Journalisten sind eher links. Aber sorgen sie für linken Journalismus?

Cartoon: Hauck & Bauer

Mathias Döpfner hat der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) kürzlich ein bemerkenswertes Interview gegeben. Und wenn Döpfner ein Interview gibt, hat das einen Impact – schließlich ist er Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlags und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger. Es geht um viele große Themen, die den Journalismus in Deutschland und darüber hinaus bewegen – auch um den Fall Relotius und Vertrauen in Medien.

In diesem Kontext bemüht Döpfner das Narrativ des linksgrünen Gesinnungsjournalisten, der sich die Welt so zurechtschreibt, wie sie ihm gefällt:

„[…] es geht auch um die Ideologie eines intellektuellen Milieus. Da sehe ich bei Relotius einen roten Faden: Die Texte sind oft amerikakritisch, wenn nicht antiamerikanisch. Und sie basieren auf dem Prinzip der Willkommenskultur: In einem Text von Relotius träumen Flüchtlingskinder von Angela Merkel – solche Dinge werden nicht per Zufall erfunden, sondern bedienen eine ideologische Erwartungshaltung. Relotius hat einen Sound und eine Haltung geliefert, die seine Chefs wollten und die die Jurys der Journalistenpreise toll finden. Am Ende war es für ihn leichter, solche Geschichten zu erfinden, als jedes Mal aufwendig zu recherchieren.“

Vermutlich hat Relotius mit seinen Auslandsreportagen tatsächlich Erwartungen und Vorurteile seiner Redaktion bedient, indem er beispielsweise die Bewohner der US-amerikanischen Kleinstadt Fergus Falls als tumbe Waffennarren und einfältige Trump-Fans inszeniert hat. Und es kann sehr gut sein, dass der Betrug auch deshalb so lange nicht aufgeflogen ist, weil Relotius‘ Vorgesetzten das alles so schön stimmig erschien. Der „Spiegel“ muss sich in der Causa Relotius zu Recht Einiges vorhalten lassen.

Aber trägt er wirklich eine Mitschuld daran, dass sein Reporter betrog, wie Döpfner nahelegt? Und ist der Fall wirklich symptomatisch für eine ganze Branche, durch die sich angeblich ein linksgrüner Mainstream zieht?

Döpfner argumentiert in diesem Sinne, und bezieht sich dabei auf Daten zu den politischen Einstellungen von Journalisten:

„Es ist klar, dass Journalisten grösstenteils dem linksliberalen Meinungsspektrum zuzuordnen sind. Das ist kein Klischee, es ist durch Umfragen und Forschung belegt. Zum Beispiel zitiert Professor Hans Mathias Kepplinger, einer der bekanntesten deutschen Kommunikationsforscher […] eine Statistik, nach der die Parteipräferenzen deutscher Journalisten zu 36 Prozent bei den Grünen und zu 25 Prozent bei der SPD, aber nur zu 11 Prozent bei der CDU/CSU und nur zu 6 Prozent bei der FDP liegen. 23 Prozent entfallen auf ‚Sonstige‘ oder ‚ohne Parteineigung‘. Mehrere Studien zeichnen ein ähnliches Bild: Deutsche Journalisten fühlen sich weit überwiegend linken Parteien nah, während die Verteilung unter den Bürgern – also Lesern – anders aussieht.“

So weit, so korrekt – aber dann kommt Döpfner zu einer problematischen Schlussfolgerung. Er schließt von den persönlichen Einstellungen der Journalisten direkt auf die Inhalte der Berichterstattung:

„Wenn Medien politische Positionen der Bevölkerung so verzerrt repräsentieren, führt das auf die Dauer zu einer Entkoppelung.“

Verlegerinnen und Verleger bestimmen Grundausrichtung

Natürlich weiß Döpfner, dass Journalisten bei ihrer Arbeit nicht einfach ihrer politischen Gesinnung freien Lauf lassen können. Die Eigentümer kommerzieller Medienunternehmen, auf dem Zeitungsmarkt also Verlegerinnen und Verleger, bestimmen die politisch-weltanschauliche Grundausrichtung ihrer Publikationen. Daher haben wir in Deutschland eine Pressevielfalt, die ein relativ breites Meinungsspektrum abdeckt (Außenpluralität). Bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist das Modell anders. Dort sollen mit Vertretern gesellschaftlicher Gruppen besetzte Gremien für Vielfalt innerhalb der Berichterstattung eines Hauses sorgen (Binnenpluralität).

Die Medienorganisation ist nur eine, wenn auch zentrale Rahmenbedingung der tagtäglichen Berichterstattung. Bereits seit mehr als 30 Jahren werden in der Kommunikationswissenschaft Modelle diskutiert, die im Grunde alle eines aufzeigen: Die politischen Einstellungen von Journalisten sind nicht so entscheidend, wie gerne behauptet wird. Nehmen wir zum Beispiel das „Hierarchy of Influences“-Modell der renommierten US-amerikanischen Journalismusforscher Pamela Shoemaker und Stephen Reese: Es zeigt fünf konzentrische Kreise. Jeder von ihnen beschreibt eine Einflussgröße, die auf den Journalismus wirkt. Im inneren Kreis befinden sich die Journalisten und ihre individuellen Merkmale wie etwa die politische Überzeugung.

Auf der nächsthöheren Ebene sorgen professionelle Regeln und Routinen (2. Kreis) dafür, dass Journalisten ihre persönlichen Einstellungen nicht einfach frei verbreiten können. Zu diesen Regeln zählen zum Beispiel die Sorgfaltspflicht, das Fairnessgebot und vor allem die Trennung von Nachricht und Kommentar. Zu Recht wird immer wieder darüber gestritten, wie gut diese Regeln im Einzelnen eingehalten werden – aber es gibt sie, und sie haben natürlich Gewicht, in einigen Medienhäusern sicher mehr als in anderen.

Die nächste Einflussgröße ist die schon angesprochene Medienorganisation mit ihrer jeweiligen politisch-weltanschaulichen Grundausrichtung (3. Kreis). Dann geht es weiter mit der Ebene der sozialen Institutionen (4. Kreis). Dabei wird Journalismus als Institution in der Gesellschaft verstanden. Von Interesse ist die innere Struktur dieser Institution, konkret geht es dabei unter anderem um den Medienmarkt. Da dieser zumindest auf der Ebene der bundesweiten Medien recht kompetitiv ist, gibt es zwischen diesen auch einen Wettbewerb der Meinungen. (Auf lokaler und regionaler Ebene sieht das infolge des Zeitungssterbens oft anders aus.)

Und schließlich liegen auf dem äußersten Ring die systemischen bzw. gesellschaftlichen Einflüsse auf den Journalismus (5. Kreis). Gemeint sind unter anderem das politische System sowie kulturelle Werten und Normen. Auch diese äußerste Ebene prägt das Meinungsspektrum in der medialen Berichterstattung – die ihrerseits auf das Gesellschaftssystem zurückwirkt.

Es ist also deutlich komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint. Und doch hält sich das Narrativ des linksgrünen Gesinnungsjournalismus hartnäckig. Das hat auch pressehistorische Gründe.

Der Klassiker: die „Schweigespirale“

Die Annahme, ein linker Bias in den Medien manipuliere Politik und Gesellschaft, findet sich schon in der Theorie der „Schweigespirale“, die die Mainzer Kommunikationsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann in den 1970er Jahren entwickelte. Ihr ging es um die schweigende (konservative) Mehrheit in der Bevölkerung, deren politische Einstellung durch die ständige Wiederholung von Minderheitsmeinungen in den Medien beeinflusst werde. Nach und nach schwinden demnach die Vertreter der Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung, weil sie den Eindruck haben, in der Minderheit zu sein. Sie fürchten, sich sozial zu isolieren.

Mit der „Schweigespirale“ begründete Noelle-Neumann die knappe Niederlage des späteren Kanzlers Helmut Kohl gegen die regierende sozialliberale Koalition bei der Bundestagswahl 1976. In konservativen Kreisen stieß Noelle-Neumanns Ansatz auf großes Interesse; in der Wissenschaft war das Echo geteilt.

Ein weiterer Schauplatz der Auseinandersetzung über die Rolle der Medien und ihre politische Tendenz war über viele Jahrzehnte das Thema Kernenergie. Einige Forscher waren und sind zum Teil bis heute der Ansicht, Journalisten hätten aufgrund ihrer ideologischen Nähe zu AKW-Gegnern diesen seit den 1960er Jahren über Gebühr viel Raum in der medialen Berichterstattung gegeben. So hätten die Berichterstatter die wachsende Ablehnung der Technologie in der Bevölkerung aktiv gefördert. In der Wissenschaft ebenso wie in Gesellschaft und Politik blieb diese Argumentation entlang weltanschaulicher Konfliktlinien ebenfalls umstritten.

Und dann ist da natürlich das Thema Flüchtlinge, das in Deutschland und Europa ideologische Gräben aufgerissen hat. Den Medien in Deutschland wurde häufig und nicht nur von rechtspopulistischer Seite vorgeworfen, aus einer linksgrünen Weltverbesserer-Haltung heraus berichtet zu haben. Zwei große Studien haben sich mit der Berichterstattung über den Flüchtlingszuzug 2015 und 2016 befasst.

Stark verkürzt ausgedrückt: Eine der beiden Untersuchungen belegt deutliche Mängel in der Berichterstattung. Zum Beispiel hätten viele Medien das Willkommensnarrativ unkritisch aufgegriffen und sich dabei vor allem auf Regierungsquellen gestützt. Die andere Studie erbrachte deutlich gemischtere Ergebnisse. Eines davon lautet zum Beispiel: Vor der Kölner Silvesternacht 2015 sei eher unterproportional über Flüchtlingskriminalität berichtet worden, danach eher überproportional.

Aus meiner Sicht spricht aus der Berichterstattung der Jahre 2015 und 2016 eher ein gewisser Konformismus, aufgrund dessen viele Journalisten die in der Debatte gerade dominierenden Frames nicht ausreichend in Frage gestellt haben. Ein solches Phänomen ist gerade in emotional aufgeheizten Krisensituationen häufig zu beobachten und ist ganz ohne Zweifel problematisch. Es ist jedoch nicht erkennbar, dass dies an eine bestimmte Gesinnung der Berichterstatter gebunden wäre.

Mehr Diversität in die Redaktionen

Dennoch ist es sicher wünschenswert, dass es mehr Berichterstatter gibt, die aus ihrer eigenen Biographie heraus die unterschiedlichen Lebenswelten und Einstellungen in der Bevölkerung besser nachvollziehen und abbilden können. Vernehmbar war eine solche Argumentation etwa im Nachgang der Trump-Wahl in den USA.

Auch in Deutschland ist die soziale Herkunft von Journalisten ziemlich homogen: Drei Viertel der Journalisten in Deutschland sind Akademiker. Viele von ihnen wohnen zudem in Städten – dort, wo die großen Medienunternehmen angesiedelt sind. Beides prägt die Sicht auf die Welt und geht auch mit einer stärkeren Linkstendenz einher als in der Durchschnittsbevölkerung.

In der großen Studie zum Berufsfeld Journalismus in Deutschland von Siegfried Weischenberg, Maja Malik und Armin Scholl aus dem Jahr 2005 heißt es zudem:

„Sie [die Journalisten] rekrutieren sich auch sehr deutlich vor allem aus einem Bereich der Gesellschaft: der Mittelschicht. Rund zwei Drittel der Väter von Journalisten (66,7 %) sind oder waren Angestellte oder Beamte; Kinder von Arbeitern stellen eine kleine Minderheit (8,6 %). Journalisten sind in ihrer sozialen Zusammensetzung also nicht der Spiegel der Bevölkerung – so wenig wie Ärzte, Anwälte oder Wissenschaftler.“

Resümierend schrieben die Autoren der Studie schon damals wenig optimistisch:

„Versuche, dies grundlegend zu ändern, sind bislang regelmäßig gescheitert.“

48 Kommentare

  1. Kleiner Tipp zur Textstruktur: Am Ende wieder auf den Aufhänger zurückkommen. Leider erfahren wir nämlich nicht mehr, was das jetzt mit Döpfner zu tun hat. Trotzdem informativ!

  2. Ich wäre Herrn Döpfner sehr dankbar, wenn er mir sagen würde, wo denn diese ganzen links-grünen Journalisten schreiben. Ich lese in der sog. Qualitätspresse eigentlich immer nur die gleichen ’neoliberalen‘ Dinge. Was mich allerdings auch nicht wundert, da die Besitzer nahezu aller größeren deutschen Zeitungen sich in der Liste der 500 reichsten Deutschen wiederfinden. Man also davon ausgehen kann, dass sie an der Änderung dieses Zustandes auch kein Interesse haben. Folglich eine ausführliche Debatte über z.B. Verteilungsfragen in ihren Presseorganen nicht stattfindet. Ab und zu mal ein Feigenblatt-Artikelchen, aber dann wendet man sich sofort wieder Putin, Trump oder dem englischen Königshaus zu.

  3. Natürlich ist das linksliberal-rechtsgrünversiffte juste-milieu im Journalismus von Döpfner’s Warte aus gesehen „links“; als Kommunist liest man den Wirtschaftteil (und anderes) in z.B. der FAZ deshalb mit mehr Gewinn als die Tugendprahlerei in FR,SZ, taz und nd (leider).

  4. Wäre das schön, wenn man mal links und liberal differenzieren würde! Als ob die Grünen noch links wären. Oder die SPD.

  5. @2
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn er mir sagen würde, wo denn diese ganzen neoliberalen Journalisten schreiben. Ich lese in der sog. Qualitätspresse eigentlich immer nur die gleichen ’links-grünen‘ Dinge.

  6. #2 #5

    Da haben Sie schön den hauptsächlichen Punkt illustriert, warum einige Linke die großen Medien als rechts erleben, und einige Rechte die gleichen Medien als links-grün.

    Die Kritik von links ist eine ökonomische (neoliberale Agenda der Medien -> rechte Medien!), während die Kritik von rechts eine gesellschaftspolitische ist (Migration, Gendersprech -> linksgrüne Medien!).

    Vor allem aus diesem Grund führt der links/rechts-Vergleich bei Medien regelmäßig in die Irre. Denn während man in der Tat sagen kann, dass eine große Mehrheit der Journalisten gesellschaftspolitisch (postmodern) linken Themen nahesteht, kann man das von ökonomisch linken Themen gerade nicht sagen. Zunächst wäre es bei Untersuchungen zum Thema deshalb eigentlich unabdingbar, das klassische links/rechts-Schema zu differenzieren oder gleich durch Einstellungen zu konkreten Politikbereichen zu ersetzen.

  7. @5 JMK:
    Sie wollten doch eigentlich „Links-Grün-Versifft“ schreiben, oder?
    Ich habe kürzlich den Innenminister eines großen, westlich gelegenen Bundeslandes mit Tränen(?) in den Augen gesehen/gehört.
    Tja…
    Was eigentlich soll ich von einer Justiz/Polizei halten, deren GdP-Vorsitzender immer noch Wendt heist?
    Was von einer Polizei, die in Hessen u. NRW; Sachsen augenscheinlich erhebliche Probleme mit ihrem, dem Beamtenstatus verpflichtetem Personal hat?
    Was von einer Justiz, deren Vertreter im Bundestag und anderswo als beurlaubte Richter; Staatsanwälte sitzen und weitestgehend ungestraft
    gegen andere hetzen dürfen/können? (Quoten-Neger u.ä.)
    Was von einem Innenminister, der dankbar die „B…“ zitiert(oder umgekehrt), wohl wissend, dass Kriminalitäts-Feststellungen bsp. im Hambacher Forst so nicht stimmen.
    Man möchte verzweifeln.
    Da arbeitet sich ein sog. Kolumnist bei SPON an einer sechzehnjährigen Schwedin ab, ersatzweise an einem Politiker von „Bündnis’90-Die Grünen“, da werden einem Pneumologen im ÖR und anderswo jede Menge Sprechzeit eingeräumt, obwohl der den Unterschied zwischen Feinstaub und Stickoxiden sowenig begreift wie Trump den Unterschied zwischen Wetter und Klima.
    Man möchte verzweifeln und es ist zum Heulen, ich wiederhole mich…
    Ist OT, klar.

    Musste ich jetzt trotzdem loswerden, in aller Kürze…

  8. Wo ist da jetzt genau das Problem?
    Niemand hält politische eher rechts stehende Menschen davon ab, Journalist zu werden.
    Oder soll das jetzt ein Wunsch nach einer Quote sein?

  9. „Niemand hält politische eher rechts stehende Menschen davon ab, Journalist zu werden.“

    Nicht nur bei den Journalisten.
    Da jammern die Reaktionäre, dass alle 220 Genderleerstühle von Frauen besetzt sind. Aber wer hält die davon ab, Genderprofessorin zu werden?
    Genauso bei den Gleichstellungsbeauftragtinnen. Das ist doch korrekt, wenn das alles Frauen sind. Oder kann jemand sagen wer die Männer davon abhält, Gleichstellungsbeauftragtin zu werden?

    „Wo ist da jetzt genau das Problem?“

    Das Problem ist, dass die MSM ein Bild vermitteln, das mit der Realität nur sehr wenig zu tun hat.
    Das Problem ist, dass die Medien als „vierte Gewalt“ ihre Aufgabe nicht mehr darin sehen, den Mächtigen auf die Finger zu gucken, sondern dass die sich selbst als Propagandaabteilung der Machthaber betätigen.
    Tut mir leid, dass Sie das von mir erfahren müssen.

  10. Ist doch alles kein Problem.

    Schließlich können männliche Journalisten auch Frauenthemen kompetent abdecken. Oder Kartoffeldeutsche die Themen der Migranten.

    Und genauso können linke Journalisten die Komplexität der Welt umfassend und ausgewogen erfassen und darstellen.

  11. Die Reaktionäre jammern eigentlich mehr darüber, dass es überhaupt 220 Genderlehrstühle gibt.
    Männer dürfen nicht Gleichstellungsbeauftragte werden. https://www.gesetze-im-internet.de/bgleig_2015/__19.html

    Es gibt aber keine Vorschrift, die verbietet, als rechts von der Mitte stehender Mensch Journalist zu werden. Oder eine Zeitung mit einem eher rechten Einschlag zu gründen, falls das Problem sein sollte. Und dass die „Machthaber“ links sind, wäre mir neu. Frau Merkel insbesondere bemüht sich anscheinend, die „Mitte“ bis auf die dritte Nachkommastelle genau zu treffen. (Gibt schlimmere Ambitionen, mMn…)

  12. „Und dass die „Machthaber“ links sind, wäre mir neu.“

    Sehen Sie, da haben Sie wieder was dazugelernt.

  13. @7
    Wir kennen uns? ODer woher nehmen Sie an, dass ich links-grün versifft schreiben wollte?

    @6
    Sehen Sie: diese rinks-lechts Verweise sind einfach quatschig, seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnen schon. Diese Grenzen lassen sich nicht mal mehr auf Kommunalpolitik, geschweige denn auf Thematiken runterbrechen.
    Ist eine SPD noch links? Eine Linke noch links, wenn sie einen diktatorischen Regierungschef unterstützt (siehe Venezuela)?
    Selbst innerhalb der Parteien veraufen Frontlinien.

    Aber die Menschen brauchen wohl solche, wenn auch unscharfen Abgrenzungen, und sei es aus reinem Distinktionsgewinn.

  14. Das Problem ist, dass die MSM ein Bild vermitteln, das mit der Realität nur sehr wenig zu tun hat.

    Um welche Realität geht es dabei genau und woher haben Sie so genaue Kenntnisse von dieser, dass Sie um diesen Unterschied wissen?

  15. „Oder kann jemand sagen wer die Männer davon abhält, Gleichstellungsbeauftragtin zu werden?“
    Zum Beispiel die öffentlichen Auftraggebenden.
    Zum Beleg mag eine Stellenauschreibung in der F.A.S. vom 17.Februar 2019 dienen, wo zwar etliche Führungspositionen m/w/d gesucht wurden,
    aber für den Posten einer Gleichstellungsbeauftragten ausdrücklich nur w zugelassen war.

  16. @15: Sie haben #11 gelesen und sind gar dem Link gefolgt?

    @9: „Das Problem ist, dass die MSM ein Bild vermitteln, das mit der Realität nur sehr wenig zu tun hat.“ Vermittelt beispielsweise die BILD Ihrer Meinung nach auch dieses Bild? Oder ist die nicht Mainstream?

  17. Wer sich kritisch und ausführlich mit Themen auseinandersetzt, alle Seite betrachtet und versucht zu einer objektiven Sicht zu kommen, wie es Journalisten in der Regel tun, der schreibt am Ende oft einen Text, den man als „links“ interpretieren könnte.

    Das liegt einfach in der Natur der Sache. Sachen, die „rechten“ Lesern als objektiv erscheinen oder jetzt von z.b. ehemaligen Journalisten als Alternative zur „linksgrünen Presse“ angeboten werden, strotzen oft vor Fehlern, Vermischung von Meinung und Nachricht, mangelnder Objektivität usw. . .

  18. @ Illen #6
    Sehr schön zusammengefasst. Und m.E. haben sich nicht nur die Medien so bewegt, wie Sie es schildern, sondern die Parteien und die Gesellschaft insgesamt. Was früher ökonomisch noch ein legitim vertretbarer Standpunkt war, gilt heute als sozialistisches Teufelszeug, dafür ist heute gesellschaftspolitisch – etwa gleichgeschlechtliche Ehe – Mainstream, was früher eine klar linke Position war.

    Bei der AfD spiegelt sich die Opposition dazu glaube ich nur bedingt wieder, die ist ökonomisch eher neoliberal (in vielen Positionen aber noch nicht klar festgelegt), aber die Rassemblement National oder auch Trump vertreten m.E. ziemlich genau die Gegenpositionen zu der Entwicklung der letzten Jahrzehnte.

  19. @6, 18: Finde ich gar nicht gut erklärt.
    Vom Inhalt und den behaupteten „sozialpolitischen “ vs. „ökonomischen“ Themenschwerpunkten abgesehen halte ich es für mindestens schwierig, in einem Absatz zu sagen, dass rechts und links individuelle Eindrücke sind („erleben“), dann aber direkt Definitionen für links und rechts nachgeliefert werden.
    Was Illen (glaube ich) sagen will: Progressiv ist nicht zwangläufig links und regressiv (oder konservativ) nicht zwangsläufig rechts.

    Mein Wunsch ist auch, sich von den links-rechts Vokabeln zu trennen. Ich befürchte jedoch, dass das Adjektiv selbst ziemlich egal ist. Niemand mag negative Konnotationen, weshalb sich da ja auch immer um Substituierung bemüht wird (von „links“ z. B.: Flüchtlinge zu Geflüchtete – Von „rechts“ z. B.: Abschiebung zu Ausreise).
    Im Endeffekt schmeißt man sich wieder die gleichen Dinge an den Kopf, nur der Stein des Anstoßes ist ein anderer.

  20. @20: Ja, das ist doch der Aufhänger des gesamten Posts: „(…) warum einige Linke die großen Medien als rechts erleben, und einige Rechte die gleichen Medien als links-grün.“
    Dann wiederum kommt die Komponente „sozialpolitisch vs. ökonomisch“, wobei die Adjektive unmittelbar „rechts“ und „links“ zugeordnet werden.
    Dass z. B: die Linke keine sozialpolitischen Themenschwerpunkte böte, ist m. E. eine absurde Behauptung. In die andere Richtung ebenfalls: Luckes Splitterpartei z. B. hat sich bewusst von dem völkisch-nationalen Teil der AfD abgespalten und setzt fast nur auf ökonomische Themen.

  21. @Anderer Max #21
    Es ist m.E. etwas anderes zu sagen, rechts und links sind lediglich inviduelle Eindrücke oder zu sagen, einige Medien werden von der einen Seite als links und von der anderen als rechts wahrgenommen.

    Die Erklärung ist doch gerade, dass rechte und linke Positionen eben nicht individuell sind, aber beide Seiten nur auf den Teilaspekt schauen, den sie ablehnen.

    Es wurde m.E. auch nicht behauptet, dass die Linke keine sozialpolitischen Schwerpunkte bietet – von wem soll das behauptet worden sein? Und m.E. wurden die Begriffe sozialpolitisch und ökonomisch auch nicht rechts und links zugeordnen.

    Also offenbar haben Sie und ich das Posting von Illen komplett anders verstanden. Vielleicht kann Illen selbst Klarheit reinbringen.

  22. Betrachtet man die Berichterstattung der deutschen Leitmedien zur Reform des Arbeitsmarktes ab 2003 und der flankierenden Maßnahmen, etwa der Einführung der Riester-Rente, so fällt es mir wirklich schwer, einen linksliberalen Mainstream im Journalismus auszumachen.

    Angesichts der Tatsache, dass in dieser Zeit die Regierungsparteien SPD und Grüne, ebenso wie alle Leitmedien, das Hohelied auf die Deregulierung der Märkte gesungen haben, scheint sowas wie ein „Zeitgeist“ eine nicht unmaßgebliche Rolle zu spielen. Sicher wird man in den Archiven auch aus jener Zeit etliche kritische Artikel zu den Hartz-Reformen oder zum Thema kapitalgedeckte Altersvorsorge finden – aber der Tenor im Mainstream war doch relativ klar.

  23. @Jan #23
    Das ist m.E. genau das, was Illen oben geschrieben hat: Schau ich auf die ökonomischen Aspekte, gibt es sicher keine Linkslastigkeit in den deutschen Medien, schaue ich mir aber die gesellschaftspolitischne Aspekte an, sieht das schon anders aus.

  24. @23 Jan
    „Betrachtet man die Berichterstattung der deutschen Leitmedien zur Reform des Arbeitsmarktes ab 2003 und der flankierenden Maßnahmen, etwa der Einführung der Riester-Rente, so fällt es mir wirklich schwer, einen linksliberalen Mainstream im Journalismus auszumachen.“

    2003 ist jetzt 16 Jahre her, und es würde sich lohnen mal wieder einen Blick in eine Zeitung oder unseren glorreichen ÖR zu wagen. Das Thema Umverteilung wird auf allen Kanälen behandelt, die Erbschaftssteuer regelmäßig diskutiert, eine stärkere Regulierung der Wirtschaft oder des Wohnungsmarkts thematisiert. Dabei haben die linken Stimmen eher die Mehrheit. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Es gibt also keinen Grund, wegen fehlenden linksliberalen Stimmen, auch was das Feld der Wirtschaft(spolitik) angeht, herumzuopfern. Ich frage mich da eher, wo denn die ganzen Gegenstimmen sein sollen. Nehme ich in meinem Medienkonsum nicht wahr.

  25. …ist angenehm hier.
    Auch mal ein, zwei Sätze formulieren zu können/dürfen.

    „Ich hasse ihre Meinung, aber ich will, das Sie sie sagen können…“

    Habe ich das irgendwo gelesen?

  26. @26
    Was ist „Links“ daran festzustellen, das Renten im Alter oft nicht mehr reichen?
    Mein Beispiel:
    Nach einem Arbeitsunfall im Jahr 1981 erhalte ich eine Unfallrente, deren Höhe sich an meinem letzten Einkommen im Jahr vor dem Unfall bemisst.
    Damals habe ich für „Krupp Industrie u. Stahlbau“ u.a. in Philipsburg gearbeitet. Gutes Geld verdient als Betriebsschlosser.
    Liebe Güte: 10StundenTage u. mehr; Samstags, Sonntags, Feiertags, Nachts:
    Wenn andere genossen haben: Ich war „auf Arbeit“.
    Ich habe eine andere Erwerbsbiografie als „normal“, heist, nach weniger als 420 Monaten beträgt meine Altersrente etwa 800€.
    Dass ich heute im Altersruhestand nicht am Hungertuch nagen muss, ist der bis zum Lebensende zu zahlenden Unfallrente von ca. 600€ zu danken. Auf die ich allerdings nach 36Jahren auch Beiträge zur Krankenversicherung zahlen muss. Meine kleine ausgezahlte sog. Metallrente ist auch beitragspflichtig im nachhinein. Danke, Ulla Schmidt aus Aachen und der Groko vor wieviel Jahren?
    Aber es passt noch halbwegs, immerhin.
    Ich klage auch nicht, funktioniert schon. Für mich, alleine.

    Immerhin auch noch, um OT-Beiträge zu verfassen.

  27. @TM:

    Ich habe meine Ausführungen in #6 so gemeint, wie Sie es verstanden haben.

    #26 TS:

    Interessant, meine Wahrnehmung zB aktuell bezüglich der versuchten Abkehr der SPD von Harzt4 ist umgekehrt, dass der Vorgang medial weit überwiegend mit Skepsis oder Häme begleitet wurde. Generell würde ich eher sagen, dass ehemals klassisch sozialdemokratische Vorstellungen von Umverteilung und Solidarität medial weit eher als naiv, nicht mehr zeitgemäß, ahnungslos oder gefährlich verhandelt werden, als mit positiven Konnotationen. Gerade bei den von Ihnen genannten Beispielen würde ich das sagen. Selbst bei dem immer größer werdenden und für viele Journalisten unmittelbar erfahrbaren Problem der Wohnungsknappheit ist der Korridor der medial als ernsthaft anerkannten, nicht als abseitig verhandelten Meinungen mE recht eng: über die Sinnhaftigkeit oder Effizienz von Mietpreisbremsen oder Anreizen für Investoren hinaus liest oder sieht man an medial exalierter Stelle so gut wie nichts (Einhegung der großen Wohnkonzerne, neue staatliche Wohnungsbauprogramme wie bis in die 1980er völlig üblich, Enteignungen, etc. Nicht, dass ich inhaltlich immer dafür wäre, aber solche Positionen kommen so gut wie nicht, geschweige denn als gleichberechtigte Debattenbeiträge vor). Das ist jedenfalls mein Eindruck.

  28. Ihre subjektiven Eindrücke in allen Ehren, hier ein paar Gegenbeispiele:

    „Skepsis und Häme gegenüber der SPD“:
    https://www.tagesschau.de/inland/spd-cleverness-101.html

    „Sinnhaftigkeit Mietpreisbremse“
    https://www.zdf.de/nachrichten/heute/studie-mietpreisbremse-wirkt-zumindest-ein-bisschen-100.html

    Beide Beiträge sind von 2019.

    Ich finde es unverschämt zu behaupten, die Diskussion würde nicht stattfinden, nur weil man sich nicht wahrnimmt.
    Sind tagesschau und ZDF keine ausrecheichend „medial exaltierten Stellen“?

  29. Ihr subjektives Textverständnis in allen Ehren, aber was sie angreifen, Anderer Max, wurde von Illen überhaupt nicht behauptet.

  30. „dass der Vorgang medial weit überwiegend mit Skepsis oder Häme begleitet wurde.“ wurde nicht behauptet?

    „über die Sinnhaftigkeit oder Effizienz von Mietpreisbremsen (…) liest oder sieht man an medial exalierter Stelle so gut wie nichts“ wurde nicht behauptet?

  31. @Anderer Max:

    Ihr erster Link hat mit meinem Beispiel der Grundsatzentscheidung der SPD zur Abkehr von Hartz4 nichts zu tun (Sie zitieren mich verkürzt und entstellend mit allgemeiner „Häme gegenüber SPD“).

    Ihr zweiter Link verhandelt Aspekte der Mietpreisbremse, während meine Kritik gerade war, dass viele andere Standpunkte abseits der Mietpreisbremse kaum vorkommen.

    Ich behaupte auch an keiner Stelle, eine Diskussion würde „nicht stattfinden“, sondern ich schildere meinen Eindruck, dass am Beispiel der Wohnungsknappheit einige Standpunkte kaum, nicht als ernstzunehmend oder nur als negativ konnotiert verhandelt würden.

    Dem dürfen Sie gern widersprechen, aber versuchen Sie doch bitte, meine Aussagen so zu nehmen, wie ich sie tätige. Ich weiß auch nicht, ob Formulierungen wie „unverschämt“ bei so sachbezogen-unpersönlichen Überlegungen, wie ich sie angestellt habe, auch nur irgendwie angemessen sind, aber das müssen Sie mit sich selbst ausmachen.

  32. Ich weiß leider nicht, wie ich hier etwas kursiv setzen kann, deshalb bitte ich mein SCHREIEN zu entschuldigen.

    Erstes Zitat wortwörtlich „WEIT ÜBERWIEGEND“ – mit einem einzelnen Artikel also nicht zu widerlegen.

    Zweites Zitat – ähem, ist es nicht in ihren eigenen Worten unverschämt, genau jenen Teil des Satzes mit „(…)“ abzukürzen, der ihm einen komplett anderen Inhalt verleiht? Über Mietpreisbremsen HINAUSgehende Maßnahmen kommen in den Medien kaum vor, was von Illen durch Klammerzusatz noch konkretisiert wird und auch meinem Eindruck entspricht. Was dann ein Konter mit einem Artikel zur Mietpreisbremse soll, erschließt sich nicht.

    Also nein, das, was Sie vorgeben, wurde nicht behauptet.

  33. @Vannay:

    Vielen Dank für Ihren Beitrag! Wenn Sie kursiv schreiben wollen müssen Sie übrigens den Teil, den Sie kursiv haben wollen einrahmen: <i>textteil</i>

    (i steht für italic, funktioniert auf übermedien auch mit b (=bold) statt i für Fettschreibung)

  34. @ts66
    „Es gibt also keinen Grund, wegen fehlenden linksliberalen Stimmen, auch was das Feld der Wirtschaft(spolitik) angeht, herumzuopfern“

    Mein Eindruck ist tatsächlich, dass sich der Wind hier etwas dreht. Dennoch lässt sich m.E. doch kaum bestreiten, dass zwischen ca. 2000 und 2016 klassiche sozialdemokratische Ideen überwiegend als veraltet, dumm, albern oder gar gefährlich abgetan wurden. Die Sozialdemokraten haben unter Schröder zudem selbst eifrig daran mitgestrickt.

  35. Mietpreisbremse – Sehe ich ein, habe ich falsch gelesen, sorry dafür. Es ging um „darüber hinaus gehende“ Maßnahmen, die mit Wörtern, wie „Einhegung“, „große Wohnkonzerne“, „staatliche Wohnungsbauprogramme“, „Enteignungen“ beschrieben werden.
    Meiner Meinung nach soll das suggerieren, dass „man“ „uns“ etwas verschwiegt, das große Ganze, den Zusammenhang, die Abermillionen enteigenten Grundbesitzer, was auch immer.
    Mein Konter mit dem Link geht bewusst nur auf die nachprüfbaren Zusammenhänge ein, die tatsächlich mit der Mietpreisbremse zusammenhängen.
    Interessant ist ja auch, dass in #34 diese ganzen Punkte auf einmal „einige Standpunkte“ sind. In #30 finde ich jedoch keine Standpunkte (rezitiert?) sondern eben nur das Geraune über Enteignungen, etc.

    Dass mein Zitat „entstellend“ ist glaube ich nicht, kann aber auch jeder selbst entscheiden. Dass Sie in #30 die „Grundsatzentscheidung der SPD zur Abkehr von Hartz4“ thematisieren, auf die ich dann nicht eingehe, wie Sie mir verwerfen, kann ich auch nicht sehen, sondern nur, dass Sie die mediale Aufarbeitung der Abkehr der SPD von Hartz4 thematisieren.

    Grundsätzlich noch mal zur Klarstellung:
    Wenn es bei dem ersten Absatz von #6 geblieben wäre, hätte ich meinen Mund gehalten. Denn ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch eine Sache so interpretiert, wie sein Gehirn es zulässt. Jegliche Spekulation, ob „Richtung“ das Thema X „Adjektiv“ oder „Adjektiv“ wahrnimmt halte ich daher für absolut obsolet, weil nicht zielführend. Man dikutiert individuelle Eindrücke, statt Fakten.

  36. @38 Anderer Max

    „Meiner Meinung nach soll das suggerieren, dass „man“ „uns“ etwas verschwiegt, das große Ganze, den Zusammenhang, die Abermillionen enteigenten Grundbesitzer, was auch immer.“

    Jetzt wirken sie auf mich ein wenig paranoid. Wie kann man anhand dessen was Illen schreibt auf so eine Idee kommen?

    Ich sehe es ähnlich wie Illen und TM und würde auch zustimmen das sich langsam wieder etwas ändert wie von TS66 bereits beschrieben hat. Ein (zu) kleiner Wendepunkt war doch sicher die Finanzkrise, die allen Beteiligten gezeigt hat das der Markt auch versagen kann.

  37. @30 Illen

    Das die SPD relativ kritisch beschrieben wird, bestreite ich nicht – aber das schließt eine linke Perspektive ja nicht aus. Die Linkspartei z.B. sieht die SPD so kritisch, man könnte fast meinen sie würde eher mit der AfD koalieren als mit ‚den anderen‘ Roten.

    Ich will auch nicht behaupten, in den großen Medien würden auch im Wirtschaftsaspekt linke Positionen komplett oder umfassend dargestellt. Aber ich nehme es als dominant wahr.

    Natürlich gibt es verschiedene Ansätze zum Thema Wohnungsmarkt, und die Mietpreisbremse ist nur eine. Aber es ist ein Ansatz des vermehrt regulierten, weniger freien Marktes. Das ist ein linker Politikansatz- Dagegen sehe ich weniger Stimmen, die einen noch freieren Markt fordern, und diese werden kritischer begleitet und da wird auch eher ernsthaft nachgehakt. Ähnlich zur Umverteilung, oder BGE, auch wenn hier natürlich auch noch viel mehr denkbar wäre.

    Als weiteres Beispiel möchte ich die Andruck-Sendung des DLF von Montag abend anführen – ich habe sie zufällig gerade auf dem Heimweg als Podcast gehört: https://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=2&audioID=4&audio=717281
    Die ersten beiden Beiträge sind ausgeprägt links, sehr wohlwollend besprochen wird ein Buch in dem die heilsame Wirkung des Mobs mit Mistgabeln und Fackeln auf die Vermögensverteilung gefeiert wird. Der zweite Beitrag beginnt auch noch mit einem Zitat aus den Morgennachrichten des Montags, das auch entsprechend passt. Die restlichen Beiträge sind auch interessant, aber nicht mehr zum Thema Wirtschaft.

  38. @39:
    In #30 steht über die „über die (…) hinaus gehenden“ Dinge:
    „sieht man an medial exalierter Stelle so gut wie nichts“
    Zunächst mal ist es eine Behauptung, dass dort überhaupt die insinuierten Dinge existieren, wie z. B. Enteignungen. Dann müsste noch ein Nachweis geschehen, dass die Beispiele (die nicht geliefert werden) tatsächlich mit der Mietpreisbremse zusamenhängen.
    (An der Stelle habe ich mit einem Artikel gekontert, der die reellen Auswirkungen der Mietpreisbremse illustiriert. Ob das vollständig ist, weiß ich nicht, es sollte nur belegen, dass das „sieht man an medial exalierter Stelle so gut wie nichts“ nicht zutrifft – Zumindest was die rellen, nicht die behaupteten „darüber hinaus gehenden“ Auswirkungen angeht. Mir wird ja interessanterweise vorgeworfen, der von mir verlinkte Artikel würde die Behauptung von Illen nicht widerlegen. Stimmt, Illen müsste die eigene Behauptung ja erst mal belegen, sowohl was deren Existenz als auch die Berichterstattung darüber angeht)

    Alternativ könnte man „sieht man an medial exalierter Stelle so gut wie nichts“ natürlich so interpretieren, dass nur Illen selbst die Artikel dazu nicht liest, aber auf das Kindergartenniveau wollte ich dann doch nciht runter.

    Bin ich paranoid, wenn ich Belege für Enteignungs-Platitüden möchte?
    Ich hoffe nicht.

    Und wieder bitte nicht falsch verstehen:
    Ich freue mich auf die Belege, denn die „darüber hinaus gehenden Dinge“ interessieren mich tatsächlich, sollten sie denn existieren!

  39. @41

    „Bin ich paranoid, wenn ich Belege für Enteignungs-Platitüden möchte?“

    Sie sind paranoid weil niemand Enteignungs-Platitüden geschrieben oder geraunt hat. Versuchen sie den Text von Illen mal erneut zu lesen ohne etwas zu unterstellen was dort einfach nicht steht.

  40. Über 2 Wochen ist es jetzt her:
    Gibt es diese „darüber hinaus gehenden Dinge“ nun, oder nicht?
    Sollte ja recht einfach zu belegen sein, wenn das so offensichtlich ist, wie behauptet.

  41. @Anderer Max

    Wenn sie das tatsächlich zwei Wochen später noch beschäftigt dann nutzen sie die Zeit doch einmal dafür den Kommentar von Illen noch einmal zu lesen anstatt an ihrer falschen Interpretation seines Kommentars festzuhalten. Sie wurden doch bereits von mehreren Kommentatoren darauf hingewiesen das sie etwas falsch verstanden haben und möchten das dennoch nicht noch einmal überdenken?

  42. @44: Mich interessieren die „über die Sinnhaftigkeit oder Effizienz von Mietpreisbremsen oder Anreizen für Investoren hinaus“ gehenden Dinge (über die man nichts liest) ja auch, daher möchte ich ja wissen, was diese Dinge nun sind.

  43. Drei konkrete Beispiele sind im Klammerzusatz des Kommentars von Illen genannt. Ich ergänze noch den gesetzlich festgelegten Miethöchstpreis pro qm, meinetwegen differenzierend nach Regionen/Kommunen.

  44. Woher weiß man, dass diese Themen existieren, wenn man „an medial exalierter Stelle so gut wie nichts nirgends“ etwas dazu liest? Und wie hat man da die (statistische??) Praxisrelevanz für das Thema „Wohnungsknappheit“ ermittelt?

    Auch sowas wie die unterstellten „medial als ernsthaft anerkannten“ Meinungen – Geht man hier mangels besseren Wissens von einem öffentlich rechtlichen Ernsthaftigkeitsanerkennungskommitee aus, oder was?
    Ich höre ja jetzt auch auf, anscheinend liegt’s echt an mir, ist ok.

    Ich kann mir auch einfach nicht vorstellen, dass über den „gesetzlich festgelegten Miethöchstpreis pro qm“ im Rahmen des Themas „Wohnungsknappheit“ „an medial exalierter Stelle so gut wie nichts“ berichtet wurde. Gebe aber zu, bin kein Vermieter.

  45. Anderer Max, es ist mir schleierhaft, wie das so sehr an Ihnen knabbern kann. Illen hat einfach nur gesagt, dass sein Eindruck ist, dass über die Mietpreisbremse und Investitionsanreize hinausgehende Maßnahmen gegen die Wohnungsnot medial so gut wie nicht (ernsthaft) diskutiert werden. Das ist auch mein Eindruck. Wenn Sie sich das nicht vorstellen können, ja bitte, aber wissen tun Sie es nach Ihren eigenen Worten auch nicht anders.
    Die „Existenz“ bzw. Herkunft dieser Themen deutet Illen in seinem Beitrag auch an: Sie sind in der Vergangenheit bereits praktiziert worden. Das von mir gegebene Beispiel war einfach eine spontane Idee: Wenn das Problem Mietanstieg lautet, läge es wohl nicht ganz fern, auch mal abstrakt über eine gesetzliche Maximierung der Miete nachzudenken. Ist halt ein, zwei Stufen weiter „links“ als diese Mietpreisbremse, aber sicher noch keine wirklich „sozialistische“ Enteignung.
    Letztere wurden im Übrigen bei Demonstrationen in Berlin jüngst gefordert, wie ich im Vorbeizappen einem Fernsehbericht entnommen habe. Kenne aber die Zusammenhänge ebenso wenig wie ich mir die Sendung gemerkt habe.

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