Liebes Corona-Tagebuch, …

Dienstag (oder aber Samstag?)

Vor Ewigkeiten (also letzten Monat) behauptete ich, dass der Ticker die journalistische Form der Stunde sei. Das muss ich revidieren: Das Coronakrise-Tagebuch bildet sich als neue journalistische Lieblingsform heraus, wobei es im Grunde ja auch nur die Ein-Personen-Langversion eines Tickers ist.

Viele bemühen bei der Beschreibung dessen, was uns noch erwartet, das Bild des „auf Sicht Fahrens“. Die Journale sind dementsprechend vielmehr Reisetagebücher lauter auf Quarantäne-Inseln gestrandeter Robinson Crusoes, die vielleicht gegen die Isolation und Immobilität anschreiben, um nicht durchzudrehen.

Ausriss von sueddeutsche.de
Screenshot: sueddeutsche.de

Aber das ist natürlich auch das Zermürbende an dieser Form: Sie kommt zwar mit dem ehrlichen Pflichtbewusstsein eines Zeitgeist-Chronisten um die Ecke, als demütige Einordnung im Informations-Nebel, und wir nehmen die Orientierung sicherlich auch dankbar auf, aber es ist auch Produktivität als Beleg der eigenen Produktivität.

Den Stillstand gilt es jetzt besonders emsig abzuarbeiten, indem man künstlerischen oder informationellen Wert schafft.

Das Problem ist nur: Was vermittelt eine protokollarische Unmittelbarkeit über eine Welt, die gerade stillsteht? Es ist genauso erkenntnisreich wie eine Liveschalte aus einer Warteschlange oder eine Pressekonferenz aus einem Wartezimmer – es mediatisiert unverändertes Ausharren als Breaking News.

Wenn die Erkenntnisse erschöpft sind, kann man das Informieren nur inszenieren. Wir fahren auf Sicht. Mehr Bilder gibt es gerade nicht.

Diese Reisetagebücher der Daheimgebliebenen sind aber auch eine Ausprägung des allgemein wahrnehmbaren Instrospektionsjournalismus: Genauso wie wir uns in unsere privaten Räume zurückziehen (müssen), wird auch die Berichterstattung intimer, manche würden sagen empfindsamer, andere befindlicher.

Journalisten und Kommentatoren lassen uns an ihren inneren Aggregatzuständen en detail teilhaben, einerseits weil das eigene Seelenleben in dieser angespannten Situation nachvollziehbarerweise mehr reflektiert werden möchte, andererseits weil es da draußen ja eben auch gar nicht so viel zu erzählen gibt.

Sie sind ein bisschen wie die Nutzer, die jetzt auf Instagram einfach sehr viele Selfies posten, weil es gerade am dankbarsten ist, das eigene Model zu sein. (No judging, ich mach das auch.)

Letztes Jahrhundert irgendwann

Dieser Introspektionsjournalismus ist der kleine Bruder des Selfiejournalismus, der sich vor einigen Jahren im Zuge von ästhetischen Umorientierungen medialer Erzählung herausgebildet hat. Selfiejournalismus brach das in Deutschland vorherrschende formale Paradigma auf, dass ein „Ich“, also der Berichtende, in journalistischen Texten nur sehr sparsam eingesetzt werden darf, ja am besten gar nicht erst auftauchen sollte.

Die angelsächsische Tradition von Presenter-Reportagen, die den Reportierenden in die Erzählung eingliederten, konnte sich im hiesigen Journalismus anfangs nur schwer durchsetzen, da das als boulevardesk und unseriös galt. Der Journalist als Akteur seiner recherchierten Inhalte stand schnell im Verdacht, ins Exhibitionistische abzudriften, und es widersprach, wenn es schlecht ausgeführt war, der angestrebten Objektivität und Sachlichkeit. Rasch landete man bei Selbstversuchs-Formaten im Stile des „Jenke-Experiments“, die – obwohl erkenntnisreich – mehr als Privatfernsehunterhaltung wahrgenommen wurden denn als professionell distanzierte Mitten-drin-aber-nicht-dabei-Berichterstattung.

Parallel zu der digitalen Selbstfindung und Online-Etablierung der sogenannten klassischen Medien bemerkte man aber die Beliebtheit von selfiejournalistischen Inhalten, da diese Stücke eine enorme Identifikation mit dem Journalisten erlaubten und eine neue parasoziale Beziehung zwischen Leser und Autor herstellten. Außerdem hatten sie einen hohen Wert in zwei wichtigen journalistischen Krypto-Währungen: Authentizität (oder zumindest das, was man dafür hält) und Wahrhaftigkeit.

Selfiejournalismus suggerierte eine handwerkliche, unbestreitbare Ehrlichkeit, die man in anderen journalistischen Formen vertrauensvoll erstmal annehmen musste. Der Journalist entwickelte sich vom reinen Berichterstatter zum Markenbotschafter seiner eigenen Inhalte. Gleichzeitig registrierte man schnell den Reichweiten- und dementsprechend auch den ökonomischen Erfolg von Texten, die keine Angst vor einem journalistischen, offenherzigen Ich hatten.

Auch der Introspektionsjournalismus teilt gerne die eigene Kurzatmigkeit der Überforderung mit dem Leser und möchte ihm die inneren Gemütszustände des Autors großzügig schenken. Das Problem: Auf Dauer machen gerade während der Coronakrise alle in etwa dieselben emotionalen Erfahrungen. Wir durchlaufen gerade kollektiv mehr oder weniger die fünf Stadien von Trauer, Wut, Verdrängung, Verhandlung und Akzeptanz – und fühlen uns alle irgendwie lethargisch, gut gelaunt, wohltemperiert, furchtsam, kindisch, albern, frustriert, schlecht gelaunt, überproduktiv, unterinspiriert, müde, überambitioniert, nachdenklich, motiviert, underfucked, frühlingshaft, müde, uneitel, liebesbedürftig, aufgekratzt, zuversichtlich, müde, genervt, isoliert, verfressen, trotzig, müde, aufgeregt und ratlos.

Die Alltags-Atlanten der Selbst-Beobachtenden erlauben uns zwar erfreulicherweise, uns mit unseren Befindlichkeiten nicht alleine zu wähnen, werden sich aber bald schwer tun, neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu schildern, die nicht ohnehin alle erlebt haben und kennen.

Hinzu kommt: Ausgerechnet diejenigen, die vielleicht am meisten zu erzählen hätten, Ärztinnen, allein erziehende Mütter, Altenpflegerinnen, haben am wenigsten Zeit, für die Nachwelt festzuhalten, wie sich die Coronakrise für sie gestaltet. Das würde ich rückblickend aber lieber erfahren.

Die Hauptaufgabe des Journalisten, nicht nur die Realität abzubilden, sondern uns Neues über sie zu erzählen, können die Tagebücher ehrlicherweise nicht durchhalten, wenn sie die für uns gleichbleibenden Inhalte nicht durch eine mutigere Präsentation kompensieren. Die Herausforderung wäre, eine innovative Form des Erzählens zu finden, was aber durch das Tagebuch nur beschränkt möglich ist.

Dadurch erhalten wir nicht mehr als wieder und wieder veränderte intellektuelle Kombinationen dessen, was ohnehin alle beschwert – more of the same. Dieses Problem haben wir übrigens auch generell in der informierenden Berichterstattung, indem mehr Kanäle und Formen zu Verfügung gestellt werden für eine gleichbleibende Menge an Information.

Die Öffentlich-Rechtlichen betreiben hier etwas überambitionierten Informationskannibalismus, wenn sie zum Beispiel einen weiteren Coronavirus-Podcast mit dem Virologen Alexander Kekulé produzieren, um ihn als Gegengewicht zu jenem von Christian Drosten zu positionieren. Hier könnte man vielleicht noch argumentieren, dass man unterschiedliche Expertisen präsentieren möchte.

Sonntag (vielleicht auch Montag)

Wirklich verwunderlich ist es aber, wenn die Talkshow „Maybrit Illner“ im Zweiten als „Corona spezial“ in Konkurrenz zu „Anne Will“ im Ersten programmiert wird. Was war denn bitte da der tiefergehende Gedankengang?

Unabhängig davon, dass das eine recht unkollegiale Geste vom ZDF ist, ergibt sich auch für den interessierten Zuschauer die irritierende Situation, nun wie ein Scheidungskind zwischen zwei Eltern auswählen zu müssen: Wem vertraue ich mehr?

Ich kann mir keinen schlechteren Zeitpunkt als den des „auf Sicht Fahrens“ vorstellen, um zwei informierende Talkshows um Zuschauer konkurrieren zu lassen.

Es produziert doppelt so viel Wochenzusammenfassungsmaterial bei nur sukzessive und vorsichtig voranschreitenden Forschungsergebnissen. Man fragt sich, ob es beim ZDF wirklich die Annahme gab, dass nach der „Illner“-Ausgabe vom Donnerstag derart viel am Freitag und Samstag passieren könnte, dass man den Sonntag nicht einfach so der ARD alleine überlassen dürfte.

Bedenken muss man auch, ganz praktisch, dass die Anzahl der Experten zu dem Thema begrenzt zu sein scheint, also immer wieder die selben fünf Virologen, Scholz und ein Journalist durch die Studios gereicht werden. (Wo wir schon dabei sind: ich würde mich freuen, wenn die Ärztin und Infektiologin Marylyn Addo mal kommt. Die Expertise von Drosten, Kekulé und Jonas Schmidt-Chanasit stelle ich gar nicht in Frage, aber es muss doch auch mehr Frauen mit Expertise geben als nur die Virologin Prof. Melanie Brinkmann.)

Vielleicht ist aber auch einfach das Social Distancing bei Lanz’ Studioaufstellung so rigoros, dass seine Gäste mit ihren Stühlen versehentlich im „Illner“-Studio nebenan gelandet sind.

Der Verschleiß der Wissenschaftler stumpft nicht nur den Informationsprozess ab (die müssen sich ja wiederholen, wenn sie keine neuen Erkenntnisse erfinden), es zerfasert auf Dauer auch die Protagonisten selbst, die neben öffentlichen Auftritten ja noch an der Eindämmung der Pandemie arbeiten.

In Zeiten, in denen Informationsbündelung, aber auch Kollegialität und Solidarität besonders wichtig sind, ist es nicht hilfreich, senderübergreifend die ohnehin überarbeiteten Gäste für eine eine zweite Talkshow am Sonntag wegzuschnappen.

Jeder Wochentag „in Zeiten von Corona“

Ein weiteres berichterstatterisches Moment ist das Kontextualisieren unseres gesamten Alltags „in Zeiten von Corona“. Kindererziehung „in Zeiten von Corona“. Einkaufen gehen „in Zeiten von Corona“. Liebe in Zeiten, nun ja.

Der Journalismus dekliniert gerade alle durch Corona ausgelösten Veränderungen in sämtlichen Lebensbereichen durch. Das mag zum Beispiel bei der Arbeit, unseren Bildungssystemen und Kinderbetreuung oder aber bei häuslicher Gewalt notwendig sein, da sie sich unter den Ausgangsbeschränkungen tatsächlich sehr verändern.

Aber manche Felder haben sich durch die Coronakrise selbst nicht verändert, die darin enthaltenen Probleme haben sich nun nur verstärkt oder wurden deutlicher sichtbar. Sie durch die Formel „in Zeiten von Corona“ als eine neue Informationswirklichkeit zu behandeln, simuliert aber wieder nur eine Neuigkeit. Den richtigen Partner zu finden, war schon immer schwierig, nicht nur „in Zeiten von Corona“. Ausbeutung systemrelevanter Berufe ist das ganze Jahr ein Skandal, nicht nur „in Zeiten von Corona“. Unser gesamtes Leben ist nun „in Zeiten von Corona“, weshalb Berichte über unser sich veränderndes Leben „in Zeiten von Corona“ gelegentlich so schal anmuten wie einige Tagebucheinträge. (Hatten wir schon was zu Kreativität in Zeiten von Corona?)

Der Anthropologe und Philosoph Gregory Bateson, Mitbegründer der kybernetischen Systemtheorie und Lehrer von Paul Watzlawick, definierte in seinem Buch „Die Ökologie des Geistes“ den Begriff der Information folgendermaßen:

„Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht.“

Übertragen auf Medienlogik könnte man sagen, dass berichtenswerte Meldungen Informationen oder Ereignisse sind, die einen Unterschied machen und deshalb zur Nachricht werden.

Jetzt stellt sich die Frage: Macht Corona unter Bezug auf unsere schlechte Ernährung oder mangelnden Sport einen Unterschied? Macht es also Sinn, Servicetexte im Geiste von „Sport in Zeiten von Corona“ zu veröffentlichen? Oder ist das nicht auch einfach der verzweifelte Versuch, im Nebel der Informationslosigkeiten einfach irgendwas zu berichten?

Womit wir wieder bei den Tagebüchern wären. Dürften Medien auch mal nicht kommunizieren, wenn doch auch der Rest der Welt den Atem anhält und abwartet? Senden, dass sie gerade ehrlicherweise nichts zu senden haben?

Vielleicht ist genau das das Problem: „In Zeiten von Corona“ dürfen zwar alle performativ „auf Sicht fahren“, aber die Medienlogik gestattet es (sich) nicht zuzugeben, dass man, wenn man „auf Sicht schreibt“, auch lange Zeit einfach nichts Neues sieht.

6 Kommentare

  1. Mir interessiert ja eher die Relevanz von vorgetragenen subjektiven Beschreibungen. Wenn Liselotte Meier in ihr Tagebuch schreibt, dass „es kein Klopapier mehr gibt“, muss das ja nicht stimmen.

    Subjektive Erfahrungsberichte sind gerade dann, wenn es auf valide Date ankommt einfach nur Gift, weil nicht belegbar.

    Andererseits, Zitat meiner Kollegin (35+, Wirtschaftsingenieurin) von heute morgen: „Hast du gestern die RTL Sondersendung geguckt? Das war so spannend…“ Ich fragte nur zurück: „Sollte das nicht eher informativ sein?“ Für Spannung guck ich mir „Outbreak“ an.

    Mir zeigte das einfach nur, dass dieses ganze sekundenaktuelle Updating nicht mehr ist als Entertainment. Es ist DAS Thema. Wie Wetter, nur dringender. Es geht jeden (weltweit) was an.

    Welche Einzelpersonen gerade eine Virusinfektion haben, welche Statistikinstitute sich gerade gegenseitig falsche Erhebungsverfahren vorwerfen sowie jeder einzelne Einleitungs-Phrase a la „In Zeiten wie diesen“ oder „in diesen besonderen Zeiten“, wir wollen unterhalten werden. Der Infotainment-Kram verkauft sich. Guckt euch ide Memes an. Oder die „lustigen“ Lieder. Jeder so genannte „Youtuber“ kommt jetzt mit seinem schlecht getexteten Coronasong um die Ecke, meist mit Autotune-Gesang über eine bekannte Kinderlied-Melodie gelegt. Total witzig und kräzi. Da spricht die jugendliche Rebellion aus den Kids! Da geht’s nicht ums Geld verdienen, nein, das ist Lifestyle!

    Wenn wir nichts an unserem Konsum ändern, ändern sich auch die Konsumgüter nicht.

  2. Wenn bloss in Konsumgut nicht dieses -„gut“- wäre…?!
    und in Konsumgüter nicht dieses-„güter“- also noch guter als gut!

  3. Selfie-Journalismus in Zeiten von Corona mag ich nicht. Ich strenge mich jetzt trotzdem kurz an und wage einen Ausblick auf Frau Emckes Woche 3:

    Vom Zorn über die ausgeleierte Jogginghose, von der Fassungslosigkeit beim Ravioli-Aufwärmen – und der Welt, die bitte noch wochenlang um Egozentrikerinnen wie mich kreisen möge.

  4. @ Michael Frey-Dodillet (#3)

    Oh, ja! Auch Anna und Otto Normalmensch mögen inzwischen keinen Bock mehr haben, ständig die aktuellen Infektionszahlen zu verfolgen oder sich 24/7 Gedanken über die ethisch-politischen Implikationen der Lage zu machen, und stattdessen lieber in der Küche rumpruckeln oder vor der Netflix abhängen oder so. Viele sind faul, oder Ihnen ist langweilig. Frau Emcke jedoch überfällt gleich „stumme Lähmung“:

    Verflogen alle wachsame Konzentration der ersten Wochen, all das hungrige Verstehenwollen […] all die geistigen Behelfsstrukturen, die die Strukturlosigkeit des Alltags retuschieren sollten – all das funktionierte nicht mehr.

    Meine Güte. Darf man das als prätentiösen Unfug bezeichnen?

  5. Es kann doch einen gewissen Unterhaltungswert haben, lesen zu können, wie Carolin Emcke, eine ausgewiesene Intellektuelle, diese Corona Tage und Wochen erlebt, so sie es denn von sich preisgibt und die eigene voyeuristische Ader den Blick darauf lenkt, wie profan der Alltag in diesen Zeiten für jeden wird. Mich interessiert es weniger – aber bei schalen Tagebucheinträgen und diesen quasi isolierten Tagen kam auf einmal eine alte Erinnerung an Horst Bieneks Roman „Die Zelle“ hoch.

    Interessant und diskussionswürdig finde ich die Übertragung von „Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht.“ auf die Medienlogik: es leuchtet zwar intuitiv ein, aber ist die Information darüber, dass es nichts Neues gibt, nicht auch eine, die einen Unterschied macht, und zwar zum Vortag, zum Zustand zu einem früheren Zeitpunkt? Der Unterschied ergibt sich doch von selbst: und zwar durch die Zeit, die wir nicht anhalten können.

    Und ja: wenn eben weniger passiert, hat man mehr Zeit sich über das Große und Ganze Gedanken zu machen – und das finde ich, passiert auch in den Medien, nachdem sie anfangs versucht haben, im gewohnten Modus mit Informationen von kurzer Halbwertszeit zu berichten.

  6. Der erste Artikel von El Ouassil, den ich richtig schlecht finde. In erster Linie, weil schon der Gegenstand – das Corona-Tagebuch – mich stört.
    Ich finde mich darin nicht wieder. Ich sitze zwar auch im Home-Office. Aber um mich herum gibt es Nachbarn, Freunde, Bekannte, Verwandte, Ehepartner, die noch zur Arbeit gehen. Die organisieren ihre Tage nun auch ganz anders, denen fallen Betreuungen aus, sie können ihre Kinder in Heimen nicht mehr besuchen und sie kommen jeden Abend von der Arbeit nach Hause und fragen sich, ob sie in vier Tagen Husten kriegen.
    Es ist ja schwer, Zahlen zu bekommen aber in der Zeit stand gerade, das ganze Land sei im Home-Office, die FAZ meinte jetzt, es seien 50%, was wohl eher stimmt.
    Und ich habe das ungute Gefühl, dass die Journalisten mit ihren Tagebüchern nur die 50% betrachten, zu denen sie selbst gehören.
    Dazu wiederum gehört, dass die anderen wie NPCs behandelt werden. Im Einzelhandel, Krankenhäusern, Paketdienst spielen die „anderen“ nur eine Rolle als … ja als Berufsträger. Ihre Probleme im neuen Alltag, ihre Schwierigkeiten „das mit Kindern und Job“ auf die Kette zu kriegen spielen keine Rolle. Nur das, was man halt so beobachtet, wenn man zum Einkaufen geht.
    Ich will mich täuschen aber im Moment ist das der Eindruck, auch von diesem Text.

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