Gaslicht

gaslight

„Gaslicht“
Kriminalhörspiel-Klassiker nach dem Theaterstück von Patrick Hamilton.
Deutsche Hörspielfassung des SFB von 1966, 53 Minuten.


Ein raffinierter Psychothriller, der den meisten in der Filmversion als „Das Haus der Lady Alquist“ bekannt sein dürfte.

Ganze vier deutschsprachige Hörspielversionen wurden von Hamiltons Bühnenerfolg „Gaslicht“ produziert, die älteste ist zugleich die kürzeste, nämlich die des SFB von 1966 mit Karin Hübner, Friedrich Schoenfelder, Heinz Klevenow und Käte Jaenicke. Und diese wird heute Abend um 21:30 Uhr bei Deutschlandradio Kultur wiederholt.

Für den Kolumnisten ist dies ein willkommener Anlass, um seine Leidenschaft für alte, schwarz-weiße Hörspielklassiker zu betonen und zugleich verkniffen die Frage zu stellen, warum Stücke dieser Art ein Nischendasein in Radiosendern mit seltsamen Namen führen und fast ohne Ankündigung, Nachhörmöglichkeiten, Streaming, Podcast etc. veräußert werden; warum sie nicht zum Download oder wie früher auf CD angeboten werden, und warum ein Großteil der öffentlich-rechtlichen Hörspiel-Redaktionen langsam vergessen, welche Radio-Schätze in den Archiven existieren, und damit sind nicht nur Klassiker gemeint.

Vielleicht ist das alles so, damit Sie und ich heute Abend einschalten (was anderes geht ja nicht, wenn man „Gaslicht“ hören möchte) und den Wert eines Geheimtipps wieder schätzen lernen. Denn Hörspiele gehen ins Herz, nicht hinaus in die Welt.

25. Januar 2016, 21:30 Uhr – DeutschlandRadio Kultur

Bastian Pastewkas Kolumne ist gar keine und erscheint lose. Er empfiehlt unter dem Rubrikentitel „Guckt ja eh wieder keiner zu“ oder „Hört ja eh wieder keiner zu“ hier Fernseh- und Radiosendungen.

 

12 Kommentare

  1. Jaaa, sehr gute Idee für eine Kolumne! Sollte Bastian ein paar Tipps haben, wo man eben doch solche Hörspielklassiker herunterladen oder streamen kann, dann möge er sie bitte teilen. (Oder einfach mehr selbst produzieren.)

  2. Interessant Bastian. Du hörst „alte, schwarz-weiße Hörspielklassiker“, d.h. Du hörst Farben bzw. das Fehlen derselben? ;-)

  3. @JMK:
    Eine Fernsehkolumne wird bei DIESEM deutschen Fernsehen allerdings noch loser (bzw. leerer) als eine Radiokolumne, die in diesem Fall leider viel zu kurzfristig erschien.
    Hätte das Hörspiel zu gerne gehört.

  4. Dies ist aber eine Rundfunk- und Fernsehkolumne. Wieviel Vorlauf wäre denn gut, @BlueKO? Einen Tag vorher?

  5. @Stefan: Ja, ein Tag wäre genug Vorwarnung gewesen, um den Sat-Receiver für die Aufzeichnung zu programmieren. War gestern leider überhaupt nicht auf der Seite.

  6. @Blueko
    Nö. Es gibt immer noch viele tolle Sachen. Oder zumindest diskussionswürdiges. Vom Zschäpefilm heute über tolle Tierdokus bis hin zu Reportagen, die halt leider sonstwo versendet werden.

  7. @JMK: Das scheint nur so durch die jahrelange Gewöhnung an diesen ganzen geistigen Dünnpfiff. Aber das ist eine andere Diskussion, die hier nicht hingehört.

    Hier könnte man noch diesen Satz von oben diskutieren:
    „…warum ein Großteil der öffentlich-rechtlichen Hörspiel-Redaktionen langsam vergessen, welche Radio-Schätze in den Archiven existieren…“
    Das wirklich erschütternde an diesem Satz ist, das die gleichen Redaktionen bereits seit Jahrzehnten nicht mehr in der Lage sind, auch nur annähernd Gleichwertiges zu produzieren. Wenn man sich z.B. nur mal die gelegentlichen Wiederholungen von „Pension Spreewitz“ im Dradio anhört, kann man kaum fassen, wie unterhaltsam Hörspiele in Deutschland mal waren. Das Hörspiel hat sich in Deutschland in seinem Nischendasein leider zur reinen Kunst- und sehr weit weg von einer Unterhaltungsform entwickelt. Da werden von einzelnen Sprechern nur noch seitenlange Monologe vorgetragen, die keine wirklich nachvollziehbare Handlung enthalten, von gespielten Szenen mit mehreren Beteiligten ganz zu schweigen. (Krimis muss ich von dieser Beschreibung natürlich ausnehmen.)

    Leider muss man wirklich auf die gelegentlichen Wiederholungen alter Produktionen zurückgreifen, wenn man sich von einem Hörspiel nochmal wirklich unterhalten lassen möchte. Das ist sehr schade, aber bei der gesamten Entwicklung der deutschen Medienlandschaft auch nicht weiter überraschend.

    Schlussbemerkung direkt an Bastian: Ich habe wirklich versucht, die Temple-Neuproduktion zu mögen, aber mit dem ganzen Klamauk drumrum habt ihr es mir wirklich schwer gemacht. Da höre ich lieber die Nachproduktionen von Radio4.
    Radio 4 und besonders Radio4extra kann man nur jedem Hörspielliebhaber empfehlen, wenn man sich von Hörspielen um Längen besser unterhalten lassen möchte, als es jede gestreamte Serie von Netflix jemals könnte.

  8. Lieber Herr Pastewka,

    zwar bin ich mir nicht sicher, ob Sie die Kommentare zu ihrer Kolumne lesen, jedoch möchte ich Ihnen, evtl. auch Herrn Niggemeier, hier trotzdem einige Zeilen hinterlassen.

    Frage: Haben Sie eigentlich in Ihrer Karriere zu irgendeinem Zeitpunkt auch einmal etwas nicht-wunderbares gemacht? Ich spreche nicht von der Wochenshow, pfff, geschenkt. Ich spreche von Ihrer fortgeschrittenen Karriere: Pastewka, Wixxer (auch, wenn Olli momentan ‚mad‘ ist), Paul Temple, Morgen hör‘ ich auf, Synchro in Baymax, Off bei Sketch History, Ohne Worte. Ja, tatsächlich ohne Worte.

    Eigentlich möchte ich Ihnen, entgegen der aktuellen und allgemeinen Tendenz zum Hasskommentar, nur zu Ihrem Werk gratulieren. Chapeau!

    Und was Sie angeht, lieber Herr Niggemeier; mit Ihnen möchte ich ebenfalls jubilieren. Erstens, bezogen auf den durch und durch positiven geistigen Nachhall, der sich nach Lektüre, wenn man das so sagen möchte, von übermedien.de bei dem geneigten Leser einstellt. Und zweitens, für die Companion- und Themenwahl für dieses, noch würde ich es dem Gefühl nach so nennen, Projekt.

    Tatsächlich bin ich nur zufällig auf diese Seite gestoßen. Nicht durch Tichys Einblick, obwohl ich dort seit einigen Wochen zugegebenermaßen gerne vorbeischaue, so viel sei verraten. Aber Sie wissen ja, wie das ist: Medienkarussell, Böhmermann, Kuttner, Mediathek, zack: @niggi.

    Da bin ich.

    Und ich bleibe auch noch ein Weilchen, wenn es nichts ausmacht.

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