„Die Aktuelle“ legt Caroline aufs Sterbebett

Ob die Mitarbeiter der „Aktuellen“ abends nach Hause kommen und stolz auf ihre Arbeit sind? Ob sie mit ihrer Familie beim Abendessen sitzen und sagen: „Heute war ein toller Tag, heute habe ich nämlich so getan, als würde Prinzessin Caroline bald sterben“?

Das ist die aktuelle Titelgeschichte, und wenn Sie „Die Aktuelle“ kennen, wissen Sie, dass Prinzessin Caroline nicht im Sterben liegt.

Vielmehr findet in ein paar Monaten die Hochzeit ihres Sohnes statt, auf der sie womöglich ihrem Noch-Ehemann Ernst August („Pinkeln, Prügeln, Pöbeln“) begegnen wird.

Man muss sich das vorstellen: Seit Juni 2009 geht das Paar getrennte Weg (sic). Und jetzt soll sie ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen? (…) Caroline wird eine mutige Entscheidung treffen müssen: Entweder fern bleiben oder sich dem Schrecken stellen. Aber sich verstecken, ist mit der Würde dieser Frau nicht vereinbar!

Und die Würde dieser Frau liegt der „Aktuellen“ schließlich ganz besonders am Herzen.

Dass sie auf ihrer neuesten Titelseite neben der Quatschgeschichte über Caroline eine Quatschgeschichte über Helene Fischer zurückziehen müssen, hat die Macher der Zeitschrift offenbar nicht sonderlich beeindruckt.

„Die Aktuelle“ wird von der Funke Mediengruppe herausgegeben, die über sich selbst schreibt:

Die FUNKE MEDIENGRUPPE ist auf dem Weg, das beste nationale Medienhaus in Deutschland zu werden.

Medien besser kritisieren. Mit Ihrer Unterstützung.

 
Medien besser kritisieren.

6 Kommentare

  1. Hm. Tja. Das ist ja nun schon die ganze Zeit so. Die Kollegen machen ihr Geschäft, wir machen uns drüber lustig oder prangern das an. Aber…

    … wie funktioniert das eigentlich mit der Zielgruppe? Die fallen da doch nicht jede Woche aufs Neue rein, oder? Ist das für die nicht enttäuschend, wenn sie immer wieder rausfinden, dass Caroline doch nicht stirbt und Helene Fischer doch nicht heiratet? Oder ist das Teil des Spaßes beim Konsum der Gerüchte?

  2. Wie lange wird es noch dauern bis sie mit der Schlagzeile aufmachen:
    „Gegendarstellung! HELENE FISCHER: Wie sie gegen Verleumdungen kämpft!“ ?

  3. Drama um die Funke Mediengruppe.
    Sie hat nur noch 4 Monate!
    Jetzt müssen Mitarbeiter und Zulieferer sofort eine mutige Entscheidung treffen.
    Wie verkraftet Petra Grotkamp diese Schicksalsschläge? Werden ihre Enkel auf der Strasse landen?
    [Könnte jemand bitte hier eine Petra-Fotostrecke einfügen? Sie scheint „überraschenderweise“ recht fotoscheu zu sein]

  4. Berichtigung:
    Die jährliche Verlagshausaufzuginspektion wird jetzt doch nacheinander, nicht gleichzeitig an beiden Aufzügen ausgeführt.
    Die Societyreporterinnen und Enkelinnen können den 2. Stock jetzt doch Stiletto-barrierefrei erreichen.

  5. Komplette Falschdarstellungen in Titeln sind aber ganz gewöhnlich, wenn ich mir die Zeitschriften meiner Mutter so anschaue. Ständig sterben angeblich Leute oder trennen sich voneinander.

  6. Tja..man muss doch die Leute irgendwie dazu bringen die Zeitschrift zu kaufen. Und da es ja so viele davon gibt, muss man sich gegenseitig durch die schockierendsten Titelgeschichten übertreffen. Denn nur die Zeitung , die am schockierendsten ist ,wird auch gekauft. Die Sensationslust der Leser muss befriedigt werden. Egal wie. Und wenn man sich ganze Geschichten aus den Fingern saugen muss, the Show must go on.

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