Die Vorwürfe von BDZV-Präsident Döpfner und das Schweigen der Zeitungsverlage

Kommen wir noch mal kurz auf Mathias Döpfners Kommentar zurück, der vergangenen Freitag in der „Welt“ erschienen ist, und auf die Frage: Was sagen eigentlich andere Verlage dazu? Wie finden Sie es, dass der Springer-Chef offenbar unterstellt, Medien würden mehrheitlich nicht die Realität abbilden, sondern verschweigen und verharmlosen? Zumal Döpfner ja nebenbei auch Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ist, also normalerweise für alle Zeitungsverlage lobbyiert und spricht.

Titelseite der Welt: "Nie wieder 'nie wieder'!"
Mathias Döpfners Kommentar in der „Welt“ am 11.10.2019 Ausriss: „Welt“

Bei acht großen Medienhäusern haben wir angefragt. Bei Verlegern, die teilweise auch im Präsidium des BDZV sitzen. Es dauert etwas, bis die Reaktionen eintrudeln. Die Pressesprecherin eines Verlags erkundigt sich auch vorsichtshalber noch mal telefonisch, was wir mit den Antworten denn machen wollen.

(Komische Frage. Wir machen es halt wie alle Journalisten: Antworten auf Fragen, die wir beruflich stellen, drucken wir sorgfältig aus, um sie ab und an, zum Beispiel sonntags, im engeren Freundeskreis zu rezitieren. In diesem Fall aber schreiben wir sie hier mal auf.)

Der Erste, der sich meldet, ist der Älteste: Dirk Ippen, der Zeitungen wie den „Münchner Merkur“, die „Frankfurter Rundschau“, „tz“ und etliche Regionalblätter im Portfolio hat. Er schreibt:

„Ich kann nichts zu dieser Thematik sagen, weil ich die Vorgänge nicht kenne, auch am Verbandsgeschehen überhaupt nicht beteiligt bin ……Im 80. Lebensjahr möchte ich mich auch nicht in diese Thematik einarbeiten.“

Möglicherweise ist das so und man hat mit fast 80 keine Lust mehr, einen ganzseitigen Text des BDZV-Präsidenten durchzulesen, geschweige: sich dort „einzuarbeiten“. Auch wenn in den Fragen ja eigentlich steht, worum es geht:

1. Uns interessiert, wie Sie dazu stehen, dass der BDZV-Präsident unterstellt, die meisten Medien würden die Realität nicht beschreiben, wie sie ist, sondern verschweigen und verharmlosen. Wie sehen Sie das?

2. Beobachten Sie auch, dass Medien, die „die Fakten doch nennen“, also laut Döpfner die Realität beschreiben, beschimpft und der Aufwiegelung bezichtigt werden?

3. Döpfner schreibt: „Deutschlands Politik- und Medieneliten schlafen den Schlaf der Selbstgerechten und träumen den Wunschtraum der Political Correctness.“ Wie sehen Sie das? Und: Zählen Sie sich zur Medienelite?

4. Was denken Sie: Hat Mathias Döpfners Beitrag den Verlegern und der Zeitungsbranche eher genutzt oder eher geschadet und weshalb?

„Bitte haben Sie Verständnis“

Bei DuMont erscheinen Zeitungen wie der „Express“, „Berliner Kurier“ oder „Hamburger Morgenpost“; die „Berliner Zeitung“ wird gerade verhökert. Altgedienter Verlag. Die stellvertretende Leiterin der Unternehmenskommunikation schreibt:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir dazu keine Stellung beziehen.“

Hm.

Bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben sie sich offenbar, nun ja, nicht richtig wiedergefunden in Döpfners Text. Die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit schreibt:

„Besten Dank für Ihre E-Mail an Thomas Lindner. Wir fühlen uns jedoch nicht angesprochen von dem Artikel von Herrn Döpfner.“

Der „Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ der Rheinische Post Mediengruppe schreibt indes:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage, Herr Werle steht indes nicht zur Verfügung.“

Bedauerlich. Was haben sie denn?

Funke: „eine, nein, mehrere Meinungen“

Auch Tobias Korenke, scheidender Pressesprecher der Funke-Mediengruppe, dem Verlag von WAZ, „Thüringer Allgemeine“ und „Hamburger Abendblatt“, dankt für die Anfrage an die Geschäftsführung. Er lässt wissen:

„Mathias Döpfner hat wirklich einen in vielerlei Hinsicht anregenden Kommentar geschrieben. Zu den von Ihnen angesprochenen Aspekten haben wir natürlich eine, nein, sogar mehrere Meinungen. Wir würden sie aber gerne zunächst im Gespräch mit Mathias Döpfner austauschen.“

„In vielerlei Hinsicht anregend“, das ist natürlich in vielerlei Hinsicht schillernd. Und dann haben sie auch noch „mehrere Meinungen“, was hat das wohl zu bedeuten? Dass manche bei Funke es ähnlich sehen, andere nicht? Bleibt offen. Aber, immerhin, wenn das „zunächst“ ernst gemeint wäre, würde man irgendwann von all den Meinungen erfahren, sobald sie eben „zunächst“ mit Döpfner „ausgetauscht“ wurden. Es bleibt spannend!

Madsack: „Überempfindlichkeit ist dabei nicht hilfreich“

Thomas Düffert, der Konzerngeschäftsführer der Madsack-Mediengruppe (HAZ, „Dresdner Neueste Nachrichten“, „Ostsee-Zeitung“) und stellvertretende BDZV-Präsident, ist leider „terminlich eingespannt“ und kann deshalb „noch keinen Blick“ auf die Fragen werfen, heißt es zunächst. Harter Manageralltag.

Anschließend schickt der Leiter der Unternehmenskommunikation ein „Statement“, eine Art Plädoyer für gelegentliche Medienkritik, „von Zeit zu Zeit“, und gegen „Überempfindlichkeit“:

„Wir Medien tun sicher gut daran, uns von Zeit zu Zeit einer Bestandsaufnahme zu unterziehen, um unsere Branche und Ihr Tun objektiv zu hinterfragen. Auch wir, die in den Tageszeitungen und auf unseren Nachrichtenportalen gerne den Finger in die Wunde legen und Missstände anprangern, müssen kritisch hinterfragt werden dürfen. Überempfindlichkeit ist dabei nicht hilfreich. Genau das ist es doch, was eine lebendige Demokratie auszeichnet und Pressefreiheit ausmacht.“

Zu dem, was Döpfner schreibt, mag auch Madsack nichts sagen. Nur eins. Das Statement schließt mit den nachdenklichen Worten:

„Madsack fühlt sich durch den Beitrag jedenfalls nicht kritisiert, sondern hat ihn als das gesehen, was er ist: ein Anstoß, über den es sich lohnt, nachzudenken.“

SWMH: „Eine Klarstellung ist auch Hrn. Dr. Wegner wichtig“

Die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH), unter deren Dach zum Beispiel die „Süddeutsche Zeitung“ erscheint, bittet zunächst um Aufschub, sei ja doch etwas kurzfristig. Dann schreibt ein Sprecher:

„Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihre Fragen nicht direkt beantworten können.“

Unternehmenspolitik der SWMH sei es nämlich, „Entwicklungen und Positionierungen anderer Medienunternehmen (und Herr Döpfner ist herausragender Vertreter eines Medienkonzerns) generell nicht zu kommentieren. Bei dieser Regel möchten wir bleiben.“

Allerdings: Ganz unkommentiert will die SWMH das Thema aber dann doch nicht lassen. Eine „Klarstellung“, schreibt der Sprecher, sei „auch Hrn. Dr. Wegner wichtig“, dem Geschäftsführer:

„Die SWMH versteht sich als eine Mediengruppe, die für Qualitätsjournalismus steht. Durch Qualitätsjournalismus und Medienpluralität will die SWMH die demokratische Meinungsvielfalt in Deutschland stärken. Die Berichterstattung muss unserer Ansicht nach immer unabhängig, tatsächlich umfassend und faktisch fundiert sein. Eine Berichterstattung in diesem Sinne wirkt nicht politisch instrumentalisierend, sondern beugt politischer Instrumentalisierung vor. Durch unsere Berichterstattung wollen wir dazu beitragen, Fake-News – die insbesondere im digitalen Raum Verbreitung finden – zu begrenzen.

Auch deshalb übrigens plant die SWMH den Ausbau Ihrer digitalen Angebote.“

So viel Reklame muss sein.

Schumann: Muss der BDZV-Präsident Medien kritisieren?

Und dann passiert etwas Überraschendes: Gerrit Schumann, einer der Geschäftsführer der Handelsblatt Media Group, schickt eine Mail, in der er jede Frage beantwortet, einzeln, Punkt für Punkt:

„1. Mir liegt es fern, andere Medien zu kritisieren. Ich finde, das tun schon genug andere Menschen. In der Sache geht es uns um unabhängigen Qualitätsjournalismus. Qualität heißt sauber zu recherchieren, Fakten zu überprüfen und zu benennen, eine faire Berichterstattung und eine ausgewogene Pluralität der Meinungen zuzulassen. Fakten und Haltung sind dabei klar erkennbar darzustellen. Da sind wir ganz bei Hanns Joachim Friedrichs, dass Journalisten sich nicht mit einer Sache gemein machen dürfen, auch nicht mit einer guten. Einerseits müssen wir verstehen, was die Gemeinschaft bewegt. Andererseits die Distanz und Unabhängigkeit bewahren. Das ist auch ganz klar das Feedback unserer Leser, denen gegenüber wir einen Service erbringen. Unser Auftrag ist es, unsere Leser zu befähigen, sich eine Meinung zu bilden und Entscheidungen zu treffen.

2. Ich kann das auf uns bezogen nicht beobachten.

3. Wir zählen uns zu keiner Elite. Ich komme nochmal zurück zum Qualitätsjournalismus, den wir für Menschen, die sich mit den wichtigen Themen der Wirtschaft auseinandersetzen wollen, erbringen. Wir haben keine Ambitionen, elitär zu sein. Im Gegenteil, der Auftrag unserer Medien ist es, einen Beitrag zu leisten, wirtschaftlichen Sachverstand in der Breite zu fördern.

4. Ich frage mich, ob der BDZV-Präsident Medien kritisieren muss oder ob an der Stelle ein Appell vielleicht angebrachter gewesen wäre, um eine Diskussion anzustoßen. Für mich gehören Zuversicht und konstruktiver Diskurs auch zum Auftrag an moderne Medien.“

Leiser Widerspruch also bei einem von acht Verlagen. Was interessant ist: Der BDZV-Chef unterstellt, ganz pauschal, viele Medien würden nicht die Realität beschreiben, sondern verschweigen und verharmlosen, was so ungefähr auch im Glaubensbekenntnis von AfD-Anhängern steht – doch keiner der angefragten Verlage protestiert laut dagegen. Die meisten schweigen, wollen drüber nachdenken, fühlen sich nicht angesprochen oder regeln das intern.

Korrektur, 21.10.2019. Wir hatten die Madsack-Mediengruppe nicht ganz korrekt zitiert. Wir schrieben, Herr Düffert habe „nicht mal ‚einen Blick'“ auf die Fragen werfen können. Richtig muss es heißen, er habe „noch keinen Blick“ werfen können. Wir haben das im Text korrigiert und bitten den Fehler zu entschuldigen.

37 Kommentare

  1. Man hätte Döpfners Aussagen leicht anpassen und behaupten können, sie würden von einem neurechten Alternativ-Medium stammen. Entsprechend hätte man dann (mit etwas Verzögerung) dieselben Anfragen in angepasster Form an dieselben Verlage schicken können. Ob dann dieselben Nicht-Reaktionen und wohlwollenden Würdigung („Anst0ß“) die Folge gewesen wären?

  2. Schon vor gut einem Jahr Hat Herr Döpfner ähnliches gesagt – und damals in seiner Eigenschaft als BDZV-Präsident in einer Rede beim BDZV-Kongress. Von den hunderten Verlagsleitern und Chefredakteuren, die anwesend waren, hat ihm keiner öffentlich widersprochen. Dabei wäre Widerspruch auf Basis objektiver und wissenschaftlich erhärteter Fakten mehr als angemessen gewesen:
    https://meedia.de/2018/09/26/noch-groesser-zu-berichten-waere-sensationsgeilheit-journalismus-professor-widerspricht-doepfner-nach-dessen-bdzv-rede/

  3. „Man hätte Döpfners Aussagen leicht anpassen und behaupten können, sie würden von einem neurechten Alternativ-Medium stammen.“

    Dreimal Konjunktiv in einem Satz als Argument?

  4. Mit Ausnahme von Gerrit Schuhmann haben diese Verlage ein recht trauriges Bild abgegeben. Falls jemand mal behaupten sollte, die deutsche Medienlandschaft bestünde aus Qualitätsmedien, so kenne ich nun ein weiteres gutes Argument dagegen.

    Es hängt aber letztlich von den Autoren ab. Zu viele Autoren sind so arrogant, dass sie glauben, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Da hilft auch kein Leserbrief mehr, auch nicht jede Wochen dutzende, man versteift sich einfach auf seinen Irrtum. Andersherum denke ich mir bei vielen Artikeln oft, was fällt dem arroganten Autor eigentlich ein, frage nach und bekomme eine ausgewogene, gemäßigte und meistens sehr freundliche Antwort zurück.

    Ich glaube Döpfner will nur darauf hinaus, dass Teile der Gesellschaft den Rechtsruck in Gänze ausgekostet und bis zum Ende mitgerückt haben, dafür steht ja heute die Parallel-Medien-Landschaft mit der Achse, Rhein-Neckarblog, Tichys Keinblick, PI News, Don Alphonso etc. und wer die Dinge halt nicht mit der menschenfeindlichen Färbung betrachten möchte ist eben Verschweiger und Verharmloser der vermeintlich nicht abgebildeten „Realität“. Elite ist somit jeder, der die Propaganda durchschauen konnte. Damit er andere nicht aufklären kann muss er aus den Filterblasen der Verwirrten ferngehalten werden. Das geht am besten indem man ihn als Alien darstellt, dessen Voraussetzungen und Bedingungen komplett andere seien als die der leicht manipulierbaren und verwirrten Abgehängten, Verblödeten und Hinters-Licht-Geführten.

  5. @ Gernot:

    „Dreimal Konjunktiv in einem Satz als Argument?“

    Haben Gedankenexperimente so an sich, dass ein paar Konjunktive in ihnen vorkommen können. Hat mit der Beweiskraft jedoch nichts zu tun, wie Sie sicher wissen.

  6. @LLL (1.)
    „.. sie würden von einem neurechten Alternativ-Medium stammen. Entsprechend hätte man dann (…) dieselben Anfragen in angepasster Form an dieselben Verlage schicken können. Ob dann dieselben Nicht-Reaktionen und wohlwollenden Würdigung („Anstoß“) die Folge gewesen wären?“

    Wohlwollende Würdigung vermutlich nicht, ansonsten grundsätzlich ja.

    Vor fünf Jahren gab es ein paar Lügenpresse-Rufe auf den Straßen.
    So wie die Medien damals überreagierten, haben die (auch wenn die sich dessen nicht bewusst waren) gezeigt, dass die im Grunde fertig haben. Die maßlose Übertreibung in Ton und Vokabular hat ihnen vermutlich mehr geschadet als genützt.
    Seitdem ist die Auflage der Tageszeitungen um über 3 Mio gesunken.

    Die meisten Zeitungen versuchen jetzt verzweifelt, ihre restliche Auflage nur irgendwie ins ruhige Fahrwasser kriegen. Dazu gehört, bloß keine neue Diskussion um Lügenpresse ja/nein zu entfachen. Und dazu gehört auch, das eigene Blatt nicht mit dem Verbalschrott eines Klaus Meier zu besudeln.
    Deshalb lassen die entsprechende Anfragen gegen die Gummiwand laufen. Moralisch mag das fragwürdig sein, nach kommerziellen Gesichtspunkten ist es vernünftig.

  7. Na klar, „ein paar Lügenpresse-Rufe“, ein völliges Überreagieren der Presse und schon haben wir die Ursache für sinkende Auflagen.

    Jetzt läuft man natürlich auf Eierschalen um bloß nicht wieder den gerechten Zorn des Volkes zu entfachen.

    Klingt eher nach Machtphantasien à la Bernd Höcke.

  8. So wie Mike Hunt (8.) kreischt, da habe ich mit meinem Textlein wohl ins Schwarze getroffen. Mich wundert nur, dass das Kläffen nicht von Stefan Pannor kommt.
    Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

  9. @Sachse: Ohne zu pöbeln können Sie nicht, oder? Sind Sie schon in der braunen Gosse aufgewachsen oder ging Ihre soziale Verwahrlosung erst mit einer späteren Radikalisierung einher?

    Falls Sie Hilfe beim Ausstieg aus der Szene brauchen: http://www.exit-deutschland.de

  10. Ihre masturbatorische Selbstgratulation in allen Ehren, aber von außen sieht das nicht ganz so geil aus wie es sich für sie vielleicht anfühlt.

    Aber was auch immer sie nachts schlafen lässt mein Bester.

    Vielleicht tut ihnen Stefan Pannor ja den Gefallen, dann können sie direkt wieder Hand anlegen.

  11. Der wundert sich in aller Ruhe, dass selbsternannte Rassebiologen hier nicht gesperrt werden. Dass alte weisse Männer manchmal Hass als Masturbationersatz verwenden, wundert ihn dagegen nicht mehr.

  12. Sehr interessant!
    Herr Döpfner schreibt einen Artikel über den existierenden Antisemitismus in Deutschland anlässlich der Morde in Halle.
    Was er aber nicht macht, und von Boris Rosenkranz offensichtlich erwartet wurde, ist den Bogen von einem durchgeknallten Neonazi zur AfD zu (über)spannen.
    Das ist dann der Anlass für seine (Anschwärz)Anfrage bei 8 anderen Verlagen zu diesem Artikel.
    Das Ergebnis ist leider nicht wie von ihm erhofft eine große Distanzierung und Empörung.
    Das sagt in diesem Fall mehr über den Autor als über das Thema.

  13. Das hat schon Unterhaltungswert. Allerdings nur für Freunde des roten Trash.
    Egal wie das Thema lautet, der linke Pöbel kommt mit Nazi.
    Nazis überall.
    Nazis wo Du gehst und stehst.
    Nazis links, Nazis rechts, Nazis vorne, Nazis hinten.

    Man fragt sich was von Mike Hunt, Stefan Pannor, Someonesdaughter et al. übrig bleibt, wenn ihnen ihre heißgeliebte „braune Jauchengrube“ nimmt.
    Ob die dann noch in der Lage sind, über Vanillepudding, Waschmaschine oder Badeenten zu reden?

  14. @Gernot

    Sie haben schon mitbekommen, dass einer dieser Nazis vor kurzem 2 Menschen kaltblütig ermordet hat und nur eine Tür der Synagoge ihn davon abgehalten hat, ein noch größeres Massaker anzurichten?

  15. @DIETER WELLER

    Lesen Sie vielleicht erstmal die Artikel, unter denen Sie kommentieren. Da besteht dann wenigstens die kleine Chance, dass Sie das Thema verstanden haben und dieses auch sinnstiftend mit einem Kommentar bereichern können.

    #servicekommentar

  16. @ichbinich (15.)
    „Sie haben schon mitbekommen, dass einer dieser Nazis vor kurzem 2 Menschen kaltblütig ermordet hat“

    Und sie haben schon mitbekommen, dass der Täter (juristisch korrekt: dringend Tatverdächtige) in der UHA sitzt, mithin @Sachse nicht dieser Nazis sein kann?

  17. @Gernot

    Na die Vergleiche sind ja auch angebracht wenn Schädelvermesser wie Sachse leider egal wie das Thema lautet Einschlägiges in die Tasten hauen. Aber ist ihr Gejammere nicht ein wenig verfrüht? Vor ihnen hat noch keiner was von Nazis erzählt.
    Konnte man vor lauter Vorfreude auf den Köpfer in die Opferrolle wohl einfach nicht mehr zurückhalten. Aber ich glaube an sie. Kriegen sie schon noch hin einen Vergleich zu provozieren.

    Fragen über Fragen. Ihre Sorge is wirklich rührend. Kann man natürlich nie wissen. Ich bin allerdings zuversichtlich.

  18. @Ichbinich
    Dieter Weller, Sachse und Co. wollen doch garnichts verstehen. Für mich sind das alles nur vom Verfassungschutz bezahlte Provokateure, um von den wirklich wichtigen Fragen wie der Machtübernahme durch Friedrich Merz und Blackrock abzulenken.

  19. # 14 ist großes Kino: ‚Mimimi, der linke Pöbel und rote Thrash nennt uns Nazis, voll gemein!‘

    Kannste dir nicht ausdenken.

  20. zu Döpfner: Herr D. gibt also vor zu wissen, wie der Anteil der Berichterstattung zu „Ausländerkrminalität“ in der Welt des deutschen Qualitätsjournalismus im Vergleich zur Berichterstattung zu Taten und Tätern wie in Halle darsteht. Er wird das sicher mit eindeutigen Zahlen belegen können, ansonsten handelt es sich wohl eher um den klassischen Fall des „Bauchgefühls“. Oder aber es ist eine (erneute) perfide Entgleisung, deren Zweck in gewisser Weise ja auf der Hand liegt, bzw. auf der Landkarte der Marktanteile und des Wettbewerbs in der hiesigen Medienlandschaft. Döpfers plumper Versuch unterschwellig den Springer-Konzern als Brutstätte des einzig wahren Qualitätsjournalismus zu propagieren. Ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten, und leider auch nichts Neues aus dem Hause.
    Wer allerdings den journalistischen Werdegang Döpfners kennt, der wird sich über gar nichts mehr wundern, es gibt für mich in der Branche nur einen der noch polemischer und verlogener mit „Fakten“ oder „Realität“ umgeht, und der war bis vor kurzem CR der großartigen B-I-L-D…also auch „Springeraner“.
    In der Geschichte Springers ging es und geht es eben nur ums Bizz und zwar mit allen Mitteln. Es ist daher schon eine mächtige Portion Zynismus mit an Bord des Döpfer`schen Pamphlets in der „Welt“, alleine wenn man sich die dementsprechenden Schlagzeilen und die „Berichterstattung“ der gelben Springer-Blätter zu den beiden von Döpfer ins Rennen geschickten Themen, „Halle“ und „Ausländerkriminalität“, anschaut. „Political Correctness“ kann in Döpfers Fall sicher als lupenreines Totschlagargument oder gerne auch einfach als „Wow, das nächste sinnlose Schlagwort in einem noch sinnloserem Geschwurbel“ gesehen werden. Wobei sich Döpfer ja scheut Roß und Reiter zu nennen, denn eine Krähe….Krähen….ja….und da sind wir dann bei den Antworten zu Herrn Rosenkranz Anfragen…schön zu sehen, wie auch dort die gute alte Krähen-Nummer eiskalt durchgezogen wird, belangloses Abgewimmel und gediegene Selbstdarstellung und eigentlich fühlt sich ja keiner angesprochen, aber dennoch genötigt, wenigstens auf den eigenen „Qualitätsjournalismus“ noch hinzuweisen…

    …..außer der großartige Gerrit Schuhman himself, der Erklärbär und Vorturner des Handelsblatts, respektive der „Handelsblatt Media Group“, der zieht nun alle Register der Selbstdarstellung und Selbstbeweihräucherung, ich allerdings teile die Einschätzung von Herrn Rosenkranz nicht, Schuhmann leistet keinen „Widerstand“, er versucht lediglich Werbung für seine Person und für das Unternehmen dem er vorsteht zu machen. Denn schon in „1.“ fiel mir die Koksschippe in den Schampus, Herr Schuhmann „kritisiert“ ja keine anderen Medien, das machen ja andere schon für ihn. Wie überaus generös von und bequem für Herrn Schuhmann, aber das passt ja wieder zu den o.g. Krähen. Aber selbstredend: „In der Sache geht es uns um unabhängigen Qualitätsjournalismus.“, wie konnte ich denn auch so naiv sein zu glauben, dass ausgerechnet aus dem Hause des „Auto und Klimablatt mit vielen Gastautoren und hier und da Wirtschaftsnachrichten“ aktuell auch anderes als dieser gottverdammte „Qualitätsjournalismus“ zum Vorschein kommt, denn dem sind ja alle Journalisten, in der gesamten Republik, zutiefst und auf höchste Weise verpflichtet.
    Ich gestehe aber, bei „Qualität heißt sauber zu recherchieren, Fakten zu überprüfen und zu benennen, eine faire Berichterstattung und eine ausgewogene Pluralität der Meinungen zuzulassen. Fakten und Haltung sind dabei klar erkennbar darzustellen.“, habe ich mich ehrlich eingenässt. Liest Herr Schuhmann seine „eigenen“ Produkte nicht? Oder haben es die „Typen aus der Chefetage“ tatsächlich nicht so mit „Realität“? „Fakten und Haltung sind dabei klar erkennbar darzustellen“, schreibt er ganz ungeniert, wer sich nur einmal die „Fakten“ des Handelsblatts z.B. zum Thema „Autobranche“ in den letzen 12-18 Monaten anschaut, wundert sich sicher nicht mehr darüber, dass „Boom“ und „Absturz“ sich fast schon wöchentlich abwechselten…oder ist das mit „ausgewogene Pluralität der Meinungen“ gemeint?

    Das „HJF“-Zitat gehört sicher zur „Firmenphilosophie“, wird täglich als „Vater unser“-Ersatz verwendet und ist auf die Türen der Scheißhäuser „gesprayt“ worden, damit man es auch sicher nicht vergißt….BULLSHIT! Das trifft es und bei „Einerseits müssen wir verstehen, was die Gemeinschaft bewegt. Andererseits die Distanz und Unabhängigkeit bewahren. Das ist auch ganz klar das Feedback unserer Leser, denen gegenüber wir einen Service erbringen. Unser Auftrag ist es, unsere Leser zu befähigen, sich eine Meinung zu bilden und Entscheidungen zu treffen.“, merkt man doch gleich, dass Schuhmann die teils bissigen Kommentare z.B. auf FB zu seinem Musterschüler Handelsblatt entweder nie gelesen hat, oder aber denkt, die schreiben, ergo haben wir unseren Job richtig gemacht. denn das bringt Reichweite, Klicks und Kohle. Ja, ja, wieder BULLSHIT!

    Zu „2“: BULLSHIT! Würde Herr Schuhmann eben die o.g. Kommentarspalten (und sicher auch eine Menge Leserbriefe/Emails) kennen (es gilt hier die Unschuldsvermutung, er kennt sie also nicht), dürfte er diese Antwort eben nicht geben…aber nun ist es zu spät, denn nun wurden diese Antwort und seine weiteren Antworten veröffentlicht. Es ist raus und zu spät und das Dilemma der deutschen „Qualitätsjournalisten“ und den Chefetagen ist ja nicht erst seit heute bekannt, es geht eben um Zahlen, was spielt die „Realität“ schon für eine Rolle. Beim nächsten Branchentreffen der „Typen aus der Chefetage“ prostet man sich wissend zu, klopft man sich brav auf die Schultern, beweihräuchert heuchlerisch „die geile Branche“ und schert sich weiterhin einen feuchten Kehricht um die paar Worte, die irgendwelche Penner in irgendwelchen Kommentarspalten oder sonstwo absondern. Hauptsache innerhalb der Branche herrscht untereinander „Political Correctness“, also die olle Krähennummer……

    Bei „3“ bin ich echt am Schwanken….“BULLSHIT“?…oder doch eher die Empfehlung an Schuhmann sich mal „seine“ Artikel und Berichte ganz in Ruhe durchzulesen? Nur zur Erinnerung: „………. . Im Gegenteil, der Auftrag unserer Medien ist es, einen Beitrag zu leisten, wirtschaftlichen Sachverstand in der Breite zu fördern.“…ja? Ganz sicher? Und das gilt „in der Breite“ für HB und WW?…wie sieht es denn mit der Verteilung der Themen so aus in HB und WW? Wie viel nicht bezahlte Autowerbung wird da denn mit einer Branche, deren „Verbrenner eigentlich zum Scheitern verdammt sind“, noch gemacht, btw meist auch noch mit den pösen, pösen SUVs und den ganz dicken Karren, die sich, richtig, die „Typen aus der Chefetage“, aber nicht der „kleine Mann“ vor die Hütte stellen können? Und zwar…ta–taaaaaaaaaaa….Verbrenner! yo!

    „4.“….ist also die olle Krähen-Nummer in Kombination mit einer daher geschriebenen Belanglosigkeit….ah, Moment…wenn da nicht die Verniedlichung gewesen wäre, „die Medien“ hat Döpfer laut Schuhmann also „kritisiert“, statt an sie zu „appellieren“….aber jetzt warte mal Kollega….alle beanspruchen doch Qualitätsjournalismus für sich…wer sind denn/dann verdammt noch mal „die Medien“, die sich nicht Qualitätsjournalismus nennen dürfen? Und ein nutzloser und ungerechtfertigter „Appell“ geht also in Ordnung, eine nutzlose und ungerechtfertigte Kritik ist „BULLSHIT“, nur darf Herr Schuhmann „BULLSHIT“ nicht schreiben!?

    Bizz as usual im deutschen Blätterwald, auch schlechte Werbung ist Werbung und Moral ist…yep… BULLSHIT!

  21. Möglicherweise haben die Medienhäuser den Döpfner-Artikel als das verstanden, was er ist: AfD-Propaganda, nicht aber Medienkritik.

  22. Ich beteilige mich sehr selten an den Diskussionen dieser Seite. Aber es überrascht mich sehr, dass ein Medium, das sich kritisch mit Medien auseinandersetzt, es akzeptiert, dass sich hier reihenweise Leute – die sichtlich oft einen persönlichen Medienbezug haben – unter Pseudonym und Kunstnamen äußern. Das ist fast so, als ob Politiker ihren Namen nicht nennen wollten, wenn sie sich öffentlich äußern. Grotesk.

  23. „roter Trash“ ist so durchschaubares ad hominem, das ist bedauerlich phantasielos. Wer sich so klein macht, soll sich nicht wundern, wenn sogar Zwerge auf ihn herabschauen. :-)

  24. Diskursfreudig sind die Herrschaften (es sind wohl nur Herren, wenn ich das richtig lese) der Verlage offensichtlich überhaupt nicht. Wahrscheinlich können sie es auch nicht.
    Und weiter: haben Sie überhaupt eine Meinung? (Meinung, gut wenn man eine hat – das war mal eine kleine Serie in der Titanic).
    Gut, dass Übermedien mal angefragt hat. Die Frage an sich stört hoffentlich den Schlaf der Gemächlichen und Selbstzufriedenen.

  25. @ Laszlo Trankovits:

    „Aber es überrascht mich sehr, dass ein Medium, das sich kritisch mit Medien auseinandersetzt, es akzeptiert, dass sich hier reihenweise Leute – die sichtlich oft einen persönlichen Medienbezug haben – unter Pseudonym und Kunstnamen äußern. Das ist fast so, als ob Politiker ihren Namen nicht nennen wollten, wenn sie sich öffentlich äußern. Grotesk.“

    1. Was sollte eine „Klarnamenpflicht“ bringen? Facebook (und auch manches hier) zeigt doch, dass viele Leute auch unter dem realen Namen auf einem vergleichbaren Niveau agieren wie hier pseudonym. Und wenn man besonders unangenehme Kommentare (und bis zu einem gewissen Grade auch Kommentierende) entfernen möchte, geht das auch so.

    2. Viele der Leute, die sich besonders übel vergaloppieren, lassen deutlich erkennen, dass sie sicherlich keinen „persönlichen Medienbezug“ haben in dem Sinne, dass sie selbst journalistisch arbeiten würden. Dafür sind ihre Beiträge einfach zu schlicht.

    3. Es bedürfte einer Ausweiskontrolle. Denn sonst kann sich jeder ein beliebiges Pseudonym zulegen. Neben anderen negativen Folgen wäre dies für die Betreiber des Forums mit einem erheblichen Aufwand verbunden, dem wie gesagt vermutlich kein größerer Nutzen gegenüberstünde.

    Bereits dies lässt eine „Klarnamenpflicht“ bzw. Ihre Argumentation für eine solche als ziemlich fragwürdig erscheinen.

    Und vor allem – und viertens – ist Ihre „Analogie“ zwischen Politikern und kommentierenden Lesern vollkommen schief.
    Bei der Rezeption Politik hingegen geht es wesentlich auch darum, sich ein Bild über die Person des Politikers zu machen, über seine Ansichten und sein Verhalten. Findet man ihn vertrauenswürdig? Stimmt man mit seiner Agenda überein? Will man ihn wählen?
    All das spielt bei Leserkommentaren hingegen keinerlei Rolle. Niemand muss entscheiden, ob er der Kommentierenden „Erna Müller“ resp. „Binechen7“ vertrauen will oder nicht, ob er sich ihren politischen Ansichten weithin anschließen kann oder nicht, und ob er sie wählen möchte oder nicht.

    Bei Debatten zwischen Lesern geht es stattdessen einfach um Argumente innerhalb einer Sachdiskussion (oder so sollte das jedenfalls sein). Und abgesehen von speziellen Autoritätsargumenten ist es vollkommen irrelevant, wer sie äußert. Es ist völlig belanglos, ob ein Argument von „Erna Müller“ oder „Binchen7“ stammt. Entweder das Argument ist valide oder nicht.

    „Grotesk“ ist daher nicht die Tatsache, dass hier Leute auch unter Pseudonymen diskutieren, sondern grotesk ist Ihre Vergleich einer Anonymität von Politikern mit der Anonymität von „Leser-Kommentatoren“.

    All das hätte Ihnen auch selbst auffallen können. Ohne polemisch wirken oder Ihnen persönlich zu nahe treten zu wollen: Ich verstehe nicht, wieso hier (oder auch anderswo) so viele Leute offenbar nicht bereit sind, auch nur mal kurz kritisch nachzudenken, bevor sie etwas posten.

  26. Sie hätten diese Fragen auch an die Bild Frankfurt + Rhein Main schicken sollen, von wegen Realität wiedergeben:
    – Eschborn: Magistratsmitarbeiter bei vollen Namen genannt und vorgeworfen, ein ekliger Typ zu sein. Vor Gericht: Die beschwerende Person hatte alles erfunden
    – Frankfurt am Main: massenhafte Sexuelle Belästigungen und Nötigungen an Silvester in großen Restaurant in sehr zentraler Innenstadtlage: Bis auf die beiden GeschäftsführerInnen (mittlerweile ist die Dame tot und der Herr steht wegen Mordes der Dame vor Gericht) keine Zeugen. Immerhin hatte es eine große Bitte um Entschuldigung gegeben (wahrscheinlich auf Druck von Diekmann damals noch)

  27. @LLL
    Vielen Dank, dass Sie sich sachlich mit meiner Kritik auseinandergesetzt haben. Ich sehe Ihnen deshalb auch nach, dass Sie mir unterstellen, ich würde nicht ausreichend „kritisch nachdenken“.

    Gibt es wirklich gute Argumente für eine Anonymität im Netz in einer funktionierenden Demokratie? Ich denke, aus Selbstschutzgründen des demokratischen Systems sollte die Option der Anonymität grundsätzlich immer möglich sein. Gilt das aber auch für die Diskussionen eines seriösen Mediums über Medienthemen? Und vor allem: sollte es nicht die klare Aufforderung an die Debattenteilnehmer geben, stets Ross und Reiter, also auch sich selbst klar zu benennen? Gehört das nicht zur Verantwortung des Bürgers?

    Spricht die Möglichkeit des Betrugs dagegen? Warum das denn? Natürlich kann jeder Webseiten-Betreiber mit einfachen Mitteln versuchen, Identitäten zu überprüfen (Aktivierung etc.). Natürlich wird auch Schindluder betrieben – aber das spricht nicht gegen das Prinzip.

    Offensichtlich ist, dass die von uns allen verabscheuten Hasstiraden in großem Maße von nicht identifizierbaren Leuten kommen. Offene Diskussionen sind ein Wesenselement eines demokratischen Gemeinwesens auf vielen Ebenen – richtige Regeln dafür werden nicht falsch, weil sie einige ablehnen, andere missbrauchen.

    Der Aspekt, ob Diskussions-Teilnehmer hier zur Medienwelt gehören oder nicht, ist in der Tat nicht so erheblich. Allerdings sollten wir (Journalisten) dafür eintreten, dass gemäß unseren Regeln und Werten diskutiert wird.

    Die Analogie mit der Politik mag leicht überzeichnet sein. Im Kern hat m.E. sie ihre Berechtigung.

  28. Der liebe Herr Döpfner ist Chef des Medienhauses, das mit der Blö… äh Bild einen Gutteil dazu beigetragen hat, rechte Schreihälse hierzulande wieder salon- oder zumindest talkshowfähig zu machen.

    Die Vermutung liegt nahe, dass das eine oder andere Medienhaus eher geschwiegen oder rumgedruckst hat, statt klar zu sagen, er möge doch bitte erst mal den Balken aus seinem eigenen Auge holen, bevor er sich mit anderer Leute Splitter beschäftigt.

  29. Offensichtlich ist, dass die von uns allen verabscheuten Hasstiraden in großem Maße von nicht identifizierbaren Leuten kommen.

    Nö. Die kommen – siehe beispielsweise Facebook – von durchaus identifizierbaren Leuten.
    Offensichtlich ist hier nur, dass Sie den Beleg für Ihre Behauptung schuldig bleiben.

  30. @28 Werter Herr Trankovits, bzgl. „Spricht die Möglichkeit des Betrugs dagegen? Warum das denn? Natürlich kann jeder Webseiten-Betreiber mit einfachen Mitteln versuchen, Identitäten zu überprüfen (Aktivierung etc.). Natürlich wird auch Schindluder betrieben – aber das spricht nicht gegen das Prinzip.“, halte ich dagegen, dass kein Seitenbetreiber tatsächlich in der Lage ist, die Person eindeutig zu identifizieren, die einen bestimmten Kommentar verfasst hat. Natürlich kann man sogar das Endgerät, von dem aus ein Kommentar verschickt wurde, ausfindig machen, wer aber am Ende einen Kommentar verfasst hat bleibt davon erst einmal unberührt. Stichworte „WG“, oder „Spaßbolzen“ oder „ungesicherte Endgeräte“ etc. Ich finde es auch eher amüsant, dass Sie von den Kommentarschreibern eine eindeutige Identifizierung anregen, Herr Döpfner aber „die Medien“ oder „Teile der Medien“ ins Rennen schickt, hier sollte man m.M.n. den Finger in die Wunde legen und Döpfner, insbesondere wegen seinen diversen Funktionen in der Medienwelt, ein eindeutiges Statement abverlangen. Auch wenn ich mich wiederhole, Döpfners „eigene“ Gelbblätter sind oft genug negativ aufgefallen, teils sogar mit „Artikeln“ die man leicht in Richtung „Hasskommentar“ oder „Hetze“ rücken kann. Wenn Sie als Journalist sich also eher an den „nicht identifizierbaren Leuten“ in den Kommentarspalten der Republik stören. Sollten wir doch bitte erst bei den Medien anfangen, die sind doch die Ursache für die Flut von Kommentaren.
    Dietmar Auerbach (Klarname)

  31. Direkt erstaunlich ist die Reaktion der Verlagschefs nicht. Hält man doch Bild bei jeder Gelegenheit die Stange. Letztes Beispiel war das Video von den Space Frogs und Rezo, in der die Bild runter geputzt wurde. Die Reaktion der „seriösen“ Verlage: Rezo beleidigt deutsches Journalistenthum!
    (grob zusammengefasst) (das „h“ ist Absicht)

    Und Sachse hat sogar mal recht (#7):
    „Die meisten Zeitungen versuchen jetzt verzweifelt, ihre restliche Auflage nur irgendwie ins ruhige Fahrwasser kriegen. Dazu gehört, bloß keine neue Diskussion um Lügenpresse ja/nein zu entfachen.“

    Die Betonung liegt wohl auf „verzweifelt“. Warum sonst sollte man etwa den Dummfug mit dem Leistungsschutzrecht immer noch unterstützen?
    Irgendwie scheinen diese Häuser zu denken: Wenn wir untergehen, dann aber gemeinsam!

    Und Sachse hat aber auch unrecht:
    „Moralisch mag das fragwürdig sein, nach kommerziellen Gesichtspunkten ist es vernünftig.“

    Ganz offensichtlich nicht: Die Auflagen gehen ja dennoch in den Keller.
    Also bleibt nur noch Verzweiflung. Oder Selbstmord aus Angst vor dem Tode.
    Und uns anderen die ÖR oder die BBC…

  32. @ Laszlo Trankovits:

    „Natürlich kann jeder Webseiten-Betreiber mit einfachen Mitteln versuchen, Identitäten zu überprüfen (Aktivierung etc.)“

    Ich weiß nicht, was genau Sie da im Blick haben. Nehmen wir an, ich lege mir eine EMail zu, die auf einen Fantasienamen (ein Pseudonym) hindeutet. Das ist ja einfach. Dann kann ich die zur Aktivierung nutzen und dann unter meinem selbstgewählten Fantasienamen schreiben.
    Nur wenn ich gezwungen bin, irgendwo meinen Personal-Ausweis (oder ein vergleichbares Dokument) vorzuzeigen und der kontrolliert wird, lässt sich das verhindern. Ein solches Verfahren ist aber immer mit Kosten und Aufwand verbunden. Es kostet den Betreiber einer Seite also Zeit und/oder Geld.

    Ich verstehe auch immer noch nicht, wo die Vorteile eines Klarnamenzwanges im Fall von Leserkommentaren sein sollten. Auch verstehe ich nicht, worin eine vermeintliche Analogie zwischen kommentierenden Lesern und politischen Entscheidungsträgern bestehen sollte. Dass ein Politiker, der Verantwortung trägt, seine die Öffentlichkeit tangierenden Entscheidungen zwecks Kontrolle und demokratischer Evaluierung namentlich fällen sollte, versteht sich von selbst; zur Situation eines kommentierenden Lesers hingegen scheint mir nicht einmal eine oberflächliche Ähnlichkeit zu bestehen.

    Nochmals:

    1. Leserkommentare können auch mit Klarnamenzwang niveaulos und sehr grenzwertig sein, wie zum Beispiel Facebook zeigt (andere haben darauf ebenfalls hingewiesen).
    2. Die Moderation lässt viele grenzwertige Kommentare zu. Soll keine Kritik an der Moderation sein, es gibt ja vernünftige Argumente für diese Großzügigkeit – aber wieso sollte man versuchen, Kommentare durch eine Klarnamenspflicht zu verhindern, wenn man eh bereit ist, sie zu tolerieren? Der logische Weg wäre doch erst mal, solche Kommentare zu unterbinden, wenn man das denn will. Und falls das so nicht klappt und falls man meint, dies nur mithilfe einer Real-Namenspflicht hinzukriegen, dann könnte man das versuchen. Alles andere würde bedeuten, aufwendige und problematische Maßnahmen für ein Ziel zu ergreifen, das man noch nicht einmal anstrebt.
    3. Unannehmbare Kommentare können auch ohne Klarnamenzwang gelöscht werden. Entsprechende Kommentierende können in einem gewissen Rahmen auch so abgewehrt werden.
    4. Eine Klarnamenspflicht mit effektiver Kontrolle könnte auch negative Folgen haben (sehr wahrscheinlich weniger Beteiligung auch von niveauvollen Teilnehmern) und wäre so oder so mit Aufwand für die Seitenbetreiber verbunden.
    5. Politiker treffen wichtige Entscheidungen für die Öffentlichkeit, weshalb diese Entscheidungen ihnen namentlich zugeordnet werden können sollten; kommentierende Leser treffen jedoch keine wichtigen Entscheidungen (oder jedenfalls nicht durch ihr Kommentieren hier) und werden hier im Forum auch nicht auf wichtige Posten gewählt.
    6. Die Validität eines Argumentes hängt (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht im Geringsten von der Person ab, die das Argument äußert. Wieso sollte es mich (oder wen auch immer) also interessieren, ob „Lieschen Müller“ ihr Argument unter ihrem Klarnamen „Lieschen Müller“ oder unter dem Pseudonym „Lieselotte“ vorträgt? Argumentationstheoretisch ist das vollkommen belanglos.
    Und ich kenne Lieschen Mülller nicht, ich interessiere mich auch nicht für sie, und wenn doch, dann höchstens für ihre Online-Identität, die ich aus anderen Diskussionen kenne. Wem nützt es irgendetwas, wenn er weiß, dass „Lieselotte“ im echten Leben „Lieschen Müller“ heißt?
    (Und wenn Lieschen Müller pöbelt, kann man ihren Beitrag wie gesagt so oder so löschen.)
    Und wieso sollte es zur Verantwortung von Lieschen Müller oder wem auch immer gehören, ihren realen Namen mit Personalausweis verifizieren zu lassen, um unter einem Übermedien-Artikel etwas wie „der Beitrag hat mir gut gefallen“ zu schreiben? Oder auch zu begründen, wieso er ihr gut gefallen hat?

    @ Dietmar Auerbach:

    Und dann gibt es dynamische IPs und anders. Und eine Standard- IP allein reicht einem Seitenbetreiber noch nicht einmal, um zu prüfen, wie derjenige heißt, von dessen Anschluss aus auf die eigene Seite zugegriffen wurde.

  33. Mal zur Sache: Der Verbandspräsident unterstellt in einem Artikel einem relevanten Teil der Verbandsmitglieder schlechte Arbeit (nach Springer-Maßstab?) und kein gewichtiges Mitglied hat den Mumm zu sagen, dass so etwas nicht geht. Der einzige Lichtblick ist die Andeutung, dass einer Redebedarf haben könnte…
    Und das hat Döpfner nicht mal zum erszen Mal getan?

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