Holger ruft an (14)

Der Troll und der Don: Warum liebt „Welt“-Chef Ulf Poschardt seinen Kolumnisten?

Die „Zeit“-Autorin Antonia Baum hat einen Text über Rainer Meyer geschrieben, der unter seinem Pseudonym Don Alphonso bei der „Welt“ Kolumnen veröffentlicht. In Baums Text heißt es:

„Ohne selbst je in einen justiziablen Bereich zu geraten, lenkt Meyer die Aufmerksamkeit seiner Fans in seinen Artikeln und Tweets auf bestimmte Menschen, die er nicht zu mögen scheint. Diese Menschen – manchmal auch ihre Familien – sind dann teilweise über Jahre hinweg Beschimpfungen, Vergewaltigungs- und Morddrohungen ausgesetzt, mutmaßlich ausgehend von den mutmaßlich rechtsextremen Rainer-Meyer-Fans.“

Baum versucht in ihrem Stück, die Mechanik Don Alphonsos zu beschreiben: wie dessen Themen und Signalwörter anschlussfähig „für rechtspopulistische bis rechtsextreme Erzählungen“ seien. Und sie hat mit Opfern gesprochen, die nach Texten von Rainer Meyer Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt waren oder sind.

Don Alphonso „formuliert so geschickt seine Anschuldigungen, dass offensichtlich die richtigen Leute regelmäßig wissen, wen sie ins Visier nehmen sollen“, sagt Stefan Niggemeier im Gespräch mit Holger Klein.

Die Reaktion von „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt auf Antonia Baums Text:

Dieser Tweet „fasst so sehr die Trollhaftigkeit dieses Mannes zusammen“, sagt Niggemeier. Und so unterhalten er und Klein sich nicht nur über Don Alphonso, sondern auch über einen Chefredakteur, dem es längst nicht mehr darum zu gehen scheint, einen Streit zu führen oder sich scharf auseinanderzusetzen, „sondern nur darum, das Gegenüber dazu zu bringen, ihm Aufmerksamkeit zu schenken, nur um der Aufmerksamkeit willen“.

„Das ist Troll-Verhalten.“

(Sie können den Podcast auch über die Plattform oder App Ihrer Wahl hören. Hier ist der Feed.)

Links

11 Kommentare

  1. Irgendwie war es klar, dass es beim Thema „Rainer Meyer“ zu Kontroversen kommt, aber die ersten beiden Beiträge gleich gelöscht? Chapeau! Ich mach mal schnell Popcorn, bevor die drei rechten Trolle hier mit ihren jeweils 9 Pseudonymen die Kommentarpalte fluten :-D

  2. Der Troll ist ja der, der gelöscht wurde. Nach Jahren des konsequenten Holzens gegen Personen.
    Trotzem sollte man es mit dem Löschen nicht übertreiben, denn so ein Kommentar an #1 ist natürlich immer auch eine Visitenkarte.

  3. Hey Alex, ich habe nur in (offensichtlich etwas zu) launigen Worten die Liebe des Chefredakteurs zu seinem Lohnschreiber beleuchtet. Also nichts, wofür es sich Popcorn zu machen lohnt. 😇

  4. Gibt‘s ihn also noch, den Don Alphonso, aus der besseren Gesellschaft, der im Gesicht leicht speckig wirkende Bube, der fahrradfahrend die Alpen überquert, veget-arisch isst und sich als Bonvivant geriert, der so von Vernunft geplagt wird, dass er gar nicht anders kann, als so zu schreiben, wie er schreibt – eine feine Analyse von Antonia Baum und geschickt das Thema auf den Tisch gelegt, ohne gleich die bekannten Trigger anzusprechen. Aber hier geht es um Poschardt – der Chief of Journalism of Welt – aus dem Springer Verlag.
    Nun: es ist nicht der Intellekt, der ihn in die Stellung katapultiert hat, in der er gerade ist. Und hier wiederum zeigt man im Springer Verlag doch Kontinuität bei der Wahl des Führungspersonals.

  5. Holger Klein hat durch konsequentes Blocken erreicht, dass er nichts von dem lesen muss, was der Axel Springer-Verlag online publiziert und gibt sich Phantasien hin wie Ulf Poschardt als WELTboss in seinem Suv (oder Porsche) sitzt und dennoch so tut, als sei er ein aufmerksamkeitgeiler Troll. Und Studienrat Schneidereit ist ja gar nicht auf Twitter, warum ist dann Poschardt überhaupt dort? Er, Klein hat es ja nötig, weil es sein Markt ist, aber wäre er Boss von was Grösserem, er wäre nur noch in seinem elfenbeinfarbenen Porsche zu finden und nie mehr auf Twitter.
    Drei Fragen dazu:
    1. Warum ist eigentlich Joe Biden auf Twitter, warum hat er das nötig, wo er doch einfach in seinem gepanzerten Beast sitzen könnte?
    2. Ist konsequentes Blocken eines grossen deutschen Verlages nicht elfenbeinfarbiger als jeder Suv, wenn man Journalist ist? Sixtus als Vorbild?
    3. Wird es je eine Folge geben von ‚Holger ruft an‘ , wo sein Gegenüber in entscheidenden Fragen völlig anderer Meinung ist? Wo nicht die möglichen Antworten auf alles Wesentliche schon gesetzt sind? Bisher war das alles nur pseudolockeres Erklärbärplaudern im Elfenbeinturm. Nun war diese Orgie des prästabilierten Einverständnisses der letzte Anstoss nach drei Jahren doch mein Abo zu kündigen. Filterblasen kann ich auf Twitter umsonst kriegen und auch mal da raushüpfen. Hier leider nicht mehr.

  6. Kann man nicht einfach mal sein Abo kündigen, ohne lange herumzulamentieren? Man kommt sich ja vor wie im Wendy-Forum.

    »Wenn Lisa, Lara und Lina noch länger mein Pony dissen, dann gehe ich. Ich gehe dann wirklich. Ihr habt’s so gewollt. Ich bin jetzt raus.«

Einen Kommentar schreiben

Mit dem Absenden stimmen Sie zu, dass Ihre Angaben gemäß unseren Datenschutzhinweisen gespeichert werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.