Wie schaffen diese Männer das bloß, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen?

Wahrscheinlich musste niemand öfter öffentlich seine Familienplanung erklären als Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin, langjährige CDU-Politikerin und Mutter von sieben Kindern. Sie wurde zum Beispiel 2009 vom „Focus“ gefragt:
„Wie schaffen Sie es, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen?“
Ursula von der Leyen antwortete:
„Ich frage mich da immer, wie oft diese Frage wohl schon Ministern gestellt wurde, die auch Väter, Ehemänner und Söhne sind. Sicher kann ich verstehen, dass ich anderen Müttern unheimlich bin. Sieben Kinder und Karriere, das kann doch gar nicht sein…“

Dem stimme ich zu 100% zu.
Neben dem offensichtlich sexistischen Beigeschmack dieses medialen Ungleichgewichts hat das übrigens noch eine andere Auswirkung, die hier nicht thematisiert wird: Da Männer so gut wie nie öffentlich gefragt werden zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ist es auch kaum sichtbar, wie schwer es eben auch den (vielen) Männern fällt, die sich wirklich um die Familie kümmern wollen. Das führt dann zusammen mit den klassischen Rollenbildern (Papa holt das Geld rein, Mama kümmert sich um die Kids) dazu, dass die ganze Mühe nicht ernst genommen wird, was dann wiederum an der Motivation kratzt (hallo Teufelskreis).
Ich weiß, das klingt jetzt ein bisschen wie „die armen Männer haben’s doch so schwer“-Rumgeheule. Aber genau das ist ja der Punkt mit dem Bild, das die Medien hier vermitteln: Es wird nicht thematisiert, dass Männern, die es „besser“ machen wollen, unnötige Steine in den Weg gelegt werden aufgrund überholter patriarchalischer Vorstellungen.
Ich habe während meiner Elternzeiten von einmal 10 und einmal 8 Monaten vor allem Neid erfahren – gewundert haben sich eigentlich nur Angehöhrige der Nachkriegsgeneration.
Es wird wirklich Zeit, dass Unternehmen, die explizit oder subtil Väter für lange Elternzeit abstrafen, dafür öffentlich gebrandmarkt werden.