Achtung, Achtung, hier spricht die Sprachpolizei

Blaulicht

Es war nur ein Tweet, sogar nur ein Wort, acht Buchstaben kurz, aber es reichte für einen kleinen Sturm. Die Schweriner Polizei suchte kürzlich „2 türkische Täter“, die „beide ca 170 cm“ groß sein sollten, „einer blaue, einer helle Jacke“. Und um das noch ein bisschen zu präzisieren, schrieb die Polizei einen weiteren Satz in den Tweet:

Ein Täter sieht aus wie ein Indianer.

Dann brach das Gelächter los. Und der Sturm.

Der Tweet wurde inzwischen gelöscht und auch die längere Pressemeldung umformuliert. Der „Indianer“ ist nun weg, und von Türken ist auch nicht die Rede, sondern von Männern, die „vermutlich aus dem südosteuropäischen Raum“ kommen. Die Polizei bedauert ihre erste Formulierung. Getwittert habe nicht ein Pressesprecher, sondern der diensthabende Gruppenleiter. Gegenüber dem Magazin Vice sagte ein Sprecher der Polizei, der Gruppenleiter habe „einfach eine blanke Zeugenaussage zur Beschreibung der Täter verwendet, ohne eine vernünftige Versachlichung reinzubringen.“

Dabei wäre die in der Tat nicht schlecht gewesen. Mal abgesehen davon, dass man heute eher von „indigenen Völkern“ spricht als von „Indianern“ – wie sieht eigentlich jemand aus, der aussieht wie ein „Indianer“? Trug er feinen Federschmuck, wie viele glucksten? War er ein Ebenbild Winnetous? Ritt er gar auf einem Pferd durch die Schweriner Prärie?

Ja, es wurde viel gelacht über diesen Tweet, vereinzelt wurde auch diskutiert. Und man könnte diesen einen Tweet als Versehen abtun, sprachlich ungenau, kommt vor. Spaziert man aber ein wenig durch Polizeimeldungen, landauf, landab, finden sich dort weitere Formulierungen, über die man streiten kann oder zumindest nachdenken, und bei denen man fragen muss, ob sie so in Polizeimeldungen stehen sollten – vor allem, wenn es um Ausländer geht.

Eine besonders bemerkenswerte Meldung hat die Polizei Mannheim diesen Januar herausgegeben. Sie trägt schon eine vielversprechende Überschrift:

Polizeimeldung Mannheim

Okay. Eins nach dem anderen. Asylant? Hatten wir uns nicht irgendwann darauf geeinigt, dass der Begriff abwertend ist und aus einer Zeit stammt, die wir längst überwunden glaubten? Gut. Nächste Frage: Die Joggerin wurde „unfreundlich verbal attackiert“, und in der Meldung steht dann, der Mann „aus Nordafrika“ sei „ungehalten“ geworden? Okay, und weiter? Ach, nichts weiter: Der Mann, steht da, habe die Frau „zunächst harmlos angesprochen“, und als er dann „ungehalten“ wurde, weil sie ihn nicht im Auto mitnehmen wollte, sei die Frau weggefahren. „Zu strafbaren Handlungen kam es nicht.“

Kurios, oder? Ein Mann, „Asylant“ genannt, „attackiert“ eine Frau „verbal“, und dann fährt sie weg. Der Polizei Mannheim war das eine Meldung wert.

Fragt man heute danach, ist der Sprecher zerknirscht, wegen des Worts „Asylant“. Insgesamt aber sei die Pressemitteilung als „Warnung und Gefahrenmitteilung“ gedacht gewesen. Dass da in Oftersheim einer aus Nordafrika, nun ja, laut wird und eine Mitfahrgelegenheit sucht.

Natürlich gehört es zum Job von Polizisten, dass sie warnen, wenn es irgendwo Gefahren gibt. Aber deswegen? Und auf diese Weise?

In der Meldung findet sich nirgends eine Beschreibung des Mannes, also seiner Äußerlichkeiten. Dort steht, er stamme aus „Nordafrika“, aber – was bedeutet das? Wie sieht der dann aus? Wie sehen Haare, Kleidung, all das aus? Davon steht da nichts, und das ist das Problem, denn letztlich wird bei vielen, die das lesen, nur eins hängen bleiben:

Nordafrikanischer Asylant attackiert deutsche Joggerin.

Oder kurz: Ein Ausländer also! Wie in der Meldung der Karlsruher Polizei: Sie schreibt, in einem Schreibwarenladen in Walzbachtal sei ein „rund 165 cm großer, molliger, etwas schmuddelig aussehender Ausländer“ aufgetaucht. Der Mann soll sich Geld ertrickst haben, und die Polizei warnt mit ein paar schmuddeligen Zeilen vor seiner Masche. Und vor dem Schmuddel-Ausländer, über den man sonst nichts (Äußerliches) erfährt.

Es war also ein Ausländer, ein dreckiger

Geschieht etwas, hört die Polizei Zeugen. Und die erzählen. Mal viel und detailliert, mal wenig und ungenau. Und jeder redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Aufgabe der Polizei ist es dann auch, diese Aussagen insoweit in Form zu bringen, dass sie im Wortlaut nicht diskriminieren oder Vorurteile wecken, und dass, im Falle einer Fahndung, die Täterbeschreibung möglichst präzise ist. Doch statt genau zu formulieren, finden sich in vielen Pressemeldungen vage Umschreibungen; nicht selten schüren sie Vorurteile, statt der Suche nach einem Täter zu dienen.

Seit der schlimmen Silvesternacht in Köln und andernorts, als viele Frauen von Männern sexuell belästigt und bestohlen wurden, wird noch lauter als ohnehin diskutiert, ob man die Nationalität von Tätern in Presseberichten nennen sollte, vielleicht sogar müsste. Im Pressekodex findet sich dazu eine Richtlinie, die demnächst neu verhandelt wird. Dort steht:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Bestand der im Fall Mannheim? Macht es das anders, wenn es ein Asylbewerber war, der die Frau verbal anging, ein Mann „aus Nordafrika“? Oder gilt hier nicht eher, was einen Satz weiter im Pressekodex steht?

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Was ist mit dem Fall des Trickbetrügers im Schreibwarengeschäft? Hilfreiche Beschreibung? Oder ist es nicht eher so, dass die Formulierung, es habe sich um einen „schmuddeligen Ausländer“ gehandelt, Ressentiments schürt. Es war dann eben nicht irgendein Mann, einer von vielen, der ein Verbrechen begangen hat. Es war ein Ausländer, ein dreckiger.

Polizeimeldungen – für jeden einsehbar.

Polizeimeldungen – für jeden einsehbar. Screenshot: presseportal.de

Die Polizei unterliegt diesem Pressekodex nicht. Aber: Sollte sie nicht wenigstens eigene einheitliche Regeln haben? Früher erreichten Polizeimeldungen zunächst die Redaktionen. Im besten Fall wurden sie dort von einem Journalisten ins Reine geschrieben. Aber in vielen Fällen landen Polizeimeldungen eben eins zu eins in der Zeitung, in Anzeigenblättern zum Beispiel. Dort redigiert oft niemand mehr. Außerdem ist die Polizei quasi selbst publizistisch tätig, seit seit sie ihre Meldungen über das „Presseportal“ ins Internet stellt. Für jeden einsehbar.

Von „Schlitzaugen“ und „Rhythmus im Blut“

Auf der Reise durch Polizei-Deutschland begegnen einem viele „Ausländer“. Einer aus Osnabrück, der als „‚ausländisch aussehend'“ beschrieben wird, was immer das heißt, und deshalb sicherheitshalber in Anführungszeichen. Die Beamten ahnten wohl schon, dass das komisch klingt.

Oder der Mann, der einen anderen in Marburg überfiel und ausraubte. Ein „Mitte 30-jähriger Ausländer“ soll es gewesen sein, was präzise beobachtet ist, immerhin trug der Mann eine „dunkle Maske mit Sehschlitzen“.

Und was heißt es, wenn die Dame in einem Reilinger Altersheim angibt, nachdem sie ausgeraubt wurde, der Täter sei „vermutlich Ausländer“ gewesen, habe aber „gut Deutsch“ gesprochen? Wäre es nicht möglich, dass der Mann deutscher Staatsbürger ist, vielleicht sogar hier geboren, aber halt mit so genanntem Migrationshintergrund?

Doch es geht ja auch vermeintlich präziser. Im Schweriner Fall, der mit dem „Indianer“, sollten die Täter nun aus dem „südosteuropäischen Raum“ stammen. In einem anderen ist von „marokkanischem Aussehen“ die Rede. Oder in Rostock, wo ein Hausmeister niedergeschlagen wurde, konnte dieser anschließend leider nichts über die Täter sagen, außer dass sie „asiatisch aussehend“ gewesen seien.

Problematisch an solchen Eingrenzungen ist, dass sie für alles und nichts stehen. Es dürfte schwer fallen, „marokkanisches Aussehen“ präzise zu definieren. Was löst es aus, wenn man das hört? Ah, der hatte dunkle Haare. Dunkle Augen. Dunklere Haut. Ein Marokkaner, ganz klar. Oder vielleicht doch aus der Türkei? Spanien? Oder der Karl-Heinz von nebenan, der ist doch auch so ein dunkler Typ!

Tritt jemand in Erscheinung, der nicht weiß oder hellhäutig ist, geht es los: Wie sagt man das jetzt, wie der oder die aussah? Es finden sich die verschiedensten Varianten: In Trier sucht die Polizei Männer, die „dunklere, braune Hautfarbe“ hatten; in Hildesheim beschrieb eine Zeugin die Hautfarbe der Täter als „dunkel“ , aber ausdrücklich „nicht schwarz“; und in Darmstadt hatte der Täter eine „leicht dunkle Hautfarbe“, was – so gesehen – wieder der Karl-Heinz sein könnte.

Es schwierig, aber immerhin: Hier wird das Aussehen der Täter beschrieben. Das muss. War es ein Schwarzer, der mich attackiert hat, muss ich das aussagen. Und als Polizei muss ich es angeben. Weil ich Äußeres beschreibe, so wie man auch sagen würde, dass jemand bleich war, mit Sommersprossen und blonden Haaren, zum Beispiel. Aber es würde auch da nicht helfen, zu sagen, dass der dann wohl aus Friesland kommt. Oder Norwegen vielleicht. Oder „nordländisch“ aussah. Weil das sein Äußeres nicht präzisiert.

Manches mag wie eine Petitesse klingen, wie sprachliche Spitzfindigkeit. Aber es sind eben die Nuancen, die uns in eine bestimmte Richtung leiten. Und es sind oft Klischees. Manche Polizei-Pressestellen mühen sich, originell zu sein. Bei wenigen gelingt es, das ist dann schön, weil nicht so behördlich. Bei anderen aber führt es unter Umständen zu solchen Zeilen:

Screenshot: polizeipresse.de

Die, die da angeblich „Rhythmus im Blut“ haben und „spanisches Temperament“ und sicher noch andere Klischees auf sich vereinen, hatten übrigens auch ein „latinohaftes Aussehen“. Und deshalb hatten sie offenbar nicht, wie andere: Schlitzaugen. Auch diese Bezeichnung findet sich häufig in den Polizeimeldungen.

Sicherlich: Auch damit wird versucht, etwas Äußerliches zu beschreiben, eine Augenform, die wir Europäer als (stereo)typisch für den asiatischen Raum sehen. Aber „Schlitzauge/n“ ist eben auch ein Schimpfwort.

Der Kulturwissenschaftler Kien Nghi Ha, der 1979 aus Vietnam nach Deutschland kam, sagt der „Zeit“, „Schlitzaugen“ seien das ostasiatische Pendant zum beleidigenden Stereotyp einer jüdischen Hakennase. Vielleicht schreiben Polizisten das Wort deshalb in Anführungszeichen, weil sie das ahnen, ob in Darmstadt, Marburg oder Korschenbroich. Und die Polizei Karlsruhe gibt sogar an, wenn jemand zwar „asiatische Gesichtszüge“ hat, „jedoch keine ‚Schlitzaugen'“.

Hauptsache, nicht selbst in Verdacht geraten

Man könnte die Reihe der Vokabeln, die in Meldungen der Polizei auftauchen und über die man diskutieren kann, noch lange fortsetzen. Und sich darüber wundern, dass es dazu keine Regeln gibt bei der Polizei, nicht mal Handreichungen zum korrekten Wording, wo doch hierzulande alles geregelt zu sein scheint.

Über Fälle, in denen tatsächlich Ausländer beteiligt sind, egal ob Flüchtlinge, Asylbewerber oder andere – darüber muss natürlich berichtet werden, auch mit genauer Beschreibung. Alles Vage aber hilft nicht, die richtigen Schlüsse zu ziehen, es befeuert lediglich Ressentiments, gerade in Zeiten, wo jeder Fall, an dem – auch nur angeblich – ein Ausländer beteiligt ist, von Rechten als pauschaler Beweis für deren Gefährlichkeit insgesamt dient.

Wozu die neue Eile führen kann, in der berichtet wird, zeigt ein aktueller Fall aus Kiel. In einem Einkaufszentrum soll eine Gruppe von Männern Mädchen belästigt haben. Die Meldung schaffte es sogar in die „Tagesschau“, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass die Männer als „Ausländer“ beschrieben wurden. Seit der Silvesternacht herrscht die Angst, so etwas könnte wieder passieren. Und passiert etwas, das so ähnlich zu sein scheint, herrscht bei Journalisten und Polizisten die Angst, zu spät dran zu sein.

Dabei ist die Eile gefährlich. Mittlerweile hat die Polizei in Kiel eingeräumt, dass der „ein oder andere Konjunktiv“ in ihren Meldungen gefehlt habe: Die Dinge stellten sich nun „undramatischer“ dar, sagte Polizeidirektor Joachim Gutt der „taz“. Doch die Meldung ist in der Welt. Und statt die Konsequenz zu ziehen, behutsamer mit Informationen umzugehen, gerade über Ausländer, sagt der Polizeidirektor noch etwas, und das sollte eher beunruhigen: Sie, die Kieler Polizei, gehe „lieber das Risiko ein, einen Vorab-Stand zu berichten, als den Anschein zu erwecken, wir würden etwas deckeln.“

So ist das jetzt. Das ist die Angst, die seit Köln mitschreibt. Ob es nun stimmt oder nicht, was man da rausjagt; ob es ungenau, irreführend oder teilweise diskriminierend ist, wie im Fall der Täterbeschreibungen – Hauptsache, nicht selbst in Verdacht geraten, auch wenn es auf Kosten anderer geht.

Medien besser kritisieren. Mit Ihrer Unterstützung.

 
Medien besser kritisieren.

53 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag, und ja, ich denke auch, dass es dringend angezeigt wäre, den Beamten dazu Handreichungen zu geben. Ist ja bekanntlich schwer, sogar für Leute, die beruflich schreiben (Wie war das, konnte man hier in den Kommentaren html?), sowas treffend zu formulieren.
    Was mich jetzt noch interessieren würde: Ist „behutlich“ Teil eines Idioms, das ich nicht kenne, oder nur ein Versehen? Ich wäre ja in jedem Fall dafür, es drin zu lassen, aber ich bin neugierig.

  2. Man muss nicht einmal Ausländer sein, um verunglimpft zu werden. Es reicht schon aus, ein Radfahrer oder ein Fußgänger oder ein Motorradfahrer zu sein. Wir kommentieren seit Monaten kritisch über die Formulierungs-Fehlleistungen diverser Polizeidienststellen. Besonders kritikwürdig ist daran, dass Print- und Onlinemedien die Polizeimeldungen ungesehen/ungeprüft in den eigenen Newsfeed importieren und damit direkt durchschimmernde subjektive Meinungen eines Polizeipressesprechers auf die eigene Leserschaft loslassen. Man sollte dieses Thema im Auge behalten. Danke, dass Ihr mit diesem Beitrag begonnen habt, eine Aufmerksamkeit dafür zu schaffen.

  3. Es gibt dort halt keine Regelungen, weil die Leute bei der Polizei absolut nicht sensibilisiert sind. Wie auch? Die Polizei ist extrem homogen. Dazu kommt die Unart, sich bloß nichts von Außenstehenden sagen zu lassen.

  4. @1 Muriel: Habe „behutlich“ geändert im Text. Aber schön, dass Sie es mögen.

  5. „rund 165 cm großer, molliger, etwas schmuddelig aussehender Ausländer“ – Das ist genauso putzig wie verstörend. Wie sah dieser Mensch denn aus?

    War es ein dicker, ungewaschener Österreicher? Oder ein Niederländer? Oder ein Däne? Sind auch alles Ausländer.

    Traurig, dass der Begriff „Ausländer“ zum herabwürdigenden Synonym für Menschen aus südlichen Ländern verkommen ist.

  6. Eines meiner Morgenrituale ist die allgemein um sich greifende Hysterie am Arbeitsplatz nach dem Studium der aktuellen Polizeitickermeldungen runter zu regeln indem die Formulierungen auseinander genommen werden … Wodurch zeichnen sich eigentlich inländische Täter aus? Zeigen die ihren Personalausweis? …

  7. In diesem Zusammenhang finde ich es erwähnenswert, dass dieser Presserat auch nichts anderes ist als eine Lobbyvereinigung wie etwa der BDI oder das Atomforum.

  8. Guter und notwendiger Artikel.

    Ich finde, man müsste ihn als Arbeitsinstrument politisch auf Landes-und Kommunalebene herunterbrechen. Werde es versuchen.

  9. Boris Rosenkranz entdeckt wiedermal ein großes Rassismusproblem in Deutschland. Es sollten hier wirklich Sprachpolizisten an den Tastaturen der Wachen sitzen, weil Polizisten der Zeitnähe zum Verbrechen geschuldet oft nur die Beschreibungen der Anzeigensteller oder Zeugen wiedergeben. Diese kommen natürlich auch aus der Schnuddelecke, weil wer sich so unkorrekt ausdrückt (gerade Opfer geworden zu sein ist pure Ausrede), offenbart doch sein wirkliches Denken. Nicht das Verbrechen steht im Mittelpunkt, sondern die politisch korrekte Personenfahndung.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus

    Was dann rauskommt ist „„BASU 21“ für „Besonders Auffällige Straftäter Unter 21“, „MEM“ für „Mobile Ethnische Minderheit“ oder „Maximalpigmentierter“ für einen Menschen mit schwarzer Hautfarbe.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus-Tretm%C3%BChle

    Ich bin hier weg, möchte kein grün-LINKES Biotop aus dem Gleichgewicht bringen.

  10. Wie 2. schon schrieb:
    es stimmt, dass viele Pressemeldungen „sprachlich ungenau“ sind, aber eben nicht nur „vor allem, wenn es um Ausländer geht.“

    Wenn man das mal eine Zeitlang verfolgt, merkt man, wie wahnsinnig schlecht und fehlerhaft die PM der Polizei formuliert sind. Es ist grausam und man hofft, dass diejenigen besser ermitteln als sie schreiben.

    Dass Formulierungen der Zeugen einfach übernommen werden ist übrigens ebenso üblich, nicht nur, wenn es um „Ausländer“ geht.

  11. Friedrich Jungeleit,

    warum so böse? An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen – das ist weit entfernt von alternativen Biotopen, wurde schon immer untersucht und wenn nötig, Korrekturen unterzogen. Ein Lehrer hat mal ein Buch geschrieben, in dem er nur aufgezeichnet hat, was Lehrer im Lehrerzimmer über Schüler oder Eltern sagen, es war deprimierend. Es geht tatsächlich nicht nur um Ausländer sondern um Bereiche, wo Sexismus, Rassismus, Chauvinismus sich sprachlich ausdrücken und verändert werden müssen. Behinderte, Krüppel oder Gehandicapte – Nutten, Huren oder Sexarbeiterinnen.
    Sprache weist auf einen Ausschnitt des Seins hin. Es besteht Anlass zu überprüfen, ob bestimmte Konstruktionen von Realität unserer demokratischen Überprüfung nicht standhalten und verändert werden müssen. Ihre Alternativen sind negativ zugespitzt und deswegen doof. Nur weil es eine schwierige Aufgabe ist, braucht man sie nicht lächerlich machen.

  12. @9:
    Neu gelernte Vokabeln leider nicht verstanden, trotz Wiki Definition … tze!

    Ein Euphemismus ist eine Beschönigung.
    Wovon Sie reden ist simple Synonymie – Mögen mich die Sprachwissenschaftler korrigieren!
    Synonyme treten meist in homogenem Gruppen auf.

    Ein klassischer Euphemismus ist z. B.:
    „kognitiv überfordert“ für „dumm“.

  13. Zur sinnvollen Ergänzung zwei Dinge:

    Tschüss FJ, wir schöner so.
    „Euphemismus-Tretmühle nennt man, wenn man es neutral nehmen will, Galanteriespiel. Es ist eine Möglichkeit des Sprachwandels. Die Theorie basiert darauf, dass Sprecher einen Sinn dafür haben, ob ein Wort positiv oder negativ konnotiert ist – und nun dazu neigt, eher das positiv belegte Wort zu nehmen. Das machen so viele Sprecher gleichzeitig, dass sich sie Konnotation der Begriffe ändert und zwar sowohl des Begriffes, der positiver konnotiert wahrgenommen wurde, als auch des Begriffes, der negativer konnotiert wahrgenommen wurde. Beide rutschen auf der Konnotationsleiter eine Stufe nach unten.
    Das kann man – finde ich – am nettesten am Wandel der Worte Weib – Frau – Dame sehen. Früher war „Weib“ neutral – wurde dann von „Frau“ abgelöst, was nun von „Dame“ abgelöst wurde/langsam wird.

    Eine Frage habe ich aber: Wird „mobile ethnische Minderheit“ wirklich verwendet? Ich finde den Begriff nur auf „einschlägigen“ Seiten oder mit Verweis auf „PC“ und dem Wort Zigeuner gleich daneben. Wird das also in Redaktionen oder öffentlichen Verlautbarungen so gescchrieben?

  14. „Es besteht Anlass zu überprüfen, ob bestimmte Konstruktionen von Realität unserer demokratischen Überprüfung nicht standhalten und verändert werden müssen.“

    Das ist einfach köstlich.

  15. @ Daniel

    Eine Frage habe ich aber: Wird „mobile ethnische Minderheit“ wirklich verwendet?

    „MEM“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_polizeilicher_Abk%C3%BCrzungen
    http://www.kriminal-lexikon.de/cms/lexikon/47-lexikon-m/1033-mobile-ethnische-minderheit.html

    „MIT“ und „BASU21“
    http://www.op-online.de/offenbach/letzte-chance-junge-taeter-1595674.html

    Marius Jung „Politische Korrektheit – Leute, habt ihr sie noch alle?!?“
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/politische-korrektheit-leute-habt-ihr-sie-noch-alle/10980540.html

    @ Anderer Max

    „Neu gelernte Vokabeln leider nicht verstanden, trotz Wiki Definition … tze!“

    Spiegelredner?

  16. @ Friedrich Jungeleit
    Ja, die hatten wir schon. Ich meine so wirklich. Also in einer Zeitungs- oder Polizeimeldung. Ich habe jetzt schnell gegoogelt und keine gefunden.

    Und das bezog sich auf „MEM“. Bei den anderen interessiert es mich nich nicht einmal. „Maximalpigmentierter“, das sagen nur Leute, die sich drüber lustig machen wollen.

  17. Ich reg mich ja eher über brennende Flüchtlingsheime auf. Oder tatsächliche Gewalt statt „verbaler“.

  18. Tja, wer ist nun Schuld an diesen Wortungetümen? Die Polizei in dem typischen behördlichen Drang nach komplizierten Formulierungen oder die allmächtige political correctness, die zu solchen Maßnahmen zwingt um niemanden zu verletzen oder zu verstören! Ich bin mir nicht sicher.

    @Daniel
    Man muss sich ja quasi über die PC lustig machen, wenn man so liest, welche Blüten die mittlerweile treibt und „Maximalpigmentierter“ ist dazu maximal geeignet, geht ab sofort in meinen Sprachschatz ein!

  19. @ Frank Reichelt
    Na toll. Jetzt gibt es einen mehr, der den erfundenen „Maximalpigmentierten“ als Beispiel nimmt, welche Blüten die PC treibt. Filterblasenaufpumpen for the win!

  20. @Jungeleit: „Maximalpigmentiert“ kommt aus der Nazi-Ecke und wird mit Vorliebe von Menschen benutzt, die Angst um ihre Deutungsmacht haben. Aber pscht!

  21. @Frank Reichelt:
    „die allmächtige political correctness“
    Ist sie das?

    „die zu solchen Maßnahmen zwingt“
    Tut sie das?

    „Man muss sich ja quasi über die PC lustig machen, wenn man so liest, welche Blüten die mittlerweile treibt“
    Was für Blüten treibt sie denn? Jenseits der angeblich therapeutisch notwendigen Verballhornungen wie „maximalpigmentiert“ natürlich?

  22. @ Ali Schwarzer

    Hatte schon gewartet, auf „Godwin’s law “. Ich ja sowieso und die Autoren der Wikipedia und Marius Jung direkt mit ins Boot! Dann sollten Sie aktiv werden und auf die Wikipedia Druck ausüben. Und natürlich auf Marius Jung, ist der eigentlich jetzt ein Afrogermane?

    „Er werde als Schwarzer weiter ausgegrenzt, auch wenn sich die Bezeichnung von „Neger“ zu „Maximalpigmentierter“ ändert.“
    http://dradiowissen.de/beitrag/rassismus-marius-jung-%C3%BCber-political-correctness

    Natürlich ist dieser Ausdruck absurd, viele Deutsche wären dann Minimalpigmentierte. Ein anderes Beispiel ist Krüppel – Behinderter – Mensch mit Behinderung – Gehandicapter – Andersbegabter. Neue Wortschöpfungen ändern nichts an den Lebensumständen der Menschen und hören sich teils abwertender an als die Vorgänger. Ich empfehle noch mal den Artikel von Marius Jung.
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/politische-korrektheit-leute-habt-ihr-sie-noch-alle/10980540.html

    Dass die Polizei zuerst die in Milieusprache verfasste Zeugenbeschreibung weitergibt und keine Zeit damit verschwendet, sich korrekt zu artikulieren, weil sonst böse Artikel drohen, ist doch nachvollziehbar. Es sind plastische Beschreibungen, die nicht bei wenigen Mitmenschen Assoziationen hervorrufen. Man sollte nicht vergessen, viele Bürger haben bereits ein gewisses Alter überschritten, sollen die jetzt alle umerzogen werden, nur weil die Sprachpolizei ständig am Neusprech arbeitet? Werft mal den Karl May weg, statt Indianer jetzt „MAUMEB“ (Mobiler amerikanischer Ureinwohner mit ehemaliger Büffelaffinität).

  23. Allen ernsthaft Interessierten empfehle ich zur Karriere des Konzepts „politische Korrektheit“ ja (immer wieder gerne) diesen Beitrag von Matthias Dell:
    Schießen Sie nicht auf den Pappkameraden

    „Darum geht es bei „PC“: Etwas als „politisch korrekt“ abzuqualifizieren ist die diskursive Notbremse des letzten Mannes am Argument des Gegners, die zwangsläufig die rote Karte des „politisch Inkorrekten“ nach sich zieht – mit dem für den „PC“-Diskurs entscheidenden Unterschied, dass der Foulende zugleich der Schiedsrichter ist.
    […]
    Kurz: Bei „PC“ geht es nicht um Argumente, sondern um die Diffamierung einer Sprecherposition, indem man sie als „politisch korrekt“ ridikülisiert. […] Wenn es „PC“ nicht gäbe, wenn einem die „Inkorrektheit“ nicht scheinbar weiterhin gestattete, Menschen grundlos zu beleidigen, indem man etwa „N[***]“ zu ihnen sagt, dann müsste man sich einmal mit sich selbst befassen und der Frage, warum man das Wort mit seiner unseligen Geschichte weiter verwenden will. Das wäre anstrengend, davor schützt „PC“.“

  24. @23 Friedrich Jungeleit: Oh, ja, genau – ältere Menschen können natürlich nicht mehr umlernen, das ist ihnen nicht zuzumuten. Ab wie viel Jahren kann man sich denn dann auf seinem unter Umständen diskriminierenden oder anders doofen Sprachschatz ausruhen?

  25. „Achtung, verfolgen 2 Schlitzaugen mit einem Capuccino, alle männlich, unter 30. Schlitzaugen könnten Japse sein. Die Täter biegen gerade auf den Nuttenstrich ab. Sollen wir die Fitschis weiter verfolgen?“

    Das wären dann ganz alte Polizisten, denen man das nicht übelnehmen kann, Herr Jungeleit? Ein alter Sack muss heutzutage so viel beruflich neu lernen, da machen auch ein paar neue Wörter nix mehr aus. Das Gehirn kann das bewiesenermaßen bis zum Tod (man recherchiere Gerald Hüther), aber das primitive Fleisch ist oft nicht willig. Faule Säcke haben keine Zukunft. :)

  26. Was war denn nun eigentlich mit dem Begriff „Indianer“ gemeint? Doch sicher nicht, wie der Kommentar 23 beschreibt, daß der Mann tatsächlich Büffeln nachjagt. Die seltsamen Beschreibung, die manche hier als angeblich politisch korrekt anpreisen, passen überhaupt nicht. Es geht doch nicht darum, jemanden, der tatsächlich einer bestimmten Bevölkerungsgruppe angehört, richtig zu beschreiben. Die Polizei sucht ja nach Menschen, von denen sie lediglich eine Beschreibung des Äußeren hat. Welche Begriffe sind zulässig, die das Aussehen eines Menschen möglichst prägnant zusammenfassen?

    In meiner Nachbarschaft gibt es jemanden, der wird „Der Seemann“ genannt. Wenn man erst nur den Begriff „Der Seemann“ gehört hat, und ihn danach trifft, denkt man sofort „Jau, das passt!“. Er hat einen vollen Rauschebart und ist umfangreich tätowiert. Tatsächlich ist er noch nie zur See gefahren und hat das auch nicht vor. Aber der Begriff ist okay, er diskriminiert niemanden, und der angesprochene ist damit auch ganz zufrieden.

    Mir sind auch schon mal zwei Männer vorgestellt worden, wo ich direkt „Cowboy und Indianer“ gedacht habe. Der eine mit Cowboystiefeln und Lederhosen mit Taschenmesser am Gürtel, der andere ganz bunt und flippig angezogen. Ist das diskriminiert, wenn mir später der Name nicht mehr einfällt, und dann aber alle wissen, wer gemeint ist, wenn ich „Der Indianer“ sage?

    Ich verbinde mit dem Begriff „Indianer“ keine Hautfarbe, auch keine anderen biologischen Eigenschaften, sondern eine bestimmte Kleidung und bestimmtes Auftreten, hauptsächlich denke ich dabei an Faschingskostüme. Was war bei der Polizei mit dem Begriff „Indianer“ gemeint? Gibt es da auch nur um die Kleidung?

    Einen Link hab ich noch zum Thema Sprache und Diskriminierung:
    http://www.mein-html.de/bilderwoerterbuch.html

  27. Witziges Detail bei einem Text über sprachliche Genauigkeiten: „Sonnensprossen“ habe ich noch nie gehört, ebenso wie der Duden. Aber Sommersprossen sind ja auch viel schöner :)

  28. Kann man nicht einfach mal wieder zum normalen Mittelmaß finden? Hier schaukeln sich doch eine Aktion und Reaktion gegenseitig hoch. Grob fahrlässige Diskriminierungen sind genauso wenig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt geeignet, wie die hyperkorrekten Unterdrücker der Meinungsfreiheit, die dadurch auch ihr Futter erhalten. Und dann gibts natürlich noch die absichtlich übertrieben inkorrekten Pöbler von der Sorte eines Trump.

    Da sonst noch einiges zuletzt aus dem Ruder läuft, habe ich folgende Petition gestartet, die etwas zur Besinnung beitragen will: https://www.openpetition.eu/petition/online/werte-der-aufklaerung-als-europaeische-leitkultur. Machen Sie doch bitte mit und teilen den Link, damit alle etwas abrüsten und zu den Werten der Aufklärung zurückfinden.

  29. @Jungeleit: Noch mal für dich zum Mitmeißeln: Es gibt keine Bewegung, die sich für „maximalpigmentiert“ als Bezeichnung für schwarze Menschen einsetzt. Auch dann nicht, wenn du Marius Jung zitierst, der im Übrigen — wenig überraschend — oft von Leuten wie dir herangezogen wird.

  30. @ Herr Rosenkranz
    „… anders doofen Sprachschatz ausruhen?“

    Wer bestimmt denn was „doofer Sprachschatz“ ist? Sie gehören anscheinend zu den Sprachwächtern. Wer hat Sie legitimiert über die Rhetorik Ihrer Mitmenschen urteilen zu dürfen? Würde mich wirklich interessieren.

    Kommentar 27. hat meine plastisch assoziationsbezogene Beschreibung ausführlich dargestellt. Der Gedanke geht aber weiter, ein Sachverhalt „2 deutsche Täter [] Ein Täter sieht aus wie ein Indianer“ hätte sicher keinen Einzug in den Artikel erhalten. Weil die Bezeichnung „Indianer“ oder „Seemann“ als Assoziation bei deutschen Mitbürgern nicht diskussionswürdig ist, schließlich erzählt auch das Kino mit Stereotypen Geschichten. Keiner würde bei „Seemann“ an einen Buchhalter mit Harry Potter Brille denken (nein, keine Diskriminierung von Harry Potter Fans und Buchhalter). Bei Nichtdeutschen hat die assoziationsbezogene Beschreibung plötzlich einen ganz anderen Hintergrund. Die Bezeichnung Indianer erfolgt nicht, weil der Tatverdächtige eventuell diese Gedankenverbindung beim Zeugen bewirkte. Nein, weil er ihn diskriminieren wollte. Wieso kommt den Sprachwächtern so was sofort in den Sinn? Übrigens, die Bezeichnung „Indianer“ als Diskriminierung darzustellen diskriminiert doch die Nachfahren der Ureinwohner Nordamerikas, beleidigt deren Ahnen.

    Das hier empfinde ich als Diskriminierung:
    „In ungefähr allen anderen Hinsichten waren und sind die Opfer von Köln ihren Tätern überlegen: Sprache, Staatsangehörigkeit, Bildung, sozialer Status, Vermögen, Rechtssicherheit, Selbstbewusstsein…“
    https://www.facebook.com/JakobAugstein/posts/1098751453503115:0

    Jakob Augstein hat den Übermenschen (nicht im Sinne Nietzsche) entdeckt, der in fast allen Belangen den Nordafrikaner überlegen ist. Einzig, so Augsteins Fazit, die Gewalt bleibt dem Nordafrikaner als Kernkompetenz in Deutschland; gelebte Evolution, Nischen ausfüllen.

    Wer bastelt da eigentlich am Kastensystem? Wir haben den schutzwürdigen Migranten, schutzwürdigen Andersbegabten, darüber den Augsteinischen Übermenschen, dann den Über-Übermenschen (hier wacht Augstein), der auf den Übermenschen aufpasst. Der Übermensch wird auch noch unterteilt, z. B. in Übermensch aus „Nicht-Akademiker-Haushalt“ und Übermensch aus „ Akademiker-Haushalt“.
    http://www.sueddeutsche.de/bildung/fu-berlin-nicht-akademiker-kinder-die-unbekannten-wesen-1.1707041

    Man will helfen, Arbeiterkind-Notrufnummer 030 679 672 750!
    http://www.arbeiterkind.de/

    Im Namen der Gleichheit lebe die Hierarchie.

    @ amfenster

    Netter Versuch PC als Erfindung darzustellen. Der Autor des Artikels gerät auch direkt in die Defensive, sehr gute kritische Kommentare. Und es geht bei PC schon lange nicht mehr alleine um Neusprech, man will in den Kopf. Die EU plant für „intolerante“ Jugendliche „…will be required to undergo a rehabilitation program me designed to instill in them a culture of tolerance.“ Und wer dort liest, die Toleranzmesslatte liegt sehr sehr tief. Auch Soldaten sollen Feindbilder genommen werden, in Kursen sollen Soldaten dazu erzogen werden, dass ihre zu bekämpfenden Gegner ihnen völlig gleichgestellt seien (Zitat: »Similar courses will be incorporated in the training ofthose serving in the military.«).
    http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2009_2014/documents/libe/dv/11_revframework_statute_/11_revframework_statute_en.pdf

    @ Ali Schwarzer

    „-oft von Leuten wie dir herangezogen wird“

    Sie wissen, wer ich bin? Ein schwarz-weiß Denker? Was steht da auf Ihrer Webseite:

    „Nur dummerweise gerade in: Kapstadt. Wo die Chancen nicht schlecht stehen, dass Weiße versuchen, mich umzurennen.“

    Wollen ALLE Weiße Sie umrennen? Wer Rassismus in Afrika benennen möchte, braucht nicht alleine auf den importierten Rassismus eines untergegangenen Apartheidsregimes zurückzugreifen. Die Afrikaner können das ganz gut alleine. Angefangen mit dem jahrhundertelangen Genozid durch exzessiven Sklavenhandel der arabischen Völker an den schwarzafrikanischen Völkern, der heute noch regional nachweisbar ist. Auch die Aufteilung des Sudans war dem Rassismus geschuldet, in Simbabwe geht es gegen die weiße Minderheit, in Nigeria wird die Religion als Alibi für das gegenseitige Abschlachten vorgeschoben und natürlich der Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr für möglich gehaltene Genozid an den Tutsi durch die Hutu. Wenn es zurzeit einen Kontinent gibt, wo blutiger Rassismus tobt, dann in Afrika.

    PS: Korrekterweise habe ich meine Frau vor mir gewarnt.

  31. @ Ali Schwarzer

    Ich habe mir erlaubt, Teile Ihres „Reiseberichtes“
    https://web.archive.org/web/20160308165351/http://trollbar.de/2016/oah-nee-kapstadt-13482

    (andere Texte von Ihnen hätte sich auch angeboten) modifiziert auf Berlin mit umgedrehten Rollen (Hautfarbe) und angepassten Zahlen und Vokabular einer Bekannten vorzulegen. Die politisch Überkorrekte wollte sofort gegen dieses Pamphlet vorgehen und die Seite melden. Ihre Seite studierend meinte sie, eine rechtsradikale Fakeseite. Sie ist fest davon überzeugt, obwohl ich ihr mit einigen Artikeln zeigte, dass auch in Südafrika der Rassismus keine Hautfarbe kennt.
    http://www.taz.de/!5022144/

    Ob Ihre Seite jetzt ein Fake ist oder nicht, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen. Ich schätzen sie ist authentisch. Aber auch egal, ich wäge nicht nach Hautfarbe, sondern nach Charakter ab und der Betreiber dieser Seite gefällt mir überhaupt nicht. Deshalb werde ich auf Ihre Einlassungen nicht mehr reagieren.

  32. Deutschlandweit ist ein deutliches Ansteigen der Kriminalität in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle zu beobachten. Anstatt sich mit den Ursachen zu beschäftigen, macht Ihr hier auf Sprachpuristen. Sorry, Ihr verkauft Eure Leser für dumm.

  33. @Sabine Lanzberger:
    Ich hoffe, dass ich diesen Satz noch zu Ende schreiben kann, ohne Opfer von Raubmord zu werden, aber: Gibt es für das „deutliche Ansteigen der Kriminalität in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle“ Belege? Sowohl für das Ansteigen als auch für den Zusammenhang?

  34. http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/fluechtlinge/Buch-widerlegt-Vorteil-von-Fluechtlingskriminalitaet,ulfkuech100.html

    Sabine Lanzberger , für Sie.

    Ihre These wird auch in meiner Heimatstadt regelmäßig von der Polizei widerlegt – ohne Resonanz in den gerüchtebeständigen Kreisen.
    Das Gerücht, eines Großmarkts neben einer BEA würde ständig von den Flüchtlingen ausgeräumtwerden, wurde dreimal in Folge in der regionalen Tageszeitung widerlegt, der Geschäftsführer gab Statements und Interviews gegen dieses Gerücht – es hat nix genutzt. Es bestand weiter. Da hilft dann nur beten. Oder ein Psychologe.

  35. Rhetorisch gefragt: Woher will die Polizei Mannheim denn gewusst haben, dass es sich um einen Asylanten gehandelt haben sollte, und nicht um eine eingebürgerte Person, einen Studenten etc.?
    Von der Joggerin? Und woher kannte die den Status des von ihr als verbal unfreundlich geschilderten Mannes?
    Da müssen die Herrschaften der Polizei wohl etwas zu tief in die Glaskugel geschaut haben ;-)

    @ Friedrich Jungeleit
    Bla bla bla bla bla bla … meinen Sie, wer viel labert hat immer Recht?

    „Wer bestimmt denn was „doofer Sprachschatz“ ist? Sie gehören anscheinend zu den Sprachwächtern. Wer hat Sie legitimiert über die Rhetorik Ihrer Mitmenschen urteilen zu dürfen? Würde mich wirklich interessieren.“

    Das bedeutet, ich darf Sie mit jedwedem Begriff bezeichnen, ohne dass es irgendeine Rolle spielt, wie Sie das finden?
    Wenn ich Sie zum Beispiel „rasende Weißwurst“ oder „Waschbrettkopf“ nennen würde, was ich nicht tue, nur mal so hypothetisch, dann wäre das für Sie vollkommen akzeptabel und hinnehmbar.

    Finde ich ausgesprochen interessant ;-)

  36. @27 Daniel Rehbein: Jemanden „Seemann“ zu nennen, wenn er denn so aussieht, ist ja auch kein Problem, zumal wenn der Angesprochene selbst kein Problem damit hat. Nur geht es in diesem Text oben halt um Wendungen, die pauschal Ressentiments gegenüber Gruppen oder Minderheiten wecken und zum Teil von den Angesprochenen selbst abgelehnt werden.

    @28 Dirk: Hehe, stimmt. Muss „Sommersprossen“ heißen. Danke.

    @33 Sabine Lanzberger: Würde mich der Frage von „@34AmFenster“ anschließen.

    @36 RB: Auf Anfrage sagte mir die Polizei Mannheim, der Mann habe selbst gegenüber der Frau angegeben, aus Nordafrika zu stammen und als Asylbewerber im Umkreis zu leben.

  37. @ Boris Rosenkranz

    Danke, Herr Rosenkranz, dann nehme ich die Glaskugel natürlich zurück.

  38. @ RB

    „Bla bla bla bla bla bla … meinen Sie, wer viel labert hat immer Recht? [] Das bedeutet, ich darf Sie mit jedwedem Begriff bezeichnen, ohne dass es irgendeine Rolle spielt, wie Sie das finden?“

    Thema des Artikels ist, so habe ich es zumindest verstanden, nicht das Strafgesetzbuch nach § 185 StGB, sondern die PC. Darf ich zum Andersbegabten noch Behinderter sagen? Bin ich ein Nazi, wenn ich eine Zeugenbeschreibung zu einem nichtdeutschen Verdächtigen plastisch und assoziativ mit „Er sah aus wie Julio Iglesias“ zu Protokoll gebe? Die Sprachwächter postulieren, es gibt per se böse Wörter. Dabei ist die Intention weit wichtiger als das Wort, es ist ein Unterschied wenn bspw. ein Südstaatenrassist „Nigger“ sagt oder ein Rapper so seinen Kollegen begrüßt. Ich kann PC perfekt beherrschen und der größte Rassist sein, der sich nur dahinter tarnt.

    @ Herr Rosenkranz

    „…um Wendungen, die pauschal Ressentiments gegenüber Gruppen oder Minderheiten wecken…“

    Wer entdeckt denn sofort Ressentiments, der Sprachwächter oder der Sprachüberwachte? Unterstellt eventuell der Sprachwächter sofort Dritten solche Gedanken, weil er selbst diese Gedankenverbindung aufbaut? Beispiel „Nicht-Akademiker-Haushalt“: Aus heiterem Himmel wird eine Gruppe lokalisiert und als Problemgruppe postuliert, weil ein Diskriminierungsgrund mithilfe der Problemgeburtshelfer das Licht der Welt erblickte. PC ist angesagt, wer den Kopf schüttelt, kommt in die Schmuddelecke. Man wacht über den korrekten Umgang mit der eigenhändig gebrandmarkten Problemschöpfung, die man ganz nebenbei gesellschaftlich unter sich gestellt hat. Offiziell will man natürlich die geschaffenen „Problemmenschen“ zu sich hochholen, doch das sinnfrei kreierte Makel ist bereits gesellschaftlich etablierte, das „Nicht-Akademiker-Haushalt“ werden diese Menschen nicht mehr los. Die Diskriminierung ist gelungen! Und so erfindet man Unterkategorien, sucht nach Unterschiede in der Bevölkerung, um die nächste Menschengruppe zu outen und zu „beschützen“, baut eine Hierarchie auf, um „gut gemeint“ von oben herab auf die Schwachen und Schutzbedürftigen zu schauen. Mich beschleicht da ein anderes Gefühl über die Motive.

  39. Äh, Herr Jurgeleit, nein. Das ist falsch. Ungefähr alles und das nervt inzwischen. Falsch ist, dass PC das Thema ist. Richtig ist, ungenaue, irreführende und diskriminierende Sprache ist das Thema des Artikels. Sie haben daraus einen Punkt herausgepickt, den „PC“ genannt.
    Falsch ist auch: „Die Sprachwächter postulieren, es gibt per se böse Wörter. Dabei ist die Intention weit wichtiger als das Wort, es ist ein Unterschied wenn bspw. ein Südstaatenrassist „Nigger“ sagt oder ein Rapper so seinen Kollegen begrüßt.“ Das ist falsch. Worte bekommen ihre Bedeutung durch Verwendung. Ein Tisch heißt so, weil Leute das halt sagen. Diese Bedeutung hat auch diese zwei Bestandteile. Die Denotation und die Konnotation. Jetzt gibt es Leute, die das wissen und deswegen bestimmte Wörter nicht in bestimmten Kontexten verwenden. Diese Leute nennt man Sprecher, denn das macht jeder, immer. Außer Deppen geht niemand zu seinem Nachbarn und sagt: „He, hübsches Balg. Wie alt ist er denn?“ Denn der Sprecher weiß, dass Balg negativ konnotiert ist und damit nur in ironischer Verwendung nicht dazu führt, dass der Nachbar sauer wird. So. Und was für „Balg“ giöt, giöt auch für „Neger“ etwa. Das Wort ist negativ konnotiert. Wenn man das also weiß, dann könnte man, wenn man die negative Konnotation meiden möchte, was anderes sagen. Und jetzt kommt die Pointe. Die Sprachpolizei sind nicht die, die auf diese Fakten hinweisen. Es sind Leute die ernsthaft verlangen, dass „Neger“ gesagt wird, weil!
    Zudem fehlt noch die Stelle, an der Sie irgendeine Geschichte zeigen, in der Leute ernsthaft MEM sagen. Sie haben bei BASU21 schon so daneben gelegen, ich vermute, daß passiert gleich nochmal.
    (Anmerkung: Dieser Beitrag entstand bom Smartphone aus und im Zorn. Falls Rechtschreibfehler da sind, bin ich sorry)

  40. Kleiner unschöner Fehler im Artikel: „Indigene Völker“ sind schlichtweg Ureinwohner, der Begriff ist KEIN Synonym für „Indianer“. Zum Beispiel sind die Aborigines in Australien das indigene Volk.

  41. Auch wenn der Herr Jungeleit viel Unsinn redet, finde ich die Frage wer entscheidet, ob ein Wort diskriminierend ist oder nicht, auch relevant.
    Es gibt da einige Beispiele, bei denen mir der Grund nicht klar ist (z.B. aufgrund der Aktualität Flüchtling vs. Geflüchteter o.Ä.). Bei anderen Worten wie Ne*** ist es natürlich klar.
    Das hat aber natürlich nix mit abstrusen Konzepten wie PC zu tun.

  42. @Ich bin ich
    Bei Flüchtling liegt es am „ling“. Worte, die auf -ling enden, haben in der Regel einen abwertenden Charakter. Zudem ist der Flüchtling maskulin, die Menschen, die fliehen sehr oft nicht – und diese Feststellung schon ist ein Politikum.

  43. @FRIEDRICH JUNGELEIT
    Wollten sie nicht seit dem 7. MÄRZ 2016 15:09 Uhr hier weg sein? Ich persönlich würde es begrüßen, wenn sie ihren eigenen Worten entsprechende Taten folgen lassen würden. Dann blieben uns die üblichen „Argumente“ erspart, die von Leuten kommen, die nicht verstanden haben, was nicht-diskriminierende Sprache bedeutet.

  44. @Daniel: Danke für die Info!
    Ich verbinde zwar keinen abwertenden Charakter mit „Flüchtling“, aber das mag anderswo so sein.
    Die „Verbisierung“ von Substantiven aufgrund des Geschlechtes finde ich allerdings auch übertrieben. Aber wie gesagt, wenn das mehrheitlich als diskriminierend empfunden wird ist das OK für mich.
    Die Frage ist für nur, wer diese Sachen entscheidet. Ich nehme an, dass das auch den Ärger hervorruft weil Wörter nun mal nicht immer gleich empfunden werden. Weder von dem, der sie benutzt, noch von dem, der damit bezeichnet wird.
    Aber wie man das ändern sollte, weiß ich auch nicht.

  45. @Ichbinich
    Es gibt niemanden, der solche Sachen entscheidet. Das ergibt sich schlicht aus den Erfahrungen und Handlungen der Sprecher. Das „-ling“-Worte oft negativ konnotiert sind, liegt daran, dass die Endsilbe verkleinert. Sie mach unselbständig, hilfsbedürftig, unterlegen. Es gibt auch wenige positive Dinge, die mit einem „ling“ versetzt werden. Und wenn, dann bekommt es dadurch einen negativen Klang. Das lernen wir einfach dadurch, dass wir sprechen und von Sprechern lernen, die das von Sprechern lernen die das … und so weiter. Ergo: Es entscheidet niemand, die Sprechergemeinde legt das durch ihren Gebrauch fest. Dass Worte nicht gleich empfunden werden, ist viel seltener als man glaubt.

  46. Kritik an Übermedien
    ————————————
    Boah… Erlaube ich mir jetzt mal, weil ich meine eine wesentliche inhaltliche Lücke im Text gefunden zu haben. Nämlich (ohne h):

    Die Kritik hier wertet MEINER MEINUNG nicht die Schwierigkeit einen Täter so zu beschreiben, damit auch wirklich möglichst >Jeder< diese Beschreibung verstehen und verinnerlichen kann.

    Eine Polizeimeldung hat doch nun wirklich Sinn und auch mit der digitalen Vernetzung einen neuen Sinn bekommen. Sie kann jeden vor Straftätern effektiv warnen und schützen…

    Im umgekehrten Sinn, kenne ich beispielsweise einen konkreten Fall, bei dem in der Polizeimeldung in keiner Weise auf das ethnische Aussehen einging: weitere Geschädigte haben dies sehr beklagt…

    Wäre es aus dieser Sicht nicht auch sinnig, einfach mal über holprige Formulierungen hinwegzusehen? Verschweigen und verwässernd verallgemeinern ist in einer Beschreibung ebenso absolut keine Lösung? Wäre es nicht auch ein guter Ton hier ausnahmsweise mal ein bisschen Nachsehen mit der Polizei zu haben: besser ist doch auch eine schnelle Meldung, als eine medientauglich geprüfte Meldung durch den Pressesprecher die erst nach einem Tag erscheint?
    ————————
    Ende meiner Kritik.

  47. @AMFENSTER: Googeln Sie mal „Presseportal“ und „Polizei“, dann werden Sie jeden Tag sexuelle Übergriffe, Diebstähle oder Gewaltdelikte finden. Alles offizielle Pressemitteilungen von Polizeidienststellen. Die lokale Presse ist voll davon. In ganz Deutschland.
    @KASIMIR: Besonders jetzt vor der Wahl übt die Politik Druck auf die Polizei aus, die Herkunft der Täter nicht öffentlich zu nennen, um der AfD keine Munition für den Wahlkampf zu liefern. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hessens-innenminister-ueber-kriminalitaet-von-fluechtlingen-kein-gezieltes-verschweigen-14051051.html

  48. @ Daniel :„Falsch ist, dass PC das Thema ist. Richtig ist, ungenaue, irreführende und diskriminierende Sprache ist das Thema des Artikels.“

    Bundeszentrale für politische Bildung über Political Correctness / Politische Korrektheit. Sie sollten den Artikel lesen, wirklich informativ:

    „In der ANNAHME einer engen Verbindung von Sprache, Denken und damit Handeln entstanden so Sprachreglementierungen, die zum einen den Gebrauch bestimmter Ausdrücke ächten, [] eine neue, „feinfühligere“ Terminologie vorschlagen oder VORSCHREIBEN.“
    http://www.bpb.de/politik/grundfragen/sprache-und-politik/42730/politische-korrektheit

    PC ist die versuchte und gottähnliche Deutungshoheit über „doofen und klugen“, „guten und bösen“ und „richtig und falschen“ Wortschatz. Der Sprachwächter sagt, diese Wörter erzeugen bei mir diese Gedankenverbindungen, also ist es generell bei allen Mitmenschen so. Er definiert sich selbst als Norm!

    @ Daniel :„Diese Bedeutung hat auch diese zwei Bestandteile. Die Denotation und die Konnotation.[] Dass Worte nicht gleich empfunden werden, ist viel seltener als man glaubt.“

    Richtig, PC liebt die Denotation und hasst die Konnotation. Nur wer hat die Deutungshoheit über den „neutralen“ Wortgebrauch? Wir haben in Deutschland 80 Millionen Individuen mit den unterschiedlichsten Biografien. Glauben Sie, wenn ein familiäres Missbrauchsopfer sagt, „Er war wie ein Vater zu mir“, ist Ihre Definition von „Vater“ gemeint? Glauben Sie, wenn ein kirchliches Missbrauchsopfer sagt, „Die Kirche stand mir sehr nahe“, es handelt sich um einen religiösen Menschen. Glauben Sie , dass ein Mensch, der Karl May Bücher liebt, der jedes Jahr nach Bad Segeberg fährt, dessen größter Schatz ein persönliches Autogramm von Pierre Brice auf ein Winnetou-Poster ist, der als Zeuge einen Menschen mit der Assoziation Indianer beschreibt, ein Rassist ist. Glauben Sie, alle diese Menschen haben ein Problem, nur weil diese Ihre persönlichen Assoziationen zu Wörtern nicht teilen? Den Vorwurf der Gleichmacherei an Political Correctness, den Vorwurf des diktatorischen Eingriffes in die individuelle assoziative Artikulation der Mitmenschen, sehe ich als Verharmlosung an, das Tatmotiv ist viel gravierender.

    @ Daniel: „Außer Deppen geht niemand zu seinem Nachbarn und sagt: „He, hübsches Balg. Wie alt ist er denn?““

    Ihre Welt muss staubtrocken sein. Mit den Worten von Marius Jung:“Penner oder Wohnungssuchende, Negerlein oder maximalpigmentiert –  wo politische Korrektheit herrscht, bleibt der Humor auf der Strecke.“
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/politische-korrektheit-leute-habt-ihr-sie-noch-alle/10980540.html

    @ Daniel : „Sie haben bei BASU21 schon so daneben gelegen, ich vermute, daß passiert gleich nochmal.“

    Wo lag ich denn bei den Quellenangaben (Kommentar 16) daneben?

    „Die beiden jugendlichen Täter sind Fälle für BASU21 – unter diesem Kürzel befasst sich die hessische Polizei mit „Besonders auffälligen Straftätern unter 21 Jahren“. []… und Intensivtätern (MIT) besteht für die BASU21-„Kundschaft“ nach Ansicht der Behörden nämlich noch Hoffnung auf Besserung. “
    http://www.op-online.de/offenbach/letzte-chance-junge-taeter-1595674.html

    „“BASU21″: Polizeipräsidium Nordhessen zieht Bilanz “
    http://www.nh24.de/index.php/polizei/41927-qbasu21q-polizeipraesidium-nordhessen-zieht-einjahresbilanz

    „Konzept BASU 21 (Besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren)“
    https://www.polizei.hessen.de/File/Jahresbericht-Jugenddelinquenz-2011.PDF

    @ Daniel: „Zudem fehlt noch die Stelle, an der Sie irgendeine Geschichte zeigen, in der Leute ernsthaft MEM sagen.“

    Wenn Sie den Quellen (Kommentar 16) nicht glauben wollen, schauen wir nach, was die Betroffenen selbst dazu schreiben.

    Zuvor hatte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma für die Konferenz der Innenminister und
    Senatoren der Länder (IMK) eine Dokumentation von 554 Zeitungsartikeln, Agentur und Polizeimeldungen seit 1995 zusammengestellt, in denen die unnötige und diskriminierende Minderheitenkennzeichnung Beschuldigter als „Sinti/Roma“, „Zigeuner“, „Landfahrer“, oder andere Synonyme wie „MEM“ für „mobile ethnische Minderheit“ enthalten waren. In 508 Fällen war dies von Polizei und Justiz veranlasst worden.“
    http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Pakte_Konventionen/ICERD/icerd_state_report_germany_16-18_2006_parallel2_de.pdf

    Der Zynismus gehe soweit, dass beispielsweise Polizeibeamte gegen�er der Presse von „MEM-Kindern“ sprachen,…
    zentralrat.sintiundroma.de/content/downloads/presseschau/25.rtf

    Forschungsgruppe Deutsche Sprache:

    „Aus der Not heraus haben sie eine (erlaubte) Wortneuschöpfung kreiert: Sinti und Roma heißen hier jetzt „MeM“, „Mobile ethnische Minderheit“.“
    http://www.sprachforschung.org/?show=news_inv&id=196

    @ Daniel: Bei Flüchtling liegt es am „ling“. Worte, die auf -ling enden, haben in der Regel einen abwertenden Charakter.[] Das „-ling“-Worte oft negativ konnotiert sind, liegt daran, dass die Endsilbe verkleinert. Sie mach unselbständig, hilfsbedürftig, unterlegen. Es gibt auch wenige positive Dinge, die mit einem „ling“ versetzt werden. Und wenn, dann bekommt es dadurch einen negativen Klang. „

    Das Suffix -ling im Fokus der Sprachwächter. Sie wissen einfach, dass ihre Mitmenschen ihre Assoziationen teilen! Also ungefähr 3000 Wörter mit -ling als Endung oder Wortteil unter Verdacht gestellt. Natürlich gibt es den Hänfling, den Frühling, den Zwilling, den Säugling, mein Darling, den Zauberlehrling. Ich habe heute morgen zu meiner Frau „Liebling“ gesagt, da wusste ich aber noch nicht, dass ich sie damit als unselbstständig, hilfsbedürftig und unterlegen einstufe. Auch über das Bowling morgen denke ich noch mal nach.

    Ich denke beim Wort „Flüchtling“ an den Urinstinkt des Menschen, der aus der Zeit stammt, wo der Mensch noch auf der Speisekarte stand. Ich denke bei diesem Wort an „Angst“ und „Furcht“. Sie an „unselbstständig, hilfsbedürftig und unterlegen“. Welche neue Wortkreation hätten Sie denn gerne, damit SIE nicht mehr negativ über das Wort „Flüchtling“ denken? Und sind die, die dann verständlicherweise Ihren Assoziationen erneut nicht folgen können und weiter Flüchtling sagen, dann Rechte? Glauben Sie wirklich, Sie sind ein Kämpfer gegen Pauschalisierung und Vorurteile? Sie lesen sich wie die Reinkarnation dieser Substantiven.

    @ Daniel: „Zudem ist der Flüchtling maskulin, die Menschen, die fliehen sehr oft nicht.“

    Gelebte Realitätsverweigerung, 66,3 % männliche Flüchtlinge 2016.
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/452165/umfrage/asylbewerber-in-deutschland-nach-geschlecht-innerhalb-altersgruppen/
    Geschlecht und Asyl: Frauen und Kinder zuletzt
    „Der durchschnittliche Flüchtling kommt aus Syrien, ist jünger als 30 – und ein Mann. Das Geschlecht spielt in der Flüchtlingskrise eine unterschätzte Rolle.“

  49. „Du kannst so viele englische Anzüge anziehen, wie Du willst: Du wirst dennoch immer aussehen wie ein kleiner Sizilianer“, sagte die erboste Ehefrau gen Mitternacht zu ihrem Gatten. Dieser war nach jedweder Definition ein Deutscher und völlig ohne Migrationshintergrund.
    Merke: Wenn ich konkret nach Jemandem fahnde, kann das Cliché sehr treffend sein. „Der Täter SAH AUS wie ein Süditaliener“ erscheint mir daher nicht diskriminierend.
    Bei einem großen blonden Sizilianer würde das Cliché aber nicht weiterhelfen – und daher auch nicht verwendet werden.
    Aber das ist ja gar nicht das Thema in diesen Tagen. Heute geht es leider verschärft um Diskriminierung, nicht um das AUSSEHEN eines Täters zu dessen einfacherer Findbarkeit, sondern um die Zuschreibung von (negativen) Eigenschaften zu einem bestimmten Aussehen.
    „Erst die Nazis haben mich zu einem Juden gemacht“ (Fritz Stern)

  50. @Sabine Lanzberger:
    Echt, es gibt Polizeiberichte? Was Sie nicht sagen!
    Ich hatte nach Belegen für das von Ihnen behauptete „deutliche Ansteigen“ der Kriminalität gefragt, sowie für den ebenfalls von Ihnen behaupteten Zusammenhang mit der Flüchtlings“welle“.
    Der triumphierende Verweis auf Polizeiberichte hilft da gar nichts. *Dass* es Verbrechen gibt, bestreitet ja niemand.

  51. @ AMFENSTER (52): Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) spricht von einer „dramatischen Kriminalitätsentwicklung“. http://www.welt.de/politik/deutschland/article153163821/Kripo-fuehlt-sich-von-Jaeger-im-Stich-gelassen.html
    Die Polizisten werden es wissen – besser als Sie. Hören Sie auf mit dem Wegschauen, Relativieren, Verharmlosen. Das Spiel kennt man ja.
    Mal ganz abgesehen vom erwiesenen Anstieg der nichtpolitischen „Alltags“-kriminalität:
    Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen spricht von einer „Goldgräberstimmung“ unter gewaltbereiten Islamisten. Die sind in der Regel keine Bio-Deutschen.
    http://www.bild.de/politik/2016/politik/politik-eilmeldung-isis-kaempfer-44421996.bild.html

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