Kinder, Karriere und DDR-Krippen: Erfolgsmütter drehen in „Chrismon“ am Rad

„Ja, die Kinderbetreuung in der DDR war sehr gut“.

Das sagt die VW-Vorständin Hiltrud Werner in einem Doppel-Interview mit dem evangelischen Magazin „Chrismon“, und an der Stelle wurde ich misstrauisch. Eigentlich hatte ich das Gespräch nur überflogen, es mir wegen dieser definitiven Falschaussage aber noch mal genauer angeschaut. Immerhin hatten mir Pädiater aus der ehemaligen DDR ganz Gegenteiliges berichtet.

Hiltrud Werner aber bedauert, dass sie von den angeblich sehr guten DDR-Krippen nicht mehr profitiert habe, da ihre Kinder 1989 und später geboren seien, als es mit der ach so guten Betreuung und der DDR schon vorbei war.

Nicht nur meine Erinnerung, auch Fachliteratur und Presseberichte widersprechen jeglicher Verklärung der DDR-Krippen, etwa dieser Beitrag des nicht gerade als notorisch DDR-kritisch bekannten MDR. Und es gibt viele ähnliche Medienberichte, vor allem Fotos mit Kindern auf dem „Töpfchen“, ordentlich in Reih und Glied, wurden vielfach publiziert; sie illustrieren die Dressur in diesen Einrichtungen sehr eindrucksvoll. Wer möchte, kann sich auch in ostdeutschen Standardwerken zur Pädagogik davon überzeugen, dass die Unterordnung unters Kollektiv in den DDR-Krippen als Leitprinzip galt.

Mal nachhaken? Och nö.

Claudia Keller und Chefredakteurin Ursula Ott, die beiden Damen aus der „Chrismon“-Redaktion, mochten aber nicht nachhaken, wie Vorständin Werner zu ihrem DDR-Krippen-Lob und der Behauptung kommt, diese hätten in der Früherziehung auch „soziale Kompetenzen in der Gruppe mit gefördert“. Interessant wäre hier auch gewesen, wenn Keller und Ott mal nachgefragt hätten, wie es um Werners eigenen sozialen Anspruch steht. Die „Zeit“ schrieb 2017 über die Vorständin:

„Am 3. September 2014 soll Werner zu ihren Arbeitskollegen gesagt haben: ‚Jeden Mitarbeiter muss man erst mal drei Treppenstufen nach unten treten, und dann kann er sich langsam wieder hochkämpfen.‘“

„Chrismon“, Ausgabe 9/2019

So viel redaktionelle Naivität lässt einen stutzig werden, also las ich das Interview ein zweites Mal, diesmal gründlich. Neben Frau Werner antwortet dort auch Maria Furtwängler. Es geht um zwei Frauen, die darüber sprechen, wie toll es ist, „ein großes Rad“ zu drehen, kein Mitleid mit den Jungs zu haben und sich unter Männern Gehör zu verschaffen. Ein zweifellos gutes Thema für die toughen Emanzen und Emanzer unter den „Chrismon“-Leserinnen und -Lesern. Deshalb war ja auch ich zunächst aufmerksam geworden. Wer will sich nicht weiterentwickeln als Frau, heutzutage?

VW-Vorständin Werner weiß: Empfindlich dürfe man nicht sein, und es gehe um „Airtime, um Redezeit“. Dafür müsse man wiederum Zeit in die Vorbereitung stecken. Das müsste man auch als Journalistin, um eine Vorständin aus der ehemaligen DDR fragen zu können, wie sie darauf kommt, dass die Krippen dort solch exzellente Qualität hatten, obgleich Frau Werner seinerzeit noch keine Kinder hatte. Aber niemand fragt. Es bleibt so stehen.

Notfalls müsse man auch mal einfach weiterreden, so ein Tipp von Frau Werner. „Wenn der Inhalt wichtig ist.“ Ich nehme mal an, es war ihr wichtig, das mit den Krippen genau so unterzubringen. Wie das hier:

„Anständig ist, wenn ich mich auch dann richtig verhalte, wenn es keiner sieht.“

Man kann, muss aber nicht ein Vorstandsmitglied für Integrität und Recht (Achten Sie auf die Reihenfolge!) von VW fragen, wie das noch mal mit dem Dieselgate und dem Anstand war. Noch trifft Frauen eben nicht die volle Härte journalistischer Nachfragekultur. Wer wäre ich, hier das Gendergap zu rügen.

Was Frauen hier alles lernen können!

Freimütig berichtet Frau Werner auch über bisher wenig bekannte Tatsachen aus einer von Männern dominierten Arbeitswelt, sie plaudert sozusagen aus dem feministischen Nähkästchen: Es gebe tatsächlich Kollegen, sagt sie, die beim zweiten Kind argwöhnten (hofften), „frau“ könnte nicht mehr mitbieten in Sachen Aufstiegschancen. Das wussten wir noch nicht, dass es solch eine Denke gibt. Aber wie gut, dass die Kinder der anständigen Frau Werner so „nebenbei groß“ geworden sind und die Karriere nicht gelitten hat. Wenn eine Frau es fortan nicht schafft, ihre Kinder „so nebenbei“ groß werden zu lassen und gleichzeitig in Integritätsführungspositionen zu reüssieren, wissen wir, dass sie eben diese Titelgeschichte in „Chrismon“ nicht gelesen hat.

Denn hier kann sie auch lernen, dass „wir“ uns „als Frauen gegenseitig zu viel Druck“ machen. Das wiederum weiß Maria Furtwängler, die keine Vorständin ist, sondern Schauspielerin, und die wahrscheinlich keine Vorständinnen aus dem Burda-Medien-Imperium ihres Mannes kennt, weil’s dort keine gibt. Frau Furtwängler weiß zudem, dass „man“ (eigentlich: „frau“) immer noch höre:

„Du bist nicht da, wenn das Kind mittags aus der Schule kommt.“

Frauen müssen schließlich nicht zu Hause sein, wenn die Kinder aus der Schule kommen. Die „Chrismon“-Fragestellerinnen fragen allerdings nicht, ob nicht wenigstens ein Koch zu Hause sein sollte wie vielleicht bei Burda-Furtwänglers, doch sie sind ja auch nicht Brecht. Und außerdem, das weiß man schließlich von anderen feministisch emanzipierten Frauenversteherinnen:

It takes a village to raise a child.

Oder halt Personal.

Kürzlich war Frau Furtwängler bei einer Sitzung einflussreicher Medienmacherinnen, lesen wir bei „Chrismon“. Eine davon war „sehr zierlich und unscheinbar und hatte eine zarte Stimme“ und habe den einzigen männlichen einflussreichen Medienmacher in der Runde in den Senkel gestellt. „Treffer, versenkt“, dachte Frau Furtwängler – genau so also, wie wir uns ein Treffen Einflussreicher vorstellen. Ob Mann, ob Frau, jeder und jede hat das Recht, andere zu versenken, auch unter Medienmacher/innen.

Noch etwas weiß Frau Furtwängler, weil sie (mit ihrer Tochter) eine Stiftung besitzt – „meine MaLisa-Stiftung“ –, die Frauenbilder untersucht hat, im deutschen Film und auf Youtube. Sie weiß deshalb, dass sich bei den „wirklich Erfolgreichen“ fast alles um „Fashion, Beauty, Beziehung und Koch- und Basteltipps“ dreht, und darüber klagt Frau Furtwängler, über die „Rolle rückwärts in die 50er Jahre“, weil sie das als Ergebnis „nicht sehr ermutigend“ findet.

Frau Keller und Frau Ott widersprechen nicht, sie finden das sicher ebenso wenig ermutigend. Weshalb sie ja auch bei „Chrismon“ arbeiten und nicht bei irgendeinem Burda-Heftchen, in denen sich auch vieles um „Fashion, Beauty, Beziehung und Koch- und Basteltipps“ dreht, bei der „Bunten“ zum Beispiel, „Burda Style“, „Prinzessin Lillifee“, „Mein Buffet“ und so weiter.

Wieso untersucht MaLisa nicht mal Burda?

Frau Furtwängler behält eben bei „Chrismon“ die Airtime, die Redezeit, da niemand fragt, warum ihr Gatte, Herr Burda, mit diesem „Fashion-etc-Kram“ Geld verdienen darf, ohne dass ihre MaLisa-Stiftung dies untersucht. Aber die Influencerinnen im Internet, die machen damit die „Rolle rückwärts in die 50er Jahre“, als junge hübsche Frauen sich noch damit begnügten, einen reichen älteren Mann zu heiraten, so wie Sophia Loren, deren einflussreicher Mann ihr überhaupt erst die Filmkarriere… also, das ist ja sowas von 50er.

„Chrismon“ aber behält die Contenance und verliert sie auch nicht, wenn es um diese Influencerinnen-Reduktion aufs Äußerliche geht, also „immer toll aussehen“, „super Figur“ etc. Diesen Missstand darf Frau Furtwängler deshalb auch bei „Chrismon“ ganz offen anprangern als „Sehnsucht, die da bedient wird“. „Chrismon“ zeigt, was ist. Eine 52-Jährige, die 52 Jahre alt ist. Die auf die Frage antwortet, ob sie ihren Kindern schon mal peinlich war, dass ein Freund ihres Sohnes sie („in der Disco“) angeflirtet habe und sich „pulverisierte“, als er erfuhr, dass sie die Mutter ist. (Wie in dieser Werbung früher: „Mamma mia“!)

Warum das dem Sohn peinlich sein sollte, verstehe ich nicht, er sieht doch sicher auch Bilder seiner Mutter in Medien und weiß, wie jung sie tatsächlich aussieht, sodass ein junger Mann schon auf solche Ideen kommen könnte, obwohl es hier eigentlich darum geht, dass das Aussehen keine Rolle spielen soll. Das ist sicher so ein journalistischer Twist für die überambitioniert intellektuellen Leserinnen und Leser von „Chrismon“.

Frau Werner hingegen, und hier ertappe ich sie wirklich, möchte in Sachen Beauty womöglich nicht alles verteufeln. Die ganz scharfen (und doch wohl nicht retuschierten) Bilder im Heft zeigen die beiden Beautys, sorry, Feministinnen, so, dass man den Fingernägeln von Frau Werner ansieht: Hier hat sie selbst oder ein Nagelstudio mindestens ebenso viel Zeit aufs Aufhübschen verwendet wie diese Mädels mit den vielen Beauty-Tipps im Internet. Es lässt sich nicht verbergen, Frau Werner, Ihnen geht es um Airtime und um Zeit für Fingernägel. Das ist wahrscheinlich das Opfer, das man bringen muss, wenn man Integrität im Vorstand des VW-Konzerns wirklich durchsetzen will.

„Chrismon“ liegt einigen Qualitätsmedien bei, der „Welt“, der FAZ, der „Zeit“, der „Süddeutschen“ und vielen Regionalzeitungen. „Chrismon“ ist eine monatliche Zeitschrift der evangelischen Kirche, ein „absenderfinanziertes Projekt“. Thema sind „Menschen, die das Leben in allen seinen Herausforderungen zuversichtlich und verantwortlich meistern“. Laut Wikipedia erreichen Frau Werner, Frau Furtwängler, Frau Keller und Frau Ott mit dieser Interview-Simulation gut 1,6 Millionen Leserinnen und Leser. Mich nicht.

25 Kommentare

  1. Eine VW-Vorständin darf auch die Kinderbetreuung in der DDR gut finden denn sie war sehr gut. Sie jedoch Frau Lenzen-Schulte, versuchen ein altes Thema auf zugreifen, nämlich das Thema des Niedersächsischen Kriminalprofessors Christian Pfeiffer ob das „Zwangstopfen“ in DDR-Kindergärten die Kinder zu Extremisten gemacht hat.

    Sie bewegen sich ziemlich dünnen Eis, denn hier in der ehemaligen DDR hat man diese unglaubliche Unterstellung die Anfang des Jahrtausends aus den Altbundesländern kam nicht vergessen und wenn es einen Beweis für westliche Überheblichkeit gegenüber den Osten gibt dann diese Unterstellung.

  2. Das gesamte Chrismon-Projekt verflacht unter Ursula Ott immer mehr zu einem flachen Lebenshilfe-Magazin, garniert mit ein bisschen evangelischem Pflichtstoff. Mit dem Geld könnte man ein intelligentes, anspruchsvolles Magazin machen, stattdessen bewegt man sich in Beliebigkeit.

  3. Nein das war sie nicht, Individualität hatte man außen vor zu lassen, man war damit ein Außenseiter auch gefördert als Außenseiter durch die Erzieher, diese sich ebenso dem Gruppenzwang anschlossen oder eben versteckt einem Recht gaben, wenn man zum Beispiel einmal am Tag zu Gott beten wollte. Das hatte man dann zu Hause zu tun und nicht darüber zu reden. Fiel man auf die Nase, so wurde man gespottet, daß einem Gott ja nicht geholfen hätte und man sich besser einzugliedern hat um dazu zu gehören, ebenfalls auch, wenn man in diesem Fall schon wesentlich weiter entwickelt war als Gleichaltrige, aber in anderen Bereichen ebenso mehr Hilfe brauchte. Sehr gut ist weit verfehlt !

  4. Ich verstehe schon den Aufhänger nicht: weil die Kinder sozialistische Lieder singen mussten, konnte die Betreuung nicht gut sein? Gut ausgebildete Erzieherinnen, kleine Betreuungsschlüssel und hohe Verfügbarkeit, egal, deswegen? Fehlendes Eingehen auf individuelle Bedürfnisse ist übrigens auch ein Thema, das viele Eltern heute noch dem staatlichen Schulsystem vorwerfen, es ist also nicht zwingend so, dass man das Problem so leicht beseitigen könnte.
    Am unverschämtesten finde ich den Vorwurf, die Frau dürfe sich ja gar nicht dazu äußern, hatte sie doch zu der Zeit keine Kinder in Kindergärten. Bloß… Hatten Sie welche, Frau Lenzen-Schulte? Man muss nicht überall einen Aufreger suchen, wo keiner ist… Merkwürdig, dass ÜM das veröffentlicht.

  5. „das Thema des Niedersächsischen Kriminalprofessors Christian Pfeiffer“

    Hier auch genannt „Töpfchen-Pfeiffer“.

    Ungerechterweise, denn die Praxis bestätigt ihn allemal.
    Nehmen wir Chemnitz. Vor einem Jahr haben dort die Muslime einen Deutschen ermordet und zwei weitere Deutsche durch Messerstiche schwer verletzt.
    Was ist der Grund?
    Mit dem Islam hat es nichts zu tun, klar. Auch nicht mit der Hautfarbe.
    Bleibt nur noch die DDR-Kinderkrippe mit „Zwangstopfen“.

    Wie mein Nick andeutet, komme ich aus der Gegend.
    Selbst war ich nicht in der Krippe, aber im Alter von 14 habe ich ab und zu meine kleine Schwester von dort abgeholt.
    Natürlich, in dem Alter fehlt einem die Übersicht das alles einzuordnen. Doch auch im Nachgang kann ich nicht sagen, dort je was Negatives gesehen zu haben.

    Ja, es war so, dass die Kinder zur gleichen Zeit auf dem Töpfchen saßen. Wie auch sonst hätten die Krippenerzieherinnen das regeln sollen?
    Was ganz lustig anzusehen.
    Manche hatten irgendein Spielzeug in der Hand, andere haben einfach Löcher in die Luft geguckt.
    Und manchmal hat es einen gepackt, der ist, sich mit den Füßen am Boden abstoßend, auf dem Töpfchen einfach mal rückwärts durchs ganze Zimmer gerast.

    Meine Beobachtung. Und über die Jahrzehnte, in Gesprächen mit diesen und jenen, kam raus, was sich sowieso jeder denken kann. Die Krippen hatten unterschiedliche Qualität. Manche waren gut, andere nicht so gut. Wie das überall eben so ist.

  6. @ Sachse:

    „Vorr einem Jahr haben dort die Muslime einen Deutschen ermordet und zwei weitere Deutsche durch Messerstiche schwer verletzt.“

    Genau. Und die Deutschen schon den einen oder anderen Muslim (der vielleicht selbst Deutscher war) getötet. Und neulich haben die Männer eine Deutsche getötet. Oder vielleicht waren es doch nur einzelne Deutsche und einzelne Männer?

    „Mit dem Islam hat es nichts zu tun, klar. Auch nicht mit der Hautfarbe.“

    Aber sicher hat es mit dem Islam und der Hautfarbe zu tun!
    Nach allgemeiner Auffassung unter Muslimen ist es ein religiöses Gebot, willkürlich auf der Straße irgendwelche Leute umzubringen. Und wenn es nicht die Auffassung der meisten Muslime ist, dann folgt es ganz aus dem Koran, wenn man ihn „korrekt“ interpretiert – wobei es ja eigentlich keine „korrekte“, Koran-Interpretation geben kann, wenn der Koran als solcher gar nicht korrekt ist. Egal: Es liegt so oder so am Islam. Der Islam ist ein ganz einfaches monomorphes Phänomen, das das perfekte soziologische Universal-Analyse- und Erklärungsinstrument für alles und jedes darstellt.

    Und natürlich liegt es eben doch an der Hautfarbe!
    Die Genetik hat ja längst bewiesen, dass die Hautfarbe eines Menschen zugleich seine komplette Moral determiniert! Wer die falsche Hautfarbe hat, kann doch gar nicht anders als den lieben langen Tag mordend durch die Gegend zu laufen.

    „Bleibt nur noch die DDR-Kinderkrippe mit ‚Zwangstopfen‘.“

    Welch messerscharfer Schluss! Wenn ein ausländischer Muslim einen nicht-muslimischen Deutschen umbringt, dann insinuieren die dummen Wessis, dass das an einer Kinderkrippe gelegen haben muss, die besagter Muslim gar nie besucht hat! Wie dummsind die aber auch! Aber so ist das halt, wenn man die wahren Ursachen für alles Deviante (Islam und Hautfarbe) ignoriert. Dann kommt halt so was raus.

    Bei aller Kritik an Herrn Pfeiffer und co. sollte man vielleicht niemandem gar zu absurde Sachen, die er nie gesagt hat, unterstellen, und vielleicht sollte man selbst ebenfalls darauf verzichten, allzu absurde Sachen zu sagen?

  7. „Aber sicher hat es mit dem Islam und der Hautfarbe zu tun!

    Nein!

    Die Unmenge islamischer Verbrechen hat nichts mit dem Islam zu tun, dazu gehört selbstverständlich auch der Mord in Chemnitz.
    Mit der Hautfarbe hat es auch nichts zu tun. Es sei denn, der Täter ist blond und blauäugig. Weil … ach, was weiß ich denn, ich alter weißer Mann.

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    OK, ich gebe zu, mit OT angefangen zu haben. Doch wenn jemand über DDR und Kinderkrippen anfängt, landet man spätestens beim dritten Return bei Töpchen-Pfeiffer. Immer. Geht nicht anders, bei den Wellen die dieser „Experte“ damals geschlagen hat mit seinem Schwachfug.

  8. Schade, dass die sonst vielleicht überlegenswerten Argumente wegen der Kinderkrippen-Eröffnung den Gulli runtergehen. DDR-Krippen mit dem Forschungsstand der Gegenwart schlecht zu machen ist ungefähr genau so erkenntnisbringend wie das Einräumen, dass Prügelstrafe damals in der Schule eher ungeil war. Stattdessen der Vergleich zu den West-Krippen und der dortigen Kleinstkind-Betreuung… ach, war ja nicht, da gab es nur Mama oder das Personal.
    Gruß vom ehemaligen Krippenkind, dessen Mama als Alleinerziehende das Geld rangeholt hat

  9. Ich sehe hier keine Spaltung zwischen Ost und und West …
    Die Spaltung die ich sehe, ist die zwischen denen, die unsere Gesellschaft gespalten sehen wollen und dem Rest von uns.
    Man sieht es überall, wo man hinschaut, in den Schulen.
    Den Ossis hat man eingeredet, sie seien alle gleich, denn man hatte Angst vor dem, was uns Einzigartig macht.
    Man sieht es auf den Straßen, wo sich zunehmend bekämpft wird.
    Wir sind so beschäftigt damit, uns gegenseitig zu bekämpfen, statt die tatsächliche Ungerechtigkeit.
    Man sieht es in den Fabriken, wo Arbeiter für einen Bruchteil des Lohns ihres Chefs arbeiten, obwohl sie gleich intelligent sind.
    Das Problem unserer Gesellschaft sind nicht Obdachlose oder Wutbürger, es sind die Leute, die vom Untergang unseres Systems profitieren.
    Aber ich habe eine Nachricht für ebendiese, von allen Bürgern, die unsere Gesellschaft intakt sehen wollen, die an sie glauben an alle, die es nicht tun: Ihr seid in der Unterzahl.

  10. Puh, stilistisch ist dieser Artikel äh … gewöhnungsbedürftig. Sorry, aber der ganze Text wirkt einigermaßen wirr und ziemlich unstrukturiert. Liegt wohl auch an diesen häufigen assoziativen und ungelenken Einschüben, denen nur schwer zu folgen ist. Und in dieser Ausführlichkeit ist die kritische Nacherzählung eines Chrismon-Interviews vielleicht auch nicht unbedingt der letzte Schrei.

    Aber gut, immerhin weiß ich jetzt, dass die Autorin vom besagten Interview ähnlich wenig hält, wie von der Betreuung in DDR-Kitas. Abgesehen vom berüchtigten Töpfchenbild, das schon der Kriminologe Pfeiffer reichlich überstrapaziert hat, sind die Informationen dazu dann aber leider mehr als überschaubar (Jaja, ich weiß: Wer möchte, braucht ja nur in ostdeutschen Standardwerken zur Pädagogik nachzuschlagen…).

  11. „Aber ich habe eine Nachricht für ebendiese, von allen Bürgern, die unsere Gesellschaft intakt sehen wollen, die an sie glauben an alle, die es nicht tun: Ihr seid in der Unterzahl.“

    Stimmt. Die Profiteuere sind in der Unterzahl.
    Aber die ihnen nachlaufen, die ihnen zujubeln – die sind die Mehrheit.

  12. @ Sachse:

    Können Sie mir eine einzige valide Studie zeigen, die beweist, dass Muslime mehr Straftaten begehen als Nicht-Muslime, sofern alle relevanten Faktoren (Geschlecht, soziökonomischer Status, kultureller Hintergrund, eventuell Status in einem Gastland usw.) kontrolliert werden? Dass also – beispielsweise – Muslime aus Syrien deutlich mehr Straftaten begehen als Christen oder Atheisten oder Angehörige anderer Religionen aus Syrien, auch wenn Geschlecht, sozialer und politischer Hintergrund usw. kontrolliert werden?

    Wenn ja, dann wäre das sicherlich ein ernsthaftes Argument der Islam in seiner syrischen Variante Straftaten begünstigt, jedenfalls wenn eine genauere Analyse keine weiteren relevanten Variablen zutagefördert, die die Diskrepanz erklären könnten.

    Und wenn Sie dann noch aufzeigen können, dass Entsprechendes nicht nur für Syrien gilt, sondern für alle Länder mit einer relevanter Anzahl von Muslimen, dann können wir gerne darüber reden, inwieweit der „real existierende“ Islam allgemein Straftaten begünstigt.
    (Die Frage, ob der „wahre“ Islam Straftaten fördert, kann hingegen nur sinnvoll gestellt werden, wenn man voraussetzt, dass esden „wahren Islam“ überhaupt gibt, was wohl die meisten Islam-Kritiker bezweifeln werden -freilich ohne ihren Selbstwiderspruch jedoch zu bemerken.)

    Was Sie hingegen betreiben, entspricht niveaumäßig folgender Argumentation:
    1) Sachsen (und andere „Ostdeutsche“) begehen im Schnitt weit mehr ausländerfeindliche und rassistische Straftaten als der bundesdeutsche Schnitt.
    2) Dass Sachen deutlich mehr solche Straftaten begehen, muss direkt daran liegen, dass sie Sachsen sind. Es liegt an ihrem „Sächsisch-Sein“. Dass hier womöglich einfach nur eine Korrelation besteht, die durch Dritt-Variablen begründet ist, brauchen wir nicht einmal in Erwägung zu ziehen.
    3) Wenn einzelne Sachsen ausländerfeindliche Straftaten begehen, dann begehen also „die“ Sachsen solche Straftaten, und man muss hier entsprechend von „sächsischen Straftaten“ sprechen, um das „Sächsische“ als spezifische Erklärung hervorzuheben.

    Dass diese Art der Argumentation eine groteske Ansammlung von Pseudo-Argumenten (absurden Pauschalisierungen und „Cum hoc ergo propter hoc“-Fehlschlüssen) darstellt und nichts mit Wissenschaft oder Rationalität zu tun hat, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung.
    (Sollte dies irgendwem NICHT klar ist, sollte derjenige sich vielleicht erst ein logisches, argumentationstheoretisches und methodisch-empirisches Grundverständnis erarbeiten, bevor er kommentiert und diskutiert.)

    Und ja, es gibt Leute, die mit dem „alter weißer Mann“-Konzept inflationär alles Mögliche erklären, auch wo es überhaupt nicht passt, oder die das Konzept für unsachliche persönliche Angriffe verwenden (was ich selbst schon kritisiert habe, und andere auch). Aber man muss sich ja trotzdem nicht auf dieses Niveau begeben, nur weil andere es tun.

  13. Ich habe die Lektüre dieses wirren Elaborats abgebrochen, als Frau Furtwängler für die redaktionellen Inhalte einer von ihrem Gatten verlegten Zeitschrift in Haftung genommen wurde. Es ist kaum vorstellbar, dass da noch etwas Intelligentes gekommen oder auch nur deutlich geworden ist, was die Autorin eigentlich sagen möchte.

  14. @14

    „Ich habe die Lektüre dieses wirren Elaborats“

    Sie habe es nicht zu Ende gelesen, wissen aber dass es ein „wirres Elaborat“ ist. Liegt natürlich am Text, nicht an Ihnen …

    „… Frau Furtwängler für die redaktionellen Inhalte einer von ihrem Gatten verlegten Zeitschrift in Haftung genommen wurde“

    Sie wurde nicht „in Haftung genommen“. Es wurde lediglich auf den widersprüchlichen Umstand aufmerksam gemacht, dass die „Untersuchung“ Ihrer Stiftung die naheliegenden Quellen aus der eigenen Familie ignoriert – würde ja auch die Stimmung bei Tisch verderben, was dem Personal aber wohl egal sein würde.

    Dieser offenkundige Widerspruch fällt aber wohl nicht jedem auf …

    „Es ist kaum vorstellbar, dass da noch etwas Intelligentes gekommen oder auch nur deutlich geworden ist, was die Autorin eigentlich sagen möchte.“

    Hätten Sie den Text zu Ende gelesen könnten Sie mit dem „sich vorstellen“ aufhören und sich dem „wissen“ hingeben …

    Das Wort, nach dem Sie wohl suchen, heißt „Majestätsbeleidigung“ …

  15. Und noch was für den „Sachsen“

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    | \ \ \ \ \ \ \ \ | O~-_
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    Oops – ist schon abgenagt. Der linksversiffte Wessi war – wieder mal – schneller, du Opfah.

  16. Hm, war das jetzt Bahnhofskiosk? Die fehlende Qualität eines Heftes oder gar der Zeitschriftenreihe an sich an nur einem Interview festzumachen, erscheint auch mir nicht redlich, mag das Interview auch noch so misslungen sein.

    @LLL: Die sächsischen Straftaten (womöglich gar von sächsischen Intensivtätern begangen?), sind ein feines Beispiel, musste arg schmunzeln.

  17. Nicht wahr, LLL, das war eine schöne Zeit als die Welt bipolar war.
    Schwarz – weiß.
    Wir die Guten – da die Bösen (Frauenfeinde, Nazis, Klimaleugner, Multiphobisten und überhaupt).
    Helldeutschland – Dunkeldeutschland.
    Das geile war, dass man bei den Guten sein konnte ohne das geringste Risiko. Gratismut vom Grabbeltisch.

    Die Linken sind die Lieben und die Rechten sind die Gewalttäter.
    Wären da nicht Events wie Hamburg G20, Blockupy Frankfurt, Dauergewaltstelle Berlin Rigaer Straße usw., für die sich leider so gar kein rechtes Pendant finden lässt.

    Außerdem waren die Deutschen die Gewalttäter und die Ausländer Opfer ausländerfeindlicher Gewalt.
    Vor fünf Jahren noch hat der Tagesspiegel (30.07.2014, Ausländerkriminalität – ein Mythos) die exzessive Ausländerkriminalität einfach weggelogen.
    Das lässt sich unter dem Druck der alltäglichen Polizeimeldungen nicht mehr aufrecht halten. Nun musste auch der Tagesspiegel zugeben (30.07.2019, Nichtdeutsche bei Straftaten überdurchschnittlich vertreten): Migranten sind mehrfach so kriminell wie Deutsche.

    Bei der Unterabteilung Flüchtlinge die gleiche Entwicklung. Hat vor drei Jahren unsere Staatsministerin Köpping noch Bierdeckel verteilen lassen mit der Botschaft
    „Die Statistik zeigt: Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche“,
    traut sich heute keiner mehr so was zu sagen. Nicht mal die Lügnerin Köpping.

    Man hört auch nichts mehr davon, dass in Sachsen die Wohnheime brennen. Warum eigentlich, die Wohnheime werden hier nach wie vor angezündet.

    LLL, haben Sie schon mal geprüft, ob Sie nicht vielleicht ein totes Pferd reiten?

    Eine weitere Rückzugslinie im Rahmen dieser Frontbegradigungen sehe ich nun in Ihrem Post:

    Können Sie mir eine einzige valide Studie zeigen, die beweist, dass Muslime mehr Straftaten begehen als Nicht-Muslime

    Der Beweis sind heuer nicht mehr Statistiken, sondern die Abwesenheit von Statistiken.

    Und es ist auch ein wenig befremdlich, wenn in Chemnitz die Muslime mit Messern auf ihre Gastgeber losgehen (mit tödlichem Erfolg) und Sie darauf behaupten:
    Sachsen (und andere „Ostdeutsche“) begehen im Schnitt weit mehr ausländerfeindliche und rassistische Straftaten als der bundesdeutsche Schnitt.
    Tut mir leid, das passt nicht. Ganz und gar nicht.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie der Verlust des Weltbilds schmerzt.
    Kleitos und Vannay versuchen das mit ein paar rhetorischen Mätzchen zu überdecken, vermutlich melden sich auch noch die Kreischer.
    An der Sachlage ändert das alles gar nichts.

  18. Den Gesamtzusammenhang zur Krippendebatte suche nicht nur ich vergeblich?

    (PS, Sachse: Sie brauchen keine Kommentarspalte, sie brauchen tendentiell eher einen Arzt. Oder wenigstens einen Benimmratgeber. Hätte ich so viel Gift im Kopf wie Sie, ich tät bekloppt werden.)

  19. @ Sachse:

    Sie unterstellen mir genau jenes dichotomische Weltbild, das Sie unter umgekehrten Vorzeichen selbst pflegen. Nicht ich sehe in Muslimen und Ausländern und Linken pauschalisierend die „Guten“ und die „Opfer“, und nicht ich sehe in nicht-muslimischen Deutschen und Nicht-Linken (Konservativen) pauschalisierend die „Bösen“ und die „Täter“. Ich habe so etwas auch nie getan. Weshalb Sie Ihre Unterstellung auch nie werden belegen können.
    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Sie tun das, was Sie mir unterstellen, nur eben in umgedrehter Form. Sie sehen etwa in Muslimen offenbar die Bösen.

    Dass unter Flüchtlingen und Migranten die Kriminalität höher ist, ist allgemein bekannt (und zwar schon lange); wer allerdings genauer wissen möchte, warum, der kann nachforschen, welche Ursachen das hat. Und er kann rausfinden, dass das offenbar viel mit unspezifischen Faktoren zu tun hat, die keinen Bezug zur Religion haben. Und dass die Kriminalitätsrate von Flüchtlingen aus verschiedenen muslimischen Ländern sehr unterschiedlich ist – obwohl es doch nur den einen Islam geben soll, der Ursache von allem Bösen ist:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-kriminalitaet-statistik-1.4556323

    (Und noch eine Anmerkung zum SZ-Artikel: Dass junge Männer mehr Straftaten begehen als der Rest der Bevölkerung, stimmt offenbar auch nur dann, wenn der sozioökonomische Status des relevanten Gebietes nicht berücksichtigt wird. Bei gleichem sozioökonomischem Status spielt das Alter für die Delinquenz offenbar kaum eine Rolle, wie US-amerikanische Studien nahelegen. Oder einfacher formuliert: Junge Leute sind offenbar nicht deswegen krimineller, weil sie jung sind, sondern weil es unter ihnen deutlich mehr gibt, die arm sind oder in armen Gegenden leben.)

    Aber was nun hat das genau mit unserer Diskussion zu tun? Dass die reine Kriminalitätsrate unter Flüchtlingen (jedenfalls statistisch unbereinigt) höher ist als unter Einheimischen, habe ich doch nie abgestritten, und es ist für meine Kritik an Ihren Thesen doch auch vollkommen irrelevant!!

    „Der Beweis sind heuer nicht mehr Statistiken, sondern die Abwesenheit von Statistiken.“

    Da ich keine positive Behauptung aufgestellt habe, sondern Sie, und da ich nur Zweifel anmelde und Sie um Belege bitte, sind SIE in der Beweispflicht. Sie haben behauptet, dass der Islam wesentlich mit den Straftaten von muslimischen Flüchtlingen zu tun habe (wenn auch in Form einer ironischen Verneinung).
    Es ist also an Ihnen, dies zu beweisen!

    Pro bono mache ich Sie aber auf eine Untersuchung aufmerksam, die zeigt, dass Gewalt und islamische Frömmigkeit nicht korrelieren. (Bild-Blog-Artikel „Macht der Islam Jugendliche gewalttätig?“)

    Dass die Kriminalität gegen Ausländer im Osten wesentlich höher als im Westen, steht doch außerfrage. Gerade erschien eine Studie, nach der das Risiko für Asylanten, Opfer eines Hassverbrechens zu werden, in den neuen bundesländern um den Faktor zehn erhöht ist („Ost-Bundesländer für Asylbewerber zehnmal gefährlicher“, Tagesspiegel).

    „Tut mir leid, das passt nicht. Ganz und gar nicht.“

    Was passt nicht? Ich schreibe, dass die Kriminalität gegen Ausländer im Osten deutlich größer ist als im Westen. Ich schreibe das nicht, um Ihre Aussage, dass es Angriffe von nicht-deutschen Muslimen auf deutsche Nicht-Muslime gab, zu belegen, sondern um Ihrer pauschaliserenden Art („die Muslime“) entgegenzutreten. Was „passt“ hier nicht?

    Ich wüsste auch nicht, wo Sie mein Weltbild bisher erschüttert hätten. Ich sehe nur, dass Sie mir ein Weltbild unterstellen, das ich weder habe noch vertrete, und das so holzschnittartig und undifferenziert anmuten würde wie das Ihre.
    Und dass Sie die logisch-sachlich-methodische Struktur unserer Diskussion nicht zu verstehen scheinen.

    Machen wir es doch ganz einfach:
    Sie behaupten erkennbar (wenn auch in Sarkasmus eingekleidet), dass der Islam ein ganz wesentlicher Grund für die Kriminalität von Muslimen, die hierzulande Straftaten begehen, sei.

    Wie geht Ihr Beweis für diese These (bitte frei von Cum-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschlüssen!)?

  20. @18 Sachse

    Mein Weltbild ist weder erschüttert noch verloren – ganz im Gegenteil: Sie zementieren fleissig und regelmäßig mein Bild vom strammrechten Jammer-Ossi, dem das eng betreute Leben in der DDR fehlt und der mit der gewonnen Freiheit und damit einhergehenden Verantwortung völlig überfordert ist und seinen Selbsthass auf andere projeziert.

    Erbärmliches Schauspiel – endlich hats den ersehnten Lebensraum im Osten und noch immer unzufrieden …

  21. Den einzigen Zusammenhang zwischen den „Sachse-Themen“ und dem Artikelthema kann ich höchstens darin erkennen, dass die Kritik an den DDR-Krippen bei Sachse einen empfindlichen Nerv getroffen hat. Und da es nur einen „empfindlichen Nerv“ gibt, der z.B. auch beim Thema Flüchtlinge anschlägt, ist das für Sachse die gleiche Kategorie.

    Einschub: „Ehemalige“ DDR ist albern. Es sagt ja auch niemand „ehemalige Weimarer Republik“.

    Tatsächlich hatte ich auch das Bild der guten DDR-Krippe im Kopf. Aber natürlich wollte der Staat schon hier seinen Einfluss ausüben und erste Beeinflussungen der Kinder in seinem Sinne erreichen. Das ist nur logisch. Dazu passt auch die Linientreue, die Erzieherinnen vorzuweisen hatten.

  22. @ Stefan Pannor:

    „Ich würde mich dennoch freuen, wenn nicht alle Ostdeutschen über einen Kamm geschoren würden.“

    In der Tat:
    – Erstens gibt es innerhalb der „Ostdeutschen“ große Unterschiede. Selbst wenn im statistischen Schnitt mehr „Ostdeutsche“ ausländerfeindliche Straftaten begehen als „Wessis“, begehen die weitaus meisten Ostdeutschen eben KEINE solchen Straftaten.
    – Wenn irgendein Ostdeutscher einen Ausländer umbringt, dann wäre es daher abwegig, zu behaupten: „Die Ostdeutschen haben einen Ausländer getötet.“
    – Und dass die entsprechende Kriminalität unter „Ostdeutschen“ statistisch erhöht ist, muss dies nicht zwingend an einzigartigen und spezifischen Eigenschaften „Ostdeutscher“ liegen (und tut das natürlich auch nicht); sondern es kann an historischen, politischen, ökonomischen und ähnlichen Faktoren liegen.

    Das würde wohl auch jeder Sachse so unterschreiben. Man würde sich nur wünschen, dass jeder Sachse bereit wäre, mit dem gleichen Maß an Differenzierungswilligkeit auch an Ausländer heranzugehen….

  23. Ich verstehe überhaupt nicht, wie das als Ost-West-Ding interpretiert werden kann? Es geht in dem Artikel doch um die Widersprüche zwischen dem in der „Airtime“ erzählten Schwachsinn und dem realen Handeln der Personen. Die Krippen sind doch nur ein Aufhänger, ganz abgesehen davon, daß persönliche Erfahrungen kein valides Welterklärungsmodell liefern können.

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