Fürstin Gloria bereut Besuch bei ihrer schwangeren Freundin Maria in Bethlehem

Illustration: Christoph Rauscher

Das große „Gala“-Weihnachtsinterview anlässlich des Besuchs der Fürstin bei Maria und Josef

GALA: Frau Fürstin, Sie sind ein Mitglied des Hochadels und prominentes Aushängeschild des Adelsgeschlechts Thurn und Taxis. Ihr öffentliches Bild könnte nicht unterschiedlicher ausfallen: Manche sehen Sie als exzentrische Adlige mit Hang zu Partys und ausgefallenen Frisuren. Manche als knallharte Geschäftsfrau, die als Managerin den eigenen Laden auf Vordermann gebracht hat. Und manche sehen Sie als selbstbewusste Frau mit Haltung und einem streng konservativ-katholischem Wertekanon. Nun waren Sie eine der ersten Gratulanten bei der Geburt eines kleinen Babys, das alle den „Erlöser“ nennen. Wie kam es dazu, Durchlaucht?

Fürstin Gloria: Hach, da fragen Sie mich was … (lacht) Ich habe viele Freunde auf der ganzen Welt. Auf Schloss St. Emmeram, unserem Stammsitz, war schon alles zu Besuch, was Rang und Namen hat. Im Gegenzug werde ich selbst oft eingeladen. Doch meistens sage ich ab. Sonst wäre ich ja nur auf irgendwelchen Partys. Das ging vielleicht früher, aber heute nicht mehr … (lacht)

Aber unlängst haben Sie eine Ausnahme gemacht, oder?

Ja, und prompt bereut! (lacht) Aber ich weiß, worauf Sie anspielen. Es war der Besuch bei meiner schwangeren Freundin Maria in Bethlehem.

Bethlehem? Der Überlieferung nach der Geburtsort König Davids. Das klingt nach Luxus, Pomp und Prunk.

Luxus? Ach hören Sie auf! (lacht) Sie hätten mal die Location sehen sollen … Bei allem Verständnis für Purismus und ohne den Ort abwerten zu wollen: Mich hat das Ganze an einen Stall erinnert!

Und dann die Beleuchtung … Stockdunkle Nacht, aber am Himmel ein leuchtender Stern. Mein erster Gedanke: Das Licht ist hier wirklich sehr gleißend und unvorteilhaft. Sehe ich wirklich so aus?!! (lacht)

Und die anderen Gäste …

… waren ein paar langweilige Schäfer mit ihren noch langweiligeren Schafen! Verstehen Sie mich nicht falsch, aber das Geheimnis einer gelungen Dinnerparty ist, jemanden einzuladen, den wirklich kein Mensch erwarten würde. Ich hatte mal Michael Jackson da.

Genau so muss es Maria geplant haben. In gewisser Weise war ich der Michael Jackson meiner Freundin Maria! (lacht)

Und Ihre Freundin Maria war schwanger? Ohne jemals Sex gehabt zu haben, wie sie sagt.

Entschuldigung, aber sowas macht mich sauer. Da muss ich deutlich werden: Die Geschichte mit dem „Heiligen Geist“ und der „unbefleckten Empfängnis“ glaubt doch kein Mensch.

So sehr ich Maria auf einer menschlichen Ebene schätze: Der Mensch ist ein monogames Tier … Deshalb ist die Erziehung zur Promiskuität keine gute Idee. Sie schadet langfristig der Gesellschaft.

Aber Maria hat ja einen festen Partner, den Josef aus …

Ach, hören Sie doch auf. Meine konservativen religiösen Ansichten haben überhaupt keinen Einfluss auf meine Offenheit gegenüber kultureller Vielfalt und Inklusion. Aber muss man den biologischen Vater durch einen dahergelaufenen Zimmermann im runtergekommenen Nafri-Look ersetzen, nur weil einem der erste Mann davongerannt ist? Ich sag es auch hier nochmal: Sex ist dazu da, um Kinder zu kriegen und nicht zu Jux und Dollerei!

Aber wenn sich zwei Menschen lieben …

„Lieben?“ Ich höre immer nur „lieben“. Sagen wir doch wie es ist: Es geht nicht um Liebe. Es geht um Sex! Von Afrika kennt man das ja. Der Schwarze schnackselt gerne. Dass die mehr schnackseln, hat mit den klimatischen Bedingungen da unten zu tun, da diese wegen des warmen Klimas weniger Kleidung tragen.

Und bei uns geht das ja in eine ganz ähnliche Richtung: In Deutschland werden bereits Achtjährige in der Grundschule über verschiedene Arten des Sexlebens unterrichtet. Sie sollen über Kondome und Dildos aufgeklärt werden. Achtjährige Kinder! Das soll bundesweit an allen Grundschulen eingeführt werden.

Aber bei Erwachsenen …

… ist es ein einziges Sodom und Gomorrha! Die Frauen nehmen die Pille und geben sich der ungezügelten Fleischeslust hin! Und begehen damit einen staatlich geduldeten Massenmord: Die Pille ist eine Form von Abtreibung, das dürfen wir nicht vergessen. Und Männer frönen der Homosexualität. Das ist Contra naturam! Hier hilft nur viel Beten als Medikation. Das ist gewiss hart, aber der steinige, steile Weg führt in den Himmel. Der breite, bequeme Weg führt in die Hölle.

Dann betrachten Sie die gleichgeschlechtliche Ehe wahrscheinlich …

Als einen Angriff auf die klassische Familie, Vater, Mutter, Kind! Auf die Gefahr hin, dass ich mich wieder unbeliebt mache: Jeder kann in seinem Schlafzimmer machen, was er will, aber das sollte man nicht zum politischen Programm machen.

Kommen wir nochmal zu den anderen Gästen …

Gäste? Gäste kann man nur Menschen nennen, die auch wieder gehen. Bei manchen der jungen Männer dort habe ich mich gefragt, wie sie ins Land gekommen sind und ob sie es jemals freiwillig wieder verlassen werden.

Mit dreien dieser Migranten habe ich mich unterhalten. Sie nannten sich Kaspar, Melchior und Balthasar und sprachen von sich selbst als „Könige“. Und in der Tat: So sieht kein Flüchtling aus!

Im Ernst: Ich verstehe nicht, warum ich für meine Hausangestellte Doris aus Kenia sechs Jahre kämpfen musste, um eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen, auf der anderen Seite sitzt plötzlich halb Nordafrika ohne Arbeit bei uns. Wie konnte das passieren?

Ich sag es mal, wie es ist: Wir stehen am Rand des Dritten Weltkriegs. Man könnte fast sagen, diese Völkerwanderung, die hier auf uns zuströmt, ist schon eine Art Krieg.

Aber ich rege mich schon wieder auf. Außerdem muss ich aufpassen. Heute sind wir auf dem Weg in eine stramme, puritanische, selbstreferentielle, totalitäre Gesellschaft mit Denk- und Sprechverboten. Eine Wohlstandsdiktatur, das Über-Betreutwerden wird zunehmen, betreutes Essen, betreutes Trinken, betreutes Denken.

Deshalb beende ich an dieser Stelle das Gespräch! Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein besinnliches Weihnachtsfest! Besuchen Sie uns gerne auf dem romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis. Das Ticket kostet Dienstag bis Freitag sieben Euro. Am Samstag und Sonntag neun Euro fünfzig.

Ähh, ja. Ebenso und danke für das Gespräch, Fürstin!


Mariae Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis nennt sich traditionsgemäß Fürstin und leitet seit dem Tod ihres Mannes 1990 das Familienunternehmen.

11 Kommentare

  1. Ich bin sehr verstört!
    Solchen Aussagen sollte man kein Forum geben, sogar mit weiterführenden Links und ohne Widerspruch und Einordnung.
    Da hört bei mir der Spaß auf, Abo-Kündigung ist eingeleitet!

  2. Passiert denn sonst nix? ZDF kündigt dem IRT wg. Unfähigkeit, BR-Intendant findet, dass zuwenig Kohle an den BR und zuviel an Deutschlandradio geht. Oder Steimle und der MDR. Steht wahrscheinlich alles längst in Übermedien, wird aber von gefühlten 97 Adventstürchen zugekleistert.

  3. @1 (Frank Reichelt):

    „Da hört bei mir der Spaß auf, Abo-Kündigung ist eingeleitet!“

    Ich vermutete immer, diejenigen, die wirklich Abos haben, sind hier blau? So habe ich mir dann nämlich auch erklärt, warum unter den Artikeln mit Bezahlschranke fast immer nur ganz wenige Kommentare zu finden sind.

    Na ja, vielleicht war es Satire. Bestimmt sogar. Es kann nicht anders sein. So war es also. Ja.

    Ich bin jedenfalls dankbar (und freue mich wie Bolle) dass es jetzt bis zum 24. jeden Tag mindestens (!) einen Artikel gibt, den man auch voll lesen (und kommentieren) kann. ?

    Na ja, die Frau „von“, die eben bekanntlich keine Fürstin ist, die wurden ja Anno 1919 abgeschafft. Als (faulen) Kompromiss ließ man das „von“ und „zu“ als Namensbestandteil weiter zu, nicht aber die Titel, wie eben z.B. Fürstin. Prinz und Prinzessin ist aber trotzdem erlaubt.

    Und *wer* wohl hat diesen vollkommen irren und kranken Kompromiss damals geschlossen? – Richtig, die SPD. ? – Ich mein, da sieht man es doch schon wieder.?

    Bei der Gloria bin ich jedenfalls immer hin und her gerissen: Manchmal erzählt sie schon furchtbaren Blödsinn. Manchmal aber auch nicht. Dann wieder doch. Dann wieder nicht. – Ich weiss nicht so richtig bei der.

  4. @ Holger

    „Ich vermutete immer, diejenigen, die wirklich Abos haben, sind hier blau?“
    Sie sind aber auch wirklich äußerst merkbefreit.

    „So habe ich mir dann nämlich auch erklärt, warum unter den Artikeln mit Bezahlschranke fast immer nur ganz wenige Kommentare zu finden sind.“
    Natürlich abgesehen davon, dass Sie so gut wie jede Kommentarspalte mit Ihren halbgaren Ergüssen vollmüllen. Wie wir jetzt erfahren also, ohne ein Abo zu haben und damit ohne die Artikel überhaupt ganz gelesen zu haben. Was so einiges erklärt. Läuft das Kreditkartengeschäft wirklich so schlecht, dass Sie nicht mal die paar Euro übrig haben?

    „Ich bin jedenfalls dankbar (und freue mich wie Bolle) dass es jetzt bis zum 24. jeden Tag mindestens (!) einen Artikel gibt, den man auch voll lesen (und kommentieren) kann.“
    Bitte nicht. Bitte bleiben Sie einfach weg.

  5. @4 (Ingo S.):

    “Natürlich abgesehen davon, dass Sie so gut wie jede Kommentarspalte mit Ihren halbgaren Ergüssen vollmüllen. Wie wir jetzt erfahren also, ohne ein Abo zu haben und damit ohne die Artikel überhaupt ganz gelesen zu haben.“

    Das wiederum ist Bullshit und stimmt *nachweislich* nicht.?

    Mal abgesehen von gestern, wo ich Vannay im „News“-Artikel tatsächlich eine einzige Frage (zu den Polizeikatzen) beantwortet habe, schreibe ich sonst gar nichts zu den Artikeln mit Bezahlschranke. Aus dem einfachen Grund, weil ich diese eben nicht lesen kann.

    Hoffe Ihnen damit geholfen zu haben. Sie mir allerdings eher nicht, denn warum es „merkbefreit“ sein soll eine *Vermutung* zu äußern, das erschließt sich mir noch nicht mal in einem Satirethread.

    Sie hätten ja einen „alten weissen Mann“ auch zu einem alten weisen (!) Mann machen und mich aufklären können, das wäre ja auch gegangen.

  6. zu @1 und @2

    Ich bin sehr verstört!

    Bisher hatte ich gedacht, dass der Adventskalender eine eher kreativ humoristisch Auseinandersetzung mit der anderen biblische dokumentierten Fake-Geschichte darstellt. Manchmal mehr gelungen, manchmal weniger.

    Aus der überspitzten Darstellung der „von und zu“ da die Betroffenheitskultur (Spass hört auf, gibt wichtigere Themen usw.) voll auszuleben, naja, wem es gefällt.

    Ich finde den Adventskalender in Summe richtig gut.

  7. Hach, das Interview war so erfrischend. Die Frau Fürstin hat so eine schöne freche Art, die spricht einfach so das aus, was ihr gerade durch den Kopf geht. So etwas wie „eine selbstreferentielle Gesellschaft mit Denkverboten“. Das muss man einfach mal so rauslassen dürfen. Sie ist so ganz anders wie man sich so eine Fürstin vorstellt, nicht so degeneriert, Nebenluft ziehend. Nee, nee, das ist schon ganz exquisit. Nicht wahr..? So. Nun ja. Gut.

  8. Das im Text verlinkte Spiegel-Interview mit den Erziehungsratschlägen stammt zwar aus dem Jahre 2012 aber die Antworten von Madame sind noch wesentlich älter. – Mein Favorit:

    „Auf die Erwiderung, es gehe um die Verhütung von Teenagern legt sie mit einer einfache Alternative nach: „Sollen lieber Tennis spielen.“

    Also, das sich liebestolle Teenager beim Tennis abkühlen, das ist jetzt in etwa so wahrscheinlich wie der Rat einer anderen Dame, die seinerzeit ihrem Volk als Rezept gegen den Hunger empfahl: „Dann sollen sie doch Kuchen essen.“

    Das Volk ass dann ja bekanntlich (für eine kurze Zeit) auch tatsächlich Kuchen, allerdings erst, nachdem es die Ratgeberin geköpft hatte. – Ja, Undank ist der Welten Lohn.

    Beim Tennis sind solcherlei drastische Maßnahmen zwar eher nicht zu erwarten aber ganz ohne Risiko ist der Ratschlag von Madame Gloria jetzt trotzdem nicht.

    Ich meine: Der Boris Becker der hat ja nun Tennis gespielt, sogar lange vor den Ratschlägen der Dame und was ist das Ergebnis bezüglich der Verhütung!?

    Dieselbe endete einmal sogar in einer Besenkammer, von Samenraub war (allen Ernstes!) die Rede und mehrere Hochzeiten, Beziehungen, Verlobungen etc. ergaben am Ende trotzdem vier Kinder.

    Was hat die Nation jetzt daraus gelernt?

    Verhütung geht irgendwie anders, Tennis scheint nicht wirklich eine Alternative zu Kondomen zu sein und Besenkammern sind gefährlicher, als mancher vorher dachte.

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