Journalist:innen, nehmt die Klimakrise endlich ernst!

Die Journalistin Sara Schurmann hat einen offenen Brief verfasst, in dem sie Journalist:innen dazu aufruft, die Klimakrise endlich in ihrem ganzen Ausmaß anzuerkennen – und das eigene Handeln danach auszurichten: Sie sollten bei jeder Berichterstattung die Auswirkungen auf das Klima mitdenken. Mehr als 50 Medienmacher:innen unterstützen ihren Aufruf. Wir dokumentieren sowohl den Brief als auch die Liste der Unterstützer:innen.


Deutschland entscheidet, erst 2038 aus der Kohle auszusteigen – und es ist nicht wochenlang ein Skandal. Die EU beschließt ein riesiges Corona-Finanzpaket – und Journalist:innen berichten darüber fast ausschließlich als historische Meisterleistung. Forscher:innen diskutieren tagelang öffentlich, ob der Grönländische Eisschild nun unaufhaltsam schmilzt – und daraus wird in den meisten Fällen nicht mehr als eine Meldung.

Das zeigt: Auch viele Journalist:innen scheinen noch immer nicht verstanden zu haben, wie ernst die Klimakrise ist und an was für einem historisch entscheidenden Punkt wir gerade stehen. Zu wenige von uns machen sich bewusst, wie sehr diese Krise unsere eigene Zukunft konkret und unmittelbar bedroht.

Bei heutigen Emissionen werden wir in etwa zehn Jahren das gesamte verbleibende CO2-Restbudget verbraucht haben. Es bleiben also weniger als zehn Jahre, um die Erderwärmung unter 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten. Zehn Jahre, in denen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entschlossen handeln und die CO2-Emissionen weltweit halbieren müssen.

Diese Sätze hat jede:r Journalist:in schon hundertfach gelesen und gehört. Viele von uns haben sie selbst schon geschrieben oder aufgesagt. Was sie bedeuten, scheint allerdings zu wenigen von uns wirklich bewusst zu sein. Sonst würden wir es den Politiker:innen und der Industrie nicht so einfach durchgehen lassen, dass sie seit Jahren nicht danach handeln.

Wir kennen die Daten und Fakten, verstehen sie aber nicht

Wenn wir deutlich unter zwei Grad bleiben wollen – und das haben aus gutem Grund immerhin fast 190 Staaten im Pariser Klimaabkommen vertraglich vereinbart –, ist 2020 das Jahr, in dem die Staatengemeinschaft beginnen muss, den CO2-Ausstoß konsequent zu reduzieren. Soweit, so bekannt. Aber was heißt das eigentlich?

Jetzt sofort zu handeln ist kein Vorschlag, nicht eine Möglichkeit unter vielen. Es ist letztlich der einzige Weg, den die Wissenschaft sieht, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten.

Die Wissenschaft, das ist nicht irgendwer. Das sind mehr als 700 unabhängige Expert:innen aus 90 Ländern, die im Auftrag der Vereinten Nationen die IPCC-Berichte als Grundlage für wissenschaftsbasierte Entscheidungen in der Klimapolitik erstellen, in jahrelanger Arbeit. Expert:innen, die 2018 nach der Veröffentlichung des Sonderberichts zu 1,5 Grad erzählten, dass sie teils selbst weinen mussten, weil wir derart überwältigenden Herausforderungen gegenüberstehen. Das ist zwei Jahre her. Zwei Jahre, in denen die Politik so gut wie nichts getan hat.

Uns Journalist:innen scheinen sie keine Angst zu machen, diese ganzen Meldungen über immer neue Temperaturrekorde, stärkste Hurrikane, Dürrejahre in Deutschland, Überflutungen und aussterbende Tiere. Uns ist schon klar, dass diese Nachrichten nicht ganz unbedeutend sind, wir melden sie pflichtbewusst weg.

Aber viele von uns scheinen das Gesamtbild gar nicht mehr zu sehen, das diese Meldungen ergeben. Wir machen uns – und anderen – gar nicht klar, was all diese Entwicklungen zusammengenommen für die Welt bedeuten, in der wir leben. Doch genau das wäre unser Job.

Warum kommunizieren die Wissenschaftler:innen nicht klarer?

Aber wenn alles so dramatisch ist, warum sagt das dann nicht einfach irgendjemand? Nun, die Klimaforscher:innen sagen es seit Jahren. Die ganze Zeit. Nur leider müssen sie, um sich wissenschaftlich abzusichern, immer in Wahrscheinlichkeiten und Spielräumen sprechen. Denn natürlich besitzen sie keine Glaskugeln, niemand kann mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, ob wir in 30 Jahren bereits einen Bürgerkrieg um Wasser in Europa führen werden.

Jahrelang wurde Klimaforscher:innen gesagt, sie hätten zu negativ kommuniziert, das entmutige die Menschen nur. Es werden ihnen Alarmismus, Aktivismus oder sogar Eigeninteresse unterstellt. Nun sind viele von ihnen ausgerechnet an dem Punkt zu einer optimistischeren Kommunikation übergegangen, an dem es fast zu spät ist, um zu handeln – und wieder versteht sie niemand.

Die Wissenschaftler:innen sagen immer: „Wir haben noch Zeit, das Schlimmste zu verhindern, wenn wir jetzt handeln.“ Was wir hören ist: Wir haben noch Zeit.

Außerdem denken offenbar viele von uns: Wir handeln doch längst. Nun, die Rhetorik hat sich geändert. Die große Koalition hat ein Klimapaket beschlossen, die Bundeskanzlerin hat angemahnt, es dürfe kein „Pillepalle“ mehr in der Klimapolitik geben und vom EU-Finanzpaket sollen 30 Prozent für Klimaschutz ausgeben werden. Die anderen 70 Prozent sollen mit den Zielen des Pariser Abkommens in Einklang stehen, dem Klima also immerhin nicht schaden, heißt es. Wie das gehen soll, wenn sie für klassische Wirtschaftsförderung verwendet werden, verrät der Plan nicht. Und: Zu wenige Journalist:innen hinterfragen es.

Was bisher getan wird und geplant ist, ist lange nicht genug und passiert viel zu langsam, da ist sich die Wissenschaft einig. Selbst regierungsnahe Organisationen und Think Tanks kritisieren das immer wieder, auch Journalist:innen.

Wir verkennen, was die Klimakrise mit unserem Leben zu tun hat

Nur: So richtig zu beunruhigen scheint das Wenige von uns. Denn was hat die Klimakrise schon akut mit dem Leben hier in Europa zu tun? Sie scheint weit weg, zeitlich und räumlich. Sie betrifft Menschen in der Sahel-Zone, ein paar indigene Völker und vielleicht unsere Ur-Ur-Enkel, denken viele wohl und schieben den Gedanken weg. Sie betrifft diejenigen, denen wir Journalist:innen uns verpflichtet fühlen, nur am Rande: unsere Leser:innen, Zuschauer:innen und Zuhörer:innen. Und sie betrifft vor allem eine Gruppe nicht, und zwar uns.

Das ist nicht nur zynisch und ungerecht, sondern auch falsch.

Bäume im Harz
Ein Wald im Harz im Jahr 2020. Foto: Sara Schurmann

Denn die Klimakrise ist längst da, auch in Deutschland: Wir sehen Niedrigwasser in Elbe und Rhein, massives Waldsterben, nicht nur im Harz und der Sächsischen Schweiz, weniger Insekten, mehr Quallen, mehr Dürren, Hitzewellen, Ernteausfälle und erste Trinkwasserknappheit. Die Gletscher schmelzen, die Permafrostböden tauen und machen die Berge brüchig, auch in Österreich und der Schweiz.

Die „nächsten Generationen“, die die Folgen der Klimakrise tragen müssen, sind nicht weit weg. Es sind Kinder, die bereits geboren sind. Es sind unsere Kinder, hier in Europa und weltweit.

Wir berichten nicht, was die Klimakrise für uns und unsere Kinder bedeuten wird

Kinder, die heute zur Welt kommen, werden oft noch zur Grundschule gehen, wenn wir im schlimmsten Fall schon 2030 die 1,5-Grad-Marke dauerhaft durchbrechen.

Lassen Sie mich das übersetzen: Sie haben einen dreijährigen Sohn? Er wird dann knapp 13 Jahre alt sein. Sie haben eine fünfjährige Enkelin? Sie wird etwa 15 sein. Sie könnten sich vorstellen, in fünf Jahren ein Kind zu bekommen? Ich denke, Sie haben den Punkt verstanden.

Wenn diese Kinder alt genug sind, um Ihnen zu erklären, wie ernst unsere Lage ist, wird es zu spät sein, um unter 1,5 Grad zu bleiben.

Aber die Klimakrise betrifft nicht nur unsere Kinder, sie betrifft auch uns selbst. Sie sind 42? Dann werden Sie knapp 52 sein, wenn wir unsere Chance auf eine Welt mit einem stabilen Klima vielleicht schon endgültig verspielt haben werden. Sie haben der aktuellen Lebenserwartung zufolge dann rein rechnerisch noch knapp 30 Jahre, in denen Sie die immer dramatischer werdenden Folgen der Klimakrise hautnah erleben dürfen.

Das heißt: Sie werden mehr Dürren sehen, mehr Überschwemmungen, mehr Klimaflüchtlinge. Nicht im Fernsehen, nicht auf den Bildern, die Ihre Korrespondent:innen aus der Welt mitbringen, sondern vor Ihrer Haustür.

Im besten – aber relativ unwahrscheinlichen – Fall werden wir die 1,5-Grad-Marke erst 2050 knacken. Ihre dreijährigen Kinder oder fünfjährigen Enkel werden dann knapp über 30 sein. Das Alter, in dem sie vielleicht selbst gern Kinder bekommen würden. Auch dieses Szenario bedeutet nicht, dass wir Zeit haben, erst später zu handeln.

Wir machen uns nicht bewusst, dass wir bereits mitten in der Klimakrise stecken

In diesem Sommer stand ein Viertel von Bangladesch unter Wasser, wochenlange Regengüsse haben weite Teile Nord- und Südkoreas überflutet, darunter Seoul. Kriege und Konflikte werden schon heute von klimabedingter Knappheit angeheizt, sie töten Menschen und zwingen andere, ihre Heimat zu verlassen. Und sie werden sich in den nächsten Jahren noch verschärfen.

Im Iran und Irak herrschten in den letzten Monaten mehrfach tödliche Temperaturen von mehr als 50 Grad und auch in Deutschland sterben bereits seit Jahren immer wieder tausende Menschen während der Hitzewellen. Das wird nicht mehr aufhören, es wird nur noch schlimmer.

Von der Verbreitung tropischer Viren in Europa bis zur Rückkehr längst ausgestorbener Krankheiten sind die Folgen für unsere Gesundheit nicht absehbar – und das nicht erst in 30 Jahren. Das können wir nach diesem Jahr unmöglich weiter ignorieren.

Wir können auch die Zerstörung von Wäldern im Amazonas und Sibirien, in Kalifornien, Argentinien und Australien, in Kongo, Kenia und Angola nicht weiter schulterzuckend hinnehmen. Wir sind bereits am Limit dessen, was unser Planet vertragen kann. Ob wir das 1,5-Grad-Ziel noch erreichen, hängt auch davon ab, ob ausreichend Ökosysteme erhalten bleiben.

Aber warum ist es so dramatisch, wenn wir die Pariser Konvention nicht einhalten? Auch das scheint vielen nicht bewusst zu sein. Die Staaten haben sich verpflichtet, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten, weil dadurch verheerende und meist unumkehrbare Schäden vermieden werden können.

Heute sind wir bereits bei 1,2 Grad. Das ganze CO2, das wir schon in die Luft gepustet haben, wirkt noch Jahrtausende lang nach. Wir können also nicht bis kurz vor zwei Grad feuern. Wir müssen weit darunter bleiben, bei höchstens 1,6, 1,7 Grad. Und schon das ist extrem gefährlich. Warum?

2020 ist ein historisches Jahr, vor allem für die Klimapolitik

Wissenschaftler:innen warnen, wir könnten erste Kipppunkte schon erreicht haben. Die tauenden Permafrostböden in Sibirien setzen noch mehr CO2 frei und heizen die Erderwärmung weiter an. Das Wasser der eisfreien Arktis erwärmt sich noch schneller und reflektiert die Sonnenstrahlen, anders als das Eis, nicht mehr zurück. Und wenn ein Kipppunkt erreicht ist, kommen wir noch schneller zum nächsten – und stoßen damit eine Kette an, die wir nicht mehr aufhalten können.

Wir befinden uns am Kipppunkt einer Krise, deren Bedrohung so groß ist, dass es viele von uns nicht erfassen können. 2020 ist ein historisches Jahr, auch und vor allem für die Klimapolitik: Entweder wir als Gesellschaft begreifen das jetzt und sorgen dafür, dass Politik und Wirtschaft entscheidende Schritte für die nächsten Jahre einleiten, oder es wird zu spät sein.

Wir haben keine Zeit mehr. Wir müssen jetzt handeln. Nicht in zehn Jahren, sondern heute. Auch wenn das unvorstellbar klingt: Es geht dabei um nichts weniger, als lebenswerte Bedingungen auf unserem Planeten zu erhalten, auch vor unserer Haustür.

Nicht nur die Klimaleugner:innen sind das Problem, auch wir sind es

Solange eine kritische Masse an Journalist:innen das nicht verstanden hat und ihre Arbeit nicht danach ausrichtet, solange werden auch Politiker:innen nicht entsprechend handeln.

Was uns daran hindert, unsere Welt zu ändern, sind nicht die Klimaleugner:innen. Das Problem sind auch alle diejenigen, die erkennen, dass wir ein Problem haben, aber nicht wissen oder verstehen wollen, wie groß es ist.

Die kommenden Monate sind unsere wohl letzte Chance, genug Druck auf die Regierungen dieser Welt aufzubauen, um sie zu Maßnahmen zu bewegen, um unter 1,5 Grad zu bleiben. Derzeit steuern wir auf drei bis vier Grad Erderwärmung zu. Unser Planet würde damit zum Teil unbewohnbar.

Wir stehen gerade an einem historischen Punkt. Einem Punkt, an dem sich entscheidet, wie die Erde für die nächsten 10.000 Jahre aussehen wird – und das scheint längst nicht allen Journalist:innen bewusst zu sein.

Wir können den jetzt versäumten Klimaschutz nicht nachholen

Wenn wir die Pariser Klimaziele einhalten wollen, müssen wir ab 2020 unseren CO2-Ausstoß jedes Jahr um mehr als sieben Prozent reduzieren. Die Prozente, die wir jetzt versäumen, können wir nicht später irgendwann nachholen.

Das EU-Paket, wie es derzeit beschlossen ist, würde es wohl fast unmöglich machen, das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten – es sei denn, andere Länder verringerten ihren CO2-Ausstoß enorm. Dieses Verhalten der EU-Regierungschefs ist nicht nur global gesehen extrem ungerecht, es gefährdet unsere Zukunft mittelfristig auch sehr viel stärker, als es ihr nützt. Mit den jetzigen Plänen heizen wir bis 2027 die Klimakrise weiter an, statt sie einzudämmen.

Wem wirklich bewusst ist, wie dramatisch die Auswirkungen der Klimakrise die eigenen Kinder treffen werden und wie klein das Zeitfenster ist, in dem wir noch handeln können – der kann das Corona-Finanzpaket der EU unmöglich als historisch feiern. Der kann auch den späten Kohleausstieg und viele andere Versagen nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen.

Wann wollen wir anfangen, ausführlicher und prominenter über die Auswirkungen der Klimakrise zu berichten? Wenn sich die Forscher:innen endgültig einig sind, dass die Kipppunkte erreicht sind?

Journalist:innen spielen eine entscheidende Rolle, die wir jetzt erkennen und annehmen müssen

Verstehen Sie mich nicht falsch: Es gibt viele exzellente Berichte über die Klimakrise und Kolleg:innen, die teils seit Jahrzehnten vor den Gefahren warnen. Alle die wollen, könnten wissen, wie dramatisch die Lage ist. Wir machen uns nur nicht bewusst, was das mit unserem Leben zu tun hat.

Die Klimakrise ist weit mehr als ein Fall für Fachjournalist:innen. Sie betrifft alle Bereiche unseres Lebens und damit auch des Journalismus.

Jede:r Politikredakteur:in, jede:r Wirtschaftsjournalist:in sollte wissen, welche extremen Folgen die IPCC-Berichte für 1,5 und 2 Grad Erderwärmung voraussagen. 2020 sollte niemand mehr politische oder wirtschaftliche Entscheidungen kommentieren, ohne ihre Auswirkungen auf das Klima mitzudenken.

Und die Klimakrise betrifft genauso die Reise- und Techbranche, den Kultur- und Sportbetrieb, Mode und Essen. Nicht als Nachhaltigkeitstrend, sondern weil unser weiteres Leben auf diesem Planeten davon abhängt, wie viele Klimagase wir noch in die Luft pusten.

Die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels zu kontrollieren ist kein Aktivismus

Viele Journalist:innen betonen zu Recht den Unterschied von Aktivismus und Journalismus. Aber die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels als vierte Gewalt zu kontrollieren, ist kein Aktivismus. Es ist wissenschaftlich, menschlich und journalistisch geboten. Wir Journalist:innen können das Versagen der Politik nicht einfach nur protokollieren. Politische und wirtschaftliche Entscheidungen, die zur Nicht-Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels führen, sind nicht bloß eine Seite einer Geschichte, die wir zu Wort kommen lassen müssen.

Die Klimakrise ist akut bedrohliche Realität. Diese Realität immer wieder möglichst akkurat abzubilden und Politik und Gesellschaft vorzuhalten, ist Aufgabe des Journalismus und unsere zentrale Funktion innerhalb der demokratischen Meinungsbildung. Wir tragen Verantwortung, gegenüber der Gesellschaft, aber auch gegenüber unseren eigenen Kindern. Auch wenn die noch gar nicht geboren sind.

Die Coronakrise hat gezeigt, was für einen Unterschied ein schnelles und entschlossenes Handeln macht. Und was passiert, wenn man sich den wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber verschließt und wie schnell eine Krise eskalieren kann, wenn man sie zu lange nicht ernst nimmt.

Und anders als Covid-19 kann die Klimakrise nicht nur jede:n treffen, sie wird jede:n treffen. Vor ihr kann man sich nicht schützen, indem man zuhause auf dem Sofa sitzen bleibt.


Eine englische Version dieses offenen Briefs finden Sie hier. Dort finden Sie auch die komplette Liste der Unterstützer:innen, sie wird fortlaufend aktualisiert. Wenn auch Sie den offenen Brief unterstützen möchten, können Sie hier unterschreiben.

141 Kommentare

  1. Treffender kann man es nicht beschreiben , was Klimakrise bedeutet und warum schnellstens dagegen geeignete Massnahmen notwendig sind .

  2. Ich muss ja gestehen, dass ich da mittlerweile eine zynische Haltung zu habe:
    Solange es möglich ist, dass Einzelne kurzfristige Gewinne einfahren, wird es keine langfristige Verhaltensänderung im sinne Vieler (Aller) geben. Dass „jeder dazu etwas beitragen“ kann sehe ich mittlerweile auch zwiespältig. Klar kann und werde ich weiterhin auf zuviel Wasserverbrauch achten, nicht so viel Kleidung kaufen, nur 2 mal die Woche Fleisch essen, etc.
    Mein Chef wird sich und seine Kinder vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen können. Ermöglicht wird ihm das durch Geld. Also wird er weiter Geld verdienen (wollen).
    Dabei geht es dann auch nicht mal um persönliche Verhaltensänderungen sondern um das Geschäft selbst – Wie sauber werden z. B. die Dinge produziert, die ich importiere? Kann ich mich auf die Zertifizierungen eines gesichtslosen China-Lieferanten verlassen? Etc.
    Von persönlichem Verhalten, wie davon abzusehen, 6-Mal die Woche bei Zalando zu bestellen, jeden Tag 500g Fleisch p. P. zubereiten zu lassen (davon die Hälfte wegschmeißen) oder sich einmal alle 2 Jahren einen neuen Q7 für 2 Kindergarterfahrten am Tag zu gönnen – Neuer M4 für den Chef selbst alle 2 Jahre ist Ehrensache – mal ganz abgesehen.
    „Klimawandel“ betrifft die, die tatsächlich etwas ändern können eher weniger, sondern umso stärker die, die nur am eigenen Verhalten schrauben können.
    M. E. braucht es Anreize. Von Strafen über Gesetze, gerne angefangen bei einer Politik die auch das durchsetzt, was sie sich vornimmt (Pariser Abkommen, etc.).
    Solange die Politik nämlich Signale aussendet, die Unternehmern sagt „Macht einfach weiter, wir nehmen das Ganze auch nicht ernst“ wird es so weitergehen. Nur die Angst vor Verlusten bringt Unternehmer dazu, was am Verhalten zu ändern.
    Kein Importeur wird Marge zugunsten von Klimaschutz opfern.
    Und keiner von uns wird ein 5-mal so teures HDMI Kabel, das in DE produziert wurde (gibt’s daher auch gar nicht, daher rein hypothetisch) kaufen, wenn man die gleiche Funktion für 3,50€ von AmazonBasics bekommt – Ich bin doch nicht blöd.
    Und seien wir ehrlich, die Argumentation „ach wenn der 3 mal die Woche sein Auto wäscht kann ich auch meinen Rasen sprengen“ benutzen wir alle auch viel zu häufig.
    Vielleicht bin ich da zu Fatalistisch, aber ich glaube es wird sich erst was ändern, wenn es tatsächlich spürbar wird – Und dann ist es bereits viel zu spät.
    Ich weiß, das hilft auch niemandem…

  3. ich höre/lese viel Angst in dem Text und das führt zur Undifferenziertheit.
    Bedrohlich ist nicht die Erderwärmung an sich, sondern dass sie sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ungewöhnlich schnell erwärmt und das hierfür die Industrialisierung mit maximaler Bevölkerung der Hintergrund ist – also menschgemacht.

    Man kann festhalten: Die Erderwärmung lässt sich nicht innerhalb kürzester Zeit aufhalten. Der Mensch wird sich anpassen, Millionen werden sterben oder müssen fliehen.

    Journalisten müssen das betonen und gleichzeitig jede Handlung der Gesellschaft danach bemessen.

    Aber nie hinweisen, dass es das Ende der Welt ist – es wird einfach unbequemer für viele und es kann sich neue Vegetation im hohen Norden und tiefen Süden bilden, was man dann als CO2-Speicher aufbauen kann. Man muss das Beste aus der Misere machen und das machen, was der Mensch seit Jahrtausenden gemacht hat: Überleben!

  4. Dieser Artikel ist von gestern.
    Heute geht es darum, mit Genehmigungen für Heizpilze in der Gastronomie „einen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Krise zu leisten“, ergo: Freiluft unter Textilschirmchen mit fossilen Brennstoffen zu beheizen.
    Kann man sich zwar kaum ausdenken, wird aber von besonders verantwortungsbewussten Politikern wie Karl Lauterbach (SPD) unterstützt.
    Der größte Feind des Hypes von gestern ist immer der Hype von heute, aber der Notstand (in den Köpfen) ist ausgerufen und bleibt sicher.

  5. Auch ich stimme dem Text inhaltlich zu.

    Interessieren würde mich (ich bin zu faul zum googlen), wieviele der Unterzeichner aus dem Wirtschaftsressort stammen. So lange sich in dem Bereich nichts tut, wird der ganze schöne Brief meines Erachtens nämlich wirkungslos verpuffen. Wie so vieles andere schon.

  6. Aus dem Profil der Autorin: „Sie beschäftigt sich seit drei Jahren intensiv mit der Klimakrise, das ganze Ausmaß wurde ihr aber erst vor einigen Wochen bewusst.“

    Das ist ziemlich erstaunlich, aber immerhin: besser spät als nie.

    Was mag zu dieser neuen Erkenntnis geführt haben? Die grundlegenden Fakten, auch die im Text genannten, sind doch nun wirklich nicht neu.

  7. Danke fü diesen so wahren und wichtigen, offnen Berief. Ich wundere mich und verzweifele seit Jahren an der Diskrepanz zwischen dem Wissen um die Fakten und der völligen Ignoranz. Und das fängt schon auf kleinster, privater Ebene an, sodass ich mich kaum noch traue, die wachsende Bedrohung zu thematisieren. Ist einfach nicht sexy, sich dieser fatalen Lethargie quer durch die Gesellschaft zu stellen und endlich den Arsch hochzukriegen. Ich bin unendlich wütend und deprimiert, jetzt bereits miterleben zu müssen, was wir alles verlieren.
    Markus, 49 aus Krefeld

  8. Langer Artikel und niemand ist vom Fach. Fast nur Journalist(inn)en. Alle plappern nur irgend etwas nach, was sie gehört haben. Die Fakten: Die Erderwärmung wird aufgrund der Stefan-Boltzmann-Gleichung bei CO2-Konzentrations-Verdoppelung ca. 1 Grad sein (Quelle: Dessler et al., 2013 bzw. offizielle Zahlen des IPCC). Dieser Faktor wird durch Wasserdampf (das wichtigste Treibhausgas) gemäß der Clausius-Clapeyeronschen Gleichung verstärkt, aber wie sehr, das weiss kein Mensch und die Klimamodelle erst recht nicht. Eine Temperatursteigerung von mehr als 1 Grad vorherzusagen ist unseriös und grenzt nicht nur an Betrug, sondern ist Betrug. Diese Tatsache wird geleugnet auf Teufel komm raus, man verdient ja gut an der Panik. Die Journalisten hingegen haben keine Ahnung und verteidigen vehement alle Lügen, völlig ohne wissenschaftliche Kenntnisse. Momentan wird übrigens „Le Waldstérbène“ von 1982 recycelt. Vielleicht mal alle Artikel darüber aus den 1980ern raussuchen und mit suche/ersetze-Funktion neu schreiben. Spart noch mehr Zeit bei der Journalismusarbeit. Nichts zu danken.
    Dr. rer. nat. Axel Fischer

  9. Als international tätige freiberufliche Journalistin, die sich seit Jahrzehnten mit der globalen Klimakrise und Nachhhaltikeitsthemen beschäftigt, unterstütze ich diesen Aufruf aus vollem Herzen. Es bedarf jedoch auch eines Budgets und einer finanziellen Förderung, um eine vertiefte und kontinuierliche Klimaberichterstattung und globale kollaborative und innovative Medieninitiativen und Partnerschaften zu ermöglichen. Auch auf lokaler Ebene müssen die gesellschaftlichen Transformationsprozesse hin zu einer Net Zero Economy und nachhaltigen und enkeltauglichen Zukunft begleitet werden durch konstruktiven Lokaljournalismus und geschulten professionellen Journalist*innen. Bisher hat sich leider noch kein öffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland der globalen #CoveringClimateNow Initiative angeschlossen. Die Medienbranche ist durch die Corona-Krise weltweit massiv betroffen aufgrund von Werbeinbußen. Viele Redaktionen arbeiten auf Sparflamme, mußten feste Mitarbeiter*innen entlassen und können kaum noch Aufträge an Freie vergeben. Deshalb fände ich es wichtig, dass der Mediensektor bei den nationalen Covid19 Recovery Paketen und EU New Green Deal berücksichtigt und gezielt Fördermittel für eine verstärkte Klimaberichterstattung bereit gestellt werden. Die Branche befindet sich seit vielen Jahren in einer Krise, doch mit der Pandemie hat das Zeitungssterben und die Medienkonzentration sich dramatisch verstärkt. „The Coronavirus is a Media Extinction Event“, so Buzzfeed News Reporter Craig Silverman. https://tlheconversation.com/6-potential-solutions-to-ease-the-covid-19-news-media-crisis-142973

  10. @11: „ca. 1 Grad“
    Das Vollzitat (Dessler) geht aber ein bisschen anders:
    „Doubling carbon dioxide in our atmosphere by itself leads to a global average warming of ∼1.2 °C. However, this direct warming from carbon dioxide drives other changes, known as feedbacks, that increase the eventual warming to 2.0–4.5 °C.“
    Das deckt sich dann auch mit den Modellen, die Sie als „Betrug“ bezeichnen.

    Waldsterben heute wie gestern hat natürlich diverse Gründe:
    https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/waelder/lebensraum-wald/03998.html
    Finde den Artikel sehr gut, da wird auch auf Ihr „Argument“ eingegangen: „Doch bis heute ist der deutsche Wald nicht gestorben. Diejenigen, die schon immer alles besser wussten, sprechen heute von falschem Alarm, wittern Lug und Trug.“

  11. „Doch bis heute ist der deutsche Wald nicht gestorben“
    Dort, wo das Waldsterben in den 1980ern am schlimmsten war, zB am Lusen im bayerisch-böhmischen Wald, erobern sich heute junge, nicht gepflanzte Fichten spontan das Gelände zurück.
    Man weiß heute, dass das damalige Fichtensterben nicht in erster Linie von einem sauren Regen, sondern von einem Mix von Ursachen, u.a. dem Wetter und dem großflächigen Bepflanzen mit Monokulturen gleich alter Fichten in den 1950ern, verursacht wurde, die die explosionsartige Verbreitung des Borkenkäfers extrem begünstigten. Die Forstwirtschaft hatte natürlich auch ein Interesse daran, eigene Fehler zu vertuschen und neue Subventionen locker zu machen.
    Und entgegen anderslautenden Behauptungen hat auch heute kein Wissenschaftler den einen Schlüssel in der Hand, um die regionalen Waldschäden wie auf Knopfdruck abzuschalten. Wer glaubt, es gäbe eine einzelne Kontrollstrecke von weniger CO2-Emissionen über eine Klimakühlung und weniger Trockenheit zurück zum Idyll der 1950er Jahre im Wald von Buxtehude oder Hoyerswerda erliegt einer Kontrollillusion. Für den Wald führt an mehr Artenvielfalt, Natur und Anpassungsfähigkeit an Klimaschwankungen jeder Art kein Weg vorbei. Dass Tausende Windenergieanlagen im Wald mitsamt der zugehörigen riesigen Betonfundamente und Fahrschneisen dem Wald guttun, darf auch bezweifelt werden.

  12. @13:
    „Das deckt sich dann auch mit den Modellen, die Sie als „Betrug“ bezeichnen.“
    Das deckt sich nicht mit den Modellen, sondern das sind die Ergebnisse der Modelle.
    Man hat also mehrere Ergebnisse, d.h. man hat je nach Modell die Wahl zwischen „Panik“ und „Glück gehabt“. (Das hat sogar eine gewisse Komik). Der Wolkenbedeckungsgrad hat einen hohen Temperatureinfluß, kann aber in den Modellen nur schlecht modelliert werden. Aus den Ergebnissen (systembedingt ungenauer) Modellierungen dann politische Entscheidungen zu fordern, das grenzt für mich z.T. an Betrug. Ich setze lieber auf Anpassung als auf Panik. Also: Regenrückhaltebecken etc. etc. Wenn ich ein paar Jahre wenig Regen habe, dann reagiere ich und passe mich an. Da brauche ich kein Modell dazu.
    Wegen Waldsterben: Der größte Feind des Waldes ist (weltweit) vermutlich die Kettensäge. Die von Ihnen angegebene Literatur vom Nabu schreibt erst von „vor 20 Jahren“ und dann von den 1980ern. Es sind ca. 40 Jahre vergangen und viele, die damals wegen des Waldsterbens die Panik hatten (ich kannte einen davon), sind in Rente. Die Jüngeren wissen noch nicht, dass alle paar Jahre das Rad neu erfunden wird. Außerdem gilt der Spruch vom verstorbenen Heiner Geißler (CDU, eigentlich für Wirtschaftsprognosen gedacht): Alle Vorhersagen sind falsch.

  13. Mir geht es um einen kommunikativen Aspekt dieses Aufrufs und ähnlicher Artikel:

    Dieses seien die entscheidenden Monate. Wenn jetzt nichts großes geschehe, sei es zu spät.
    Es gibt zwei wichtige Probleme an dieser Form der Kommunikation:

    – Seit Jahren, nein sogar seit Jahrzehnten, liest man im Klimadiskurs, man müsse JETZT handeln, sonst sei es zu spät. Das nutzt sich ab. Immer ist fünf vor zwölf. Und dann doch nicht. Als Medienkonsument hat man sich daran gewöhnt, daß die Fristen ständig verlängert werden. Warum das nächste Mal nicht auch?

    – Was ist eigentlich, wenn es zu spät ist? Wenn in den nächsten Monaten wieder nichts Großes geschieht? Geben wir dann auf?

    Ein großes Dilemma der Klimapolitik ist, dass es so wahnsinnig schwer ist, sie zu kommunizieren. Das zeigt sich auch in diesem offenen Brief. Eine Lösung hab ich leider auch nicht.

  14. Das Waldsterben wurde durch die Rauchgasentschwefelung weitgehend gestoppt. Erfolg der Umweltpolitik. Heute machen Stickstoffverbindungen die Probleme: schweflige Säure wegen Ammoniak aus Massentierhaltung und Stickoxiden aus Verkehr und Industrie. Und bitte nicht die Initiatorin anmotzen, weil sie drei Jahre brauchte, um so aktiv zu werden. Es ist ein gigantisches Experiment, schwer zu fassen, das darf ruhig ein wenig dauern. Hundertmal besser als die Klimawandelleugner oder diejenigen die es wissen, aber nichts dagegen tun. Wälder brennen die Jahre auf Millionen von Hektaren, wer das nicht sehen kann, braucht offenbar einen Blindenhund.

  15. @Axel Fischer

    Man hat also mehrere Ergebnisse, d.h. man hat je nach Modell die Wahl zwischen „Panik“ und „Glück gehabt“.

    Nur so viel:
    1. Nein, man hat nicht die Wahl „je nach Modell“. In jedem Modell wird es schlimmer, je mehr wir weiter das Falsche tun und das Richtige unterlassen. Die einzelnen Erwartungskorridore mögen abweichen, der Trend ist der gleiche.
    2. Es spielt sich nicht zwischen „Panik“ und „Glück gehabt“ ab, sondern – um es auf dem Niveau zu beschreiben – eher zwischen „Wir werden alle störben!!!!11elf!“ und: „Einige werden sterben!! Viele werden leiden!!1! Aber wir werden die Zivilisation unserer Enkel noch als solche erkennen können.“, so mit wahrscheinlichen Zwischenstufen bei z.B. „Viel zu viele werden sterben, aber noch viel mehr sind auf der Flucht – zu uns!!!“.
    Klingt Ihnen zu dramatisch? Genau darum geht es im Artikel.
    Auf den Rest werde ich der Unerheblichkeit und Redundanz wegen nicht eingehen.

    @Florian

    …Immer ist fünf vor zwölf. Und dann doch nicht.

    Nee. Dann doch schon. Es ist nicht fünf vor zwölf; es hat angefangen und es hört nicht mehr auf. Wenn wir uns wirklich anstrengen, kommen wir da durch.
    Was viele nicht begreifen (können/wollen), ist, dass es nie für die Erde fünf vor zwölf war. Für die Erde läuft die Zeit weiter, nur halt dann ohne uns.

    Das alles ist übrigens genauso langweilig zu schreiben wie zu lesen. Es glaubt ja keiner daran, dass, wer Zugang zu westlichen Journalisten Medien hat, nicht längst wissen könnte, dass es so ist. Wissen ist nicht Ernstnehmen ist nicht Handeln.

  16. „In einem Theater brach Feuer hinter den Kulissen aus. Der Bajazzo kam heraus, um das Publikum zu unterrichten. Man glaubte, er wolle einen Witz machen, und applaudierte. Er wiederholte seine Mitteilung, man jubelte noch mehr. So denk ich mir, daß die Welt untergehen wird: Unter dem allgemeinen Jubel der witzigen Köpfe, die glauben, das sei ein Witz.“
    (Søren Kierkegaard)

  17. @ Vonfernseher #18
    „es hat angefangen und es hört nicht mehr auf“
    Klar hat es angefangen und hört nicht mehr auf.
    Die Erde ist ein rotierender Wasserplanet in einem flotten Dreier mit Sonne und Mond. Da haben eine Menge zyklischer Bewegungen und resultierender Schwebungen vor langer Zeit begonnen und hören sehr lange nicht mehr auf. Sehr komplex, obwohl letztlich nur klassische Mechanik, Thermo- und Hydrodynamik! Den für die Wärme ganz wesentlichen Faktor Wolkenbedeckung hat der Kollege Axel Fischer ja schon in #15 erwähnt.
    Was allerdings erst kürzlich angefangen hat und auch nicht mehr aufhört, sind die Korrekturen an alten Messergebnissen. Wussten Sie, dass dieser 100 Jahre alte Temperaturrekord von 56,7° C , inzwischen von derselben WMO, die im SZ-Artikel von 2013 schon als korrekturfreudig erwähnt wird, auch bezweifelt wird?
    100 Jahre alte Temperaturrekorde machen sich einfach nicht mehr gut in einer Zeit, die angeblich die heisseste aller Zeiten ist. Aus meiner physikalischen Sicht finde ich das nachträgliche und sukkzessive Kassieren mehr als 100 Jahre alter Messergebnisse allerdings sehr viel bedenklicher als die Tatsache, dass es vor 100 Jahren an vielen Orten noch etwas heißer gewesen sein soll als die heute in den Medien gefeierten, pardon, als Weltuntergang beklagten Rekorde.

  18. Ein solcher Hitzerekord an einem Tag ist vollkommen irrelevant, das wissen Sie auch.
    Mein Bargeld-Rekord liegt bei einem Fünfhunderter zur Jugendweihe, so viel hatte ich nie wieder im Portemonnaie. Trotzdem habe ich in den letzten Jahren im täglichen Durchschnitt ungleich viel mehr Geld in der Tasche als mit 15. Der Rekord von damals als Einzelwert ist vollkommen egal.

  19. @15: „Wolkenbedeckung“
    Da man daran nicht viel machen kann, macht man halt was an Stellen, an denen man was machen kann, z. B. CO2-Ausstoß. Finde ich gar nicht so schwer zu verstehen, die Faktoren zu beeinflussen, die man beeinflussen kann.
    Der Wasserkreislauf ist nun mal so, wie er ist. Der Hinweis auf Wasserdampf als maßgebliches Treibhausgas ist zwar richtig, aber auch relativ egal, weil Wasser immer verdunsten und kondensieren wird. Wie Ihre Referenz „Dessler“ analysierte führt die Zunahme an CO2 halt zu „Feedback“-Effekten, z. B. „tropospheric moistening more than doubles the direct warming from carbon dioxide.“

    „Regenrückhaltebecken“ – Kühlschrank auf, Elefant rein, Kühlschrank zu. War doch ganz einfach, warum regen sich alle so auf?

    „alle paar Jahre das Rad neu erfunden wird“
    Stimmt, etwas mehr Kontinuität wäre angebracht, damit man nicht alle 20-40 Jahre wieder neu erstaunt sein muss.

  20. „Abnutzung“ ist genau das richtige Wort, denke ich. An das Waldsterben (in den 1970ern?) kann ich mich nicht erinnern. Auch nicht an das Spiegel-Cover, das Aber an das Ozonloch, das uns alle dahinraffen sollte. An AIDS, BSE, SARS und Ebola, alles Krankheiten, nach denen heute kein Hahn mehr kräht. An die Jahrtausendwende, bei der weltweit alle Computer abstürzen sollten. Und nun sind es eben das Klima und Corona. Bisher hatten glücklicherweise alle Endzeitprediger „Lieferschwierigkeiten“. Kann man es Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher verdenken, wenn spätestens nach dem 3. ausgefallenen Weltuntergang eine gewisse Abstumpfung eintritt…?

  21. @ MR RE #22
    „Ein solcher Hitzerekord an einem Tag ist vollkommen irrelevant“
    Das sagen Sie. Medien wie die Süddeutsche Zeitung nehmen das tatsächlich ganz ernst und räumen solche Rekorde gerne ab, um das Publikum mit neuen Rekorden beeindrucken zu können.
    Am 18.8.2020, in einem sehr späten Sommer mit ingesamt unterdurchschnittlich wenigen heißen Tagen in Deutschland, hat dieselbe Süddeutsche Zeitung, die 2013 den alten Hitzerekord von 56,7°C vermeldete, offensichtlich spontan und unkoordiniert das Frösteln nach einem neuen Rekord irgendwo anders in der Welt gepackt:
    „Hitzerekord im Tal des Todes.
    Im kalifornischen Death Valley war es am vergangenen Sonntag 54,4 Grad Celsius heiß. Das könnte der weltweit höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen sein.“

    Das „könnte“ der weltweit höchste Wert nur sein, wenn der 2013 noch als Tatsache berichtete Wert von 1913 kippt. Und natürlich tut der das prompt:
    „Im Juli 1913 sollen im Death Valley 56,7 Grad Celsius gemessen worden sein. Doch an diesem Wert gibt es Zweifel“
    Auch ein weiterer Wert von 55°C von 1931 aus Tunesien wird im nächsten Satz eben so mit einem Wisch aus dem Weg geräumt, damit 2020 alles viel schlimmer sein darf als vor ca. 100 Jahren.
    Warum spendieren Journalisten so viel Text dafür, wenn das doch alles so „irrelevant“ ist?
    Aus der Sicht eines Physikers ist mir allerdings völlig klar, was da passiert: wenn die Modelle die Messdaten trotz aller Bemühungen nicht gut abbilden können (und eines der Probleme sind neben der mittelalterlichen Warmzeit eben die ingesamt sehr hohen Temperaturen zu Beginn des 20. Jh. in den USA und auch Australien), dann wird eben irgendwann an den Messdaten geschraubt, damit eine 1A-Übereinstimmung von Messung und Modellierung und ein 97%-Konsens vermeldet werden kann. Das ist genau das, was Klimaskeptiker seit langem behaupten, schwer zu glauben, aber hier mal mit 2 SZ-Artikeln ganz aktuell exemplifiziert: Suchbar unter dem Stichwort ‚climate data tampering‘ und so auch bei ‚climategate‘ aufgeflogen und dann wieder heruntergespielt.

  22. Ach Kinders, hier kann man ja schön die Lemminge betrachten, wie sie im Moment ihres bevorstehenden Untergangs in kleinliche Streitereien ausbrechen. Wie würde es erst sein, wenn jemand auf sein Automobil, auf die Reise, auf Fleisch und verpackte Lebensmittel, ebenso wie auf Smartfon und sonstige Energieschleudern verzichten soll?
    Machen wir uns nichts vor: Es wird kommen wie es kommen muß. Für Viele auf diesem (immer noch) so schönem Planeten ist die nahende Katastrophe heute schon Realität. Wir, die Reichen, denen alle Möglichkeiten (noch) offenstünden zum Handeln, wir suhlen uns im wohligen weißauchnichtsogenau. Damit ist bald Schluß.

  23. Der Artikel hat mich enttäuscht. Soviel veraltete cis-maskuline Sprache.

    Sie betrifft Menschen in der Sahel-Zone, ein paar indigene Völker und vielleicht unsere Ur-Ur-Enkel

    Haben wir dann keine weiblichen und genderfluiden Nachkommen mehr?

    Bürgerkriege

    Ja, Kriege sind wohl immer noch Männersache!

    Klimafüchtlinge – Gab es da nicht ein sensibleres Wort?

    Wem wirklich bewusst ist, wie dramatisch die Auswirkungen der Klimakrise die eigenen Kinder treffen werden und wie klein das Zeitfenster ist, in dem wir noch handeln können – der kann das Corona-Finanzpaket der EU unmöglich als historisch feiern. Der kann auch den späten Kohleausstieg und viele andere Versagen nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen.

    Da schüttelt es mich nur noch.

    Jede:r Für die vermutlich rückständige Übermedien-Leserschaft wäre eine Ausspracheangabe nützlich.

    Journalist:innen, nehmt das Gendern endlich ernst! Das ist kein Aktivismus. Es ist wissenschaftlich, menschlich und journalistisch geboten!

  24. @NADINE

    Weil es Aids und Ebola jetzt ja auch nicht mehr gibt? Wo leben Sie denn?

    @TIM

    Ich sehe das Problem auch nicht unbedingt (nur ) bei den Journalisten. Allerdings hat Sara Schurmann natürlich trotzdem Recht: Das Problem ist nicht, dass viele Leute nicht an die Wissenschaft bzw. den Klimawandel glauben, sondern dass nicht danach gehandelt wird.
    Und das liegt mMn daran, dass dieses „Handeln“ Einschnitte zur Folge hätte, die keiner tragen will weil die fühlbaren Konsequenzen des Klimawandels noch zu weit weg sind.
    Ist ein ähnliches Phänomen wie bei Corona: Bei uns gehen irgendwelche Deppen auf die Straße, weil sie glauben das wäre alles eine Verschwörung und Corona gibts nicht. Versuchen Sie das mal in Italien, wo quasi jeder in seinem Bekanntenkreis Betroffene hat. Das funktioniert dort nicht.
    Eine Lösung dazu habe ich allerdings auch nicht. Es wird also wohl darauf hinauslaufen, dass der Klimawandel nicht (oder unzureichend) aufgehalten wird. Und dann werden wir die Fragen von unseren Kindern bekommen, warum wir nichts getan haben….

    Und das liegt dann übrigens nicht mehrheitlich an den Andreas Müllern (denen ist eh nicht zu helfen, aber das sind halt auch nicht allzu viele auch wenn es hier im Forum immer so scheint), sondern an allen „Mitläufern“, denen das Handeln einfach „zuviel“ ist und die lieber solange es geht ihren Wohlstand genießen wollen.
    Der Mensch ist offenbar nicht für vorausschauendes Handeln gemacht….

  25. @ Ichbinich

    „Und das liegt mMn daran, dass dieses „Handeln“ Einschnitte zur Folge hätte, die keiner tragen will weil die fühlbaren Konsequenzen des Klimawandels noch zu weit weg sind.“

    Das kann ich so nicht beobachten. Fast alle akzeptieren heute die Realität des Klimawandels, aber eine wirkliche Klimakatastrophe hält fast niemand für wahrscheinlich. Entsprechend gibt es keine wirksame Klimapolitik.

    Übrigens gilt das auch für jene gesellschaftliche Gruppen, die besonders an ökologischen Themen interessiert sind. Die Zielsetzung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (seit 2000) ist ja ausdrücklich nicht die Reduzierung der CO2-Emissionen, sondern die Produktionssteigerung der erneuerbaren Energien. Ein feiner, aber wirkungsmächtiger Unterschied! Selbst das EEG – die Speerspitze der deutschen Klimapolitik – ist nicht von der Sorge vor einer Klimakatastrophe getrieben.

  26. Seit Sommer92 arbeite ich als Gründer der Klima-BündnisAgentur als KlimaWendeKommunikator.

    Dieser Aufruf ist ganz besonders wichtig, da die Berichte über und Folgen der CoronaKrise die Bekämpfung der Klimakrise in den Hintergrund drängen.

  27. @ IchBinIch #28
    „das liegt dann übrigens nicht mehrheitlich an den Andreas Müllern“
    Ganz sicher nicht, denn mein „CO2-Fussabdruck“ war schon immer weit, weit unterdurchschnittlich, ganz im Gegensatz zu dem von Langstrecken-Luisa oder Anden-Cem (Bonusmeilen-Affäre schon 2002 ).
    „denen ist eh nicht zu helfen“
    Ganz sicher nicht von einem naturwissenschaftlichen Ignoranten, der das wohlfeile Moralisieren über Ziele liebt, an die er offensichtlich selbst nicht glaubt:
    „Einschnitte zur Folge hätte, die keiner tragen will“
    Tragen Sie selbst denn diese Einschnitte? Ich bin in diesen Sommerferien 570 Kilometer auf dem Fahrrad mit meinen Kindern durch Süddeutschland gefahren und hatte damit persönlich noch gar nie ein Problem.
    Wie andere Bekannte, die das ähnlich handhaben, hindert mich das aber nicht daran, die Wissenschaft hinter der Klima-Katastrophenpropaganda ein wenig unter die Lupe zu nehmen.
    Dass meine Kinder durch einen nuklearen oder biologischen Krieg umkommen, halte ich deshalb tatsächlich für wahrscheinlicher, als dass sie durch eine Klimakatastrophe umkommen.

  28. Fakt scheint vor allem auch zu sein, dass viele inzwischen jeden Bezug zu und Sensibilität für die Natur verloren haben. Auch ohne Doktortitel oder Recherchen über historische Rekordtemperaturen, sieht und spürt jeder, der kein völliger Ignorant oder Vollidiot ist, die Bedrohung. Hier in Krefeld sind 95% der Bäume krank und werfen schon im Juli ihre braunen Blätter ab. Der entomologische Verein hat den gefühlt dramatischen Verlust an Insekten bestätigt. Selbst Allerweltsvögel werden immer seltener. In den Niepkuhlen ersticken hunderte Fische. Beispiele gibt es zahllose. Hier und vor allem im globalen Süden. Wer aber all die global festzustellenden Kaskaden der rasant zunehmenden Erderwärmung warum auch immer nicht zur Kenntnis nimmt, für unbegründete Panikmache hält und sich an ein physikalisches Gesetz (Bolzmann Konstante) klammert, den kann man kaum ernst nehmen. Woher diese Ignoranz und Selbstgerechtigkeit bloß rührt, das ist für mich das eigentliche, traurige Mysterium an der Problematik.

  29. Faszinierend. Heißt das, dass endlich die Nutzung der Kernenergie wieder von Journalistinnen breit diskutiert wird? Immerhin ist die Kernenergie das mit Abstand wirksamste Mittel gegen steigende CO2-Emissionen. Konsequent wäre, wenn die Journalistinnen sich vehement für eine Laufzeitverlängerung der sechs verbleibenden Kernkraftwerke (www.saveGER6.de) einsetzen würden. Wenn sie einen massiven Ausbau der Kernenergie auch in Deutschland und ein Ende der albernen Diskussionen darum fordern würden. Wenn sie unterstützten, dass staatliche Forschungsgelder in neue Formen der Kernenergie fließen, wo mit Hochtemperaturkonzepten nicht nur elektrische Energie, sondern auch synthetische, kohlenstofffreie Kraftstoffe preisgünstig hergestellt werden könnten. Das wäre mal eine richtige Energiewende, die ihr selbstgestecktes Ziel auch erreicht ohne die Volkswirtschaft zu ruinieren, und kein solches Kinderspielzeug, das die Politik heutzutage fördert.

    Tatsächlich gibt es mehrere Journalisten, die beispielsweise in WELT, FAZ und ZEIT dieser Debatte endlich den notwendigen Raum einräumen. Die Journalistinnen haben hier noch Nachholbedarf, aber das ändert sich ja jetzt hoffentlich.

  30. @ Markus Huppertz
    „Der entomologische Verein hat den gefühlt dramatischen Verlust an Insekten bestätigt“
    Es existiert kein plausibler Zusammenhang zwischen der Temperatur und der abnehmenden Zahl von Insekten bei uns. Das ist allein deshalb schon klar, weil es in vielen heißen Regionen der Welt nie weniger Insekten gab als hierzulande.
    Wer die Zahl der Insekten verstehen will, muss auf die Art und Vielfalt von Pflanzen und Blüten schauen. Und jeder, der im Gebirge unterwegs ist, weiß einfach, dass es dort viele Insekten gibt, wo viele wilde Blumen wachsen. Und wer in der Kulturlandschaft unterwegs ist, hat längst gesehen, dass bereits die ersten Blühstreifen am Ackerrand etwas bewirkt haben.
    Es dient keinem vernünftigen Zweck, sämtliche Umweltprobleme (die es natürlich gibt, auch im Zusammenhang mit dem Verkehr) in denselben Topf mit der Aufschrift „Klimakatastrophe“ zu rühren. Das ist aber bedauerlicherweise genau das, was sich in Deutschland inzwischen „grüne“ Politik nennt.

  31. @VonFernseher
    Stimme Ihnen voll zu. „5 vor 12“ als Beschreibung ist falsch. Es ist ein sehr schiefes Bild das vorherrscht, wenn davon geredet wird, den Klimawandel zu verhindern.
    Nein, das ist vorbei, er wird kommen, die Frage ist ist ja, wie stark er sein wird. Umso wichtiger ist es, dass wir uns nicht zurück lehnen dürfen, weil eben der Kampf um jedes Grad entscheidend sein wird für uns Menschen. Selbst zu dem Zeitpunkt, wo wir eine negative CO2-Bilanz erreichen als Menschheit, müssen wir ja weiter machen, um die Erwärmungslawine zu bremsen.
    Das sehen Sie ganz klar, aber das ist leider nicht das Bild das üblicherweise gezeichnet wird, sondern eher ein Alarmismus im Sinne, dass ein konkretes Ereignis X zugunsten von Y bis zum Zeitpunkt Z abzuwenden. Nur sind X, Y und Z da halt sehr beliebig.

  32. Heute habe ich das Interview vom Scheier nur angefangen, dann musste ich erbrechen. Er stapft zum Autogipfel und will die Verbrenner subventionieren. Es ist so unfassbar zynisch. Wer wählt solche Leute?

  33. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) hat 2019 die Bedeutung des Klimawandels als eine der Ursachen für den Artenschwund hervorgehoben. Mit zunehmender Erderwärmung werde das zum Hauptfaktor der Vernichtung der Artenvielfalt. (Zu dem Zeitpunkt war allerdings die Stellungnahme von Herrn Müller noch nicht bekannt.)

    Aber gewiss gibt es auch Nutznießer der Erwärmung in unseren Breiten. Zum Beispiel so liebevolle Tierchen wie der Eichenprozessionsspinner und die Tiger-Mücke.

  34. Fürwahr, es wird viel zu wenig … ach was … überhaupt nicht über den Klimawandel informiert.
    Google bringt für das Wort Klimawandel gerade mal 14.400.000 Treffer. Das muss man sich mal überlegen, nicht mal jeder 5. Deutsche hat je vom Klimawandel erfahren.
    Bei der Klimakrise müssen wir uns mit 1.760.000 Fundstellen begnügen.

    Eine Katastrophe, wie die Leitmedien sich dem Thema verweigern. Die FAZ-online hat lediglich 5.200 Artikel zum Klimawandel veröffentlicht, der gedruckte Spiegel gerade mal 1329 (SPON 6102 Beiträge).

    Wenigsten die Grünen ignorieren das Thema nicht. Die kümmern sich. Die nehmen es auch sich, um die ganze Welt zu fliegen um wegen jedenfalls und das geht und alle an Klima.

    Immerhin, ein medialer Hoffnungsschimmer erscheint am Horizont. „Da, wo die Gefahr wächst, wächst das Rettende auch“ (Hölderlin), hier ist unsere Retterin Sara Schurmann.
    Endlich redet eine, wo andere schweigen!
    Vielleicht gelingt es jetzt, zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte, „eine Diskussion über die Klima-Berichterstattung anzustoßen“.
    Ich drück ihr beide Daumen. Toi, toi, toi.

  35. @Björn Peters : die Atomenergie ist zu teuer, zu gefährlich, sie verursacht zu viele Schäden und Treibhausgase sind nicht das einzige Kriterium für die Bewertung einer Technologie. Mehr dazu bei Wise Uranium Org. Soviel zu Ihrer Atom-Lobbyarbeit.

    Wenn ich manche Kommentare hier sehe, scheinen viele nicht mal um eine Ecke herum denken zu können. Beispiel: Insektensterben wurde nicht als Beweis für Klimawandel, sondern als ein Indiz für unseren schlimmen Umngang mit der Natur genannt. Wer glaubt, dass Blühstreifen das Problem lösen, denkt vermutlich auch, dass alle Insekten zwei, drei Monate im Jahr Nektar saugen und den Rest des Jahres…ja was eigentlich? Hier ist zu empfehlen, Freitags die freien Plätze in Schulen zu nutzen und Nachilfe in diversen Naturwissenschaftsfächern zu genießen.

    Geistigen Abfall bitte nicht hier entsorgen. Bitte!

  36. @László Maráz:
    „Hier ist zu empfehlen, Freitags die freien Plätze in Schulen zu nutzen und Nachilfe in diversen Naturwissenschaftsfächern zu genießen.
    Geistigen Abfall bitte nicht hier entsorgen. Bitte!“
    Autsch, diese Mischung aus Ignoranz, unfreiwilliger Ironie und freiwilliger Arroganz ist atemberaubend schmerzhaft.

    Im Übrigen hat Björn Peters (#34) absolut recht: Der Umgang mit dem Thema Kernenergie ist DER Prüfstein, ob man es mit der Klimakrise tatsächlich ernst meint, oder doch alles nicht so dringend ist.

  37. @Lazlo Maraz:
    Ich bin da recht tiefenentspannt. Alle großen Wissenschaftsinstitutionen wie das MIT stehen auf Seiten der Kernenergie, außer ein paar deutsche, die aber niemand außerhalb unserer Filterblase ernst nimmt. Es sind auch meistens Steinzeit-Argumente, die gegen die Kernenergie ins Feld geführt werden.
    * Kernkraft ist nicht zu teuer. In Barrakah (VAE) wurde gerade ein sehr modernes in Betrieb genommen, das für ca. 4 Cents je kWh zuverlässig regelbaren Strom erzeugen wird.
    * Abgebrannte Brennstäbe sind kein „Atommüll“, sondern wertvoller Rohstoff für künftige „schnelle“ Reaktoren. Im Übrigen ist noch nie jemand durch Atommüll zu Schaden gekommen.
    * Kernenergie ist nach allen seriösen wissenschaftlichen Studien die mit Abstand sicherste Art, elektrische Energie zu erzeugen. Bei allen anderen Stromerzeugungstechniken kommen wesentlich mehr Menschen zu Schaden, wenn man das in produzierte 1000 TWh umrechnet (Markandya et al., Lancet).
    * Kernenergie ermöglicht neben Stromerzeugung auch die Synthese von Wasserstoff und emissionfrei verbrennendem Kraftstoff, kann Prozessenergie für die Stahl-, Glas-, Zementherstellung usw. bereitstellen. Versuchen Sie das mal mit Solar- und Windenergie, die auf Niedrigenergieflüssen beruhen.

    Fazit: Einen Klimaleugner erkennt man auch daran, dass er die mit Abstand beste Technologie zur CO2-Absenkung ablehnt. Müsste dringend breiter thematisiert werden. Journalist:innen aller Fraktionen, nehmt Euch des Themas an!

  38. @32:

    Keine Ahnung warum das hier relevant sein soll aber wir waren mit dem Zug im Urlaub.
    Im Übrigen fahre ich sonst fast immer mit dem Fahrrad und besitze auch kein Auto. Ich wüsste aber nicht warum das hier irgendeinen interessieren sollte.
    Vor allem, da Sie das „Argument“ ja wie immer nur als Strohmann nutzen. Denn erstens erreicht eine Luisa Neubauer insgesamt mit ihren Aktionen definitiv mehr CO2-Einsparungen als wir beide zusammen und zweitens kritisieren Sie ja mit genau der gleichen Vehemenz z.B. Greta Thunberg, die wenn es geht nur den Zug nutzt. Und über den Atlantik kann man nunmal leider nicht mit dem Tretboot.

    bezüglich Kernkraft:
    Ja, wenn wir konsequent handeln würden müssten wir die Kohlekraftwerke als erstes abschalten und nicht die Kernkraftwerke. Denn wir haben das Endlagerproblem so oder so, egal ob die Kraftwerke jetzt noch laufen oder nicht. Außerdem sind die Langzeitfolgen des Klimawandels deutlich schlimmer, als die von Endlagerproblemen (global vs. lokal). Selbst mit einem erneuten Gau wie in Fukushima wäre das mMn noch der Fall. Denn so schlimm solch ein Ereignis auch ist (und ich bin auch kein Freund der Kernkraft), es wäre immer noch global gesehen einfacher zu verkraften, als eine Temperaturerhöhung um 3°C.
    Deswegen sollte man nicht unbedingt neue Kraftwerke bauen (weil zu teuer und zu unsicher), aber die, die wir eh schon haben können wir auch weiterlaufen lassen, bis zumindest erstmal alle Kohlekraftwerke vom Netz sind.
    Das ist aber auch das, was das IPCC u.Ä. vorschlägt. Dass die Politik nicht dementsprechend handelt, kann man ja schlecht der Wissenschaft vorwerfen.

  39. Atomenergie als Klimaretter?
    https://www.youtube.com/watch?v=qdAH4019or0
    Das wichtigste Argument (Jeld) kommt bei ca. 10:50min.

    Da ballert uns die Sonne unablässlich mit Energie voll (ca. 10.000 mal so viel, wie wir bräuchten), aber wir wollen weiter Zeug aus dem Boden holen um damit Wasser zu erwärmen und den Dampf durch Turbinen zu jagen.
    Fortschritt muss jeden Tag neu erkämpft werden, manchmal auch gegen (Atom-)Windmühlen.

    An dieser Stelle empfehle ich mal ein kurzes SciFi Hörspiel: „Mondglas“. Die Pointe kommt ganz am Ende und ist erfrischend unvorhersehbar, zumindest war sie es für mich.

  40. @ANDERER MAX

    Ich sehe auch keinen langfristigen Sinn in Kernkraftwerken. Aber: Wenn Sie jetzt vor der Wahl stehen ein Kohle- oder Kernkraftwerk abzuschalten; Was würden Sie denn machen?
    Weil aus beidem gleichzeitig aus zu steigen funktioniert nunmal nicht kurzfristig.

  41. @László Maráz #40
    „dass alle Insekten zwei, drei Monate im Jahr Nektar saugen und den Rest des Jahres…ja was eigentlich?“
    Die Frage eines totalen Ignoranten.
    „Freitags die freien Plätze in Schulen zu nutzen und Nachilfe in diversen Naturwissenschaftsfächern“
    Fangen Sie mal damit an, sich den Jahreslauf einer Wespen- oder Hummel-Population anzuschauen, um zu verstehen, wie raffiniert die genau das Problem löst, das stark saisonale Nahrungsangebot zu nutzen.
    Selbstverständlich helfen Blühstreifen gegen die Verarmung der Kulturlandschaft und den Insektenschwund, die z.B. durch einen irrwitzigen Ausbau des Anbaus von Mais und Raps enstanden ist, für sogenannte „Bio“masse, also „regenerative“ Energie.
    Genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Vieles von dem, was als „grün“ vermarktet wurde, hat bereits genau den Raubbau an der Natur verursacht, den es angeblich beenden will. Hier wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben und massive Volksverdummung betrieben.

  42. Nur Herr Müller weiß, dass Monokulturen schlecht für die Biodiversität sind. Alle anderen sind halt dumm (und grün).

    @45: Ich hatte hier jetzt 2 lange Antworten stehen, aber komme zu dem Schluss: Ich weiß es nicht.
    Logisch macht beides keinen Sinn, praktisch wird die Atomenergie mit 12% Anteil am Strommix keine allzu großen Löcher stopfen können. Je schneller wir mit den Regenerativen in die Pötte kommen, desto besser – wäre meine logische, aber unbefriedigende weil ausweichende Antwort.

    Oder halt auf Fusionsreaktoren hoffen ;)

  43. Seid der Corona Krise ist mir bewusst, daß es keine freie Presse mehr gibt und ich habe da meine Zweifel,ob das was bringt.
    Aber nötig und sinnvoll, es wenigstens zu versuchen. Danke für den Mut.
    Corona ist ja nur der Anfang und wir vepulvern jetzt schon alles was wir haben, wie soll das nur weitergehen. Kaum auszudenken.

  44. @Artikel: Eine staatliche Subvention für die Medien neben den ÖR ist ja an sich schon nicht unproblematisch, aber gerade beim Thema Klimaschutz würde das die ohnehin vorhandene Vertrauenskrise befeuern. Langfristig würde das glaube ich gerade noch diejenigen vom Thema abschrecken und den Populisten zutreiben, die momentan in der Phase der Akzeptanz stecken, aber noch nicht in die Handlung gekommen sind.

    Mir fehlt in der Klimaberichterstattung die Kreativität: ich sehe fast ausschließlich Artikel/Formate, die entweder ausschließlich Appell, oder eine Aneinanderreihung von wissenschaftlichen Fakten gemischt mit Appell sind. Das ist nicht nur furchtbar eintönig (Monokulturen!), sondern geht auch an der emotionalen Komponente des Themas vorbei.

    Wenn man die Lösungen von der Regierung erwartet, dann muss man diese auch journalistisch festnageln. Da reicht es eben nicht, wenn man diesen oder jenen Experten oder FFF oder sonstwen indirekt zitiert, sondern man kann dann durchaus sagen, wenn Herr Scheuer wieder mit der Wunschliste der Auotlobby vor die Kameras tritt, dass das nicht mit den Umweltzielen der Bundesregierung vereinbar ist.

    Wenn man eine Handlungsänderung von seiner Leserschaft/Hörerschaft/Seherschaft anregen will, dann sollte man sich auch mit den psychologischen Aspekt des ganzen beschäftigen. Sich von gewohnten Handlungsmustern zu lösen ist irgendwo zwischen Trauerarbeit (die guten alten Zeiten loslassen) und Zigarettenentzug anzusiedeln (tatsächlich gibt es erstaunlich viele Parallelen in den „Entschuldigungen“ und Argumentationsmustern von Rauchern und Konsumfreunden). Dazu gehört auch, den Verlust anzuerkennen und positive Handlungsoptionen aufzuzeigen. Fakten können da begleiten, aber nicht die Argumentation tragen.

  45. @11 „ca. 1 Grad“
    Der hervorragende Artikel richtet sich genau gegen diese Ignoranz der Egoisten, denn es Bedarf gar keiner exakten Zukunftsprognose. Die Erderwärmung von über einem Grad hat bereits in extremer Rekordzeit stattgefunden und die Folgen sind auch in Deutschland für jeden zu erkennen, der sie sehen will. Die Kosten für das Entgegen-steuern mögen hoch sein. Die Kosten für zu spätes Handeln werden allerdings um ein Vielfaches höher sein.

  46. Der Maraz haut ja ganz schön auf den Putz. Anderen naturwissenschaftliche Nachhilfe empfehlen, aber selber völligen Unsinn von schwefeliger Säure wegen Ammoniak erzählen.

    Das beleuchtet aber ein Grundproblem auch in Sachen Klima. Journalisten stehen in Sachen Naturwissenschaften üblicherweise auf der ganz anderen Seite des Bildungsspektrums.

    Wenn es dann auch nicht nur Berichterstattung über das, was ist, sondern Propaganda sein soll, wird es übel.

  47. @ANDERER MAX, 47

    Es ehrt Sie natürlich, dass Sie zugeben da auch keine Antwort zu haben :)

    Aber das ist ja genau das Problem, vor dem wir stehen. Wir haben nur diese 2 Varianten. Ein Appell: „schneller mit den Regenerativen“ hilft da ja leider nicht.

    Wir müssen uns halt entscheiden, ob wir in den nächsten Jahre CO2 oder Atommüll produzieren wollen. Und aus Mangel an Alternativen stimme ich da BJÖRN PETERS zu und würde auf die Kernkraft setzen…

  48. @24 „Abstumpfung “
    AIDS, BSE, SARS und Ebola waren oder sind keine ausgebliebenen sondern erfolgreich bekämpfte Katastrophen, die dennoch -zigtausende von Menschen daran hindern, sich an dieser oder ähnlichen Diskussionen zu beteiligen. Kann man ein guter Mensch sein, wenn man, wie Sie und auch andere Kommentatoren, den vorzeitigen Tod von Millionen Menschen schulterzuckend in Kauf nimmt, um den eigenen Wohlstand zu bewahren ?

  49. @51: Ist es faktisch wirklich so, dass „wir“ es nicht schaffen, genügend regenerative Energie zu erzeugen, um alle fossilen „seamless“ abzulösen? Sorry, ich habe gesucht aber keine echte Prognose diesbezüglich gefunden. Würde mich ernsthaft interessieren, wieviel Aufwand betrieben werden müsste, um den avisierten Atom- und Kohleausstieg auch wirklich zu schaffen.
    Ich denke mir nur: Wenn selbst Südlink schon an Bürgerprotesten scheitert, dann wird das wohl nichts.
    Die nächsten 10 Jahre dürften energiepolitisch sehr spannend werden. Mal sehen, wie sich die CDU da wieder rauswindet. Vielleicht gibt’s ja grünrot bald, dann hat man den perfekten Sündenbock für den Ausstieg-Ausstieg.

  50. @ANDERER MAX

    Ja, das ist so. Wir haben derzeit nichtmal 40% erneuerbare Energien im Strombereich. Und Strom an sich sind nur 20% des Gesamtenergiebedarfes in Deutschland. Es ist utopisch zu glauben, dass wir diesen Energiebedarf in den nächsten Jahren erneuerbar aufbauen können. Das funktioniert weder logistisch noch wirtschaftlich.

    z.B. unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Energiedaten/energiedaten-gesamt-pdf-grafiken.pdf?__blob=publicationFile&v=34 finden Sie ein paar Grafiken zum Energiebedarf. Da sehen Sie zumindest mal die Herausforderungen, die da vor uns stehen.

  51. @54: Danke für den Link. Ich bin da meinungstechnisch ganz bei Ihnen! Ich glaube auch, dass das nicht klappen wird / kann.
    Ich sag’s mal so: Der Bundesregierung muss doch beim Beschluss des Atomausstiegs und jetzigen Gesetzesentwürfen zum Kohleausstieg eine Analyse vorliegen, auf Basis derer sie die Jahre 2022 und 2038 als realistische Ziele berechnet hat.
    Da müssten dann ja auch die Energieträger ausgewiesen sein, die die Löcher stopfen sollen.
    Ich glaube nicht, das die Regierung es darauf ankommen lassen wird, dass Teile Deutschlands am 01.01.2023 ohne Strom sind.
    Was ist also das Ass im Ärmel?

    Nochmal ehrlich: All that goes way over my head!
    Ich kann auch aus den Statistiken nicht viel herauslesen, außer dass der Wegfall von Atomenergie in Sachen Strom anscheinend deutlich besser verkraftbar ist, als der Wegfall von Kohleenergie bezogen auf den Gesamtenergiebedarf. Das alles durch Öl und Gas zu ersetzen ist ja CO2-technisch dann auch Quark.
    Daher: Wie groß müsste der Aufwand sein, bis z. B. 2038 sein, um alle fossilen Kohlesachen durch regenerative Träger ersetzt zu haben? Da muss es doch eine Datenbasis geben, sonst könnte man doch kein Jahr definieren. (Sie müssen das nicht liefern, um Gottes Willen! Aber wäre halt interessant zu erfahren, wie man 2038 ermittelt hat und mit welchen Energieträgern als Ersatz. Sorry ich kann mich heute ganz schwer artikulieren.)

  52. @Anderer Max, 55

    Sie sind da etwas optimistisch… ich denke nicht, dass die gegenwärtigen Pläne mit dem Ausstieg aus der Kohle bis 2038 vollkommen durchdacht sind. Die Regierung lässt es bestimmt nicht darauf ankommen, dass wir irgendwann ohne Strom dastehen, das ist richtig, aber sie wird im Zweifelsfall einfach die Kohle verlängern. Oder wir kaufen aus dem Ausland dazu. Jedenfalls hat die Bundesregierung keinen Plan, wie die erneuerbaren Energien so weit gefördert werden sollen, um diese Kohlekapazitäten zu ersetzen. Natürlich schreiben die da 2038 rein, aber die politische Realität bleibt immer hinter solchen Zielsetzungen zurück.

    Wenn Leute sagen, dass das nicht geht, dann frage ich mich, was für Prioritäten oder Limits gesetzt werden. Es muss gehen, entweder etwas früher, um den Klimawandel zu stoppen, oder später, wenn die „Vorräte“ zur Neige gehen, es heißt ja nicht umsonst „fossile“ Energien. Die Frage ist doch nur, was ist der Preis dafür, um es bis zu einem gewissen Zeitpunkt zu schaffen. Es ist immer das Geld. Also hört auf zu sagen es geht nicht, sondern sagt „es geht nicht, weil das 100 Trilliarden Euro kosten würde, aber für 1 Trilliarde sind 80% realistisch“. Oder sowas.

    Klar ist nur, die Bundesregierung und insbesondere die CDU sind nicht bereit, was auch immer es kosten würde dafür auszugeben. Und genau da wünsche ich mir Journalisten, die Politiker damit nicht davonkommen lassen. Wie kann es sein, dass wir eine „Klimakanzlerin“ und eine CDU mit hervorragenden Umfragewerten haben, wenn die Überwiegende Mehrheit der Bevölkerung das als ernstes oder sehr ernstes Problem sieht? Irgendwie kommt die politische Entscheidung beim Bürger überhaupt nicht mit der Partei in Verbindung. Das sehe ich als Versagen der Medien an.

  53. Ein Problem mit regenerativer Energie ist die Schwierigkeit der Steuerung – ein K-Kraftwerk liefert permanent, ein Windrad je nach Wetter.
    Ergo wäre die Lösung, die gewonnene Energie zu Hydrolyse zu nutzen, um den Wasserstoff entweder zu verstromen, sobald der Bedarf da ist, oder direkt als Energiequelle weiterzuverwenden.

    So bekäme man auch Solarstrom aus der Sahara. Dann wäre man zwar von Libyen abhängig, aber einen Tod muss man sterben.

  54. @ANDERER MAX

    Ich bin da bei ERWINZK. Ich bezweifle stark, dass es da konkrete Pläne gibt (sonst würde man sie ja veröffentlichen). 2038 ist erstmal irgendeine Zahl, auf die man sich geeinigt hat. Nicht mehr. Und das ist auch mMn das, was von Journalisten mehr herausgestellt werden müsste. Die hohlen Phrasen zum Klimaschutz der Regierung passen überhaupt nicht zum Handeln. Es gibt z. B. kein Konzept, wie der Verkehrssektor decarbonisiert werden soll. Schleuer behauptet einfach dass das schon irgendwie geht und es gibt ja auch keinerlei Konsequenzen, wenn nicht.
    Und ja, fossile Träger können nicht komplett mittels Kernkraft ersetzt werden (ein Auto fährt halt auch nicht mit Brennstäben). Aber es ist immer noch besser, zumindest erstmal die CO2 Kraftwerke auszuschalten anstelle der Kernkraftwerke. Löst auf keinen Fall das Grundproblem, aber wenigstens verringert es den CO2 Ausstoß.

    @MYCROFT

    Ja, technisch geht das. Aber es gibt derzeit diese großen Anlagen, die dafür gebraucht werden, nicht.
    Und dafür braucht es vor allem den Willen und das Geld, das umzusetzen. Und auch dann steht so eine Anlage nicht von heute auf morgen.

    Ganz zu schweigen von dem Strombedarf, der dafür benötigt wird. Wie gesagt, nur 20% des Energiebedarfea ist Strom. Und nur ein Teil davon regenerativ.
    Wenn Sie das alles mittels Elektrolyse abdecken wollen brauchen Sie massenweise Windräder und Solarzellen. Ich sehe keinen Plan, dass damit angefangen wird, diese Kapazitäten aufzubauen.

  55. @Mycroft, Ichbinich

    Ach, es gäbe ja erst einmal genug Potential lokal umzusetzen, ehe die Deutschen auf die Sahara etc. blicken. Nur werden den wirklich Interessierten ja von den letzten drei Regierungen systematisch Stöcke in die Speichen gerammt. Dass die Wind- und Solarbranchen in Deutschland so extrem schlecht dastehen, liegt ja vor allem daran, dass die vielen Willigen vor Ort nicht so können, wie sie gerne möchten. Genossenschaften und Dorfgemeinschaften werden bei der Windkraft strukturell mit voller Absicht benachteiligt, seitdem man bemerkt hat, dass die das einfach viel zu gut (und damit unabhängig) bewältigen. Privatleuten und Kleinbetrieben, die neue Heiz- und Stromanlagen mal eben nicht aus der Barschaft bezahlen können, wird der Einstieg in die Nutzung der Solarenergie durch unsichere und sich ständig ändernde Richtlinien verbaut, da so keine sichere Finanzierung aufgestellt werden kann. Das regionale Fernsehen und Radio sind voll solcher Geschichten, viele davon auf Youtube hochgeladen. Das Ganze ist so effektiv, dass es bei den politischen Entscheidungen ganz bestimmt keine Randerscheinung war.

    Für die Grundlast könnte man sehr gut den alten Atommüll in Brut- oder Laufwellenreaktoren einsetzen, der dadurch am Ende der Wiederverwertung auch noch weniger lang strahlt. Die verschiedenen Quellen sprechen dabei von einer Verbesserung der Effizienz um das 20- bis 50-fache; also könnte man, selbst wenn es schlecht läuft, noch zehnmal so viel Energie aus den Brennstäben ausbeuten, wie in ihrem gesamten ersten Leben. Das wäre mit Sicherheit auch gegen den Klimawandel besser als neue Kernkraftwerke, die in Beschickung und Betrieb nämlich alles andere als CO2-neutral sind.

  56. Wenn man mal ein „Gefühl“ für die in Deutschland erzeugten und verbrauchten Energiemengen bekommen möchte, empfehle ich einen Blick auf die Seite smard.de (-> Marktdaten visualisieren), die von der Bundesnetzagentur bereitgestellt wird. Hier kann man sehen, wieviel Strom aus welchen Energiequellen erzeugt wird und wie sich der Verbrauch verhält. Man kann die Ansichten beliebig konfigurieren und sich stunden- oder viertelstundenscharf die historischen (wie auch die prognostizierten) Werte ansehen. Ich empfehle, hier mal eine Weile drüber zu meditieren, die Zeiträume zu verschieben (z.B. mal eine der berüchtigten Dunkelflauten so um Herbst/Winter ansehen) und dann mal selbst zu überlegen, wie die Zukunft der Energieversorgung aussehen könnte. Hier z.B. die letzten zehn Tage:
    https://www.smard.de/home/marktdaten/78?marketDataAttributes=%7B%22resolution%22:%22hour%22,%22from%22:1598911200000,%22to%22:1599774300000,%22moduleIds%22:%5B1004066,1001226,1001225,1004067,1004068,1001228,1001224,1001223,1004069,1004071,1004070,1001227,5000410%5D,%22selectedCategory%22:null,%22activeChart%22:true,%22style%22:%22color%22,%22region%22:%22DE%22%7D
    Wenn man hier die stundenscharfe Auflösung wählt, kann man sehr schön sehen, wie zeitlich begrenzt die Photovoltaik zur Stromerzeugung beiträgt und dass auch der Anteil der Windenergie an der Gesamterzeugung über mehrere Tage verschwindend gering sein kann, wenn gerade kein Wind weht. Im Januar gab es z.B. einige solcher Phasen.

    Wenn man nun daraus abzuleiten versucht, wie die Zukunft der Energieversorgung aussehen könnte, kann man unschwer erkennen, dass eine vollständige Versorgung allein durch Wind- und Solarenergie ohne gewaltige Stromspeicherkapazitäten schlicht unmöglich ist. Und es gibt zurzeit keinerlei Aussicht, dass wir in absehbarer Zeit solche Speicherkapazitäten schaffen können. Abgesehen davon, dass der Ausbau der Erneuerbaren ohnehin seit einiger Zeit erlahmt ist.

    Und die Situation wird sich kurzfristig in Hinblick auf den CO2-Ausstoß nicht verbessern.

    Zum einen ist für nächstes Jahr die Abschaltung der Kernkraftwerke vorgesehen, die ihren Strom zurzeit weitgehend CO2-neutral produzieren. Dieser Ausfall wird kompensiert werden müssen, und das ist mit Erneuerbaren kurz- und mittelfristig nicht zu leisten. Wir werden also die Kohle- und Gaskraftwerke hochfahren müssen. Ganz unabhängig davon, was man von Kernenergie ansonsten hält.

    Hinzu kommt, dass die Elektromobilität auf dem Vormrsch ist. Auch das wird den Stromverbrauch signifikant erhöhen. Und auch dieser zusätzliche Bedarf wird sich nur decken lassen, wenn wir zusätzlich fossile Brennstoffe verfeuern. In dem Zusammenhang könnte ich mich schwarz ärgern, wenn Grünenpolitiker und eine überwiegende Mehrheit der Journalisten immer wieder davon faseln, man könne die Autos doch mit Ökostrom betreiben. Davon ist nämlich nicht genug da. Und dabei ist noch nichtmal der Energieverbrauch zur Herstellung der Batterien berücksichtigt.

    Und natürlich gibt es Möglichkeiten, Strom in andere, speicherbare Energieträger wir z.B. Wasserstoff oder Bio-Fuel umzuwandeln. Aber auch das sind Technologien, die in absehbarer Zeit nicht im notwendigen Umfang zur Verfügung stehen werden. Außerdem hat bisher jede dieser Technologien einen schlechten Wirkungsgrad, die Umwandlung selbst verbraucht also ebenfalls gewaltige Energiemengen.

    Ich habe das Gefühl, dass gerade bei den Verfechtern von Ökostrom und Elektromobilität eine völlige Ahnungslosigkeit bezüglich der tatsächlichen Situation im deutschen Strommarkt herrscht, vielleicht weil man sich nach einfachen und sauberen Lösungen sehnt. Es wird aber nicht einfach werden.

    Kurz- und mittelfristig wird sich der CO2-Verbrauch zur Stromerzeugung meiner Überzeugung nach erhöhen, ich wüsste nicht, wie das anders gehen sollte.

    Lösungen sehe ich nicht wirklich. Klar ist ein weiterer Ausbau der Erneuerbaren erforderlich und wir sollten versuchen, unser Verbrauchsverhalten der Energieerzeugung anzupassen (bislang läuft das ja eher umgekehrt), aber den Stein der Weisen hat leider noch niemand gefunden.

  57. @60 Ingo S.: Vielen Dank für den sehr interessanten Link. Ich komme zwar zu anderen Erkenntnissen, ist aber spannend.

    @56 erwinzk: Vielen Dank für diesen Beitrag. Insbesondere der letzte Absatz ist so ziemlich genau das, was ich ausdrücken wollte, Sie haben das besser auf den Punkt gebracht als ich.

  58. @ VONFERNSEHER

    „Ach, es gäbe ja erst einmal genug Potential lokal umzusetzen,“

    Ja, das ist ja das was ich meine mit „ich sehe da keine Strategie der Regierung“. Wie wollen wir denn den Ausbau in den nächsten Jahren stemmen wenn jede kleine Bürgerinitiative dort zu jahrelangen Verzögerungen führt?

    „Für die Grundlast könnte man sehr gut den alten Atommüll in Brut- oder Laufwellenreaktoren einsetzen, der dadurch am Ende der Wiederverwertung auch noch weniger lang strahlt. “

    Das sind theoretische Konzepte, die bis zur Umsetzung noch einiges an Forschung brauchen. Das hilft uns kurz- und mittelfristig überhaupt nicht.

    „Das wäre mit Sicherheit auch gegen den Klimawandel besser als neue Kernkraftwerke, die in Beschickung und Betrieb nämlich alles andere als CO2-neutral sind.“

    Ein Laufwellenreaktor ist genauso ein Kernkraftwerk. Nur dass es so einen wie gesagt bisher nur als Konzept gibt und nicht physisch existiert.
    Darauf zu hoffen ist also ein typisches: „Die Technologie wirds schon richten“ Argument wie es auch so gerne von der FDP genutzt wird. Nein, wird sie nicht.
    Wir müssen mit den real existierenden Technologien überlegen, wie wir das schaffen wollen. Nebenbei muss natürlich weiter geforscht werden, aber wir können uns nicht auf irgendwelche Konzepte verlassen, von denen wir erst in 10Jahren+ wissen, wie sie funktionieren sollen.

    @INGO S.

    „Wir werden also die Kohle- und Gaskraftwerke hochfahren müssen. Ganz unabhängig davon, was man von Kernenergie ansonsten hält.“

    Eben deswegen würde ich die Kernkraftwerke nicht ausschalten sondern die Kohlekraftwerke.

    „Ich habe das Gefühl, dass gerade bei den Verfechtern von Ökostrom und Elektromobilität eine völlige Ahnungslosigkeit bezüglich der tatsächlichen Situation im deutschen Strommarkt herrscht, vielleicht weil man sich nach einfachen und sauberen Lösungen sehnt“

    Ja, leider ist das wohl so. Und es geht weiter bei der Wärmeerzeugung über Strom (Wärmepumpen), die auch ausgebaut werden soll. Leider brauchen wir meist dann Wärme, wenn es auch keine Sonne und wenig Wind gibt (Winter). Wie das funktionieren soll, ist unklar. Aber trotzdem werden Wärmepumpen jetzt als Lösung angesehen anstelle von lokalen KWK-Einheiten, die genau das (Strom + Wärme) im Winter zumindest zum Teil abdecken könnten.

    „Lösungen sehe ich nicht wirklich. Klar ist ein weiterer Ausbau der Erneuerbaren erforderlich und wir sollten versuchen, unser Verbrauchsverhalten der Energieerzeugung anzupassen (bislang läuft das ja eher umgekehrt), aber den Stein der Weisen hat leider noch niemand gefunden.“

    Es gibt schon Lösungen, nur müssen die mal in politische Strategien umgewandelt und durchgesetzt werden. Aber daran hapert es massiv.
    Z.B. kann man endlich mal beim Thema Smart Grid richtig einsteigen, um die Spitzen abzufedern (oder später sogar mit Elektroautos Pufferkapazität bereitzustellen). Natürlich muss auch der Verbraucher stärker einbezogen werden. Und die CO2-Zertifikate oder -Steuer muss in relevante Bereiche, so dass Alternativtechnologien wirtschaftlich werden. Usw.
    Zusätzlich müssen auch alle Hindernisse für den Ausbau der Erneuerbaren weg, auch wenn das in anderer Hinsicht zu Einschnitten führt (z.B. Reduzierung des 1km Radius um Häuser etc.).
    Und natürlich wird es auch mittelfristig nicht ohne CCS und CCU gehen, denn anders bekommen wir die Energiemengen nicht gehandelt.
    An Ideen mangelt es nicht, nur die Umsetzungsstrategie fehlt komplett.
    Und ja, natürlich wird das sehr teuer. Aber nichts machen, wird uns halt einfach noch viel mehr kosten….

  59. „wir können uns nicht auf irgendwelche Konzepte verlassen, von denen wir erst in 10Jahren+ wissen, wie sie funktionieren sollen“
    Das gilt ebenso für alle oft zitierten großtechnischen Stromspeicherkonzepte. Es gibt unerprobte Ideen und bewährte Technologien. Mit letzteren ist es aber nicht möglich, die erforderlichen Kapazitäten auch nur annähernd bereitzustellen. Im Zeitraum von 10-20 Jahren wird sich deshalb eine beachtliche Versorgungslücke auftun, auch wenn man den zusätzlichen Stombedarf für e-Mobilität gar nicht mitberücksichtigt.
    Und wenn Ausstiegspläne nicht nochmals gestreckt werden.

  60. @Ichbinich

    „Und ja, natürlich wird das sehr teuer. Aber nichts machen, wird uns halt einfach noch viel mehr kosten….“

    Aber jetzt mal ganz realistisch betrachtet: Keine Partei, die ganz offen und ehrlich sagt, dass die Energiekosten drastisch steigen müssen, wird bei der folgenden Wahl irgendeine Chance haben. Da ist uns Wählern die kurzfristige Bilanz nun mal näher als irgendwelche Kosten, die irgendwann mal anfallen werden.

    Und dann haben wir noch eine Industrielobby, die ja nicht ganz ohne Einfluss ist. Was die sagen wird, ist absehbar bzw. schon bekannt: „Schon jetzt die höchsten Energiekosten weltweit, Wettbewerbsfähigkeit gefährdet, Massenarbeitslosigkeit, Hunger und Elend.“

    Dagegen wird sich keine vorstellbare Regierung stellen. Also wird auch nichts passieren.

    Was Ihre Lösungsansätze angeht, stimme ich Ihnen weitgehend zu. Aber das mit den KWK-Anlagen wird schon an den Grünen scheitern, schließlich werden da fossile Rohstoffe eingesetzt und das ist nicht öko genug. Pufferkapazität durch Elektroautos (da war ich letztes Jahr in einem Projekt beschäftigt) ist eine grundsätzlich sinnvolle Idee aber enorm komplex in der Umsetzung, erfordert ein ganz anderes Nutzungsverhalten als bisher gewohnt und ist zumindest in Deutschland zurzeit nicht rentabel.

    Auch die anderen von Ihnen genannten smarten Lösungsansätze können die Probleme potentiell mildern, aber dazu müsste man damit auch Geld verdienen können, schließlich leben wir im Kapitalismus. Das wiederum erfordert, dass die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssten, und das ist hochkomplex und wird etliche Jahre dauern. Am grundlegenden Problem unseres enormen Energiebedarfs wird das auch nicht viel ändern.

    Und um die Kurve zur Medienkritik zu kriegen: das alles ist sehr schwer zu verstehen und zu vermitteln, und daher habe ich bislang nur wenige überzeugende journalistische Beiträge dazu gesehen. Was ich nun schon sehr oft gelesen habe, sind z.B. begeisterte Artikel über Elektromobilität und wie toll das sein wird, CO2-neutral durch die Gegend zu sausen, schließlich muss man dafür nur Ökostrom in sein Auto laden. Und solange Journalisten auf dem Niveau denken und schreiben, ist von der Seite auch keine Hilfe zu erwarten.

  61. @INGO S.

    „zurzeit nicht rentabel.“ bzw. „Das wiederum erfordert, dass die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssten,“

    Das ist ja genau das, was ich meine. Es gibt da keinen politischen Plan und das sollte von Journalisten auch aufgezeigt werden.

    Ihr: “ Und solange Journalisten auf dem Niveau denken und schreiben, ist von der Seite auch keine Hilfe zu erwarten.“ ist aber natürlich auch richtig. Wie man da raus kommt, weiß ich auch nicht.

    Zu:
    „Aber jetzt mal ganz realistisch betrachtet: Keine Partei, die ganz offen und ehrlich sagt, dass die Energiekosten drastisch steigen müssen, wird bei der folgenden Wahl irgendeine Chance haben. Da ist uns Wählern die kurzfristige Bilanz nun mal näher als irgendwelche Kosten, die irgendwann mal anfallen werden.“

    Ja, das ist das menschliche Problem. Krisen/Katastrophen, die noch in der Zukunft liegen führen nicht zu Änderungen des Verhaltens in der Gegenwart um diese Krisen zu vermeiden.
    Offenbar muss es erst richtig knallen, bevor sich hier was tut.

  62. „Im Zeitraum von 10-20 Jahren wird sich deshalb eine beachtliche Versorgungslücke auftun“

    Hol´s der Teufel, der Prof. Checker Dr. mult. Müller weiß mal wieder definitiv Bescheid. Gestern noch Blühstreifen-Analytiker, heute standsicher unterwegs in Ingenieurswissenschaften.

  63. „Entweder wir als Gesellschaft begreifen das jetzt und sorgen dafür, dass Politik und Wirtschaft entscheidende Schritte für die nächsten Jahre einleiten, oder es wird zu spät sein.“ ==> Es ist zu spät!

  64. Was weißt! Du wirklich über Kernenergie? Du kennst die Anzahl der Kranken und Toten aus Fukushima und Tschernobyl genau aus solider Quelle? Du weißt, wie viel CO2 ein Kernkraftwerk ausstößt? Du verstehst, in wiefern der DFR ein sicheres Konzept zur Stromerzeungung und gelichzeitigen Vernichtung! von Atom“Müll“ ist? Informiere Dich hier: http://www.nuklearia.de.

    Du wirst begreifen, dass dei Kernenergie die einzige Chance ist, das Klima zu retten.

    Konsumverzicht fängt bei der Werbung an. Wenn Du einem kleinen Kind sein Kuscheltier, welches es am längsten hat, wegnimmst, protestiert es und ist sehr traurig. Das wir den neuesten Kram brauchen, haben wir gelernt, aber es stimmt nicht. Selbst viele Klimaschutzprojekte haben eher Opfercharakter, da sie unter der Hand mehr CO2 freisetzen, als sie einsparen (Biodiesel, E-Mobilität).

    Liebe Journalisten, last Euch von keinem vor den Karren spannen, recherchiert selbst und berichtet nur, was ihr wirklich verstanden habt. Man argumentiert nicht mit Experten, sondern mit Fakten und Zusammenhängen. Wer Panik macht, dem glaubt keiner. Nie wieder Story-telling. Trennt Klimaschutz und politische Überzeugung.

    Noch was zum warm werden:
    +Wind und Sonne haben nur 4,7 % der Primärenergie gestellt, Holzbrand ca. 9%
    + Wir brauchen in D 60 GW Stromleistung, haben aber schon 220 GW Windenergie installiert.
    + Winräder fressen Wälder (Reinhardswald), Photvoltaikanlagen immer mehr Wiesen.
    + Seit 2017 kann sich D nicht mehr autark mit Strom versorgen, man schätzt, dass 2025 auch die EU an der Grenze ist.

    Klärt für Euch die Frage: warum reagiert gerade Deutschland hysterisch bei Kernenergie?

    Warum sehen gerade Jüngere diese immer entspannter?

    Könntet Ihr die Verantwortung dafür übernehmen, statt mit Kernenergie mit Kohle Strom und Primärenergie zu erzeugen? Wenn Ihr sauber recherchiert, erkennt Ihr, die Erneuerbaren gehen qualitativ, aber nicht quantitativ.

    Querdenken! Wer einen Patienten falsch behandelt, tötet ihn.

  65. @Tom
    Die Empfehlung einer Webseite einer Kernkraftlobbyvereins ist ja auch zulässig… nur wird alleine das Uran schon knapp.

    Was hier ganz überwiegend thematisiert und diskutiert wird, ist die Beschaffungs-Seite. Als ob unser gigantischer Verbrauch gottgegeben wäre, wird diese Frage von den meisten Akteuren nicht angetastet. Die Verengung auf Treibhausgase alleine ist aber falsch. Jeder Energieverbrauch hat sein Vor-und Nachspiel. Straßen werden gebaut, Erze gefördert, Atommüll muss gelagert werden, Lärm, Schadstoffe, schlimme Arbeitsbedingungen beim Abbau, Giftmüll, zerstörte Landschaften. Wenn wir all das ausblenden, wird das nix mit einer lebenswerten Zukunft. Letztes Jahr wurden 3,6 Mio. Autos in D zugelassen, 10.000 pro Tag. Diesel emittiert nicht nur 2,65 Kilo CO2 pro Liter, sondern mit der Vorkette sogar 3,4 Kilo. Ohne Auto- und Straßenbau!

    Wenn wir weiter die Scheuklappen aufbehalten, wird das nix mehr. Paar gemütliche Jahre noch, danach: Gute Nacht!

  66. @László Maráz:
    Leute wie Sie sind ein riesen Problem im Klimaschutz: sie haben z.B. was gegen Kernkraftwerke – ein Bauchgefühl – klicken auf irgend eine Seite wie die von Ihnen zitierte – die dagegen ist und folgern daraus irgendwas (Hier, dass Kernenergie deshalb nicht geht). Ihre Wahl traf auf den Uran-Abbau. Die Tatsache, dass einige souveräne Länder Uran auf Ihre Weise abbauen heißt nicht, dass man das so machen muss. Immerhin trugen Sie auch Jeans, bevor sie aus Baumwolle aus ökologischem Anbau hergestellt wurden. (Ihr 1. Denkfehler). Wenn Sie die Seite als Gegen“argument“ (Eine Website ist kein Argument) anführen, gehen Sie davon aus, dass man überhaupt Uran benötigt, um KKWs zu betreiben. Es gibt inzwischen sicher mehr Typen, als sie denken! Mit modernen Konzepten könnte man D über 200 Jahre mit Strom versorgen und dabei den allerqrößten Teil unseres sog. Atommülls zur Stromerzeugung verwenden, kWh unter 3 ct!!!. (Also 2. Denkfehler).

    Der Film die Pandoras Promise beschreibt sehr schön, warum man sich statt für Thorium (gibt’s in Norwegen -> TEDX-Beitrag von Sunniva Rose) für Uran entschieden hat. Der von Ihnen als Auschlusskriterium genannte Uranabbau ist gar nicht nötig! (3. Denkfehler aber eine Art Wiederholungsfehler).

    Ihr Kommentar war aber schon nach dem 1. Denkfehler inhaltlich wertlos, weil Sie aus Falschem Falsches folgern – es geht aber hier um Journalismus. Da zeigt Ihr Beitrag sehr schön, wie man aus richtigen Informationen (so denn die Informationen auf Ihrer zitierten Seite richtig sein sollten) falsche Schlüsse ziehen kann.

    Klimaschutz scheitert seit Jahrzehnten am Kampf zwischen Vernunft und Ideologie. Gute Journalisten sind keine Ideologen!!!

  67. @ Laszlo Maraz,
    Der sogenannte Lobby-Verein berichtet Fakten. Alleine die Tatsache, dass er pro Kernenergie ist, macht die Information nicht falsch. Leider wird der Wahrheitsgehalt nachdem bemessen, der ihn sagt. So kommen wir nicht weiter.

    Ich möchte Ihren Beitrag nochmals kommentieren:

    Lazlo Maraz: „Was hier ganz überwiegend thematisiert und diskutiert wird, ist die Beschaffungs-Seite. “

    Wenn wir auf neue Reaktoren oder auch nur schnelle Brüter setzen, benötigen wir nur noch einen bruchteil spaltbaren Materials. Mit 1 ccm Uran können sie ohne Schnelle Brüter oder DFR eine Familie 1 Jahr mit Strom versorgen, mit DFR fast ein Leben lang. Die Beschaffungsseite ist also lediglich eine Frage gesetzlicher Regelungen. Auf dem Atom“müll“ sitzen wir, weil RotGrpn 2005 die Wiederaufarbeitung verboten hat.

    Lazlo Maraz: „Als ob unser gigantischer Verbrauch gottgegeben wäre, wird diese Frage von den meisten Akteuren nicht angetastet. Die Verengung auf Treibhausgase alleine ist aber falsch. Jeder Energieverbrauch hat sein Vor-und Nachspiel. “

    Was wollen Sie damit sagen? Wenn Sie den Konsum durch den Zwang zur CO2-Erzeugung einschränken wollen – Ihre Meinung, klappt aber seit 50 Jahren nicht!

    Lazlo Maraz: „Straßen werden gebaut,“
    Soll Ihr E-Bus auf der Wiese fahren?
    Lazlo Maraz: „Erze gefördert,“
    Womit wollen sie die Generatoren für Ihre Windräder bauen?
    Lazlo Maraz: “ Atommüll muss gelagert werden,“ Nein, damit können wir 200 Jahre Strom erzeuzgen und Metalle gewinnen, ohne Erze abzubauen!
    Lazlo Maraz: “ Lärm, Schadstoffe, schlimme Arbeitsbedingungen beim Abbau, Giftmüll“
    Bei der Herstellung von Neodynmagneten für Windräder und Silizium für PV-Anlagen
    Lazlo Maraz: „, zerstörte Landschaften. “ Durch Windräder und PV-Anlagen
    Lazlo Maraz: „Wenn wir all das ausblenden, wird das nix mit einer lebenswerten Zukunft.“ Im Matsch zu laufen und ohne Strom und fließendes Wasser zu leben ist aber auch keine lebenswerte Zukunft!
    Lazlo Maraz: „Letztes Jahr wurden 3,6 Mio. Autos in D zugelassen, 10.000 pro Tag. Diesel emittiert nicht nur 2,65 Kilo CO2 pro Liter, sondern mit der Vorkette sogar 3,4 Kilo. Ohne Auto- und Straßenbau! “ Also E-Geländewagen, die noch mehr CO2 emittieren, weil der ÖKO-Strom vorne und hinten nicht reicht. Wenn Sie jetzt an Wasserstoff denken: da können Sie gleich 35 Mio Autos neu zulassen. Besser synthetische Kraftstoffe aus Kernenergie!

    Lazlo Maraz: „Wenn wir weiter die Scheuklappen aufbehalten, wird das nix mehr. Paar gemütliche Jahre noch, danach: Gute Nacht!“ Sie verschließen die Augen sowohl vor den Möglichkeiten als auch vor der Zukunft, die sie herbeisehnen.

    Danke für Ihren Beitrag, habe viel über Ihre vermutlich typischen Denkansätze gelernt.

  68. @Dr. Schmidt
    wenn es Ihnen Freude macht, andere DiskussionsteilnehmerInnen zu verunglimpfen, von mir aus. Zum von mir angesprochenen Thema haben Sie nichts beigetragen. Leider kenne ich einen Teil der Realität von diversen Bergbaustätten, live, Abbau, Lagerung (Endlagerung geht bisher ja nicht), das ist alles nicht von Pappe.

    Sie müssen also nicht den Oberlehrer markieren, es wäre erfreulicher, wenn Sie zur Sache Wissenswertes beitragen könnten. Harald Lesch macht das sehr sachlich und informativ, so gut kann ich es nicht.

    Die Frage ist doch: Wie schaffen wir es, mit der – sagen wir mal – Hälfte an Rohstoffen, Energie, Ackerfläche auszukommen. Und wenn es nur darum ginge, kein dermaßen ineffizientes Wesen zu sein, das knapp zwei Tonnen Material braucht (dessen protzige Ladefläche stets unbenutzt bleibt), um sich fort zubewegen, wo es doch meist auch ein 15 Kilo schweres Gerät tun würde. Wo bleibt ein Selbstwertgefühl, das ohne diesen Wahnsinn auskommt? Leicht wird das nicht, denn was beim SUV anfängt, muss beim Elektrogerät und bei Wohnen und Urlauben fortgesetzt werden.

    Idee?

  69. @Dr. Schmidt
    1. Dass die Fakten Ihres Lobbyvereins falsch sein könnten, haben alleine Sie geschrieben.
    2. Meinen Vornamen habe ich korrekt geschrieben. Schaffen Sie das auch?
    3. Das Metall heißt Neodym
    4. Atomstrom ist einfach zu teuer.
    5. Sie tasten das Verbrauchsniveau auch nicht an.

    Ich wünsche Ihnen noch einen entspannteren Abend.

  70. @Laszlo Maraz:
    Bevor ich einen Lösungsansatz nenne, möchte ich noch ein grundlegendes Problem aufgreifen: das Zitieren von Experten (bei Ihnen Harald Lesch), ohne die Faktenlage zu überprüfen. Was Herr Lesch z.B. hier erzählt, kommentiert Simeon Preuß sehr qualifiziert.
    https://www.youtube.com/watch?v=nfc_2F9KeBM
    => disqualifiziert.
    Zu Ihrer Frage nach einer Idee: wie Sie richtig erkennen, müssen wir nicht auf 0, sondern wir müssen mit etwa der Hälfte (v. Weizäcker meint 1/5) auskommen. Wir müssen aber nicht überall gleich viel reduzieren, wir können variieren. Wenn wir z.B. Altes erhalten, benötigen wir vielleicht synthetische Kraftstoffe, um Experten vor Ort zu bringen, sparen aber Rohstoffe.

    Wir müssen wieder lernen, uns an den Dingen zu erfreuen, die wir haben und wie Tom sagt, aufhören, den Kindern die Liebe zu ihren alten Lieblingsgegenständen abzugewöhnen. An allen Stücken hängt eine Erinnerung und es tut weh, sie wegzuwerfen – aber schließlich braucht man den Platz für neues – ODER?

    Es gibt das AIDA-Konzept in der Werbung: Attention, Information, Desire, Action. Wir sollten Werbung auf die Information reduzieren.

    Es ist gut, dass man anfängt, zu fordern, dass Produkte einfach repariert werden können. Das müssen wir ausbauen.

    Die Haltbarkeit muss erhöht werden, geplante Obsoleszenz muss wie in Frankreich unter Strafe und wir müssen uns hüten vor Sicherheitsobsoleszenz (also überzogenen

    Sicherheitsanforderungen) und Ökologischer Obsoleszenz (also Müllproduktion unter der Flagge des Umweltschutzes – das umweltfreundlichste Auto ist das in der Garage).

    Die Bauwirtschaft in D erzeugt ca. 50% des CO2 (leider habe ich noch keine Quelle dafür).

    Vermeiden sollten wir Einschränkungen bei Dingen, die Opfer darstellen, wie Mobiltät (individueller PKW-Verkehr ca. 10% des D CO2, genausoviel wie die Stahlerzeungung) oder Urlaubsflüge (2-3%)

    Leider haben die Öko-Macher erkannt, dass wir Menschen glauben, dass große Opfer viel helfen (Die Nasca-Leute haben Menschen geopfert, damit das Klima besser wird), in der Psychologie spricht man von dem Sündenbock-Phänomen.

    Schlaue Köpfe erkennen das und stellen sich quer. Daher kommt der Klimaschutz nicht zum Konsens.

    Den Konsum wie beschrieben einzuschränken wird sehr schwer, weil die Firmen ihre Gewinne schwinden sehen, die Politik ihre Steuereinnahmen und die Gewerkschaften die Arbeitsplätze(!?!). Nur das Klima (UND auch wieder die Umwelt) und die Menschen profitieren.

    Wenn das dennoch gelingt, benötigen wir zur Erhaltung unseres „gemütlichen“ Wohlstands hauptsächlich Kernenrgie.

  71. „Winräder fressen Wälder (Reinhardswald)“

    Jau. Wenn man für jedes Windrad 10.000 Quadratmeter Fläche veranschlagt, käme man bei 2000 Anlagen in Waldgebieten auf insgesamt 20 Quadratkilometer. Die Gesamt-Waldfläche in Deutschland liegt bei etwa 114.000 Quadratkilometer. Und weil es so schön ist, noch ein Vergleich: Allein der Tagebau Garzweiler 2 „frisst“ über 40 Quadratkilometer.

  72. Auch hier wieder dieselbe Beobachtung wie in so vielen öffentlichen Diskussionen: Wir verlieren uns schnell in Grabenkämpfen. Nötig in meinen Augen wäre ein Ökologischer Realismus, also der Wille, bei allen ökologischen Fragen den Stand der Wissenschaft ausbalanciert zu hinterfragen. Gerade in Deutschland haben Wissenschaftler leider gelegentlich sehr einseitige Meinungen, deren Verbreitung durch ihre Professoren-Titel zwar befördert wird, die deswegen aber nicht richtiger werden.

    In diesem Zusammenhang sind Journalisten ohne fachliche Ausbildung nicht zu beneiden. Das Spannungsfeld von Ökologie, Nachhaltigkeit und Energieversorgung ist extrem komplex. Ich kenne sehr wenige Menschen, die das einigermaßen durchdringen, und noch weniger Journalisten. Alarmismus ist oft genauso fehl am Platze wie Beruhigung. ‚Audiator et altera pars‘ ist selten geworden. Das hilft uns aber nicht weiter, bestenfalls werden Maßnahmen fürs Schaufenster empfohlen, die der Umwelt nicht schaden. Manchmal geht es nach hinten los.

    So werden sieben Prozent der Fläche der Bundesrepublik mit Mais-Monokulturen bepflanzt, auf denen keine Biene summt, kein Schmetterling zu sehen ist, und die einen Angriff auf die Artenvielfalt darstellen. Dies nicht, weil wir so große Lust auf Popcorn hätten, sondern weil sich die Mais-Anbaufläche wegen der energetischen Nutzung seit 1990 versiebenundzwanzigfacht hat.

    Und noch ein kleines Schmankerl. Der Club of Rome hat 1972 festgestellt, dass bis zur Jahrtausendwende ALLE Rohstoffe zur Neige gehen werden. Ist aber nicht passiert, dennoch glauben fast alle Nachhaltigkeitsforscher noch heute die Mär von der Endlichkeit der Rohstoffe. Als Experte für Rohstoffe habe ich das mal in einem Artikel zusammengefasst unter dem Titel „Der World Overshoot Day – robuste Missverständnisse“ (https://deutscherarbeitgeberverband.de/Artikel.html?PR_ID=773). Wurde aber nur von Off-Medien aufgegriffen, aber nie widerlegt.

  73. @Björn Peters
    Um bei denFakten zu bleiben: Die Fachagenur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) informiert hier zuverlässig. Der mit gut 60% größte Anteil der Mais-Anbaufläche dient der Futtermittelerzeugung und damit dem Fleischkonsum. Biogasmais „nur“ 37%. Das ist deswegen nicht gut, ökologische Wüsten sind es allemal, aber die Zahlen sollten schon stimmen. Außerdem wuchs die Biogaserzeugung erst mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ab 2004. 1990 wurden mit 1,6 Millionen Hektar schon etwa 10% der Ackerläche mit Mais bebaut. Heute sindesnicht 7, sondern 16%.

    FNR:
    Im aktuellen Anbaujahr stehen Silo- und Körnermais deutschlandweit auf insgesamt 2,64 Mio. Hektar Ackerfläche. Der mit 1,67 Mio. Hektar größte Teil der Fläche dient der Futtermittelgewinnung. Energiemais für die Biogasproduktion wächst 2019 auf 0,97 Mio. Hektar oder 37 % der gesamten Maisfläche.

  74. @BJÖRN PETERS

    „Nötig in meinen Augen wäre ein Ökologischer Realismus, also der Wille, bei allen ökologischen Fragen den Stand der Wissenschaft ausbalanciert zu hinterfragen“

    Das halte ich für den falschen Ansatz. Es ist utopisch zu glauben, Journalisten könnten diese Dinge sinnvoll hinterfragen. Sie sind schlicht nicht ausgebildet dafür und es ist auch nicht ihr Job.
    Sie müssen den Stand der Wissenschaft kommunizieren bzw. verbreiten.
    Sonst passiert nämlich genau das, was INGO S. schon ausgeführt hat — irgendwelche Jubelmeldungen auf die Elektromobilität weil sie das falsch (oder gar nicht) verstanden haben.
    Und ja, der Fokus auf einzelne Professoren u. Ä. ist da definitiv falsch. Aber den gesammelten Stand der Wissenschaft (z. B. Ipcc Berichte o. Ä.) müssen Sie kennen, publizieren und die politischen Maßnahmen dagegen prüfen.
    Alles andere halte ich für nicht realistisch.

    Und zu den Rohstoffen: es ist nunmal eine Tatsache, dass diese endlich sind. Das heißt nicht, dass wir alle sterben wenn das Öl alle ist o. Ä. Aber natürlich sollte man sich Gedanken über Rohstoffe machen wenn man z. B. Auf Elektroautos setzt ob es überhaupt Lithium dafür gibt usw. Alles andere wäre blinder Aktionismus.

  75. „Wenn man für jedes Windrad 10.000 Quadratmeter Fläche ansetzt“
    100m x 100m? Das reicht ja nicht in einer Dimension nicht einmal für den Rotordurchmesser. Die Wirkfläche einer Monster-WKA („Windrad“ ist eine Verniedlichung) ist sehr viel größer. Stehen zwei solche Anlagen näher als 1km beieinander, entziehen sie sich bereits gegenseitig Bewegungsenergie des Windes. Der Wirkradius einer WKA beträgt also mehrere 100 Meter.
    Aber natürlich ist die Beeinflussung der nächsten Umgebung am massivsten. Allein das Betonfundament versiegelt etwa 400 qm Boden. Und aus wirtschaftlichen Gründen wird das nach Abriss der Anlage nicht in allen Fällen rückgebaut.

  76. Ja, die Welt ist schlecht, alle kümmern sich vor allen Dingen um sich selbst. Das machen Politiker:innen aller Parteien, auch der Grünen (!), genauso wie Journalist:innen aller Coleur. Alle wollen ihre Konten füllen, Bundestagsabgeordnete (bald werden wir wohl 1.000 Abgeordnete mit Nebeneinkommen haben, die ihre Diäten brauchen) genauso, wie in den Länderparlamenten, oder die nimmersatten Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die sich schon wieder mehr Geld wünschen um ihre Pensionskassen zu füllen und die vielen privaten TV-GmbH’s über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu füttern. Und das machen auch die vielen W3-Professoren so, die uns tagtäglich aus den Instituten des Deutschen Klimakonsortium die Klimakatastrophe predigen. Das eigene Hemd ist immer am nächsten. Und unsere Energiepreise könnten bald 1,00 EUR/kWh betragen, wenn die Wind- und Sonnenenergieerzeuger weiterhin 3fach gefördert werden: Investitionszuschüsse, Vergütungen für nicht erzeugten Strom, und über die Stromkosten und viertens vielleicht später auch über die Verschrottung der Windräder, wenn deren Besitzer dann in Insolvenz gehen. Ja und wir könnten auch Möglichkeiten suchen, die Bevölkerungsexplosion nicht nur zu verhindert, sondern die „Weltmenschenmenge“ zu reduzieren, z.B. auf das Maß von 1850 = rund 1,8 Milliarden. Das spart gehörig an Ressourcen, das spart an Energieerzeugung, das spart an Mobilität, wir brauchen dann keine E-Mobilität mehr, wir schreiben unsere Briefe wieder mit der Hand auf Papier und schicken sie mit einem Pferdegespann auf die Reise. Ja, wir können zurück ins Mittelalter und mit Handwagen unsere Transportprobleme lösen. Dann bauchen wir auch keine Journalist:innen mehr, der Marktschreier und Bierausrufer genügt dann. Das könnten wir alles machen. Aber wer fängt damit an? Verzichten etwa der Bundespräsident oder die Bundeskanzlerin auf ihre Diäten und Pensionen? Wo sind die „großen“ Vorbilder? Oder soll es wieder beim „kleinen Mann“ anfangen, zu sparen?

  77. #79

    Der Ausdruck „fressen Wälder“ bedeutete doch nicht, dass die Windräder den Bäumen den Wind wegnehmen, nehme ich an.

  78. @Tom, 68

    Niemanden werden Sie mit einem selbsterklärten pro-nuklear-Lobbyverein überzeugen. Weitgehend neutrale Information findet sich nur in der Wissenschaft, bspw. zusammengetragen im IPCC. Ich hoffe, diese Seite ist nicht Ihre einzige Informationsquelle.

    @Dr. Schmidt, 71/74

    Natürlich wird der Wahrheitsgehalt nach dem bemessen, der ihn sagt. Sie glauben doch auch nicht etwas, nur weil es im Internet steht. Genauso hat doch ein Lobby-Verein keine eigenen Fakten, woher denn auch? Fakten werden durch wissenschaftliche Studien gewonnen und wenn Sie jemanden überzeugen wollen, dann bitte mit Studien und nicht mit Lobbyvereinen. Diese Studien sind für Laien unverständlich, daher ist es an Journalisten, diese Studien möglichst inhaltstreu an Laien zu vermitteln. Lobbyvereine tun so etwas nicht.

    Lesch und z.B. auch maiLab haben sich über lange Jahre als Wissenschaftsjournalisten (nicht Experten!) einen Ruf aufgebaut, dass sie sich informieren und den Stand der Wissenschaft wiedergeben. Wer ist Simeon Preuß? Und wieso sind die bei ihm angegebenen Quellen größtenteils wieder Nuklearia oder weitere YouTube-Videos? Mit Ihren eigenen Worten: disqualifiziert. Es ist auch müßig, als Antwort auf ein 10-Minuten-Video, wobei Anderer Max direkt auf die letzte Minute verwiesen hat, mit einem 30-Minuten-Video zu antworten, anstatt die relevanten Passagen selbst zu zitieren. Sie stehlen anderen einfach nur Zeit.

    @FPS, 75

    Naja wir wollen mal nicht dem Argument auf den Leim gehen, dass für Windenergie Wald abgeholzt wird. Windräder gehören aufs Land zwischen Landwirtschaftlich genutzte Felder, Wald gehört eher noch aufgeforstet.

    @Björn Peters, 76

    Welche Wissenschaftler haben denn einseitige Meinungen? Wissenschaftler versehen ihre Prognosen mit Bedingungen und Einschränkungen, und die gehen auf dem Weg zwischen Wissenschaft->Journalismus->Allgemeinbevölkerung gerne mal verloren. Z.B. schreibt der IPCC zu den derzeitigen fossilen Vorräten: „Table 7.2 provides a summary of fossil fuel resource estimates in terms of energy and carbon contents. Fossil fuel resources are not fixed; they are a dynamically evolving quantity. The estimates shown span quite a range reflecting the general uncertainty associated with limited knowledge and boundaries. Changing economic conditions, technological progress, and environmental policies may expand or contract the eco-nomically recoverable quantities altering the balance between future reserves and resources.“ So formulieren Wissenschaftler und ich bin mir sicher, dass die Daten, auf die sich der Club of Rome bezogen hat, genau mit den gleichen Einschränkungen formuliert waren.

  79. @82

    „Naja wir wollen mal nicht dem Argument auf den Leim gehen, dass für Windenergie Wald abgeholzt wird.“

    Gibt schöne Fotos im Web, wie es ein paar Jahre nach dem Bau solcher WEA in Wäldern aussieht. Bis auf die Grundfläche und Zufahrtswege ziemlich grün drumherum.

  80. #81:
    Den Bäumen wird nicht der Wind weggefressen! Windräder werden auf Waldflächen aufgestellt und die Bäume werden abgeholzt. In Norwegen werden Windräder in Vegetationen aufgebaut, die aufgrund der rauhen Klimabedingungen so empfindlich sind, dass man davon ausgeht, dass sich die Natur erst nach 100 Jahren erholen wird.

  81. @TOM

    Haben Sie auch eine Quelle dafür?

    Typischerweise ist es (zumindest in Deutschland) so, dass Windräder im Wald — wenn er sonst forstwirtschaftlich genutzt wird bzw. kein Naturschutzgebiet ist o
    Ä. — durchaus mehr nutzen als schaden. Sogar greanpeace hat das in seinem Positionspapier so beschrieben https://www.greenpeace.de/themen/walder/waldnutzung/wie-windkraft-und-waldschutz-zusammenpassen

    Es ist also Unsinn, vor Windrädern in Wäldern generell zu warnen. Natürlich kann man WKAs nicht überall bauen, aber Wälder da generell auszuschließen ist genauso Quatsch.

  82. Und bei uns wachsen die Bäume drumherum.

    Aber ja, es gibt viele Standorte, die ungeeignet sind. Wie zum Beispiel der Columbus Park in Manhattan. Ein kleines AKW passt da aber bestimmt hinein.

  83. „Niemanden werden Sie mit einem selbsterklärten pro-nuklear-Lobbyverein überzeugen“
    Der Fall Zion Lights ist in dem Zusammenhang ganz interessant: Ende letzten Jahr als total hysterische XR-Sprecherin im britischen Fernsehen bloßgestellt, ist sie 2020 offen zur Pro-Nuklear-Lobby konvertiert.
    Also Vorsicht mit allen Formen von Klimahysterie. Sie ist ein höchstens metastabiler mentaler Zustand mit geringer Halbwertszeit bis zur nächsten Zerfallsstufe.

  84. Mit dem Klimawandel ist das so ein Problem. Einerseits hat sich das Klima immer gewandelt, und wie es in 50 oder har 100 Jahren sein wird, ist bestenfalls ein ein Märchen aus der Küche der Kaffeesatzleser des PIK und Co. Hier schreiben Alle von Allen ab, eine tatsächliche falsifizierende Wissenschaft wird schon lange nicht mehr berieben. Da kommt ein Buch von Schellnhuber heraus und wird wie eine Bibel behandelt, die ausschließlich sakrosankte Grundsätze enthalten soll Nachdenken darf man nicht mehr, schon gar nicht, wenn es um Kritik an den Mchenschaften des Thunberg-Clans und dessen Hintermännern geht, da wir man sofort zum Wandelleugner und in die rechte Ecke gestellt. Natürlich ist – wissenschaftlich gesehen – die Kernenergie die Energie mit der höchsten Energiedichte. Wir sollten uns mal einen Eisbrecher mit Windradantrieb vorstellen, da kann ja die Windkraftlobby mal einen konstruieren. Unseren heutigen und zukünftigen Energiehunger mit Windkraft und Solarenergie zu stillen, ist, als wenn Münchhausen auf der Kanonenkugel reitet, oder sein Segelschiff selbst anbläst, damit er vorwärts kommt. Nachdenken hilft mehr als Nachplappern.

  85. Witzig finde ich immer wenn Leute „Nachdenken hilft mehr als Nachplappern“ rufen aber erkennbar nur irgendwelchen Quark aus ihrer Verschwörungsblase (wie „Klimauntersuchungen sind keine Wissenschaft“ „Klimawissenschaftler sind zu dumm zu wissen dass Kernergie eine hohe Energiedichte hat“ und ähnlichen Blödsinn) blubbern….

  86. @ICHBINICH
    Lustiger Kommentar aus der Richtung der Klimawandelhysteriker. Angst (auch vor Kernenergie) war noch nie ein guter Ratgeber. Und: Quark steht im Schaufenster und ist übrigens ein sehr gutes Lebensmittel. Im übrigen wissen auch richtige Klimawissenschaftler, dass Kernenergie die höchste Energiedichte hat und sie wissen auch, dass mit Zappelstrom die Energieprobleme der Zukunft nicht gelöst werden können, schon gar nicht die der „Elektromobilität“ und „Digitalisierung“ usw. Nur die Masse der Klimahysteriegläubigen wie ICHBINICH wissen das offenbar nicht. Schade, dass auf diese Weise keine echte Überlegung um die Energiezukunft von vielleicht einmal 10 Milliarden Menschen zustande kommen kann. Genau da liegt das eigentliche Problem, dass die eigene „Weisheit“ der verschwindenden Minderheit der FFF- und ER-Apostel und deren Gefolge deren Denkprozesse lähmt und diejenigen, die diesen Quatsch nicht mitmachen wollen, sofort zum „Blödsinn“ diffamiert werden. Ich empfehle ICHUNDICH, sich mal näher mit Karl Popper zu befassen und in die Welt zu schauen, was dort passiert mit Kohle- und Kernkraftwerken. Aktuell werden weltweit fast 80 neue Kernkraftwerke geplant und gebaut. Sind die dortigen Wissenschaftler auch Bestandteil Ihrer „Verschwörungsblase“? Deutschland schaltet ab, die übrige Welt baut auf! Wie sinnvoll ist das? Und: Journalisten lernen eben keine Naturwissenschaft, sondern andere Dinge, z.B. Framing, oder Abschreiben bei politischen Gremien, wie dem IPCC, oder Auslösen und Verbreiten von Hysterie.

  87. @ JÜRGEN

    „Angst (auch vor Kernenergie) war noch nie ein guter Ratgeber“

    Vielleicht lesen Sie erstmal, was ich oben geschrieben habe. Ich habe keine „Angst“ vor Kernenergie sondern halte sie als Zwischentechnologie durchaus für sinnvoll. Wielange dieses „zwischen“ ist, kann man gerne diskutieren.

    „Im übrigen wissen auch richtige Klimawissenschaftler, dass Kernenergie die höchste Energiedichte hat“

    Haben Sie oben anders behauptet.

    „Framing, oder Abschreiben bei politischen Gremien, wie dem IPCC,“

    Das IPCC ist kein politisches, sondern ein wissenschaftliches Gremium. Und außerdem hat auch das IPCC die Kernenergie durchaus als Technologie zur CO2 Einsparung aufgenommen, also keine Ahnung was hier das Beispiel sein soll….

    Aber wenigstens haben Sie wieder ein paar Buzzwörter aus Ihrer Blase im Text („Klimawandelhysteriker“, „Zappelstrom“, „Klimahysteriegläubigen“, „FFF- und ER-Apostel und deren Gefolge“, „Auslösen und Verbreiten von Hysterie“, etc.)

  88. Eigentlich wissen all, wohin die Reise geht. Aber die allermeisten verdrängen es, vielen ist es auch völlig egal, solange das persönliche Leben nicht tangiert wird. Und etliche Zeitgenossen denken auch gar nicht über ihr Handeln nach. Wenn zum Beispiel Eigenheimler die Hälfte ihres Grundstücks mit Betonsteinen oder Kiesel zupflastern, weil es bequem ist, mit dem Auto bis an die Haustür zu fahren oder Gartenpflege erspart. Solche Leute merken auch nicht, dass die Insekten und Vögel verschwinden, denn sie werden sich auf solchen Grundstücken ohnehin nicht aufhalten. Und man vermisst bekanntlich auch nur, was man hatte bzw. was man kennt.

  89. @ICHUNDICH
    Es ist immer wieder sehr spannend und aufschussreich, wenn Klimakatastrophenhysteriker wie Sie anderen etwas unterstellen, was diese gar nicht behauptet haben. Wo lesen Sie bei meinen Kommentaren z.B., dass ich geschrieben hätte „Klimawissenschaftler sind zu dumm zu wissen dass Kernergie eine hohe Energiedichte hat und ähnlichen Blödsinn…“ Solche freien Erfindungen der Hysteriker sind es eben, die jenen einen klaren Blick verstellen und mich lediglich zu einem bedauernden Kopfschütteln anregen können.
    Wenn es Ihnen aber an Ahnung fehlt, ist das nicht meine Schuld und auch nicht so schlimm, das kann ja mit Ideologie oder Rabulistik ersetzt werden, ähnlich der erstaunlichen These, dass es einen Konsens von über 90% der Wissenschaftler gäbe, dass der Mensch verantwortlich für eine Klimakatastrophe sei. Lassen Sie sich bitte nicht vom „Spinat-Popeye-Irrtum“ in die Irre führen. Wir kennen das Wetter in 4-6 Wochen nicht, wollen aber den „Klimaforschern“ glauben, die uns erklären, sie wüssten, wie es in 50 oder 100 Jahren sein würde?
    Ach übrigens: die größte Blase ist die Blase, dass mit Dunkel- und Zappelstrom aus Wind und Sonne die Welt gerettet werden würde.
    @AXEL FERCHLAND: Da gebe ich Ihnen völlig Recht, leider ist das genau so; und unsere Städte werden zusätzlich zubetoniert und zubituminiert, damit es ja immer heißer in ihnen wird, und unsere Häuser schön in Erdöl verpackt und mit Fungiziden verseuchten Farben angepinselt.

  90. @JÜRGEN

    Sie schrieben oben: “ Märchen aus der Küche der Kaffeesatzleser des PIK und Co. Hier schreiben Alle von Allen ab, eine tatsächliche falsifizierende Wissenschaft wird schon lange nicht mehr berieben“

    und „Unseren heutigen und zukünftigen Energiehunger mit Windkraft und Solarenergie zu stillen, ist, als wenn Münchhausen auf der Kanonenkugel reitet, oder sein Segelschiff selbst anbläst, damit er vorwärts kommt.“

    Daraus habe ich den Rest geschlossen (Hinweis: Am PIK arbeiten Klimawissenschaftler). Aber Sie haben natürlich Recht, konkret geschrieben haben Sie das nicht.
    Dass Klimawissenschaft keine „falsifizierende Wissenschaft“ ist, bleibt natürlich dennoch falsch.

    „Wenn es Ihnen aber an Ahnung fehlt, ist das nicht meine Schuld und auch nicht so schlimm, das kann ja mit Ideologie oder Rabulistik ersetzt werden, ähnlich der erstaunlichen These, dass es einen Konsens von über 90% der Wissenschaftler gäbe, dass der Mensch verantwortlich für eine Klimakatastrophe sei“

    Das ist leider aber ein Fakt.
    Sie können gerne mal unter: https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/8/2/024024;jsessionid=184E8E3F239A7D1DC2A7588C8CD5F68B.ip-10-40-1-98 nachschauen (Achtung: wissenschaftliches paper und kein video auf Youtube!)

    „Wir kennen das Wetter in 4-6 Wochen nicht, wollen aber den „Klimaforschern“ glauben, die uns erklären, sie wüssten, wie es in 50 oder 100 Jahren sein würde?“

    Wir wissen auch nicht, was ein Würfel beim nächsten Wurf zeigt, können aber voraussagen, dass der Anteil von jeder Zahl über viele Würfe jeweils 1/6 ist. Komisch, oder?
    Ansonsten schlagen Sie bitte mal den Unterschied zwischen Wetter und Klima nach.

    „Ach übrigens: die größte Blase ist die Blase, dass mit Dunkel- und Zappelstrom aus Wind und Sonne die Welt gerettet werden würde.“

    „Die Welt“ interessiert sich einen *** dafür, wie das Klima auf dem Planeten ist. Es geht schlicht und einfach darum, wie gut wir (also die Menschen) dann hier noch leben können. „Die Welt“ kommt auch ohne uns klar.

  91. „Der Fall Zion Lights ist in dem Zusammenhang ganz interessant: Ende letzten Jahr als total hysterische XR-Sprecherin im britischen Fernsehen bloßgestellt, ist sie 2020 offen zur Pro-Nuklear-Lobby konvertiert.
    Also Vorsicht mit allen Formen von Klimahysterie. Sie ist ein höchstens metastabiler mentaler Zustand mit geringer Halbwertszeit bis zur nächsten Zerfallsstufe.“

    Sie tun so, als ob da ein Widerspruch wäre, wenn man sich erst gegen CO2-Ausstoß engagiert und dann gegen CO2-Austoß engagiert wird.

    Ich muss ja diese Ansicht von Ms. Lights nicht teilen, aber einen Widerspruch sehe ich da erstmal nicht.

  92. @Jürgen

    Sie schreiben: „Angst war noch nie ein guter Ratgeber“ . Ernsthaft?

    Angst haben wir alle und dieser natürliche Instinkt rettet uns täglich das Leben. Niemand überholt wenn LKW entgegenkommt, ich springe nicht von Brücken, obwohl es sicher mal spannend wäre. Warum? Weil wir Angst haben. Zu Recht.

    Sie diffamieren hier alle, die sich Sorgen machen und die verantwortlich handeln wollen. Die nicht wegen „2-3 Generationen verbrauchen Atomstrom“ unseren nachfolgenden 30.000 Generationen gefährlichen Atommüll hinterlassen wollen.

    Und wenn jemand wirklich Angst davor hat, dann ist das so und genau so erst mal zu respektieren. Anstatt sie/ihn für blöd, hysterisch-panisch zu erklären. Wenn Sie für Atomlobby arbeiten möchten, machen Sie das, dann geben Sie aber bitte auch zu, dass es Ihnen egal ist was wir alle dafür bezahlen und welchen Dreck Sie unseren Nachkommen hinterlassen. Das wäre ehrlich.

  93. Wg. #95 und 96
    Herr Maraz, eine „Lobby“ ist die bezahlte Interessenvertretung einer Branche. Es ist infam und verleumderisch, wenn Sie behaupten, Nuklearia, die Nuclear Pride Coalition oder Environmental Progress in Berkeley seien „Lobbies“. Nichts läge ferner. Das sind zivilgesellschaftliche Organisationen von Menschen, oft mit hoher fachlicher Kompetenz, die erkannt haben, dass sich die modernen, technisierten Zivilisationen nur mit Hilfe der Kernenergie mit der Umwelt aussöhnen lassen. Die kerntechnische Industrie unterstützt diese Organisationen mit keinem Cent, arbeitet sogar teilweise gegen diese an. So haben die Mitarbeiter der Kernkraftwerke von ihrer Unternehmensleitung der Preussen Elektra einen Maulkorb bekommen für eine Teilnahme an den derzeit stattfindenden pro-nuklearen Demonstrationen an allen sechs Kraftwerksstandorten (www.saveGER6.de).

    Oder wenn Sie umgekehrt den Lobby-Begriff so weit ausdehnen wollen, dann müsste man Greenpeace, BUND und .ausgestrahlt als Lobby-Vereinigung der Windindustrie und Gazprom kennzeichnen. Hier würde das sogar noch genauer zutreffen, wenn man die personellen und finanziellen Verflechtungen zwischen den diversen Organisationen betrachtet. Nur mal so als Beispiel: Der ehemalige Hauptgeschäftsführer der Windindustrie in Bayern, Raimund Kamm, hat auch ein wichtige Ämter bei BUND, bei einem Forum, das die Endlagersuche bekämpft, und beim Vogelschutzbund. Ich finde so was ja eher unappetitlich, ist aber in dieser Branche gang und gäbe.

    Auch so, noch eins. Ich bitte Sie um Beantwortung folgender Fragen:
    + Stimmt es, dass noch nie in der Menschheitsgeschichte auch nur ein einziger Mensch durch die Strahlung des Atommülls zu Schaden gekommen ist?
    + Stimmt es, dass die erste rot-grüne Landesregierung Niedersachsens in ihrem Koalitionsvertrag formulierte: “ Sie [die Koalitionspartner] drängen darauf, daß Entsorgungseinrichtungen [für abgebrannte Brennstäbe] erst dann bereitgestellt werden, wenn der Ausstieg aus der Atomenergienutzung festgeschrieben ist.“

    Das Letztere bedeutet nämlich, dass das angebliche Atommüllproblem (lediglich 11.000 Tonnen abgebrannter Brennstäbe in Deutschland seit 1960) selbst von den ‚Grünen‘ nie als Problem angesehen wurde, sondern nur als Mittel zum Zweck. Wäre Atommüll tatsächlich ein Problem, dann hätten auch die ‚Grünen‘ an einer Lösung arbeiten müssen. Dass sie das sogar aktiv behinderten und immer noch behindern, zeigt, wie heuchlerisch und unanständig sie mit dem Thema umgehen.

  94. Psychologischer Einwand:

    „Sie schreiben: „Angst war noch nie ein guter Ratgeber“ . Ernsthaft?“

    Jap. Angst trübt das Bewusstsein, schaltet das rationale Denken aus. Sie nutzt daher tatsächlich in Extremsituationen wie etwa einer Fluchtsituation. Ein guter Ratgeber aber ist sie nie, weil ihr einziger Rat lautet: Renn weg, stell dich tot, mach dich klein, verkriech dich -> habe Angst.

    Die von Ihnen genannten Situationen sind allesamt keine Angst-, sondern Vorsichtsituationen, die sich aus einer Ratio erklären lassen, die zur Angst konträr steht. Sie gründen sich aus einer Art von Erfahrung und aus logischem Denken, also dem gegenteil von Angst.

    Das ist auch zu trennen von den genannten Sorgen, bei denen man rational untersuchen kann, ob sie berechtigt sind.

    Angst ist ein schlechter Ratgeber, es ist kein Zufall, dass Fearmonger von Lukaschenko bis Trump sie dauernd nutzen.

  95. @Björn Peters

    Der Begriff Lobbyorganisation ist doch nicht verleumderisch, denn das sind lediglich Interessenvertretungen für eine Branche oder ein bestimmtes Thema, wie Sie nachfolgend selbst schreiben. Auf die Idee, dass das etwas schlimmes sei, sind Sie gekommen.

    Frage 1: weiß ich nicht, es gibt lediglich zahllose Opfer/Betroffene des Uranabbaues, das betrifft sowohl Beschäftigte als auch Anwohner. Wir SteuerzahlerInnen werden dann mit den immensen Kosten belastet.

    Beispiele finden Sie, wenn Sie nach „Gesellschaft für bedrohte Völker“ und „Urankreislauf zu Lasten indigener Völker“ kuckeln (betrifft zum Teil auch Frage 2)

    Frage 2: Sie finden sicher noch mehr solcher angeblichen „Belege“ dafür, dass Atommüll unproblematisch ist. Eher aus der Kategorie: „Beweis“ an den Haaren herbeigezogen. Wie politisch mit Atommüll umgegangen ist, ändert kein Jota an dessen Eigenschaften.

    Anmerkung: Von persönlichen und aggressiven Titulierungen wie „heuchlerisch“ bitte ich abzusehen, sonst wird aus der durchaus noch interessanten Diskussion eine dreckige Schlammschlacht.

    In diesem Sinne wünsche ichIhnen noch einen angenehmen Tag.

  96. @Ichbinich, der schrieb: „Witzig finde ich immer wenn Leute „Nachdenken hilft mehr als Nachplappern“ rufen aber erkennbar nur irgendwelchen Quark aus ihrer Verschwörungsblase … blubbern….

    Das wäre denkbar, aber – glauben Sie mir: man kann nachblubbern und man kann auch nachrechnen – oft führt schon eine grobe Abschätzung zur Falsifizierung. Statistiken und Studien als GRUNDLAGE! findet man zu hauf. Wenn Sie die Aussagen von Simeon Preuß zu Harald Leschs Video (s.o.) nachprüfen (können?),stellen Sie fest, dass vieles schon mit guter gymnasialer naturwissenschaftlicher Bildung klar (als falsch) einstufbar ist. Auch die Aussage von Prof. Levermann (vom PIK – in einem Ausschuss des Bundestages) , CO2 sei gewinkelt wie Wasser, kann man schon mit befriedigenden Leistungen als 10.Klässler einschätzen – und zwar als falsch.

    Leider wird heute viel zu oft geschaut, wer was sagt. So hat ein AfD-Politiker die Aussage Levermanns in einem Video eben auch als falsch eingestuft, wodurch sie natürlich nicht richtig wird.

    Also: nicht jeder, der nachblubbern kann, tut das auch – gerade über den Nutzen und der Risiken der Kernenergie herscht so viel Konsens, dass selbst die GRÜNEN es bereuen, gerade mit diesem Thema in die Politik gegeangen zu sein. Die Finnischen Grünen haben das überwunden, herzlichen Glückwunsch dazu!

    Ich denke auch, dass es über Klimawandel um so größeren Konsens gibt, je weiter man ins Detail geht. Mein besonderer Respekt gilt der differenzierten Betrachtungsweise von Prof. von Storch aus Hamburg. Die Probleme beginnen, wenn Interpretationen den Weg zu den angestrebten Lösungen bereiten (sollen). Hier vereinfachen Pessemitteilungen für Journalisten so, dass Laien oft falsche Schlüsse ziehen. („80000 Deutsche“ klingt nach mehr als „nur 0,1 % der Deutschen). Leider gehörte Mathematik bei vielen auch nicht zu den Lieblingsfächern, wenn man nachrechnet bekommt man eine viel realistischere Vorstellung.

  97. @Björn Peters, 97

    Ja, genau wie Nuklearia sind auch Greenpeace, BUND und ausgestrahlt Lobby-Vereine und nein, das heißt nicht automatisch, dass sie für eine Branche Lobbyieren oder von Unternehmen bezahlt werden. Greenpeace und BUND haben sich Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben und gehören damit zur Umweltlobby. Nuklearia steht für Atomkraft und betreibt Atomkraft-Lobbyismus. ausgestrahlt macht genau das Gegenteil und betreibt Anti-Atomkraft-Lobbyismus.

    Das Problem daran ist doch nur, dass beide Seiten aneinander vorbei Propaganda für ihre Sicht betreiben und von diesen Leuten, die sich bereits entschieden haben, keine neutrale und wertfreie Information zu erwarten ist. Letzten Endes suchen sich die Organisationen nur die Belege raus, die zu ihrer Sicht passen und deswegen bringt es nichts, als Argument in einer Diskussion eine Seite zu zitieren, deren einzige Qualifikation darin besteht, sich in der Debatte schon entschieden zu haben.

    Apropos persönliche Verflechtungen: Rainer Klute, Vorstandsvorsitzender bei Nuklearia, und Dr Anna Veronika Wendland, Beisitzerin bei Nuklearia, haben Artikel für den Klimawandelleugnerverein EIKE geschrieben.

    „Stimmt es, dass noch nie in der Menschheitsgeschichte auch nur ein einziger Mensch durch die Strahlung des Atommülls zu Schaden gekommen ist“ – Es geht darum, den Atommüll für die nächsten 100.000 Jahre so zu lagern, dass keine Menschen vergiftet oder verstrahlt werden. Die letzten 70 Jahre sind im Vergleich dazu doch ein Klacks.

    Zu den Grünen: Politik ist keine Wissenschaft, das Vorweg. Ich kenne den Kontext des Zitats nicht, aber in Niedersachsen gab es sehr lange eine große Anti-Atomkraft-Bewegung, aus denen dann später die Grünen hervorgegangen sind. Gleichzeitig gab es immer wieder Versuche, in Gorleben oder Wolfenbüttel Endlager einzurichten, die politisch gewollt (auch wegen der Grenznähe) und nicht aufgrund technischer Sicherheit ausgewählt worden sind. Insbesondere wurden Atommüllfässer im Salzbergwerk Asse versenkt, die jetzt wegen Sicherheitsbedenken wieder zurückgeholt werden müssen. Es gibt kein bestätigtes technisch sicheres Endlager in Niedersachsen, es muss also eine nationale Lösung gefunden werden. Wieso sollten also die Grünen, die jahrzehntelang gegen Atommülltransporte nach Gorleben und Asse protestiert haben und die Technologie allgemein ablehnen, in einen Koalitionsvertrag schreiben, dass sie eine niedersächsische Lösung mittragen, von der sie überzeugt sind, dass es sie nicht gibt?

  98. @Laszlo Maraz
    Die Frage ist, wie man „Angst“ definiert. Es hat nichts mit Angst zu tun, dass wir nicht überholen, wenn uns ein LKW entgegenkommt, auch nicht, weil wir nicht von einer Brücke springen. Hier geht es um Vorsicht und Logik, und um gelerntes Wissen, um Erfahrung oder genaue Überlegung über das, was passieren kann, also eine Art der Abschätzung von Varianten. Und es gibt viele Menschen, die sich an die Grenzen wagen, und auch von Brücken springen, oder mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug oder oder oder…. Das hat auch nichts mit Sorgen zu tun. Auch Sorgen ist eine schwache Form von Angst, die uns hemmt. Naturlich überlegen wir, was die Zukunft bringt, oder welche Folgen bestimmte Entscheidungen haben, das ist völlig in Ordnung. Und wir können uns auch Sorgen machen. Doch psychologisch bringen uns Angst und Sorgen nicht weiter. Sie hemmen unser Denken. Aber Sie unterstellen mir, dass ich alle diffamiere, die sich Sorgen machen? Wo hätte ich solch einen Quatsch geschrieben? Was sind Sie nur für ein Mensch? Angst wird als psychische Störung definiert, schauen Sie bitte im Katalog der ICD-10 nach, und ich habe niemanden, der Angst hat, als blöd oder hysterisch-panisch erklärt. Bleiben Sie bitte bei der Wahrheit. Genau darin liegt das Problem der heutigen Zeit. Niemand macht sich mehr die Mühe, auch Sie nicht, nachzudenken oder genau zu verstehen, sondern Sie interpretieren nach Ihrem eigenen Gusto und beschränktem Denkvermögen und konstruieren Lügen. Dann kommt eben solch ein Schwachsinn heraus.
    Das ist bei der Klimadebatte genauso.
    @ICHUNDICH
    Ja, es gibt einen Unterschied zwischen Wetter und Kima. Auch wenn ich annehme, dass Sie das nicht verstehen werden, oder wollen, eine kurze Erklärung. Denn der Unterschied ist: Klima gibt es überhaupt nicht auf der Erde, es gibt nur Wetter. Auch die Einteilung in „Klimazonen“ ist willkürlich nach konkreten Parametern. Und Wetter ist der aktuelle Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. So ist bereits der Begriff „Wetterbericht“ eigentlich falsch, denn ein Bericht ist immer auf die Vergangenheit gerichtet. Wenn ich über etwas berichte, ist es bereits vorbei. Ich kann über die Zukunft eben nicht berichten, sondern nur mutmaßen oder nach Wahrscheinlichkeiten hoffen, dass es eintritt, oder eine Prognose erstellen, aber eben keinen Bericht. Deshalb gibt es eben auch viele Modelle der Wetterzukunft, „RCP-Modelle“, die von verschiedenen Wahrscheinlichkeiten ausgehen. Klima ist also die Erfindung des Menschen, der aus Durchschnittswerten von Durchschnittswerten von Durchschnittswerten… von vielen physikalischen Parametern, von denen eines die Temperatur ist (schon mal was von dem „Kämtzschen Formel“ gehört), über einen langen Zeitraum von rund 30 Jahren mit mathematischen Formeln ein Kunstprodukt schafft, das er dann Klima nennt. Wetter ist ein multiaxiales nichtlineares und chaotisches System. Da spielen Tektonik der Erde, Umlaufbahn um die Sonne, Sonnenaktivität usw. eine Rolle. Ich denke, bevor Sie hier weiter mitdiskutieren, sollten Sie sich mit Geologie, Meteorologie usw. näher beschäftigen. Vorher sollten Sie lieber Ihre Unwissenheit nicht auch noch zur Schau stellen.

  99. @ICHUNDICH
    Noch etwas zur „Cook-et.al.“-Studie, auf die Sie per Link verweisen. Diese Studie ist hoch interessant, doch ich muss annehmen, dass Sie diese entweder nicht gelesen, oder nicht verstanden haben. Ich erspare mir aber, Ihnen zu erklären, was die Cook-Gruppe wirklich herausgefunden hat, das ist hinlänglich veröffentlicht und interpretiert, auch in deutscher Sprache (!). Jedenfalls nicht, dass über 90% der Wissenschaftler in Konsens sind, dass der Klimawandel allein durch den Menschen verursacht wurde. Es sind weniger als 30%. Sie müssen diese Studie schon genau lesen, und verstehen, nicht nur dem lieben Herrn EX-US-Präsidenten Barack Obama nachplappern. Der hat die Studie nämlich auch nicht verstanden, leider. Und so schreiben eben doch alle von allen ab, wie ich bei Ihnen wieder feststellen muss.

  100. @erwinZK
    Ihre Definition von „Lobby“ ist akzeptabler, weiter oben klang immer an, die Nuklearia würde irgendwelche Interessen einer Industrie vertreten und dafür Gegenleistungen erhalten. Das ist aber sicher nicht der Fall, das Gegenbeispiel hatte ich geschildert. Wenn man guten Journalismus betreiben möchte, sollte man aber mehrere Seiten anhören und sich dann nach der Wissenschaft richten, was man abdruckt. „Die Wissenschaft“ ist dabei nicht ein einzelner Professor, auch innerhalb der Wissenschaft gibt es oft ein breiteres Meinungsbild, wie wir ja beispielsweise von Axel Bojanowski wissen.
    Selbstverständlich wäre eine naturwissenschaftliche Ausbildung für die Abwägungen hilfreich, ist aber keine notwendige Voraussetzung. Manche Argumente komplett zu ignorieren, wie oben gefordert, weil sie von der „falschen“ Seite kommen, ist aber indiskutabel. „Audiatur et altera pars“ wird an guten Journalistenschulen immer noch als Grundsatz gelehrt.

    Und dass es sich für Politiker und Journalisten lohnt, bei Lobby-Verbänden vorbeizuschauen, liegt ja auf der Hand: Dort sitzen Menschen, die sich in ihrem Feld gut auskennen und aktuelle Zahlen und Informationen bereitstellen können. Für eine kompetente Meinungsbildung sollte man halt mehrere Seiten aufsuchen. Ich habe in meiner Arbeit diesbezüglich keine Berührungsängste.

    Ich wette, dass Klute und Wendland noch nie für Eike geschrieben haben. Mir ist es schon selbst passiert, dass dort Artikel von mir gepostet wurden ohne mein Zutun. Honorare habe ich dafür nicht erhalten.

    Zuletzt noch zum Koalitionsvertrag der ersten niedersächsischen Landesregierung von 1990 (unter Gerhard Schröder). Dieser liegt mir vor, leider kann ich ihn hier nicht posten. Unter Nr. 16 „Entsorgungskonzept“ geht die Passage so:
    >>Beide Koalitionsparteien betrachten die Frage der atomaren Entsorgung derzeit als nicht gelöst. Im Rahmen der Bund/Länder-Verhandlungen auf Staatssekretärsebene über neue Grundsätze zur Entsorgungsvorsorge wird folgende Position vertreten: Die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente aus der
    Bundesrepublik im Ausland wird grundsätzlich abgelehnt, weil sie ein zusätzliches Gefahrenpotential bedeutet und dem Gebot der
    schadlosen Verwertung widerspricht. Von der Bundesregierung wird die Rücknahme entsprechender Verträge gefordert. Die
    Koalitionsparteien bestehen auf der Festschreibung einer Entsorgungsvariante ohne den Weg der Wiederaufarbeitung. Sie drängen darauf, daß Entsorgungseinrichtungen erst dann bereitgestellt werden, wenn der Ausstieg aus der Atomenergienutzung festgeschrieben ist.<<

    Es geht in der Endlagerfrage in der Tat um den sicheren Umgang mit einem Gefahrstoff. Im Jahr 1990 gab es noch kein technisch tragfähiges Konzept, bis 1998 gab es dieses aber sehr wohl. Gorleben ist ein über 200 Millionen Jahre alter Salzstock, der deswegen so alt geworden ist, weil er gut geschützt unter einer mehrere hundert Meter dicken Tonschicht liegt. Das positive Endgutachten für Gorleben lag im März 1998 im Entwurf vor und ging durch verschiedene Prüfungen. Hätte es keinen Regierungswechsel zu rot-grün gegeben, wäre das Endlager dort längst gebaut und der Atommüll ein non-issue in der heutigen Debatte. Alle gegenläufigen Behauptungen stammen nicht von Fachleuten, sondern von politisch motivierten Personen, um es vorsichtig auszudrücken.

    Der Verweis auf die geringe tatsächliche Gefährlichkeit von abgebrannten Brennstäben ist dabei schon ein Gebot der Redlichkeit, da in Hessen ein Hundertfaches des Volumens an hochtoxischem Giftmüll eingelagert wird, ohne dass dies irgendwo in der Öffentlichkeit thematisiert wird. Alleine daran zeigt sich der doppelte Maßstab, mit dem die vergleichsweise winzige Menge an abgebrannten Brennstäben instrumentalisiert wird. Übrigens wurde das hessische Giftmüllendlager in Herfa-Neurode vom damaligen Umweltminister Joschka Fischer genehmigt. Grotesk, nicht?

    Was die Asse anbetrifft: Dort lagern nur schwachradioaktive Abfälle überwiegend aus der Medizin. In der Tat sind die Einlagerungsbedingungen weit suboptimal. Alle Fachleute haben damals dennoch davon abgeraten, den Müll zurückzuholen, wie den Bundestagsprotokollen zu entnehmen ist. Die absolute Menge an Radioaktivität ist weit geringer als die natürliche in dem Bergstock, und die Asse liegt so tief, dass die Grundwasserschichten nicht mit denen an der Oberfläche kommunizieren. Ein Austritt von Radioaktivität in die Biosphäre ist damit so gut wie ausgeschlossen. Wieder wurde mit Angstmache ein politischer Beschluss herbeigeführt, der nichts anderes bewirken sollte, als den Müll zu instrumenalisieren.

    Übrigens: All dies kann man nur in Erfahrung bringen, wenn man sich auch die Gegenseite anhört. Ich war bis vor wenigen Jahren auch gerade wegen der vermeintlichen Müllproblematik ein Gegner der Kernenergie und habe mich in meinen Artikeln entsprechend geäußert, wurde dann aber von fachkundigen Leuten auf den tatsächlichen Stand der Technik und der Wissenschaft hingewiesen. Vielleicht fiel es mir als Physiker etwas leichter, deren Argumente nachzuvollziehen, ich kenne aber auch einige Kollegen ohne naturwissenschaftlich-technischen Hintergrund, die diese Wende vollzogen haben. Follow the science!

  101. @ Björn Peters
    Vielen Dank für diesen super-Beitrag. Genauso ist es, da wird instrumentalisiert, wenn es passt, und heimlich ganz anders gehandelt. So geht „grüne Politik“, und wenn die grünen Ideologen mal an die Macht kommen, davor muss man dann wirklich „Angst“ haben. Das ist mit der „grün-“ instrumentalisierten FFF- und ER-Bewegung genauso, oder von „Parents-FF“ usw., wo Angst ohne Ende geschürt wird, ohne Sinn und Verstand.
    Windkraft ist auch so ein Problem, wo viele Fragen einfach wegideologisiert werden, z.B. Infraschall und Gesundheit, Bodenvibrationen und deren Auswirkungen auf das Edaphon usw.

  102. @JÜRGEN

    „….Formeln ein Kunstprodukt schafft, das er dann Klima nennt.“

    Ja. Und? Das macht die Menschheit überall. Es gibt in der Natur auch keine Mathematik/Statistik oder sonstiges. Das sind halt Konzepte, die dem Menschen helfen, die Naturgesetze zu beschreiben.

    „. Ich denke, bevor Sie hier weiter mitdiskutieren, sollten Sie sich mit Geologie, Meteorologie usw. näher beschäftigen. Vorher sollten Sie lieber Ihre Unwissenheit nicht auch noch zur Schau stellen.“

    Muss ich überhaupt nicht. Es reicht vollkommen zu wissen, dass es wissenschaftlicher Konsens ist, dass es den anthropogenen Treibhauseffekt gibt.

    „Jedenfalls nicht, dass über 90% der Wissenschaftler in Konsens sind, dass der Klimawandel allein durch den Menschen verursacht wurde. Es sind weniger als 30%. Sie müssen diese Studie schon genau lesen, und verstehen, nicht nur dem lieben Herrn EX-US-Präsidenten Barack Obama nachplappern. Der hat die Studie nämlich auch nicht verstanden, leider. “

    Na klar. Weil nur Sie die Studie verstanden haben…
    Aus der Studie:
    “ A systematic, comprehensive review of the literature provides
    quantitative evidence countering this assertion (dass der Mensch nicht Schuld am Klimawandel ist). The number
    of papers rejecting AGW is a miniscule proportion of the
    published research, with the percentage slightly decreasing
    over time. Among papers expressing a position on AGW,
    an overwhelming percentage (97.2% based on self-ratings,
    97.1% based on abstract ratings) endorses the scientific
    consensus on AGW.“

    Oder nehmen Sie https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/11/4/048002
    „We have shown that the scientific consensus on AGW is
    robust, with a range of 90%–100% depending on the
    exact question, timing and sampling methodology. This
    is supported by multiple independent studies despite
    variations in the study timing, definition of consensus,
    or differences in methodology including surveys of
    scientists, analyses of literature or of citation networks.“

    Aber klar. Die haben das vermutlich auch einfach in ihrem paper falsch formuliert und nur Sie haben das richtig verstanden…

    Und zu „auch in deutscher Sprache“
    Ja, vielleicht sollten Sie lieber die Ursprungsquelle lesen anstelle von irgendwelchen „Übersetzungen“ auf alternativen Seiten….

    „Und so schreiben eben doch alle von allen ab, wie ich bei Ihnen wieder feststellen muss.“

    Ich hab garnix abgeschrieben sondern Ihnen das Paper verlinkt. Nur akzeptieren Sie das nur nicht als Quelle oder haben irgendwelche eigenen Interpretationen dazu, die nicht mit denen der Autoren zusammenpassen.

    „Windkraft ist auch so ein Problem, wo viele Fragen einfach wegideologisiert werden, z.B. Infraschall und Gesundheit, Bodenvibrationen und deren Auswirkungen auf das Edaphon usw.“

    Das wird nirgends ignoriert. Infraschall ist kein relevantes Thema bei WKAs. Ich lasse das verlinken von Quellen hier aber mal weil das ja scheinbar eh nix bringt. Aber gerne mal bei wikipedia den Infraschall Artikel lesen. Und Ignorieren tut das sowieso niemand (in der Wissenschaft).

  103. @Jürgen, 102

    „Klima gibt es überhaupt nicht auf der Erde, es gibt nur Wetter.“ und „Vorher sollten Sie lieber Ihre Unwissenheit nicht auch noch zur Schau stellen.“ – keine weiteren Fragen, Euer Ehren. Ich vermute, Sie merken nicht mal, wie viel Sie nicht wissen.

    @Björn Peters, 104

    Mehrere Seiten aufsuchen klingt gut, aber soweit ich das bisher gesehen habe sind auf beiden Seite hauptsächlich Bewertungen, Spekulationen und Vorwürfe an die Gegenseite zu finden. Ich bin selbst der Kernkraft aufgeschlossen gegenüber, aber ich will nicht von technikbegeisterten MINT-Nerds wie mir überzeugt werden. Wenn es da einen wissenschaftlichen Konsens zu gibt, immer her damit, aber solange da die einen so und die anderen so sagen hab ich lieber keine endgültige Meinung dazu. Und von Arbeitgeberlobbyisten (nun ja, in diesem Fall trifft bezahlt wohl zu, oder?) glaube ich auch nichts ohne stichhaltige Begründung, sorry. Aber danke für die Transparenz.

    Dass EIKE einfach Artikel klaut habe ich nicht erwartet, aber es scheint tatsächlich so.

    Zum Koalitionsvertrag bin ich immer noch nicht überzeugt, dass das ein Beweis sei, die Grünen würden kein Problem mit Atommüll haben. Das gibt das Zitat mMn einfach nicht her.

    „Alle gegenläufigen Behauptungen stammen nicht von Fachleuten, sondern von politisch motivierten Personen, um es vorsichtig auszudrücken.“ – Ein Blick in den Spiegel täte hier mal gut. Wer hat denn Gorleben politisch ohne wissenschaftliche Auswahl durchgedrückt, Druck auf PTB ausgeübt, Passagen ändern lassen, damit Gorleben zügig vorangehen soll? Die Atomkraftfans in diversen Regierungen. Wer glaubt denn jetzt noch angeblichen „Fachleuten“, die die Unbedenklichkeit bestätigen?

    Im Übrigen hat die BGR 1979 mit der geologischen Erkundung begonnen, 1986 auch untertägig. Das war 2000 noch nicht abgeschlossen, es wurde ein Moratorium verhängt und 2010-2013 weitergeführt. Wie soll es 1998 ein tragfähiges Konzept gegeben haben? Praktischerweise finde ich das Gutachten von 1998 nicht, falls das öffentlich sein sollte. Die Tonschicht, von der Sie sprechen ist wohl auch nicht so dicht, wie Sie anzunehmen scheinen, und das sollte sich wohl seit der PTB-Bewertung 1983 auch nicht geändert haben.

    Insgesamt vermute ich auch, dass die Atommüllproblematik insgesamt nicht so schlimm ist wie verbreitet angenommen. Zumindest was die Strahlung betrifft, schon allein, weil (anekdotisch) viele Leute kein gutes Verständnis von der Gefährlichkeit von Strahlung haben. Nur halte ich es trotzdem insgesamt für ein valides Argument, was einer Lösung bedarf die über „Politik sagt Gorleben“ oder „Generation IV wird das richten“ hinausgeht. Auch ist das ein weiterer Kostenfaktor, der in den Preis pro kWh mit hineingerechnet werden müsste.

  104. @erwinZK
    Jetzt wird es vielleicht doch noch interessant.

    Kurz zu meiner Person: Das Engagement bei Deutscher Arbeitgeberverband e.V., einer wirtschaftsliberalen Denkfabrik, ist ehrenamtlich. Etwas mehr darüber steht unter unserem Leitbild (https://deutscherarbeitgeberverband.de/dav_verband.html). Mein Geld verdiene ich mit Unternehmens- und Politikberatung, gelegentlichen Vorträgen zur Energiepolitik insgesamt oder einzelnen Aspekten daraus. Mein journalistisches Wirken dient dazu, die praktischen Erkenntnisse aus meiner Arbeit zu veröffentlichen und gelegentlich verfasse ich Tagungsberichte und Buchbesprechungen für Dritte. Dabei bin ich niemandem verpflichtet, da ich immer darauf achte, viele verschiedene Auftraggeber zu haben. Vielleicht möchten Sie auch ein kurzes Wort zu Ihrem journalistischen Wirken hierlassen.

    Was die Nuklearia macht, ist nach deren Selbstverständnis mehr Aufklärung als Propaganda. Die Autoren stellen sich allen Debatten (zB hier: https://nuklearia.de/2020/09/10/die-antinuklearen-irrtuemer-des-hans-josef-fell/). Rainer Klute und Anna Veronika Wendland waren schon häufig auf Podiumsdiskussionen eingeladen. Ich selbst habe mit Dr. Wendland einen begutachteten Fachartikel auf die DIW-Behauptung veröffentlicht (https://www.kernd.de/kernd-wAssets/docs/fachzeitschrift-atw/artikel/atw_2019-10_wendland_peters.pdf), Kernkraft sei zu teuer und zu gefährlich, und dem DIW mangelnde Standards wissenschaftlichen Arbeitens nachgewiesen. Insbesondere konnten wir dem DIW eine für ein wissenschaftliches Institut unwürdige, extrem einseitige Quellenauswahl und mangelnde Fachkompetenz in der wirtschaftlichen Beurteilung von Kraftwerksinvestitionen bescheinigen.

    Noch kurz zu Gorleben: Den positiven Abschlussbericht kenne ich leider auch nur vom Hörensagen, dort allerdings aus erster Hand von den damaligen Autoren. Trittin hat sämtliches Material dazu vernichten und die Besichtigung des Salzstocks verbieten lassen. Sicherlich nicht, weil es dort zu gefährlich wäre. Der Schluss liegt nahe, dass er dies tat, gerade weil Gorleben sich als geeignet erwiesen hatte. Die kurze Neuerkundung von 2010-2013 konnte nicht auf altem Material aufbauen, daher konnte in der kurzen Zeit das Ergebnis nicht reproduziert werden.

    Es wäre ein schönes journalistisches Projekt, mit den damaligen Erkundlern die Gorleben-Begutachtung nachzuvollziehen. Möglicherweise kommt dabei ein Politikskandal heraus.

  105. @Erwinzk
    So ist es eben im Leben! Der Eine glaubt, dass er etwas weiß, der Andere weiß, dass er nichts weiß, und Andere befassen sich damit und informieren sich nicht bei den Hysterikern und deren instrumentalsierten Aposteln oder den gleichgeschalteten Medien, sondern denken selbst.
    @ICHUNDICH
    Einer der letzten Sätze des englischen Orginal sagt genau das, was Sie nicht lesen wollen: „Among papers expressing a position on AGW…“ – oder zu deutsch: „Unter den Papieren, die eine Meinung (Anm.: keinen Beweis!) zum AGW zu Ausdruck bringen (Anm.: und das sind nur ~ 30% der Gesamtschau!)…. Von allen untersuchten Studien, die das Wort AGW enthalten, denn das war die Anfangsbedingung, haben sich, wie Cook et. al. selbst feststellen, überhaupt nur knapp 30% zum AGW in einer Meinung positioniert und nur diese nehmen einen solchen an. Die übrigen Gruppierungen sehen das eben nicht so. Und von diesen 30% der rund 12.000 Studien, also von lediglich ~3.600 Studien, behaupten diese 90+X%, dass es ihn gäbe. 90% von 30% sind aber keine 97% der gesamten 12.000 untersuchten Studien von Cook et.al. Die übrigen 70% , also rund 8.400, die genauen Zahlen können Sie sich sicher selbst zusammenziehen, haben zum AGW keine Meinung geäußert. So kann man natürlich Statistik interpretieren (oder verfälschen?) und daraus Polemik konstruieren. Aber so geht eben Wissenschaft nicht. Und dann müsste man erstmal noch untersuchen, wer sind diese 30% und wer finanziert diese Institute oder Studien? So vielleicht, wie in Deutschland die politischen Haushalte der Länder und des Bundes die Insitute des Klimakonsortiums finanzieren, PIK z.B. mit rund 40 Millionen Euro pro Jahr? Also letztlich der Steuerzahler? Frage: ist es eine wissenschaftliche oder eine politische „Forschung“ dieser 30%? Das haben Cook et. al. nicht untersucht, wäre aber sicher spannend, wer hier den AGW predigt, und wessen Geld dahintersteckt.
    Und das war auch mein letzter Kommentar zu Ihnen. Es lohnt sich für mich nicht weiter, mit verbohrten Fundamentalisten zu diskutieren. Sie sagen es ja selbst, man muss sich nicht mit Geologie und Meteorologie befassen, man kann viel einfacher ohne Wissenschaft auskommen, denken und schreiben. Blieben Sie ruhig bei Ihren Beliefs der Wahrsager.

  106. Aus https://www.ausgestrahlt.de/blog/2020/05/04/der-atom-kl%C3%BCngel/

    „Ein weiteres Bindeglied zwischen Pro-Atom-Szene und AfD ist der Unternehmensberater Björn Peters, der der bekennenden Klimaleugner*innen-Partei bei energiepolitischen Anhörungen gerne seine Expertise zur Verfügung stellt.“

    Und wenn man nun „Björn Peters AfD“ googelt: Oha

    Also die Fahne der Wissenschaft hochhalten und dann mit den Nazis tanzen. Wie halten Sie, Herr Peters, diesen Widerspruch nur aus? Und gibt es noch viele von Ihrer Sorte beim Deutschen Arbeitgeberverband?

    Und @109 Jürgen: „gleichgeschaltete Medien“. Jaja.

  107. Auch hier von Ingo S.: ein schönes Beispiel für „Wahrheitsfindung:

    Wenn die AfD 2+2 = 4 sagt, muss das wohl falsch sein. Je grüner, linksorientierter und klimabesorgter ein Experte ist, um so richtiger ist sein Urteil. Stimmt, oder??? In der Tat findet man häufig Einschätzungen wie die von Ingo S, die Informationen nicht nach dem Inhalt und der Argumentation, sondern einfach nach der Quelle beurteilen. So etwas führt zu Informationsblasen.

  108. „Noch kurz zu Gorleben: Den positiven Abschlussbericht kenne ich leider auch nur vom Hörensagen, dort allerdings aus erster Hand von den damaligen Autoren. Trittin hat sämtliches Material dazu vernichten und die Besichtigung des Salzstocks verbieten lassen. “

    Ein Abschlußbericht, den keiner je gesehen hat, weil er verboten wurde, weil er ein Problem positiv gelöst hätte?

    Srsly?

    Wenn Ihnen das wirklich wichtig wäre, hätten Sie, da Sie die Autoren kennen, sich längst eine Kopie besorgt. Stattdessen raunen Sie nur was von wegen „die Journalisten sollen sich kümmern“.

    Ihre ganze Argumentation fußt auf einem Luftfundament, wenn Sie etwas behaupten, von dem andere dann beweisen sollen, dass es existiert.

  109. @Ingo S
    Werden wir jetzt tatsächlich ad hominem? Wenn Sie besser recherchieren würden, hätten Sie schon mitbekommen, dass ich als Politikberater für so ziemlich alle im Bundestag vertretenen Parteien aktiv geworden bin. Weil ich mich tatsächlich um den Stand der Wissenschaft bemühe, ist mir bislang kein Zacken aus der Krone gebrochen.

    @Stefan Pannor
    Sie wissen ganz genau, dass solche Recherchen sehr zeit- und geldaufwändig sind. Von irgendwas müssen wir alle leben, da sind in der Tat Redaktionsteams gefragt, die für sowas Budgets haben. Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an.

    Werden wir wieder sachlich, denn genau darum geht es bei dem Aufruf.

  110. OK, ich fasse zusammen: Sie kennen die Autoren, aber mal um eine Kopie unter der Hand zu bitten ist aufwändiger als eine zeit- und geldaufwändige Recherche?

    Herr Peters, sorry: Räuberpistole. Märchen. Wer behauptet, muss beweisen, und nicht von anderen verlangen, dass die beweisen. Sie behaupten die Existenz dieses Berichts, also beweisen Sie die auch, bitte.

    Denn genau das ist sachlich, nicht das rummunkeln über Schriftstücke, die keiner je gesehen hat, die aber zufällig genau das belegen, was der Munkler belegt haben will.

  111. @111

    „Wenn die AfD 2+2 = 4 sagt, muss das wohl falsch sein. Je grüner, linksorientierter und klimabesorgter ein Experte ist, um so richtiger ist sein Urteil. Stimmt, oder???“

    Nein, ich habe mich in diesem Kommentarstrang mehrfach über die Inkompetenz gerade vieler grüner „Experten“ beschwert. Wenn die AfD 2+2=4 behauptet, kann ich das als Mathematiker durchaus bestätigen.

    „In der Tat findet man häufig Einschätzungen wie die von Ingo S, die Informationen nicht nach dem Inhalt und der Argumentation, sondern einfach nach der Quelle beurteilen. So etwas führt zu Informationsblasen.“

    Wenn sich Experten einer Partei andienen, die wie kaum eine andere mit Falschbehauptungen für sich wirbt wie die AfD (das wurde auf Übermedien schon häufig thematisiert), dann disqualifizieren sie sich nun mal. Und wenn ein erklärter Wirtschaftsliberaler anhand einer Nuklear-Jubelseite argumentiert, sämtliche Probleme der Kernenergie negiert und anscheinend auch bezweifelt, dass der Klimawandel durch uns Manschen verursacht wurde, dann sollten bei jedem denkfähigen Menschen sämtliche Alarmglocken klingeln.

    Ich denke durchaus, dass man mittlerweile wieder über die Nutzung von Kernenergie nachdenken sollte und die Risiken des Klimawandels mit den (einfach unbestreitbaren) Risiken des Betriebs von Kernkraftwerken abwägen sollte. Dazu muss auch ich meine „Informationsblase“ zumindest erweitern. Experten, die sich ausschließlich in ihrer eigenen Blase bewegen wie z.B. Herr Peters, helfen dabei aber einfach nicht weiter. Das ist wie wenn man mit Tesla-Fahrern über den Nutzen der Elektromobilität diskutieren wollte.

    Und nochmal: von Nazis hat man sich fernzuhalten. Punkt.

  112. @Ingo S.
    Meine Güte, Sie wollen Mathematiker sein? Was spekulieren Sie da eigentlich vor sich hin? Ich diene mich niemandem an (sondern werde hin und wieder von energiepolitisch Interessierten gebucht, die meine Konzepte interessant finden), ich leugne weder die Probleme der Kernenergie (sondern arbeite in mehreren Projekten an deren Lösung) noch den Klimawandel (emissionsfreie, preisgünstige und umweltfreundliche Energien sind meine Hauptmotivation), aber von all dem sind Sie irgendwie felsenfest überzeugt, weil Sie es im Internet gelesen haben. Wollen Sie überhaupt ernst genommen werden?

    Übrigens: Ich melde mich hier wenigstens mit Klarnamen, so mutig sind Sie offensichtlich nicht, und genau das vergiftet den Diskussionsstil hier. Benehmen Sie sich!

  113. @117
    Ich weiß nicht, ob alle AfD-ler Nazi’s sind, offenbar kennen Sie alle sehr genau. Woher eigentich? Aus den gleichgeschalteten Medien oder eigener Erfahrung? Und dennoch sind es Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht wegen einer drohenden rot-grünen Diktatur unter „Ingo S.“, eben anders denken. Und sie vertreten in den Bundesländern teilweise bis zu 40% der Wähler:innen. Ich distanziere mich auch von vielen deren Ideen und Aktionen, aber manchmal sind deren Ideen besser, als von allen anderen Parteien. Und wenn mich diese Partei zu einem wissenschaftlichen Disput zum Thema Klima einladen würde, ging ich hin, und zwar, ohne mich ideologisch zu verbiegen. Wie lautete doch ein altes Zitat: „Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.“ Ich stelle mich hier Herrn Voltaire voll an die Seite. Ich will keine rot-grüne Diktatur, in der Ideologie mehr zählt als Vernuft und echte wissenschaftliche Auseinandersetzung, und will auch keine Manipulation wie in und mit der Cook-Studie. Die DDR hat mir hier voll gereicht.

  114. Leider schweift die Diskussion inzwischen weit vom Thema ab.

    Derweil steigt die Treibhausgaskonzentration in der Erdatmosphäre weiter an, beschleunigt durch aktivierte Kippelemente. In der nordasiatischen Arktis sind mehrere Millionen Hektar Wald/Taiga/Tundra verbrannt, Methan wird frei, auch sonst kann jetzt Biomasse vermodern, im Westen der USA wüten riesige Brände, in Brasilien wird aktiv abgefackelt und Australien hat die schlimmste Feuersaison wohl hinter sich. Eisschmelze hat sich beschleunigt.

    Währenddessen wird über Nebensächlichkeiten gezankt, mit persönlichen Angriffen vom Problem abgelenkt, Heizstrahler sollen erlaubt werden, im Dannenröder Wald in Hessen soll für eine überflüssige Autobahntrasse Wald zerstört werden, das Schweinefleisch bei Edeka kostete hier heute früh statt 4,99/Kilo nur noch 2,44/Kilo (Tomaten kosten mehr!). In vielen Ländern, von denen wir nur die krassesten Probleme erfahren, leiden Landwirte und Bevölkerung unter Dürre, oder Überschwemmungen. Und keiner wills gewesen sein, und kaum einer will etwas ändern (außer die eigenen Geschäfte promoten).

    Es gibt viele Möglichkeiten, auch Beispiele, sinnvoll zu handeln, so dass wir das Problem nicht zerreden, sondern anpacken müssen. Wie kriegen wir das hin, ohne dass die weniger betuchte Bevölkerung überproportional darunter leidet? Alle Energie ist diesen Herausforderungen zu widmen. (ich fände es gut, ich bin ja auch Lobbyist, für Waldschutz, sparsame Ressourcenverwendung, faire Diskussionskultur, um nur einen Ausschnitt aus meiner Arbeit zu nennen, Klarname und ihr wisst Bescheid)

  115. @JÜRGEN

    „… und will auch keine Manipulation wie in und mit der Cook-Studie.“

    Typisch Verschwörungstheoretiker. Erst behaupten alle andern hätten die Cook Studie falsch verstanden/nicht gelesen weil die ja eigentlich sagt dass nur 30% aller Forscher an den Klimawandel glauben — und wenn man das dann widerlegt umschwenken auf
    „ist alles nur Manipulation“ denn Sie wissen das natürlich alles besser weil isso.
    Lächerlich.

    @LÁSZLÓ MARÁZ

    Alles richtig. Nur das keiner etwas daran ändern will stimmt nicht. Es gibt genug Leute, die sich genau dafür einsetzen. Nur ist halt die breite Masse mMn leider zu bequem und wird erst anfangen darüber nachzudenken wenn es sie selbst betrifft. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es dann leider zu spät.
    Wenn Sie eine Idee haben wie man das ändern könnte bin ich ganz Ohr.

  116. „Ich weiß nicht, ob alle AfD-ler Nazi’s sind, offenbar kennen Sie alle sehr genau. “

    Es ging, wenn Sie mal im Kontext lesen, um die Bundestagsfraktion. Und die kann man alle kennen.

  117. PS:

    “ Wie lautete doch ein altes Zitat: „Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.“ Ich stelle mich hier Herrn Voltaire voll an die Seite.“

    Der das übrigens nie gesagt hat.

    Und ist eh ein dummer Satz, theatralisch, aber dumm.

  118. Treibhausgase?
    Was soll das sein?
    Sind das Gase, die sich in einem Treibhaus um die Erde befinden? Oder wo sollen die sich befinden? Es gibt ja Menschen, die behaupten, die Steigerung von 325 ppm auf 400 ppm würde das „Klima“ (was es ja gar nicht gibt, sondern nur Wetter) aus den Angeln heben, oder es drohe eine Klimakatatrophe. Doch wo sollen diese 400 ppm gemessen werden? Direkt neben dem Vulkan Mauna Loa, einer der aktivsten Vulkane der Erde, das ist sicher sehr sinnvoll? Aber mal ehrlich an die Journalisten, wo soll sich denn das Treibhausdach in der Atmosphäre befinden, das Prof. Quatschling (oder so ähnlich, weiß nicht mehr genau) so schön in seinem Wunderexperiment mit einer Käseglocke darstellt, die er mit CO2 füllt? Da gibt es doch so etwas wie Gravitation, das haben die Einen oder Anderen vielleicht noch aus der Schule in Erinnerung. Diese Kraft macht, dass alles zum Erdmittelpunkt angezogen wird, auch CO2. (und übrigens auch der Mond). Die Dichte der Luft nimmt deshalb nach oben ab, auch recht schnell, also auch der Gehalt an CO2. Bergsteiger wissen, das die Luft oben dünn wird, aber Klimafolgenforscher offenbar nicht. Und so nimmt auch der Partialdruck von CO2 ab, je höher wir kommen. Und CO2 sinkt zudem nach unten (Gravitation), weil es schwerer ist als Luft. Das wissen nun wieder die Bierbrauer und Winzer sehr genau, aber auch wieder die Klimaforscher offenbar nicht? Und zudem sind 400 ppm so gut wie nichts. Ein Vergleich: 400 ppm sind genauso viel, wie wenn auf 2.500 grüne Erbsen eine einzige rote käme. Am besten mal ausprobieren, also ein Experiemnt machen: 2.500 Erbsen in eine Schüssel abzählen und dann eine einzige rote dazu tun (für die Klimahysteriker ein Hinweis: bitte vorher rot anmalen). Das sind dann genau 400 ppm: 1 Molekül CO2 auf 2.500 andere Luftmoleküle! Wir selbst atmen mit jedem Atemzug rund 40.000 ppm (4%) aus. Und wieviel macht das bei 8 Milliarden Menschen? Nun gibt es Leute, die behaupten, das wäre ja eine Nullsume, weil wir ja vorher gegessen haben und damit dieselbe Kohlenstoffmenge aufnahmen, die wir nun ausatmen. Stimmt nicht ganz, denn wir werden immer dicker, also sammeln wir das CO2 im Körper (als Zucker, oder Fett usw.). Deshalb ist es sehr sinnvoll, wenn wir immer dicker werden, damit das CO2 aus der Atmosphäre kommt. Nur mit der Verbrennung der Toten müssen wir aufhören, sofort, sondern wir müssen das viele CO2 wieder recyclen, in die Erde, als Dünger. Das mit dem Essen scheint zunächst aber logisch zu sein, wenn wir nur das Essen betrachten. Aber 8 Milliarden Menschen wollen eben nicht nur essen, sondern auch Kleidung, möglichst aus Erdöl, bzw. den daraus erzeugten Kunststoffen („Synthetiks“), nicht etwa aus Schafwolle, denn die würde ja kratzen. Die wollen Transport (Göttin Greta mit ihrem Katamaran lässt grüßen…. – sehr CO2-neutral diese Reise, vor allen Dingen der Rückflug der Crew…), die wollenUrlaub machen, überall auf der Welt, wie Vielfliegerin Luisa Neubauer, die Greta-Apostolin (will Luisa Neubauer nun auch noch in den Bundestag, wie andere FFF-Jünger der smaten Greta und deren Millionen-Clan, um Diäten zu kassieren, und nicht mehr arbeiten zu müssen – man weiß es nicht so genau?) Die Menschen wollen es aber warm haben im Winter, wollen E-Mobilität mit all deren schrecklichen Folgen für die Umwelt bei z.B. der Erzgewinnung (Lithium, Kobalt usw.) oder beim Abholzen der Wälder (CO2-Speicher) für neue Fabriken, siehe Brandenburg, die wollen Digitalisierung mit Mobiltelefon, Computer usw., sie wollen wohnen, möglichst schick und modern. Ja, der Mensch mit seiner ständig steigenden Bevölkerungszahl ist schon eine der Ursachen der Umweltzerstörung ganz allgemein. Und das soll alles geheilt werden mit der Abschaltung der Kohle- und Kernkraftwerke in Deutschland unter rot-grüner Diktatur mit Hilfe journalistischer Flachzangenrhetorik? (Entschuldigung für diese scharfe Polemik, aber mir fällt nichts besseres ein)
    Wie banal ist so etwas eigentlich? Prof. Sinn hat das sehr schön dargestellt, wie sich Zappel- und Dunkelstrom auswirken werden. Viele Länder haben es erkannt und setzen auf Kernenergie, weil hier die höchste Energiedichte vorhanden ist.
    Es gibt aber Alternativen: Vielleicht fangen die Klimahysteriker jetzt mal damit an, als Vorbilder ihre Handys und Computer auszuschalten, das Auto zu verschrotten, oder auch das Moped usw., ziehen aus der Wohnung aus, in ein Zelt, oder eine kleine Holzlaube von 10m2 pro Person, waschen werden wir uns nur noch einmal in der Woche mit frischen Brunnenwasser, selbst gepumpt, geduscht wird überhaupt nicht mehr und wenn, dann nur mit kalten Wasser und 1mal im Monat. Haare färben und frisieren fällt aus, Kosmetikprodukte werden abgeschafft, es reicht die gute alte Kernseife, Tattoo-Studios und Friseurläden werden endgültig geschlossen, Herzoperationen entfallen, andere Operationen auch, auch die Antibiotikaproduktion wird sofort gestoppt, die Suche nach Impfstoffen auch usw. usw. Und die gute alte Bundesbahn wird stillgelegt, Flugzeuge bleiben sowieso am Boden, die Urlaubsgefängnisses der AIDA & Co. bleiben stillgelegt, überhaupt wird sämtliche Industrie abgeschafft… Das alles spart Energie, senkt die Lebenserwartung drastisch und reduziert die Menschenmenge.
    Für eine solche, einer gegen Kohle hüpfenden FFF- oder ER-Zukunft: Prost und Amen.

  119. @Jürgen

    Au weia, solche Troll-Ergüsse fehlten hier noch. Man hofft ja, dass Sie sich nur dumm stellen. Ist ja schlimm. Es reicht nicht mal, um das Traktat als „Polemik“ zu qualifizieren. Dazu passt der Spruch von Karl Kraus sehr gut. „Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.“

    Vielleicht mal freitags einen der leeren Plätze in einer Schule besetzen und von vorne anfangen, die Zusammenhänge zu lernen. Wenn Sie dann irgendwann mal soweit sind, können Sie sich gerne wieder melden.

  120. @László Maráz
    Jol! Wie war das mit den getroffenen Hunden?
    Und Sie wollen wirklich „Koordinator Plattform Wald
    Aktionsforum Bioökonomie“ sein? Das möchte ich dann eher nicht glauben. Denn wenn Sie so auch in Ihren Tätigkeiten geifern, möchte ich kein Zuhörer sein.
    Oder: fangen Sie einfach mit meinen Vorschlägen an, das würde Energie sparen, Ihnen sicherlich auch helfen und spart vor allen Dingen hier Ihre Ergüsse.

  121. @JÜRGEN

    Willkommen bei Phase 2 des Verschwörungstheoretikers: Widerlegte Sachen einfach ignorieren und im nächsten Post einfach 100 andere Sachen behaupten, die genau so großer Unsinn sind (oder nix mit dem Thema zu tun haben).
    Einfaches Beispiel: die „Luft wird dünn“ hat überhaupt gar nix mit dem Anteil des CO2s in der Luft zu tun. 400ppm bleiben 400ppm, egal wie hoch der Luftdruck ist.
    Aber es macht ja überhaupt keinen Sinn das hier zu „diskutieren“ weil Sie im nächsten Absatz einfach den nächsten Unsinn verbreiten frei nach dem Motto: „Meine Meinung steht fest, verwirren sie mich nicht mit Fakten“.

  122. @Ichbinich
    Es wäre eben doch besser, wenn Sie nicht Religion predigen würden, sondern sich mit Naturwissenschaft, und vor allen Dingen mit Mathematik (400 ppm, dünne Luft und Partialdrücke sowie Nettoanteile) beschäftigten. Rot-grüne Logik: alles, was Ihnen nicht passt, sind sofort Verschwörungstheoretiker oder Nazis. Das wars zu Ihren Kommentaren nun aber wirklich, denn es macht keinen Sinn, verbohrten Fundamentalisten etwas erklären zu wollen, die verstehen das sowieo nicht.

  123. Wenn ein paar Mitteleuropäer sich einen Überbietungswettbewerb der Selbstkasteiung liefern, wer als erster nackig mit Lendenschurz in die Höhle kriecht, so wird das dem Klima überhaupt gar nicht helfen. Am deutschen Wesen wird die Welt sicher nicht genesen. Wir brauchen globale Lösungen, bei denen alle freiwillig mitgehen ohne unzumutbare Einschränkungen der Lebensqualität. Radikalismus ist kontraproduktiv – soviel zum „schnell&entschlossen handeln“ a la FFF.

  124. @Danilo Savaro

    Durchaus können wenige nicht alles rausreißen. Von einem „Überbietungswettbewerb der Selbstkasteiung“ zu sprechen, ist aber eine maßlose Unverschämtheit. Erstens will das niemand. Zweitens müssen wir die Gürtel enger schnallen. Und Drittens sind wird davon Lichtjahre entfernt. Schweinefleisch bei EDEKA für 2,44 €/Kilo und eine Million Neuzulassungen von SUV´s in Deutschland pro Jahr: Wo fängt für Sie „Selbstkasteiung“ an? Wenn das Freibier alle ist?

  125. @131 – Danilo Savaro
    Genauso ist es. Damit stimme ich voll überein. Danke für diesen Kommentar. Es gibt noch Menschen, die nicht jeden Religionswahn mitmachen. Wir müssen endlich lernen und verstehen, dass es unterschiedliche Bedürfnisse und soziale Situationen gibt, nicht nur in Deutschland. Die deutschen FFF’s und wie diese Truppen alle heißen, leben in einem Land des Überflusses. Dieser Handy-Konsum- und Streit- und Schreihals-Generation ging es noch nie so gut wie jetzt. Diese gepamperten und gerasenmäherten Jugendlichen sollen alle erst mal richtig arbeiten lernen. Alle diese, einschl. PFF oder SFF usw., leben ihren wirtschaftlichen Wohlstand vielfach auf Kosten der Mehrheit aller anderen Ländern aus, wenn man von den übrigen Industrienationen mal absieht. In anderen Ländern müssen Kinder oft stundenlang wandern, ehe sie überhaupt in eine Schule kommen. Und hier in D streiken solche weltreisenden „junge reiche Damen“ wie Luisa Neubauer & Co. für’s Klima? Die wissen nicht, was sie tun!

  126. „In anderen Ländern müssen Kinder oft stundenlang wandern, ehe sie überhaupt in eine Schule kommen. Und hier in D streiken solche weltreisenden „junge reiche Damen“ wie Luisa Neubauer & Co. für’s Klima? Die wissen nicht, was sie tun!“

    Der Abstieg der Linken ist atemberaubend.
    Für die Altvorderen dieser Richtung war Bildung für alle eine Herzensangelegenheit, eine Kernforderung. Beispielsweise im Erfurter Programm der Sozialdemokraten 1890:
    „Obligatorischer Besuch der öffentlichen Volksschulen. Unentgeltlichkeit des Unterrichts, der Lehrmittel und der Verpflegung in den öffentlichen Volksschulen sowie in den höheren Bildungsanstalten für diejenigen Schüler und Schülerinnen, die kraft ihrer Fähigkeit zur weiteren Ausbildung als geeignet erachtet werden.“

    Heute sind die Linken in die andere Richtung unterwegs.

    Anderes Beispiel
    Wir gar nicht mal so alten ehemaligen Linken erinnern uns an Dieter Süverkrüps „Warum wird so einer Kommunist“. 1974 hat er es lanciert.
    Heute kommt es einem vor wie ein Artefakt aus einer untergegangenen Zivilisation. Und vielleicht ist es das auch.
    Ab 1:02
    „Nur dass er so einen Ehrgeiz hat, wegen der Arbeiterkinder. Dass die genau so was lernen sollen, das war sein ganzer Tick. Also er nahm sie besonders ran. Manchmal hat es geholfen. Manchmal gab er noch Stunden dazu, nachmittags, ohne Geld.“

    https://www.youtube.com/watch?v=uhS6KvZiKX4

  127. @Jürgen –
    Ein wirklich kruder Unsinn, den Sie hier verzapfen; mit Verlaub.
    Kann es nicht sein -auch, wenn Sie es sich nicht vorstellen können- daß die von Ihnen so geschmähte Generation trotz oder vielleicht sogar wegen der Ihnen gebotenen Möglichkeiten mit klaren Augen sieht, was genau die von Ihnen beschriebene Lebensart mit unserem Planeten schließlich machen wird, und daß es keine Frage von Religion ist, zu erkennen:
    Wenn wir hier weiterhin leben wollen, gibt es nur eine Chance: Die Zerstörung, die wir gerade anrichten, muß gestoppt werden. Und zwar sofort, sonst haben wir die letzte Chance verpaßt.
    Ob letztlich klar ist, welche tiefen Einschnitte für jeden Einzelnen dazu erforderlich sind, sei dahingestellt. Diese jungen Leute haben aber den Mut, den Realitäten in die Augen zu sehen.
    Die Religion besteht ja wohl eher in dem Glauben, man könne so weitermachen wie bisher..
    Wer das will, wird erleben, wie ihm der Teppich unter den Füßen weggezogen wird, und nicht nur der Teppich

  128. es wäre im Sinne einer sachlichen Diskussion schöner, wenn Trolle hier gar kein Echo finden würden mit ihren Stammtischreden. Das lenkt vom Thema ab und ist Einfallstor für Weitere.
    Das ist aber anscheinend die schöne, neue Welt: Ohne fake geht gar nichts mehr ..

  129. @Archaeopteryx
    Sehr richtig! Aber nicht nur die Linken verraten ihre einstigen Ideale einer naturwissenschaftlich fundierten Bildung, bzw. eines naturwissenschaftlich und humanistisch geprägten atheistischen Weltbildes. Heute steht auch bei den Linken Religion im Vordergrund, bis auf wenige Bundesländer, die Religion nicht zum Pflichtfach erklärt haben. Auch die Grünen, das sieht man an der Bundesspitze und vielen „Experten“, und deren Gefolge aller möglichen Vereine und Grüppchen und Predigern, haben es mit Naturwissenschaft und Ökonomie nicht so toll. Die setzen auf „Germanistik“, „Philosophie“, „Politikwissenschaft“, „Religionspredigerei“ oder man kann auch sagen, auf Rabulistik, auf Framing, auf Täuschung durch Sprache usw. Viele reden von „Klima“ und wissen nicht, was Klima ist. Und dann fliegen sie rund um die Welt, um sich ein Bild des „Klimas“ zu machen (Frau Roths Weltreise fürs Klima – 40.000 Flugkilometer, grüne Vielflieger im Bundestag usw. ….). Es geht nicht mehr darum, eine echte Zukunftsvision für eine nachhaltige Gesellschaft aufzubauen, sondern nur noch um Rechthaberei, Bundestags- und Landtagssitze mit dicken Diäten und Pensionen usw.

  130. @Christian
    Wenn die heutige FFF-Generation und deren Anhängsel so schlau ist/sind, wie Sie behaupten, und alles weiß und erkennt, wie es richtig ginge, dann soll sie doch mit gutem Beispiel voran gehen, sich einschränken lernen, auf die gesamte „Digitalisierung“ verzichten, wieder im Wohnwagen oder Zelt oder in einer Höhle wohnen, nur noch Kleidung tragen, die aus einheimischen Rohstoffen von einheimischen Firmen oder gar selbst hergestellt wurde, die Heizung abstellen, nur noch selbstangebautes Gemüse essen und Leitungswasser, oder besser Brunnenwasser, trinken, ohne Kohlensäure usw. Bier und Wein fallen sowieso weg, erst Recht Tabak usw. Ohne „Handy“ und „Tablet“ würden die nicht mal einen Streik organisieren können, ohne Facebook oder twitter stünden diese völlig im Dunkel!
    Immer schön bei der Wahrheit bleiben und der Realität. Der Begriff der „letzen Chance“ ist solch ein Unsinn; mit diesem „Totschlagsargument“ zeigen Sie vor allen Dingen eines: Ihre eigene Unkenntnis und Ihren Drang nach Diktatur Ihrer eigenen Meinung.
    Ein sofortiger Stopp von z.B. Kohle, Kernkraft und Erdölproduktion weltweit führt ins Chaos. Aber das kann man nur begreifen, wenn man wenigstens etwas Ahnung von Naturwissenschaften hat. Das fehlt offenbar den „Germanisten“, „Philosphen“, „Relgionspredigern“ usw.
    Das Ungemach vor dieser grün-roten Diktatur fängt schon bei solchen Diffamierungen an, wenn andere Meinungen als „Trolle“ bezeichnet werden. Das ist die Denke der Grünen und deren Prediger. Schöne zukünftige Welt der rot-grünen Diffamierungen.

  131. @Christian, #136, #137

    Für mich sieht das so aus, als ob Sie sich 14 Minuten, nachdem Sie auf einen Troll reagieren, darüber aufregen, dass Trolle hier ein Echo finden.

    @Archaeopteryx

    „Heute sind die Linken in die andere Richtung unterwegs. “ – Unterstellen Sie FFF aufgrund von Bildungsstreiks, generell gegen Bildung für alle zu sein? Sicherlich würden doch auch die Linken von 1890 oder 1974 zustimmen, dass es für politisch engagierte Jugendliche Themen geben kann, die wichtiger sind als ein Tag Unterricht. Im Übrigen liegt das Anliegen gerade umgekehrt darin, die vorhandene Bildung auch ernst zu nehmen. Denn was nützt es der Linken, allgemeine Schulbildung durchgesetzt zu haben, wenn die dabei verteilten Erkenntnisse nicht praktisch genutzt werden, sondern nur braven Schülern als Sternchen auf dem Zeugnis als Konkurrenzvorteil dienen?

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