Westdeutsche Perspektiven

„Die im Osten“

Deutschlandkarte mit vielen Details, außer im Osten
Karte [M]: NordNordWest CC BY-SA

Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt war’s wieder so weit. In einem Bundesland (in Zahlen: 1) wurde gewählt – und in vielen Medien so: „der Osten“.

Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, sagte zum Ergebnis: „Die AfD hat im Osten ihr Mobilisierungspotential ausgereizt.“

ZDF-Chefredakteur Peter Frey folgerte: „Der Osten bleibt die große Baustelle der Klimapartei.“

Beim „Spiegel“ schien die einordnende Überschrift „Abstimmung im Osten“ präzise genug.

Abends bei Anne Will kommentierten Hessens CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier und Grünen-Chef Robert Habeck unwidersprochen darüber, dass „die nicht irgendwie anders“ seien. „Die“! Auch wenn Bouffier gerade noch bekräftigt hatte, er wolle nicht von „dem“ Osten sprechen: Zack ging die Kluft zwischen dem gängigen westdeutschen „Wir“ und „denen“ wieder auf.

Die einzigen Ostdeutschen der 12 Gäste, die in den beiden parteiübergreifenden Diskussionen der „Berliner Runde“ und bei Anne Will saßen, in denen es um Sachsen-Anhalt – vulgo: „den Osten“ – ging, waren Katrin Göring-Eckhardt als Grünen-Fraktionsvorsitzende und Sahra Wagenknecht für die Linke und der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla. Nicht einmal der offizielle Experte der Bundesregierung, der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz von der CDU, war dabei. Und das, obwohl er seit zehn Tagen Debattenthema ist – seit er im FAZ-Podcast das Wort „dikatursozialisiert“ benutzte. (Aber diese Debatte ist ein separates Fass.)

Maaagdeburg? Mackdeburg!

Obendrein unübersehbar und unüberhörbar: die westdeutsche Tendenz, bei ostdeutschen Angelegenheiten zu denken, ach ist doch wurscht, Pi mal Daumen muss reichen. Da waren all die, die „Maaagdeburg“ sagten statt „Mackdeburg“. Und für die meisten Moderatorinnen wie Reporter schien es zu viel verlangt, den Nachnamen eines seit zehn Jahren in Sachsen-Anhalt regierenden Ministerpräsidenten korrekt auszusprechen (nein, da ist kein Baywatch-H in der zweiten Silbe).

Verzeihung, liebe Kolleg:innen, aber: Haben Sie in den vergangenen Jahren unter einem Stein gelebt?

Eilmeldung: Es gehört zum journalistischen Handwerkszeug, Wissenslücken zu füllen. Recherche, Weiterbildung, eigene Positionen hinterfragen: Das ist Teil unseres Jobs!

Halb fassungslos, halb wütend: Anders konnte ich den gestrigen Abend nicht verfolgen. Als sei in den vergangenen Jahren nichts passiert! Denn es ist ja nicht so, dass all das niemand wissen kann. Nicht nur wegen des Doppel-Jubiläums zu 30 Jahren Mauerfall und Wiedervereinigung: Wir reden in der Branche seither immer wieder darüber, wie falsch, vorgestrig und gefährlich dieser homogenisierende Blick auf „den Osten“ ist. Darüber, wie hartnäckig sich die „mediale Teilung“ in der Berichterstattung hält. Darüber, dass zu wenig ostdeutsch sozialisierte Menschen im überregionalen Journalismus arbeiten. Darüber, wie das die medial abgebildete Realität verzerrt. Darüber, dass ostdeutsche Perspektiven und Erfahrungen damit bundesweit zu unsichtbar bleiben.

Ziemlich westdeutsche Läden

Um das mal kurz einzuordnen: So richtig fing die Debatte an, als der Kollege Josa Mania-Schlegel nach der Europawahl 2019 konsterniert feststellte, er habe sich am Wahlabend „fremd im eigenen Land“ gefühlt – weil überall nur die Grünen-Ergebnisse Thema waren, aber nicht die hohen AfD-Ergebnisse in Sachsen oder Brandenburg.

Es glich einer Sensation, dass 2019 WDR-Intendant Tom Buhrow und ZDF-Chefredakteur Peter Frey diese Schieflage erstmals öffentlich benannten: „Die ARD ist ein ziemlich westdeutscher Laden. Es ist an der Zeit, am Gleichgewicht zwischen West und Ost zu arbeiten“, sagte Buhrow in der „Welt am Sonntag“, das müsse sich personell wie im Programm niederschlagen.

Peter Frey gab in der „Zeit“ zu, das sei ein „wunder Punkt“; mir sagte er in einem Interview, der Wandel im Sender gehe „zu langsam“; 2020 besetzte er dann in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen drei der 16 Landesstudios mit Menschen, die in Ostdeutschland geboren sind.

An MDR-Intendantin Karola Wille kann’s nicht liegen, sie sagt seit Jahren auch allen, die es nicht hören wollen: „Es reicht noch nicht! Es reicht nicht, weil Vorurteile und Stereotype eine lange Haltbarkeit haben.“ Dazu gehörte auch, dass der MDR analysierte, wie in überregionalen Medien die begriffliche Verkettung von „Ostdeutschland“ mit „abgehängt“ und „Armut“ überwiegt.

Die Otto-Brenner-Stiftung hat die Gemengelage erst im April in einer weiteren ausführlichen Studie untersucht. Und es ist dabei natürlich wenig hilfreich, dass Journalistenschulen auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung kaum Ostdeutsche ausbilden.

Westdeutsche Medienwelt

All das können alle Journalist:innen seit mindestens zwei Jahren wissen. Jene, die im Regionalen arbeiten, wie jene, die für bundesweite Medienhäuser berichten. Aber da musste gestern der frische Wahlgewinner Reiner Haseloff kommen und Bettina Schausten im ZDF erklären, wie wichtig es ist, endlich Themen zu identifizieren, „die nicht in Talkshows diskutiert werden“, und dass „wir fast eine ausschließlich westdeutsche Medienwelt haben“.

Aber viele Westdeutsche kennen Ostdeutschland nicht. Viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Westen dürften nicht einmal im Urlaub in der Mecklenburger Seenplatte, im Elbsandsteingebirge, im Harz, in Erfurt, Dresden, Weimar unterwegs gewesen sein. Und nein, Prenzlauer Berg zählt nicht.

Die Menschen in Sachsen-Anhalt machen 2,65 Prozent der Bundesbevölkerung aus. Sachsen-Anhalt hat so wenig oder viel mit Mecklenburg-Vorpommern wie mit dem Saarland oder Hamburg zu tun. Zum Üben die Sache gerne mal umdrehen – und zu einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz titeln: „Der Westen hat gewählt.“

Als Vorbereitung für die kommende Wahl(kampf)berichterstattung gibt es übrigens gerade einen umfassenden Grundkurs, um sich regionale Feinheiten, Fachbegriffe, popkulturelle Verweise draufzuschaffen: 120 Folgen „Polizeiruf 110“ von 1971 bis heute, alle im TV und dann in den Mediatheken (die BR-Folgen am besten auslassen, klar). Die ganze Liste zur 50-Jahr-Feier der in der DDR gegründeten Krimireihe steht hier.

Und dazu am besten das Schaubild ausdrucken und über den Rechner hängen, das Jörg Schönenborn am Wahlsonntag in der ARD präsentierte. „Politik und Wirtschaft werden zu stark von Westdeutschen bestimmt“: 75 Prozent der befragten Sachsen-Anhalter stimmen der Aussage zu.

Jörg Schönenborn
Jörg Schönenborn vor Bekanntgabe der ersten Umfrageergebnisse am Wahlabend in der ARD. Screenshot: ARD

Wer vermittelt das Bild von Politik und Wirtschaft? Eben. Wir. Die Medien, die auch noch stark von Westdeutschen geprägt sind. Und immerhin daran ließe sich was ändern.

20 Kommentare

  1. Die Aussprachendiskussion finde ich langweilig. Oh nein, er hat Gnotschi gesagt und nicht Njocki. 😱 Wir werden alle sterben.

    Beim Rest stimme ich zu. Es gibt zu wenig Ostdeutsche, die im Osten das Sagen haben. Und zu wenig Ostdeutsche, die in überregionalen Redaktionen arbeiten.

    Aber wie kann man das ändern? Eigentlich nur mit einer Quote.

  2. Nee, das mit den Teigwaren ist was anderes. Es ist schlichtweg ignorant, sich nicht um die Namen der Gegenüber zu kümmern. Ich sprech München ja auch nicht mit langem „ü“.
    Deshalb: Alles was Anne Heaming sagt und dazu noch folgendes –>
    Es heißt Mecklenburg mit langem „e“ und nicht wie der Pommesladen.

  3. Es wird sich nicht ändern.
    Das hat vor einigen Jahren mal ein (westdeutscher) Professor an der Magdeburger Uni erklärt:
    Man braucht den OSTEN als Sammelbegriff für alles Blöde, Unschöne, Störende für die Mehrheitsgesellschaft.
    Und weil an solchem immer Bedarf sein wird, wird uns der OSTEN erhalten bleiben.

  4. @2 Sehe ich anders. Wikipedia sagt mir, dass es fünf Arten gibt, das G in Magdeburg auszusprechen. Es ist ignorant zu erwarten, die Leute sollen jede Aussprache gemäß der lokalen Regeln kennen. Soll sich die Stadt halt Mackdeburg nennen, wenn sie Mackdeburg ausgesprochen werden will. Irgendwie wirkt es auch albern, wenn die ganzen westdeutschen Redakteure dieses eine Wort dann „Ostdeutsch“ aussprechen.

    Auch hier würden natürlich mehr Ostdeutsche in den Redaktionen das „Problem“ beheben. Oder man schaut halt mal in die Aussprachedatenbank der ARD, da wird Magdeburg bestimmt in einer der lokalen Varianten vorgelesen.

    Und pf, München mit langem Ü. Wer sich auskennt, nennt München natürlich Monaco ;)

  5. Netter Versuch. Das kurze „a“ ist aber nicht „lokale“ Aussprache. Die 5 Mundarten mag es ja geben, ist aber ein Kuriosum des Artikels „Dialekte in Sachsen-Anhalt“. Magdeburg mit kurzem a ist schlicht der hochdeutsche Standard, siehe z.B. Eintrag im Wiktionary .
    https://de.m.wiktionary.org/wiki/Magdeburg

  6. Westfalen ist keine Karnevalshochburg.
    Im Ruhrgebiet gibt es weder Braunkohle noch sonstigen Tagebau.
    Soest wird „Sohst“ ausgesprochen.

    Eine Ostdeutschenquote wird das Problem nicht lösen, weil es zu wenig Ostdeutsche gibt. Allein in meinem Regierungsbezirk leben mehr Menschen als in einem durchschnittlichen ostdeutschen Bundesland.

  7. Der Herr Böhmermann hat die Dünnhäutigkeit der Ostdeutschen und die Ignoranz der Westdeutschen mal gleichzeitig in einem Beitrag hervorragend persifliert:
    https://www.youtube.com/watch?v=du2nIqy0Hjw

    Wegen der falschen Aussprache des Namens muss ich schmunzeln. Mein Nachname hat 2 Doppelvokale, von denen der zweite zu 95% kurz gesprochen wird, obwohl lang natürlich richtig wäre.
    Der Name endet mit dem Doppelvokal und einem k. Daraus machen viele, obwohl ihnen die richtige Schreibweise vorliegt einen einfachen Vokal mit ck.
    Wenn ich mich darüber jedes Mal aufregen würde … :D

    Und gerade bei „Meck“ wäre ja die kurze Aussprache richtig, wegen des ck. Mal alle bisschen chillen.

  8. Als einer, der damals mit Mitte Zwanzig kurz nach den legendären Baseballschlägerjahren als Zugereister sein berufliches Heil in der ostdeutschen Medienbranche gesucht hat, darf ich mir folgende Anmerkung erlauben: Die Verkürzung auf „den Osten“ kommt beleibe nicht nur aus dem Westen. Wenn es in den Kram passt, schreibt auch der geneigte Mackdeburger, Köthener, Leipziger gerne das Internet voll, dass der Westen „den Osten“ nicht versteht, „die Menschen im Osten“ ja im Gegensatz zu den Wessis so ganz feine Antennen hätten, wenn sie vera*scht werden“ und so weiter. Auf der Suche nach Identität oder besser: Abgrenzung ist dann auch die Selbstverkürzung genehm. Ich meine das nicht als Wessi-Whataboutism, sondern habe den Eindruck, dass das Spaltungskarussel seinen Drive leider von mehreren Seiten bekommt und man auf der Suche nach Lösungsansätzen beide Perspektiven braucht.

  9. Dazu passt, dass gestern in den Tagesthemen beim Beitrag über das ehemalige Bombodrom Wittstock/Dosse auf der Karte schlecht platziert war. Meine geografische Kenntnis des brandenburger Nordens hält sich in Grenzen, aber ich würde sagen, dass der Punkt auf der Karte eher Prenzlau entsprochen hat.

  10. Also die meisten Sachsen sprechen meine Heimatstadt Köln wie Geln aus. Gebe ich deswegen den Jammerwessi oder versuche sie zu korrigieren? Nein, ich freue mich stattdessen über die vielfältigen Dialekte in unserem nunmehr vereinten Vaterlande!
    Weltniveau!

  11. @MYCROFT:
    Eben das ist mir auch aufgefallen. Sachsen Anhalt hat kaum mehr Einwohner als Hamburg und ein Drittel weniger als Berlin.

    Und da diese Gebiete vorwiegend rural sind, wogegen die Metropolen wachsen, wird auch Hamburg Sachsen Anhalt bald überholt haben.
    Einzig MaCKdeburg und Halle haben eine positive (um 3%) Bevölkerungsentwicklung, der Rest schrumpft 2-stellig bis 25% bis 2030 in ganz ländlichen Regionen. Und es werden nicht nur weniger Menschen, sie werden auch immer älter. Bis 2030 wir das Land Japan in punkto ø Alter überholt haben.

    Wer also soll das Profil dieses Bundeslandes schärfen? Und geht das jetzt immer so weiter, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt?
    Denn so stellt sich die Causa Union für mich da: Weil da am rechten Rand die Angst vorherrscht, man können noch mehr Stimmen an die AfD verlieren, hält man die rechte Flanke weit offen und vertraut darauf, dass die, als linksgrünversiffte Merkel-Fraktion verleumdete, liberalere Klientel eben trotzdem bleibt.

    Das geht immer seltener gut. Jeder mag nach seiner Fasson glücklich werden, aber gerade machen sollten sich die Menschen dafür schon selber. Und, die klare Kante gegen die AfD, wenn auch zu Gunsten der Union, hat mir etwas Hoffnung gemacht, dass da was geht.

  12. @Anderer Max
    Ich bin ganz entspannt, wir müssen indes das ganz auch nicht zuu ernst nehmen. (Dieses „c“ in Mecklenburg ist indes ein Dehnungs-c , eine norddeutsche Besonderheit, von daher verständlich, wenn es schief geht mit der Aussprache. Ich nutze aber jede Gelegenheit, um das an den Mann zu bringen ;-) )
    Aber es ist ja mit den Namen so: Wenn jemand nach 10 Jahren als Kollege Ihren Nachnamen noch immer falsch ausspricht, was würden Sie dann denken, wie sehr er Sie wert schätzt?
    (@Frank Reichelt Und nein, ich meine damit nicht, dass der Kollege dies wegen eines Dialektes tut, sondern einfach, weil er sich den Namen noch nicht richtig gemerkt hat aus Gründen.)

    @Matthias Vorndran
    Da bin ich ganz bei Ihnen. Und auch Politiker aus dem Osten sind da gerne mal opportun.

    @Mycroft, Frank Gemein
    Es geht ja gar nicht soo sehr um Quoten, der Artikel verlangt ja einfach nur eine differenzierte und informierte Betrachtung. Ein vernünftiges Ziel aber wäre: Es wächst sich hoffentlich irgendwann einmal heraus, dass wenigstens die meisten Führungskräfte/Spitzenpersonal in Ostdeutschland selbst auch Ostdeutsche sind. Selbst das AfD-Spitzenpersonal ist ja zum Großteil importiert ;-) und so zieht sich das halt durch. Aber das wird sich schon verwachsen. Ich bin da optimistisch.

  13. @5 Tja, am Ende entscheiden halt immer die Sprecher, wie sie was aussprechen. Gerade bei Orts- oder Ländernamen. Wer Deutsch spricht, spricht es automatisch richtig aus

    Und ich glaube die Mehrheit ist für Magdeburg und nicht für Mackdeburg oder eine der anderen Varianten :) Falsch ist keine der Aussprachen.

  14. @Peter Sievert Mein Kommentar war auch ( und das auch noch geschwätzig ) hauptsächlich durch MYCROFTs Kommentar getriggert.
    Aber tatsächlich tue ich mich auch etwas schwer damit, die Situation in den neuen Bundesländern zu beurteilen. Ländliche Gegenden in Deutschland kenne ich, außerhalb davon, wo Verwandte wohnen, gar nicht und auch diese (mittlerweile) sehr schlecht.
    Nicht aus Arroganz, sondern weil ich dort höchstens als, im weitesten Sinne, Tourist vorkomme.
    Und das wird insgesamt nicht besser. Auch Deutschland wird immer urbaner, so wie es weltweit zu beobachten ist.
    Wie viele Menschen, die noch in der DDR sozialisiert wurden, haben eigentlich mittlerweile in den alten Bundesländern Karriere gemacht? Ich kenne persönlich einige, und erinnere die 90iger u.a. als die Zeit, in der eine Menge junger, fähiger Menschen aus den neuen Bundesländern in den Westen kamen. Man sprach von einem massiven Brain-Drain des Ostens.
    Und dann sind da auch noch die, die heute in den Osten aufs Land ziehen, eben weil sie dort „völkische“ Gemeinschaften suchen, oder schaffen wollen. Wenn das jetzt nur meine beschränkte „Wessie“ Sicht ist, dann frage ich mich aber, wer hält diejenigen, die dort sind und entsprechendes Talent besitzen , davon ab, sich einzubringen und das Bild anders zu gestalten?

    Ist es nicht schräg, im Endeffekt die Wessies dafür verantwortlich zu machen, dass diese keine Ahnung von den Neuen Bundesländern haben? Ich meine, was weiss der durchschnittliche Deutsche schon von Franken oder Badensern?

  15. #4
    Hier im Rheinland gibt es vier Arten, das G auszusprechen. Wobei die vierte – es als G auszusprechen – grundsätzlich nicht in Frage kommt. Dafür packt man alle anderen drei in ein einziges Wort: Fluchzeuschträjer.

  16. Ich sach‘ ma‘ so:
    Wenn es kein Ruf nach Quote sein soll, sondern nur nach sachkundiger Berichterstattung – das klappt bei nicht-ostdeutschen Themen auch nicht immer sooo gut.
    Macht die Sache natürlich nicht besser, soll nur ein Argument sein, das nicht als reines Ost-West-Ding zu betrachten.

  17. @Frank Gemein
    Bin ich bei Ihnen im letzten Absatz. Nur für Journalisten würde die Autorin, so wie ich sie verstehe, und ich eben auch die Latte gerne etwas höher hängen.

  18. @Mycroft
    Sicher. Eigene Betroffenheit hilft da womöglich nicht, um einen nüchternen Blick zu haben.

  19. Genau: „die im Osten“ gehen mir gewaltig auf den Sender und das Zitat von Chlodwig Poth „die endgültige Teilung Deutschlands ist unser Auftrag“ gefällt mir von Tag zu Tag besser. Gut ist auch „Restdeutschland“ und „Rostdeutschland“ (Gerhard Seyfried). Die schwarz-rot-goldene Selbstbezogenheit dieser Nation auf „Einheit“ ist der Weg zum Nationalismus.
    Gleicht die Löhne an – und dann legt den Osten endgültig zu den Akten.

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