Journalismus, wie er den Regierenden gefällt

Nein, ein gewöhnliches Interview war das nicht, das da Anfang des Jahres in einem Privatsender ausgestrahlt wurde. Also, kein Interview, in dem ein Journalist überraschende, auch kritische Fragen stellt, auf die der Befragte, in diesem Fall ein Politiker, dann spontan reagiert. Im Gegenteil: Es war ein Interview nach Drehbuch.

Gut vorbereitet: der Stralsunder Oberbürgermeister
Gut vorbereitet: der Stralsunder Oberbürgermeister Screenshot: Stralsund TV

Der Mann, der da freundlich befragt wurde, heißt Alexander Badrow und ist Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern. Stralsund kennt man, weil man von dort aus nach Rügen rüber fährt, in den Urlaub, und vor allem weil Stralsund die politische Heimat der Kanzlerin ist. Seit 1990 tritt Angela Merkel hier an, im Bundestagswahlkreis Vorpommern-Rügen. Dementsprechend verwurzelt ist sie in der örtlichen CDU, die seit der Wende die stärkste Kraft in der Stralsunder Bürgerschaft ist.

Alexander Badrow, der auch mit Merkel im CDU-Landesvorstand sitzt, ist erst der zweite Oberbürgermeister nach 1990, seit 2008 ist er im Amt. Im Januar nun kam der promovierte Ingenieur ins Stralsunder Museum, um sich von Stralsund TV dabei filmen zu lassen, wie er Fragen beantwortete, die er schon kannte, und Antworten gab, die er sich zurechtgelegt hatte. Er wusste bereits vorher, was hier auf ihn zukommen wird, sehr genau sogar. Das belegt ein Schriftwechsel zwischen Sender und Stadt, der Übermedien vorliegt.

Mitte Dezember erhält Stralsund TV demnach eine E-Mail aus dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt. Im Anhang: ein detaillierter Entwurf für das „Neujahrsgespräch mit Dr. Badrow“, dem Oberbürgermeister, mehrere Seiten lang. Alles ist geplant: Wann das Gespräch gedreht werden soll. Wo. Wie lange. Wer es moderiert. Und welche Themen vorkommen sollen.

"Ist nun rund": Der Entwurf zum Gespräch bei Stralsund TV
„Ist nun rund“: Der Entwurf zum „Neujahrsgespräch“ bei Stralsund TV

„Hier kommt also der neue Entwurf“, schreibt die städtische Pressestelle an den Sender und regt in der Mail an, man könne sich dazu ja Anfang Januar „ausführlich verständigen“. Bis dahin wächst der „Entwurf“ offenbar: Eine neue Version enthält dann sogar jede Frage, die Oberbürgermeister Badrow gestellt bekommen soll, komplett ausformuliert, Wort für Wort.

Im Januar kommt eine weitere Mail: „Ich denke, die Sache ist jetzt rund“, schreibt das Büro für Öffentlichkeitsarbeit. „Stellen für die Moderation“ habe man „rot gekennzeichnet“. Es scheint, als habe die Stadt an Fragen der Moderatorin gefeilt.

Der Entwurf zum Neujahrsgespräch

Der Sender nahm das so hin. Besser gesagt: Er dankte sogar in einer Mail für den Entwurf und teilte mit, den Ablaufplan des Senders mit dem des Büros für Öffentlichkeitsarbeit „abgeglichen und entsprechend ergänzt bzw. geändert“ zu haben. Liest man nun, während man das Interview ansieht, die im Entwurf formulierten Fragen mit, erkennt man sie im Beitrag wieder, teilweise eins zu eins. Im „Entwurf“ heißt es etwa an einer Stelle:

Sie selbst sind ja Ingenieur und lieben alles was mit Straßenbau zu tun hat. Aber der eine oder andere Stralsunder hat Sie auch schon einmal morgens beim Joggen oder Fahrradfahren angetroffen. Im letzten Jahr sogar beim alljährlichen Rügenbrückenmarathon. Gab es für Sie 2015 noch weitere Highlights?

Und im fertigen Beitrag klingt es dann so:

 

Die Frage gibt auch einen guten Eindruck davon, worum es inhaltlich geht: Der Oberbürgermeister darf sich und die Stadt über den grünen Klee loben, sich bedanken und sagen, was Tolles los war im vorigen Jahr und was Tolles sein wird in diesem. Die „Moderatorin“ ist dabei bloß Stichwortgeberin: Sie sagt eine Frage nach der anderen auf, um anschließend, wacker lächelnd, die Monologe von „Herrn Dr. Badrow“ auszuhalten, teilweise über Minuten, ohne (kritische) Nachfrage. Sogar das letzte Wort obliegt Badrow, der nach mehr als 20 Minuten noch „Gottes Segen“ wünschen darf. Wer es bis dahin geschafft hat, muss glauben, Stralsund sei eine Stadt ohne ein einziges Problem.

Es lief also offenbar alles nach Plan. Sogar ein Datum für eine „Preview“ wurde anberaumt, bei der „Stralsund TV“ den Beitrag der Stadt also erst vorführen sollte, bevor er auf Sendung geht. Mindestens ein Detail ließ die Stadt am Beitrag noch ausbessern: Bei den „abschließenden Wünschen“ schaue Badrow anfangs noch nicht in die Kamera, schreibt die Stadt. „Dies ist möglichst zu korrigieren.“ Und: „Mit dieser Änderung ist der Beitrag freigegeben.“

Stralsund TV wird von einem örtlichen Kabel-Unternehmer betrieben. Als wir der Redaktion Fragen schicken zum „Neujahrsgespräch“, uns erkundigen, wie alles abgelaufen ist, kommt erst mal lange nichts. Dann plötzlich schreibt der Geschäftsführer eine humorvolle, aber vermutlich ernst gemeinte Mail:

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich bin gern bereit Ihre Fragen zu beantworten, bitte jedoch um Verständnis, dass ich Ihnen meinen zeitlichen Aufwand hierfür berechnen muss. Ich gehe von maximal 2 Sunden aus und bringe netto 180 EUR/Stunde in Ansatz.

Bitte bestätigen Sie mir diese Kostenübernahme durch Sie.

Auf eine Nachfrage dazu reagiert der Geschäftsführer nicht mehr.

Bei der Stadt ist man da offener. Wesentlich. Der Pressesprecher ruft zunächst an, lobt – neben unserer – die Arbeit von Stralsund TV. Dann schickt er Antworten: Ja, die Stadt und der Sender hätten „das Drehbuch gemeinsam besprochen“ und auch den Beitrag „gemeinsam angesehen mit der Maßgabe, dass das gesprochene Wort mit den von Stralsund TV eingefügten Bildern übereinstimmt“. Damit sind wohl Schnittbilder gemeint, Aufnahmen von Veranstaltungen zum Beispiel. Aufgrund der „professionellen Arbeit“ des Senders, schreibt der Stadtsprecher, seien seitens der Stadt „keinerlei Korrekturen“ notwendig gewesen. Wieso auch? Das meiste war ja im „Drehbuch“ festgelegt.

Und nun noch: Gottes Segen
Und nun noch: Gottes Segen Screenshot: Stralsund TV

Es ist beeindruckend, wie leicht es dem Oberbürgermeister gelingt, einen Beitrag bei einem Fernsehsender so in Auftrag zu geben, wie er ihm genehm ist. Geld habe Stralsund TV dafür nicht bekommen, beteuert die Stadt. Aber auch ohne Honorar dürfte das so nicht zulässig sein, ähnlich wie vor zwei Jahren bei Television Zwickau. Der Sender hatte damals, allerdings gegen Geld, Beiträge über den Landrat ausgestrahlt und musste wegen verbotener Themenplatzierung und fehlender Werbekennzeichnung 15.000 Euro Strafe zahlen. Einerseits glimpflich, weil TV Zwickau seine Lizenz behalten durfte; andererseits sind 15.000 Euro viel Geld für kleine Sender. Gerade weil sie oft chronisch klamm sind, lassen sie sich manchmal auch auf zwielichtige Deals ein. Damit die Kasse stimmt.

Wenn es aber zutrifft, dass kein Geld geflossen ist – weshalb hat Stralsund TV dann mitgemacht? Eine mögliche Antwort wäre, dass es sich auszahlt für einen Unternehmer vor Ort, sich mit den Leuten im Rathaus gut zu stellen, auf welche Weise auch immer. Man kennt sich halt im Lokaljournalismus, ist manchmal arg eng miteinander, bis an den Kneipentresen. Das kann, in Maßen, gut sein, weil Journalisten so an Informationen kommen. Wenn die Nähe allerdings darin gipfelt, dass man politisches Bauerntheater mit Drehbuch aufführt, hat das nichts mehr mit Journalismus zu tun.

Wobei es Journalismus in Stralsund sowieso schwer hat: „Bislang hat die Stadtverwaltung offenbar nicht gelernt, welche wichtige gesellschaftliche Funktion kritischer Journalismus hat“, sagt Benjamin Fischer. Das sei in keiner anderen Stadt Mecklenburg-Vorpommerns so. Fischer kennt das Land: Er leitete lange Zeit die Greifswalder Redaktion der Ostsee-Zeitung (OZ), nun ist er Lokalchef in Stralsund. Fischer sagt, dass es in jeder Bürgerschaftssitzung mindestens einen Spruch gebe auf Kosten der Presse. „Dass eine Lokalzeitung dann besonders gut ist, wenn sie Diskussionen anstößt, sieht man in Stralsund nicht.“

Die CDU in Merkels Wahlkreis scheint sich derweil publizistischen Einfluss gesichert zu haben. Eine besondere Rolle spielt dabei die „Zeitung am Strelasund“ (ZAS), ein Anzeigenblatt, das jeden Sonntag gratis in die Hausflure fällt; Auflage, nach eigenen Angaben: rund 40.000 Exemplare. Die „ZAS“ ist umstritten, weil ihr, obwohl sie sich „unabhängige regionale Zeitung“ nennt, eine Nähe zur CDU nachgesagt wird. Manche unken, man könne doch schon von weitem, an der Schmuckfarbe, erkennen, wessen Geist durch das Blatt wehe: Die „ZAS“ trägt Orange im Titelkopf, allerdings ein anderes als die CDU.

Der Titelkopf der angeblich "unabhängigen" ZAS
Der Titelkopf der angeblich „unabhängigen“ ZAS Ausriss: ZAS

Als „inhaltlich verantwortlich“ steht im Impressum der ZAS ein Mann namens Hendrik Lastovka, ein Rechtsanwalt, der nicht nur Geschäftsführer der Zeitungsgesellschaft mbH Stralsund ist, sondern auch zweiter stellvertretender Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion der Hansestadt und Mitglied im Hauptausschuss sowie Vorsitzender des Bauausschusses. Alles einflussreiche politische Ämter. Und in guter Tradition. Der Name Lastovka ist bekannt in Stralsund: Hendrik Lastovkas Vater Harald, laut „Süddeutscher Zeitung“ ein „langjähriger Freund und Mitstreiter Angela Merkels“, war 18 Jahre lang Oberbürgermeister. Der Mann mit dem weißen Vollbart galt zu Amtszeiten als eher pressescheu.

Eckehard Nitschke, ein alter Parteifreund von Lastovka senior, erzählt, dass der Oberbürgermeister damals geholfen habe, Investoren für die ZAS zu finden, als diese in finanzieller Not war. Es klappte. Und auch Nitschke half. Er liquidierte seine alte GmbH für Möbelimport, und die ZAS übernahm sie vor einigen Jahren. Das Handelsregister nennt sieben Investoren, die zum Teil der CDU nahe sind, etwa die Ehefrau eines hochrangigen Bürgerschaftsmitglieds oder ein (inzwischen ehemaliges) Mitglied des CDU-Kreisvorstands.

Dass sich die Verbindungen auch im Inhalt der ZAS niederschlügen, findet Nitschke, der CDU-Mann, allerdings nicht. Alle Parteien könnten dort etwas beitragen. Und über die CDU lese er in der ZAS „wirklich wenig“.

Das sehen viele anders. Kürzlich veröffentlichte die kritische Facebook-Seite „Hansestadt Stralsund“, die nicht von der Stadt betrieben wird, einen Beitrag über die ZAS, in dem auch sie deren Unabhängigkeit bezweifelt. Die Betreiber der Seite, die anonym bleiben wollen, weil sie den Groll der Stadt und der CDU fürchten, haben die ZAS schon häufiger kritisch thematisiert. Voriges Jahr etwa, im Wahlkampf, haben sie gezählt, wie viele Artikel über die OB-Kandidaten in der ZAS erschienen. Im Monat vor der Wahl sollen es ein Text über die Kandidatin der Grünen gewesen sein, zwei Artikel über die SPD, neun für die Linke – und 33 für: Alexander Badrow.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für diese Überlast ist die ZAS vom 19. April 2015, eine Woche vor der Wahl, bei der Badrow als Oberbürgermeister wiedergewählt wurde. Die ersten vier Seiten: quasi monothematisch.

Eine Anzeige?
Eine Anzeige? Ausriss: ZAS 19.4.2015

Auf Seite 1 begleitet Badrow (CDU) Bundesgesundheitsminister Gröhe (CDU) bei einem Rundgang durch eine Demenz-Klinik; auf Seite 2 nimmt Badrow (symbolisch) von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Glawe (CDU) rund sechs Millionen Euro Fördermittel des Landes entgegen; auf Seite 3 empfängt Badrow Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Wirtschaftsforum; und auf Seite 4 eröffnet Badrow einen Parkplatz (nicht CDU).

Insgesamt sechs Artikel der Ausgabe sind dem Oberbürgermeister gewidmet, in zwei weiteren Texten spielt er eine Nebenrolle. Und illustriert ist all das mit sage und schreibe elf Fotos, auf denen Badrow abgebildet ist; mit dem Foto aus der (nicht gekennzeichneten) Anzeige auf dem Titel, die auf eine beiliegende Wahlbroschüre von Alexander Badrow hinweist, sind es sogar zwölf.

Übergewicht: Eine Woche vor der OB-Wahl
Übergewicht: Eine Woche vor der OB-Wahl Ausriss: ZAS 19.4.2015

„Wir haben schon vor Jahren erkannt, dass die ZAS Hofberichterstattung für den Oberbürgermeister und die CDU macht“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Schweriner Landtag, Jürgen Suhr, der aus Stralsund kommt. Suhr findet, dass kommunalpolitische Themen von der ZAS oft so verarbeitet würden, dass die Artikel insbesondere Positionen der CDU enthielten. Da die Grünen das nicht unterstützen wollten, habe man vor längerer Zeit beschlossen, keine Anzeigen in der ZAS zu schalten, „auch in Wahlkampfzeiten, das haben wir durchgezogen“, sagt Suhr.

Auch der Stralsunder Steuerberater Richard Kinder hat seine Erfahrungen mit der ZAS gemacht. Kinder schreibt gelegentlich für die Zeitung. Das läuft in der Regel so, dass er eine Anzeige schaltet, die er bezahlt, und dann darf er zusätzlich in einem Artikel seine Sicht auf steuerliche Dinge publizieren. So macht die ZAS Geld, bekommt Inhalte, und der Steuerberater macht sich bekannt. Schon das ist, aus journalistischer Sicht, grenzwertig.

Vor ein paar Wochen schrieb Kinder dann einen Text, der es nie in die ZAS geschafft hat. Im Prinzip hatte Kinder gemacht, was eine Lokalzeitung leisten sollte: Er informierte, dass die Stadt Gemeindesteuern erhöhe, zum Beispiel die Grundsteuer – und ordnete ein, was das für die Geldbörsen der Bürger bedeutet. Dabei hatte Kinder, zwangsläufig, Beschlüsse der Bürgerschaft kritisiert, woraufhin ihn die ZAS wissen ließ, dass man das so nicht veröffentlichen werde. In die Entscheidung war offenbar auch Geschäftsführer Lastovka eingebunden.

Lastovka selbst möchte offenbar nicht über die Zeitung sprechen, deren Inhalte er verantwortet, auch nicht über seine Rolle dort und die der CDU. Am Telefon bat er zunächst darum, Fragen schriftlich an ihn zu richten, dann werde er „gegebenenfalls“ antworten. Auf unsere Anfrage per Mail reagierte Lastovka nicht. Auf Nachfrage am Dienstag sagte er, dass er noch nicht wisse, ob er es schaffen werde, zu antworten. Bis Mittwoch Mittag ließ er dann nichts von sich hören.

Man sollte die publizistische Relevanz der ZAS nicht überschätzen, es gibt ja auch noch andere Zeitungen in Stralsund. Andererseits erreicht die ZAS Woche für Woche viele tausend Menschen, die vielleicht glauben, sie läsen ein unabhängiges Blatt, wie es auf dem Zeitungstitel steht.

Nachtrag, 21.4.2016. Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV), die den privaten Rundfunk beaufsichtigt, will prüfen, ob Stralsund TV gegen das Rundfunkgesetz verstoßen hat. Das bestätigte die MMV auf Anfrage.

„Mit diesem Beitrag könnte Stralsund TV gegen §23 des Rundfunkgesetzes Mecklenburg-Vorpommern verstoßen haben“, sagt MMV-Direktor Bert Lingnau. Absatz 2 besagt unter anderem:

Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen […] zu entsprechen. Sie müssen unabhängig und sachlich sein.

Das ist in diesem Fall zu bezweifeln. Nicht ganz klar ist zudem, ob die Stadt auch ein Honorar an den Sender gezahlt hat. Die Stadt bestreitet das. Der Sender hat auf unsere Anfrage dazu nicht geantwortet.

Die MMV werde nun Sendemitschnitte des Interviews anfordern, um diese zu sichten und zu bewerten, sagt Lingnau. Sollte gegen das Gesetz verstoßen worden sein, „muss die MMV eingreifen“. Dem Sender drohe unter Umständen ein Bußgeld; die härteste „Aufsichtsmaßnahme“, so Lingnau, wäre ein Entzug der Sendelizenz, was aber eher unwahrscheinlich ist.

Das Verfahren dürfte erfahrungsgemäß länger dauern. Der Medienausschuss der MMV, der den Vorgang bewerten muss, tagt zwar in der kommenden Woche. Allerdings ist das bürokratische Prozedere in den Medienanstalten so ausgefeilt, dass es oft Monate braucht, bis das Gremium alles gesichtet und bewertet hat und dann möglicherweise eine Sanktion ausspricht.

Nachtrag 22.4.2016. Die Stadt Stralsund hat sich inzwischen nochmal geäußert. In einem Beitrag auf der Internetseite der Stadt heißt es, das „Neujahrsgespräch“ sei eine „Neujahrsansprache“ des Oberbürgermeisters gewesen. „Bewusst“ habe man dafür „das Stilmittel Interview gewählt – wie auch in den vergangenen Jahren. Dies soll zur Abwechslung beitragen und das monotone Ablesen von einem sonst üblichen Teleprompter vermeiden“, so die Stadt. Es sei üblich bei solchen Formaten, dass „die örtliche Situation und Inhalte vorbesprochen werden“. Vorgaben habe die Stadt dem Sender aber nicht gemacht.

Auch der Geschäftsführer von Stralsund TV, Frank Plückhahn, hat sich nun noch zu Wort gemeldet. Dem „Nordkurier“ (Ausgabe vom 22.4.2016) sagte er: „So ein Themenaustausch ist gängige Praxis.“ Ohne diesen würde der Sender sonst kaum Zusagen für Interviews bekommen. Plückhahn wirft Übermedien deshalb „maßlose Übertreibungen“ vor. Trotzdem räumt er ein, dass die Absprachen zu diesem Gespräch „etwas zu ausführlich ausgefallen“ seien.

54 Kommentare

  1. Nunja, so oder ähnlich geht es wohl überall mit lokalen Sendern zu.
    Beispiel Düsseldorf mit „CenterTV“, dem Privatkanal der „Rheinischen Post“: Hier tut man sich erkennbar schwer mit dem OB Geisel von der SPD.
    Für wohlwollende Berichterstattung im Sinne der RP werden Moderatoren dann schonmal Venetia und Prinz im Karneval. Egal, muss man ja nicht gucken…

  2. Lieber Boris Rosenkranz,

    ihr solltet nicht der Versuchung erliegen, Berichte auf Übermedien künstlich aufzublasen. Das kann ganz schnell nach hinten losgehen, das schadet eurem Renommee.

    In diesem Fall ist der wiederholte Versuch, irgendwie Angela Merkel ins Spiel zu bringen, sehr durchschaubar. Da ist also ein kleines Kaff, wo der Bürgermeister mit einem Nischen-Sender fragwürdig dealt. Und Merkel hat was damit zu tun? Dass das in ihrem Wahlkreis spielt? Meine Güte. Man wartet förmlich auf den #regsprecher.

    Und dann wird diese Provinzposse garniert mit der Überschrift „Journalismus, wie er den Regierenden gefällt.“ Liebe Leute, das erinnert mich bestenfalls an die Schülerzeitungen, die wir dunnemals gemacht haben. So viel Drama. So viel Pathos.

    Zu viel.

    Habt ihr nicht nötig. Könnt ihr besser.

  3. Tja Theo, das siehst du so. Aber die Menschen die in dieser Stadt leben sind vom CDU-Klüngel genervt und freuen sich sehr über diesen Bericht. Ich gehöre zu diesen Menschen und finde diesen Beitrag großartig. Zeigt er doch was die Regierenden von Pressefreiheit halten. Nicht mehr als die Regierenden in Polen oder Russland.

  4. Es ist völlig richtig, dass ihr über diesen unerträglichen Fall von Hofberichterstattung schreibt. Doch was hat das mit Angela Merkel zu tun? Leider verkauft auch spiegel online die Geschichte in der Überzeile mit dem Hinweis auf Merkels Wahlkreis. Das ist nicht in Ordnung.

  5. Mattes,

    ich habe doch gar nichts dagegen, dass darüber berichtet wird. Nur nicht so arg marktschreierisch. „Die Regierenden“, die du hier auf einer Höhe mit den Regierungen von Polen und Russland vergleichst, sind halt nur ein paar wenige Provinzhanserl.

  6. Lieber Theo,

    danke für die Kritik! Ich sehe das etwas anders. Ich finde den Bezug schon legitim, denn: Es ist nun mal Merkels Wahlkreis. Wäre sicher interessant, mal Ausgaben der ZAS zu lesen, die vor BT-Wahlen erschienen sind. Ist das nicht ein Problem? Dass den Lesern nicht offen gesagt wird, was sie da zu lesen bekommen? Und wer das macht? Und, ja, stimmt, mag ein bisschen pathetisch klingen, die Überschrift, aber: Ist doch wahr!

  7. Boris,

    jedes kleine Provinzblatt bekommt einen publizistischen Orgasmus, wenn Themen aus dem eigenen Sprengel mal überregionale Beachtung finden.

  8. Schade, dass man den Artikel nicht lesen kann, ohne ein Abo abzuschließen. Kann mich ja gar nicht informieren, ob es das auch wert ist. Und wenn Ihr Eure Inhalte verbreiten wollt, ist ein Abo halt im Weg.

  9. Toller Artikel und genau dafür zahle ich (ebenso wie für den „verfolgten“ Bild-Reporter) sehr gerne! Die Kritik von 2. THEO an der Erwähnung Merkels kann ich nicht nachvollziehen, da sie direkt zum Fall gehört. Wäre die Info weggelassen worden, DANN hätte ich das als kritikwürdig empfunden.

  10. @Raoul
    Frau Merkel gehört direkt zum Fall? Inwiefern? Mich erinnert die Erwähnung eher an die Methoden von „die aktuelle“ oder ähnlichen Blättchen, die schon eine Schlagzeile produzieren, wenn ein Prominenter bei einem schlimmen Ereignis nur in der Nähe war und fast in Mitleidenschaft gezogen worden wäre.
    Die Bundeskanzlerin hat das Interview nicht in Auftrag gegeben? Aber fast, denn es ist ja ihr Wahlkreis!

  11. @11/12: Nein, derzeit kann man unsere Beiträge nicht einzeln über Blendle beziehen. Wir finanzieren uns durch Abos, die monatlich kündbar sind, also ganz unkompliziert. Außerdem schalten wir Texte, die zunächst für unsere Abonnenten sind, nach ein paar Tagen frei. Dann kann sie jeder sehen, liken, verbreiten.

  12. Regionalsender sind Anzeigenblättchen mit Bewegtbildanteil. Das wissen die die Zuschauer genauso wie die Blattmacher, pardon: TV-Macher.
    Und damit stecken sie in derselben Bredouille wie alle Regionalzeitschriften: ohne Hofberichterstattung in Sachen Politik & Wirtschaft keine verkauften Anzeigen mehr.

    Dasselbe passiert in dieser Form jeden Tag überall in Deutschland. Der Zusammenhang mit Rautes Wahlkreis ist m.E. zufälliger Natur.

    Keiner erwartet ernsthaft von denen eine unabhängige Berichterstattung…

  13. @Dani, #16

    Ja, man kann so argumentieren.

    Aber, obwohl ich auch der Meinung bin, dass man es eigentlich wissen sollte, werde ich immer wieder eines besseren belehrt.

    Zu viele Leute glauben einfach, dass z.B. BILD oder eben das regionale Blatt „die Wahrheit“ (TM) schreiben.

  14. Naja, jetzt ähnelt der Stil schon sehr dem einer schlechten regionalen Zeitung wie der Ostseezeitung.
    Werden gar keine sexuellen Belästigungen im düsteren musealen Flair vermutet … oh Mann …

  15. Es wäre für den GEZ’ler ein guter Zeitpunkt um eine Diskussion zur Beteiligung der Lokalsender an besagtem Topf zu führen. Freie Lokalsender, die die Funktion der öffentlich- rechtlichen im Kleinen einnehmen, wird es mit diesen wirtschaftlichen Zwängen niemals geben. Das beginnt schon bei den Zusammensetzungen der Bürgerschaften. Hier sitzen die Unternehmen aus den jeweiligen Orten und dann wird weggelassen, um den nächsten Abschluss nicht zu gefährden. Jetzt wurde eine Mail abgefangen oder weitergeleitet und gesprochen wird von Skandal – die Branche lacht sich kaputt.

  16. Die Firmenidee von Boris Rosenkranz und Stefan Niggemeier ist so plump wie überflüssig….. Man behauptet man ist frei und unabhängig, aber die Jungs buhlen und betteln schon auf ihrer Internetseite um Geld von Möglichen Menschen, die in ihre Abo-Falle tapsen….. Nun, es ist keine Abofalle im herkömmlichen Sinn, es ist viel schlimmer….. Herr Rosenkranz und Herr Niggemeier heben sich selber auf eine Übergeordnete erfundene Plattform und glauben nun, über andere Journalisten richten zu können….. Es gibt dazu keine rechtliche Grundlage oder Mandat der Landesmedienanstalten oder sonst irgendwelcher Behörden. Verbieten kann man sowas leider auch nicht, daher müssen wir so was schlechtes auch ertragen…

    Und um davon leben zu können, so wie sie es auf ihrer Internetseite schreiben, braucht man Menschen, die ihre Texte auf ihrer Seite als Abo kaufen. Nun scheinen die beiden Herren Rosenkranz und Niggemeier sehr verzweifelt zu sein, da sie nun die unterste Schublade des Sensationsjournalismus ziehen und sich Opfer suchen, auf denen man mit Markigen Sprüchen herumhackt. Dabei schlüpfen sie in die Rolle des erfahrenen Journalisten mit erhobenen Zeigefinger, spielen Richter und holen die journalistische Betroffenheitskeule raus…. Oh je…. wir billig und platt!!!

    Das ist das Problem mit den sogenannten Freien Journalisten, die sich aufschwingen ein Onlineangebot zu schaffen, was als „Kaufabo“ nur wirtschaftlich funktioniert aber eigentlich keiner braucht. Das erledigen die wirklichen großen Online Redaktionen. Flugs eine GmbH gegründet als Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Feuer frei…

    Das müsste doch funktionieren, denken sich so die Herren Rosenkranz und Niggemeier, wenn ja wenn die Nachrichten nur Skandalträchtig genug wären. Also frisch aus Werk… Und heraus kommt so ein Blödsinn wie mit Stralsund TV und einem Bürgermeister einer kleinen Stadt im betulichen Mecklinburg-Vorpommern. Wo eigentlich nichts ist, wird jetzt die verbale Keule rausgeholt…. So ein Schwachsinn!!!

    Allein der Satz „das geht aus einem Schreiben hervor, der jetzt „Übermedien“ vorliegt. Wer ist den bitte „Übermedien“ ? Hört sich an wie der Europäische Gerichsthof? Nein, es sind nur zwei „Journalisten“ die leider den Pfad des guten Journalisten verlassen haben um jetzt wie die zwei Opas aus der Muppet-Show über alles und jeden zu wettern unter dem Deckmantel der selbsternannten Presseaufpasser Abonnenten zu fangen, damit bei den Herren zu Hause der Kühlschrank voll ist. Sie nennen das selber auf ihrer Internetseite:

    …Wir sind undogmatisch, was weitere Einnahmequellen angeht. Wir loten aus, ob und wie sich ein journalistisches Angebot wie dieses finanzieren lässt. Unser Plan ist, davon leben zu können….

    Verstehe, verstehe…

    Das Wekzeug, womit die beiden Herren sich bedienen ist Aufzubauschen, Pathos, Behauptungen, Besserwisserei, Skandalschlagzeilen ohne wichtigen Innhalt usw…

    Schauen wir doch mal genauer hin…

    Ihre früheren Arbeitgeber haben sie entlassen oder die Festanstellung ist futsch, weil die Tageszeitungen eine sterbende Zunft sind. Ist ja nichts Neues. Öffentlich Rechtliche Sender stellen kaum noch ein. Klar, das ist traurig genug. Auf der Internetseite schmückt man sich mit öffentlich rechtlichen Beschäftigungen beim NDR. Man fragt sich, warum sind die beiden Herren nicht mehr dort beschäftigt? Aus gutem Grund? Das bleib leider offen. Würde man sie fragen, würde man bestimmt zu hören bekommen “ wir wollten uns unbedingt selbstständig machen um uns endlich frei zu verwirklichen“ so vermute ich.

    Wenn das dabei rauskommt…. Himmel hilf!!!!

    Seit wann darf sich ein Bürgermeister nicht auf eine Fernsehsendung mit Fragen und Antworten vorbereiten? Wieso soll man ein Gespräch nicht im Vorfeld vorbereiten? Weil man Bürgermeister ist und alles aus der Pistole heraus frei sprechen muss?? Kindergüte…. wo leben wir denn? Gerade beim öffentlich rechtlichen Fernsehen wird nichts dem Zufall überlassen. Da steht an jeder Ecke eine Telepromter für die Redakteure. Ein Bürgermeister darf das nicht? Er darf also nicht seine Arbeit und seine geleistete Arbeit für die er verantwortlich zeichnet für ein Fernsehproduktion aufbereiten? Liebe Herren Rosenkranz und Niggemeier, haltet doch mal dem Ball flach!! Durch solche Journalisten wie ihr es seid, stehen irgend wann keine engagierte Menschen zur Verfügung, die ein politisches Amt in der Öffentlichkeit antreten, wenn solche Menschen wie ihr es seid auf der Lauer liegen und von hinten zuschlagen.

    Die Menschen in Stralsund werden ihrem Lokalsender gerade jetzt die Treue halten, weil sie wissen, was sie an Stralsund TV haben. Stralsund TV hat schon gesendet, da habt ihr wahrscheinlich immer noch euer drittes Volontariat gemacht. Ihr wollt irgend wann mal weitere Menschen bei euch beschäftigen? Stralsund TV macht das schon sein der Wende! Und sie bilden junge Mediengestalter aus. Etwas, was euch beiden völlig abgeht. Stralsund TV mit allen Standorten beschäftigen rund 25 Festangestellte Mitarbeiter?? Die Betreiber positionieren sich seit Jahren als verlässlicher Partner der Region. Auch Stralsund TV kann Medienpreise aufweisen…

    Anstatt innerhalb der Kollegenschaft zusammen zu halten und sich gegenseitig zu fördern, beschmutz ihr euren eigenen Berufsstand um euerem persönlichen finanziellen Reibach daran zu verdienen unter dem Deckmantel des unabhängigen Journalismus, den ihr den Menschen weismacht für euch vereinnahmen zu wollen. Wie schäbig ist das denn.

    Ich bin Fernsehproduzent und bewege mich sein 1998 in der lokalen Fernsehlandschaft bis heute. Ich bin der Meinung, dass gerade solche Onlinangebote wie ihr es gerade betreibt unter eine verstärkte Aufsicht der Landesmedienanstalten in Deutschland gehört. Ihr postet solchen Mist auch noch bei Facebook und die Leser eurer Seite hängt sich dran. Leider kaum Abonenten. Diese Erfahrung müsste ihr schon gemacht haben. Die Betroffenen können sich kaum wehren….

    Die Landesmedienanstalt in NRW hat jetzt eigens deswegen eine Stiftung gegründet, mit dem Hauptanliegen dem sehr schwachen Onlineredaktionen, die oftmals noch nicht mal ein Redaktionsstatut aufweisen können, Journalistische Kompetenz beizubringen. Ein Redaktionsstatut hatte ich auch auf eurer Internetseite vergebens gesucht. Genau solchen Journalismus, der hier betrieben wird, löst den allgemeinen Shitstorm bei Facebook aus, den ja auch die Herren Rosenkranz und Niggemeier betreiben. Nicht Stralsund TV gehört kontrolliert, sondern die Kollegen von „Übermedien“…. Und ihr wisst es selber ganz genau, was ihr hier abzieht.

    Da ihr ja gut mit Kritik umgehen könnt, Diskussionen anstoßen wollt, oder zu mindestens es euch unterhält und ihr nicht griesgrämig seid, sondern angriffslustig und gut gelaunt (oder wenigstens unterhaltsam schlecht gelaunt) so steht es auf eurer Seite, gehe ich davon aus, dass mein Kommentar nicht gelöscht wird.

    Euer Geschäftsmodell soll mir helfen, anderen zu zeigen, wie man es nicht machen soll. Guter Journalismus braucht keinen Pathos, er braucht „richtige Journalisten“!!

    Es gibt viele Kurse, die ihr besuchen könnt um euer Handwerk noch zu erlernen, ohne vor anderer Türen Dreck auszuschütten, bevor man nicht vor seine eigenen Haustür sauber gemacht hat. „Übermedien“ ein gutes Beispiel für eine schlechte Onlineplattform.

    Ihr könnten auch besser Jogurtbecher bei Supermarkt einsortieren, da könntet ihr weniger Schaden anrichten….

    Obwohl… vielleicht hat die Bundeskanzlerin in ihrem Wahlkreis von einem Jogurt gekostet, wo das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist? Daraus könnte man auch eine Verschwörungstheorie aufbauschen bis zum dritten Weltkrieg…

    Für ein Abo tu ich alles….

  17. An 14: Frank Reichelt:

    „Seit 1990 tritt Angela Merkel hier an, im Bundestagswahlkreis Vorpommern-Rügen. Dementsprechend verwurzelt ist sie in der örtlichen CDU“

    „Als „inhaltlich verantwortlich“ steht im Impressum der ZAS ein Mann namens Hendrik Lastovka (…) Der Name Lastovka ist bekannt in Stralsund: Hendrik Lastovkas Vater Harald, laut „Süddeutscher Zeitung“ ein „langjähriger Freund und Mitstreiter Angela Merkels“, war 18 Jahre lang Oberbürgermeister.““

    „auf Seite 3 empfängt Badrow Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Wirtschaftsforum“

    Ich finde, das ist schon ein bisschen mehr als nur „in der Nähe“ zu stehen.

  18. @20 Sebastian:

    Uh, Sie sind sicherlich ganz außer Atem jetzt. Ich meine: Sie haben es von Stralsund aus – halbargumentativ – bis zum Dritten Weltkrieg geschafft, in nur einem Kommentar. Das schafft nicht jeder! Da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll, geschweige denn: aufhören. Zumal Sie vermutlich ohnehin nicht glauben werden, dass es Menschen (in Stralsund) gibt, die diese Art von Politik-PR stört. Die unabhängig, kritisch informiert werden möchten über das, was in ihrer Stadt, ihrem Land vorgeht. Und, übrigens: Wir arbeiten auch weiterhin für andere. Hätten Sie herausfinden können, wenn Sie nicht gleich explodiert wären. Aber, tja… Jedenfalls: Alles Gute!

  19. Nö…. ich bin nicht außer Atem. Ich halte euch nur den Spiegel vor. Und ich bediene mich der gleichen Werkzeuge wie ihr. Nur ist es eben so, das ihr eben nicht unabhängig seid, da ihr euch selber finanzieren müsst. Und Ihr macht euren Lesern nur was vor, dass ihr unabhängig seid. Ihr seid genau so kommerziell unterwegs wie alle…. Nur dass ihr eure Leser anlügt und euch selber in die Taschen packt. Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser. Da ihr meinen Kommentar nun doch geschaltet habt, werde ich das auf Facebook korrigieren.

  20. @23 Sebastian

    Ah, da hatten Sie sich wahrscheinlich schon über Zensur ereifert, richtig? Wieso hatte ich das geahnt?

  21. Boris: Das ist nicht wichtig. Wichtig währe nur für Sie beide, dass sie erkennen, dass sie nicht unabhängig sind. Aber Sie tun so. Gute und verantwortungsvolle Journalisten sollten anderen Medienkollegen eher helfen, sie fördern, unterstützen. Sie beide zerschlagen ein Haufen Porzellan wo nichts ist und schwärzen voller Stolz ihre Kollegen an und freuen sich auch noch in aller Öffentlichkeit über Ermittlungen der Landesmedienanstalt…. Sie rühmen sich und suhlen sich in ihrem schäbigen Verhalten…. Was soll sowas? Ausgerechnet bei einem kleinen Lokalsender, der genau wie Sie überleben möchte???
    Ihre Arbeit ist nicht sonderlich rühmlich. Sie sind nichts besseres als andere Berufskollegen…. Sie stehen weder über anderen Berufskollegen noch sie Sie was besseres? Also was soll das?
    Wenn Sie wirklich die Qualität des lokalen und regionalen Journalismuses verbessern möchten, ladet zu Seminaren ein und verdient so euerer Geld.
    Es bleibt dabei… „Übermedien“ ist ein sehr gutes Beispiel für eine sehr schlechte Onlineredaktionen auf Kosten dritter. Das aber haben Sie nicht verstanden. Ob es da Leser gibt, die in ihr Horn mit tuten oder nicht. Es gibt immer Mitläufer, die glauben zu allen und jedem ihren Scheiß mit zu zu packen….

    Und… Natürlich kann man über so eine Fernsehsendung auch kritisch schreiben, kommt aber immer auf den Ton an und wie fachlich man integer ist. Sensationsjournalismus in einer kleinen Stadt in Mecklinburg-Vorpommern ist genauso hol, wie euer Vorgehen am Markt.

  22. Boris: Damit Sie meine Agumentation auch verstehen. Ich bin Veranstalter und Ausrichter des größten deutschen Regionalfernsehpreises , der RegioStar. Seit 14 Jahren lade ich über 250 Fernsehredaktionen aus allen Teilen Deutschlands ein, die sich dem größten Fernsehwettstreit im lokalen und regionalen Fernsehbereich stellen. Mit Schnitt nehmen ca. 40 große und kleine Fernsensehsender seit 14 Jahren einmal im Jahr daran teil. All diese Redaktionen lade ich ein zu einem Erfahrungsaustausch zur Qualitätsverbesserung der geleisteten Arbeit. Am. Tag der Preisverleihung kommen über 250 Journalisten und Fernsehmacher zusammen. Zum Erfahrungsaustausch, zur Preisverleihung .
    Eine Jury von absoluten Profis im Journalistischen, wie technischen oder handwerklichen Bereich setzen sich mit den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen fachlich intensiv auseinander. Fast alle Landesmedienanstalten aus Deutschland unterstützen den Deutschen Regionalfernsehpreis. Die Qualitätsichtung zieht sich über ein viertel Jahr hin. Es wird ein hoher Aufwand betrieben für die Qualitätsverbesserung. Auch Stralsund TV beteiligt sich seit 14 Jahren an diesem harten Wettstreit und musste auch hier schon eine Vielzahl an Kritik einstecken. Nur wird hier Kritik geübt, um Kollegen zu helfen, zu fördern und aber auch zu fordern. Das ist der Ansatz, mit dem Sie sich beschäftigen müssen. Es gibt keine Grundlage für das Netztbeschmutzen anderer Kollegen, wenn man selber kommerziell davon leben will. Daher noch mal, unabhängig sind sie nicht.

  23. Sebastian,

    ich kann deine Kritik schon etwas nachvollziehen. Das ist der alte Konflikt zwischen aktivem und passivem Journalismus (wobei die Begriffe es nicht wirklich greifen). Kritiker sind noch nie beliebt gewesen. Es war schon immer ärgerlich für Autoren, dass Kritiker selber kaum in die Verlegenheit geraten, etwas Eigenes, etwa Neues zu schaffen. Nicht selten ist da auch eine Häme im Spiel, bei der man sich fragt, ob denn der Kritiker selbst jemals eine Neigung verspürt, seine vermeintliche Überlegenheit unter Beweis zu stellen.

    Aber das muss man aushalten.

    Und man muss schon bereit sein, Unterschiede zu sehen. In diesem Fall ist das Vorgehen von lokaler Administration und lokalem Sender nicht in Ordnung gewesen. Der Vorgang widerspricht allen Regeln, die der Journalismus sich selbst gesetzt hat. Diese Feststellung bedarf aber keines Ballyhoos.

    Übrigens sollte man als Leser auch die Vorteile dieser Plattform hier sehen. Bei Übermedien kann der Leser die Kritik kritisieren. Das ist bei den klassischen Medien oft nicht der Fall.

  24. @Sebastian: Was wir machen, nennt sich Journalismus. Das muss Ihnen nicht gefallen, damit müssen Sie auch nicht im Einzelnen einverstanden sein, aber zu sagen, Journalisten dürften nicht ihr Geld mit kritischem Medienjournalismus verdienen, lässt mich das Schlimmste befürchten für das, was Sie in Ihren Seminaren und Preisveranstaltungen machen.

    Da Sie nicht müde werden zu wiederholen, wir seien nicht unabhängig: Von wem sind wir denn abhängig? Und wollen Sie nicht vielleicht die falschen Behauptungen über die Arbeitgeber, die uns angeblich gekündigt haben zurücknehmen? Oder kommt’s da nicht so drauf an, wie auf die Frage, ob ein Interview nach abgesprochenem Drehbuch abläuft oder nicht?

  25. Sie beide tarnen immer wieder unter dem Namen “ das muss man aushalten, selbst gesetzte Reglen und was weiß ich noch ihre Geschäftsidee Geld mit schlechten Nachrichten zu verdienen. Oh, was sind sie doch so erfahren und was sind die anderen so schlecht…
    Hauptsache ein Abo kommt für sie raus…. Kritik an der Kriktik….?
    Es ist so einfach sie dabei zu durchschauen , egal was sie da jetzt anführen…. So wie sie beide das Betreiben ist es ein schlechter Witz.
    Sie sind abhängig von zahlenden Kunden, die ein Abo für ihre Onlinebeiträge bei Ihnen abschließen. Das ist doch ganz einfach. Da braucht es keine geschwollenen Worte von wegen ich befürchte das schlimmste. Zum einen gebe ich keine Seminare und zum anderen nenne ich es was sie machen eben schlechten Journalismus. Leider müssen wir beide das auch aushalten. Aber sagen muss man es. Laut und deutlich und immer wieder. Auch wenn Sie das nicht so sehen, besser erkennen. Was sehr schade ist. Sie nennen das kritischen Medienjournalismus, ich nenne das Sensationsjournalismus wo ne Mücke zum Elefant aufgeblasen wird mit Patos von selbsternannten Medienrichtern…
    Ich freue mich für sie beide, dass Sie nicht entlassen worden sind, von ihren früheren Arbeitgebern und möchte das hier ganz offiziell richtig stellen.

  26. Theo: Sie haben hier vollkommen Recht. Aber es ist so einfach, den verbalen Holzhammer rauszuholen und aus der Ferne draufzuhauen. Davon lebet „Übermedien“ zumindest wollen sie es ausloten, ob man davon leben kann… Und dabei zerschlagen sie überall da, wo sie sich traun Porzellan. Wenn die beiden nicht einverstanden sind mit der Berichterstattung, hätten sie bei den Kollegen anrufen können und hätten auf die wie sie meinen schlechte Vorgehensweise des Bürgermeisters und der Kollegen von Stralsund TV aufmerksam gemacht. Sie hätten Hilfe oder Kritik direkt an die Macher richten können. Übermedien ist kein Kontrollorgan der Lokalen Fernsehsender. Die müssen ihre Beiträge gesammelt auf Verlangen der Landesmedienanstalten in einem Archiv vorhalten. Aber Übermedien blasen das auf wie eine Staatsaffäre, und poltern durch alle öffentlichen Instanzen um auf ihre Online-Abos aufmerksam zu machen. Das ist nicht verboten aber eben schäbig. Menschen, die sich damit nicht so richtig auskennen, glauben hier sei sonst was passiert. Hier ist aber nichts schlimmes passiert, außer dass sich ein Bürgermeister und ein kleiner Fernsehsender auf ein Interview vorbereiten. Und das auch noch fast ein halbes Jahr später…. Unglaublich …..

  27. Sebastian, hören sie doch bitte auf mit dem Netzbeschmutzen, die Hälfte ihrer Argumente (gekündigt, nicht unabhängig) ist haltlos, was übrig bleibt sind normative Forderungen nach Zusammenhalt in der Branche, einfach weil es ihnen wichtig ist, in ihrer Position durchaus verständlich. Aber als der an Qualitätssicherung intetessierte Mensch, als den sie sich darstellen, sollten sie in der Lage sein zu begreifen, dass Kritik da dazu gehört.

  28. Nicolja: Sie erkennen nicht, dass man auch Kritik anders üben kann. Förderung, anstatt darauf eine Geschäftsidee aufzusetzen um durch Besserwisserei an dritten Geld zu verdienen. Kritik ist sehr wichtig. Und es kommt so sehr darauf an, wer sie äußert und wie man sie äußert und ob man dadurch eine Verbesserung erfährt. In solchen Fällen wie hier schwingen sich zwei Menschen auf, die mit ausgeklügelten Besserwissereijournalismus ihren Kühlschrank voll kriegen müssen. Das ist zu einfach und eben zu platt…. Die Betroffenen können so wie ich das sehen, noch nicht mal eine Gegendarstellung einstellen um sich zu wehren. Und das betrifft nicht nur Stalsund TV. Hier stimmt so vieles noch nicht.

  29. @Sebastian: Sie reden sich um Kopf und Kragen. Wieso können die Betroffenen, so wie Sie das sehen, noch nicht mal eine Gegendarstellung einstellen? Boris Rosenkranz hat sämtliche Betroffenen vorher mit den Vorwürfen konfrontiert und ihnen Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äußern. Zum Teil haben sie diese Gelegenheit, wie Sie im Artikel oben sehen, auch genutzt.

  30. Da sieht man doch mal wieder, daß auch Kommentarspalten einen entscheidenden Mehrwert bieten können. Ich für meinen Teil weiß nun zumindest genau, was ich von diesem sogenannten Regionalfernsehpreis „RegioStar“ zu halten habe.

    Ein Veranstalter und Ausrichter eines Kleinpreises, der es nötig hat, mit sabberndem Geifer und Unwahrheiten schäumende Wutreden zu halten und dessen Auffassung von Journalismus in der Tat höchst bedenklich ist, der in gestellten regierungsopportunen Fake-Interviews kein Problem sieht, dafür aber darin, diese anzuprangern und der im nächsten Atemzug von sich behauptet, er könne sich tatsächlich mit etwas – egal was – „fachlich intensiv auseinander[setzen]“ ist tatsächlich sogar noch schlimmer als das Problem mit Stralsund TV.

    Und ansonsten – dann fahre ich auch schon wieder fort – ist die mehrfache Verwendung von Ausrufezeichen ein sicheres Zeichen für einen kranken Geist.

  31. Sebastian
    Sehr interessant Ihre Ausführungen Sebastian, besonders die Bereiche über die Unabhängigkeit des Beitrages hier, die Unwahrheiten in Ihren Beiträgen(gut charakterisiert mit „schäumenden Wutreden“) habe ich überlesen.
    Also warum, diese eigentlich „bösartigen“ Beiträge hier?
    Mein Verdacht nach Recherchen über RegioStar und über den Ausrichter/Veranstalter von RegioStar, Sie sprechen(Sie meinen sprechen zu müssen) als Wahlkampfverbreiter?(ich gehe von gutverdienender Wahlkampfverbreiter) für die CDU/CSU, nach eignen Angaben, seit 2009. Sie sind also Partei(meinen Partei sein zu müssen) in der Auseinandersetzung hier.
    Warum eigentlich? Wäre der Beitrag im Regionalfernsehen als CDU/Badrow-Werbung gekennzeichnet(Konsequenz die CDU oder Herr Badrow als CDU-Bürgermeister hätten eigentlich zahlen müssen), wir hätten uns hier im Forum nicht kennengelernt.
    Kann es sein, Sie fürchten um den Auftrag für die Begleitung der CDU/CSU im Wahlkampf 2017 oder ist/war Ihre Begleitung keine bezahlte Werbung?
    Sie haben nun wahrlich keine Werbung für den RegioStar gemacht, das Ziel Ihrer Beiträge hier, im Zusammenhang mit Ihren Referenzen sind sehr gut erkennbar.

  32. Raoul: Da Sie nicht in der Lage sind, über ihren kleinen Tellerrand hinaus zu sehen, ist es dröge, sich mit ihnen auseinander zu setzen. Ab mit ihnen ins Seminar für beleidigte Leberwürste…. Wenn die Argumente ausgehen wird man eben persönlich. Bla, bla, bla….

  33. Karl-Heinz: Zunächst gehöre ich keiner Partei an, sondern ich bin technischer Dienstleister. Nein, ich fürchte mich nicht um einen Auftrag, da die Onlineredakrion keine Auftragsvergabestelle ist. Und meine Arbeit ist durch und durch kommerziell. Das heißt, ich leiste technische Dienstleistung für Geld. Nicht auf kosten dritter. Für den RegioStar brauche ich hier keine Werbung machen, da hier keine Ansprechpartner sind. Es ist auch müßig, meine Arbeit hier zu versuchen einzuflechten an meiner Kritik an zwei Journalisten. Meine Arbeit ist natürlich spannend, hat aber nischt mit der hier geübten Kritik zu tun. Meine Einstellung zu Kritik an Journalisten schon. Natürlich müssen Journalisten auch Kritik von dritten aushalten. Aber Kritik als Kommerzielles Geschäftsmodell ist Mega fragwürdig. Das beziehe ich im übrigen nicht nur auf diese Onlineplattform. Das hat immer einen faden Beigeschmack. Nochmal….
    Fördern statt platt machen.

  34. Sebastian,
    der Nutznießer einer Partei muss nicht Parteimitglied sein. Nach Ihrer Sicht schaden Sie auf jeden Fall, durch Ihre, durch und durch kommerzielle Arbeit(hier die Wahlwerbung für die CDU/CSU) Anderen, den Mitbewerbern mit Sicherheit gewollt(sollte eigentlich Ihr Geschäftsmodell sein) oder?
    Ihre Arbeit haben Sie in Ihren Beiträgen eingeflochten, ja sogar als Argument.
    Ihre Kritik ernstgenommen heißt, Sie empfinden Veröffentlichungen, besonders Tatsachenberichte wie hier(die Beschreibung eines Istzustandes) in Medien, die bezahlt werden müssen grundsätzlich als verwerflich. Woran erinnert mich das nur …..
    Fördern statt plattmachen, heißt dann wohl nicht berichten oder Tipps zu, wie verstecke ich mich besser, auf das der Zuschauer mich nicht erwischt, oder brotlos leben als Journalist.
    Wenn ich Ihre Beiträge richtig interpretiere sind Sie kein Journalist, Sie sind ein Werbefachmann mit Vorschlagsrecht(Richtung Vorgebender) für den RegioStar.
    Für 2016 dann den als redaktionell getarnten, unbezahlten? kommerziellen Beitrag(Interview des Stralsunder Oberbürgermeister Badrow) der FAS mindestens als Vorschlag, ich bin gespannt.
    Ergänzung zur unabhängigen? ZAS, in Stralsund eigentlich allgemein bekannt als das Presseorgan fest in der Hand der örtlichen CDU. Die ZAS ist entstanden(wohl im Streit) als Nachfolger bzw. Ersatz vom „Sundecho Stralsund“ zur Unterstützung der Wahl(en) des Herrn Badrow, über bzw. mit der zur gleichen Zeit existenten Verlagsgesellschaft mbH Stralsund. Diese Verlagsgesellschaft, wie hier im Beitrag berichtet, wohl zu allen Zeiten fest in der Hand der CDU, jetzt in der Hand des Herrn Lastovka junior.
    Zum Stichwort Merkel(mit 100% gewählt in Ihren Wahlkreis), es ist nun mal so, die Großen brauchen die vielen kleinen erfolgreichen Fürsten, gemäß Erfolg wird dann verteilt bzw. geschützt.
    Für solche Berichte habe ich abonniert, dafür zusätzlich meinen Dank an die Herren Rosenkranz und Niggemeier.

  35. Karl Heinz: Ich kann ihnen nicht mehr folgen… Das ist zu wirr… Ich habe mich wirklich bemüht, den Text zu verstehen.
    Ich kriege es nicht hin…. Wer mit wem? Was? Wie? Kommt in die Schublade ich sage was, weil ich etwas sagen möchte.
    Belassen wir es bitte dabei.

  36. Karl Heinz: Ich kann leider ihrem Text nicht mehr folgen. Er ist zu wirr. Ich habe mich wirklich bemüht, ihn zu verstehen. Ich kriege es nicht hin…
    Belassen wir es bitte dabei

  37. @Sebastian: In einem einzigen Punkt muss ich dir recht geben, natürlich sind die Journalisten die dieses Magazin betreiben nicht unabhängig. Nur dummerweise ist das ganz normal: Ein Journalist der für eine Zeitung schreibt ist abhängig von seinem Verleger, der Verleger ist abhängig von Inseratskunden und Lesern, genau wie ein Blogger der selbst heraus bringt. Selbst wenn die beiden angesprochenen ein Blog vollkommen aus eigenen Mitteln finanzieren würden, keine Werbung schalten und auch sonst kein Geld nehmen würden und das ganze nur in ihrer Freizeit (nach ihrer harten Arbeit beim Joghurt-Einräumen) machen würden, wären sie trotzdem nicht unabhängig, denn wenn man etwas schreibt, im stillen Wald, und keiner liest es, hat man es dann wirklich geschrieben?
    Soviel zu der Nebelkerze der Unabhängigkeit. Kommen wir zum Corpsgeist. Nach deiner Meinung darf ein Journalist nichts veröffentlichen, das einem Kollegen schadet. Und ein Polizist darf natürlich nicht gegen einen anderen Polizisten ermitteln der die Regeln gebrochen hat. Und ein Geheimdienstmitarbeiter auch nicht ausplaudern was da wie abgehört wird. Der Corpsgeist steht über allem, auch über allgemeinen Gesetzen und Verordnungen!
    Von den ganzen zum Teil schon recht durchschaubaren Beleidigungen fange ich dann mal gar nicht an. Aber eines muss ich noch sagen, falls du wirklich der bist, für den du dich ausgibst: Überprüfe dein Impressum mal auf Rechtsfehler und gehe damit mal zu einem Anwalt, der Haftungsausschluss kommt mir etwas fischig vor.

  38. Daarin: Gut geschrieben und gut argumentiert. Aber meine Meinung bezüglich Kritik als Geschäftsmodell bleibt bestehen. Da es keine Selbskontrolle gibt. Kein Chefredakteur, kein Prüforgan. Hier steht der Willkür Tür und Tor offen. In die eine wie in die andere Richtung. Und das ist das Problem. Wenn ein Polizist gegen einen anderen Polizisten ermittelt, liegt ein begründeter Anfangsverdacht vor. Doch solange der Polizist einer Straftat nicht überführt ist, gilt hier die Unschuldsvermutung . Wenn ein Journalist einen möglichen Verstoß gegen einen anderen Journalisten hägt, hat er dann das Recht mit einer Verbalen Keule auf alles drauf zu hauen? In aller Öffentlichkeit? Und ich sage eben, dass ist schlechter Journalismus, mit einem schlechten Beigeschmack. Und ja, dass muss man auch aushalten. Man kann sich aber auch verbal wehren. Man könnte auch Kollegen anders helfen. Nur dass man dann leider keine Skandalnachrichten hat…
    Ich weiß nicht, für wen ich mich ausgebe. Ich mache nichts besonderes. Aber ich reibe mich gern, wenn ich das mal muss.

  39. @Sebastian: So wie ein Polizist normalerweise mit allem gegen einen anderen Polizisten vorgehen sollte mit dem er sonst gegen andere Menschen vorgeht, muss ein Journalist auch mit allem gegen einen Journalisten vorgehen, mit dem er auch gegen einen anderen Menschen vorgehen würde. Hier fand aus Sicht des Autors ein Regelbruch statt, den er wie es seine Arbeit ist, publik machen wollte, durfte und vielleicht sogar musste. Ich muss dazu sagen, dass eine Kontrolle von Redakteuren meiner Meinung nach nur bedingt einen Qualitätsgewinn bringt, da auch diese in erster Linie darauf achten müssen, was der Leser lesen will. Und natürlich könnte man Kollegen auch anders helfen, aber das ist eben nicht die Arbeit des Herrn Rosenkranz, sondern er wird von „uns“ Abonnenten gerade dafür bezahlt, dass er sich über Medien aufregt und über deren Regelbrüche berichtet. Und er wird auch dafür bezahlt, weil wir diese Arbeit wichtig finden, denn wenn es für Regelverstöße immer nur ein „du du du, das darf man nicht“ von einem Coach gibt, fehlt der Druck solch ein Verhalten abzuschaffen.
    Nun kann man darüber streiten ob es für Presseberichte eine Unschuldsvermutung geben sollte, aber wenn wir die einführen dann muss die auch gelten, wenn der Spiegel über (bis dahin noch unbewiesene) Vergehen eines Konzernes, sagen wir von VW, berichtet und man kann die Berichterstattung einstellen. Dies wäre wohl nicht im Sinne der Pressefreiheit.
    Des Weiteren sehe ich bei diesem Bericht keine Grundsätze ordentlicher Recherche verletzt, den handelnden Personen wurde die Gelegenheit gegeben Stellung zu nehmen, die sie nicht genutzt haben, es wurden Fakten genannt und keine Behauptungen aufgestellt. Wie die Fragen an die Personen waren und ob die Behauptungen der Wahrheit entsprechen kann ich natürlich nicht sagen, vertraue aber darauf, dass Herr Rosenkranz weiß, dass gerade bei medienkritischen Magazinen die Tendenz hoch ist es zu kündigen, wenn es versucht seine Leser hinters Licht zu führen. Man darf mich natürlich hier gerne mit Fakten überzeugen.

    Was die Relevanz angeht, kann man natürlich fragen, was interessiert mich Pfälzer denn ein Regionalsender in Mecklenburg-Vorpommern, aber ich persönlich, bin tatsächlich daran interessiert was in anderen Regionen damit falsch läuft.

    Mit dem letzten Absatz wollte ich auf das Impressum von Regiostar hinweisen, das meiner Meinung (als Laie) nach nicht ganz sauber formuliert ist und bei dem man sich überlegen sollte ob man es vielleicht von einem Fachmann auf Rechtssicherheit überprüfen lässt.

  40. Daarin: Ich selber habe das Impressum nicht verfasst. Das hat die Firma gemacht, die die Seite erstellt hat. Ich lasse das gern mal gegenlesen.

  41. Vielleicht mal noch ein Kommentar zum eigentlichen Thema? Auch, wenn es die unterhaltsame Diskussion stört?

    Wenn ein Medium die Weihnachts- oder Neujahrsansprache des/der jeweils zuständigen Chefs/Chefin der dem Verbreitungsgebiets angemessenen Verwaltung veröffentlicht, finden wir das ja völlig in Ordnung. Wobei ich nicht über die Notwendigkeit dessen diskutiere. Aber ein Grußwort im Anzeigenblatt oder der Kanzlerin Ansprache zeigen, dass die Politik doch auch mal an den Bürger denkt. *ironie off*
    Nun hat das Stralsunder Lokalfernsehen dieser Ansprache die Form des Interviews gegeben. Damit ist es nicht das erste und wird auch nicht das letzte sein. Gerade Politiker, die nicht so die große Rhetorik-Erfahrung haben, erleichtert es die Aufgabe, als nur stur vom Blatt abzulesen oder – da bewahre man uns vor – frei zu formulieren.
    Wichtig ist in dem Zusammehang nur ein Gedanke: Diese Sendung ist keine journalistische; das einzig problematische ist nur, dass das Interview von einer Person geführt wird, die ansonsten als Journalistin arbeitet und als solche ernst genommen werden möchte. Letztendlich ist es PR-Journalismus, wobei es für den Zuschauer einfacher wäre, anhand der Person zu erkennen, ob es ein solcher ist oder nicht, was bei der dünnen Personallage gerade auch bei den kleinen Fernsehsendern schwierig wird. Aber die immer wieder aufgestellte und sinnvolle Forderung von Trennung von Redaktion und Werbung sollte sich eben auch bis hin zu den Ausführenden erstrecken und schon hat man das Problem nicht.
    Achja, dass das ganze nun im Wahlkreis von Fr. Merkel stattfindet, ist vermutlich wirklich mehr Zufall als wirklich ein Zusammenhang. Ihr Name zieht natürlich Leser an, aber wenn das ganze in einem anderen Wahlkreis passiert wäre … ich grübel schon die ganze Zeit, wie eigentlich mein Wahlkreisvertreter heißt.

  42. DIRKNB: Stimmt natürlich. Wobei es imme schwierig ist so eine Trennung hin zu bekommen im regionalen Gefüge. Lokaljournalismus, gerade in so einem kleinen Raum wie hier aufgeführt Stralsund, ist auch immer geprägt, dass man sofort die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen kann. Wenn man hier Kritik berichtet, klingelt womöglich der Beschuldigte an der Tür des Redakteurs oder der Redaktion. Anders, wenn die großen nationalen Sender oder Zeitungen einfallen und wie Heuschrecken Ihre zum Teil Sensationsberichterstattungen machen. Und schwups sind sie wieder weg…. Daher sind die kleinen Redaktionen vor Ort eher auf Kuschelkurs geeicht und möchten hier kein Porzelan zerschlagen. Gerade die Debatte um Politik im lokalen Umfeld, muss hier finde ich differenzierter geführt werden. Ich habe in den letzten 13 Jahren über 2.000 redaktionelle Fernsehbeiträge einsehen dürfen. Und habe einer wechselnden Jury von Journalisten bei der schriftlichen Bewertung dieser Beiträge zuhören dürfen. Da gab es viel Kritik um die Arbeit der journalistische Kompetenz zu verbessern, es gab viel Lob oder aber auch harsch Ablehnung. Aber eines gab es immer. Die direkte Auseinandersetzung mit den Journalisten vor Ort. So eine Neujahrsansprache ist sicher kein Glanzlicht am Medienhimmel, aber so einen aufgeblasenen Rummel drum zu machen eben auch nicht. Aber es befriedigt so manchen Leser, der darauf anspringt und mit in das Horn tutet… Immer drauf da…
    Ändern kann ich es sowie so nicht.

  43. @Sebastian: Es ist aber auch ein Unterschied ob ich Kuscheljournalismus betreibe oder PR als Journalismus verkaufe. Und ein Interview zu simulieren bei dem der gefragte die Fragen vorgegeben hat sieht nun mal nach Journalismus aus, ist aber PR.

  44. Daarin: Ich habe nicht gesagt Kuscheljournalismus, sondern Kuschelkurs. Das ist ein finde ich großer Unterschied. Und ich habe nicht gesagt, dass Lokalfernsehsender Kuscheljournalismus als Geschäftsidee verkaufen. Ich meine damit, dass ein Lokalfernsehsender über seinen gesamten Programmkontext eher einen Kuschelkurs fährt. Wirklich große Themen werden gar nicht oder nur ansatzweise behandelt oder nur als reine Nachricht platziert. Ist auch ganz klar, da die kleinen Redaktionen gar nicht die Personaldichte haben. Dafür sollen ja die Journalisten im öffentlich rechtlichen Rundfunk einstehen. Daher finde ich es nach wie vor Genz wertig, wenn kommerzielle Plattformen eine gleiche Dienstleistung anbieten, wie öffentlich rechtlich. Da kommt so was raus wie unsere Revolverblätter. Nicht in jedem Fall, aber zum großen Teil.

  45. @Sebastian, ihre Argumente sind allesamt an den Haaren herbeigezogen und sie sind sichtlich nicht in der Lage den Inhalt dieses Artikels zu verstehen. Glauben sie mir, die Bürger der Stadt Stralsund sind froh darüber, dass die Fakten zu diesem Fake-Interview auf den Tisch gekommen sind. Dieses Interview ist bis heute Gesprächsthema Nummer 1 in der Stadt. Die Menschen wollen nicht für dumm verkauft werden, von keiner Partei und vor allem nicht von den lokalen Medien. Das sie dieses Vorgehen verteidigen stimmt mich nachdenklich. Auch das sie Veranstalter des RegioStars sind, lässt Zweifel an ihrem Preis aufkommen. Denn sie verteidigen wie kein anderer hier, die Nähe zwischen Medien und Politik. Die aber so nicht sein darf. Wer es gut findet das Journalisten einen Kuschelkurs fahren und keine Kritik üben, der hat die Aufgabe der Journalisten nicht verstanden. So wie sie argumentieren könnte sie glatt ein Mitglied der Stralsunder CDU sein, denn die argumentieren gerade genauso. Keiner hat hier Nestbeschmutzung betrieben, auf dieser Seite wurde ein skandalöser Auftritt eines OBs veröffentlicht. Hier hat die Politik, Journalisten direkt die Fragen inklusive Antworten vorgeschrieben. Das kann doch nicht sein! Das darf es nicht geben und wenn sie das als Journalist gut finden, dann suchen sie sich schleunigst einen neuen Job.

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