Wie ist ein „Spiegel“-Reporter in die Affäre Lewandowski verwickelt?

In Folge 3 des neuen Übermedien-Podcasts geht es um Sportreporter. Um die besondere Macht, die sie haben können, und die besondere Nähe, die sie manchmal suchen.

Ein besonderer Fall scheint der des „Spiegel“-Redakteurs Rafael Buschmann zu sein, der seit Jahren durch eine Nähe zum Umfeld von Robert Lewandowski auffällt. Vor einigen Wochen berichtete er über Vorwürfe der Steuerhinterziehung gegen den Bundesligaspieler; nun wird Buschmann vorgeworfen, im Hintergrund eine dubiose Rolle zu spielen. Der „Spiegel“ dementiert das.

Holger Klein ruft bei unserem Redaktionsleiter und Sportbeauftragten Jürn Kruse an, um sich die Sache mal erklären zu lassen.

(Sie können den Podcast über die Plattform oder App Ihrer Wahl hören. Hier ist der Feed.)

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6 Kommentare

  1. Ich finde die Vorstellung etwas albern, die angebliche Aussage Buschmanns über den Wert für Lewandowski vermeintlich brisante Unterlagen, habe in dem Fall eine besondere Bedeutung. Dieser Wert würde sich doch allein aus der Sicht Lewandowskis bestimmen. Er hätte sich überlegen müssen, welche juristischen und imagemäßigen Folgen für ihn da möglicherweise dranhängen – und was ihm die Vermeidung eines Skandals wert wäre. Und wie locker ihm die Millionen für ein mögliches „Schweigegeld“ sitzen, könnte auch nur er und nicht Buschmann beurteilen. Dass Buschmann allein durch die Nennung eines konkreten Betrags quasi „beratend“ tätig gewesen wäre, erscheint so doch etwas bizarr.

  2. @Hanno
    Sie fänden es albern, wenn ein Reporter von der Erpressung eines Spielers, über den er berichtet, weiß und das billigend in Kauf nähme? Und nur, wenn er es ganz essentiell unterstützen würde, dann wäre das ein Problem?
    Die Aussage hat deshalb Bedeutung, weil sie eine Mitwisserschaft von Buschmann impliziert und das ist der Vorwurf, der im Raum steht.

    Was natürlich etwas lächerlich wäre, ist ein Millionen-Erpresser, der sich von einem Sport-Reporter erst erzählen lassen müsste, wieviel seine geheimen Dokumente wert sind. Wenn der Vorwurf denn stimmte, wäre es sicher wahrscheinlicher, der Erpresser hätte sich den Wert von 20 Millionen einfach bestätigen lassen oder einen Nicht-Widerspruch als Bestätigung interpretiert.

  3. “ Albern“ damit meinte ich genau das, was sie im zweiten Abschnitt beschreiben. Also die Vorstellung einer „beratenden“ Tätigkeit. Im Podcast wird ja dieser Begriff verwendet, um Buschmanns angebliche Rolle zu kennzeichnen. Dass Buschmanns angebliche Mitwisserschaft unabhängig von diesem Kontext kein Problem darstellen würde, habe ich nicht behauptet. Ich frag mich allerdings schon, warum das einer Veröffentlichung hätte entgegenstehen sollen. Man hätte es aber wohl vermutlich irgendwie im Spiegel-Artikel offenlegen müssen.

  4. Okay, ich habe das im Podcast nicht so rausgehört, dass „beratend“ jetzt 1:1 genau die 20-Mio-Aussage meint. Eher so die unausgesprochene Implikation, dass wenn über jenes gesprochen wurde, dann auch über anderes.
    „Ich frag mich allerdings schon, warum das einer Veröffentlichung hätte entgegenstehen sollen.“
    Naja, zumindest macht man sich damit möglicherweise zu einer Art Erfüllungsgehilfen eines Erpressers. (Auch wenn die Wahrheit zu veröffentlichen wohl mehr wiegt.)

  5. Was ich übrigens nicht so ganz verstehe: Buschmann sollen die vermeintlich kompromittierenden Unterlagen gezeigt worden sein und er soll daraufhin deren „Wert“ taxiert haben? Wäre dann zu diesem Zeitpunkt die angebliche Drohung, sie öffentlich zu machen, nicht schon hinfällig? Also wenn man solche Unterlagen einem Journalisten vorlegt, dann hätte man sich doch ein mögliches „Schweigegeld“ schon abgeschminkt, oder?

  6. Diese zeitliche Abfolge (wenn sie so war) wäre dann wohl auch viel bedeutender als die Frage, ob Buschmann eine konkrete Summe genannt hat und welche Rolle dieser Betrag gespielt haben könnte.

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