„Lügenpresse“ verbreitet AfD-Version der Attacke auf Bremer AfD-Chef

Die „Bild“-Zeitung wusste sofort, was passiert ist. Der Bremer AfD-Vorsitzende Frank Magnitz

war auf dem Heimweg vom Neujahrsempfang des „Weser-Kurier“, als ihn drei Vermummte mit einem Kantholz erst bewusstlos schlugen und ihm anschließend am Boden liegend gegen den Kopf traten. Ein Bauarbeiter sei laut Polizei eingeschritten und konnte den Angriff abwehren.

So stand es am Dienstag auf der Titelseite des Blattes. Ein schnörkelloser Indikativ, als wäre schon zweifelsfrei geklärt, wie der Überfall abgelaufen ist. Und für ein Detail war die Polizei als vertrauenswürdige Quelle angegeben.

Doch die Quelle für die Darstellung von „Bild“ kann nicht die Polizei gewesen sein, sondern nur die AfD. Sie hatte am Montagabend eine Pressemitteilung mit all diesen Einzelheiten veröffentlicht.

Die Polizei äußerte sich viel zurückhaltender. Sie sprach am nächsten Morgen von einem „unbekannten Gegenstand“, mit dem die Täter Magnitz gegen den Kopf geschlagen hätten. Vom mutigen Einschreiten eines Bauarbeiters war hier nicht die Rede; zwei Arbeiter hätten das Opfer am Boden liegend entdeckt und einen Rettungswagen gerufen.

Am Dienstagabend widersprachen Polizei und Staatsanwaltschaft ausdrücklich der Darstellung der AfD. Die Aufnahmen von Überwachungskameras würden zeigen, dass Magnitz von einem von drei Männern von hinten angesprungen worden sei, daraufhin stürzte und mit dem Kopf auf dem Pflaster aufschlug. Inzwischen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Verletzungen allein dem Sturz geschuldet sind. Die Männer seien sofort weggerannt. Sie ermittelt deshalb nicht mehr wegen versuchter Tötung, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung.

Auf Nachfrage, wie sie zu ihrer irreführenden Darstellung auf Seite 1 kam, teilt die „Bild“-Zeitung mit, in den Artikel sei eine Meldung des „Weser-Kurier“ vom späten Montagabend „eingeflossen, die die Verwendung eines Kantholzes im Zusammenhang mit dem Polizeibericht thematisiert und somit zu diesem späten Zeitpunkt der aktuellen Meldungslage entsprach“. Der „Bild“-Artikel selbst nannte diese angebliche Quelle nicht.


Anders als die „Bild“-Zeitung haben sich die Nachrichtenagentur dpa und ihr Landesdienst Niedersachsen die AfD-Behauptungen nicht zu eigen gemacht. Ihre erste Meldung vom Dienstag um 20:37 Uhr berichtete unter Berufung auf die Polizei, Magnitz sei „von mehreren Personen angegriffen und verletzt worden“. Am späteren Abend ergänzte sie eine Stellungnahme der Partei:

Nach Angaben der Bremer AfD wurde Magnitz von drei Vermummten attackiert. Er liege nun mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Die Polizei nannte keine Details zum Angriff.

Am nächsten Vormittag um 9:26 Uhr referierte dpa zum ersten Mal die Behauptungen der AfD über den Hergang der Tat – klar als solche gekennzeichnet:

Nach Angaben der Bremer AfD wurde Magnitz von drei Vermummten attackiert. Sie hätten Magnitz mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen und vor den Kopf getreten, als er auf dem Boden gelegen habe.

Am Dienstagnachmittag meldet der dpa-Landesdienst Südwest im Zusammenhang mit einer Reaktion des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann einmal im Indikativ: „Die bislang unbekannten Täter hatten [Magnitz] mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen“, korrigiert das aber eine Stunde später und stellt klar, dass diese Aussage von der AfD Bremem und nicht von der Polizei stammt.


Obwohl die Geschichte mit dem Kantholz und den Tritten in dieser Form nur auf Aussagen der AfD beruhte, wurde sie von Journalisten übernommen, nicht nur in „Bild“. Selbst am Mittwoch fand sie sich noch als Tatsachenbehauptung in Berichten und Kommentaren verschiedener Zeitungen.

Die „Berliner Zeitung“ schrieb an diesem Tag:

So oder so ist der Angriff mit einem Kantholz auf den Abgeordneten unerträglich. Es ist kaum auszudenken, was hätte passieren können, wenn zufällig anwesende Handwerker nicht die Täter von weiteren Tritten und Schlägen gegen Magnitz abgehalten hätten.

In einer Meldung auf Seite 1 der „Süddeutschen Zeitung“ hieß es:

Die Täter schlugen Magnitz mit einem Kantholz bewusstlos und traten auf ihn ein, als er am Boden lag.

Die „Welt“ schrieb ebenfalls auf Seite 1:

Der 66-jährige Bundestagsabgeordnete wurde mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen und an den Kopf getreten.

Die „Mitteldeutsche Zeitung“ titelte:

Knüppelhiebe auf einen AfD-Mann

Die „Braunschweiger Zeitung“ kommentierte:

Die Feiglinge, die ihm auflauerten und Magnitz mit einem Kantholz schwer verletzten, (…).

Die „FAZ“ berichtete am Mittwoch groß im Blatt unter der Überschrift „Mit Kanzholz und Kapuze“.

Mit Kantholz und Kapuze
Ausriss: FAZ

Der Artikel erschien mit dieser Überschrift auch online. Später ergänzte die Redaktion ihn um die neuen Erkenntnisse der Polizei, dass sie „nicht mehr von der Verwendung eines Gegenstandes“ ausgehe. Die Überschrift lautet nun: „Angriff von hinten“. Sie machte die Änderungen am Artikel aber nicht transparent.

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ übernahm in einem Kommentar die Interpretation der AfD, es habe sich um einen „Mordversuch“ gehandelt – obwohl der danebenstehende Bericht erwähnte, dass nur noch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt werde.


Die AfD hat sofort versucht, den Angriff auf den Bundestagsabgeordneten politisch zu nutzen. Die Bundessprecher Jörg Meuthen und Alexander Gauland gaben am Mittwochmorgen eine Pressemitteilung heraus, in der sie behaupteten, der „Mordversuch“ sei „das Ergebnis der andauernden Hetze von Politikern und Medien gegen uns, die jetzt in Bremen offenbar von Linksterroristen in die Tat umgesetzt wurde“.

Frank Überall, der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, hielt der AfD vor, sie hätte „mit ihren Äußerungen besser gewartet, bis klare Informationen über die Tat vorliegen“. Er kritisierte auch, dass die Partei voreilig von einem versuchten Mord gesprochen habe. Dass einige Medien die Äußerungen der AfD behandelt haben, als stellten sie eindeutige Informationen über die Tat dar, und auch die Formulierung vom versuchten Mord übernahmen, thematisierte Überall nicht.


Obwohl viele Medien die offenbar irreführende und übertriebene Beschreibung der AfD übernahmen, empörten sich AfD-Leute über sie. Der Bundestagsabgeordnete Petr Bystron twitterte zahlreiche Journalisten an, die vor drei Jahren über die Attacke auf die Kölner Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker berichtet hatten und fragte sie: „Warum schweigen sie zu #Magnitz?“

Warum einzelne Journalisten, die damals in irgendeiner Form über den Angriff berichtet hatten, nun unmittelbar nach einem anderen, noch weitgehend ungeklärten Angriff auf einen anderen Politiker persönlich wieder berichten müssen, ließ er offen, sprach aber von „Doppelmoral“.

Er teilte den Tweet der extrem rechten britischen Kolumnistin Katie Hopkins, die sich über die Formulierung „knocked unconscious“ (bewusstlos geschlagen) in einem Bericht der Deutschen Welle störte (der auch behauptete, ein Stück Holz sei als Tatwaffe zum Einsatz gekommen). Sie fügte hinzu:

Lügenpresse. Protecting the left. Protecting the narrative. They are complicit in his near death.

(Lügenpresse. Die Linke schützen. Das Narrativ schützen. Sie sind Mitschuld an seinem Beinahe-Tod.)

Das rechtsradikale Magazin „Compact“, das sich als Brückenbauer zwischen AfD, Identitärer Bewegung und Pegida versteht, behauptete in seinem Newsletter: „Medien wollen Mordanschlag auf AfD-Bundestagsabgeordneten vertuschen“.


Wie lässt sich erklären, dass Journalisten in einem solchen Maß die Darstellung der AfD übernehmen, so dass deren zunächst unbestätigte und inzwischen weitgehend dementierte Version des Überfalls auf Magnitz die Grundlage für die öffentliche Debatte wird? Ist das angesichts des gespannten Verhältnisses zwischen den etablierten Medien und der Partei – und angesichts der von der AfD unterstellten fortwährenden unfairen Behandlung – nicht überraschend?

Man kann natürlich versuchen, diese fehlende Distanz politisch zu erklären: Dass die entsprechenden Medien sich gar nicht erst dem Vorwurf aussetzen wollten, eine solche Gewalttat gegen AfD kleinzureden und das entsprechend überkompensierten. Ich würde vermuten, dass es viel einfacher ist: Es ist die alltägliche Unsauberkeit beim Arbeiten.

Es sind Fehler, die beim Versuch passieren, trotz unübersichtlicher Lage sofort zu beschreiben, was sich ereignet hat. Das Kantholz als angebliche Tatwaffe kam durch die Schilderung des Opfers in die Welt. Magnitz hat zwar selbst keine Erinnerungen an die Tat. Nach seiner Darstellung haben es aber die Bauarbeiter ein Kantholz erwähnt, die ihn fanden und die Polizei alarmierten. Die Staatsanwaltschaft betonte heute aber, sie hätten mit dem Rücken zum Tatort gestanden und die Tat nicht gesehen.

Eine schnelle konkrete Schilderung mit griffigen Details wie dem „Kantholz“ ist als Material für Journalisten verführerisch – Konjunktiv-Formulierungen mit Quellenangabe hingegen sind lästig. Diese Ungenauigkeiten und Fehler sind ärgerlich. Und es macht sie nicht weniger ärgerlich, dass sie im Eifer des Gefechts immer wieder passieren. Aber sie müssen nicht in irgendeiner Weise politisch motiviert sein. Nicht, um der AfD zu schaden, wie ihre Anhänger sonst immer wieder unterstellen. Und nicht, wie in diesem Fall, um den ohnehin schlimmen Angriff auf den AfD-Politiker bewusst noch schlimmer erscheinen zu lassen.

Es geht hier nicht um die viel diskutierte journalistische „Haltung“. Es geht um journalistisches Handwerk, um Genauigkeit.

Nachtrag, 11. Januar. Die Polizei Bremen hat die Aufnahmen der Überwachungskameras veröffentlicht.

84 Kommentare

  1. Kantholz hin oder her, der Mann ist schwer verletzt worden.
    Das ist das eigentliche Faktum.
    Das so etwas politisch benutzt wird, ist übrigens auch kein Privileg der AfD.
    Das kann man nun wirklich bei allen Parteien beobachten, die alle möglichen Ereignisse für sich nutzen, um die Notwendigkeit für diese oder jene Maßnahme als „überfällig“ und „notwendig“ zu bezeichnen.

  2. @Dieter Weller Es ist jedoch anscheinend das Privileg der AfD Journalisten zu diskreditieren und unter Druck zu setzen, wenn diese die (erlogene) Version der AfD nicht übernehmen. Ein solches Vorgehen ist mir nur bei dieser Partei bekannt. Dies ist ein klarer Angriff auf die Pressefreiheit und kann nur als zutiefst antidemokratisch bezeichnet werden.

  3. Auch im Fernsehen. Bei „Welt“ und ntv wurden am Dienstag alle drei Lügen der AfD (Kantholz, Fußtritte, Rettung durch Arbeiter) als Tasachen dargestellt. Bei RTL-Aktuell (18:45) fehlt das Kantholz, aber auch hier gelten die Fußtritte als Tatsache, und die Geschichte mit den Arbeitern kommt hier unwidersprochen aus dem Mund von Magnitz. (Es war schon am Mittag klar, daß alle drei Details frei erfunden waren.)
    Die Berichte bei ARD, ZDF und Euronews waren alle korrekt und ohne Spekulationen, soweit ich sie gesehen habe. Und wirklich gut war das Bremer Regionalmagazin „buten un binnen“. Hier wurden schon am Dienstagabend die Falschdarstellungen der Lügenpartei kritisiert.
    Auch BBC World hat am Abend eine Meldung gebracht. Darin heißt es „he was beaten unconcious with a piece of wood“.
    Am Mittwoch haben „Welt“, ntv und RTL die Angaben unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft korrigiert. Eine Entschuldigung für die vorherige Verbreitung der Lügenpropaganda der AfD gab es aber nicht.

  4. Niggemeier hat es auf den Punkt gebracht.
    Sagen, was ist.
    Eigentlich: Sagen bzw. schreiben, was war.
    Der „Spiegel“ hat dieses Motto von Rudolf Augstein relotiert.
    Wer übernimmt es?
    Weniger Haltung, mehr Handwerk.

  5. Der mindestens Ermordete, dem mindestens der Schädel gespalten und mindestens mehrfach ins offene Gehirn gesprungen wurde, hat nach ein paar Stunden das Krankenhaus verlassen und ist heimgegangen, weil er keine Lust mehr hatte, länger da rumzuliegen.

    NAZIS RRRAUS!!
    Fuck AfD

  6. Die Bremer Behörden werden ein Video des Tathergangs zwecks Öffentlichkeitsfahndung veröffentlichen, dann wissen wir ja was wirklich passiert ist.
    Allerdings kann man jetzt schon darauf vertrauen, dass je nach Ablauf die eine oder andere Seite von einer perfiden Fälschung sprechen wird.

  7. @1: die sogenannte Alternative, die aber sofort „machen die andern aber auch“ schreit, wenns mal Gegenwind gibt…

  8. Noch vor ein paar Tagen wurden wegen Claas R. Krokodilstränen vergossen und in den Redaktionen nahm man sich vor, Texte vor der Veröffentlichung genauestens zu prüfen.

    Und nun werden Lügen und Propaganda einfach so von der AfD übernommen. Als wäre es das erste Mal, dass es die AfD mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

    Es deutet auf ein systematisches Problem in den Redaktionen hin, herauszufinden, was überhaupt eine seriöse Quelle ist. Anders ist es kaum zu erklären, weshalb auch regelmäßig die Lügen-Zeitung „Bild“ zitiert wird.

    Man möchte die Chefredakteure dafür schütteln.

  9. „Aber sie müssen nicht in irgendeiner Weise politisch motiviert sein.“
    Nicht im Sinne eines Idealismus, eher betr. Wirtschaftlichkeit.

    Wie Kommentator #2 schon sagt: So einen Shitstorm entfacht nur die AfD! Selbst wenn die selber beim Lügen ertappt werden sind die anderen Schuld!
    Meinen Sie denn nicht, dass das (unterbewusst?) in Verlagshäusern zu einer „lieber erst mal AfD-konform schreiben“-Mentalität führt, damit man präventiv den Shitstorm vermeidet? Da geht’s ja dann um die Wirtschaftlichkeit, in dem Sinne, dass Community-Manager Geld kosten.
    Kurz: Mehr Shitstorms, mehr Lohnkosten.

    @6: Die AfD lügt weil es ins Narrativ passt, also schlussfolgern wir mal, dass „die andere Seite“ (Wer ist das?) auch lügt, wenn es passt?

  10. Die AfD hat Einzelheiten ausgeschmückt. Vielleicht arbeitet Herr Relotius inzwischen dort. Aber die Tatsache des Überfalls auf den Bundestagsabgeordneten bleibt. Ob die Attacke allerdings politisch motiviert war, ist noch nicht geklärt.
    Herr Niggemeier bemängelt zu Recht die mangelnde Sorgfalt der Medien. Als größtes Übel sehe ich den Herdentrieb zwischen Chemnitz und Bremen und darüber hinaus. Ebenso schlimm ist, dass wir alle von links bis rechts, egal was passiert, uns in unseren Vorurteilen bestätigt sehen.

  11. Aber es ist doch schön, dass die AFD endlich mal zugegeben hat das aus politischer Rhetorik tatsächliche Gewalt entstehen kann.
    Z.B: Wenn Gauland über Frau Özuguz sagt:
    „Das sagt eine Deutsch-Türkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“

  12. @10: ja! Vermutlich sehen sich die AFD und deren Hauspresse gezwungen, den Lügen der Systempresse einfach etwas entgegenzusetzen. Also nicht die Wahrheit halt, aber noch größere Lügen. Und es stimmt: die Frage, ob versuchter Totschlag oder gefährliche Körperverletzung..das sind ausgeschmückte Einzelheiten! Sie vertreten eine STARKE Position, Herr Schnabel! Weiter so!

  13. Woher stammen eigtl. die Lügengeschichten der AfD? Magnitz selbst kann keine Angaben machen wegen einer retrograden Amnesie, wie man sie bei einem Schädelhirntrauma mit Bewusstlosigkeit voraussetzen kann. Da erinnert man sich gar nicht – nicht etwa falsch. So sagt er es auch, nachdem er aus dem Krankenhaus sich hat entlassen lassen (Interview gestern in der Tagesschau). Glz. schiebt er dort diese Mär auf die Handwerker, die ihn fanden. Diese hätten es ihm so oder ähnlich erzählt. Auch das kann aber nicht sein, da sie nicht bei der Tat als Augenzeugen dabei waren. Und warum sollten sie Lügen?

  14. @12: Ob es gefährliche Körperverletzung war oder ein Mordversuch oder ein Unfall, das entscheiden weder Sie noch ich, auch nicht die AfD oder deren Gegner, sondern ein unabhängiges Gericht.

  15. @14: Nö, den Anklagevorwurf formuliert der Staatsanwalt. Immer wieder witzig, welche Rechtsauffassungen gerade populär sind.

    @10: „Ebenso schlimm ist, dass wir alle von links bis rechts, egal was passiert, uns in unseren Vorurteilen bestätigt sehen.“
    Woher wissen Sie denn, wodurch sich andere Menschen, die nicht Sie sind, bestätigt fühlen?
    Ich fühle mich z. B. darin bestätigt, dass die AfD lügt, wenn es opportun ist.
    Die Polizei hat mit ihrer besonnenen Reaktion und Kommunikation hingegen für positives Erstaunen bei mir gesorgt.

  16. #11: „Aber es ist doch schön, dass die AFD endlich mal zugegeben hat das aus politischer Rhetorik tatsächliche Gewalt entstehen kann.“

    Das Motiv des Täters ist nach wie vor unklar.

    Außerdem geben die Lügenbarone gar nix zu, grundsätzlich nicht. Fragen Sie Schnabel oder Weller. „Kantholz hin oder her …“ und „Einzelheiten“. Die Lügen auch Lügen zu nennen, kommt denen nicht über die Lippen.

  17. @13/Lars

    Ähm, von allen möglichen Personen aus der AfD selbst?

    Die AfD lügt bezüglich rechtsradikaler Umtriebe in den eigenen Reihen, sie lügt/leugnet bezüglich des Klimawandels, sie lügt bezüglich der vermeintlichen Grenzöffnung und sie lügt auch wieder in diesem Fall.

  18. #15: „Die Polizei hat mit ihrer besonnenen Reaktion und Kommunikation hingegen für positives Erstaunen bei mir gesorgt.“

    Mein Eindruck ist eher, dass es die Staatsanwaltschaft war, die besonnen reagiert hat. Die Polizei hat erstmal (wieder) ungeprüft zumindest Teile der AfD-Lügenversion übernommen, „von mindestens drei Männern angegriffen“, „schlugen ihm mit einem unbekannten Gegenstand gegen den Kopf“.

    2013 übernahm die Bremer Polizei schon einmal ungeprüft AfD-Behauptungen über einen „Angriff mit einem Messer“ und „20 bis 25 teilweise vermummte Personen“ – auch seinerzeit war es die Staatsanwaltschaft, welche die Tatarenmeldungen anschließend einfangen musste.

  19. @ Heinz Schnabel (#14)

    „Ob es gefährliche Körperverletzung war oder ein Mordversuch oder ein Unfall, das entscheiden weder Sie noch ich, auch nicht die AfD oder deren Gegner, sondern ein unabhängiges Gericht.“

    Ja, und zwar auf Basis einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft. Deren Sprecher sagt: „Es war kein Mordversuch.“ Klar soweit?

    Dass die Kantholz-Berichte so schnell überall übernommen wurden, könnte auch damit zu tun haben, dass Journalisten nicht nur Medienmacher sind, sondern selbst auch Medienkonsumenten. Ich habe schon morgens beim Zähneputzen im Radio gehört, es habe sich um eine Attacke mit Kantholz und anschließenden Tritten gegen den Kopf gehandelt.

    Wäre ich noch Journalist, hätte diese Information meine eigene Arbeit evtl. beeinflusst – weil ich das Kantholz als vermeintliches Faktum schon im Kopf gehabt hätte, wäre ich entsprechenden Aussagen gegenüber vielleicht weniger kritisch gewesen als angemessen. Professionell ist das natürlich nicht, angesichts des enormen Zeitdrucks aber nachvollziehbar.

  20. Nach Studium des Videos stellt sich mir nur noch eine Frage:
    Wie haben es die Bremer Behörden geschafft, das Kantholz und die Fußtritte aus dem Clip zu entfernen?
    Wirklich erstaunlich, was heutzutage technisch alles möglich ist!

  21. Leute, jetzt ergeht euch doch nicht in endlosen und fruchtlosen Kleinkriegen rund um das Grundsatz-Programm und Grundsatz-Verhalten AfD. Das haben wir schon hunderttausend mal gehabt, und diesmal passt es wirklich höchstens am Rande zum Thema.
    Nehmt euch an Herrn Niggemeiers angenehm sachlichem Artikel ein Vorbild.

    OT Staatsanwaltschaft/Gericht:

    Das Gericht ist offenbar nicht an die Anklage der Staatsanwaltschaft gebunden, sondern kann die Tat nach anderen Vorschriften aburteilen. Es könnte also sein, dass die StA jemanden wg. gefährlicher Körperverletzung anklagt, das Gericht die Täter aber wg. versuchten Mordes aburteilt.

    Dazu muss man die Täter aber natürlich erst mal kriegen – sonst entscheidet nämlich kein Gericht etwas.

    @ Heinz Schnabel:

    „Ob es gefährliche Körperverletzung war oder ein Mordversuch oder ein Unfall, das entscheiden weder Sie noch ich, auch nicht die AfD oder deren Gegner, sondern ein unabhängiges Gericht.“

    Im rechtlichen Sinne entscheidet letztlich die höchste mit dem Fall betraute Instanz, wie das Delikt juristisch klassifiziert wird. Was die Wahrheit ist, wird aber letztlich durch den Sachverhalte selbst „entschieden“, sofern wir im Anschluss an Aristoteles eine wahre Aussage als einen Satz definieren, der einen tatsächlich bestehenden Sachverhalt als bestehend und einen nicht bestehenden Sachverhalt als nicht bestehend behauptet. Auch Gerichte können sich irren.

    Und es ist ja auch niemand verpflichtet, eine Gerichts-Entscheidung für wahr zu halten. „Verpflichtend“ sind solche Urteile nur im juristischen Sinne. Sonst könnte man ja beispielsweise auch keine offensichtlichen Fehlurteile kritisieren.

    Allerdings darf man wohl davon ausgehen, dass die Gerichte in relativ eindeutigen Fällen meistens auch auch zu einer recht angemessenen Beurteilung der Tat gelangen werden. Dennoch kann man sich aber als informierter Laie natürlich in vielen Fällen auch vor und unabhängig vor einem gerichtlichen Urteil eine fundierte und qualifizierte Meinung bilden, sofern der Sachverhalt und die Beweislage eindeutig sind.

    Wenn man eine Person einfach nur von hinten umschuckt und dann wegläuft, dann ist das natürlich kaum als versuchtes Tötungsdelikt zu werten – außer man schuckt jemanden beispielsweise auf ein Bahngleis oder in einen Abgrund oder aus anderen Gründen annehmen kann, dass die andere Person bei einem Sturz umkommen könnte.
    Die Tatsache, dass die juristische Aufarbeitung und Einordnung einer Straftat Sache der Justiz ist, ändert nichts daran, dass diese Einschätzung vernünftig begründet bzw. sogar offensichtlich wahr ist und daher allgemein akzeptiert werden sollte. (Ob es sich im vorliegenden Fall tatsächlich so verhalten hat, dass Magnitz „nur“ umgeschuckt wurde, weiß ich natürlich nicht.)

  22. Danke für den Beitrag, nüchtern und gut auf den Punkt gebracht.

    Generell, ja, unsaubere Arbeit, bei BILD eher Vorsatz, bei anderen doch vielleicht auch eine Art Selbst-Zensur oder Überkompensation, um nur ja nicht parteiisch zu erscheinen, wenn einem AfD Mann was passiert.

    Die AfD hat die Journalisten mit ihrem Feindbild durchaus schon ganz gut „im Griff“ – im Sinne „vorauseilender Gehorsam“ (siehe Amberg).

    Gut zu sehen, dass FAZ, SZ etc sich später korrigierten und auch WELT, die sogar berichteten, dass keiner der Bauarbeiter gegenüber der Polizei von einem Kantholz sprach.

    Dem AfD Abgeordneten gute Besserung.

    Ansonsten der AfD, Herr Gauland und Co. weniger Hass – also mentale Gesundung. Hass ist der Vorläufer der Gewalt. Hass im Bundestag zu rechtfertigen, wie es Gauland tat, heißt den Motor von Gewalt zu rechtfertigen. Unsere Gesellschaft braucht weniger Hass und mehr Verständnis füreinander.

  23. #22: „Leute, jetzt ergeht euch doch nicht in endlosen und fruchtlosen Kleinkriegen rund um das Grundsatz-Programm und Grundsatz-Verhalten AfD. “

    Sind sie sicher, dass Diskussionen über Grundsätze (!) Kleinkriege sind? Selbst wenn es Resignation wäre, hätte die AfD mit ihrer steten Ausweitung des Sag-, Denk- und Machbaren genau das erreicht, was sie will: Dass ihre menschenfeindlichen Grundsätze als ’normal‘ (‚is halt so‘) hingenommen werden.

    „Es könnte also sein, dass die StA jemanden wg. gefährlicher Körperverletzung anklagt, das Gericht die Täter aber wg. versuchten Mordes aburteilt.“

    Oder umgekehrt. Die gefährliche KV als ‚einfache‘ KV wertet.

  24. @Stefan Friedrich (Pseudonym für Relotius?)
    Was Sie schreiben ist ziemlicher Unsinn.
    Welche Journalisten wurden denn von der AfD „diskreditiert“ und „unter Druck gesetzt“?
    Ist es nicht eher so, dass die meisten Journalisten gegenüber der AfD deutlich kritischer sind als gegenüber der Regierung, und einige dabei sogar mit unfairen Mitteln arbeiten?

  25. @ Soneonesdaughter:

    „Sind sie sicher, dass Diskussionen über Grundsätze (!) Kleinkriege sind?“

    Meine Formulierung war ja etwas anders („fruchtlose[n] Kleinkriegen rund um das Grundsatz-Programm und Grundsatz-Verhalten AfD“). Es geht mir darum, wie das Grundsatz-Thema „Was ist von der AfD zu halten?“ selbst dort, wo es gar nicht das Thema ist, zu langen Auseinandersetzungen führen kann, die dazu womöglich noch Nebenschauplätze betreffen und in Spezialfragen münden. Beispiel?

    Zitat:

    „Das so etwas politisch benutzt wird, ist übrigens auch kein Privileg der AfD.
    Das kann man nun wirklich bei allen Parteien beobachten, die alle möglichen Ereignisse für sich nutzen, um die Notwendigkeit für diese oder jene Maßnahme als ‚überfällig‘ und ’notwendig‘ zu bezeichnen.“

    Zitat (Antwort darauf):

    „@1: die sogenannte Alternative, die aber sofort ‚machen die andern aber auch‘ schreit, wenns mal Gegenwind gibt…“

    Müssen wir jetzt darüber diskutieren, ob die AfD sich glaubwürdig als „Alternative“ zu anderen Parteien darstellen kann, wenn sie bedauerliche Ereignisse politisch für ihre Ziele instrumentalisiert und ein Anhänger das damit rechtfertigt, dass andere Parteien das genauso halten?
    Um diese Frage zu beantworten, müsste man darüber reden, in welchen Punkten sich die AfD von anderen Parteien abheben muss, um sich legitimerweise als „Alternative“ bezeichnen zu können, und in welchen Punkten sie anderen Parteien gleichen darf. Und man müsste dann entscheiden, in welche dieser beiden Kategorie ihr konkretes Verhalten im aktuellen Fall gehört. Außerdem müsste man vielleicht auch noch diskutieren, ob die Prämisse, dass andere Parteien tatsächlich in vergleichbarer Weise wie die AfD Ereignisse instrumentalisieren, überhaupt wahr ist. Und es wäre eventuell auch noch zu klären, ob die hier vorgestellte Rechtfertigung eines AfD-Anhängers, dass andere Parteien das mit dem Instrumentalisieren auch so halten, überhaupt repräsentativ für das Denken der AfD-Leute im Allgemeinen ist.

    Würde das zu einer sinnvolle Debatte führen oder in ein fruchtloses Klein-Klein über irgendeine Spezial-Fragen münden?

    Zitat Someonesdaughter:

    „Dass ihre menschenfeindlichen Grundsätze als ’normal‘ (‚is halt so‘) hingenommen werden. “

    Ich finde nicht, dass man diese Grundsätze als „normal“ hinstellen sollte. Und wenn beispielsweise ein AfDler wieder mal eine menschenverachtende Aussage macht, dann gibt es auch einen konkreten Anlass, die (fehlende) Ethik der AfD zu thematisieren.

    Aber wenn es einfach nur darum geht, dass ein AfD-Mann einen Angriff auf seine Person falsch dargestellt hat und die Medien das übernommen haben, dann kann die grundsätzliche ethische Wertung der Partei m.E. tatsächlich Nebensache sein – vor allem, wenn es ständig Diskussionen um die Ethik der Partei gibt und dazu an sich von allen alles gesagt wurde. Und vor allem, wenn das Aufmachen dieses Fasses eh nur wieder zu zahlreichen gegenseitigen Spitzen führt…

  26. #26: „Es geht mir darum, wie das Grundsatz-Thema „Was ist von der AfD zu halten?“ selbst dort, wo es gar nicht das Thema ist, zu langen Auseinandersetzungen führen kann,“

    Ach je, wenn man alles unterlässt, was zu irgendwas führen „kann“, tut man gar nichts mehr. Ihr Beispiel zeigt doch auch keine „langen Auseinandersetzungen“. Da benennt einer das reflexartige ‚die anderen aber auch‘ der AfD-Fans und fertig.

    Wenn es Ihnen darum geht, etwas abzukürzen, beginnen Sie doch bitte mit kürzeren Kommentaren. Die sind immer zu lang.

    „Aber wenn es einfach nur darum geht, dass ein AfD-Mann einen Angriff auf seine Person falsch dargestellt hat und die Medien das übernommen haben, dann kann die grundsätzliche ethische Wertung der Partei m.E. tatsächlich Nebensache sein“

    Das notorische Lügen von AfD-Politkern und -Fans ist ein Grundsatz-Verhalten. Und die unreflektierte Übernahme dieses Grundsatz-Verhaltens ist Thema des Artikels.

  27. @25 Dieter Weller
    „Welche Journalisten wurden denn von der AfD „diskreditiert“ und „unter Druck gesetzt“?“

    Lesen Sie doch bitte den Artikel (nochmal). Da wird zum Beispiel auf den Umgang einzelner AfD-Spezln mit Journalisten eingegangen. Darüberhinaus hat die AfD natürlich auch eine Medienbashing-Historie, die Sie natürlich kennen.

  28. #25: „@Stefan Friedrich (Pseudonym für Relotius?)“

    Ist „Dieter Weller“ eigentlich ein Pseudonym für Landolf Ladig oder für Holger Arppe?

  29. Hm, ist ja alles schön und wichtig, aber in letzterzeit beschleicht mich die Ahnung, dass Übermedien nur noch Medienkritik entlang der Themen und Wellen der AfD betreibt. Liegt es daran dass die Medien, die sich Übermedien ja tagtäglich vornimmt, sich nur noch auf das stürzen, was den (Neu-)Rechten in den Kram passen könnte, aus was auch immer für Gründe (um ihnen zuvor zu kommen oder weil es Klickzahlen und Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken bringt)? Ich bin jedenfalls erstaunt, dass sich niemand aufregt über das rechte Netzwerk in der hessischen Polizei und dem so genannten NSU2.0.

  30. @ Someonesdaughter:

    „Ach je, wenn man alles unterlässt, was zu irgendwas führen ‚kann’…“

    Gemeint habe ich das natürlich im Sinne von: „Es führt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dazu, dass…“ Das ist doch offensichtlich. (Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch wird übrigens ständig ähnlich vorsichtig formuliert, aber das sollte doch auch hier gehen, zumal der Kontext klar ist.)

    „Ihr Beispiel zeigt doch auch keine ‚langen Auseinandersetzungen‘.“

    Gut, das ist jetzt keine lange Debatte. Insofern habe ich mich missverständlich ausgedrückt.

    Was ich eigentlich hätte schreiben sollen/wollen: Es ging darum, ob das „Die-anderen-auch-Argument“ den „alternativen“ Status der AfD unglaubwürdig macht. Um diese Frage SINNVOLL zu diskutieren, müsste man verschiedene Aspekte beleuchten – insbesondere wäre zu diskutieren, in welchen Fällen eine Partei, die mit Recht als „alternativ“ gelten will, sich wie andere Parteien verhalten darf und in welchen nicht. (Denn eines ist klar: Auch eine „alternative“ Partei wird sich zumindest teilweise wie andere Parteien verhalten (müssen), ohne dass dies allein sie delegitimieren würde.) Wie soll eine Debatte sinnvoll geführt werden, die diese Fragestellung NICHT berücksichtigt?

    Sofern natürlich jede Seite der anderen Seite nur irgendwas ohne weitere Begründung an den Kopf wirft, sieht es anders aus – das kann dann schnell gehen. Aber das ist dann nicht unbedingt eine sinnvolle Diskussion; es ist dann eher Teil-Aspekt eines langen und fruchtlosen „Gesamt-Hickhacks“ – und den haben wir m.E. schon. Zudem können solche Spezial-Diskussionen wie die genannte erfahrungsgemäß auch sehr ausufern, auch wenn das hier bisher nicht der Fall ist.

    „Wenn es Ihnen darum geht, etwas abzukürzen, beginnen Sie doch bitte mit kürzeren Kommentaren.“

    Es geht mir nicht darum „[irgend]etwas“ abzukürzen. Habe ich auch nie gesagt. Wenn ich einen Kommentar oder eine Diskussion für sinnvoll halte, dann habe ich auch keine Vorbehalte wegen der Länge, sofern die inhaltliche Dichte stimmt. Es geht mir darum, vor Debatten zu warnen, die sich vermutlich lang und fruchtlos entwickeln werden, und die insofern vermutlich anderen ähnlichen Diskussionen rund um die AfD gleichen werden.

    „Die [Ihre Kommentare] sind immer zu lang.“

    1 .“Zu lang“? Das klingt so, als gäbe es eine verbindliche Regel und ein objektives Kriterium dazu. Sie meinen doch wohl: IHNEN zu lang?
    2. Die meisten meiner Kommentare sind nicht länger als die vieler anderer Leute.
    3. Wie „lange“ ich einen Kommentar schreibe, ist meine Entscheidung – so wie es Ihre Entscheidung ist, ob Sie ihn lesen oder nicht. Nur die Betreiber dieser Seiten haben ein Recht, uns vorzuschreiben, wie lange unsere Kommentare ausfallen sollen.
    4. Ein langer Kommentar gilt im Allgemeinen per se sicherlich nicht als unhöflich (auch wenn Sie das subjektiv so empfinden mögen).
    5. Auch ich mag bestimmte Aspekte der Art, wie Sie schreiben, nicht unbedingt – und ich bin da offenbar nicht der einzige. Ich sage ihnen aber dennoch nicht, wie Sie zu schreiben haben, weil das Ihre Sache ist. Höchstens setzte ich mich konkret mit dem Inhalt Ihrer Beiträge auseinander.
    6. Wenn Sie der Meinung sind, dass man denselben Inhalt in wesentlich kürzerer Form präsentieren kann, dann bin ich für Tipps aber gerne empfänglich.

  31. #31: „1 .“Zu lang“? Das klingt so, als gäbe es eine verbindliche Regel und ein objektives Kriterium dazu. Sie meinen doch wohl: IHNEN zu lang?“

    Nein, ich meine zu lang. Es gibt Konventionen, dass Sie hier der Einzige sind, der solch ellenlange Kommentare verfasst, ist Ihnen noch nicht aufgefallen?

    „6. Wenn Sie der Meinung sind, dass man denselben Inhalt in wesentlich kürzerer Form präsentieren kann, dann bin ich für Tipps aber gerne empfänglich.“

    Weniger Redundanz. Und nein, den Rest Ihrer ‚wall of text‘ lese ich erst gar nicht komplett durch.

  32. @ Someonesdaughter:

    „Nein, ich meine zu lang. Es gibt Konventionen…“

    Dann werden Sie sicherlich so freundlich sein, mir die genauen Konventionen, gegen die ich so eindeutig und objektiv verstoße, zu nennen?

    „…dass Sie hier der Einzige sind, der solch ellenlange Kommentare verfasst, ist Ihnen noch nicht aufgefallen?“

    Sie werden sicherlich so freundlich sein, diese Behauptung zu belegen?

    „Weniger Redundanz.“

    Putzig. Ich lade Sie ein, mir zu sagen, wie ich denselben Inhalt Ihrer Meinung nach komprimierter darstellen kann – was im Wesentlichen dasselbe ist wie die Frage, wie ich ihrer Meinung nach angebliche Redundanz reduzieren kann. Und Sie antworten mir: Indem Sie Redundanz reduzieren.

    „Und nein, den Rest Ihrer ‚wall of text‘ lese ich erst gar nicht komplett durch.“

    Auch eine nette Sache, wenn man inhaltlich nicht mehr weiter weiß.

    Aber ernst gemeinte Frage: Wenn meine Beiträge Ihnen zu lange sind, wieso ignorieren Sie sie dann nicht einfach allgemein, anstatt mir sagen zu wollen, wie ich zu schreiben habe und wie nicht? Halte ich bei Ihnen doch genauso, obwohl ich auch vieles kritisieren könnte.

  33. @25 Zum einen bietet es sich an Artikel auch zu lesen, die man kommentiert. Dann steht man auch nicht dumm da, wenn man anderen Vorwürfe macht. Zudem ist weder originell alles, was einem nicht passt, mit dem Lieblingsschimpfwort der Trolltanztruppen „Relotius“ zu belegen, noch zeugt es davon, dass Sie in der Lage sind mit Argumenten zu arbeiten. Fazit: nicht gelesen oder verstanden, keine Argumente. In der Schule wäre damit die Versetzung gefährdet gewesen.

  34. @Nr.23 Michael J.
    „Ansonsten der AfD, Herr Gauland und Co. weniger Hass – also mentale Gesundung. Hass ist der Vorläufer der Gewalt.“

    Und sonst sind Sie mit den teils äußerst friedfertigen Bekundungen hier zufrieden? Außer bei der AFD kein Hass weit und breit? Na dann ist doch alles in Butter.

  35. @Nr. 34 Stefan Friedrich
    „Dann steht man auch nicht dumm da…“

    Mit Ihrem Kommentar ganz oben unter Nr. 5 stehen Sie vielleicht nicht dumm, aber doch einzigartig da. Da können Sie stolz auf sich sein.
    Und das Umfeld hier für soviel Haß und Verachtung stimmt, bis auf Weller und Blinse regt sich keine Sau über Ihren Kommentar auf.
    Ist doch schön , bei Übermedien, dem anerkannten Abklingbecken für schäumende linke Intelligenz, einfach so mitzuschwimmen, gelle?

  36. #36: „Und das Umfeld hier für soviel Haß und Verachtung stimmt, bis auf Weller und Blinse regt sich keine Sau über Ihren Kommentar auf.“

    Zwei solche reichen doch.

    „Ist doch schön , bei Übermedien, dem anerkannten Abklingbecken für schäumende linke Intelligenz, einfach so mitzuschwimmen, gelle?“

    Sie pöbeln. Es muss echt bitter sein für Leute wie Sie: Das hysterische Geschrei über den „Mordanschlag“ samt „Kantholz“ und „Tritten gegen den Kopf“ und heldenhaft eingreifenden Handwerkern, die noch Schlimmeres verhindern, wurde von schlampig arbeitenden und/oder sensationsgeilen Medienleuten in die Welt geblasen und dann, verdammt, stellt sich raus, dass da eine Kamera war und die versammelten Hassprediger der AfD als das dastehen lässt, was sie eben sind: Erbärmliche Lügner. Heul‘ leiser, Blinse.

  37. Kein Kantholz, keine Tritte. Nur ein verletzter Bundestagsabgeordneter. Halb so schlimm, war einer von der AfD.

  38. @Blinse. Habe nicht alle Kommentare gelesen — so gut wie keine, außer 2 gerade, die über E-Mail reinkamen. Hass, egal von wem, ist Vorläufer von Gewalt. Daher, wünsche ich allen — auch mir — mentale Gesundheit, frei von Hass. Es gibt kein größeres Gift. Wenn Hass entsteht, dann möge er nicht zu sprachlichen oder körperlichen Handlungen führen.

    @#38, Herr Schnabel, das sagen bzw. unterstellen sie. Diese brutale, gewalttätige Attacke ist völlig inakzeptabel. Herrn Magnitz von Herzen gute Besserung.

    *****

    Am Ende geht es hier nicht um links oder rechts oder extrem. Hass und dessen Anstachelung sind schädlich. In dem Sinne gute Abkühlung und Freiheit von Hass. Big hug 🤗

  39. @36 Lesen will gelernt sein, dann verwechselt man auch nicht „Peter“ und „Stefan“. Ich habe mit dieser Person und diesem Kommentar nichts zu tun.

  40. Ein eindrucksvoller Beitrag, der zeigt, wieso auch „Übermedien“ zur abgeschlossenen Blase der „Lügenpresse“ gezählt werden darf.

    Schön untermalt von den anderen Lügnern mit ihren Lügenvorwürfen.

    In der Sache schließe ich mich dem allerersten Beitrag, dem von Dieter Weller, an.
    Aber das wird die geifernden und wutschäumenden Linksextremisten hier wohl kaum interessieren.
    Da muß noch nachgetreten werden.

    Übrigens „Juden raus“ oder „AfD raus“ brüllen immer die charakterlich gleichen trüben Funzeln. Nur sind sie die Einzigen, die da einen Unterschied herbeiphantasieren wollen.
    Nazi ist man durch sein Tun und nicht durch seinen politischen Standpunkt.

  41. H. Schnabel (#38): das Kantholz und die Tritte waren bestenfalls frei erfunden, wie wir ja inzwischen wissen. Möglicherweise waren sie auch bewußt erlogen, aber es wäre sicher unzulässig, einer rechtschaffenen Partei solche Lügen zu unterstellen.

    Was wir immer noch nicht wissen (oder habe ich da was verpasst?): gibt es irgendeinen Zusammenhang zwischen der Funktion ‚Bundestagsabgeordneter‘ und dem Überfall? Ihr Text klingt so, als wüßten Sie mehr. Lassen Sie uns an Ihrem Wissen teilhaben oder handelt es sich doch nur um substanzloses Geraune?

    Ach, und das mit mit ‚Halb so schlimm, war einer von der AfD‘ – das haben Sie hier genau wo gelesen?

    Gereon (#41): super Beitrag. Sauber begründet und schön mit Zitaten und Fakten belegt. Vorbildlich.

  42. @43: Auch ohne Kantholz und Tritte war es eine strafbare Attacke.
    Ich schrieb nur, dass das Opfer des Angriffs ein Bundestagsabgeordneter der AfD war. Ob die Täter wussten, dass es sich um einen AfD-Politiker handelt, ist bisher nicht bewiesen, da die Täter noch nicht gefasst sind.

  43. Guter Text, zwei Anmerkungen:
    – Es klingt bei euch (vor allem in dem Kretschmann-Absatz) durch, der Indikativ wäre okay gewesen, wenn die Polizei und nicht die AfD die Quelle gewesen wäre. Das wird ja tatsächlich oft so gehandhabt, ist aber meiner Ansicht nach problematisch, denn die Polizei ist ganz oft (ob das in diesem konkreten Fall so ist oder nicht, spielt keine Rolle) eben auch interessensgeleitet und keine neutrale Quelle, die per se vertrauenswürdiger wäre als andere und deren Angaben daher einfach im Indikativ übernommen werden könnten.
    – Eine Anregung für eine weitere Recherche: Mir kam in der Berichterstattung über den Fall Magnitz die Behauptung unter, Übergriffe auf Politiker oder Parteien, von Sachbeschädigungen bis zu physischer Gewalt, richteten sich vor allem gegen die AfD. Konkret erinnere ich mich, dass das im Deutschlandfunk-Podcast „Der Tag“ gesagt wurde (und zwar nicht als These oder Zitat, sondern als Fakt), ich glaube aber, dass es mir auch in anderen Medien untergekommen ist. Ich habe mich sehr darüber gewundert, angesichts der Übergriffe von Rechtextremen auf Politiker anderer Parteien (von Reker und dem Bürgermeister von Altena bis hin zu solchen Fällen: https://www.zeitenspiegel.de/workspace/media/documents/abgeordnete_sucht_buero_sz_mag-5909a6eb975ef.pdf, …) erscheint mir diese These zumindest fragwürdig. Kann es sein, dass auch hier Unsinn verbreitet wurde, entstanden auch hier durch Überkompensation und/oder Denkfaulheit?

  44. @ LLL 11. Januar 2019 um 17:08 Uhr
    Die AfD kann ja gerne streng formalisiert darlegen, wo und inwieweit sie sich als Alternative sieht. Dann wird man sich daran orientieren müssen, was sie sagt. Solange sie das aber nicht tut, wird sie damit leben müssen, dass sie das nicht tut, aber unter diesem Namen auftritt und Wörter nun einmal Bedeutungen haben, auch wenn sie nicht formal definiert sind. Insbesondere darf man davon ausgehen, dass sie sich dort besser verhält, wo sie anderen Vorwürfe macht. Also sollten auch in einer Pressemeldung, die man an die „Lügenpresse“ herausgibt die Tatsachen stimmen.

    Meines Wissens ist die AfD jetzt von einer Kantholz- zu einer Gegenstands-Version übergegangen und hält an dieser fest.

    „Thomas Jürgewitz, stellvertretender Landesvorsitzender der Bremer AfD, sagte gegenüber dem WESER-KURIER: „Dass kein Kantholz zu sehen war, heißt für uns nicht automatisch, dass es nicht da war. Wir gehen weiterhin davon aus, dass Herr Magnitz mit einem Gegenstand niedergeschlagen wurde.““

    https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-videoaufnahmen-widersprechen-afdschilderung-magnitz-aeussert-sich-_arid,1797340.html

    Dort wird auch das Opfer zitiert

    „Der Politiker gehe davon aus, dass man die AfD-Version des Vorfalls so beibehalten werde. „

  45. Lustig erscheint die plötzliche Karriere des schönen deutschen Wortes Kantholz. Es war kein Knüppel, kein Baseballschläger, kein Ast, kein Pfosten, kein Stock, kein Brett, keine Latte, keine Bohle, keine Keule, kein Balken – nein, die Wunde konnte (für jeden Laien sofort erkennbar) NUR von einem Kantholz stammen. Alle ab in den Baumarkt!

    PS: Regt sich jemand über das mehrfache Zeigen des Videos in der tagesschau auf? Ich kann nicht erkennen, wie die gezeigten Passagen der Täterfindung dienen sollen. Dafür hätte man wenigstens die Köpfe vergrößern müssen per Standbild. Das ist reine Boulevardberichterstattung, zumal eigentlich nur eine lokale Polizeiangelegenheit, die ja laut Herrn Gniffke für die tagesschau nicht relevant sind.

  46. @38 Heinz Schnabel 11. Januar 2019 um 22:54 Uhr
    In Geschäftsführung ohne Auftrag für den Zentralrat der Leute, die Nachts durch Bremen gehen, distanziere ich mich von diesem Angriff möchte aber darauf hinweisen, dass die große Mehrheit der Leute, die nachts durch Bremen gehen, vollkommen friedlich sind.

    Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft, zitiert im WESER-KURIER, war der Sturz wohl deswegen eine größere Verletzung zur Folge, weil er sich nicht rechtzeitig abstützen konnte.

  47. @41 Gereon 12. Januar 2019 um 0:18 Uhr
    „Ein eindrucksvoller Beitrag, der zeigt, wieso auch „Übermedien“ zur abgeschlossenen Blase der „Lügenpresse“ gezählt werden darf.“

    Den Vorwurf des Autors an „Bild“-Zeitung und Konsorte halte ich im Grunde für berechtigt. Man kann dem auch nicht entgegenhalten, dass die Selbstbezeichnung der Quelle „Mut zur Wahrheit“ und dergleichen Sprüche sind, denn das ist eben nur eine Selbstbezeichnung, auf die sich ein kritischer Journalist nicht ohne Weiteres verlassen darf.

  48. #48: „Es war kein Knüppel, kein Baseballschläger, kein Ast, kein Pfosten, kein Stock, kein Brett, keine Latte, keine Bohle, keine Keule, kein Balken – nein, die Wunde konnte (für jeden Laien sofort erkennbar) NUR von einem Kantholz stammen.“

    Eindeutig. Ich bin auch verwundert darüber, dass die AfD und deren Fanboys nicht bei ihrer Kantholz-These bleiben. Ich habe mal ein bisschen im Forum von ZO (Zeit online) gelesen und die mittlerweile vertretenen „Schlaggegenstand“-Mutmassungen reichen von Totschläger über Teleskopschlagstock und Schlagring bis zum Backstein (sofern nicht professionelle Handkantenschläge, gezielte Tritte in den Rücken, Faustschläge eines Linkshänders eindeutig in die (unverletzte) linke Seite des Gesichts und Schläge von hinten über den Kopf ins Gesicht gesehen werden) – alles natürlich sehr kleine Backsteine usw., so klein, dass man sie in der Hand verstecken und anschließend dem Mittäter übergeben kann. Das ist auch mit einem handelsüblichen Kantholz möglich, viel besser sogar als mit einem doch etwas unhandlichen Teleskopschlagstock:

    Diese handelsüblichen Kanthölzer gibt es in kleinen Pappschachteln zu kaufen und sie haben einen roten Kopf.

  49. @48 Calvero 12. Januar 2019 um 13:11 Uhr
    „PS: Regt sich jemand über das mehrfache Zeigen des Videos in der tagesschau auf? Ich kann nicht erkennen, wie die gezeigten Passagen der Täterfindung dienen sollen. Dafür hätte man wenigstens die Köpfe vergrößern müssen per Standbild.“

    Tagesschau guck ich selten. Vielleicht haben sich die Bildauswertungsexperten der Polizei aber von vergrößerten Kapuzen keinen so hohen Wiedererkennungswert versprochen, wie etwa aus dem Gangbild.

    „Das ist reine Boulevardberichterstattung, zumal eigentlich nur eine lokale Polizeiangelegenheit, die ja laut Herrn Gniffke für die tagesschau nicht relevant sind.“

    Bei Funktionären geht man eben bis zum Beweis das Gegenteils davon aus, dass politische Motive dahinterstehen können. Es kann natürlich auch bei Bundestagsabgeordneten trotzdem eine lokale politische Angelegenheit sein, etwa führt das Opfer in anderem Zusammenhang aus, dass er Feinde innerhalb der Partei habe. Hier ist es aber inzwischen sicher eine Angelegenheit von bundesweitem öffentlichem Interesse und sei es nur aufgrund der selbsterfüllenden Prophezeiung, das interessiert, was von den Medien für interessant erklärt wird.

  50. @45 Heinz Schnabel 12. Januar 2019 um 12:07 Uhr

    „Ob die Täter wussten, dass es sich um einen AfD-Politiker handelt, ist bisher nicht bewiesen, da die Täter noch nicht gefasst sind.“

    Im Gegensatz dazu weiß der Hort des Mutes und der Wahrheit, sogar, dass ihm aufgelauert wurde.

    „Sie lauerten ihm vor dem Theater am Goetheplatz auf, als er den Neujahrsempfang des Weser-Kuriers in der Kunsthalle verließ. Mit einem Kantholz schlugen sie ihn bewusstlos und traten weiter gegen seinen Kopf, als er bereits am Boden lag. Dem couragierten Eingriff eines Bauarbeiters ist es zu verdanken, dass die Angreifer ihr Vorhaben nicht vollenden konnten und Frank Magnitz mit dem Leben davongekommen ist.“

    https://www.afd-bremen.de/2019/01/attentat-auf-frank-magnitz-mdb-pressemitteilung-vom-07-01-2019/

    Wenn ich die Ankündigung richtig verstehe, soll das da auch so stehen bleiben.

    Der Unfug als solcher scheint auch nicht direkt die Rechte Dritter zu beeinträchtigen, die sonst diese durch Gerichtsbeschluss entfernen lassen könnten, wie es etwa bei der AfD-Reisewarnung-Schweden der Fall war. So bleiben uns dann wohl diese Alternativen fakten Deutschlands noch einige Zeit erhalten.

  51. @51 Heinz Schnabel 12. Januar 2019 um 14:05 Uhr

    „Und was folgern Sie daraus, ThorstenV?“

    Ich beabsichtige daraus zu folgern, was daraus gefolgert werden kann und zum jeweiligen Zeitpunkt wichtig ist. Alle möglichen Folgerungen jetzt schon anzugeben erscheint schwierig und unnütz.

    Polizei und Staatsanwaltschaft sind bekanntlich von Amts wegen zur Ermittlung aller relevanten Sachverhalte, ausdrücklich auch solcher, die ggf. zugunsten des mutmaßlichen Täters sprechen könnten verpflichtet.

  52. @46

    Rein technisch, also das Leid des AfD Abgeordneten als Mensch, der er an erster Stelle ist und bleiben wird, ausgeblendet, es ist ja noch absurder was spekuliert und als Tatsachen verbreitet und kommentiert wird, weil keiner weiß, ob die Täter wussten, dass es ein AfD Abgeordneter war. Das wird sich erst mit Sicherheit nach Festnahme und Aussage der Täter sagen lassen. Aber so gut wie alle Kommentatoren und Politiker gehen von der völlig unbewiesen Anbahme aus, die Täter hätten sich bewusst einen AfD Mann als Opfer gesucht.

    Die Reaktionsweisen lassen eher auf vorauseilenden Gehorsam und fehlende kritische Distanz, zwanghaftes Beweisen wollen vorurteilsfrei zu sein etc schließen.

    Noch interessanter wie mit diesem Vorfall die AfD die eigene Opferrrolle ausbaut, die Nachrichten mit Fake News dominiert + an Fehlinformationen festhält, sowie wie das Attentat auf Ausländer mit dem Auto aus den Nachrichten durch übermäßige hysterische Berichterstattung über diese Überfall verdrängt wird.

  53. H. Schnabel (#45): Wenn ich mich nicht täusche, hat niemand behauptet, es habe sich nicht um eine Straftat gehandelt. Warum bitte meinen Sie nun, diesen Aspekt erwähnen zu müssen, der weder hier insgesamt noch in meinem Beitrag eine Rolle gespielt hat? Sit das ein Ablenkungsversuch von der Tatsache, daß die AfD einen doch eher kreativen Umgang der AfD mit der Wahrheit pflegt?

    Und die AfD geht auch genauso selbstverständlich wie unbelegt davon aus, daß es sich um eine ploitisch motivierte Straftat handelt. Aber deshalb müssen Sie das doch nicht völlig unreflektiert übernehmen. Schließlich würden Sie ja auch nicht erwähnen, daß das Opfer des Angriffs ein Tischler oder ein Philiosphieprofessor war, auch wenn nicht bewiesen ist, daß die Täter das wußten, oder?

    H. Schnabel (#51): „Und was folgern Sie daraus (…)?“ Was sollte man denn aus der Formulierung „Weil er sich nicht rechtzeitig abstützen konnte“ anderes folgern als ‚Offenbar war der Schlag auf / an seinen Kopf so heftig, daß er umgefallen ist, ohne dabei noch die Hände aus den Taschen ziehen und sich beim umfallen abstützen zu können.‘ Wobei – das ist eigentlich auch keine Folgerung, sondern eine Erklärung. Eine Folgerung wäre wohl eher sowas wie ‚Hätte ernicht die Hände in den Taschen gehabt, hätte er sich möglicherweise noch abstützen können‘. Aber das wäre pure Spekulation und ginge im übrigen am Thema vorbei. Also was soll Ihre Frage?

    Fakt ist: die Pressemitteilungen der AfD Bremen haben mit der Wirklichkeit eher wneig zu tun. ‚Alternative Wahrheiten‘ wäre wohl der passende Begriff.

  54. #56: „Noch interessanter wie mit diesem Vorfall die AfD die eigene Opferrrolle ausbaut, die Nachrichten mit Fake News dominiert + an Fehlinformationen festhält, sowie wie das Attentat auf Ausländer mit dem Auto aus den Nachrichten durch übermäßige hysterische Berichterstattung über diese Überfall verdrängt wird.“

    Ach, ich weiss nicht – die Berichterstattung über den Attentäter, der „Kanaken umbringen“ wollte, war doch eh ziemlich abgeebbt. ‚Nur ein psychisch gestörter und frustrierter Arbeitsloser‘, der Heimat-Horst war deswegen jedenfalls nicht weiter „aufgewühlt“ und der Präsident hat auch keine persönlichen Briefe geschrieben… Auf SPON gibt’s dazu aber gerade einen aktuellen Kommentar von Ferda Ataman.

    Interessant im Magnitz-Kontext finde seine Ankündigung von vor wenigen Tagen (vor dem Angriff):

    „Magnitz kündigt außerdem publicitywirksame „Einzelaktionen“ in der Innenstadt an. Was man sich darunter vorstellen muss, lässt er offen.“

    https://www.weser-kurier.de/bremen/buergerschaftswahl-2019_artikel,-bremer-afd-wahlkampf-an-der-wohnungstuer-_arid,1796622.html

  55. @ ThorstenV:

    Bedenken Sie, dass die AdF sich ihren Namen zugelegt hat, als sie noch eine liberal-konservative Professorenpartei war. „Alternative“ soll(te) wohl einfach heißen, dass man da eine Partei hat, die inhaltlich anders als die „etablierten“ Parteien ist – vor allen, indem sie gegen den Euro ist.
    Diesen Namen hat sie dann behalten (man ändert so einen Namen auch nicht so leicht).

    Dass die AfD ihren Namen beibehält, könnte sie zudem damit rechtfertigen, dass sie sich in wichtigen Fragen deutlich von den übrigen Parteien im Bundestag abhebt, während diese Parteien (bis auf die Linke) sich in vielen wichtigen Fragen vergleichsweise ähnlich positionieren. Sie könnte also geltend machen, dass sie eine INHALTLICHE Alternative sei, unabhängig davon, ob sie sich in ihrem taktischen Vorgehen ähnlich wie andere Parteien verhält. Diese inhaltliche Komponente allein dürfte – so meine ich – die Bezeichnung „Alternative“ semantisch rechtfertigen.

    Im Übrigen könnte man, wenn man das doch tut, auch die Glaubwürdigkeit anderer Parteien mit analogen Argumenten infrage stellen. CDU und CSU nennen sich „christlich“, sind aber mit Sicherheit weit davon entfernt, dieser Selbstzuschreibung (in dem Sinne, in dem das Wort „christlich“ gemeinhin verstanden wird) gerecht zu werden. Die SPD nennt sich „sozialdemokratisch“, hat aber den größten Niedirglohnsektor Europas aufgebaut und ist völlig auf die neoklassische Wirtschaftsplitik umgeschwenkt – was zumindest viele Leute als widersprüchlich empfinden dürften.

    Bitte nicht missverstehen: Natürlich kann man die Glaubwürdigkeit der AfD gerne und sicher auch mit guten Gründen hinterfragen – etwa, wenn sie anderen Akteuren fehlende Wahrhaftigkeit vorwirft, es selbst mit der Wahrheit aber nicht so genau nimmt. So wie Sie es ja ausführen.

    Nur finde ich den Ansatz, die Unglaubwürdigkeit an der Bezeichnung „Alternative“ festzumachen, etwas kurz gesprungen oder zumindest für diskussionswürdig.

  56. @59 LLL 12. Januar 2019 um 16:28 Uhr
    „… als sie noch eine liberal-konservative Professorenpartei war.“

    Das ist sie nach wie vor (Meuthen). Gleichzeitig ist sie es nicht und bringt dem vor sozialer Kälte bibberndem Michel die Wärmflasche.
    https://www.afdbayern.de/der-mut-zur-wahrheit-ist-das-erfolgsrezept-der-afd/ Die Deutsche Version des Superreichen Donald T. der ganz natürlicherweise der Anwalt der einfachen, ehrlichen, geradlinigen, treuen, für jeden Dollar schwer arbeitenden, gastfreundlichen, gottesfürchtigen, Land und Familie hochhaltenden Menschen ist, die ja genauso sind und leben wie er.

    Das Gauland-Sommerinterview macht keine Hoffnung, dass das in absehbarer Zeit besser wird. Das ist ein Kennzeichen populistischer Parteien. Eine Meinung haben sie nur zu ausgewählten Themen, beim Rest erzählt man jedem gerne, was man gerade für opportun hält, etwas was man meint, dass er gerne hören will.

    „.. inhaltlich anders als die „etablierten“ Parteien ist …“

    Gibt es eine Partei, die inhaltlich identisch zu einer anderen ist?

    „… (man ändert so einen Namen auch nicht so leicht). …“

    Für Dinge, die einem im freien Belieben stehen, ist man verantwortlich.

    „Dass die AfD ihren Namen beibehält, könnte sie zudem damit rechtfertigen, dass sie sich in wichtigen Fragen deutlich von den übrigen Parteien im Bundestag abhebt, während diese Parteien (bis auf die Linke) sich in vielen wichtigen Fragen vergleichsweise ähnlich positionieren.“

    In Anlehnung an #26 müsste man, um die Frage, ob dem so ist, zu beantworten, zuerst darüber reden, in welchen Punkten sich die AfD von anderen Parteien abheben muss und in welchen Punkten sie anderen Parteien gleichen darf und wieweit Parteien in diesen Punkten einander gleichen müssen. Bis auf die Linke. Warum eigentlich bis auf die Linke? Und nicht etwa bis auf die Linke, die FDP und die Union?

    „Sie könnte also geltend machen, dass sie eine INHALTLICHE Alternative sei, …“

    Wie jede Partei im Vergleich zu jeder anderen Partei vielleicht außer der PARTEI (vormals Strana mírného pokroku v mezích zákona).

    „Im Übrigen könnte man, wenn man das doch tut, auch die Glaubwürdigkeit anderer Parteien mit analogen Argumenten infrage stellen. CDU und CSU nennen sich „christlich“, sind aber mit Sicherheit weit davon entfernt, dieser Selbstzuschreibung (in dem Sinne, in dem das Wort „christlich“ gemeinhin verstanden wird)“

    Nur zu. Was Wahres Christentum ist, ist ja auch schon lange geklärt. Zwar wohl mit etlichen tausend verschiedenen Ergebnissen, aber immerhin definitiv und endgültig geklärt. Es sei denn, es ändert sich noch.

    „Nur finde ich den Ansatz, die Unglaubwürdigkeit an der Bezeichnung „Alternative“ festzumachen, etwas kurz gesprungen oder zumindest für diskussionswürdig.“

    Alternative ist ein Wort unter vielen, aber das sind die anderen Worte auch (vgl. URL oben).

  57. @ ThorstenVL:

    „Das ist sie nach wie vor (Meuthen).“

    Es war früher eine Partei, die von vielen Professoren getragen und eher „bürgerlich-liberal“ als stark „rechtslastig“ war. Abgesehen von der Kritik am Euro war sie vermutlich nicht allzu weit entfernt von den konservativen Teilen der Union und FDP. Viele Leute von damals haben die Partei längst verlassen.

    „Gibt es eine Partei, die inhaltlich identisch zu einer anderen ist?“

    Kommen Sie, Sie wissen doch, wie das gemeint ist: Dass die AfD sich stärker von den „etablierten“ Parteien unterscheidet als diese sich jeweils untereinander unterscheiden; dass sie durch ihre ungewöhnlichen Inhalte in besonderer Weise „heraussticht“, so wie die andern Parteien das eben jeweils nicht tun; dass sie in wichtigen Fragen dort eine Alternative bietet, wo die anderen Parteien dieselben oder ähnliche Positionen vertreten.

    „In Anlehnung an #26 müsste man, um die Frage, ob dem so ist, zu beantworten, zuerst darüber reden, in welchen Punkten sich die AfD von anderen Parteien abheben muss und in welchen Punkten sie anderen Parteien gleichen darf und wieweit Parteien in diesen Punkten einander gleichen müssen.“

    Diese Frage könnte man in der Tat lange diskutieren. Der eine wird sagen, dass es völlig reicht, dass die AfD sich in wichtigen INHALTLICHEN Punkten von den bisher etablierten Parteien abhebt, damit man sie sich als „Alternative“ bezeichnen kann. (Das wäre wie gesagt auch meine Position, wobei man dann natürlich noch lange darüber diskutieren könnte, welche inhaltlichen Punkte gegeben sein müssten.) Andere mögen sagen, dass der Begriff „Alternative“ im konkreten Zusammenhang nicht nur andere Inhalte, sondern zwingend auch eine alternative „Taktik“ verspricht. (Finde ich persönlich eine etwas merkwürdige Position, aber jedem das seine. Man könnte dann noch darüber diskutieren, wo und wann die „Taktik“ anders sein muss als bei anderen Parteien usw.)

    Ich glaube aber wie gesagt nicht, dass diese Diskussion sonderlich sinnvoll, zielführend oder lohnenswert ist. (Ich „führe“ sie auch nur, weil und insoweit ich auf Fragen oder Widerspruch reagiere und darlegen möchte, wo ich überhaupt Probleme bei der These sehe, dass die AfD sich allein durch ihre Bezeichnung unglaubwürdig macht.)

    „Nur zu. Was Wahres Christentum ist, ist ja auch schon lange geklärt. Zwar wohl mit etlichen tausend verschiedenen Ergebnissen, aber immerhin definitiv und endgültig geklärt. Es sei denn, es ändert sich noch.“

    Ach bitte, lassen Sie doch diese Art von Polemik. Um die Frage, was „wahres Christentum“ ist, geht es hier doch gar nicht. „Wahres Christentum“ kann es ja eh nur für gläubige Christen geben – das wäre dann das Christentum, wie es „sein soll“, wie es „gottgewollt“ ist. Für alle Nicht-Christen kann es per definitionem auch keine „wahre“ Form des Christentum geben. Für Nicht-Christen ist Christentum daher jeweils nur als konkretes soziales Phänomen begreifbar – als das, was Personen, die sich selbst als Christen bezeichnen, zu einer konkreten Zeit darunter verstehen oder daraus machen. (Dasselbe gilt mutatis mutandis natürlich auch für „den“ Islam, weshalb es ja auch so absurd ist, wenn manche Islam-Kritiker offenbar voraussetzen, dass es ein „wahres“ Wesen des Islam gebe, während sie selbst keine Muslime sind.)

    Im Hinblick auf die Namensgebung der Unions-Parteien ist es aber für unsere Diskussion doch komplett irrelevant, ob das Christentum „wahr“ ist, und wenn ja, wie dann seine „wahre“ Form dann aussieht. Relevant ist hier doch etwas völlig anderes: Was wollen die Unions-Parteien damit vermitteln, wenn sie sich als „christlich“ bezeichnen – und wie werden die Empfänger die Intention des Senders typischerweise verstehen?

    Und diese Frage ist doch wohl wirklich einigermaßen klar beantwortbar. Vermittelt werden soll durch die Namensgebung insbesondere, dass die C-Parteien „christliche Werte“ ernst nehmen – und zwar „christliche Werte“ natürlich im positiven Sinne von Ehrlichkeit, Solidarität, Anstand und Mitmenschlichkeit (wenn nicht gar im Sinne von „Nächstenliebe“ und Bergpredigt). Und – vor allem früher – sollte damit sicherlich auch noch eine gewisse Gläubigkeit und Affinität zu den großen Kirchen demonstriert werden.

    Dass das“C“ bei CDU/CSU so oder so ähnlich gemeint ist (zumindest als nach außen gesendete Botschaft) und in etwa auch so verstanden wird (als ein solcher Anspruch), ist doch wirklich keine Frage; und dass die Unions-Parteien in ihrem Verhalten nicht sonderlich „christlich“ in diesem Sinne sind, ist doch auch nicht ernsthaft bestreitbar.

    Ob die Bezeichnung „Alternative für Deutschland“ hingegen impliziert, dass man nicht nur inhaltlich ungewohnte Wege gehen will, sondern auch in der Form, ist hingegen doch wohl weniger eindeutig…

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir in solchen Diskussionen ständig lang über Sachen debattieren, die doch eigentlich selbstverständlich sind.

  58. 61@ LLL 12. Januar 2019 um 20:53 Uhr

    „Es war früher eine Partei, die von vielen Professoren getragen und eher „bürgerlich-liberal“ als stark „rechtslastig“ war.“

    Ich habe bereits Probleme damit diese Art von „liberal“, d.h. wirtschaftslibertär als nicht an sich rechts zu sehen.

    Professoren kommen und gehen. Ob jetzt weniger Wirtschaftsprofessoren in der AfD sind als früher, wäre zu untersuchen. https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Otte

    „Abgesehen von der Kritik am Euro war sie vermutlich nicht allzu weit entfernt von den konservativen Teilen der Union und FDP.“

    Also waren sie als sie sich so benannten noch weniger alternativ als jetzt?

    „Dass die AfD sich stärker von den „etablierten“ Parteien unterscheidet als diese sich jeweils untereinander unterscheiden;“

    Hängt von der persönlichen Auffassung ab.

    „ungewöhnlichen Inhalte“

    Das wäre erläuterungsbedürftig. Zuwanderungsdiskussionen gibt es nicht erst seit der AfD.

    „wichtigen Fragen“

    Da müsste man über die Fragen reden.

    „Ehrlichkeit, Solidarität, Anstand und Mitmenschlichkeit (wenn nicht gar im Sinne von „Nächstenliebe“ und Bergpredigt)“

    Das hilft doch alles nichts. Damit kann man z.B. sowohl einen liberalen als auch einen repressiven § 218 rechtfertigen.

    “ „christlich“ in diesem Sinne sind, ist doch auch nicht ernsthaft bestreitbar.“

    Das sehen die wohl anders, weil sie z.B. eben auf ihre Art solidarisch sind.

    Einen christlichen Professor hab ich noch https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Zimmer

    Mein dritter Einwand ist, dass damit Menschen nicht
    mehr als selbstständig wahr- und ernstgenommen wer
    den, sondern zum dauerhaften Objekt staatlicher Betreu
    ung werden. Der enge Zusammenhang von Freiheit und
    Selbstverantwortung wird aufgelöst. Man kann Freiheit
    durchaus denken als dauerhafte staatliche Alimentie-
    rung, aber das ist ein Freiheitsbegriff, dem die Dimen
    sion der Selbstverantwortung fehlt. Aus meiner Sicht
    – ich glaube, hier spreche ich auch für die Union als
    Ganzes – verfehlt ein solcher Freiheitsbegriff den Kern
    der Personalität des Menschen.
    (Beifall bei der CDU/CSU)
    Er nimmt den Menschen nicht als mündig wahr. Wäre es
    nicht Aufgabe einer neuen Aufklärung, den Menschen
    an seine Mündigkeit zu erinnern und ihn aufzufordern,
    aus allen Formen der Unmündigkeit sich zu befreien,
    auch wenn diese noch so benevolent als staatliche Be-
    treuung daherkommt?
    Damit zusammen hängt ein weiteres Argument. Die
    Linke behauptet in ihrem Antrag, dass Sanktionen gegen
    die Würde des Menschen verstoßen. Wenn wir aber Frei-
    heit und Selbstverantwortung ernst nehmen, dann müs-
    sen wir auch die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen
    ernst nehmen. Wir knüpfen Sozialleistungen an Bedin-
    gungen und machen dies auch sehr deutlich; der Kollege
    Weiler hat in seiner Rede davon ja ausführlich gespro-
    chen. Wenn diese Bedingungen wissentlich und willent-
    lich nicht erfüllt werden, und zwar im Wissen um die
    Konsequenzen, dann ist das mitnichten ein Verstoß ge-
    gen die Würde. Es ist Ausfluss der Entscheidungsfreiheit
    des Einzelnen.

    http://dipbt.bundestag.de/doc/btp/18/18040.pdf

    Das ganze Geschwurble geglättet: Weil wir Christen
    sind, die die Entscheidungsfreiheit respektieren, müssen
    wir den, der keine Drecksarbeit für Hungerlohn macht, das
    Lebensnotwendige wegnehmen. Denn er hat sich ja selbst
    dafür entschieden.

    Klar würde jeder vernünftige Mensch hier sagen: Halt
    momentmal, er hat sich für’s Nichtarbeiten entschieden,
    nicht für’s Nichtessen. Das das eine an’s andere gebunden
    ist glaubt doch bloß ihr. Aber das ist gerade der Punkt:
    Das glauben die und das reicht.

    Gleichzeitig glauben sie, dass man Hungerstreikende zwangsernähren muss wegen Heiligkeit des Lebens etc..

    Hexenfoltern ist auch eine Sozialleistung, denn selbst wenn man annehmen würde, dass diese tatsächlich Schmerz spüren könnten, ist es doch viel besser hier auf Erden ein begrenzte Zeit bloße natürliche Qualen zu erdulden, als ewig die viel schlimmeren, übernatürlichen
    der Hölle. Kann man nicht behaupten dieser Irrsinn wäre ganz frei von Logik. Es reicht eben an einer Stelle einen Fehlschluss zu begehen, um am Ende völlig neben der Spur zu liegen.

    Um die Christlichkeit der Union mach ich mir keine Sorgen.

    Auf welche realen Ideen diese parteigewordene bipolare Störung morgen kommt, ist eine andere Frage.

  59. …ich erinnere eine Zeit, da hat man trunken und/oder wütend einen Leserbrief an die örtlich zuständige Lokalredaktion der WZ/RP/NRZ/WAZ usw. geschrieben. Meistens hat man das dann am nächsten Morgen bierduchtränkt unleserlich und mit schwerem Kopf entsorgt und sich geniert.
    Da hat sich was geändert…
    Muss ich das jetzt fortschrittlich finden?
    Rumpelstielzchen/HansemannTrump, Migrantenenkel in US beweist jedenfalls das Gegenteil von vernünftigem Umgang mit den sog. neuen Medien.
    Früher war mehr Lametta…
    Klar, gab ja auch keine BlinkeLED’s aus China.
    Dafür Transistorradios aus Japan.

    puh…

  60. Hungerstreikende zwangsernähren macht man, um sich nicht „erpressen“ zu lassen.
    Hungerstreikende verhungern lassen, ist wahrer Humanismus. Der Verhungernde hat sich ja wirklich fürs Nichtessen entschieden.

    Punkt ist, mit genug sophistischem Hinschmalzeinsatz kriegt man alles gerechtfertigt.

    Sinn oder Unsinn des Namens „Alternative für Deutschland“ ist von daher egal. Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass andere Parteien Anschläge auf ihre Abgeordneten oder sonstigen Parteimitglieder derartig aufbauschten; wenn „Alternative“ hier die Kurzform von „Alternative Fakten“ sein soll, hey. Überraschung.

  61. @ 65 Mycroft
    Das Aufbauschen funktioniert aber so gut, dass Sie auch das Wort „Anschlag“ benutzen, unter einem Artikel, der kritisiert, dass Behauptungen ohne Beleg unkritisch übernommen wurden.

  62. @ Thorsten:

    „Professorenpartei“:

    Ich verstehe darunter eine Partei, in der besonders viele Professoren oder andere herausgehobene Akademiker in wichtigen Positionen vertreten sind – nicht eine Partei, in der es auch Professoren gibt. Ich verwende den Begriff so, wie die Presse ihn auch verwendet hat. Ich kann aber gerne auch auf diesen Begriff verzichten.

    „Also waren sie [die AfD-Leute] als sie sich so benannten noch weniger alternativ als jetzt?“

    Ja, oder umgekehrt, je nach SIchtweise: Sie sind jetzt noch alternativer als damals.

    „Hängt von der persönlichen Auffassung ab.“

    Dass die AfD sich deutlicher von den anderen Parteien unterscheidet als die anderen Parteien untereinander, dürften allerdings alle Parteien so sehen (außer vielleicht im Fall CDU/CSU und Linke).

    Ich glaube, man macht hier aus einer Frage um Worte ein Problem, das es so nicht gibt:
    Einige Leute waren mit der Politik der etablierten Parteien unzufrieden, vor allem in der Euro-Politik, die sie für ein zentrales Thema hielten. Deshalb nannten sie sich „Alternative für Deutschland“ – sie wollten in den ihnen wichtigen Fragen eine andere Politik machen. Die AfD beansprucht für sich heute vermutlich noch mehr als damals, tatsächlich eine inhaltliche „Alternative“ zur etablierten Politik zu bieten, und vermutlich ist sie von ihrem Anspruch auch überzeugt. Selbstbezeichnungen transportieren oft die eigene Selbstwahrnehmung (die von der Fremdwahrnehmung abweichen kann) und den eigenen Selbstanspruch – das ist allgemein üblich. Die AfD wird sich also so nennen, wie sie sich selbst sieht und wie sie gesehen werden will – genauso, wie andere Akteure das auch tun.

    Man kann sich jetzt stundenlange sprachphilosophische Diskussionen darüber führen, was der Begriff „Alternative“ im konkreten Zusammenhang einer politischen Partei denotiert und konnotiert und was nicht. Aber die meisten Leute dürften damit keine großen Probleme haben, und diese Selbstbezeichnung der AfD ist vermutlich nicht problematischer als die Selbstbezeichnung zahlreicher anderer Akteure und Vereinigungen.

    Das einzige, was ich anmerken möchte ist, dass es fraglich ist, ob der Begriff „Alternative“ für sich genommen nach dem allgemeinen Sprachverständnis klarerweise impliziert, dass die AfD sich (auch) „taktisch“ anstatt nur inhaltlich anders verhalten müsse als andere Parteien. Das war ja die Ausgangsbehauptung.
    Eigentlich aber war mein Anliegen, vor genau solchen Debatten zu warnen, weil sie uninteressant und fruchtlos sind. Ich finde es im Fall der AfD viel weit sinnvoller, über Inhalte als über Worte zu sprechen (wenn die AfD denn das Thema ist).

    „Da müsste man über die Fragen reden.“

    Dass die inhaltlichen Unterschiede zwischen der AfD und den etablierten Parteien wesentlich und erheblich sind, dürfte allerdings kaum bestritten werden – weder von der AfD noch von den anderen Parteien noch von Beobachtern wie etwa Journalisten.

    Abgesehen davon benennt sich eine Partei wie gesagt entsprechend ihrer eigenen Auffassungen und Ansprüche, nicht entsprechend der Auffassungen und Ansprüche Dritter. Und für die AfD sind die Themen, in denen sie sich von anderen Parteien abgrenzt, zweifellos wichtig. Man kann natürlich argumentieren, dass diese Themen in Wahrheit doch unwichtig seien – aber das ist dann doch eher Thema einer Sach- als einer linguistischen Diskussion.

    Zitat:

    „Das hilft doch alles nichts. Damit kann man z.B. sowohl einen liberalen als auch einen repressiven § 218 rechtfertigen.“

    Ich habe doch auch nirgendwo behauptet, dass „christliche Werte“ wie die von mir aufgeführten in jedem Fall eindeutig eine bestimmte politische Position vorschreieben würden. Das tun sie natürlich nicht – aber das ist für meine Argumentation doch auch komplett irrelevant. Es genügt für mein Argument doch völlig, dass die Union sich auch dort in vielen Fällen nicht sonderlich „christlich“ – und erst recht nicht „christlicher“ als andere Parteien – verhält, in denen sich sicherlich ein breiter Konsens darüber erzielen ließe, was der Terminus „christlich“ hier implizieren sollte.

    „Das sehen die [Unionsparteien] wohl anders, weil sie z.B. eben auf ihre Art solidarisch sind.“

    Ja – und die AfD sieht sich eben auf ihre Art als „Alternative“.

    Dass CDU und CSU sich selbst als christlich begreifen mögen (und sich dann auch so nennen dürfen), bestreite ich ja nicht – es ist für meine Argumentation irrelevant. Es ging darum, dass die Selbstbezeichnung einer Partei eben zumindest vielen Außenstehenden als fragwürdig erscheinen kann; und dass diese Kritik aber wohl (mindestens) so für die Union wie für die AfD gilt.

    „Mein dritter Einwand ist, dass damit Menschen nicht
    mehr als selbstständig wahr- und ernstgenommen wer
    den […]“

    Ich weiß jetzt nicht, auf was sich das „damit“ bezieht. Und Sie machen viele weitere Fässer auf, die m.E. zu einer anderen Diskussion gehören würden und nicht direkt mit dieser Diskussion zu tun haben, aber die Debatte noch viel mehr ausweiten würden: Wesen der wahren Solidarität oder Liberalität, die Angemessenheit von Sanktionen oder um Hexenverfolgung…

  63. Frank Magnitz hatte durch den Aufschlag ein Saulus-Paulus Erlebnis und tritt aus der AfD aus um sich humanitären Aufgaben zuwidmen.
    Er wird Mönch in einem Wanderorden.
    Dieser Orden wurde von Gordon Wander gegründet und hat sich auf die Fahnen geschrieben,dort hinzugehen
    wo die mental-humantäre Not am grössten ist.
    Sprich wo Leute sind die sich einen Dreck um ihre Mitmenschen scheren,das aber mit wohlfeilen Worter zuverbergen wissen.

  64. @Jub 68, #66:
    Ein Anschlag ist ein Angriff auf jemanden oder etwas. Dass es einen Angriff auf Magnitz gab, ist wohl unstrittig. Daher verwende ich das Wort „Anschlag“ korrekt.
    Ich schrieb nichts von „Kantholz-Anschlag“ oder dergleichen.

  65. Typisch, die immer bei jeder Gelegenheit austeilen, auch gerne unter die Gürtellinie, werden aber dann doch sehr dünn häutig, wenn sie selber einmal betroffen sind? Wer austeilen kann, sollte auch einstecken können. Jeder Angriff, egal auf wen ist zu verurteilen, aber es sind schon Menschen wegen weniger für diese Hetze in Deutschland gestorben. Ich möchte nur einmal daran erinnern, dass alleine seit dem Mauerfall, mehr als 170 Opfer rechter Gewalt wurden, seit 2015 mehr als 3000 Angriffe auf Minderheiten und Flüchtlingsheimen verübt wurden, man kann sagen, man hat sich schon wieder in Teilen der Gesellschaft daran gewöhnt. Leider.

  66. @Matti Illoinen: Wen hatte Herr Magnitz vorher überfallen und verletzt? Welche anderen AfD-Politiker haben das getan?
    Übrigens: Für die Verurteilung von Straftätern ist in einem Rechtsstaat die Justiz zuständig.

  67. @73: Was hat der Angriff auf Magnitz noch mal mit der AfD zu tun?
    Sie möchten einerseits verhindern, von der AfD-Politik auf den Angriff zu schließen, andererseits aber den Angriff als „Anti-AfD Angriff“ bewertet haben.
    Was nun, behandeln wir den Magnitz jetzt als Repräsentanten der AfD oder als Privatperson?

  68. Schon klar. Wenn ein Politiker der sog. AfD angegriffen wird dann ist selbstverständlich die Hetze gegen diese Partei Ursache dafür. Gleichzeitig ist die sog. AfD aber keinesfalls für Folgen der von ihr permanent abgesonderten Hetze verantwortlich. AfD-Dialektik quasi.

  69. @wonko #76

    Was man bei Narzissten wir Donald Trump oder radikalen Gruppen mit starkem Feindbild beobachten kann ist, dass sie von ihren Handlungen oder ihren Persönlichkeitsmerkmalen auf andere schließen. Das meiste was die also über andere sagen oder ihnen vorwerfen ist nur ein Spiegel ihres eigenen Tuns oder ihrer eigenen Persönlichkeit. Klassische, lupenreine Projektionen also.

    Dass das andere so ernst nehmen und Nedien fleißig darüber berichten ist das eigentlich Erstaunliche.

  70. Äh, in #77, sollte „das meiste was sie also“ und „Medien“ heißen. Autokorrektur oder falsche Taste gedrückt…

  71. @Mycroft #69:
    Ich bin ein bißchen late to the party, aber:
    „Ein Anschlag ist ein Angriff auf jemanden oder etwas. […] Daher verwende ich das Wort ‚Anschlag‘ korrekt.“
    Ernsthaft? Angriff oder Anschlag, Jacke wie Hose also.
    Ist es denn wirklich so schlimm mal daneben zu liegen?

  72. @Billiam:
    Sprache ist eh‘ ein Haufen schwammig und unscharf definierter Wörter. Jede(r) definiert jeden Begriff so um, wie er in die eigene Argumentation am besten passt.
    Aber gut, Ihnen ist „Angriff“ lieber als „Anschlag“. Wenn ich den Begriff „Angriff“ verwende, beweist das aber leider trotzdem nicht, dass ich Begriffe nicht unkritisch übernehme, was ja JUB 68s Vorwurf war.
    Von daher: Keks.

  73. @80: Hey, endlich mal wieder was, wo wir uns einig sind.
    Sprache ist eine Kompression des menschlichen Wahrnehmungsspektrums in vermeintlich „universelle“ Häppchen.

    Nur, dass die halt nicht universell sind, zumindest nach Stanley Fish:
    Die Interpretation entsteht immer im Gehirn des Empfängers, völlig unabhängig davon, ob die mit der Intention übereinstimmt.
    Sinngemäß: „Ein Buch, das ich lese, schreibe ich neu, in meinen Wörtern, in meinem Kopf.“
    Oder in kurz: Denotationen gibt es nich, nur Konotationen.

  74. Herr Magnitz stand nach der Attacke auf und bat um ein Handyfoto, schreibt SPON:

    „Als sie bei ihm ankamen, war Magnitz offenbar schon wieder ansprechbar. Das legt ein bisher unveröffentlichtes Video der Tat nach SPIEGEL-Informationen nahe. Darin sind die beiden Handwerker zu sehen, die kurz nach der Tat zu Magnitz eilen. Sie bleiben stehen, einer wählt den Notruf. Der andere Klempner geht zurück zum Lieferwagen, bleibt aber auf halber Strecke stehen und kehrt um. Magnitz nimmt sein Handy, entsperrt es und reicht es dem Klempner. Der macht ein Foto – noch bevor der Rettungswagen da ist.

    Der Mann soll der Polizei später gesagt haben, dass Magnitz „sofort“ um ein Foto gebeten habe. Da das Handy des Klempners im Lieferwagen lag, sei er zurückgegangen. Dann habe es sich Magnitz anders überlegt und sein eigenes Handy hevorgeholt.“

    Magnitz wollte mit dem Foto „mediale Betroffenheit“ erzeugen. „Mir war klar, dass eine entsprechende Aufmerksamkeit damit erzielt werden würde …“

    Stöckchen hingehalten, wie Sascha Lobo in seiner letzten SPON Kolumne treffend schreibt und der mediale Apparat springt völlig unreflektiert an …

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/afd-angriff-auf-frank-magnitz-gutachten-stuetzt-version-der-ermittler-a-1248280.html

  75. @Mycroft:
    „Jede(r) definiert jeden Begriff so um, wie er in die eigene Argumentation am besten passt.“
    Kann man machen. Ist einer gelungenen Kommunikation aber dann eher nicht so zuträglich. Mir ist der Begriff lieber, der den Sachverhalt möglichst präzise beschreibt. Ein Angriff war es zweifellos. Ein Anschlag*? Ein Attentat? Wissen wir nicht. Aber sieht im Moment nicht danach aus.

    Ihren letzten Satz verstehe ich nicht so richtig.
    *Ob Denotation oder (gesellschaftlich priviligierte) Konnotation. Ich behaupte mit =Angriff kommen wir da nicht hin.

  76. @Bileam:
    Wie man’s nimmt.
    Prinzipiell bin ich der Ansicht, dass ich eine Sache mit jedem Wort bezeichnen kann, dessen Definition auf sie zutrifft, ohne mich rechtfertigen zu müssen.
    Jetzt sagt man mir, dass ich die AfD-Aufbauschung unkritisch übernehme, wenn ich deren Wortwahl übernehme.
    Darauf ist mein Argument, dass ich ein Wort auch _kritisch_ übernehmen kann, d.h., wenn ich der Ansicht bin, dass die AfD ein Wort zufälligerweise richtig verwendet – also in Einklang mit bspw. Tante Wiki – kann ich das Wort auch verwenden, _ohne_ dass ich damit indirekt die gesamte AfD-Darstellung übernehme.
    Oder umgekehrt, wenn ich bei jedem Wort, dass ich verwende, prüfen muss, ob und wie die AfD oder sonstige Gruppen, mit denen ich nicht in einen Topf geworfen werden will, dieses Wort verwenden, ist es für mich einfacher, gar nicht mehr zu reden. Ich bin schon ein Freund präziser Sprache, aber das artet in Schikane aus.

    „Keks“ heißt in Zusammenhang mit Argumenten soviel wie „keine Ahnung, auch egal“. Ruhm und Ehre der mächtigen Rezimafia, die diesen Begriff prägte.

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