Wenn die Verachtung von der Leine gelassen wird

Seitdem bekannt wurde, dass ein „Spiegel“-Redakteur jahrelang betrogen hat, ist die Welt um einen dummen Vergleich, naja: reicher – den Relotius-Vergleich. Der wird jetzt ständig zum Schlechtesten gegeben, und in seiner bisher bösartigsten Form findet er sich nun im Wutschnaubmagazin achgut.com.

Relotius, so hieß der Redakteur, der beim „Spiegel“ Reportagen fälschte und Charaktere erfand, wie es ihm passte. Noch immer ist nicht geklärt, wieso genau er das tat, sicher aber ist: Claas Relotius hat lange Zeit systematisch betrogen, gelogen, getäuscht. In seiner Dimension ist dieser Fall einmalig in der jüngeren Mediengeschichte – doch wann immer Journalisten nun ein Fehler passiert, und sei er noch so klein oder anders gelagert, schreit irgendwer:

Ha, das ist also der neue Relotius!

In 100 Prozent der Vergleiche war das bisher falsch; auch bei jenem Autor, von dem neulich publik wurde, er habe einen Text mit einer erfundenen Figur beim „SZ-Magazin“ eingereicht. Das ist unlauter und dumm, und die Redaktion hat sich von diesem Autor gleich getrennt. Aber dass es ein systematischer langjähriger Betrug war wie bei Relotius, darüber ist bisher nichts bekannt.*

Bernhard Lassahn stört das allerdings nicht. Er meint trotzdem, dass nun auch die „Süddeutsche Zeitung“ einen Relotius habe, einen „Nachrichten-Fälscher“. Und, Achtung: nicht nur einen!

„Ich kann noch einen nennen, der sich Personen ausgedacht hat, die es nicht gibt. Die hat er dann in besonders schäbige Lumpen aus der Mottenkiste seiner Vorurteile gekleidet. Ich meine Heribert Prantl.“

Prantl, viele Jahre Innenpolitik-Chef der „Süddeutschen“, der zum 1. März seine Ämter als Ressortleiter und Mitglied der Chefredaktion abgegeben hat, sei „der wahre Relotius der ‚Süddeutschen‘“, schreibt Lassahn, und das zeige sich „besonders deutlich in seinem letzten Video“. Denn: „Da sieht man es. Da hört man es: Er verachtet die Wahrheit und verachtet die Menschen.“

Im Wutschnaubmagazin: Lassahn über Prantl Screenshot: achgut.com

Als Beleg für seine steile These, Prantl sei ein Relotius und ein Wahrheits- und Menschenverächter, dient Lassahn fast ausschließlich dieses Video, das er versucht, über mehr als 24.000 Zeichen hinweg zu zerfetzen.

Viel mehr braucht er nicht für seinen pauschalen, böswilligen, falschen Vergleich. Gut, ein beiläufiger Verweis, dass Prantl ja schon einmal etwas erfunden habe, darf nicht fehlen – um Prantl „Wiederholungstäter“ zu nennen.

Väter, die protzen: „viele jedenfalls tun es, manche tun es“

In der aktuellen „Videokolumne“ spricht Prantl darüber, wie „der Staat säumige Väter entwischen lässt“, und zwar solche, die keinen Unterhalt zahlen:

„Jeder zweite getrennt lebende Vater zahlt nichts für sein Kind. Keinen Cent, keinen Euro, keinen Knopf an Unterhalt.“

So beginnt Prantls Video. Er belegt das nicht, aber verschiedene Studien zeigen das, und es ist hier auch weniger das Problem. Lassahn türmt seine ganze als Argumentation getarnte Wut vor allem auf das, was Prantl anschließend sagt:

„Sie protzen auch noch damit. Viele jedenfalls tun es, manche tun es. Sie protzen auch noch damit. Dass sie nichts zahlen. Sie empfinden das als gelungene Rache an der Mutter, und sie feixen über die Tricks, mit denen es ihnen gelingt, sich arm zu rechnen und sich der Unterhaltspflicht entziehen.“

Lassahn findet, Prantl dichte damit einer von ihm „gebildeten“ Gruppe, die der getrennt lebenden Väter, die nicht zahlen wollen, „weitere gemeinsame Eigenschaften und weitere gemeinsame Verhaltensweise an“, also dass sie protzen und feixen – und da, meint Lassahn, beginne „die Täuschung“. Deswegen nennt er es auch, hochdramatisch und ohne Ironie: „Prantls große Lüge“.

In der Welt von Herrn Lassahn gibt es sowas nämlich nicht: Väter, die ihren Kindern und der Ex nicht das Geld überweisen, das ihnen zusteht, und sich dafür auch noch rühmen. „Prantl redet über einen Personenkreis, den es gar nicht gibt“, schreibt Lassahn. Er meint das wirklich: „Es gibt keine Männer, die damit protzen, dass sie sich der Unterhaltspflicht entziehen. Nicht einen. Relotius hat sich das Anschauungsmaterial ausgedacht, Prantl auch.“

Gut, „einen“ gibt es wohl doch. Der habe geprotzt, als er „einst“ in einer Talkshow saß, und nur den könne Prantl wohl meinen, spekuliert Lassahn. Aber ist auch egal, denn: „Es ist nur einer – und der zählt nicht.“ Außerdem sei der Talkshow-Sitzer bloß ein „Maulheld“ gewesen, kein echter Preller. Denn die gibt es ja nicht, nicht in Medien, nicht in Lassahns Realität.

Lassahn: „Männer sind Retter und Beschützer der Kinder“

In der Welt von Herrn Lassahn existieren stattdessen traurige Vaterfiguren, die schlecht behandelt und denen die Kinder weggenommen werden. Sie sind arm und arm dran, und Boykott von Unterhaltszahlungen sei sowieso „nicht möglich“. Lassahn hat da auch ein „Beispiel aus dem wirklichen Leben“, selbst gehört, und er „könnte auch auf Literatur zu dem Thema hinweisen und Zahlen auftreiben“, aber, pfff – Prantl vorwerfen, keine Belege zu liefern, und es dann selbst nicht tun.

Dafür hat Lassahn noch etwas Schwulst vorrätig: „Männer sind Retter und Beschützer der Kinder“, und wie Prantl sie karikiere, „sind Väter nicht“, schreibt Lassahn. Er finde diese Art Väter „weder irgendwo repräsentiert“, noch „in meinem engeren und weiteren Bekanntenkreis“, der – das muss man natürlich erwähnen: „ziemlich weit reicht und international verzweigt ist“!

Lassahn reibt sich ewig lang an an einer Stelle in Prantls Text, die man in der Tat kurz kritisieren kann. Prantl beginnt damit, von 50 Prozent der deutschen Männer zu sprechen, von jedem Zweiten, der nicht zahle. „Sie“ würden protzen und feixen, sagt er, und schränkt es dann noch ein: „viele jedenfalls tun es, manche tun es“, was natürlich schwammig ist. Alle? Viele? Manche? Zumal Prantl später noch mal sagt, es sei „Tatsache, dass viele Väter schlichtweg nicht zahlen wollen“. Viele?

Alle sicher nicht. Aber dass es sie gibt – wer würde es bezweifeln? Bernhard Lassahn. Für ihn existieren nicht mal „manche“, und weil sowieso alles Faktische egal ist, unterstellt er Prantl irgendwann sogar, er spreche pauschal von allen Vätern, und unterschlägt obendrein, dass Prantl erwähnt, es gebe natürlich Väter, die nicht zahlen können, etwa weil sie arbeitslos sind.

Stattdessen spottet Lassahn lieber:

„Alarm: Frauen und Kinder sind bedroht – und keiner kümmert sich darum.“

Oder:

„Oh, weh! Da dachte ich gerade noch, dass die ansonsten gesunde Bevölkerung in Bayern durch Feinstaub dahingerafft wird, nun muss ich erfahren, dass es feixende Unterhaltspreller sind, die Frauen und Kinder an den Rand ihrer Existenz bringen.“

Lassahn, der Kinderbuchautor ist, spottet auf Kosten von Kindern und Müttern, die sehen müssen, wo sie bleiben. Die nicht selten in Armut enden, weil ihnen etwas fehlt: Unterhalt. Auf deren Rücken schreibt Lassahn diesen Text, mit Sprüchen aus einer Welt, in der es auch keine Probleme mit dem Klima gibt und Hertie um 18:30 Uhr schließt. Es ist die Welt von Bernhard Lassahn, der unter anderem „Käpt’n Blaubär“ mitentwickelte, den Lügenkapitän.

Dieser Kinderbuch- und Roman-Autor, selbst auch Vater, schreibt nun regelmäßig auch für rechte Wutportale, er richtete sich außerdem beim Kongress des rechtsradikalen Magazins „Compact“ gegen gleichgeschlechtliche Liebe und schreibt Bücher mit Titeln wie: „Der Krieg gegen den Mann“.

Relotius, Hitler, DDR – drunter geht es längst nicht mehr.

Man könnte über manches lächeln: über den irren Prantl-Text, über die Exkurse über Männlichkeit, über Lassahns Kampf für arme Männer, die nichts Böses tun – wenn das alles nicht auch so ärgerlich wäre und so gefährlich, denn auch dieser Text wird seine Leser finden, und er ist insofern exemplarisch, weil er in seiner blinden Wut anderen Beiträgen auf diesen Portalen ähnelt, von achgut.com (dem Stammhaus des „Welt“-Autors Henryk M. Broder) bis „Tichys Einblick“.

Jeder Fehler, und sei er noch so klein, wird aufgebauscht, und kein Vergleich ist dafür groß genug. Relotius, Hitler, DDR – drunter geht es längst nicht mehr. Garniert wird alles mit einem Hassgeschrei, das in den angesprochenen Kreisen gut ankommt. Lassahn muss irgendwo hin mit all seiner Verachtung gegenüber „so genannten Qualitäts-Medien, die sich für etwas Besseres halten“, weshalb also nicht den Schaum vorm Mund ins Internet tropfen.

Über Prantl und Relotius schreibt er:

„Beide lügen wider besseres Wissen, beide tun es vorsätzlich, oder wie der Schwabe sagt: mit Fleiß. Beide sind ‚böse Menschen, die Schlechtes tun‘. Das sind heftige Worte. Sie stammen von Max Goldt und beziehen sich auf Journalisten, die für die ‚Bild‘ arbeiten. Das taten Relotius und Prantl nicht. Gilt das dennoch für sie?“

Die Antwort lautet – natürlich: „Ja.“ Und:

„Sie waren keine durchschnittlichen Mitläufer, sie stürmten voran. Sie sind nicht entschuldigt. Man sollte ihnen nicht verzeihen, denn sie wussten sehr wohl, was sie taten. Beide waren Wiederholungstäter.“

Und:

„Aus dem gehobenen Journalismus ist ein abgehobener Journalismus geworden, aus der Wirklichkeits-Verweigerung wurde Wirklichkeits-Verachtung. So kam das Böse in die Presse, so entstand die Menschenfeindlichkeit; denn in der flächendeckenden Verachtung der Wirklichkeit ist die Verachtung des Menschen enthalten, sie ist sozusagen im Preis inbegriffen.“

Ist das nicht irre? Wirklichkeits-Verachtung! Menschenfeindlichkeit! Das Böse! Hitler wohnt hier wirklich um die Ecke, er ist nicht mehr weit. „Wenn die Verachtung von der Leine gelassen wird und die Lust an der Denunziation dazukommt, dann entstehen solche Texte“, schreibt Lassahn. Er meint die von Prantl und Relotius, aber im Grunde beschreibt er seinen eigenen Text.

Man kann Prantl ja kritisieren: seine pastorale Art zu kolumnieren, die Formulierung im aktuellen Video, seine Thesen und Schlüsse, die er zieht. Doch an einer ernsthaften Diskussion, die abwägt und nicht ins Gegenteil verkehrt, sind Leute wie Lassahn nicht interessiert. Nur an Krawall und Spaltung. Und Leute wie Broder oder Tichy geben diesen Autoren eine Plattform.


*) Nachtrag, 21:04 Uhr. „Meedia“ berichtet über weitere Unstimmigkeiten in Texten des erwähnten Autors. Inzwischen geht es nicht nur um den einen Text beim „SZ-Magazin“. Die „Zeit“ hat sich gestern ebenfalls von dem Autor getrennt, wie sie in ihrem „Transparenz-Blog“ schreibt.

26 Kommentare

  1. „Und Leute wie Broder oder Tichy geben diesen Autoren eine Plattform.“
    Und das ist auch gut so. Denn andere Leute, millionenschwere Verleger, geben Leuten wie Prantl eine Plattform. Auch das ist gut so.
    Für manche Menschen in Deutschland ist Heribert Prantl ein rotes bzw. rotgrünes Tuch. Viele verehren ihn und halten ihn für den bayerischen Großvater von Greta Thunberg.
    Irre Prantl-Texte provozieren irre Lassahn-Texte. Aber wer „Käpt’n Blaubär“ mitentwickelt hat, verdient Nachsicht, wenn er angesichts des Prantl ausflippt.

  2. »Mit Barbaren konnte man einfach nicht vernünftig diskutieren.«
    (Käpt’n Blaubär)

    Ich wusste gar nicht, dass Achgut-Autoren an Käpt’n Blaubär mitgestrickt haben. Für mein Seelenheil nehme ich jetzt einfach mal an, der Satz da oben stammt von Walter Moers.

  3. „Doch an einer ernsthaften Diskussion, die abwägt und nicht ins Gegenteil verkehrt, sind Leute wie Lassahn nicht interessiert. Nur an Krawall und Spaltung. Und Leute wie Broder oder Tichy geben diesen Autoren eine Plattform.“

    Das klingt, als gäbe es ein Missverhältnis zwischen Tichy und Broder auf der einen und dem Lassahn auf der anderen Seite, also ob in den Blogs der Erstgenannten eigentlich solcherlei krawalligen oder spaltenden Texte nicht zum üblichen Niveau gehören sollten. Das kann unmöglich gemeint sein.

  4. Bernhard Lassahn ist einer dieser wütenden alten weißen Männer, die sich furchtbar diskriminiert fühlen: Weil ihre Privilegien seit einer Weile zaghaft in Frage gestellt werden, weil sie nicht mehr ohne Gegenwehr auf Minderheiten rumhacken dürfen, weil Frauen gleiche Rechte haben wollen. Eigentlich traurig bis lächerlich, wenn er nicht mit seinen Texten solche Hetze betreiben würde.

  5. „Nur an Krawall und Spaltung.“

    Genau Krawall und Spaltung hatte Prantl in seinem Beitrag anzubieten. Nun können wir uns darüber wundern, dass er Sturm erntet nachdem er Wind gesät hat.

    Von den Beiträgen von Prantl und Lassahn vermisse ich noch den Hinweis darauf, dass Prantl Dr. Iur. ist, ehemaliger Anwalt, Staatsanwalt und Richter. Er müsste sich eigentlich in Jura und Justiz gut auskennen.

    Dennoch behauptete er, es blieben Kinder ohne Unterhalt, weil die Väter Unterhalt an Ehefrauen und Ex-Ehefrauen leisten müssen. Dies ist schlicht falsch. Kindesunterhalt hat immer Vorrang, so wird im § 1609 BGB bestimmt. Man kann zu Recht sagen, dass KEIN Kind ohne Unterhalt bleibt, weil der Vater Unterhalt an irgendwelchen Frauen schuldet. Sowas gibt es nicht.

    Zudem gibt es die Kriminalstatistik sowie Statistiken über die Rechtspflege. Jedes Jahr wird eine niedrige vierstellige Menge an „Unterhaltsprellern“ wegen Unterhaltspflichtsverletzung (§ 170 StGB) verurteilt.

    Auch diese Information ist einem renommierten Juristen wie Prantl leicht auffindbar.

    Dennoch behauptet er, Unterhaltspflichtsverletzung sei „eigentlich“ strafbar aber niemand kümmere sich darum, auch die Staatsanwaltschaft nicht. Dies ist schlicht falsch.

    Das alles hat er bestimmt gewusst denn so blöd kann ja wohl ein Edelfeder wie Prantl nicht sein?

    Eine gute Kolumne zu der Wahrheit zur „Unterhaltsprellerei“ hat neulich Thomas Fischer im SPON veröffentlicht.

  6. Dass jetzt jeder seinen eigenen Relotius aufstöbern und an den Pranger stellen will, finde ich schon im Falle D.G. bedenklich, auch die „weiteren Unstimmigkeiten“ waren bislang ja doch eher nur Verdichtungen, wie sie praktisch jeder Journalist betreibt, der keine Protokolle, sondern Reportagen schreibt.

  7. Danke für Herrn Rosenkranz Durchhaltevermögen, dass er sich mit einem Beitrag dieses „Mediums“ achgut auseinandergesetzt hat. Ich hab diesen hahnebüchenen Unsinn schon nach dem ersten Zitat nicht mehr ausgehalten.

  8. Sorry, aber ich habe noch keinen Artikel von der Achse gelesen, bei dem keine Verachtung von der Leine gelassen wird. Das gesamte „Medium“ steht für mich für Verachtung und Verklärung.

    Der hier aufgeführte Diskussionsgegenstand steht stellvertretend für alle Artikel auf der Achse.

    Cicero zum Beispiel lese ich gerne, um die andere Seite zu verstehen. Damit kann man arbeiten und auch vernünftig argumentieren, aber wenn ich die Achse (& zum Teil auch Don Alphonso und Tichy) lese, dann habe ich jedes Mal die Menschenfeinde vor Augen. Mit denen werde ich nicht diskutieren, Hass ist keine Meinung.

  9. @“auch die „weiteren Unstimmigkeiten“ waren bislang ja doch eher nur Verdichtungen, wie sie praktisch jeder Journalist betreibt, der keine Protokolle, sondern Reportagen schreibt.“

    Verdichtungen? Da hat sich jemand verdichtet :) ?
    Sie sollten nochmal nachlesen, was eine Reportage sein soll laut Definition, bevor sie hier „praktisch jeden Journalisten“ verdächtigen.

  10. Das Schlimme ist, dass die zahlreichen Relotiusse, die erst jetzt sukzessive entlarvt werden, schon vor ihrer Enttarnung einen weitreichenden Einfluss entwickelt haben, dass sie sogar die Gesetzgebung beeinflussen.
    Ohne Not wurde schon in 2017 eine Änderung des Unterhaltsvorachussgesetzes wirksam, der den Anspruch auf staatlichen Unterhaltsvorschuss über das zwölfte Lebensjahr nun bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ausdehnt. Die immensen Kosten, die allein die Umsetzung von Gesetzesänderungen zu Lasten des Steuerzahlers, sind verbrannte Gelder. Denn da es keine säumigen Unterhaltszahler gibt, schon gar keine männlichen, braucht kein Mensch diese Gesetztesänderung. Aber irgendwer muss ja der Bundesregierung suggeriert haben, dass dieser vermeintliche Bedarf tatsächlich bestünde.
    Relotiusse!
    Wer weiß, was sie noch alles angerichtet haben.
    Deswegen, lieber Herr Rosenkranz, sollten Sie sich aufrechten Leuten, die engagiert herangehen, um Relotiusse zu enttarnen, nicht derart kontraproduktiv entgegenstellen. Was wollen Sie denn damit erreichen.
    Stellen Sie sich nur mal vor, die Einhaltung des Mindestlohngesetzes würde straffer kontrolliert werden, nur weil irgendwelche Relotiusse behaupten, in Deutschland gebe es Firmen, die gegen das Gesetz verstoßen?

  11. @13 Außer Relotii (simpler lateinischer Genitiv) gefällt mir der Rest Ihrer Pluralvarianten so gut, dass ich mich gar nicht entscheiden kann.

  12. @ JUB, 14:

    Ohne „klugscheißen“ zu wollen:
    Innerhalb der in diesem Fall naheliegenden lateinischen o-Deklination ist „Relotii“ nicht nur Genetiv Singular, sondern auch Nominativ Plural.

  13. “ wenn ich die Achse (& zum Teil auch Don Alphonso und Tichy) lese, dann habe ich jedes Mal die Menschenfeinde vor Augen“
    Die Menschenfeindlichkeit liegt hier im Auge des Betrachters.
    Der Vorwurf ‚Menschenfeinde‘ ist mindestens so unangemessen wie der Versuch, den abgedankten Moralschwafler Prantl auch noch zum ‚Relotius‘ zu erklären. Auf der Achse wird durchaus geholzt, aber sogar dort gibt es Autoren, die nie auf Andersdenkende draufhauen und schon gar keine ‚Menschenfeinde‘ sind.
    Ein schönes Gegenbeispiel ist Manfred Haferburg.

  14. Was Prantl abgelassen hat ist nun wirklich übelste Art. Er ist auf die „Unterhaltsdrückeberger“-Welle aufgesprungen, die Ende Februar durch Land rollte.
    Einen eigenen Beitrag enthält sein Kommentar nicht, nur die übliche Anklage. Warmlaufen für den Frauentag.

    Fischer hat im SPIEGEL neulich die Zahlen ausgebreitet.
    Jeder kann diese Evidenz mit dem Prantl-Gesülze vergleichen (Leseempfehlung!).

    Natürlich, als Antidot gegen Prantl taugt der Lassahn-Text nicht. Er trägt zur Sache so viel bei wie Prantl, das ist nur eine langatmige Unmutsbekundung.
    Aber schlimmer als Prantl ist Lassahn nicht, genaugenommen nur die andere Seite der Prantl-Medaille.

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/unterhalt-wird-nicht-gezahlt-explosion-der-vaeterkriminalitaet-a-1255639.html

  15. @19
    Mit „simpler lateinischer Genitiv“ habe ich nicht die Einzahl gemeint, sondern das dieses Angebot von den diversen Pluralvarianten relativ fantasielos ist, währen die anderen Varianten (zumindest für mich) sehr originell sind.

  16. #23 Jub 68:

    Sie haben also mit „simpler lateinischer Genitiv“ nicht etwa kurz vergessen, dass es eben doch auch ein Plural ist wie die anderen Beispiele, sondern sich was sehr Schlaues dabei gedacht, nämlich dass es fantasielos sei, weil es ein Genitiv sei. So so :-) Verzeihung, aber das kurze OT konnte ich mir wirklich nicht verkneifen..

Einen Kommentar schreiben

Mit dem Absenden stimmen Sie zu, dass Ihre Angaben gemäß unseren Datenschutzhinweisen gespeichert werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.