Julian Reichelts „Bild“-Verehrlichung

Am Dienstag hat „Bild“ auf der Basis eines nicht überprüften Gerüchts die Falschmeldung verbreitet, dass Kazim Akboga, der mit einem Werbevideo in der U-Bahn berühmt wurde, ausgerechnet von einer U-Bahn überrollt wurde.></p>
<p>Am Mittwoch hat der neue „Bild“-Chef-Chef Julian Reichelt <a href=ein Interview gegeben, in dem er sagte, es falle ihm leicht, sich für Fehler des Blattes zu entschuldigen.

Weder am Dienstag, noch am Mittwoch, noch am Donnerstag bat er für die Falschmeldung über Kazim Akboga, die von anderen Medien weiterverbreitet wurde, um Entschuldigung. Klar, es würde ihm leicht fallen. Aber er tut es nicht.

Das kann man natürlich machen. Es wirkt vielleicht ein bisschen – wie sagt man heute? – postfaktisch, wenn man im Interview gleichzeitig den Eindruck erwecken will, man sei in den vergangenen Jahren mehrmals in die Finalrunde bei der Wahl zum Mister Aufrichtig gekommen.

Aber der Interviewer vom „Tagesspiegel“ hat Reichelt nicht mit dem Widerspruch konfrontiert. Und als Überschrift über das Interview hat er das Zitat gesetzt: „Mein Anspruch: ‚Bild‘ als ehrlichstes Medium Deutschlands.“ Natürlich.

Reichelts Vorgänger Kai Diekmann fiel das Entschuldigen auch leicht. Er begann seine Zeit als „Bild“-Chefredakteur 2001 mit einer Kampagne gegen den damaligen Bundesumweltminister Jürgen Trittin. „Bild“ zeigte ein altes Foto des Grünen-Politikers von einer Demonstration, das so beschnitten war, dass ein Seil wie ein Schlagstock und ein Handschuh wie ein Bolzenschneider wirken konnte – entsprechend beschriftete „Bild“ das vermeintliche Dokument. Diekmann brauchte mehrere Tage und viel öffentlichen Druck, um sich bei Trittin dafür zu entschuldigen. Nach Konsequenzen gefragt, antwortete er dem „Spiegel“: „Wir haben die Produktionsabläufe überprüft und verändert.“

Julian Reichelt hat sich dafür entschuldigt, dass sein Blatt eine falsche „Sex-Mob“-Geschichte veröffentlichte, die den Eindruck erweckte, dass Horden von Flüchtlingen Silvester durch Frankfurt zogen und Frauen überfielen und belästigten. „Bild“ hatte die Behauptungen eines Gastwirtes noch übertrieben und seine Darstellung auch nach Hinweisen auf Ungereimtheiten zunächst nicht relativiert.

Nach Konsequenzen gefragt, antwortete Reichelt dem „Tagesspiegel“: „Vielleicht müssen wir neue Kontrollmechanismen dazwischenschalten, noch mehr gestandene Nachrichtenleute einsetzen, die derartige Geschichten, die für ‚Fake News‘ wie beispielsweise aus der Flüchtlingsproblematik anfällig sind, auf Herz und Nieren, auf Anspruch und Wahrheit überprüfen.“

Ja, vielleicht muss die „Bild“ irgendwie dafür sorgen, dass Artikel stimmen. Vielleicht. Andererseits: Den Eindruck, dass das irgendwie dringend sein könnte, erweckt Reichelt nicht. Im Gegenteil. Er widerspricht schon dem vorsichtigst formulierten Vorhalt des Interviewers, dass „Bild“ „jetzt nicht in allen Bereichen und bei allen Geschichten als das ehrlichste Medium Deutschlands“ gelte:

Der überwiegende, der überragende Teil dieser Vorbehalte ist über 40 Jahre alt. Viele, die diese Vorbehalte vor sich hertragen und aktiv verbreiten, haben ihr Weltbild vor 40 Jahren das letzte Mal bei „Bild“ überprüft und geschaut, mit welchem Aufwand wir unsere Inhalte recherchieren.

Wie ein Absolvent eines Donald-Trump-Kommunikationsseminars legt Reichelt in seinem Kampf für Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit die Latte absurd hoch: auf über 40 Jahre.

Zur Einordnung: Vor 40 Jahren hatte Günter Wallraff noch keinen Artikel als „Hans Esser“ in der „Bild“-Hannover geschrieben. Genau genommen begann die ganze öffentliche Debatte um die „Bild“-Methoden, die er mit seinen Undercover-Recherchen und nachfolgenden Büchern auslöste, erst vor 40 Jahren.

Aber das ist natürlich spitzfindig, und Genauigkeit hat der „Bild“-Zeitung oder ihren Verantwortlichen noch nie jemand nachweisen können. Also übersetzen wir Reichelts „über 40 Jahre“ großzügig in „vielleicht zwei Jahrzehnte oder mehr“. Wer die „Bild“-Zeitung für ein unzuverlässiges Blatt hält, suggeriert er, kann sie so lange nicht gelesen haben.

Er verklärt damit die komplette Ära Diekmann, die – wie beschrieben – mit einer spektakulären Foto-Manipulation begann und mit dem falschen Vorwurf an Jürgen Trittin, er sei während seiner Studienzeit in Göttingen als Mitglied des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) mitverantwortlich für die Veröffentlichung des „Mescalero-Briefs“ gewesen. Für beides wurde „Bild“ vom Presserat gerügt.

Reichelt tut so, als könne man die „Bild“ seit Ewigkeiten nicht gelesen haben, wenn man sie für eine miserable Quelle hält. In Wahrheit kann man die „Bild“ seit Ewigkeiten nicht gelesen haben, wenn man sie für eine glaubwürdige Quelle hält. Lassen wir mal den ganzen Teil der Vorbehalte gegenüber „Bild“ weg, die auf ihrem fehlenden Respekt vor Menschenwürde und Privatsphäre beruhen, und greifen nur wahllos ein paar Beispiele für grob irreführende Berichterstattung aus den vergangenen Jahren heraus:

  • 2004 behauptet „Bild“ in einer Titelgeschichte, der Sänger Max Mutzke sei „als Zechpreller überführt“ worden: Ein türkischer Hotelier, bei dem er seine Rechnung trotz Mahnungen nicht bezahlt habe, erhebe „schwere Vorwürfe“ gegen Mutzke. Das war falsch. „Bild“ weigerte sich dennoch, eine Gegendarstellung zu drucken, und musste von einem Gericht dazu gezwungen werden.
  • 2004 zeigt „Bild“ ein 15-jähriges Mädchen, das bei einem Auto-Unfall ums Leben gekommen sein soll. Das abgebildete Mädchen hatte mit dem Unfall nichts zu tun.
  • 2005 zeigt „Bild“ das Foto von einem Deutschen, der in seinem Bungalow in Thailand von zwei Unbekannten überfallen und ausgeraubt wurde: sein Gesicht ist voller Blutergüsse und Schwellungen. „Bild“ erfindet dazu eine Geschichte und die Schlagzeile: „Thai-Hure boxt deutschen Sex-Tourist k.o.“
  • 2005 zeigt „Bild“ einen mutmaßlichen Vergewaltiger. Das Foto zeigt nicht den mutmaßlichen Vergewaltiger.
  • 2005 behauptet „Bild“ auf der Grundlage des Fotos einer Agentur, die Schauspielerin Shirley MacLaine habe sich einer Gesichts-OP unterzogen, um wie Sharon Stone auszusehen. In Wahrheit zeigt das Bild nicht Shirley MacLaine.
  • 2005 enthüllt „Bild“ vermeintlich skandalöse Zustände in einem Lübecker Gefängnis. Ungefähr alles daran war falsch.
  • 2006 verbreitet „Bild“ Renten-Lügen.
  • 2006 macht „Bild“ aus einem Fuchs einen Wolf.
  • 2008 zeigt „Bild“ im Zusammenhang mit einer „Messer-Attacke“ auf einen Busfahrer groß das Foto eines Mannes, der laut Bildunterschrift „mit Müllsack und Plastikbeutel aus dem Knast kommt, feixt und lacht. Er rammte dem Busfahrer das Messer in den Rücken.“ Der abgebildete Mann kam nicht aus dem Knast und hatte mit dem Angriff nichts zu tun.
  • 2009 zeigt „Bild“ in riesiger Aufmachung ein Foto, das angeblich den Amokläufer Tim K. aus Winnenden zeigt. In Wahrheit zeigt das Foto einen ganz anderen, völlig unbeteiligten Jungen aus einem rund 80 Kilometer entfernten Schützenverein.
  • Ab 2010 hetzt „Bild“ gegen die „Pleite-Griechen“ und entstellt dabei immer wieder die Wahrheit.
  • Die Berichterstattung über die bekloppten Bürokraten in Brüssel strotzt regelmäßig vor Fehlern und Entstellungen. „Bild“ verbreitet auch den Mythos, die EU habe eine bestimmte Krümmung von Bananen vorgeschrieben.
  • 2012 berichtet „Bild“ über ein „blutiges Drama“ in einer Berliner Studenten-WG, bei dem ein Mann seine Mitbewohnerin getötet haben soll. Das Blatt zeigt ein Foto des angeblichen Opfers, das die „Bild“-Leute im Internet gefunden haben. Doch zu sehen ist eine ganz andere Frau, die lebt.
  • 2014 verbreitet „Bild“ die Lüge, dass das Rote Kreuz in Bautzen „aus Angst vor Attacken im Asyl-Hotel“ zukünftig Schutzwesten einsetze.
  • 2016 behauptet „Bild“, dass Herbert Grönemeyer seine 28-jährige Freundin auf einem bestimmten Anwesen in Südfrankreich geheiratet habe. Die Freundin war nicht 28 und er hat sie nicht auf diesem Anwesen geheiratet.
  • 2016 wiederholt „Bild“ anhand überwiegend unzutreffender Beispiele den Mythos, dass in Deutschland „aus Rücksicht auf Muslime die christlichen Wurzeln des Weihnachtsfestes unterschlagen“ werden.

Ach, und natürlich die Unwahrheiten über den Veggie-Day („Grüne wollen uns das Fleisch verbieten“), die teils klar falsche, teils mindestens unzulässige Berichterstattung über Jörg Kachelmann, die Ente, mit der „Bild“ den Sturz von Bundespräsident Christian Wulff besiegelte, die grob irreführende Kampagne für den Flughafen Tempelhof, und und und.

Natürlich weiß Julian Reichelt das alles. Natürlich ist es absurd, dem Satz widersprechen zu wollen, dass „Bild“ „jetzt nicht in allen Bereichen und bei allen Geschichten als das ehrlichste Medium Deutschlands“ gelte, der im Zweifel die Abgründe der „Bild“-Berichterstattung viel zu harmlos andeutet, und dann auch noch so zu tun, als wäre „Bild“ seit 40 Jahre nicht mehr so, wie Kritiker es behaupten.

Aber Reichelt möchte gern, dass Leute ihn und sein Blatt für besonders ehrlich halten, und naturgemäß fällt ihm als bestes Mittel dazu die Lüge ein.

Vielleicht hängt das nicht nur mit seinem Amt zusammen, sondern auch mit seiner Persönlichkeit. Um sich einen Eindruck zu verschaffen, wie leicht es Reichelt fällt, einen Fehler zuzugeben, empfiehlt sich ein Blick auf die in der Sache ziemlich unwichtige, aber in der Eskalation umso bizarrere Auseinandersetzung auf Twitter neulich. Bild.de hatte über Enthüllungen über David Beckham berichtet, nannte als Quelle dafür aber nicht den „Spiegel“, sondern die britische Boulevardzeitung „The Sun“. Als „Spiegel“-Leute das kritisierten, wütete Reichelt, sie sollten belegen, dass die „Sun“ sie „beklaut“ hätte – dann würde Bild.de „gerne die Zitierung ändern“.

Der Witz ist: Die „Sun“ nennt in dem von Bild.de verlinkten Artikel selbst den „Spiegel“ als Quelle. Es gibt darüber gar keinen Dissens. Nur einen Bild.de-Chefredakteur, der sich weigert, einen Fehler zuzugeben und zu korrigieren und dabei immer wilder und sinnloser um sich schlägt.

Er lässt sich jetzt dafür feiern, dass er in dieser Woche einen Fehler zugegeben und sich entschuldigt hat. Er nutzt diesen gravierenden und schwer erklärlichen Fehler für eine Imagekampagne in eigener Sache. Der nützt es am meisten, wenn er jetzt nicht noch weitere Fehler zugibt und sich entschuldigt.

Offenlegung: Ich habe vor 40 13 Jahren BILDblog mitgegründet.

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26 Kommentare

  1. Ich wünschte mir, jemand externes würde ebenso zu dieser Bild Frankfurt Geschichte recherchieren und sich nicht vom Gastronom so abwimmeln lassen. Mag sein, dass er das Wort Sexmob nicht in den Mund genommen hat, aber bei der hessenschau hat er eine Geschichte präsentiert, die sich mit dem Bild-Bericht deckt – also zumindest wurde die Bild angelogen.
    Warum aber der Bild-Autor Stefan Schlagenhaufer daraus einen Sexmob macht und die Zahl so übertreibt ist merkwürdig.
    Hier muss unbedingt bitte von Übermedien recherchiert werden. Dann gibt es auch den Grimme-Preis ;-)

    Hier der aktuelle Stand:
    http://hessenschau.de/panorama/fressgass-sexmob-gab-es-nicht,fressgass-silvesternacht-100.html

  2. @Civichief: Das hier erschien schon am nächsten Tag in der FAZ.

    Und wenn Sie es merkwürdig finden, dass „Bild“-Autoren Geschichten, die ihnen erzählt werden, übertreiben, dann haben Sie „Bild“ wirklich seit Jahrzehnten nicht gelesen.

  3. „Angst,Hass, Titten und der Wetterbericht!“
    Irgenseine Punkband hat es mal so ver“dichtet“…
    Ansonsten erinnern mich immer die Entschuldigungen dieses Blatts an langjährige (Ex?)Drogensüchtige und Langzeitpartnerprügler,die treuherzig versprechen,es würde nienienie wieder vorkommen!

  4. @Martin Däniken: Bei „Irgenseine Punkband“ handelt es sich um Die Ärzte. Die Textzeile entstammt dem Lied „Lasse redn“ vom Album „Jazz ist anders“.

  5. Die offizielle „Verdichtung“ lautet:
    Titten, Tiere, Tränen, Tote.
    Die 4 großen T’s des Boulevard.

  6. Fake News in der Aorta des Mainstreams. Seit Jahrzehnten geht das so, aber correctiv wird den Saustall bestimmt demnächst dicht machen.
    Ach nein, zuerst müssen die kritischen Alternativen komplett durchleuchtet werden. Sonst bildet sich noch jemand eine EIGENE Meinung.

  7. @3 Stefan Niggemeier
    Da haben Sie Recht. Ich habe die Bild seit Jahrzehnten nicht mehr gelesen. Ich bekomme sie nur am Rande mit :-)

  8. „Zur Einordnung: Vor 40 Jahren hatte Günter Wallraff noch keinen Artikel als „Hans Esser“ in der „Bild“-Hannover geschrieben. Genau genommen begann die ganze öffentliche Debatte um die „Bild“-Methoden, die er mit seinen Undercover-Recherchen und nachfolgenden Büchern auslöste, erst vor 40 Jahren.“

    Falsch. Schon 1974 hat Heinrich Böll massiv Kritik an den Methoden des Springer-Verlags geübt. Die verlorene Ehre der Katharina Blum. Heute noch lesenswert! https://de.wikipedia.org/wiki/Die_verlorene_Ehre_der_Katharina_Blum

  9. @11 Niggemeier: Habe ich vielleicht missverstanden, sorry. Ich habe mich an diesem Satz gestört: „Genau genommen begann die ganze öffentliche Debatte um die „Bild“-Methoden, die er mit seinen Undercover-Recherchen und nachfolgenden Büchern auslöste, erst vor 40 Jahren.“ Denn die Debatte gab es ja durchaus auch schon vorher. Und dauert an (einschließlich der letzten 40 Jahre).

  10. Aber zumindest wird die Fussball-Nationalmannschaft nicht mehr von diesem Blatt 100% bestimmt,oder!
    Um ein wirklich weltbewegendes Thema anzusprechen (nein kein Ironie -Zeichen)!!!

  11. Julian Reichelt schwallbadert über Wahrheit und Ehrlichkeit. Das ist so ein trockener Witz, dass einem das Lachen förmlich im Halse stecken bleibt. Ausgerechnet der Mann, der für zahlreiche Lügen Verantwortung tragen sollte, bläst Werbeprosa für Bild als ehrliches Medium in die Welt. Unglaublich. Entweder hat der Mann eine krankhafte Chuzpe, oder leidet inzwischen an komplettem Realitätsverlust. Ist tatsächlich jener Julian Reichelt gemeint, der bis heute und entgegen klarer Faktenlage an seinen dummdreisten Verdrehungen zur Flucht Edward Snowdens festhält, und jede Kritik und alle Hinweise darauf, dass er – Reichelt – auf dem Holzweg ist, mit völlig konfusen und widersprüchlichen Behauptungen zu kontern versucht? Ist wirklich der gleiche Julian Reichelt gemeint? Lächerlich.

    http://www.bildblog.de/66118/julian-reichelt-reist-mit-snowden-auf-dem-holzweg-richtung-russland/

  12. Für jeden, der die BILD-Berichterstattung verfolgt, klafft in dem Artikel natürlich eine auffällige Lücke: ein besonders krasses Beispiel für die perfiden Machenschaften dieser Zeitung fand letzten Montag statt. Hier wurde ein prominentes Opfer von Internetkriminalität – in einem noch nicht abgeschlossenen Fall – zum Thema der Titelstory; BILD nahm damit wissentlich in Kauf, dass Inhalte, die das Persönlichkeitsrecht des Opfers massiv verletzen, sich wie ein Lauffeuer im Internet verbreiten konnten.
    Es spricht Bände, dass nur wenig Boulevard-Blätter und kein einziges seriöses Medium auf den Zug aufsprangen und die BILD-Artikel nach ein paar Tagen samt und sonders aus dem Netz verschwanden (was mit „Entschuldigung“ sicher nichts zu tun hat, sondern eher mit guten Anwälten ;-)). Daher ist es, im Sinne des Opferschutzes, sicher auch richtig, Herr Niggemeier, dass das Beispiel in Ihrem Text nicht auftaucht. Gleichwohl schmerzt es, dass diese selbst für BILD-Verhältnisse unsägliche Geschichte keine angemessene kritische Kommentierung finden kann.

  13. Ich verstehe die Aufregung nicht. Es ist doch nur logisch und auch zeitgemäß, dass sich das größte Lügenblatt als Ehrlichste Zeitung aller Zeiten (EZaZ) bezeichnet. So macht man das heute.

  14. @M.B.: Ja. Der Grund, dass das hier nicht auftaucht, ist aber ein anderer. Hier geht es ja nur darum, dass Reichelt behauptet, „Bild“ sei eine zuverlässige Quelle. Die ganzen Persönlichkeitsrechtsverletzungen u.ä. sind ja nochmal ein anderes Thema.

  15. Ich habe Ihre Schilderung gern gelesen. Es ist gewiss gut und wichtig, die Funktionsweise des „Systems Bildzeitung“ aufzudecken und deutlich zu machen, wie das Persönlichkeitsprofil und Rollenverständnis aussehen muss, um dort Chefredakteur zu werden.
    Dies ist das Eine. Das Andere betrifft das Interview selbst. Wie kommt es, dass ein so erfahrener und seriöser Journalist wie Joachim Huber solch eine arglose Befragung – zudem unter einem für die Bild-Zeitung als PR wirkende Zitat-Überschrift – veröffentlicht? In einem so klug-kritischen Medien-Blog wie dem Ihrigen würde ich gern lesen, was hinter den Kulissen dieses Interviews abging und ob bzw. wie weit bzw. warum sich die gedruckte Version von der primären unterscheidet. Wenn es kaum Unterschiede geben sollte: umso schlimmer.
    Hier passt dann wohl auch Ihre Generalthese, dass Medienkritik glaubwürdig wird, wenn sie von einem unabhängigen Medium (wie Übermedien) kommt. Was meinen Sie?

  16. Und als Sahnehäubchen lassen es sich unsere öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht nehmen, den Herrn Baron zu Reichelthausen regelmässig in deren „Talksendungen“ einzuladen und seinen geistigen Dü… Ergüsse zu verbreiten.

  17. Hmm, es ist ja nicht so, als ob man bei anderen Zeitungen oder Zeitschriften nicht auch eine Auflistung von Fehlern machen könnte. Allein die beweist relativ wenig.

  18. Bzgl. Reichelt fällt mir immer nur eines ein: Verkommen ist man dann, wenn man gar nicht mehr merkt, wie heruntergekommen man bereits ist.

    Und bzgl. der BILD hat Max Goldt alles gesagt: „Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“

    Aber ohne Julian und seine BILD wäre mein Tag etwas langweiliger …. zumindest ein wenig.

  19. Der Reichelt, das größte Geschwür in der großen weiten Medienlandschaft. Der ist so ehrlich, da fallen mir glatt die Schuppen von den Augen und ich erkenne die wahre Natur der Menschheit.
    Der witzige Anti-Snowdenista, Lügner, Wahrheitsverzerrer, Twitter-Held… und dann gibts noch Leute die das Käseblatt lesen und für bare Münze nehmen. Traurig.
    Ein solches Hetzblatt passt gut in die Zeit. Zwischen Trump und Muslime, Flüchtlinge und „uns gehts so schlecht“.

    Man, ich könnt so kotzen, entschuldigung.

  20. …der CofC sollte mal in eine Buchhandlung gehen oder mich fragen:
    Da findet sich neben „Die Leiden des Axel Caesar Springer“ auch noch vieles andere.
    Man wird müde, das alles aufzuzählen.
    Meine Mutter jedenfalls wurde regelmässig sauer, wenn ich ihr erzählt habe, was ich als Schüler während der Leselernphase so alles in einer im Zug liegengebliebenen Zeitung gelesen habe.
    Es gab ein striktes Verbot, diesen Schund zu lesen.
    Prägt mich bis heute…

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