An den Hasen herbeigezogen

Die Islamisierung des Abendlandes hoppelt also voran, davon haben Sie sicherlich schon gehört. Schuld ist der „Traditionshase“, um den seit Tagen gestritten wird. Wie vorher um den „Schmunzelhasen“. Oder das „Zipfelmännchen“. All diese Figuren symbolisieren angeblich den Untergang.

Der Erste, der sich dieses Mal ums österliche Abendland sorgte, war Joachim Nikolaus Steinhöfel, früher RTL-Moderator, heute Rechtsanwalt. Auf einem Kassenzettel hatte er den „Traditionshasen“ entdeckt, und dann zählte er Eins und Eins zusammen. Wenn das da „Traditionshase“ heißt, gibt’s keine Osterhasen mehr. Ergo: Deutschland schafft sich ab.

Eine bemerkenswerte Beweisführung, gerade für einen Anwalt: aus der Existenz eines Traditionshasens gleich das Verschwinden des Osterhasen abzuleiten, und so wiederum zu unterstellen, dies geschehe, „wohl um keine religiösen Gefühle zu verletzen“ – naja, oder eben auch nicht.

Aber wen juckt es schon, ob das wohl so stimmt. Binnen Stunden wurde Steinhöfels Tweet tausendfach retweetet und geliket, rechte Blogs griffen die Sache auf, ein Sturm aus fassungsloser Schoko-Wut fegte durchs Internet.

Tweet: "So Geisteskrank gehen Großkonzerne mit Kunden um, die jahrelang dort eingekauft haben! Mensch, wie krank ist das! Kinder die sich auf Ostern freuen, werden herb enttäuscht! Wer sich an Namen / Bezeichnungen stört, die schon ewige Zeiten bestehen, ist nicht mehr so ganz knusper!"
Tweet: "Nie wieder Karstadt. Es ist echt unglaublich wie wir uns und unsere Kultur aufgeben, um Muslime zufriedenzustellen, die hier zum Großteil NICHTS leisten!"
Tweet: "Eigentlich müsste man #Merkel und den ganzen anderen Islamisten mit #Traditionshasen das Maul stopfen. "
Tweet: "@KARSTADT_1881 Was soll der Unsinn? Osterhasen sind OSTERHASEN und keine Traditionshasen !! Seid Ihr jetzt komplett von Sinnen oder seid Ihr ein muslimisches Kaufhaus? Stellungnahme SOFORT !!"
Tweet der AfD Düsseldorf: "Eine #Islamisierung Deutschlands findet nicht statt!? Oder? TRADITIONSHASEN statt OSTERHASEN bei Karstadt ... man mag es kaum glauben. 😔"
Tweet: "@KARSTADT_1881 wenn bei euch jetzt die Osterhasen * Traditionshasen * heißen, dann sollen auch diejenigen eure anderen Waren Kaufen, für die ihr die deutsche Kultur verraten habt. Meine Familie und ich werden nie wieder einen Fuß in eine eurer Filialen setzen !!! VOLKSVERRÄTER"

Auf der Facebookseite von Karstadt war nach Steinhöfels Tweet gleich die Hölle los: Boykottaufrufe, Beleidigungen, blankes Entsetzen.

Auch die ehemalige CDU-Politikerin und heutige AfD-Anhängerin Erika Steinbach schaltete sich, wenig überraschend, ein: „Bei Karstadt gibt es keine Osterhasen mehr, sondern Traditionshasen. Wer mir keine Osterhasen mehr verkaufen will, der kann auch sonst auf mich verzichten……..“, schäumte sie in Osterlaune. Und wieder: hundertfach retweetet, tausendfach geteilt.

Kurz darauf, nächster „Skandal“:

Facebook-Post von Erika Steinbach zu einem Rewe-Kassenzettel, auf dem "Traditionshasen" steht: "!!Auch REWE hat die Osterhasen in Traditionshasen umgetauft!! Unsere Großmärkte helfen fleißig mit, dass Deutschland sich abschafft."

Zack, auch Rewe unter Beschuss, noch mehr Boykottaufrufe, noch mehr Geschrei.

Facebook-Kommentar: "Unsere Kultur und Werte werden Stück für Stück abgeschafft.. Unsere armen Enkel.. [Wütender Smiley, extrem wütender Smiley, Wütender Smiley, extrem wütender Smiley, nachdenklicher Smiley, trauriger Smiley]
Facebook-Kommentar: "So ein Müll [Smiley, der die Augen verdreht] Osterhase bleibt Osterhase und negerkuss bleibt negerkuss egal was andere sagen [Smiley, der lacht und schwitzt]"
Facebook-Kommentar: "Es ist nicht mehr zu fassen was hier abgeht! Und keiner wehrt sich dagegen. Der dumme deutsche Michel hält immer schön die Füße still. [Extrem wütender Smiley]"
Facebook-Kommentar: "Systemgesteuerte Juden einer BRD GmbH [fünf extrem wütende Smileys]"

Nachdem der Schokomob fast 24 Stunden lang durchgewütet hatte, meldete sich Rewe zu Wort. Und siehe da:

Tweet von Rewe: "Seit 1992 bezeichnet REWE den Lindt Goldhasen, um den es sich hier handelt, am Regal und auf dem Kassenbon als „Traditionshasen“. Da es ihn nach unserem Kenntnisstand bereits seit den frühen 50er Jahren in Deutschland gibt, ist der Begriff „Traditionshase“ also durchaus treffend."

Dahinter stecken also keine religiösen oder politischen Motive, sondern logistische: Um verschiedene Waren voneinander unterscheiden zu können, geben Supermärkte in ihren Warensystemen manchen Produkten eigene Namen. Hießen alle Osterhasen „Osterhasen“, käme man ständig durcheinander.

So wurde bei Karstadt und Rewe aus dem Lindt-Osterhasen der „Traditionshase“ – vor 26 Jahren. Zweieinhalb Jahrzehnte lang hat’s niemanden gejuckt, und auf einmal wird der Traditionshase mit Fackeln und Mistgabeln durchs Dorf getrieben.

Anwalt Steinhöfel, der den „Skandal“ ins Rollen gebracht hatte, legte noch mal nach, nachdem mehrere Medien berichtet hatten, dass der Traditionshase schon seit Jahrzehnten so heiße:

Tweet von Steinhöfel: "Wenn es die Bezeichnung „Traditionshase“ angeblich schon seit Jahrzehnten gibt, wie einige schlecht oder gar nicht recherchierte Artikel behaupten, warum gibt es dann ausschließlich Google–Treffer aus den letzten 48 Stunden?"

Weil in den 26 Jahren davor niemand auf die Idee gekommen war, den Begriff zu einem Beleg für die Entchristianisierung Deutschlands aufzublasen?


Hätte Steinhöfel ein bisschen sorgsamer recherchiert, wäre er auf diesen acht Jahre alten Artikel der „Augsburger Allgemeinen“ gestoßen:

„Beim Kauf von Osterhasen ist der Trend ähnlich“, sagte Rausch, der in Berlin das nach eigenen Angaben weltweit flächengrößte Schokoladenhaus betreibt. Der „sitzende Traditionshase“ bekomme vom zehn Gramm leichten „Häschen“ zunehmend Konkurrenz.

Oder auf diesen Artikel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, erschienen im April 2000:

Früher gab’s eher die schlichten Osterhasen, deren Schokofell in die typisch kauernd hockende Form gebracht wurde, in der „Mümmelmann und Co“. tatsächlich in freier Natur zu beobachten sind. Heute gesellen sich zu diesen Traditionshasen immer mehr Zeitgenossen, die nur so vor Fröhlichkeit strotzen.

Aber was soll’s. Das Märchen ist in der Welt, und jene, die es für wahr erklären, wollen nicht wahrhaben, dass es einfach nicht wahr ist.


Wie hartnäckig sich solche Quatschgeschichten auch trotz mehrfacher Klarstellungen über Jahre hinweg halten, zeigt ein anderer Fall aus dem Jahr 2015: das „Zipfelmännchen“.

Facebook-Kommentar zu einem Foto, auf dem Schoko-"Zipfelmänner" zu sehen sind: "Naaaa wird da bei Penny schon der Nicolaus oder der Weihnachtsmann vom politisch korrekten Zipfelmann abgelöst? Ich bin nun wahrlich kein Freund von den früheren Verkaufsstart der Weihnachtsleckereien da so die Vorfreude auf das Weihnachtsfest verlorengeht aber man darf gespannt sein ob und wann unser guter Weihnachtsmann in den Läden von Penny auftaucht. Oder sollte hier eventuell auch ein schleichender Austausch stattfinden?"

Riesengeschrei, Boykottaufrufe, Hass – bis Penny drei Tage später klarstellte:

Das Zipfelmännchen ersetzt nicht die Weihnachtsmann-Figuren. Das ist so und das bleibt so. Lest oder hört ihr anderes, dann ist das Unsinn. Zum Beweis: Das Zipfelmännchen gibt es schon seit zwei Jahren bei uns.

In diesen zwei Jahren habe es in den Regalen auch immer Figuren gegeben, die „Weihnachtsmänner“ hießen.


Kaum zwei Monate später der nächste Aufschrei. Diesmal ging es um einen Adventskalender von Lindt, auf dem angeblich eine Moschee abgebildet war.

"Lindt islamisiert den Advent"
Screenshot: PI-News.net

Und wieder das gleiche Theater: Hunderte entsetzte Tweets, Kommentare, Blogeinträge – dabei gibt es den Kalender, wie Lindt erklärte, „seit über 10 Jahren“, und eine Moschee ist dort auch nicht abgebildet:

Die Verpackung stellt eine Visualisierung der damaligen lokalen Lebensumstände dar. Dazu gehört auch Architektur und Kultur wie diese in der orientalischen Welt zu Christi Geburt gewesen sein könnte.


Kaum hatte sich die Aufregung um den Kalender gelegt, ging’s wieder zur Sache – wegen eines alten Bekannten:

Facebook-Kommentar an Penny: "Hier auf Facebook geht ein Bild von einen schoko Weihnachtsmann von der Firma Doicor rum der in Zipfelmann unbenannt wurde. Penny Verkauft Decoir Zipelmänner statt Weihnachtsmänner???? Wenn dem so ist werde ich bei Penny in zukunft nie mehr kunde sein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ES HEIßT WEIHNACHTSMANN und NICHT Zipfelmann!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Morgen werde ich zu Penny gehen und wenn ich da so ein schoko als zipfelmann endecke dann seid ihr mich los!!!!!!!!!!! Und nicht nur mich!!!!!!!!!!!!! Wir sind DEUTSCHLAND - CHRISTLICH und nicht ISLAM!!!!!!!!!!!!!!"

Wieder schlossen sich etliche Abendlandbeschützer an. Wieder erklärte Penny, dass die Zipfelmänner schon seit Jahren so heißen und dass „im Zeitalter von Schokobären, Schoko-Autos oder sogar Ü18-Artikeln“ aus Schokolade „jeder Versuch einer politischen Vereinnahmung“ ohnehin „völlig absurd“ sei.


Ein halbes Jahr später ging es Milka an den Kragen.

Tweet: "MILKA benennt für österr. und deutsche (sowie bestimmt auch weitere) Supermärkte den geliebten Osterhasen als Schmunzelhasen. Was zur Hölle soll das denn jetzt?! Feiern wir etwa das Schmunzelfest? Freuen sich die Kinder auf den Schmunzelhasen, der zum Schmunzelfest Schmunzelgeschenke bringt? Suchen etwa die Kinder im Garten versteckte bunte Schmunzeleier? Geht die Familie traditionell in die Schmunzelkirche? Also mir ist das zu albern! DAS ist ein OSTERHASE!"

Wieder: Alarm, Islamisierung, Unterwerfung, Weltuntergang, blablabla.

Tatsächlich, erklärte Milka, heiße der „Schmunzelhase“ nicht erst seit Kurzem so, sondern seit – 43 Jahren.


Im Jahr darauf: Überraschung!

Facebook-Post: "Weihnachtsmänner gibts nicht mehr. Aus Rücksicht auf unsere Moslemischen Mitbürger heißen die bei PENNY jetzt Zipfelmännchen. Vermutlich feiern wir bald statt Weihnachten das Zipfelfest. Boykottiert diesen Scheiß dann können sie aus ihren Zipfeln bald Hasen einschmelzen für das nächste Hoppelfest."

Allein dieser Beitrag wurde fast zehntausend Mal geteilt. Dabei hätten die Empörten nur genau hinschauen müssen: Auf dem Karton heißt der Weihnachtsmann – „Weihnachtsmann“.


Schon ein paar Tage später das nächste Drama, mal wieder unter freundlicher Beteiligung einer gewissen Erika Steinbach:

Tweet von Erika Steinbach: "Aha, keine Weihnachtsmänner mehr, sondern Jahresendfiguren. ‼️Firma Lindt, nein danke‼️"

Auch diesen Begriff gibt es seit Jahrzehnten. Verwendet wird er auch nur von manchen Supermärkten, nicht von der Firma Lindt selbst, die nennt sie seit jeher: Weihnachtsmänner.

Dennoch: Retweets, Boykottaufrufe, Beleidigungen, wieder und wieder.


Vielleicht sollte man sich, um künftige Streitereien zu vermeiden, darauf einigen, sämtliche Schokomännchen und -häschen von jetzt an nur noch so zu nennen, wie sie auch in der Süßwarenindustrie genannt werden: Hohlfiguren. Das wäre auch im Hinblick auf so manche Protagonisten in diesen so genannten Debatten ganz passend.

47 Kommentare

  1. Danke für den köstlichen Beitrag @Übermedien! ;)

    Tatsächlich hätte ich bei den Traditionshasen – wenn überhaupt – auf die Rücksichtnahme auf christliche Gefühle getippt, weil der gekreuzigte Jesus sicherlich nichts mit Schokoformhohlkörpern zu tun hat und die Story um ihn ja weit weniger köstlich ist als so mancher lila Schmunzelhase, ob braun oder weiß. Im weiteren Leseverlauf fühlte ich mich an DDR-Zeiten erinnert: die Jahresendfiguren hießen diesseits des eisernen Vorhangs so nicht aus Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle, sondern weil Religion per se und von Staats wegen Mist war und man sich davon zu distanzieren suchte.

    Wenn es nicht eigentlich ganz armselig und traurig wäre, was diese im Deutschlandabschaff-Wahn gefangenen Germanengestalten von sich geben, wäre es zum lauthals Lachen. Und ungeniert mit dem nackten Finger auf sie zeigen…

    Nochmals danke!

  2. Ja, es ist traurig und so unendlich deprimierend. Hört das irgendwann nochmal auf? Dann würde ich mich gerne einfrieren lassen.

  3. Sehr traurig auch, dass deutsche Kinder, die sich auf Ostern freuen, herb enttäuscht werden durch die Aufgabe unserer christlichen Traditionen.
    Ich weiß noch genau, wie beruhigend es in meiner Kindheit in den Siebzigern war, wenn man als Kind auf dem Kassenzettel nachgelesen hatte, dass hier ein Osterhase gekauft worden war, bevor man in die süße Schokolade biss.

  4. Und ich dachte immer, falscher Hase wäre irgendwas mit Hackfleisch… Aber was will man schon von einer Berufsvertriebenen aus den Ostergebieten erwarten?!

  5. Das Traurige dabei ist ja, dass viele der zitierten Leute vermutlich wirklich davon überzeugt sind, dass wir uns vor einer drohenden Islamisierung schützen müssen. Während Steinbach und ihre Mitstreiter mit den Ängsten genau dieser Leute ein perfides Spiel spielen…

  6. Dass rechten Empörungströten immer noch nicht klar ist warum kein vernünftiger Mensche ihre künstliche Schneeflöckchen-Aufgeregtheiten ernstnimmt. #Vollspacken
    Darauf einen Schoko-Jesus.

  7. Religiöse Gefühle in a Nutshell: Wie ein Straßenräuber, der die Polizei ruft, sobald seine Opfer sich wehren. Da sind Christen offensichtlich keine Ausnahme.

  8. Eine Islamisierung Deutschlands und Europas findet nicht statt, obwohl der Islam laut CDU, SPD, Grünpartei und Linkspartei dazu gehört.
    Nur noch Sarrazin, die CSU und die AfD stemmen sich gegen die Abschaffung Deutschlands. Was ist mit der FDP?
    Die alberne Hasengeschichte sagt über eine drohende Islamisierung nichts aus.

  9. Was mich so fertig macht, sind Leute wie Steinhöfel und Steinbach, die es besser wissen und die sich ein Ei drauf pellen, dass sie klar widerlegt werden. Denn den Menschen, die sich aufhetzen (ich mag das Verb „hetzen“ eigentlich gar nicht, aber hier passt es), denen ist egal, wenn am Ende rauskommt, dass es seit hundert Jahren Traditionshase heißt. Es mag Zufall sein, aber tatsächlich hat uns gestern eine Nachbarin gefragt: „Und, habt Ihr Ostereier, oder seid Ihr auch schon islamisiert?“ (Sie meinte das nicht lustig, sie findet auch, dass die Muslime sich hier in Deutschland zu viel rausnehmen. Und wenn das konkrete Hasenbeispiel nicht stimmt, es hätte ja stimmen können.)

  10. Bereits der übermäßige Gebrauch von Satzzeichen ist immer ein deutlicher Hinweis, dass dem Schreibenden eventuell nur noch medikamentös geholfen werden kann. Früher liefen solche Exemplare durchs Dorf und wüteten vor sich hin. Hat niemand ernst genommen. Heute posten sie bei Facebook. Sollte man trotzdem nicht ernst nehmen.

  11. Ich würde mir einfach wünschen, dass diese Widerlegen aufhört. Irgendjemand schreit „Islamisierung“ und REWE nimmt dann zu dem Mist ernsthaft Stellung. Und die FAZ berichtet darüber. Und was weiß ich wer noch. Warum kann REWE nicht schreiben: „Wissen Sie was? Ficken Sie sich ins Knie, dann boykottieren sie uns halt.“ Als ob irgendeiner von den Knallköpfen wirklich REWE boykottiert, oder irgendeine andere Konsequenz daraus ziehen würde. Das einzige, was sie wollen, ist Aufmerksamkeit, und ernst genommen zu werden. Und wir geben ihnen das, immer, und immer wieder. Abgesehen davon könnte REWE auch auf ein paar von den Aluhüten verzichten. Ist ja nicht so, als könnten sich die großen Lebensmittelhändler nicht auch zusammentun und gemeinsam sagen: „Geht wo anders kaufen, ihr Spinner!“ Da würde der ein oder andere aber blöd in die Röhre schauen.
    Auch ne Alternative: Schokohasen rausbringen, und draufschreiben, dass man sie nicht mehr Osterhasen nennt, um keine religiösen Gefühle zu verletzen. Ja, was dann, liebe Rassisten? Lebensmittel ab jetzt nur noch beim russischen Onlineshop des Vertrauens kaufen? Will ich sehen!
    Die großen Unternehmen hätten richtig viel Einfluss. Leider sind sie jederzeit entschuldigt, es könnte ja Arbeitsplätze gefährden. Also muss jede noch so bescheuerte Anfrage von dummen AfD-Typen ernst genommen werden. Und so wird eine Sache sicher nicht aufhören: Das die Themen immer die gleichen bleiben, statt, dass unsere Gesellschaft auch nur einen kleinen Schritt weiter käme.

  12. Wo ist zum „Traditionshasen“ jetzt der medienkritische Aspekt? Der Ideologie-Quatsch muss doch hier hoffentlich nicht interessieren – es braucht weder die eine noch die andere künstlich (wie beim Fußball) geschaffene Seite Apologeten.
    Aber wenn es um Verständigung gehen sollte, um Kommunikation, dann liegt auch Mats Schönauer daneben. Leute regen sich darüber auf, dass u.a. im Kompositum „Osterhase“ der Bezug zum Fest, zu dem er verkauft wird, fehlt. Das kann man so albern finden wie man mag, aber es ist eine legitime Meinung – und offenbar ein wenig verbreitet, was der Journalismus schlicht zur Kenntnis nehmen könnte.
    Aber selbst ein Ministerpräsident verrennt sich in dem Quatsch und argumentiert, wer den OsterHASEN für ein christliches Symbol halte, habe weder von Christentum noch Abendland etwas verstanden (für einen „Landesvater“ ohnehin eine „starke Meinung“): Es geht nicht um Hasen, das ist doch nicht so schwer zu begreifen.
    Die schlichte Aussage: einige Leute wollen diese Schokodinger „Osterhase“ nennen, nicht „Gold-“ oder „Traditons-“ oder „Sonstwashase“. Da bräuchte man kein weiteres Wort drüber zu verlieren.
    Außer eben als Medienmagazin über die professionelle Rezeption des Ganzen. So wie hier gerade sehr interessant beim „Fall Fischer/ZEIT“.

  13. Man man man, was würden diese Tröten nur den ganzen Tag ohne Facebook und Twitter machen? Bemitleidenswert.

  14. @Timo Rieg
    „das kann man so albern finden, wie man mag“ – Ich glaube schon, dass man das auf jeden Fall sehr albern finden sollte. Denn:

    1. „Vanillekipflerl, Spitzbuben, Zimtsterne“ – Nirgendwo ist ein Weihnachtsbezug im Namen dieser Weihnachtsplätzchen. Warum sollte es bei einem Schokohasen unbedingt anders sein müssen?

    2. Wenn im Supermarktregal eine Schokohasensorte nicht „Osterhase“ genannt wird, 35 andere aber schon, sollte man sich schon wirklich fragen dürfen, warum sich die Leute so aufregen.

    3. Es wollen nicht „einige Leute […] diese Schokodinger „Osterhase“ nennen“. Sondern einige Leute fabulieren den Untergang des Abendlandes herbei und rufen zum Boykott auf, weil bei einem Supermakt der Artikel im Kassensystem unter einem anderen Namen läuft. Daruter so Leute wie Erika Steinbach. Das ist schon noch einmal eine ganz andere Hausnummer.

  15. @Mirko Dengler
    „Die alberne Hasengeschichte sagt über eine drohende Islamisierung nichts aus.“
    Könnte es vielleicht sein, dass erstaunlich viele Geschichten, die als Beleg für die Islamisierung angeführt werden, auch nichts darüber aussagen? Also zB die angebliche Abschaffung von Weihnachtsmärkten/Umbennenung von St. Martinszügen/„Kreuzabnahme am Tempelberg“ und und und?

  16. 2. Wenn im Supermarktregal eine Schokohasensorte nicht „Osterhase“ genannt wird, 35 andere aber schon, sollte man sich schon wirklich fragen dürfen, warum sich die Leute so aufregen.

    Zumal der Osterbezug der Süßwaren nun relativ eindeutig ist. Die Teile sind rund um Ostern in den Geschäften zu kaufen und sehen auch optisch so aus, als hätten sie etwas mit dem Osterfest zu tun.
    Es ist also völlig egal, wie die Süßwaren heißen: Jeder Kunde weiß, weshalb die Schoko-Hasen in den Regalen stehen.

    Darüberhinaus: Wäre ich ein Einzelhändler und würde mich an der Islamisierung Deutschlands beteiligen wollen, so würde ich doch konsequenterweise den kompletten Osterkram aus meinem Geschäft verbannen und nicht einzelne Süßwaren einfach umbenennen.

  17. „Die schlichte Aussage: einige Leute wollen diese Schokodinger „Osterhase“ nennen, nicht „Gold-“ oder „Traditons-“ oder „Sonstwashase“. Da bräuchte man kein weiteres Wort drüber zu verlieren.“

    Und das fällt denne jetzt ein, im Jahr 20 nach Einführung des Milka-Schmunzelhasen-Werbespots?

    Man darf berechtigte Zweifel haben, dass die Leute da was anderes wollen ausser halt: dagegen sein. Wogegen ist im Grunde egal, aber was mit War on Christmas/ Easter/ Abendland zieht immer. Weil sich das dann anfühlt, als ob einem irgendwer was wegnehmen will, was einem genau so lange egal war, bis es halt wer anders haben wollte. Dann wars nicht mehr egal.

  18. Wäre es nicht vielleicht erwähnenswert, dass der Weihnachtsmann, auf den sich hier so oft berufen wird, streng genommen gar kein „deutsches Kulturgut“ ist, sondern eine Erfindung aus den USA, die primär von Coca Cola für Werbezwecke verwendet wird und erst dadurch in Europa überhaupt Bekanntheit erlangte? Der wohl oft mit dem Weihnachtsmann verwechselte Nikolaus, der dem ein oder anderen vielleicht noch ein Begriff ist, kommt auch nicht an Weihnachten, sondern am 5. bzw. 6. Dezember. Diese „Tradition“ wird also weniger durch den Islam, als vielmehr durch eine immer stärkere Amerikanisierung gefährdet, weiteres Stichwort: Halloween…

  19. Und nochmal: Es geht ja nicht darum, dass die Leute einfach sagen: „Entschuldigen Sie, mir gefällt der Begriff Traditionshase nicht. Deswegen würde ich gerne weiterhin Osterhase dazu sagen.“

    Nein, die Leute sagen: „Geisteskrank, Volksverräter, denen muss man das Maul stopfen! Nie mehr dort einkaufen!“ und schwadronieren von Islamisierung und Untergang des Abendlandes….

  20. By the way: Weihnachtsmänner – erfunden von Coca Cola – und Osterhasenkonsum während der Fastenzeit sind nicht christlich. Warum verteidigen Rechts-Agnostiker eigentlich immer das Christentum?

  21. Politisch korrekt müsste wohl „Schokoladenabbild eines heidnischen Fruchtbarkeitskultsymbols in zeitlicher Verbindung zum christlichen Osterfest“ auf dem Kassenbon stehen. Aber meistens passen da nur ein paar Zeichen drauf…
    (srsly, Oster-Hase ist Multikulti in Reinform. Das geht ja mal GARNICHT!!1!! ;) )

  22. Nein, der Weihnachtsmann wurde nicht von Coca-Cola erfunden. Aber dieses Gerücht wird sich wohl auch weiterhin genauso hartnäckig halten wie die Behauptung, der Osterhase sei aus Rücksicht auf die [man setze hier einen beliebig gewählten Hassbegriff für Menschen islamischen Glaubens ein] umbenannt worden.

  23. @20:
    …könnte es sein? Konjunktiv.
    Klar könnte…
    Meine Unterstellung: Weder Frau Steinbach noch Herr Steinhöfel sind dumm. Sie wissen um ihre Sätze.
    Dass das Thema bescheuert ist, ist klar.
    Aber dass es möglich ist, ein Thema überkochend zu halten, nämlich der vermeintlichen Islamisierung dieses Landes (mein türkischer Betreiber des Convenience.Shops nebenan amüsiert sich köstlich), beweist sich bemerkenswert auch darin, dass selbst Übermedien über dieses Stöckchen springt.
    Und ich auch, klar.
    Da Capo, Frau Steinbach; Herrr Steinhöfel; Herr Reichelt ; Herr Tichy u.v.m.
    Grüsse vom „Lindt“ Goldhasen (steht so auf der Alufolie…)

  24. „Das ist ein Schaumgebäckli, verstanden?! SCHAUM_GE_BÄCK_LIIIIII!!!“
    Kind: „Mohrenköpfli.“

    Jaja, die Sprachregelungen.

  25. Diese Aufregung ist immer wieder sehr köstlich. Als hätten Osterhasen, -eier, oder Weihnachtsbäume, -männer, -märkte mit den zugehörigen christlichen Festen irgendeine tiefgründige Verbindung. Insofern ist es doch völlig wumpe, wie man die Dinger nennt. Wer allen Ernstes hier bei der Verteidigung von religiösen Werten unserer christlichen abendländischen Kultur ansetzt, der hat den Schuss nicht mehr gehört. Aber die schleichende Bedeutungsübernahme seitens der Konzerne hat man bei diesen Festtagen meines Wissens nach ohne große Proteste geschluckt. Ebenso wie viele dieser Spinner natürlich auch reichlich Alkohol am Vatertag, ähm, an Christi Himmelfahrt schlucken werden – in bester Rückbesinnungslosigkeit auf das Leben von Jesus.
    Elendige Heuchler.

  26. #30
    „Insofern ist es doch völlig wumpe, wie man die Dinger nennt.“

    Ist das so? Warum dann die Umbenennungen, hmmm? Dann könnten die Dinger ja ihre christlt. Bezeichnungen behalten. Soviel zum Thema Heuchler.

  27. #31:
    Falls Sie den Artikel gelesen und verstanden hätten, dann wüssten Sie, warum es zu der genannten Umbenennung gekommen ist: Aus logistischen Gründen. In den 90ern. Aber bestimmt stören Sie sich auch konsequenterweise an dem Schmunzelhasen oder den diversen Schokohasen, wie sie von vielen Herstellern genannt werden.

    Zudem: Wie soll ich Ihr „so viel zum Thema Heuchler“ verstehen? Als Konter? Dann muss ich – wiederum – an Ihrer Lesekompetenz zweifeln: Mir ist es nämlich in der Tat wumpe, wie die Teile heißen und demnach sehen Sie da auch keine entsprechende Forderung in meinem Kommentar. Ich mache mich lediglich über diese inhaltsleeren Begriffsdebatten lustig: Während im Zuge des Kommerzes ein Großteil aller christlicher Werte mit Schokolade und Spielzeugen begraben wurden, regt sich bei völlig harmlosen Umbenennungen der Zwergenaufstand, solange irgendwo irgendjemand was vom Islam krakeelt. Hauptsache, die Sauf-, Kauf- und Fressfeste heißen noch Ostern, Weihnachten und Vatertag, ähm, ich meinte natürlich, Christi Himmelfahrt.

  28. „Dann könnten die Dinger ja ihre christlt. Bezeichnungen behalten. “

    Sie halten „Osterhase“ für einen christlichen Namen? Denken Sie nochmal scharf nach …

    Einen Schokojesus hab ich übrigens noch nirgends gesehen.

    Den Leuten, die heute überall die reduzierte Osterware kaufen, ist der Name dafür übrigens offenbar komplett egal. Und ich wette, da sind auch welche dabei, die Freitag noch „Boykott“ gebrüllt haben.

  29. @ Paul
    „Warum dann die Umbenennungen, hmmm?“
    Dass z.B. der Schokohase von Lindt „Goldhase“ genannt wurde, um diesem Artikel ein Alleinstellungsmerkmal und einen Wiedererkennungswert zu geben – das scheint mir zumindest doch um Längen wahrscheinlicher, als dass man dabei irgendwie an Moslems gedacht hat.

    Dass ein Supermarkt in seinem Kassensystem unterschiedliche Artikelnamen (wie zB „Traditionshase“) verwendet, um die diversen Waren von einander zu unterscheiden – das scheint mir auch irgendwie wahrscheinlicher zu sein, als dass man dabei auf den Islam Rücksicht nehmen will.

    Ich meine, diese Vorstellung ist doch auch so vielen Ebenen komplett absurd! Wie soll man sich das vorstellen?

    REWE denkt wirklich, dass es Moslems kränken würde, wenn man einen Artikel mit christlichem Bezug verkauft?
    Und deswegen behält REWE zwar genau diesen Artikel unter dem gleiche Namen im Sortiment und ändert einzig im Kassensystem dessen Bezeichnung?
    Gleichzeitig behält REWE auch im Kassensystem bei anderen Schokohasen die Bezeichnung „Osterhase“ bei?
    Außerdem verkauft REWE weiterhin Osterlämmer, Schokonikoläuse, Weihnachtsengel?
    Glauben Sie das wirklich?

  30. Ich musste jetzt doch mal bei Wikipedia dem Osterhasen hinterhersuchen. Zwei Sätze wecken hierbei meine besondere Aufmerksamkeit:

    In einigen Teilen der Schweiz, etwa im Emmental war noch im 19. Jahrhundert der Kuckuck der Eierlieferant, in Teilen von Westfalen war es der Osterfuchs, in Thüringen brachte der Storch und in Böhmen der Hahn die Eier zum Osterfest.

    Der Grund für den kräftigen Aufschwung, den der Osterhasen-Glaube schließlich im 19. Jahrhundert nahm, ist nach Auffassung der Kulturwissenschaft in der industriellen Herstellung von billigem Rübenzucker zu finden, wodurch die Produktion von erschwinglichen Schokoladenhasen und -eiern erst möglich wurde.

    Der Osterhase selbst verdrängte also regionale Bräuche. Und das aus rein kommerziellen Interesse. Faszinierend.

    Wieso habe ich einmal mehr das Gefühl das die lautstarken Kulturbewahrer nicht sonderlich viel Ahnung von den Herkünften ihrer scheinbaren Kultur haben?

  31. Das Gefühl teile ich. Ostern, Weihnachten, das sind so letzte Fragmente, an die sich die angeblichen Verteidiger des christlich-jüdischen Abendlands noch matt als christlich geprägt erinnern.

  32. @ Tilman
    Danke für den Kommentar!
    Ich versteh es nicht. Nicht nur die betroffenen Konzerne sondern auch die Medien beziehungsweise Öffentlichkeit springt über jedes beschissene Stöckchen. Einmal zu Anfang die Idiotie, derer solche Pesudoempörungswellen entspringen analysieren, aber ansonsten? Man kann 1 zu 1 sämtliche Beiträge zu Wintermärkten/Weihnachtsmärkten jetzt mit Tradionshasen/Osterhasen austauschen. Es bleibt einfach sinnlose resonanzgeilheitgetriebene Scheiße. Alle wissen, dass es unsachlich und dumm ist und dieses ‚Abendland‘ nicht in Gefahr ist.

  33. Ich merke immer mehr, dass ich in einer Filterblase lebe. Solche „Diskurse“ bekomme ich nicht mit. Mich erstaunt immer wieder, wie viele Journalisten solchen Quatsch befeuern, weil sie irgendwie glauben es wäre wichtig. Am Ende braucht es die hier gut geschriebene Gegendarstellung. Leider nützt sie nichts, weil die nächste Empörungswelle schon wieder läuft.

  34. @32 SAUERTÖPFISCHE GRUNDEL

    In den 90ern

    Das beweist doch nur, dass die Umvolkung von langer Hand geplant wurde!11

  35. Ein Blick auf den Kassenbon reicht aus:
    Wer wie der Steinhoefel Bio Champignons, Bio Kresse und Bio Schlagsahen in den Einkaufswagen legt und sich dann für 15 Cent eine Plastiktüte holt ist nicht ernst zu nehmen.

    Was Steinhoefel zu den Hasendingern sagt ist auch bloß steinbach: unter acht Mariacron nicht zum drüber nachdenken geeignet.

    Und was sich da rund um die geistigen Ergüsse von Steinbach und Steinhoefel likend und retweetend empört sind die besten der Besten und der Beweis, dass nach unten hin immer noch Luft ist – uach wenns bloß heisse ist.

    btw – wo ist denn der Übermedien-Traditionshase aka Susi Sorglos? Steht die mit Plakat vor dem Online-Shop von Karstadt?

  36. #32
    #33
    #34
    #35
    #37

    Ihr wollt Leute sein, denen die Bezeichnung egal ist?
    Für eine Sache, die euch völlig wummpe ist, regt ihr euch aber mächtig auf, legt euch richtig ins Zeug mit kilometerlangen Erklärungen, Brauchtumsforschungen sogar, hahaha!

  37. @40
    Ach, Paul, ich glaube da bringen Sie aber echt etwas gewaltig durcheinander. Die Bezeichnung ist mir wirklich ziemlich wumpe. Ob Osterhase, Goldhase, Schokohase oder Traditionshase – das ist doch egal…

    Was mir aber nicht gleichgültig ist, ist Folgendes: Wenn Leute den Untergang des Abendlandes herbeifabulieren, zum Boykott aufrufen, Hass im Netz versprühen, etc…und das nur wegen einer Namensänderung

    Jetzt sagen Sie bloß, Sie verstehen diesen Unterschied nicht….

  38. @37: Ganz einfach: Weil es sich verkauft.
    Der Aufstieg der AfD ist ganz eng mit der Tatsache verbunden, dass deren Anhänger gerne Geld für Alternative Fakten, etc. zahlen.

    Ich vergleiche das immer gerne mit Homöopathie oder Kabelklang:
    Wer an empirischer Forschung, wie Schulmedizin oder NF-Physik zweifelt (Gegenteil von Skeptizismus), der lässt sich halt von findigen Geschäftsleuten Lösungen aufquatschen, für Probleme, die nur er wahrnimmt.
    Außerdem kommt da noch das wohlige Gefühl der Anamnese hinzu: Endlich hört sich mal einer meine Probleme an, nimmt sich Zeit und hat dann sogar noch eine Lösung parat.
    Confirmation Bias mit Conversion – Gutes Marketing.

    Genau so funktioniert auch die Aufmerksamkeitsökonomie für alternative Fakten: AfD haut einen raus, Medien verbreiten es und locken Klickfutter auf die Seite. Dann entsteht vielleicht noch Kontroverse in den Kommentaren und zack, der Artikel mit einer unbelegten AfD-These bringt Umsatz für den Verlag. Davon profitieren (monetär) letztendlich alle Beteiligten.

    @34: Genau das ist es!
    Man muss daran glauben, dass die unbelegten Behauptungen der Abendlandverteidiger wahr sind. Mit empirischer Forschung hat das selbstredend nichts zu tun.

  39. Jaaa, das ist der Hauptunterschied.
    Im Christentum, oder jedenfalls im Katholizismus, werden vorhandene nicht-christliche Symbole und Bräuche christlich (oder jedenfalls katholisch) umgedeutet, im Islam, oder jedenfalls in den strafferen Islamschulen werden nicht-islamische Symbole und Bräuche am besten ganz ignoriert, weil alle Symbole und Bräuche nur Menschenwerk sind, die mehr irritieren als nutzen. Deshalb trägt der Oberkatholik einen Titel, den auch schon Caesar trug.

    Lange Rede kurzer Sinn – entweder, einem Muslim ist die Form und der Bezug des Dinges egal, und sie oder er will nur die Schokolade, oder aber, es ist ihm oder ihr nicht egal, sondern sieht das als Teil des christlichen Götzendienstes, und isst (und kauft) den Kram sowieso nicht, egal, was auf dem Kassenzettel steht.

  40. Im Artikel steht am Anfang über Herrn Steinhöfel „früher RTL-Moderator, heute Rechtsanwalt“.

    Ich meine mich zu erinnern, daß Herr Steinhöfel zuerst Rechtsanwalt war und erst dann in die Öffentlichkeit gegangen ist. Von Günter Freiherr von Gravenreuth wurde er im Usenet in der Gruppe de.soc.recht.datennetze gerne als „Kollege Dollar“ bezeichnet, weil Steinhöfel eine Zeitlang die Domain „dollar.de“ hatte.

    Steinhövel war es, der im September 1998 das immer wieder falsch verstandene „Link-Urteil“ des Landgerichts Hamburg (312 0 58/98) erwirkte. Als Folge gründete sich der Verein „Freedom For Links e.V.“. Dieser wurde von Steinhövel wegen der Verwendung seines Namens in Meta-Tags erfolgreich abgemahnt. Für Steinhöfel war diese Abmahnung wohl einfach eine Marketing-Aktion, jedenfalls wurde er erst dadurch in der Öffentlichkeit richtig bekannt.

    Steinhövel war auch in anderer Beziehung sehr umtriebig. So warb er mit einem Photos des damals als „Prügel-Prinzen“ bekannten Ernst-August von Hannover (mit der Aussage „Den hätte ich gerne als Mandanten“). Steinhövel wurde dafür von Ernst-August von Hannover abgemahnt, was er erst mal werbewirksam auf seiner damaligen Homepage dollar.de ausschlachtete, bevor er nach mehreren Instanzen den Prozess verlor.

    Er war Werbefigur für „Big Brother“ und „Media Markt“ und gab ganz bewusst die Figur des „Bad Guy“. Er nahm ja dann auch eine Musikplatte auf und bewarb diese mit einem Slogan der Art „Jetzt singt der Arsch auch noch“.

    Insofern kann ich mir gut vorstellen, daß die jetzt hier diskutierten Äußerungen von Steinhöfel als reine Provokation gemeint ist. Es geht wieder nur darum, in der Öffentlichkeit als „Bad Guy“ darzustehen und dadurch Publicity zu bekommen.

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