Arabisch kommt uns nicht in die Schule!

Der saarländische Kultusminister Ulrich Commerçon hat in den vergangenen Tagen viel Post bekommen. Die Verfasser nannten ihn „eine stinkende Ratte von einem Verräter am Deutschen Volk“, einen „geistig verkrüppelten Untermenschen“ oder einen „verfluchten Vaterlandsverräter“ und malten sich in größter Ausführlichkeit und Detailfreude aus, wie er und seine Familie brutal von Schwarzen vergewaltigt und von Arabern umgebracht werden. „Sterben Sie endlich!“, forderte ihn einer auf.

Andere hingegen äußerten sich inhaltlich. „Die Sprache der mittelalterlichen Eselficker soll also an deutschen Schulen unterrichtet werden?“, schreib einer. „NIEMALS !!!“

Auslöser der Briefe waren Berichte, wonach Commerçon an Schulen im Saarland – an unseren Schulen – Arabisch-Unterricht einführen will. Die „Bild“-Zeitung hatte das Empörungspotential dieses Details in einem längeren Pressegespräch des Ministers entdeckt und entsprechend verbreitet. Und so ist diese kleine Geschichte vielleicht auch ein Lehrstück, wie aus einer nicht sehr spektakulären politischen Ankündigung mit Unterstützung von „Bild“ eine Vorlage für die AfD wird, für Moslemhasser und für Leute, die ihre Briefe mit dem Ruf „Schlesien bleibt unser!“ beenden.

Bei dem Pressegespräch Anfang August in der Staatskanzlei in Saarbrücken ging es um steigende Schülerzahlen, wachsenden Bedarf an Lehrern, eine Reform der Gymnasialen Oberstufe Saar und die Chance, die in einem „herkunftsprachlichen Unterricht“ liegen kann. In der Zusammenfassung des Ministeriums heißt es zu dem letzten Punkt:

Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund verfügen mit den Kenntnissen in ihren Herkunftssprachen über Kompetenzen, die in einer zusammenwachsenden Welt zunehmend wichtig werden. Um eine Aufwertung der Mehrsprachigkeit im Saarland zu erreichen, wird derzeit die Verordnung des herkunftssprachlichen Unterrichts novelliert.

„(…) Zum einen gehen jetzt schon viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in unsere Schulen, zum anderen erleben wir im Saarland zunehmend Zuwanderung. Die Sprachfähigkeiten der Zugewanderten müssen als Unterrichtsfach mehr Raum bekommen. Das werden wir schon zum Schuljahr 2018/2019 angehen und herkunftssprachlichen Unterricht in einzelnen Sprachen als Schulfach anbieten“, so [Staatssekretärin] Streichert-Clivot.

Im Saarland gibt es viele Kinder und Jugendliche, die muttersprachliche Kompetenzen, zum Beispiel in Türkisch, Italienisch, Russisch und auch in Arabisch mitbringen. „An ausgewählten Schulstandorten werden wir dann diese Sprachen als Unterrichtsfach mit ausgebildeten Lehrkräften anbieten“, sagt Bildungsminister Commerçon.

Mit dieser Aufwertung verlassen herkunftssprachliche Kompetenzen ihr randständiges Dasein und werden zum anerkannten Lernbereich für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, so Commerçon.

Damit daraus ein Aufmacher im Saarland-Teil der „Bild“-Zeitung werden konnte, musste die Sache aber natürlich auf einen entsprechend aufregenden Teil reduziert werden. Und so berichtete „Bild“:

Ausriss: „Bild“

Auch überregional schaffte es die Saarland-Nachricht in die gedruckte „Bild“-Zeitung. Die Zuspitzung auf das Fach Arabisch (an unseren Schulen!) sorgte für viel Aufmerksamkeit und Empörung – zum Beispiel auf der Facebookseite von „Bild“-Saarland. Die „Top-Kommentare“ dort sind:

Ich glaub jetzt geht’s los… Wo Leben wir den?? Die sollen alle gefälligst Deutsch lernen wenn sie hier Leben wollen wir müssen auch die Sprache des Landes lernen in dem wir leben wollen :@

Ich glaub die haben den schuss nicht gehört sie sollen deutsch lernen wenn sie schon in unserem land sind fertig

(…) Und jetzt sollen unsere Kids noch ihre Landessprache Lernen, ich glaub es geht los die, die da oben sitzen haben doch echt nicht mehr alle latten am Zaun… 😡

Warum sollen deutsche Kinder jetzt die Sprache der Zuwanderer Lernen?? Ich dachte integrieren heißt die Landes typische Sprache zu Lernen, also warum lernen Zuwanderer Kinder nicht deutsch??? Nein ich bin dagegen das Arabisch an Schulen gelehrt wird.

Auf Facebook wurde der Bild.de-Artikel zigfach geteilt, fast immer mit Formulierungen wie:

Statt dafür zu Sorgen, daß alle ordentlich Deutsch können, sollen die Deutschen Schüler jetzt lieber Arabisch lernen…

Die Scharia Partei Deutschland ($PD) plant Arabisch-Unterricht an Saarlands Schulen!

Wie wäre es stattdessen mit Deutsch?!

NIEMAND PLANT EINE MAUER
NIEMAND PLANT DIE ISLAMISIERUNG
VERDAMMT NOCHML DIE SOLLEN DEUTSCH LERNEN NICHT UMGEKEHRT

Die ausländerfeindliche Seite „PI-News“, die sich seit einiger Zeit im Bild.de-Design präsentiert, sprach von „Umgekehrter Integration schon ab der Grundschule“:

Links: Bild.de; rechts: PI-News

In saarländischen Schulen werden derzeit rund 7.500 angebliche „Flüchtlingskinder“ unterrichtet. Offenbar ist es aber eher vernachlässigbar, dass diese kultur- werte- und sprachfremden Nachwuchsfoderer Deutsch lernen. Stattdessen müssten, wie Commerçon sagt, die Sprachen der Herkunftsländer mehr Raum im deutschen Schulunterricht bekommen. Denn Arabisch habe (dank des Geburtendschihads) gute Chancen, einmal eine Weltsprache zu werden.

Gleichzeitig mit der Umvolkung soll so also nun die sprachliche Transformation der Deutschen und somit die Integration der „schon länger hier Lebenden“ in die Invasionsgesellschaft vollzogen werden und zwar an „ausgewählten Schulstandorten“ durch dafür ausgebildeten Lehrkräfte. Neben Arabisch soll selbstverständlich auch Türkisch am Programm stehen.

(Alles [sic!])

Auch die AfD skandalisierte die Pläne. Ihre Unterverbände teilten den „Bild“-Bericht auf Facebook mit Worten wie:

GOTT BEHÜTE UNS DAVOR…!

Es kommt, wie’s kommen musste.
Nicht die Migranten passen sich an, sondern die Deutschen sollen einen Schritt entgegen kommen.

Die Bundespartei baute sogar eine teilbare Skandalisierungs-Kachel …

… und schrieb:

Wir meinen: Eine gelungene Integration setzt voraus, vor allem die deutsche Sprache zu beherrschen. Warum darüber hinaus auch unsere Kinder Arabisch lernen sollen, bleibt ein Rätsel der SPD.

Oder wie es ein Briefeschreiber an den Minister formulierte:

Die illegalen müssen sich anpassen, und nicht umgekehrt. Arabisch / Türkisch als Fach hat wiederum auch nichts an Deutschen Kindergärten / Schulen zu suchen, wie krank muß man sein um dieses einführen zu wollen. Sind Sie islamverehrer?, könnte ich mir vorstellen das Arabisch bald Weltsprache sei nach Ihrer Vorstellung.

Sie betreiben mit voller Absicht mit eine Umvolkung vorran, und aus diesen Gründen sollten Sie sofort zurück treten und auf alle Bezüge verzichten.

Dass es gar nicht darum ging, dass die Migranten ihre Heimatsprachen anstelle von Deutsch lernen sollten, oder darum, dass Deutsche die Fremdsprachen lernen sollen, damit die Migranten nicht Deutsch lernen müssen, ging im Getöse natürlich unter. Vermutlich musste es untergehen, damit es überhaupt Getöse gab.

In der „Bild“-Geschichte ist die tatsächliche Absicht der Pläne zwar zumindest angedeutet. Aber die Überschrift mit ihrer Reduzierung auf ein aufregertaugliches Detail führt genau zur Skandalisierung, die dann von AfD und Rechtsextremisten genutzt wird.

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PS: Das saarländische Kultusministerium schickte denjenigen Briefeschreiberrn, die nicht nur mit Hass um sich warfen, übrigens folgende Antwort:

Im Saarland gibt es viele Kinder und Jugendliche, die eine andere Muttersprache als Deutsch sprechen, zum Beispiel Türkisch, Italienisch, Russisch und zunehmend auch Arabisch. Bisher gab es für einige dieser Sprachen an den Schulen schon Sprachunterricht, den sogenannten Konsulatsunterricht. Dieses Angebot hatte aber einen Makel: Der Unterricht fand bisher ohne eine wirkliche staatliche Kontrolle statt. Wir wollen aber, dass Unterricht im geschützten Raum der Schule unter unserer Aufsicht steht. Wir wollen entscheiden, was und wie unsere Kinder lernen. Daher wollen wir an ausgewählten Schulstandorten diese Sprachen ab dem Schuljahr 2018/19 als Unterrichtsfach mit eigens dafür ausgebildeten Lehrkräften selbst anbieten. Und zwar nicht als neue Pflichtfächer, sondern als zusätzliches Angebot, das dann als freiwilliges Unterrichtsfach zur Verfügung steht. Und dies nur, wenn es die entsprechende Nachfrage an den Schulen dafür gibt. Selbstverständlich wird der Deutschunterricht dadurch nicht ersetzt, im Gegenteil: Das Erlernen der deutschen Sprache hat die erste Priorität.

Eine Frage, die viele Menschen in den letzten Tagen in Briefen, E-Mails und bei Facebook gestellt haben, lautet: Müssen jetzt alle Kinder zum Beispiel Arabisch oder Türkisch lernen? Darauf gibt es eine klare Antwort: natürlich nicht. Sie können aber, wenn sie es wollen und wenn es dafür genügend interessierte Schülerinnen und Schüler gibt. Das Erlernen zusätzlicher Sprachen sehen wir als Qualitätssteigerung in unseren Schulen, was Kinder nicht nur in der persönlichen Entwicklung weiterbringt, sondern später auch beruflich ein Vorteil sein kann.  Arabisch zum Beispiel wird von mehr als 700 Millionen Menschen auf der Welt als Mutter- oder Zweitsprache gesprochen und ist eine der sechs Amtssprachen der Vereinten Nationen (UN). (…)

71 Kommentare

  1. Und wieder einmal tritt die Bild-„Zeitung“ den Beweis an, dass für den täglichen Hassappell in 1984 sogar Leute bereit sind, Geld zu zahlen.

  2. Naja, zumindest weist diese Geschichte erneut stark daraufhin, das wir uns in den Schulen weniger auf Sprachen konzentrieren sollten, sondern eher: Verstehen, Einordnen, Nachdenken, Kinderstube, Manieren.

  3. Ja, die zitierte Äußerung, daß Arabisch erst zukünftig möglicherweise eine Weltsprache werden könnte, hat mich auch irritiert. Aber vielleicht entspricht dies einfach bloß der Sichtweise von Menschen, für die die Welt an den Grenzen Europas aufhört.

    Letztlich ist es doch sehr entlarvend, wenn die bloße Ankündigung des Angebots zusätzlicher Fremdsprachen an Schulen zu solchen Auswüchsen von Haßtiraden führt. Об ди АФД мит дер глайхен Енчлосенхайт даз Лерен дер русишен Зпрахе унд дер куриллишен Шрифт аблент? Ich fürchte allerdings, der durchschnittliche AFD-Sympathisant zieht diesen Vergleich nicht.

  4. Wenn Kinder in Deutschland türkische oder arabische Eltern haben, dann werden sie wohl zuhause türkisch oder arabisch sprechen. Wenn auch ihr Umfeld türkisch oder arabisch geprägt ist, wenn ihre Fernseher auf türkische oder arabische Sender eingestellt sind, dann sollten sie in der Schule deutsch sprechen und als erste Fremdsprache englisch lernen.
    Außerdem sprechen Kinder in Deutschland zuhause auch polnisch, russisch, italienisch, spanisch, portugiesisch, griechisch, bulgarisch, rumänisch und diverse andere Sprachen. Woher sollten die Lehrer für alle diese Sprachen kommen? Wie soll das alles organisiert werden?
    Es bleibt dabei: In Deutschland spricht man deutsch, faktische Weltsprache ist englisch. Darauf sollten sich die Schulen konzentrieren.
    Genauso wenig halte ich vom Religionsunterricht. Es sollte ein Fach im Sinne von Ethik und Werten (unseres Grundgesetzes) für alle geben.

  5. Gut, in einigen Ecken von Köln, Duisburg oder Berlin kommt man mit Arabisch tatsächlich weiter und zusätzliche Sprach- und Lernangebot an Schulen sind grundsätzlich zu begrüßen. Dennoch finde ich, daß erstmal mehr Geld für das bisherige Angebot sowie die Ausstattung und Gebäude der Schulen ausgegeben werden sollte. Die zusätzlichen Deutschkurse für die Ausländerkinder müssen auch noch finanziert werden. Dann wäre da noch die Inklusion an (NRW-)Schulen, die kostet auch nochmal mehr Geld, oder wird die jetzt wieder zurückgedreht ?
    Bevor man ständig neue Fässer aufmacht, sollte man die bestehenden mal auffrischen. Irgendein Tüppes hat eine tolle Idee aber mit der Umsetzung lässt man die Schulen komplett alleine.

  6. @5, Angelo M. Erkel: Die Sprache die im Saarland wie in Rheinland-Pfalz an einigen Schulen gerne auch als erstes gelehrt wird ist übrigens französisch. Mit welchem Recht? Dass es direkt nebenan liegt. Ist das eine bessere Begründung als die, schon erworbenes Wissen zu vertiefen? Ich denke Nein. Außerdem gibt es einen klaren Unterschied ob man die Sprache versteht und sprechen kann oder ob man mit ihr umgehen kann. Siehe auch die hier im Artikel abgebildeten Kommentare, die schon von der Rechtschreibung her eine Katastrophe sind.

    Sprache ist wichtig und wenn Deutschland seine Position behalten will muss es eben auch auf andere Länder eingehen können. Das beinhaltet, dass wir genug Leute haben, die eben auch verschiedene andere Sprachen können.

  7. Außerdem muss ich zugeben musste ich bei den Kommentaren an das Känguru denken.

    „‚Statt dass ihr hier so Lärm macht: Lernt erst mal anständig Deutsch!‘, ruft einer von Dwigs Anhängern uns zu.

    ‚Anständiges Deutsch‘, verbessert ihn das Känguru durchs Megafon.“

    Aus „Die Känguru-Chroniken“, Kapitel „Manchmal muss es weh tun“

  8. @6, Onkel Hotte:
    Sie verwechseln da was. Der saarländische Minister spricht natürlich für die Schulen im Saarland. Was der saarländische Minister mit seinen Schulen vor hat sollte eigentlich keine weiteren Auswirkungen auf die Schulen in NRW haben.

  9. Mensch das Saarland. Früher Vogel fängt den Wurm. In Frankfurt gibt es ca. 30 (dreißig) Schulen an denen arabisch als herkunftssprachlicher Unterricht angeboten wird (gleiches gilt für türkisch).

    Gleichzeitig boomen in Frankfurt die Privatschulen. Möglicherweise gibt es da einen Zusammenhang, möglicherweise nicht. Was weiss ich schon.

  10. Ich habe im letzten Herbst 6 Wochen im Saarland verbracht – und habe dort feststellen müssen, das Deutsch dort generell eine Fremdsprache zu sein scheint. Evtl. kommt daher die Aufregung, kommt ja in den Kommentaren im Artikel auch gut rüber.

  11. Diesmal geht „das Abendland“ also wegen Sprachunterrichtes unter …

    So oft wie „das Abendland“ schon untergegangen ist hat es wohl mehr Leben als ein paar Katzen …

    Ich hoffe nur, dass jede Zuschrift mit einer Beleidigung und/oder Drohung an die Staatsanwaltschaft geht. Schließlich ist D je ein Rechtsstaat und den lassen wir uns von jenen, für die offenbar jedwede Kultur fremd ist, nicht zervolken … ähh … abvolken … neee … wegvolken … vollvolken?

  12. Muttersprachlichen Unterricht gibt es in der Grundschule auf der meine Kinder waren und auch schon ich war seit über vierzig Jahren. Es helfe ungemein, anständiges Deutsch zu lernen, wenn man seine Muttersprache anständig beherrsche. Sagen die Lehrer. Ich glaube das.

  13. Ich gebe den jenigen recht die fordern lasst die Kinder und Jugendlichen erst einmal richtig Deutsch lernen ich kenne viele Leute die fast nur in ihrer Muttersprache reden und selbst wenn sie schon dreißig oder vierzig Jahre hier in Deutschland leben die deutsche Sprache nur unzureichend oder fast gar nicht beherrschen in vielen englisch sprachigen Ländern ist das Pflicht das sollte es hier auch sein im übrigen kann man keine Deutschen Kinder dazu zwingen eine arabische Sprache zu erlernen!!!!! Meines Erachtens kann man hier in der Schule immer noch wählen welche Sprache man auf dem Gymnasium lernen will!!!! Und das ist für Deutsche ganz bestimmt nicht Arabisch!!! Wenn die Flüchtlinge und Migranten in ihrer Muttersprache reden wollen können sie das ja zu Hause machen!!! Das hat absolut nichts mit Rassismus zu tun das ist nur ein gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung!!! Wenn man viel mit Menschen zu tun hat merkt man daß sich viele keine Mühe machen da sie in ihrer eigenen Welt leben in einer Parallelgesellschaft!!!!!!

  14. @Frau Jürges: Niemand will deutsche Kinder dazu zwingen, die arabische Sprache zu erlernen.

    Aber Sie haben sicher recht, dass viele Menschen, die hier in Deutschland leben, die deutsche Sprache nur unzureichend beherrschen. Manchen ist das selbst nicht einmal bewusst.

  15. @14: Die deutsche Rechtschreibung kennt im Übrigen noch weitere Satzzeichen abgesehen vom mehrfachen Ausrufezeichen. Kannste Dir nicht ausdenken…

  16. Warum nicht auch Arabisch in den Schulen anbieten? Es ist eine Sprache wie jede andere auch! Als Zusatzsprache kann man in Bayern für das Abitur sogar punkten.

  17. Der eigentliche Skandal ist doch, dass das Saarland immer noch ein eigenständiges Bundesland ist und nicht schon längst im Zuge einer Neugliederung des Bundesgebietes im neuen Bundesland Pfalz-Schwaben (8-Länder-Modell nach Rutz) aufgegangen ist!

  18. Das, was SvenR sagt.

    Aus der Sprachlernforschung wissen wir, dass es für Kinder enorm wichtig ist, zunächst einmal die Syntax und Semantik einer Sprache zu beherrschen. Ist dies der Fall, so gelingt den Kindern der Erwerb einer Zweitsprache deutlich besser.

    @I. JUERGES

    Darf ich fragen, wie lange Sie schon in Deutschland leben und weshalb Sie Schwierigkeiten mit Ortographie und Interpunktion haben?

  19. Was hatte Terry Pratchett doch gleich über die Leute gesagt, die multiple Ausrufezeichen verwenden? :D

    Ansonsten kriegen Sie sich mal ein, Frau Jürges, hier im UK ist das Beherrschen der Landessprache nicht mehr „Pflicht“ als in DE auch. Andernfalls würden etliche UKIP-Mitglieder gar nicht mehr aus den Strafzahlungen rauskommen.
    Es hilft übrigens auch, den Artikel zu lesen. Stefan hat dazu ja schon etwas gesagt.

    Woran liegt das eigentlich, dass die, ahem, „Besorgtbürger“ immer so ausflippen, wenn es um Mehrsprachigkeit geht? Latein stört die doch auch nicht. Aber okay, es wird wie üblich sein: kommt halt auf die Hautfarbe derjenigen an, die mit dieser Sprache in Verbindung gebracht werden.
    Sagt einem „der gesunde Menschenverstand“ und „die Lebenserfahrung“.

  20. „Ich gebe den jenigen recht die fordern lasst die Kinder und Jugendlichen erst einmal richtig Deutsch lernen“

    Danke für das Vorbild. Wo kann Realsatire schöner werden, als wenn sich Retter der deutschen Kultur auf derart legasthenische Art und Weise, ohne Punkt und Komma und unter Missachtung jeder Orthografie um Kopf um Kragen quasseln?

    Denn am Deutschen hiterm Tresen muss nun mal die Welt genesen.

  21. @5 Angelo M. Erkel
    Ich habe den Eindruck, dass sie die deutsche Sprache nicht verstehen.

    Eine gute HErangensweise ist es, einen Text immer in Teilstücken zu lesen und zu verstehen und dann erst weiterzulesen.

    Denn dann hätten Sie hier nicht diesen Kommentar hinterlassen müssen.

    Lesen Sie den Beitrag bitte noch ein Mal.

  22. @10 Leo

    Der Unterschied ist aber, dass der muttersprachliche Unterricht in Frankfurt außerhalb des regulären Lehrplans stattfindet und nicht von der Schule organisiert wird. Die Schule stellt lediglich die Räumer zur Verfügung.

    Im Saaland soll diese zusätzliche Fremdsprache aber zum Beispiel wie Spanisch oder Italienisch angeboten werden: von regulären Lehrern mit Lehrplan

  23. „Anständiges Deutsch lernen“ und „anständig Deutsch lernen“ sind zwei unterschiedliche, aber richtige Formulierungen.
    „Anständiges“ ist ein Adjektiv und bezieht sich auf „Deutsch“ (ein Deutsch lernen, welches anständig ist), „anständig“ ist (hier) ein Adverb und bezieht sich auf „lernen“ (Deutsch anständigerweise lernen oder Deutsch lernen, wie es der Anstand fordert).
    Ich hatte mal Latein, da lernt man sowas.

    Die Nachbarin von Kommilitonen von mir macht sich mal über ihre Arabischlehrerin lustig (oder war’s die Koran-Lehrerin?). Die konnte nur Arabisch, ihre Schüler nur Deutsch und/oder Berberisch. Tja.

  24. @CIVICHEF: Ich habe den Beitrag noch einmal gelesen. Und alle Kommentare. Und Ihren Kommentar gleich dreimal.

  25. Es ist so furchtbar wenn Unwissenheit in Form von Propaganda auf Dummheit, Wut und Hass stößt. Das saarländische Ministerium hat völlig recht damit, dass die Erstsprache der Kinder dringend gefördert werden muss, bei gleichzeitiger Förderung der deutschen Sprache. Die Vernachlässigung oder gar ein Verbot der Nutzung der Erstsprache der Kinder führt nachweislich zur Identitätskrise, ggf. zur doppelten Halbsprachigkeit und damit zu Persönlichkeitsstörungen, die sich wiederum in Wut, Verzweiflung, Depression und Aggression niederschlagen können. Wer hier Nationalgedankentum gegen sinnvolle Fördermaßnahmen ausspielt, sollte selbst zur Sprachlosigkeit verdonnert werden.

  26. Ich weiß nicht, ob es notwendig ist, die ursprüngliche Sprache zu pflegen. Aber völlig unbestritten ist es von Vorteil, die erste Sprache nicht zu verlieren. Jede zusätzliche Sprache ist ein Schatz und Kinder, die zweisprachig aufwachsen, bekommen diesen Schatz geschenkt. Meine Kinder wachsen in den USA auf und nehmen beide Sprachen quasi nebenbei mit. Es macht ihnen sogar Spaß, mit beiden Sprachen zu spielen.
    Und trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob der saarländische Versuch sinnvoll ist. Meine Skepsis bezieht sich nicht nur auf die Kosten und Ressourcen in einem überlasteten Schulsystem (das Saarland ist ja auch nicht gerade eine Goldgrube). Nein, mein Hauptproblem ist, dass Schule und Kindergarten für viele Kinder der einzige Ort sind, an dem sie Deutsch mitbekommen. In der Familie, dem Freundeskreis, dem Supermarkt wird Türkisch und Arabisch gesprochen, im Fernsehen und Radio sowieso – und jetzt auch noch in der Schule? Gerade die Schule sollte doch eine verbindende Wirkung haben. Stattdessen wird jetzt auch da die Möglichkeit gegeben, im eigenen Saft zu schmoren.
    Meine Kinder (3 und 5) haben Deutsch und Englisch nur deshalb spielerisch mitgenommen, weil sie wussten, dass sie sich in ihrer Schule nun mal nicht auf Deutsch verständigen konnten. Deshalb stand auch eine deutsche Schule für uns nie zur Debatte. Dann hätten wir sie eher noch auf eine arabische Schule geschickt (gibt’s in New York auch).

  27. I. JUERGES ist ein Titanic-Spaßaccount, oder? So etwas kann doch in freier Wildbahn nicht vorkommen. Andererseits, im Fratzbuch gibt es Reservate die solche Spezies beherbergen sollen.

  28. Ich verstehe nicht warum es so ein großes Problem darstellt ,wenn Arabischunterricht angeboten wird.Es hat doch mit Islamisierung nichts zutun.Es ist doch nicht schlecht auch mal andere Sprachen zu lernen als immer nur das gleiche.Immerhin verbringen viele ihren Urlaub in arabische Länder.

  29. Dank an Übermedien für den Beitrag. Ergänzend hinzugefügt ein Artikel der Süddeutschen Zeitung zum grundsätzlichen Sinn von muttersprachlichem Unterricht, Zitat daraus:

    „Die Muttersprache der Kinder spielt an deutschen Schulen kaum eine Rolle. Das widerspricht den Erkenntnissen der Sprachforschung, die verknappt lauten: Die eigene Muttersprache zu beherrschen, ist essenziell für das Erlernen jeder weiteren Sprache. Die Forschung spricht von einer Referenzsprache, die in puncto Grammatik und Begriffsbildung das Grundgerüst im Hirn stellt, das sich auf weitere Sprachen anwenden lässt…“

    http://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-die-muttersprache-gehoert-in-die-klassenzimmer-1.3420915

  30. Ich merke gerade „anständigerweise“ kann auch noch zwei Bedeutungen haben, einmal „auf anständige Weise“, also so, dass dabei ein anständiges Deutsch herauskommt, und dann außerdem wieder „wie es der Anstand erfordert“.
    Hachja, das Leben ist schön.

  31. @New Yorker, #29

    Stattdessen wird jetzt auch da die Möglichkeit gegeben, im eigenen Saft zu schmoren.

    Weil man einmal die Woche 45 Minuten (unfundiert geschätzt) Sprachunterricht _zusätzlich_ nimmt? Ich bitte Sie.

  32. @Fred
    In der Tat. Was die meinen, mit ihren ironisch/sarkastischen Schlagwörtern zu erreichen, bleibt mir verschlossen. Wahrscheinlich fühlt man sich einfach dolle, wenn man „tahnke märkel“ schreibt (merke allerdings gerade, dass es zumindest bei mir nicht wirkt). :)

    @New Yorker
    Warum hätte das Angebot für Arabischunterricht denn keine „verbindende Wirkung“?
    Er stünde ja jedem offen. Auch jenen, bei denen zuhause Deutsch gesprochen wird.

  33. Ich finde, die Politiker übertreiben wieder einmal. Die Migrantenkinder sprechen ohnehin ihre Muttersprache daheim, die braucht man in der Schule wirklich nicht durch Unterricht zu pflegen. Wer hierzulande vorankommen will, der muß gut Deutsch und Englisch können. Wer besonderen Wert auf arabisch legt, weil er z. B. Übersetzer werden will, kann dies aus eigener Initiative machen. Ich denke mal, die wenigsten Kinder im Arabischunterricht werden diese Sprache beruflich nutzen wollen. Stattdessen wird nun noch mehr arabisch gesprochen und die Bildung von Parallelgesellschaften gefördert. Ebenso wirkt dieses Angebot einladend, so daß noch mehr Migranten sich nach Deutschland hingezogen fühlen. Wir haben jetzt schon ein Riesenproblem, die abgelehnten Asylbewerber abzuschieben. Die wehren sich mit Händen und Füßen dagegen, reichen Klage ein oder lassen sich krank schreiben, und das sehr erfolgreich. Der Staat wird zur Witzfigur.

    Man vergißt auch leicht, daß Araberfamilien im Schnitt deutlich mehr Kinder bekommen. In 10 Jahren verändert sich die ganze Bevölkerungsstruktur, es sind dann 5 Millionen Arabischstämmige. Und so geht das in großen Schritten weiter…. sie haben auch eine komplett unterschiedliche Mentalität, die mit unserer nicht kompatibel ist. Das ist Zündstoff, und was bisher geschah ist nur der Anfang.

    Daß Parallelgesellschaften gefördert werden und daß immer mehr Gewalttaten gibt, kümmert die Politiker nicht. Die Zukunft unserer Kinder ist ihnen egal – Hauptsache, die neuen „Fachkräfte“ dürfen zu hunderttausenden hereinschwappen. Ich bin über soviel Verantwortungslosigkeit sprachlos… Und dann muß ich mir noch anhören, daß Deutschunterricht für sie nicht reichen soll, was jetzt noch fehlt ist Arabischunterricht. Die Aufregung der Bürger ist mehr als nachvollziehbar.

  34. Ich glaube, der Übermedien-Artikel ist für viele hier schwierig zu verstehen – so zumindest mein Eindruck nach Lesen der Kommentare. Hier stechen einige Kommentare heraus, die den Text nicht verstanden haben.

    Auf DLF gibt es die Nachrichten in einfacher Sprache.
    http://www.nachrichtenleicht.de/
    Vielleicht ist das auch eine Idee für Übermedien.

  35. Ich bin dafür, den Lateinunterricht langsam abzuschaffen und dafür mehr Lehrer in lebendigen Fremdsprachen auszubilden.

  36. @Chris, #36

    Die Migrantenkinder sprechen ohnehin ihre Muttersprache daheim, die braucht man in der Schule wirklich nicht durch Unterricht zu pflegen.

    Und warum sollte man jetzt allgemein Deutsch, sofern nicht als Fremdsprache, noch mal genau unterrichten? Wird noch viel mehr daheim gesprochen. Sie haben daher schon mitbekommen, dass es hier um Kinder geht, oder?, die Sprache und sowas wie Wortschaft und Grammatik überhaupt erstmal verstehen, begreifen und erlernen sollen. Sprachpflege steht viel viel später auf dem Lehrplan. Wenn überhaupt.

    Wer besonderen Wert auf arabisch legt, weil er z. B. Übersetzer werden will, kann dies aus eigener Initiative machen.

    Sie meinen aus eigener Initiative heraus, indem man _freiwillig_ zu einem _zusätzlichen_ Unterricht geht, so wie es heute schon mittels Konsulatsunterricht geschieht, dieser nur nach Wunsch des saarländische Kultusministerium zukünftig an die Schulen wandern soll?

    Wie hätten Sie eigentlich bei der Schlagzeile „Minister will Italienisch-Unterricht an unseren Schulen“ reagiert?

  37. Hallo, grad weil ic weder mit BILD noch mit AfD irgendwas am Hut hab … es gibt keinen Grund, an Grundschulen in D türkisch, arabisch etc. zu unterrichten. Und es gibt in D bereits Millionen (funktionelle) Analphabeten. So daß keine weiteren (Voll-) Analphabeten als Armutsflüchtlinge mehr importiert werden müssen.

  38. In meiner Grundschule gab es in den späten 80ern einen Griechisch und einen Türkisch Kurs.
    Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich mich bei meiner Mutter beschwert habe, dass ich dort nicht mitmachen durfte, sondern nur ein Teil meiner Freunde.
    selbst als 7-jährigen hätte mich das interessiert.

  39. Unsere Kinder werden kein Arabisch lernen! NIEMALS!
    Die Illegalen sollen wieder in ihr Heimatland zurück und zwar sofort!
    Das sie zu Unrecht hier sind ist jetzt sogar per Urteil bestätigt.

    Kümmert euch endlich um eure Aufgaben wie eine superschnelle Abschiebung!

  40. @Chris:
    Parallelgesellschaften, so wie Reichsbürger, Verschwörungstheorien und „Sieg Heil!“ Rufer auf Besorgten-Demos?
    Durch die Zerstörung ihrer Ausweisdokumente haben diese „Kulturbereicherer“ alle Rechte auf deutschem Boden freiwillig abgegeben.
    Ich bin sprachlos, dass die Politik nichts tut um diese integrationsunwilligen Randgruppen in die Mitte unserer Gesellschaft zu integrieren oder etwas dagegen zu unternehmen.
    Klar, dass das den Volkszorn nach sich zieht.

  41. @Chris: Yo, dieses zusätzliche Angebot von etwaigem Arabisch-Unterricht an deutschen Schulen wird für eine Vervielfachung der Flüchtlingsströme sorgen… und der schnackselnde Araber ist ja ein grundsätzliches Problem.
    Bei Menschen wie Ihnen fehlts in der Tat an vielen anderen Dingen, da sollte man das Thema weiterer Fremdsprachen erstmal hinten anstellen.

  42. @Chris
    Sie klingen wie ein Troll, aber man soll ja nicht vorverurteilen.

    Leider begehen Sie gleich mehrere Fehler:
    a) Sie tun so, als ob die Ausgangsmenge der arabischsprachigen Familien relevant wäre. Vermutlich irrtümlich türkische Familien mit reingerechnet, sowas passiert ja mal. Wikipedia gibt für 2015 eine Einwohnerzahl Arabischsprechender von rund 760.000 an. Gegen 80 Millionen (Sie rechnen doch deutsche Staatsbürger z.B. türkischer Herkunft mit rein, oder werden die nicht überrannt?) Wann soll denn da die Übernahme stattfinden? Die 760.000 müssten ja 40 Millionen, oder sagen wir mal, wenn die Deutschen nicht genug Kinder kriegen (buh!) auf 30 Millionen kommen. Öhm….
    b) Sie projizieren einen Zustand unverändert in die Zukunft. Nun zeigt sich aber immer und immer und immer wieder, so oft, dass ich mich wirklich frage, wie das an Ihnen vorbeigehen konnte, ohne Ihnen Dumm- oder Bosheit zu unterstellen, dass die Anzahl der Kinder sehr viel mit Einkommen und Bildungsgrad einhergeht, dass also gut ausgebildete arabische Mitbürger weniger Kinder bekommen werden.
    Und stieg nicht die Geburtenrate der Deutschen an?

    Also, mal gaaaaanz entspannt zurücklehnen, ja?
    Sie können die freigewordene Zeit ja mal nutzen, um darüber nachzudenken, warum Sie solche Ängste hegen, anstatt vor den statistisch großen Killern Herz-Kreislauf, Verkehrsunfall oder Krebs…

  43. Zur Integration gehört auch, selbst flexibel zu sein und offen für andere Kulturen und Sprachen. Für Menschen, die hierher kommen und noch nicht (gut) deutsch können, schafft das gleich ein besseres Klima, wenn wenigstens irgendwo in Reichweite ein Ansprechpartner ihre Sprache spricht.

    Ich wette Schüler mit Migrationshintergrund werden auch besser integriert, wenn deutsche Schüler ihre Sprache lernen. Dazu kommt noch der Vorteil von muttersprachlich fremdsprachlichen Mitschülern für die muttersprachlich deutschen Schüler, dass sie sehr viel mehr außerhalb des Unterrichts lernen können. Also eine win-win-Situation durch Multikulti, wenn sich das Land die Lehrer leisten kann.

  44. @ 43. Stimmt!!! Wenn Ihre Kinder nach Ihnen kommen, dann nicht. Ich gehe ja mal davon aus, das Sie einen entsprechenden Ariernachweis in Ihren Unterlagen haben. Was Sie vielleicht noch mehr erzürnt: Ihre Kinder DÜRFEN gar kein arabisch lernen! Das dürfen nämlich nur die Ausländerkinder, denen ja sonst auch alles geschenkt wird!!!!!!!!!!!

  45. Albert (#41) kennt sich aus mit funktionalem Analphabetismus. Hört auf ihn! Kein weiterer Import, wir haben schon genug!

  46. @43: Und auch schön aufpassen, dass die Kinderlein auch sonst keine Fremdsprache lernen… am Ende verstehen die noch, was die Illegalen erzählen!!!

  47. Es ist aussichtslos. Der deutsche Pegida-Pöbel kann und will nicht Lesen lernen und die Anderen dürfen nicht. ‚Deutschland schafft sich ab‘ ist deshalb schon ganz passend…

  48. Nach dem Lesen einiger entrüsteter Kommentare hier bin ich so durcheinander, dass ich nicht mehr verstehe, wozu es Deutschunterricht für deutsche Kinder an deutschen Schulen gibt. Das sprechen die doch schon alles daheim?!

    Ich wäre froh, wenn ich hier eine Schule kriegen könnte, wo unser Kind auch die Muttersprache lernen könnte und nicht nur die Vatersprache. Allein schon als Vorbereitung für’s Exil, wenn mal wieder Nazis an die Macht kommen.

  49. @52 / Alexander

    Nach dem Lesen einiger entrüsteter Kommentare hier sollte doch vollkommen einleuchtend sein, dass noch viel zu wenig Deutschunterricht stattfindet. Vor allem die Bereiche sinnentnehmendes Lesen und verständliches Schreiben werden ganz offensichtlich nicht ausreichend gefördert.

  50. @43 Marianna Weber

    „Unsere Kinder werden kein Arabisch lernen! NIEMALS!“

    Wieso – sind die dazu etwa zu dumm?

    Haben Sie doch etwas mehr vertrauen in die Fähigkeiten Ihre Kinder.

  51. Ein Skandal wird hier skandalisiert!
    Angesichts lückenhafter Deutsch-Kenntnisse bei fast allen Einwanderern, auch bei Akademikern, sollte die erste Priorität darauf gelegt werden Deutsch zu lernen.
    Wer im Elternhaus noch eine weitere Sprache lernt hat einen Vorteil.
    Der Vorschlag aber Arabisch als Schulfach zu belegen, wird nicht nur von AfD-Wählern als abwegig betrachtet werden. Da er zudem auch einfache und rechtsextreme Gemüter zu primitiven Antworten provoziert (was vielleicht sogar strategisch geplant war), ist nun die mediale Empörung über die Empörung groß.

  52. @56: Müssen wir also in Zukunft bei jeder Diskussion erstmal drüber nachdenken, obs evtl zu Empörung führt, weils Menschen gibt, die es nicht verstehen (wollen)? Sie gehören ja auch ganz offensichtlich zu der Gruppe…
    Zeigt auch wieder schön, warum Volksentscheide in diesem Land ganz sparsam eingesetzt werden sollten.

  53. Die erste Sprache ist die wichtigste. So wie die erste Sprache gelernt wird, werden die nachfolgenden gelernt.

    Ein großes Problem in Deutschland ist die Halbsprachigkeit, das heißt man kann 2 Sprachen, aber beide nicht korrekt. Dem wird begegnet, dass man die Muttersprache mit einbezieht. Muttersprachlicher Unterricht findet meistens ehrenamtlich und von Vereinen statt. Oft auch nachmittags an den Schulen durch Muttersprachler, die nicht unbedingt Lehrer sein müssen. In den letzten 15 Jahren wurde dieses Thema in der Schulöffentlichkeit in seiner Wichtigkeit bekannt und Lösungen gesucht.
    Es gab Versuche in NRW, in den ersten Klassen eine parallele Alphabetisierung in der Muttersprache zu erreichen. Ich weiß allerdings nicht, ob das weiter geführt wurde – hängt ja meistens am Geld.
    Eine gut beherrschte Muttersprache ist die Basis für weitere Lernerfolge. Die meisten Ausländer unterer Schichten lernen ihre Sprache nur mündlich zu Hause, schriftlich rudimentär. Das soll behoben werden. Türken und Italiener als längste in Deutschland lebende haben da schon Vorbildliches geschaffen.

    Vielen Dank für den Artikel. Man muss die Dummheit der Rassisten öffentlich machen. Ignoranz, die so laut und frech daher kommt, gehört das Maul gestopft. Dem Pöbel geht es nicht um eine Sache, nicht um Informationen sondern nur um Pöbelei.

  54. „Die Bild-Zeitung hatte das Empörungspotential dieses Details in einem längeren Pressegespräch des Ministers entdeckt und entsprechend verbreitet.“
    Tja, die gute BILD-Zeitung, die sich damals so für die „Willkommenskultur“ stark gemacht hat und auch hier von Kommentatoren dafür gelobt wurde.
    Wie bringen BILD-Redakteure den ganzen Wahnsinn eigentlich unter einen Hut bzw. in ihren Kopf? Die Regierungsliebedienerei und das Ressentiment? Können die damit gut schlafen?
    Und warum geht in einem Medien-Blog kein Kommentator auf diese Frage ein, statt sich am Gepöble anonymer Briefeschreiber abzuarbeiten?

  55. @61, Andreas Müller:

    Ich habe diese Ihre Frage auch schon einmal gestellt, allerdings in einem anderen Faden: https://uebermedien.de/18393/hamburg-barmbek-ein-is-wimpel-im-haus-ersetzt-den-psychologen/
    Siehe ersten Kommentar.

    M. E. geht es hier um die „Grundstimmung“ in der Bevölkerung, die Reichelt falsch eingeschätzt hat. Das hat sich wahrscheinlich auch auf die Verkaufszahlen ausgewirkt und da musste dann schnell umgelenkt werden.
    Da Springer keine Haltung hat, hat man einfach sein Fähnchen nach dem Wind ausgerichtet – Die Parallelen zur FDP sind nicht zu bestreiten.
    Spätestens mit der „Kölner Silvesternacht“ (na, denken Sie jetzt auch direkt an Vergewaltigungen?) gab es ja auch „begründeten Anlass“ gegen „Nafris“ zu hetzen, quasi eine Beschuldigungsvollmacht für Springer-Redaktionen.
    Im Jahr danach gab es eine supi-positive Reaktion von BILD auf die anlasslose Kontrolle, Überprüfung und Ausgrenzung (Platzverweise) von mutmaßlich nordafrikanischen Männern.
    Und mittlerweile ist es so weit, dass man „Islamisten-Relativierer“ ist, wenn man psychische Krankheiten von Terrorismus abgrenzen will.

    Was mir hier immernoch schleierhaft ist:
    Wie konnten rechte Blogs wie die von Roland Tichy, Rainer Meier (DonArschlocho) und Co. so schnell so große Teile der Medienlandschaft verunsichern, dass man in den Redaktionen Grenzschließungen als „sinnvolle Maßnahme“ titutierte und so Schengen als sinnlosen weil wirkungslosen Quark abstempelte?
    Ganze Redaktionen haben jahrzehntelange moralische Standards einfach über Bord geworfen, weil ein paar Besorgte Alarm geschlagen haben – Ohne jegliches Zurückrudern oder Entschuldigung wohlgemerkt.
    Und der ÖR hatte plötzlich eine Sinnkrise: Haben wir zu positiv über flüchtende Menschen berichtet? Waren wir zu „unbesorgt“?
    Ich finde, dass man zu unbesorgt war beim Brechen journalistischer Standards.
    Gipfel: Die „Umformulierung“ (de facto Abschaffung) von §12.1 des Pressekodex.
    Ach, die „Sieg Heil!“ brüllenden Nazis in Themar waren übrigens alle aufrichtige Deutsche, nur zur Info!

    Was ist in DE von dieser Krise, von der Umvolkung und dem Quatsch übergeblieben?
    Wir haben in den letzten 2,5 Jahren ca. 1,5Mio Menschen aufgenommen. Wow.
    Die Apokalypse ist ausgeblieben, das Abendland nicht untergegangen und uns geht’s nach wie vor viel zu gut.
    Die echte Flüchtlingskrise findet nicht in DE statt.

    Und wieso redet niemand mehr von Fluchtursachen und deren Begrenzung (Kriegsende in Syrien z.B.)?
    Stattdessen erscheinen uns Grenzschließungen und Abschiebungen als probates Mittel.
    Das sind dann die abendländischen, hochmoralischen Standards, die wir am Hindukusch verteidigen?

  56. @Leo: Das ist aber doch kein Problem des Türkischunterrichts, sondern der Frage, wie er organisiert wird. Wenn ich nochmal aus dem Schreiben des saarländischen Kultusministers zitieren darf:

    Bisher gab es für einige dieser Sprachen an den Schulen schon Sprachunterricht, den sogenannten Konsulatsunterricht. Dieses Angebot hatte aber einen Makel: Der Unterricht fand bisher ohne eine wirkliche staatliche Kontrolle statt. Wir wollen aber, dass Unterricht im geschützten Raum der Schule unter unserer Aufsicht steht. Wir wollen entscheiden, was und wie unsere Kinder lernen.

  57. @Leo, #64

    Sie haben den Artikel aber schon gelesen, den Sie da verlinken, oder? Das saarländische Kultusministerium schrieb doch schon selbst über genau die selbe Problematik:

    Bisher gab es für einige dieser Sprachen an den Schulen schon Sprachunterricht, den sogenannten Konsulatsunterricht. Dieses Angebot hatte aber einen Makel: Der Unterricht fand bisher ohne eine wirkliche staatliche Kontrolle statt. Wir wollen aber, dass Unterricht im geschützten Raum der Schule unter unserer Aufsicht steht. Wir wollen entscheiden, was und wie unsere Kinder lernen.

  58. @Mycroft (#54): Mir gefällt Ihr Gedanke so gut, dass ich überlege, eine Petition zu initiieren, den Matheunterricht in der Grundschule gleich mit Infinitesimalrechnung zu beginnen. Die Grundrechenarten lernen die Kleinen dann mit Links. Genial!

  59. @Inga #67:
    Aber nur, wenn das dann auch das „Mycroft-Modell“ genannt wird. :P

    Ansonsten trifft Ihr Vergleich leider nicht ganz zu:
    – Grundrechenarten sind für die Infinitesimalrechnung grundlegende Voraussetzung. Eine Sprache mit einer einfachen Grammatik ist keine Voraussetzung, eine Sprache mit einer komplizierten zu erlernen.
    – eine Sprache mit einer komplizierten Grammatik ist auch nicht notwendig, eine Sprache mit einer einfachen zu erlernen, aber zu dem Zeitpunkt, wo Kinder am besten Sprachen lernen, kann man noch nicht wissen, welche sie mal später brauchen, insofern kann es sinnvoll sein, mit etwas Kompliziertem anzufangen.
    – und wenn man einfach sagt, Englisch und Chinesisch sprechen die meisten, ergo sollten Kinder die lernen, ja wunderbar, das sind auch die mit den einfachsten Grammatiken.

    Andrerseits gibt es auch sehr sehr viele Menschen, die niemals Infinitesimal-Rechnung benötigen.

  60. Ich kann die Aufregung nicht verstehen.
    Die Heimatsprache der ausländischen Jugendlichen im Saarland ist nun mal………………deutsch.

    Gibts Gegenden auf der Welt, wo das anders gehandhabt wird?
    Und weshalb sollte da das Saarland dazugehören?

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