte man sagen, bereits wegen der „Synchron“-Geschichte mit ihm gewissermaßen „quitt“ – wenn man es denn so sehen will.)

  14. @Stefan Niggemeier – #12
    „Ich finde, dass die üblichen journalistischen Grundsätze auch bei der Berichterstattung über Trump und die AfD gelten. Ich finde sogar, dass Journalisten sich dann besonders viel Mühe geben sollten, Fehler zu vermeiden.“

    Traurig, dass dies zumindest in einigen Fällen so deutlich gesagt werden muss und gerade deshalb erfreulich, dass Sie dies mit Ihrem Kommentar nochmals deutlich klarstellen.

    Ach ja… und entschuldigen Sie bitte das nun folgende Derailing. Sofern ich dem destruktiven Drang folge, nach Artikeln auch noch die Kommentare zu lesen, stehe ich mitunter vor der Wahl, den daraus resultierenden Unmut mit in die reale Welt zu nehmen oder aber ihn dort zu lassen, wo dieser entstanden ist.

    @Muriel – #17

    Wissen Sie, die Doppelmoral, die sich aus dem journalistischen Anspruch der kritischen Berichterstattung und mitunter mangelnder Fähigkeit zur Selbstkritik ergibt, erscheint mir oftmals auch ziemlich schräg – was möglicherweise aber auch nur an der Perspektive liegt, aus der heraus ich das beobachte und bewerte.
    Da könnten Blogger, die von außen und somit scheinbar unabhängig auf den traditionellen Medienbetrieb blicken, durch fundierte Kritik ja das sicherlich benötigte Korrektiv sein, wenn, ja wenn deren Motive und auch deren Absichten, ihre Arbeit zu monetarisieren, stets so transparent wären, wie dies berechtigterweise von den Akteuren des traditionellen Medienbetriebs gefordert wird.

    Nun kann ich mir aus Ihren hier in der letzten Zeit getätigten Kommentaren, in Kombination mit Ihrem hier mehrfach verlinkten Blog-Artikel, nur ein sehr unvollständiges Bild von Ihren dahinterstehenden Beweggründen machen – was, wie Sie vielleicht nachvollziehen können, Ihre Kritik undurchsichtig erscheinen lässt.
    Dieses unvollständige Bild sieht für mich wie folgt aus:
    Sie waren mit einigen Artikeln bei „Übermedien“ unzufrieden und kritisieren zudem bezüglich der Zweitverwertung hier erschienener Artikel Intransparenz, was Sie im Juli 2016 in Ihrem Blog thematisierten. Ihre Kritik findet nicht das von Ihnen gewünschte Gehör, sie haken nach, entscheiden sich dann aber, das Thema zumindest in Ihrem Blog nicht mehr öffentlich zu behandeln.
    Irgendwann in der Zeit zwischen Juli 2016 und März 2017 bitten Sie bei den „Übermedien“-Machern erfolglos um öffentlich nicht näher genannte Unterstützung bezüglich Ihres Auftritts bei einem „Content-Service“, der – sofern mich alten Mann die Deutung dieses modernen „Internetkrams“ nicht überfordert – Autoren die Monetarisierung ihrer Texte in Aussicht stellt. Seither greifen Sie hier in den Kommentaren Ihre Kritik vom Juli 2016 wieder auf, verlinken diese dabei mehrfach und nutzen nun die Möglichkeit, diese ganz gezielt dem Chefredakteur einer großen Tageszeitung zu servieren und das unter einem Artikel von „Übermedien“, in dem dieser kritisiert wird und somit möglicherweise empfänglicher für Kritik an der Arbeit von „Übermedien“ ist.

    Es gibt meiner Einschätzung nach zwei Möglichkeiten:
    1) Das Bild, das ich mir anhand Ihrer Kommentare und Ihres Blog-Artikels von der Sachlage gemacht habe, ist so lückenhaft, dass ich den Sachverhalt völlig falsch deute, was für Sie jedoch nicht Anlass sein sollte, mich hier mit weiteren Details zu versorgen, aber Sie gern dazu anregen darf, bei künftigen Texten und Kommentaren die mögliche Wirkung auf Leser zu berücksichtigen.
    2) Sie versuchen sowohl die Kritik als auch Leser aus eigennützigen Motiven und/oder persönlichen Befindlichkeiten heraus zu instrumentalisieren. Und noch etwas: Sie legen dabei eine erstaunliche Doppelmoral an den Tag! Sie kritisieren mangelnde Distanz und Intransparenz und weil „Übermedien“ bezüglich eines Content-Service die Distanz zu Ihnen wahrt, nutzen Sie Ihre Kritik intransparent als Vehikel für ihre eigenen Interessen, denen zufolge das ja nur eine „coole partnerschaftliche Geste“ gewesen wäre, die fast schon einem höheren, gemeinsamen Ziel dient, „weil wir kleinen Blogger zusammenhalten müssen und am selben Strang ziehen sollten“.
    Das erscheint mir…, nun ja…, auch ziemlich schräg.

  15. Auch so eine Sache, über die ich zu gerne mal ein offenes Gespräch mit der Person führen würde, wenn das möglich wäre. Ob Herr Huth (mal vorausgesetzt, er ist es wirklich) tatsächlich meint, das wäre eine angemessene Form, mit Kritik umzugehen. Ob er meint, das wäre dem Bild seiner selbst und des von puhh verantworteten Mediums dienlich, was er hier macht. Ob er sich wünschen würde, dass seine Social-Media-Leute auch so großspurig unprofessionell auftreten. Oder ob ihm das vielleicht hinterher sogar ein bisschen leid tut, dass er sich da von Eitelkeit und Unsicherheit in den Beißreflex hat treiben lassen.
    Ich finde das immer so faszinierend, wie wenig Führungskräfte ist mit Kritik umgehen können, von VW bis in die Kommentarspalten von Blogs wie diesem, dass ich mich frage, ob ich da nur was nicht verstehe und vielleicht doch selbst derjenige bin, der falsche Vorstellungen hat.

  16. @Schreibkraft:
    “Irgendwann in der Zeit zwischen Juli 2016 und März 2017 bitten Sie bei den „Übermedien“-Machern erfolglos um öffentlich nicht näher genannte Unterstützung bezüglich Ihres Auftritts bei einem „Content-Service“, der – sofern mich alten Mann die Deutung dieses modernen „Internetkrams“ nicht überfordert – Autoren die Monetarisierung ihrer Texte in Aussicht stellt. “
    Hä? Ganz aufrichtig, ich habe keine Ahnung, worauf Sie hinauswollen. Ich habe nach meiner Erinnerung die übermedien-Macher nie um irgendwas gebeten, das über Antworten auf Fragen zu ihrer Arbeitsweise hinausgeht.
    Falls Sie entgegen Ihrer Ansage doch drüber reden wollen, tun Sie es gerne, meinetwegen hier oder bei mir oder wo Sie wollen. Ich wäre interessiert. Falls nicht, kann ich Ihren Kommentar leider nur als enigmatische Poesie lesen.

  17. #12@Stefan Niggemeier – Jeder hat ein Recht darauf unverfälscht wiedergegeben zu werden. Das Sie diese Selbstverständlichkeit hier überhaupt verteidigen müssen, ist ein eher trauriger Vorgang. Wäre es anderes, würde ich es nicht mehr lesen wollen.

  18. An dieser Stelle aber mal auch ein fettes Lob an den sehr coolen Reporter der „Welt“ für seinen Auftritt bei der Pressekonferenz (im Moment reden ja hierzulande viele überwiegend von Kristina Dunz, die ich auch klasse fand). Trumps Antworten auf die Fragen von Ansgar Graw haben in den USA ein kleines mediales Erdbeben ausgelöst (sinngemäß zitiert: „wir haben nur zitiert, fragen Sie Fox“ und „Merkel und ich haben etwas gemeinsam, wurden beide abgehört“).

  19. Achssooooo! Jetzt dämmerts mir!
    Das hier meint Schreibkraft. Ich bin echt nicht drauf gekommen.
    Ja meine Güte, das war ein Gag. Ich geb ja zu, dass mein Humor manchmal deutlicher gekennzeichnet sein könnte (auch wenn man sicher drüber streiten könnte, wann und wie), aber hält mich hier wirklich jemand für so … wunderlich, dass ich glaube, Stefan Niggemeier würde mir Geld bei Patreon geben?
    Na gut. Ja. Wahrscheinlich wirklich.
    Also, das war ein dummer Witz, wie ich ihn mit Michalis Pantelouris unter seinen Kolumnen (und nicht nur da) öfter mache. Wenn ich sowas ernst meine, liefere ich einen Link zur Page mit. Ich bitte um Verzeihung für eventuelle Missverständnisse und ziehe mich dann jetzt mal aus den Kommentaren hier zurück. Es ist ja auch ohne mich alles schon kompliziert genug.

  20. Warum die US-Medien nun die deutschen Journalisten feiern verstehe ich nicht. Bislang herrscht in den USA -noch- Rede- und Pressefreiheit, was hindert einen US-Journalisten Trump eben diese Fragen zu stellen die Fr. Dunz stellte.

  21. Ist denn ein Journalist „verpflichtet“, eine Übersetzung einer im TV übertragenen Rede durch einen Simultandolmetscher noch einmal zu verifizieren, beispielsweise durch weitere Übersetzungen oder das (offizielle) Transkript? Ich stelle mir das mitunter schwierig vor.

    Unabhängig davon muss man natürlich handeln, wenn man auf den Fehler aufmerksam wird.

  22. @27, JMK:

    Die US-Journalisten, die solche Fragen stellen könnten, werden von Trump und Spicer gar nicht erst aufgerufen. Markus Feldenkirchen hat dazu eine interessante Reportage im neuen Spiegel.

  23. @ JMK #27
    Fefe beschreibt diese Merkwürdigkeit völlig zutreffend:
    „Ich möchte nochmal ausdrücklich daran erinnern, dass wir hier von deutschen Journalisten reden, die im Inland nicht gerade durch pointierte Fragen auffallen. Das sind die Leute, die sich in der BPK einscheißen, wenn Tilo Jung mal wo nachhakt. Und DIE sollen jetzt plötzlich international vorbildliche Journalisten sein?! “
    Es hilft aber immer, wenn Verstärkung aus dem Ausland aufgeboten werden kann. Ich erinnere mich lebhaft daran, wie solche Kronzeugen gegen Schröders Verweigerung beim Fake-News-Krieg gegen den Irak medial herangekarrt und hochgejubelt wurden. Kronzeugen von links oder eben aus dem Ausland (oder beides) waren besonders beliebt, um die unbotsame Regierung als Haufen von Provinzler-Deppen hinstellen zu können. Jetzt läuft die Bruderhilfe eben in der anderen Richtung. Die WELT war schon immer ein Drehkreuz für dieses Puppenspiel mit Kasperle, Seppl und anglophonen Trotzkisten.

  24. Wird die „Stelle des Metaphern-Stimmigkeits-Prüfbeauftragten bei der ‚Welt am Sonntag‘ “ per Ausschreibung oder Stellenangebot vergeben, oder kann man sich da auch so bewerben?

    Ob die Pressefreiheit in den USA durch dt. Journalisten gerettet werden muss oder kann, sei mal dahingestellt, aber es wäre ja schön, wenn sie sich keine Blöße geben. (Im konkreten Fall wäre ich übrigens der Ansicht, dass eine Zeitung, für die sie schreibt, auch eine ist, die sie liest, aber diese Schlussfolgerung muss ihre Redaktion ihrer Leserschaft nicht vorwegnehmen…)

  25. @28BV:

    er hätte es genau so machen können wie viele andere: Einfach das ganze auf CNN oder BBC schauen, da sind die Antworten von Trump im Orignal zu hören (und Merkel dann simultan übersetzt, die Antworten versteht man aber trotzdem, hat in dieser PK aber eh keinen interressiert ;-). Ich denke man kann vom Chefredakteuer einer großen deutschen Zeitung (mit WELT – Anspruch gnihihhihihi) entsprechende Englischkenntnisse erwarten.

  26. Müller,

    wenn Sie ebenso wie Felix von Leitner der Ansicht sind, man könne „die deutschen Journalisten“ alle über einen Kamm scheren, so sagt das m.E. ne ganze Menge über Sie beide aus. Wobei ich mich bei Ihrem letzten Absatz schon frage, ob der THC-Wert ihres Konsumgutes nicht doch etwas überhöht ist. Vielleicht sollten Sie sich doch wieder mehr mit Terrorismus-Analysen und Kleinkaliber-Waffen beschäftigen? Es wäre mir eine Freude, so etwas öfter zu lesen.

  27. @ TH
    Lesen Sie das Zitat in #31 einfach nochmals durch. Es gibt die von Ihnen bejammerte Interpretation von wegen „die deutschen Journalisten“ nicht wirklich her. Sie frisieren da einen Pappkameraden, der eine Glatze hat.

  28. Müller,

    soll ich das Zitat denn so verstehen, dass da nicht allgemein von deutschen Journalisten gesprochen wird? Also geht es explizit um Kristina Dunz und Ansgar Graw, „die sich in der BPK einscheißen, wenn Tilo Jung mal wo nachhakt“?

  29. Das ist eben Methode, genauso wie der Satz „You have to grab them by the pussy“ mitnichten die Aufforderung beinhaltet, Frauen in den Schritt zu fassen, sondern die – durchaus kritikwürdige, aber ganz anders geartete – Aussage beinhaltet, dass man Frauen über sexuelle Befriedigung an sich binden könne. Aber solche Dinge verwirren, den armen Deutschen nur, deshalb bleibt man lieber bei einer wörtlichen, aber völlig abwegigen Übersetzung. Aber Hasen fängt man halt nur, wenn man ihnen Salz auf den Schwanz streut.

  30. Der Chefredakteur mag „eingeräumt“ haben – aber sein Editoral ist immer noch nicht korrigiert.

  31. @ TH #37
    “ von deutschen Journalisten“
    Sie haben dieses Mal den bestimmten Artikel weggelassen. Genau da läuft die Trennlinie zu ihrer Behauptung in #35.
    Sie wissen also sehr gut, dass von Leitner die beiden Genannten WELT-Redakteure meint und vielleicht auch noch ein paar mehr, aber keineswegs „die deutschen Journalisten“ als Gesamtheit. Die Sache ist klar: Sie haben die Pauschalisierung selbst konstruiert, die Sie diffamieren wollten. Das übliche Spiel.

  32. Wenn man einen Artikel zu einem Kommentar des amerikanischen Präsidenten schreibt, wäre es hilfreich, sich das Original anzusehen und der englischen Sprache mächtig zu sein, damit man sich nicht auf das Übersetzte verlassen muss. Kann man das nicht, sollte man die Berichterstattung hierüber anderen überlassen. Zu Herrn Huths Erläuterungen über Fake-news: Wie war doch gleich die Wasserstandsmeldung der Medien zum Thema Silvester 2015 in Köln? Moderner Journalismus in Echtzeit?

  33. Müller,

    er meint welche BEIDEN „Welt“-Redakteure? Er bezieht sich doch gar nicht konkret auf ein Blatt. Also meint er vielleicht die Journalisten, die „mitgefahren“ sind? Hmmm, sind Frau Dunz und Herr Graw mitgereist oder waren sie nicht vielleicht schon vor Ort? Sitzen USA-Korespondenten also auch in der Bundespressekonferenz? Oder meint der Herr alle Politikberichterstatter? Und Tilo Jung ist eine derart unumstößliche journalistische Granate, dass er hier als Qualitätsmaßstab herangezogen wird? Uiiihh.

    Das ist – leider wieder einmal – die Trennlinie zu sauberen Argumentation, Müller. Ihr übliches Spiel.

  34. @43, Karin

    „Wie war doch gleich die Wasserstandsmeldung der Medien zum Thema Silvester 2015 in Köln?“

    Ganz einfach (und man könnte es sich auch selbst beantworten, wenn es einen wirklich interessiert):

    Die ersten Redaktionen, die über die tatsächlichen Geschehnisse berichtet haben, waren die Lokalzeitungen ihren Onlineausgaben. Basierend auf Kommentare in sozialen Medien und eigenen Recherchen. Die Polizei hat sehr zögerlich die Infos herausgegeben. Nicht zuletzt durch die sich steigernden Nachfragen hat die Polizei dann endlich das Ausmaß der Ereignisse offenbart. Ab dem Zeitpunkt haben bundesweit alle Medien das Thema aufgegriffen. Nach meinem Kenntnisstand haben auch dann erst die rechten Krawallmedien sich darum gekümmert.

    Was möchten Sie nun bemängeln? Dass Aussagen von Leuten auf Facebook nicht sofort zu einem ARD-Brennpunkt geführt haben?

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