Holger ruft an (94)

Was muss man über Irans Propaganda wissen, um nicht darauf reinzufallen?

SWR, „Bild“, „tagesschau.de“, FAZ

Der Iran habe die Sittenpolizei abgeschafft, berichteten am Sonntag und Montag internationale Medien. Ist doch eine gute Nachricht, ein Zeichen, dass das Regime nachgibt, oder? Nicht wirklich, sagt Gilda Sahebi. Für die Journalistin ist diese Meldung ein „Ablenkungsmanöver“. Und viele Medien seien darauf reingefallen. Einige davon haben ihre Headlines und Texte mittlerweile relativiert, darunter auch die „New York Times“. 

Erstens habe es zwischenzeitlich Dementi gegeben und zweitens würde die Führung der Islamischen Republik nicht riskieren, so viele Anhänger arbeitslos zu machen und damit die eigene Basis zu schwächen, erklärt Gilda Sahebi im Übermedien-Podcast. Und selbst wenn: „Unabhängig davon, ob jetzt die Sittenpolizei abgeschafft worden wäre oder nicht, ändert das nichts an der Zwangsverschleierung, und auch gar nichts an der Situation der Frauen.“ 

Das Kommunikationsziel des iranischen Regimes sei es stets, den Schein der Legitimität zu wahren. Vorzutäuschen, dass man es mit einer „normalen“ Regierung zu tun habe. Doch seitdem die Weltöffentlichkeit nach dem Tod der Kurdin Mahsa Zhina Amini und den davon ausgelösten Protesten auf das Land schaut, weil auch Medien mehr darüber berichten, bröckelt dieses Bild.

Warum übernehmen Medien dennoch immer noch häufig die Narrative der iranischen Führung und verbreiten dadurch Desinformation? Wie kommt man als Journalistin an verlässliche Informationen aus dem Land? Und wie hat sich die deutsche Berichterstattung über Iran in den vergangenen Monaten verändert? Darüber sprechen Holger Klein und Gilda Sahebi diese Woche im Podcast. 

Die neue Folge „Holger ruft an…“ gibt es hier:


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3 Kommentare

  1. Nix verpasst, im Gegenteil: Alles mitbekommen! Manchmal veröffentlichen wir den Podcast auch schon früher in der Woche.

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