Hass am Po

Cartoon: Hauck & Bauer
Cartoon: Hauck & Bauer

Mit der Fußball-Europameisterschaft beginnt heute Abend auch wieder die EM im Kommentatoren-Beschimpfen. Jedenfalls bekommen es die, die da aus dem Off die Spiele kommentieren, immer ordentlich ab. Aber: Wieso eigentlich? Und warum so hart? Wir haben Bundesliga-Konferenz-Legende Manni Breuckmann gebeten, über seine Erfahrungen mit dem Hass und den Fans zu schreiben.


Oh ja, mir sind auch schon mal Prügel angedroht worden. Aber ich musste 36 Jahre warten, bis mir, kurz vor Schluss meiner Fußballreporter-Karriere, dieses zweifelhafte Vergnügen zuteil wurde.

Es geschah 2008 im norditalienischen Udine, Borussia Dortmund spielte dort in der Europa League und verlor nach Elfmeterschießen. Die Aussicht auf Schläge erwartete mich aber schon vor dem Spiel, als eine Gruppe von BVB-Fans mich erspähte und augenblicklich als „Schalke-Sau“ identifizierte.

In einschlägigen Dortmunder Kreisen ist das Grund genug, die körperliche Integrität des Gegenübers in Frage zu stellen. Ich entzog mich der Auseinandersetzung durch Flucht in mein Hotel.

Manni Breuckmann
Manni Breuckmann

Da war es also mal kurz brenzlig geworden, ansonsten blieb es in all den Jahren bei Frotzeleien (was ich immer noch liebe) und gelegentlich etwas ruppigeren Angriffen in Briefen und Mails. Am heftigsten übrigens von Fans des FC Bayern München, als ich während der Hoeneß-Steueraffäre in diversen TV-Talkshows die Dinge klar beim Namen genannt habe. Aber das hatte ja nichts mit der Fußball-Kommentierung im engeren Sinne zu tun.

Ein neues Phänomen ist die Beschimpfung und Attackierung von Reportern übrigens nicht. Ich erinnere mich noch an einen Vorfall an der Essener Hafenstraße in den Siebzigern, als Rot-Weiss-Essen-Fans den Radio-Kollegen Armin Hauffe mit einer großen Fahnenstange vermöbeln wollten. Sein Verhängnis war sein Gelsenkirchener Autokennzeichen. Hauffe duckte sich damals blitzartig weg, mit der Folge, dass er sich einen Halswirbel ausrenkte.

Gott sei Dank sind angedrohte und umgesetzte Gewaltakte die große Ausnahme. Selbst der höchst umstrittene Marcel Reif wurde ja nicht zusammengeschlagen, sondern „nur“ mit Bier begossen bzw. in seinem Auto durchgerüttelt. Reif, der uns nach dem Ende seiner Sky-Karriere jetzt als Sat.1-EM-Experte erhalten bleibt, ist in jeder Beziehung ein Sonderfall.

Was sich gegen ihn im Netz zusammenrottete, war oft der blanke Hass, die Beschimpfung als „selbstverliebter arroganter Affe“ muss noch als eine Art raue Liebkosung durchgehen. Die Hauptvorwürfe gegen ihn waren immer, er sei eine Art Pressesprecher des FC Bayern München, und er hasse die Vereine des Ruhrgebiets, besonders den Bayern-Rivalen Borussia Dortmund. Auf dem Hintergrund wurde sogar der April-Scherz eines Internet-Portals für bare Münze genommen, der DFB habe Reif wegen seiner Bayern-Freundlichkeit für fünf Bayern-Spiele als Kommentator gesperrt.

Nun sind Fußballreporter nicht sakrosankt, und jedermann darf in diesem Land die mutmaßliche Parteilichkeit eines vorgeblich neutralen Berichterstatters rügen. Aber die Intensität und der Hass, der gelegentlich mit finsteren Drohungen und Obszönitäten gespickt ist, schockieren schon. Der Blick in solche menschlichen Abgründe ist jedoch im Internet in vielerlei anderen Zusammenhängen möglich. Hauptsächlich, wenn es um politische Reizthemen wie Flüchtlinge oder Islam geht. Alle Zukurzgekommenen und Aggressions-Erfüllten dieser Welt dürfen sich dort im Schutze der Anonymität zusammenrotten und ihre Wut und ihren Frust herausrotzen.

Die Frage, warum das ausgerechnet bei Fußball-Kommentatoren auch passiert, ist damit aber noch nicht abschließend beantwortet. Es hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Reporter-Bashing lawinenartig zu einer Art Volkssport geworden ist. Ähnlich wie bei der Bahn oder bei der Telekom wird bei der Nennung bestimmter Namen oder Begriffe reflexartig die Sau rausgelassen. Dafür muss wahrscheinlich noch nicht einmal ein plausibler Grund vorliegen.

Ich bin fest davon überzeugt: Wenn ich nach einem Deutschlandspiel einfach so sagte „Hast du gestern den Reporter X gehört? Das war doch mal wieder eine echte Zumutung“, dann würde ich ohne jede Nachfrage auf große empörte Zustimmung stoßen. Wenn der Reporter den Namen Bela Rethy trüge, wäre die Zustimmung noch größer. Bei Rethy geht es nicht um die Sympathie für die falsche Mannschaft – wie auch, wenn ‚wir’ auf dem Platz stehen? – sondern um die zweite Variante der Kritik: „Der hat keine Ahnung“ und „Der erzählt andauernd dummes Zeug“.

Selbst harmlose Scherze wie „Das da vorne, was aussieht wie eine Klobürste, ist Valderrama“ sind bereits geeignet, eine Art Shitstorm zu erzeugen. Besonders stürmisch wurde es, als Rethy beim Spiel Turin gegen Bayern lustige Po-Scherze machte („eine hervorragende Bayern-Saison findet ihre Fortsetzung am Po“, „heute kein Feuerwerk am Po“), oder als er sich bei einem Flitzer die Bemerkung erlaubte, es handele sich um den Bruder von Franck Ribéry.

Damit sind wir beim Thema Ironie und automatisch wieder bei Marcel Reif. Der ist ein Chef-Ironiker und machte ständig die Erfahrung, dass Ironie gar nicht geht in diesem Land. Die Leute nehmen alles für bare Münze. Selbst wenn als Sonderservice für alle intellektuellen Flachstreckenläufer noch eingeblendet wird: „Achtung, Ironie!“ Ironisch werden und dann auch noch klare Standpunkte vertreten, führt auf direktem Weg zum Internet-Standgericht mit anschließender virtueller Hinrichtung.

Vielleicht ist es ja wirklich so, dass Fußball-Kommentatoren zwangsläufig irgendwas falsch machen müssen: Sie reden entweder zuviel oder zu wenig, sie zeigen zuviel oder zu wenig Gefühl und Identifikation mit der deutschen Mannschaft. Sie legen sich fest, wie das Spiel laufen wird und greifen damit in die Kloschüssel; sie bewerten eine Szene und werden durch die Zeitlupe in Sekundenschnelle widerlegt. Und das alles in einer Welt, in der klare und deutliche Meinungsäußerungen gerne weiträumig umschifft werden; von Politikern, von Fußball-Profis, von Trainern.

Gerade die Fußball-Strategen à la Oliver Bierhoff wünschen sich ein glitzerndes „Produkt“ Fußball, von dem die „Kunden“ im LaOla-Stil selig naschen. Die Mannschaft und der Fanclub powered by Coca Cola, alles so schön bunt hier. Da kann eine kritische journalistische Begleitung schnell zu einer echten Mutprobe werden. Ganz ehrlich – ich möcht’s nicht machen.

Und damit zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

25 Kommentare

  1. Ich finde obigen Cartoon dahingehend falsch, dass ich öfter mal Spiele lieber im Radio höre, als mir die Kommentatoren im Fernsehen anzutun. Ab und zu gibt es ja zum Glück auch die Variante „Radiokommentar“ als zweite Tonoption (für Blinde).

    Leider – trotzt zumeist drei angebotener Tonoptionen – gibt es keinen reinen Stadionton bei den ÖR. Bei Sky eine gern gewählte Option.

  2. Hallo Herr Breuckmann,

    Ein toller Artikel, aber viel mehr noch möchte ich mich bei Ihnen für die vielen unzähligen Stunden bedanken, die Sie mich ans Radio gefesselt haben.

  3. Hass gehört hier nicht hin. Man ist aber halt maximal genervt. Wenn man den überwiegenden Teil der deutschen Fussballkommentatoren der Öffentlich-Rechtlichen, Sky und der üblichen Privaten mit den englischen Kommentatoren vergleicht, dann bleibt ein Gefühl des Ausgeliefertsein übrig. Die deutschen Kommentaren haben i.d.R. nie etwas interessantes Taktisches zu erzählen. Höchstens Offensichtliches. Manchmal ist es so trivial dass es dann wirklich anfängt zu stören. Mir würde einfach reichen, wenn sie sich auf die Spielernamen konzentrieren :-).

    Wie es auch gehen kann zeigen die deutschen Kommentatoren von eurosport. Auch im Fussball sind sie allemal klasse!

  4. Ich finde es interessant, dass der Autor nicht auf die mir am offensichtlich scheinendste Erklärung kommt und frage mich, ob das auch schon an der Verklärung der Sache liegt – immerhin wird er vermutlich selbst großer Liebhaber des Fussballs sein.
    Für Menschen ohne größeres Interesse an Fußball bzw. einer Abneigung gegen Fantum und Religion, sind Fußballfans im Gros nix anderes als verblendete Teile einer großen, hirnlosen Masse. Klar, klar, nicht jeder Fußballfan ist so (das ewig gleiche Argument, wenn es um rüpelnde Horden geht), aber es ist doch offensichtlich, dass bei größeren Mengen von Männern, die an einen Gott glauben gern mal Aggressivität entsteht und die Sicherungen durchknallen. Wie man sich als Fussballfan überhaupt ernst nehmen kann? Ein großes Rätsel.

  5. #3 Dan

    Eurosport ist auch nicht fehlerfrei. Bei der längeren Zusammenfassung des WM-Endspiels 2011 in Frankfurt haben sie doch glatt den Lattenknaller der Amerikanerinnen aus der Anfangsphase vergessen. Unverzeihlich!

  6. Das ZDF bietet heute vier Tonspuren; auf allen quatscht Bela Rety. Aber ich habe es auf meinem Sat-Receiver hingekriegt per Audio-Zap den Radioton von B5 plus, die das Eröffnungsspiel komplett übertragen, zum TV-Bild hin zuzuschalten. Bin aber auf den Zeitversatz gespannt.

  7. @6, Leo Friedrich: Also ich hatte eine andere Tonspur (wohl für Sehbehinderte), nicht Bela Rety. Und ich empfand es als angenehm, der Sprecher hat das Spiel beschrieben und sich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, hatte keine Zeit mir etwas über die Frauen der Spieler zu erzählen sondern hat einfach das Spiel kommentiert, das gerade ablief.

    Um den Grund für meinen „Hass“ auf die Sprecher auch noch zu nennen, den hat Herr Breuckmann ja eigentlich schon selbst gebracht ohne es zu merken: „Bei Rethy geht es nicht um die Sympathie für die falsche Mannschaft – wie auch, wenn ‚wir’ auf dem Platz stehen?“ Mich nervt es, dass jemand den ich bezahle sich hinstellt und wiederholt definiert, dass ich doch jetzt für die deutsche Nationalmannschaft, oder noch besser für Bayern München sein muss, weil wir das ja alle sind. Und genau solche Sätze höre ich dann immer. Mich nervt, dass ein Zeitspiel wie das von Atletico immer nur dann ein Problem ist wenn es vom Ausländer an den Deutschen verübt wird. Wäre das Auswärtstor für Atletico nicht gefallen und die Bayern hätten hundert Prozentig genau so gespielt wie es Atletico dann getan hat, von dem amtierenden Sprecher wäre das garantiert nicht unfair gefunden sondern als normale taktische Variante gesehen worden.
    Die andere Sache ist, dass mir die Sprecher nicht kritisch genug sind. Über die ganzen kleinen Unsportlichkeiten über die ein Sprecher auch mal Bescheid wissen darf wird nie geredet. Schiedsrichterentscheidungen anzuzweifeln ist auch nur dann gegeben, wenn die Mannschaften die richtigen sind (ansonsten wird relativiert) und man auch sonst nicht drum herum kommt.
    Und dann kommt für mich als Regelinteressierten auch noch das Problem hinzu, dass viele Sprecher offensichtlich keine Ahnung vom Grundregelwerk des wichtigen Sports ihres Einflussgebietes haben. Häufig bei Abseitsentscheidungen oder bei Hand haben die Sprecher anscheinend keinen Überblick was wie durch was gedeckt ist.

  8. Bela Rethy ergreift tatsächlich nie Partei für irgendeine Mannschaft, seine Solidarität gilt allein dem Schiedsrichter. Dessen Fehlentscheidungen gestern beim Eröffnungsspiel (Stürmer-Fouls beim 1:0 und vor dem 1:1) wurden von Rethy geflissentlich ignoriert.

  9. Danke Herr Breuckmann, für diesen interessanten Artikel.

    Meine persönliche Erfahrungen — als nicht so extremer Fan des getretenen Balles — ist, dass sich die Kommentatoren oft festlegen, was nun Fouls, Befindlichkeiten der Spieler oder was sich in deren Köpfen abspielt angeht.

    Das führt bei mir dazu, dass sich es dann als arrogant wahrnehme, wenn ich zum Beispiel hören muss „Das WAR jetzt ein Foul“, „Der Spieler IST verärgert“ oder „Das WAR eindeutig Abseits“.

    Warum ist es (scheinbar) so schwer als Kommentator einfach mal die Aussagen als eigen Meinung darzustellen.

    Also: „Das sah mir jetzt sehr nach Foul aus“, „Der Spieler scheint mir sehr verärgert zu sein“ oder „Meiner Meinung nach war das eindeutig Abseits“

    Damit käme ich jedenfalls besser zurecht. ;o)

  10. Leider ist wie alles in Deutschland auch das Kommentieren eines Fußballspiels normiert und streng reglementiert. Bestimmte Informationen und Statistiken MÜSSEN von jedem Kommentator bei jedem Spiel erwähnt werden, selbst wenn diese für die aktuelle Begegnung keine Rolle spielen.
    Wie lautet die Statistik der beiden Mannschaften in den letzten 100 Jahren gegeneinander?
    Welcher Spieler hat schon einmal für den jeweils anderen Verein gespielt! („Das ist ein besonderes Spiel für ihn“)
    Dann wird der staunende Fußballfan mit weiteren völlig absurden und nichts beweisenden Statistiken malträtiert. Besonders die Kameraden von Sky haben ein ausgeprägtes Talent dafür, dem Abonnenten jeden Spass am Spiel zu vergällen.
    Die müssen darlegen, dass sie unter der Woche gut gearbeitet und sich auf den Homepages der Spieler und Vereine mit jeder Menge belanglosem Zeug vollgepumpt haben, dass sie dann unmotiviert über den Zuschauer auskippen.
    Das führt dann dazu, dass manche Kommentatoren potenziell gefährliche Torsituationen ignorieren und völlig gelassen darüber referieren, was die Mannschaften heute zum Mittag gegessen haben. Sagenhaft!
    Man kann über Marcel Reif denken was man will, aber er hat sich diesem Statistikwahnsinn immer entzogen und sich sogar darüber lustig gemacht!
    Der deutsche Fußball ist weltmeisterlich, die deutsche Kommentatoren sind es leider nicht!

  11. Bela Rety ist einfach unerträglich und wird dummerweise beim ZDF als der Topmoderator gehandelt.

    Wobei der Reporter gestern beim Russlandspiel auch nicht seine Abneigung den Russen gegenüber verhehlen konnte.

    Es tut manchmal wirklich weh TV Fußballmoderatoren zu zuhören.

  12. @Wahnfried Crashman

    Ich kann es dir leider nicht nehmen nichts zu verstehen.

    Dein letzer Kommentar ist aber ziemlich unter der Gürtellinie und offenbart nur deine Leichtgläubigkeit, die Medien betreffend.

    Ich hoffe dein letzter Kommentar wird auch gelöscht, so dumm wie er ist.

  13. Genau deshalb sind Journalisten / Kommentatoren so unbeliebt, keine Selbstkritik, kein sich selbst Hinterfragen, nichts.

  14. @Mader Reiner:

    Und das unterscheidet sie von den kritischen Experten vorm Bildschirm. Denn die sind allesamt so was von selbstkritisch, wie eine spontane Umfrage in der Eckkneipe nach dem achten Bier gezeigt hat.

  15. @theo der Stammtisch inner Eckkneipe bekommt aber kein Geld fürs Kommentieren und wird auch selten von mehr als 2 Dutzend Menschen wahrgenommen.

  16. Hmmm, es könnte einen Grund haben, warum „echt“ religiöse Veranstaltungen nicht per Kommentator übertragen werden…
    „Messdienerinnen haben die feineren Füße.“
    „Heutiges Thema: Dachterrassen – Deuteronominum 22,8 kommt statistisch gesehen sehr selten in einer Predigt vor.“
    „Der Muezzin hat heute ein paar besonders giftige Sprüche über GNTM auf Lager.“
    „Rabbi Löw hat den Golem von Prag eingewechselt. Achnee, ist bloß der russlanddeutsche Hausmeister.“
    …und natürlich der Witz mit der brennenden Handtasche.
    Man kann sich damit einfach nur ins Fettnäpfchen setzen.
    Hachja.

  17. Zum Beispiel Bela Rethy:
    Ich bin jedesmal erstaunt (und verärgert) wie er es immer wieder schafft 96 Minuten (oder 129 Minuten) ein Spiel ohne eine Sekunde Pause und mit einem Timbre in der Stimme zu kommentieren, als würde er den hereinbrechenden Weltuntergang beschreiben und er der Einzige ist, der das kann und darf! Es ist mit das Schlimmste, wenn sich eine Person in der Öffentlichkeit am liebsten selber reden hört!

  18. Bemerkenswert ist auch, wie die Medien mit der „Schnüffelgate“-Affäre des Bundesjogi umgehen. Lukas Podolski macht auf der täglichen Pressekonfernez des DFB einen lockeren Spruch („Ich denke, 80 Prozent von euch und ich kraulen sich auch mal die Eier.“ ) und alle begiggeln und begaggeln sich vor Erleichterung, dass Poldi so die Schärfe aus der Angelegenheit nimmt.
    Natürlich krault sich jeder mal an den Eiern und macht die Geruchsprobe, ob die monatliche Dusche schon fällig ist. Aber nicht vor zehntausenden Zuschauern im Stadion und Millionen an den Endgeräten! Was kommt als nächstes? Holt sich Löw bei einem Tor einen runter?
    In der Öffentlichkeit gelten nunmal gewisse Konventionen, die sogar für einen Weltmeistertrainer gelten aber die Boulevardmedien, die sonst bei unangemesenem Verhalten Prominenter einen Riesenskandal generieren, wollen dem allseits beliebten Jogi nicht am Zeug flicken und verharmlosen die Sache.
    Löw hat sich unangemessen verhalten und wurde erwischt, nicht zum ersten mal, übrigens. Ein kurzes Statement samt Entschuldigung hätte die Sache sofort bereinigt. Stattdessen eiern! sowohl der DFB mit Bierhoff an der Spitze und die Sportjournalisten ziemlich übel rum.
    Typisch!

  19. es ist leider so – meiner Meinung nach – dass die TV-Reporter bzw. Live-Kommentatoren überflüssig sind. Denn entweder labert der/die Reporter/Kommentator/in am Spiel vorbei oder ist viel zu langsam und braucht ewige Zeitlupenwiederholungen, um Dinge zu bewerten.
    Das geht bei Radioreporttern viel schneller und wenn die dann noch zu zweit sind, wird auch mal nett diskutiert.

    Ich schalte liebend gerne bei ARD und ZDF auf die 2. Tonspur im Kabel Digital. Das ist offiziell die Tonspur für Sehbehinderte, klingt für mich aber wie Radio – und wegen Radio mag ich Manni Breuckmann.

    Meiner Meinung nach gibt es heute keine allgemeine Kritik an Fußballreportern sondern nur noch Kritik an den TV-Reportern wie Rethy oder Steffen.

    Außerdem – meine Wahrnehmung seit 2006: Die TV-Reporter haben die Distanz zur deutschen Mannschaft verloren. Klar waren alle deutschen Reporter natürlich auch privat Fans der Mannschaft und teilweise befreundet mit Spielern und Stab, aber beim reportieren war man früher mit Ausnahmen neutraler.

    Da haben Bierhoff und seine Leute sehr gute Arbeit geleistet, um aus Reportern Fan-Berichterstatter zu machen.

    Warum darf Herr BReuckmann nicht TV?

  20. Die neue Kollegin, Frau Neumann, hat den entscheidenden Satz gesagt. Sinngemäß: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass der TV-Zuschauer ein BILD hat.“ So isses. Die Kollegin hat sich bei ihren bisherigen Kommentaren recht gut an diese Prämisse gehalten.
    Wenn sich das Spiel über das Bild erklärt (was es die meiste Zeit tut), dann sollte der Kommentator schweigen, allenfalls für weniger kundige Zuschauer die Namen der Spieler benennen. Er muss, im Gegensatz zu den Spielern, eben nicht die freien Räume „zulaufen“.

Einen Kommentar schreiben

Mit dem Absenden stimmen Sie zu, dass Ihre Angaben gemäß unseren Datenschutzhinweisen gespeichert werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.