Live vorm Trump-Tower: Mario Barth entlarvt die Lügenpresse

Die etablierten Medien sind durch den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten endgültig diskreditiert. Zum Glück gibt es längst andere, verlässlichere Nachrichtenquellen.

Mario Barth.

Der war zufällig gerade in New York, hatte in deutschen Zeitungen gelesen, dass da große Proteste vor dem Trump Tower in Manhatten stattfinden sollen und dachte sich, er geht einfach mal hin und guckt sich das an.

Und, Tatsache: Lügenpresse.

Der RTL-Komiker sendet live auf Facebook am Freitagmorgen, wie es vor dem Hochhaus aussieht, in dem Trump wohnt. Er wolle „seriös Bericht erstatten“, sagt er. Und erzählt ironisch angesichts abgesperrter Straßen und fehlender Proteste:

„Und Sie hören’s im Hintergrund, wahnsinnige Demonstrationen, Tausende und Abertausende von Menschen drehen völlig durch. Sind sauer, schreien: ‚Du bist nicht mein Präsident.‘ Man hört’s im Hintergrund. Es sind Millionen und Abermillionen hier auf die Fifth Avenue gekommen, um zu sehen … Ich hab‘ vorhin mal die ‚Welt‘ und ‚Süddeutsche‘ und so gelesen, ist ja irre, was die für Bilder … Ich weiß gar nicht, wo die die herhaben, weil … (kichert) irgendwie sieht man hier nur wirklich, alle Leute hier machen Fotos. Irgendwie machen die nur Fotos. Vom Trump Tower. So. Also, ’ne Demo, ich komm aus Berlin-Kreuzberg, ich bin da bisschen verwöhnt, vielleicht. (…) Also, hier passiert irgendwie gar nix.“

Da sieht man mal wieder, wie einen die Medien verarschen. Berichten einfach, dass da abends große Proteste sind, aber wenn man vormittags hingeht – sind da gar keine Proteste!

Seine Fans danken es ihm mit Kommentaren wie:

Mario Du bist der Größte… die Lästermedien so genial vorführen… 😉

Deutsche Medien sind der letzte Dreck- wie absolut genial von Dir,DANKE!

1,2 Millionen Mal ist das Video laut Facebook angesehen worden. 23.000 positive Reaktionen hat es bekommen, und über 15.000 mal wurde es geteilt, mit Anmoderationen wie:

Für alle die sich gerne von den Medien für blöd verkaufen lassen …😂😂
Wenigstens „ein“ Promi der sich nicht verarschen lässt 👍

Beweise für unsere Lügenpresse…Du bist einfach geil, Mario :-)

Hammergeil. 800 Tausend Aufrufe: Mario Barth steht vor dem Trump-Tower und zeigt uns die nicht statt-findenden Anti-Trump-Demos.
Zitat von Herrn Joachim Haack: „…irgendwann kommt immer einer und guckt einfach mal nach … „

Auch Heinz-Christian Strache, Bundesobmann der FPÖ, teilt Mario Barths Video. Er tut es mit den Worten:

Mario Barth zeigt auf, wie uns diverse Medien für dumm verkaufen wollen…… Es finden keine Massendemos vor dem Trump-Tower in New York statt.

Nun ist der Tag, den sich Barth für seinen Besuch ausgesucht hat, ein besonderer Tag: Es ist Veterans Day. Die traditionelle Parade zieht an diesem Tag durch die Fifth Avenue, an der auch der Trump Tower liegt. Sie endet einige Straßenzüge weiter südlich und führte zu zahlreichen Straßensperrungen.

Vor allem aber, wie gesagt: Die Proteste haben am Abend stattgefunden. Barth steht tagsüber dort.

Mario Barth aber suggeriert, dass die Medien lügen. Und Politiker wie Heinz-Christian Strache verbreiten das – für Menschen, die allen Ernstes glauben, dass all die unterschiedlichen Berichte von den Protesten vor dem Trump Tower, die Fotos, die Videos, die Tweets, die Polizeimeldungen, auch von Verhaftungen, dass die alle gefaked sind.

Und Mario Barth hat bewiesen, dass da abends keine Proteste stattfinden, indem er morgens vorbeigegangen ist.

Auf RTL hat Mario Barth eine Sendung, in der er sich als seriöser Berichterstatter ausgibt und den Eindruck erweckt, dass die deutschen Politiker und Beamten samt und sonders unfähig sind. Nun nimmt er sich die Medien vor.

Und den Medien ist nicht zu trauen. Aber Mario Barth.

Nachher gehen wir mal zum Olympiastadion und gucken, ob das überhaupt stimmt, dass Mario Barth da so große Auftritte macht, und wehe, da ist dann keiner.

Nachtrag, 15. November. In einem neuen Video hat Barth die Reaktionen auf seinen vermeintlichen Faktencheck kommentiert. Er erklärt darin, dass er seine Comedy nicht für die Presse, sondern für seine Fans mache. „Das ist ja irre, was wir damit bewegt haben“, sagt er und bleibt – soweit man das aus seinen konfusen Worten schließen kann – bei seiner Kritik an der Berichterstattung der Medien:

„Ich war in New York. Ich war nicht in den anderen Städten. Weiß nicht, wie es da war. Ich war in New York. (…) In der Tat war da ’ne Demo, 15 Leute. Und als ich weggeflogen bin, waren da, glaub ich, mehr. (…) Letzten Endes ist auch der Zuschauer schuld, dass die Presse so spektakulär berichtet, weil, wenn einer schreibt: ‚Tachchen, Dienstag, ist nichts passiert‘, ist ja langweilig. (…) Ich war vor Ort. Da war keine Demo, als ich vor Ort war, und gut ist.“

Er wiederholt, womöglich halb im Scherz, die Idee, eine Sendung „Mario Barth unterwegs – hier spricht die Wahrheit“ zu machen. Am Samstag hatte er in einem Video aus New York gesagt:

„Wir werden ein neues Sendeformat bei RTL einführen: ‚Mario live vor Ort‘. Find ich ne gute Sache. Einfach, wenn die Presse immer wieder sagt, ‚hier, irgendwat‘, guck‘ ich mir an, ob das stimmt. Mario deckt auf. Nicht nur Steuerverschwendung, sondern die Wahrheit. Das ist ja das, was ich meine: Man muss ja faktisch das doch korrekt berichten. Und dann muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Ich kann doch nicht als Nachrichtensender die Meinungen manipulieren. Sollte man nicht tun.“

 
Medien besser kritisieren.

93 Kommentare

  1. Mario wer?
    Ob das wohl noch einen empörten Fan-Entrüstungssturm hier in den Comments gibt?
    Ich hol‘ schon mal Popcorn!

  2. „Nachher gehen wir mal zum Olympiastadion und gucken, ob das überhaupt stimmt, dass Mario Barth da so große Auftritte macht, und wehe, da ist dann keiner.“

    Bitte wirklich machen :D

  3. Also entweder habe ich die Pointe verpasst oder Niggemeier hat eine andere Auffassung von Humor. Habe in den FB Video nicht bemerkt, dass Mario Barth es völlig ernst meinte mit das was er da erzählt. Merkt man auch an seiner Art wie er spricht usw. – so wie es bei den vielen RTL/Live Auftritten schon immer tat. Zumal er ja dann nach kurzer Zeit wieder über andere Themen gesprochen hat.
    Sorry… für mich suggeriert Barth nicht, dass die Medien lügen (das tun die alle eh auf unterschiedliche Art und Weise – Stichwort: Interpretation) und dieser Artikel als Textformat macht mir nicht klar, ob der Artikel spuren von Zynismus enthält oder doch völlig ernst gemeint war.

  4. War das vielleicht der (misslungene) Versuch einer Satire?
    Oder doch nur Likes fischen in seichten Gewässern?
    Oder glaubt er vielleicht tatsächlich selbst, was er da verzapft?

  5. @ Stefan Niggemeier:

    Es tut mir leid, dass ich hier nachfrage, aber in anderen Diskussionen sind drei meiner Beiträge in die Warteschleife gerutscht. Ich vermute technische im Gegensatz zu inhaltlichen Gründen. Da ich dort jeweils schon nachgefragt hatte (vergebens), ob eine Freischaltung möglich ist, habe ich mir gedacht, dass ich vielleicht hier mal nachhaken darf.

    Ich hoffe, das wird nicht als „unfreundlicher Akt“ oder gar als Störung gewertet (denn so ist es keineswegs gemeint); aber ich wusste nicht, was ich sonst machen sollte und war mir einfach unsicher. Wenn das der falsche Weg ist und man besser eine Email schicken soll, bitte ich um Entschuldigung. Vielleicht können Sie ja ggf. allgemein etwas zum erwünschten Prozedere sagen, wenn ein Kommentar irgendwo in der Warteschleife festhängt (und eine Nachfrage an demselben Ort erfolglos bleibt).

  6. Dieser Herr Barth hingegen rollt bestimmt mit den Augen, wenn er das liest und denksagt: „Oh Mann, dit mit der Lüjenpresse, dit hab ick doch überhaupt jar nicht jesagt. Da wern eim die Worte och im Munde rumjedreht, von dem linken Spinnerpack.“

  7. @BILLIAM: Na, ernst hat der Barth das jedenfalls nicht gemeint. Wenn er den Artikel hier und dessen Weisheiten (morgens/abends) boehmermannesk vorausgesehen und eingepreist hätte, wäre es sogar sein erster guter Witz überhaupt gewesen. Aber das glaube ich auch nicht, es wohl eher ein zweitklassiger Satireversuch und ein zweitklassiges Barth-Bashing.

  8. Ob er das ernst gemeint hat oder nicht ist in diesem Fall völlig egal…..

    sie nehmen es ernst und das ist sowas von traurig……

  9. Sollte Barths Video tatsächlich so eine Art „Satire-Versuch“ sein, wäre spätestens ab dem Zeitpunkt, da die „Strachel-Beere“ ihn für die eigene Politpropaganda verwendet hat, eine Richtigstellung nötig gewesen. Eigentlich schon lang vorher. Entweder wollte Barth es sich nicht mit den eigenen Fans verscherzen, oder es war doch ziemlich ernst gemeint.

  10. Schickt Mario doch mal Montag Vormittags nach Dresden, soll er mal gucken ob da wirklich Pegida demonstriert….

  11. @Wetter (#3): „Sorry… für mich suggeriert Barth nicht, dass die Medien lügen (das tun die alle eh auf unterschiedliche Art und Weise – Stichwort: Interpretation)…“

    Lügen heißt, absichtlich die Unwahrheit sagen. Und nein, das ist nicht „irgendwie“ dasselbe wie eine Themenauswahl zu treffen. Wahrheit ist nicht verhandelbar, also hören Sie gefälligst auf, das zu versuchen.

  12. @6:
    1. Ihres und mein Geschreibsel sind keine Beiträge, sondern Kommentare. Dies ist kein Forum.
    2. Es gibt kein „Freischaltungs“-Prozedere. Alles automatisch. Keine Warteschleife.
    3. Es sei denn, Ihre E-Mail Adresse ist nicht echt.
    4. Sie und Ihre Meinung werden nicht unterdrückt, nur weil andere sie nicht hören wollen.

  13. Viel wichtiger: Hat Mario Barth seine Facebook-Follower eigentlich entlarvt, indem er ihnen dann erklärt hat, dass er natürlich ironisch überspitzt die Lügenpresse-Rufer entlarven wollte, da ja früh am Tag keine Proteste stattfinden?

    Wenn ja, dann ist er doch ganz ok.
    Wenn er aber die Kommentare unkommentiert da stehen lässt, dann hat er genau das so gewollt und RTL muss sich Gedanken machen, ob sie den noch weiter fördern, trotz angeblich guter Einschaltquoten.

    Mann, wir müssen echt viel mehr in Bildung investieren: Die nächste GEneration darf uns nicht auch noch verloren gehen.

  14. Ich finde nicht daß man es sich so einfach machen kann. Natürlich haben Sie recht wenn sie feststellen daß Herr Barth wohl vormittags vor Ort war und deshalb ohnehin weniger Demonstranten zu erwarten waren. Wohlgemerkt an einem Feiertag kurz nach der Wahl eines wahrlich umstrittenen Präsidenten in einer Millionenstadt. In gewisser Weise sind das also Halbwahrheiten von Barth. Nichtsdestotrotz verbreiten viele Medien eben auch häufig Halbwahrheiten indem Sie z.B. mit Berichten über Anti-Trump Proteste eine breite Gegenfront suggerieren, die vielleicht so gar nicht existiert. Ich kann dies nicht beurteilen, und ich bin auch kein Trump-Anhänger, aber wenn man sich z.B. die regelmäßigen Anti-Pegida Proteste in Dresden anschaut und die Berichterstattung darüber dann glaubt man daß es in Dresden eine breite Gegenwehr gegen Pegida gibt. Dem ist aber tatsächlich nicht so, denn die Gegendemonstranten haben gerade mal Teilnehmerzahlen von 200-300 Leuten, während bei Pegida regelmäßig Tausende auf die Straße gehen.

    Der Vergleich mit dem Olympiastadion ist nicht passend, da es für Barths Auftritt einen bestimmten Termin gibt und dieser außerdem keine landesweite Relevanz hat. Die Präsidentschaft Trumps ist momentan hingegen unter den Top-Themen im politischen Bereich, gerade in den USA.

  15. Viele, viele Menschen nehmen das, was MB da gesagt hat, absolut ernst. Es ist egal, ob er es als Witz gemeint hat – sie halten es für ernst. Und das ist ein Problem: wer sich jahrzehntelang das dümmstmögliche Publikum hart erarbeitet, der muss damit rechnen, dass diesem Publikum Ironie nicht zugänglich ist.

  16. Wie ich selber schon des öfteren betrübt feststellen musste, ist dem Publikum hier Ironie auch nicht besonders zugänglich! Insofern unterscheidet es sich in der Mehrzahl nicht von den Fans eines Mario Barth, was in meinen Augen ziemlich bedenklich ist!

  17. @Anderer Max: Doch, es gibt in manchen Fällen ein Freischaltungsprozedere.

    @LLL: Sie könnten einfach eine Mail schicken. Aber so geht’s auch. Ich hab die Kommentare jetzt befreit.

  18. Ich halte das für ein Machtspiel. Natürlich kennen Mario Barth und seine Fans den Unterschied zwischen Tag und Nacht. Aber sie wissen eben auch, was für eine Massenreichweite Barth hat. Und sie wissen, dass so ein Hoax in weiteren Medien Wellen schlägt. Und sie wissen, dass die Medien seit einiger Zeit sehr nervös auf so etwas reagieren. Und das macht ihnen einen riesigen hämischen Spaß, denn jeder von denen dürfte irgendeinen Grund haben, auf Medien wütend zu sein. Deshalb ist es auch völlig witzlos, an dieser Stelle „beweisen“ zu wollen, dass Barth lügt oder dass seine Auftritte im Olympiastadion gar nicht stattfinden, hihi. Denn Übermedien hat nicht die Massenreichweite, die Mario Barth hat. Da wäre die heute-show schon eher geeignet. Es ist wohl so, dass immer mehr Menschen eine Faszination dafür entwickeln, Propaganda zu betreiben, um andere damit zu verunsichern. Einfach weil sie es können, weil Social Media dafür eine ideale Plattform sind. Und dass HC Strache dabei mitmacht, versteht sich quasi von selbst. Es wird also Zeit, Gegenstrategien zu entwickeln, denn die herkömmlichen stumpfen sich immer mehr ab.

  19. Also mit Blick auf das völlig verschwurbelte Gelaber in seiner neuesten Reaktion auf die Kritik kann wirklich keiner behaupten, dass er das Problem erkannt hätte. Im Gegenteil, er macht sich jetzt über die Reaktionen lustig und versteht es einfach nicht (oder soll das jetzt auch wieder lustig gemeint sein?).

    Er ist sich schlichtweg nicht über seine Reichweite und die Auswirkungen seiner Aussagen bewusst. Ich will nicht wissen, wie hoch der Prozentsatz der Leute ist, die es eben nicht als Witz sondern als „Mario Barth deckt auf“ verstehen und jetzt eben weiter darin bestärkt sind, dass unsere Medien alle (!!1!) lügen. Und diese Leute teilen das dann schön weiter.

    Was passiert? Die Klarstellung – die er übrigens ja auch hätte leisten können – bekommt wieder ein sehr sehr großer Prozentsatz der Leute gar nicht mit und es manifestiert sich weiter das Bild einer Lügenpresse und Lügengesellschaft.

  20. Ich hab oben in einem Nachtrag versucht zusammenzufassen, wie Barth auf die Kritik reagiert hat.

    Und für alle, die meinen, dass er doch nur einen Witz gemacht hat, den ich nicht kapiert habe, und das alles nicht ernst gemeint hat, hier noch ein Zitat aus seinem Samstags-Video aus New York:

    „Wir werden ein neues Sendeformat bei RTL einführen: ‚Mario live vor Ort‘. Find ich ne gute Sache. Einfach, wenn die Presse immer wieder sagt, ‚hier, irgendwat‘, guck‘ ich mir an, ob das stimmt. Mario deckt auf. Nicht nur Steuerverschwendung, sondern die Wahrheit. Das ist ja das, was ich meine: Man muss ja faktisch das doch korrekt berichten. Und dann muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Ich kann doch nicht als Nachrichtensender die Meinungen manipulieren. Sollte man nicht tun.“

  21. Holla, da hat sich aber jemand seinen Frust von der Seele geschrieben :-). Und dann auch noch unter Anwendung der bei rechten Gruppierungen sehr beliebten Rethorik, Stichwort (ich kann’s bald nicht mehr hören) „Lügenpresse“. Interessant daran finde ich, dass die Berichte der Presse pauschal als Unsinn abgetan werden, der Bericht von einem zweitklassigen Comedian hingegen wird begierig aufgesogen und ohne den geringsten Widerstand, ohne die geringste kritische Betrachtung sofort als „wahr“ angenommen. Mit Objektivität hat das leider nicht viel zu tun!

  22. Kann mir jemand erklären, warum die Schrift „Trump Tower“ spiegelverkehrt zu sehen ist?

  23. so eine Reaktion auf die aufgebauschte Protest-Berichterstattung war anscheinend nötig. Zumal Proteste gegen die Neuen im White House nicht neu sind. Z.B. bei Obama, war aber nix für die Nachrichten, weil er als Guter eingeschätzt wurde. Busch eher nicht, aber nix für die Nachrichten, weil Kriegstreiber in den Medien immer gut wegkommen. Nur bei Reagan war das anders, weil er als ehemaliger Schauspieler, nur eine Null als President sein konnte. Gegen Reagan gab’s den Protest sogar als Song. „Er ist nicht mein President, ich bin aus Amerika“ (kann man ja mal googeln).

  24. Mario Barth zieht (rechte) Verschwörungstheoretiker an? Was für Umwälzungen soll diese Welt denn noch ertragen?

  25. Eins vorab: ich bin alles andere als ein Mario Barth Fan. Ich würde sogar sagen, dass ich ihn ziemlich hasse. Aber ihn für diese Aktion zu kritisieren finde ich doch wirklich übertrieben. Wenn man sich jetzt einmal versucht in diesen simplen Charakter einzufühlen, hat er doch – zumindest für mich ziemlich offensichtlich – einfach nur probiert einen Witz nach dem Schema „Gucke mal da, da ist gar nichts“ zu machen. Dass nun recht viele seiner Follower/Liker gleich „Lügenpresse“ schreien, ist nicht verwunderlich, wenn man sich den sonst propagierten Humor anguckt. Aber Mario Barth hat mit diesem Beitrag an keiner Stelle „Lügenpresse“ gesagt und meiner Meinung nach auch nicht gemeint.

  26. Mal ganz unabhängig von einfältigen Komikern: Kann mal einer schreiben wieviele Tausende denn eigentlich da immer in den Städten demonstrieren?

  27. @Hundshop: Woran machen Sie fest, dass die Berichterstattung über die Proteste aufgebauscht war? Haben Sie dafür mal ein Beispiel? Oder für die Demonstrationen gegen Obamas Wahl? Oder …

    Kann es sein, dass das alles nur in Ihrem Kopf so zusammenpasst? Über Proteste gegen den frisch gewählten US-Präsidenten wird in den Medien nur berichtet, wenn er (a) kein Guter ist oder (b) kein Kriegstreiber? (Warum zählt Trump nicht als Kriegstreiber?)

  28. Ohgott. Ich hatte gerade eine Offenbarung. Mario Barth wird unser neuer Kanzler. Und Ingo Appelt Präsident.

  29. Ich habe mich aufgrund dieses Berichtes jetzt gerade mal durch die Facebook-Timeline von Mario Barth gescrollt. Das sind doch noch mehr abstruse Behauptungen.

    Da zeigt er eine Panorama-Aufnahme mit dem Artefakt, daß ein sich durch das Bild bewegender schwarzer Mensch breit verzerrt ist und vergleicht diesen mit den Agenten aus den Matrix-Filmen. Da zeigt er eine Schlange von Lastkraftwagen, die Sand geladen haben und behauptet, dies sei der Umzugskonvoi von Donald Trump ins Weiße Haus. Da zeigt er zwei Photos von Polizeifahrzeugen, einmal einen großen Polizeibus und einmal einen Polizei-Smart, und er behauptet, der große Wagen sei zu dem kleinen zusammengeschrumpft worden.

    Da ist doch offensichtlich, daß das alles nicht ernst gemeint ist, sondern Humor sein soll. Jedem denkenden Mensch ist klar, daß ein großer Polizeibus nicht durch Schrumpfung in einen kleinen Smart umgewandelt wird. Und genauso sollte jedem Menschen klar sein, daß eine Berichterstattung bei Sonnenschein nichts über eine Demonstration bei abendlicher Dunkelheit aussagt.

    Man muß diesen Humor nicht lustig finden. Aber es ist doch logisch nachvollziehbar, daß das alles Humor sein soll.

  30. Ich finde Mario Barth so schlecht, ich kann mich nicht mal über ihn aufregen. Nur weil Stefan das hier so schön zerlegt hat, hab ich es auch kommentiert. So funktioniert wohl eine „Filterblase“…? Dank für die Kommentare hier, die da einfach mal die Luft rauslassen! ;-)

    http://wp.me/p77Cs0-171

  31. Geistiger Dünnpfiff wird zur „absoluten“ Wahrheit und echtem Journalismus stilisiert. Seit mehr als 20 Jahren machen RTL und Konsorten das so!!!! Schön, dass es so vielen auffällt👍😄 endlich 😊

  32. @27 MARIAN SCHRAUBE
    Das passiert wenn man ein Video oder Bild mit der Frontkamera aufnimmt und das Smartphone das Ergebnis nicht automatisch spiegelt

  33. @24 Stefan Niggemeier

    Wie stellt man sich das vor?

    Meldung: Erdbeben in Neu Seeland

    MB fliegt nach Christchurch: „Hier bebt die Erde nicht – alles ruhig. Meine Fürze machen mehr Bums. Da sind kaputte Häuser. Das hätte ich nach einem Chili con Carne verursachen können. Oder Tante Rita, ne. Wah?“

    Facebook-Publikum: „Sist du, kein Edbebn, war bstimt 1 Bombe. Lugenfresse!“

    Ich finde es gut, wenn man die Presse auch kontrolliert oder sie sich gegenseitig kontrolliert, daber da schau ich lieber Zapp. Oder schau hier mal rein.

  34. Die Frage ist doch, ob Mario Barth wirklich eine Verantwortung dafür trägt, wie seine Fans (die sicherlich nicht schlauer sind als er) das Material interpretieren, das er ihnen darbietet. Denn einen Interpretationsspielraum gibt es: Er hat nicht gesagt, dass es sich um Falschberichterstattung handelt, und er war darüber hinaus ironisch.

    Und tatsächlich könnte es sogar ein berechtigtes sachliches Interesse daran geben, die Dinge einmal so zu zeigen, wie Barth es getan hat: In der Tat bekommt man nämlich als Leser deutscher Medien leicht den Eindruck, das halbe Land ist auf den Beinen gegen Trump. Diese Skandalisierung der Wahl Donald Trumps ist natürlich nachvollziehbar: Mit diesem Narrativ hat man sehr viel mehr zu erzählen als bei nüchterner Betrachtung, und man bekommt auch viel mehr Klicks. Die Deutschen, das wissen wir ja aus sehr sinnvollen Umfragen, hätten Trump nur 4% ihrer Stimmen gegeben. Leider durften sie nicht wählen.

    Hätte Barth also deutlicher machen müssen, dass er nicht grundsätzlich bezweifelt, dass Demonstrationen stattfinden, sondern allenfalls, dass sie nicht rund um die Uhr stattfinden? In einem nicht ganz ernst gemeinten Beitrag? Ich denke nein. Der nächste Schritt wäre dann nämlich, dass jeder nicht ganz ernst gemeinte Beitrag als solcher gekennzeichnet werden muss. Satire ist dann nicht mehr möglich.

    Wer Mario Barth ernst nimmt, hat meiner Ansicht nach nicht die Reife, an demokratischen Wahlen teilzunehmen. Aber ist das die Schuld von Mario Barth?

  35. Mario Barth nennt sich Comedian. Er ist also einer, der lustig daher kommt, Witzchen macht und erreichen möchte, dass die Menschen über ihn lachen. Er will nicht ernst genommen werden.

    Sein Publikum möchte Unterhaltung.
    Unterhaltung ist das Bedienen des ausgesuchten Massengeschmacks. Wenn das Publikum zufrieden nach Hause geht und keine weiteren Fragen offen bleiben, hat Unterhaltung ihr Ziel erreicht.
    Intellektuelle Seichtheit spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ein Publikum, das intellektuell nicht überfordert wird, kann Unterhaltung leichter aufnehmen und wird zufriedener nach Hause gehen als ein Publikum, dem man hohe intellektuelle Leistungen abverlangt, damit es einer Darbietung folgen kann.

    Barths Darbietungen sind nicht darauf ausgelegt, an das Publikum hohe intellektuelle Forderungen zu stellen. Das würde seiner Absicht, seine Fans unterhalten und zufrieden nach Hause zu entlassen zuwiderlaufen. Möglicherweise bliebe da einigen Fans das Lachen im Halse stecken, wenn man ihnen die Gelegenheit böte, sich mit den Aussagen dieses Spaßmachers tiefgreifender auseinanderzusetzen.
    Das kann natürlich nicht seine Absicht sein.

    Also liefert er vorgefertigte Versatzstücke, die sich in das – ebenfalls vorgefertigte – Weltbild seiner Fans und Follower nahtlos und ohne große Anstrengung adaptieren lassen. Alle sind zufrieden. Niemand wird geistig überfordert.

    Mario Barth ist ja kein Idiot, was das Geschäftliche angeht. Er weiß eben zu gut, dass Fans, denen intellektuelle Hürden vorgesetzt werden, sich abwenden. Und er weiß natürlich auch, wie man solche Leute bei der Stange hält. Dass der Spaßmacher ähnlich tickt wie seine Fans, ist dabei von Vorteil. Es ist eine Symbiose. Der Spaßmacher liefert Plattitüden, seichte Witzchen und leicht zu verstehende Aussagen. Das Publikum wird hübsch unterhalten und schenkt seinem Unterhalter Applaus.

    Warum fällt mir in diesem Zusammenhang gerade die Geschichte der beiden Idioten ein, die sich gegenseitig bestätigen und deshalb glauben, die Wahrheit gefunden zu haben?

  36. Ja , denkt denn keiner an die Zeitverschiebung? Bei uns war Abend, als MB da vorbeigeschaut hat!
    Jetzt hab ich ihm intellektuell zu viel zugetraut, sorry!
    Seine Sendung „…deckt auf“ hab ich mir einmal angetan (nur zu Forschungszwecken!). Da kam kein einziger Beitrag über irgendetwas, das ich nicht vorher schon in einer Zeitung gelesen, im Radio gehört, im Fernsehen gesehen hätte. So viel zum Thema „Lügenpresse“ und seiner Auffassung von „Aufdecken“. Interessant, dass solchen Typen manche Leute ihre sauer verdiente Kohle in den Arsch schieben.

  37. @ 39 Hama
    Es gibt auch Fernsehzuschauer (zu denen ich gehöre), die bei den Berichten über die Demos in der Tagesschau die Achseln zucken und fragen: Gehört das wirklich hierher, dass von 20 Millionen WählerInnen jetzt ein paar Tausend gegen den Wahlausgang protestieren?
    Meine Meinung: Nein.
    Trotzdem unterstelle ich nicht gleich irgendwelche Absichten oder bezeichne die Berichte als Lüge.
    Mehr Gelassenheit!

  38. @Stefan Niggemeier. Sie fragen nach einem Beispiel, bitte. Die Protest gegen Obama sind fürwahr kein Ruhmesblatt, aber man kann sie auch nicht in Abrede stellen. Einen ersten Eindruck der Geschichte der Not-my-President-Proteste gegen Obama gibt es ihn hier:

    https://www.google.de/search?q=obama+%22not+my+president%22&biw=1232&bih=837&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwjlnpTV76zQAhUhLcAKHS4UC6MQsAQIJA&dpr=1#tbm=isch&q=obama+%22mot+my+president%22

    Und bitte meinen Text noch mal genau lesen. Ich habe nichts von Demonstrationen gegen Obama geschrieben, sondern von Protesten, da gibt trotz aller Aufgeregtheit einen Unterschied.

    Auch zu Trump steht kein freundliches Wort in meinem Text. Woran machen Sie fest, das ich ihn für keinen Kriegstreiber halte? Ihrer Meinung nach stand das zwischen den Zeilen, richtig? Lesen und verstehen ist manchmal gar nicht so einfach. Meinen Schülern rate ich deshalb, bei der Textinterpretation den Text niemals ganz außer Acht lassen.

  39. Natürlich ist es recht plakativ genau Mario Barth hier herauszustellen. Aber grade im Zuge der Flut an Fehlinformationen im amerikanischen Wahlkampf bietet die Geschichte doch ein schönes Beispiel. Mario Barth betreibt keinen objektiven Journalismus und behauptet das auch nicht, aber er stellt sich vor sein Publikum und verkündet eine Weltsicht, die von diesem Publikum als Realität empfunden wird.
    Wenn ein Mario Barth über die von ihm empfundenen Geschlechterrollen auslässt, muss er mit der Kritik der Gleichberechtigungsbewegungen leben – wenn er sich jedoch an den Ort politischen Geschehens bewegt und behauptet live andere Informationen zu haben als die Presse, dann setzt er sich damit auch der selben Kritik aus wie die Presse – so hier geschehen.

    Wenn das ganze einen humoristischen Hintergrund hat, dann sehe ich den ebenfalls nicht (anders als bei den genannten Beispielen über geschrumpfte Polizeiautos) und eine Richtigstellung von wegen „Ja, klar, die Presse zeigt Bilder von gestern Abend, ich war später da…“ wird spätestens notwendig wenn in den Kommentaren auffällt, dass seine Darbietung ernst genommen wird oder gar von Parteien instrumentalisiert.

    Alternativ hat das ganze (inklusive der politischen Nutzung seines Beitrags) genau den Effekt den Herr Barth da erzielen wollte… das wirft dann allerdings andere Fragen auf.

    Selbst wenn es halt eine dumme und unüberlegte Aktion war und die Kritiker hier einfach nicht den Humor dafür mitbringen… jede Person des öffentlichen Lebens, die eine gewisse Reichweite hat, besitzt eine Verantwortung wie sie mit dieser Reichweite umgeht. Wenn Prominente Blödsinn erzählen, der sich leicht durch die Tagespresse wiederlegen lässt, liegt es am Empfänger sich vernünftiger zu informieren – prangert aber ein Prominenter diese allgemeine Berichterstattung selbst an, suggeriert also, dass die geläufige Presse ihm zwar widersprechen wird, er aber mehr Recht hat, befinden wir uns in deutlich kritischeren Gewässern.

    In diesem Sinne: Guter Artikel der sich vor allem mit einem Thema befasst, das uns bei der nächsten Bundestagswahl auch bevorsteht.

  40. @Hama, 40: Aber er konnte doch nur deshalb ironisch sein, weil er wohl tatsächlich glaubte, dass es irgendwie „komisch“ ist, dass dort niemand demonstriert. Obwohl doch die Medien darüber berichtet haben. Das zeigt doch, dass er zu diesem Zeitpunkt einfach nicht geschnallt hat, dass es im wahrsten Sinne des Wortes „witzlos“ ist, an einem Ort keine Demos festzustellen, von dem Niemand behauptet hat, dass dort zu diesem Zeitpunkt Demos stattfinden.

    Einem Mario Barth da weitere Metaebenen des abgründigen Humors zu unterstellen, ist doch ziemlich abwegig. Sein Credo lautet ja auch nicht „Mario Barth deckt auf, wo es gar nichts aufzudecken gibt“ – Und das ist dann irgendwie lustig, höhö.

    Wie Schmidt123 in #41 gut beschrieben hat, kann man Mario Barth jedenfalls attestieren, einen sicheren Instinkt dafür zu haben, sein Publikum nicht zu überfordern. Und die Reflexe dieses Publikums dürften ihm auch bewusst sein. Und dieser Reflex lautet eben „Lügenpresse!“, in diesem Fall. Da wäre es fast konterproduktiv, wenn er diesen Vorwurf ausdrücklich selbst erheben würde. Das ist die Art von „Eigenleistung“, die er seinen Fans dann durchaus zu recht zutrauen kann.

  41. @Hundshop:

    Woran machen Sie fest, das ich ihn für keinen Kriegstreiber halte?

    Nun, Sie schreiben, dass die Presse dann nicht über Proteste gegen einen Präsidenten berichtet, wenn er als Guter eingeschätzt wird (wie Obama). Wenn er als Böser eingeschätzt wird (wie Bush), berichtet die Presse trotzdem nicht über Proteste, wenn er ein Kriegstreiber ist (wie Bush).

    Nach dieser Logik würde die Presse nicht über die Proteste gegen Donald Trump berichten, wenn er wie Bush wäre (böse + Kriegstreiber).

    (Ich finde das alles sehr abwegig. Wenn ein paar Tausend Menschen vor dem Wohnsitz des gewählten Präsidenten demonstrieren, ist das natürlich eine Nachricht, insbesondere wenn dabei auch noch ein paar Dutzend Leute festgenommen werden. Ganz egal, um welchen Präsidenten es sich handelt.)

  42. Darf ich mich wiederholen? An alle, die meinen, dass das doch nur ein Witz war, den der Barth da gemacht hat. Er sagt:

    Das ist ja das, was ich meine: Man muss ja faktisch das doch korrekt berichten. Und dann muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Ich kann doch nicht als Nachrichtensender die Meinungen manipulieren. Sollte man nicht tun.

    Nichts daran deutet darauf hin, dass er hier einen Witz gemacht hat, etwa der Art: Höhö, ich geh einfach mal zu ner anderen Zeit da hin und gucke, wo die Demonstrationen sind, und, höhö, sind gar keine, klar.

    (Selbst wenn er es anders gemeint hätte: Die ungezählten Reaktionen seiner Fans und von Leuten wie Strache zeigen, dass er nicht so verstanden wurde. Aber es deutet auch nichts darauf hin, dass sie ihn falsch verstanden haben.)

    Mario Barth spielt da die Rolle von jemandem, der einfach mal hingeht und überprüft, was die Journalisten so sagen. Das passt genau zu der Rolle, die er bei RTL seit längerem spielen darf, wo er einfach mal hingeht und überprüft, was Politiker so anrichten.

    Das ist lustig präsentierter Möchtegernjournalismus. Aber es ist leider kein Witz.

  43. @48. Stefan Niggemeier:

    Es spielt überhaupt keine Rolle, wie er irgendwas gemeint hat. Oder ist irgendjemand ernsthaft an einer Gesinnungsprüfung für Mario Barth interessiert? Es kommt nur darauf an, wie das, was er (ursprünglich) gesagt hat, interpretiert werden kann, und ob jemand so naiv ist, Mario Barth ernst zu nehmen. Mario Barth ist keine Zeitung.

    Abgesehen davon widerspricht das (neue) Zitat nicht dem, was ich vorher gesagt habe; man kann durchaus auf dem Standpunkt stehen, dass eine gewisse Manipulation der öffentlichen Meinung in der Berichterstattung über Trump in Deutschland stattfindet. Zumindest soweit das Ausmaß übertrieben ist (und im Übrigen kann man das bereits den klickheischenden Überschriften auf SPON entnehmen). Und dazu hat Barth einen Gegenstandpunkt geäußert: Das Leben in New York geht eben weiterhin seinen gewohnten Gang, auch wenn manchmal demonstriert wird. Aber von dieser Normalität wird nicht gleichzeit auch berichtet, es wird nur berichtet, dass jetzt Chaos ist. Das ist eine Verzerrung der Realität.

  44. @Hama

    Sucht man nach „Chaos“ bei den Protesten gegen Trump in New York, so findet man exakt eine Quelle: NBC! Wer verzerrt denn nun mehr die Realität? Die deutschen Medien oder ihr Kommentar über die deutschen Medien?

  45. @Hama: Haben Sie mal ein oder zwei Links zu den schlimm übertriebenen Berichten darüber?

    Und der Satz „Mario Barth ist keine Zeitung“ trifft genau den Kern des Problems: Viele Menschen glauben den Zeitungen nicht mehr. Aber sie glauben allen anderen.

    Und schließlich: Wenn Sie in den Nachrichten hören, dass irgendwo Demonstrationen stattgefunden haben, glauben Sie dann, dass dort nun ununterbrochen immer Demonstrationen stattfinden? Das ist doch das Wesen von Nachrichten, nicht zu melden, wenn das Leben seinen gewohnten Gang geht, sondern wenn etwas Ungewöhnliches passiert. Ja, das sorgt zu einer verzerrten Wahrnehmung, weil wir dadurch zum Beispiel die Gefahr überschätzen, Opfer einer Straftat zu werden, weil über Straftaten dauernd berichtet wird, aber nicht über die vielen, vielen Menschen, die jeden Tag nicht Opfer von Straftaten werden. Aber als Mediennutzer lernt man, dass Nachrichten so sind, und kann sie entsprechend interpretieren.

  46. Sehr geehrter Herr oder Frau Hama,

    ich finde es rührend, wie Sie Mario Barth verteidigen wollen. Freilich, was er sich dabei wirklich gedacht haben mag, das wissen wir alle nicht sicher. Aber man kann ja ganz einfache Überlegungen anstellen, um der Sache näher zu kommen:

    Um etwas ironisch meinen zu können, muss man überhaupt irgendeine Meinung zu einer Sache haben, denn sonst kann die kundgetane Meinung ja gar nicht uneigentlich sein. Es braucht also auch eine eigentliche Haltung zu der Sache, die man ironisieren kann. Was wäre denn dann die von Mario Barth? Es gibt keine, würden sie sagen: War nur reiner Spaß, ohne Hintergedanken. Könnte sein, … aber eigentlich nur wenn man den Begleittext von M.B. völlig ausblendet.

    Damit Ironie funktioniert braucht der Komiker zudem eine Art geheimes, gemeinsames Wissen mit dem Publikum darüber, wie es eigentlich zu sehen ist. Was wäre das hier? Was ist der gemeinsame Standpunkt mit dem Publikum, der hier karikiert werden sollte? Das wiederum kann man ja an den facebook-Kommentaren der Fans sehen.

    Gut sieht das alles für M.B. nicht aus, finde ich.

  47. Ich hätte irgendeinen Kommentar von Mario Barth über irgendetwas grundsätzlich als überzogen wahrgenommen; das Problem scheint mir hier wirklich mehr auf der Empfängerseite zu liegen.
    Also die Einstellung, dass Mario Barth per se glaubhafter ist als irgendwelche beliebigen Medien.

    Und vllt. hat er ja wirklich etwas spektakuläreres erwartet, Demos rund um die Uhr, Sitzblockaden, Leute, die sich so an die Eingangstür festketten, dass Trump nicht mehr raus kann, Frauen oben ohne, was weiß ich. Diese Berliner sind aber auch echt verwöhnt.

  48. @Hama Während hunderte Rechte auf dem Maidan Mollis schmissen ging das Leben von Millionen anderen Menschen in Kiew und anderswo auch weiter seinen normalen Gang. Nach deiner Logik hätte man darüber also auch nicht berichten sollen. Ab welcher Prozentzahl einer Gesamtbevölkerung dürfen medien denn über Proteste berichten?

  49. Ihr müsst jetzt alle ganz Tapfer sein: Mario Barth existiert überhaupt nicht. Er ist nur ein Hologramm, das in einer Kreuzberger Hinterhofklitsche programmiert wird. So sehr es auch schmerzen mag – es ist die Wahrheit!

  50. @51. Stefan Niggemeier

    Ich habe nicht gesagt, dass die einzelnen Berichte über Demonstrationen übertrieben waren, obwohl das natürlich möglich wäre. Es wird aber wohl kaum jemand behaupten wollen, dass in der Woche seit Trumps Wahl nicht jeden Tag die deutschen Medien voll gewesen sind von Spekulationen und Horrorvisionen und wie jeder das schlecht findet, dass Trump jetzt Präsident wird und was er alles falsch macht. Aus diesem Bombardement kann man nur eine „zulässige“ Meinung herausdistillieren, nämlich dass Trump böse ist und keiner weiß wie es so weit hat kommen können und dass die Welt am Abgrund steht. Ist es nur ein Zufall, dass gerade diese Präsentation von „Fakten“ am schönsten zu erzählen ist und die meisten Klicks bringt, weil es einen gemeinsamen Feind gibt? Ich glaube nicht.

    Aus diesem Bombardement mit Sichtweisen, die alle in dieselbe Richtung gehen, zusammen mit Berichten über Demonstrationen, könnte man den Schluss ziehen, dass das tatsächlich alles relevant ist und in den USA gerade Unerhörtes stattfindet und praktisch alle Amerikaner dagegen sind. Dabei ist es nur ein Schreikonzert der (nicht nur deutschen) Medien, und sie schreien um Aufmerksamkeit, damit die Menschen ihre Produkte konsumieren. Trump ist das perfekte Vehikel für sie.

    Wenn man sich dann mal da hinstellt, wo sonst Demonstrationen stattfinden und sieht da keine, dann ist das ein interessanter Kontrast zu dem Eindruck, den man allein aus dem Überfliegen der Startseite von SPON in der letzten Woche täglich bekommen konnte.

    Und das alles findet nicht statt, weil Trump ein furchtbarer Präsident wäre. Er hatte ja noch nicht einmal die Gelegenheit, als Präsident einen Fehler zu machen, weil er das Amt erst im Januar antritt. Das ist alles noch das Nachwahlgeplänkel, weil die Medien einfach noch kein besseres Thema gefunden haben, nachdem man wochen- oder gar monatelang von der Möglichkeit zur USA-Berichterstattung verwöhnt war.

    Was mit der Skandalisierung der Wahl Donald Trumps derzeit in den US-Medien aber auch hier (weil man sich das eh aus den US-Medien zusammenübersetzt) stattfindet, ist ein nahtloser Übergang von den Fehleinschätzungen, die zu seiner Wahl geführt haben, zu den Fehleinschätzungen nach der Wahl.

  51. @60
    Ein Stückweit kann ich da zustimmen. Mich stört in jedem Präsidentschaftswahlkampf in den USA aufs Neue, dass der republikanische Präsident von den deutschen Medien eindeutig einen Malus bekommt – Trump sogar extrem. Den bekommt er bei mir ja auch, aber es geht ja bei Presse nicht nur um Meinungsmache oder -bestätigung, sondern um Information. Und die steht leider hinter dieser inhaltlichen Agenda zurück. Es ist schon öfter Vorgekommen, dass der siegende Kandidat nicht die meisten Stimmen hatte aufgrund des Wahlsystems. SpOn beispielsweise hat es geschafft, das am Vormittag nach der Wahl fast wie einen Skandal wirken zu lassen – schon wieder.

    Zu Barth: Mag sein, dass er das ironisch meinte. Ich habe ihn noch nie verfolgt, ich kanns mir vorstellen. Finde es nur recht merkwürdig, wenn dann soviele seiner treuen Fans die Ironie nicht kapieren. Das bedeutet entweder, dass sein Plan nicht aufging, denn keiner hat die Pointe geschnallt. Oder, nun ja, die noch weniger schöne Version, da war gar keine ironische Pointe. Beides irgendwie doof.

  52. @61 Knorke

    Seit 1999 haben die republikanischen Präsidentschaftskandidaten Bush Jr, Romney und Trump nun mal spätestens im Wahlkampf bewiesen, das sie für Europa, Asien und Afrika zumindest eine schlechte Wahl sind und waren. Auch hatte man allen dreien nicht zugetraut, einen Staat zu regieren und zwar so, dass alle Menschen inkludiert sind.
    Bush Jr konnte die Befürchtungen leider spätestens 2003 erfolgreich beweisen, bis dahin war er überraschend souverän aufgetreten und hatte sogar große Sympathien nach den Flugzeugattacken im September 2001 – sowohl medial als auch in der deutschen Bevölkerung.

    Romney hatte Glück, nicht gewählt zu werden.

    Und bei Trump muss man hoffen, dass er von der Partei und vom Kongress angeleitet wird.

    Bei McCain konnte man ihm nur einen Lapsus im Wahlkampf nachweisen und das war im TV-Duell als er Obama mit ‚that one‘ ansprach und sonst wurde McCain auch in Deutschland als fähiger und erfahrener Mann dargestellt, der einfach eine traditionell konservative US-Politik verfolgt (geringe Steuern, wenig Staat und internationale Präsenz).
    Wenn er nicht gegen Obama angetreten wäre, wäre er locker Präsident der USA geworden.

    Davor hatte Bush Sr. eine solide Regierung, die einfach am Niedergang der UDSSR obsolet geworden war und in der Aufbruchstimmung wollte man Clinton.

    Reagan war zwar ein kalter Krieger, aber das war damals wahrscheinlich notwendig.

    Die Republikaner beweisen leider, dass sie nach Bush Sr bis auf McCain nie fähige Leute als Präsidentschaftskandidat zugelassen haben.

    Aber dann hier in Deutschland anzudeuten, dass man einem republikanischen Präsidentschaftskandidaten automatisch einen Malus vergibt hier in Deutschland, ist viel zu kurzsichtig und unanalysiert.

  53. @Hama / 60
    Nein, das ist nicht nur ein „Schreikonzert der Medien“. Viele Menschen in den USA (und darüber hinaus) haben tatsächlich große Angst, was angesichts dessen, was Trump im Wahlkampf gesagt hat, wie er es gesagt hat und was er nach der Wahl bisher getan hat, auch sehr berechtigte Gründe hat. Das sind natürlich nicht alle Amerikaner, vielleicht nicht einmal die Mehrheit (k. A.), aber doch sehr viele. Von denen wiederum gehen natürlich nicht alle auf die Straße, aber doch so viele, dass darüber berichtet werden sollte. Ist schließlich, soweit ich weiß, nicht gerade üblich, dass gegen einen frisch gewählten Präsidenten spontan größere Demonstrationen stattfinden.

  54. @60:

    „Wenn man sich dann mal da hinstellt, wo sonst Demonstrationen stattfinden und sieht da keine, dann ist das ein interessanter Kontrast zu dem Eindruck, den man allein aus dem Überfliegen der Startseite von SPON in der letzten Woche täglich bekommen konnte.“

    Der „interessante Kontrast“ ist aber verlogen. Und ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst. Die Medien übertreiben und Barth desinformiert. Die Medien äußern ihre Meinungen zur Situation und Barth berichtet faktisch falsch, wird von seinen Zuschauern ernst genommen und durch seine Rolle als Comedian praktisch vor Kritik immunisiert: Wer es glaubt, der glaubt es und wer kritisiert, der wird auf seine Rolle als Ulknudel verwiesen.

    Barth nutzt praktisch aus, dass er unantastbar ist, wenn er sich taktisch auf die Rolle des Spaßmachers reduzieren kann, sobald seine Erkenntnisse von anderen zerpflückt werden.

  55. @64. Earendil

    Was ich sagen wollte ist, dass die Mainstreammedien nur einen Teil der Wirklichkeit abbilden, und zwar den Teil, den sie für dienlich halten, das zu befördern, was sie für richtig halten (zum Beispiel: Kriminalität von Ausländern wird eher neutral oder gar nicht dargestellt, Kriminalität gegen Ausländer wird skandalisiert – diese entspricht dem Weltbild, das die Eigenschaft „Ausländer“ nicht relevant ist). Dabei werden Teile der Realität, die nicht in dieses Bild passen, entweder ignoriert oder sogar verbogen. Das ist der Grund dafür, dass viele Menschen ihre Wirklichkeit nicht in den Medien repräsentiert finden. „Lüge“ meint dann in diesem Zusammenhang nicht nur Falschdarstellung von Fakten, sondern auch Transport von Meinungen, die man nicht teilt. Dieser Meinungstransport findet aber meistens nicht explizit statt, sondern spiegelt sich in der Auswahl von Fakten und der Art der Darstellung als gut und böse. Einer Darstellung von Fakten liegt – wenn man sich nicht sehr um Objektivität bemüht – unterschwellig ein Weltbild zugrunde. Teilt der Rezipient dieses Weltbild nicht, erscheint ihm die Faktendarstellung als Lüge, denn sie war ja nie völlig objektiv.

    Schaut man sich die Situation der Medien an, die Aufmerksamkeit benötigen, um ihre Produkte abzusetzen, so wird verständlich, warum bestimmte Faktendarstellungen präferiert werden: Man löst beim Leser (auch) Emotionen aus, wenn sein Weltbild entweder bestätigt wird oder etwas seinem Weltbild zuwiderläuft. Durch Skandalisierung wird also ein höherer Absatz erreicht als durch bloße nüchterne Faktendarstellung. Das führt dazu, dass eine Polarisierung in der Bevölkerung stattfindet. Die, deren Weltbild von der Mainstreampresse repräsentiert wird gegen die, bei denen das nicht der Fall ist. In der Vergangenheit war es nun so, dass die nicht repräsentierten Pech gehabt hatten – es gab im Grunde nur die Mainstreammedien. Heute ist das anders: Im Internet kann sich jeder seine Nachrichten selbst zusammenklicken. Dadurch können auch die, deren Weltbild nicht von den Mainstreammedien repräsentiert wird, ihr Weltbild pflegen. Im Ergebnis führt das dann zu einer immer stärkeren Polarisierung, weil jetzt Waffengleichheit herrscht: Jeder hasst die jeweils andere Seite (unabhängig von rationalen Argumenten).

    Und in der Demokratie ist es nunmal so, dass Mehrheiten entscheiden, nicht Argumente an sich (es gibt ohnehin kein richtig und falsch, Moral und Ethik sind keine absoluten Kategorien, sondern nur mehr oder weniger überzeugende Theorien). Man wird also entweder mit der Spaltung und ihren Konsequenzen leben müssen oder man versucht die Spaltung zu überwinden (aber nicht, indem man sie durch Skandalisierung noch vergrößert).

  56. @60

    Ein weiteres Problem stellt auch dar, dass die Wahlversprechen des republikanischen Kandidaten stark entgegen unserer Vorstellungen von Menschen- und Völkerrecht stehen. Massendeportation, die Verallgemeinerung eines Nachbarlandes als „rapists and drug dealers“, die Registrierung von Bürgern mit bestimmter Religionszugehörigkeit (was uns besonders in Deutschland tragische Erinnerungen wach ruft), Grenzwände und vieles mehr. Das einfache berichten von Zitaten (oder alten Tweets) wird von seiner Kampagne direkt als Diskreditierung durch die Presse dargestellt (begleitet vom Aufruf ein nonexistentes Gesetz zu ändern, so dass die Presse besser verklagt werden kann).

    Donald Trump schaffte es mit einer Ladung an Skandalen Präsidentschaftskandidat zu werden, von dem jeder einzelne einen Deutschen Politiker das Genick gebrochen hätte. Er lief in einer Kampagne faktenferner offensichtlicher Unwahrheiten auf der Plattform „meine Konkurrentin ist eine Lügnerin“ und ist damit durch gekommen.

    Es gibt valide und angebrachte Kritik an der Kandidatin der Gegenseite, die bedauerlicherweise unter den Tisch fällt, aber Trumps Wahlversprechen und Andeutungen ernst zu nehmen, die Probleme dahinter auszusprechen und seine Aussagen in den Kontext der Realität zu ziehen ist die Aufgabe der Presse. Mehr Mäßigung wäre sicherlich wünschenswert, aber weniger das wäre auch ein Präsident mit einer weniger menschenverachtenden Grundagenda.

    @ Topic: Ich habe einmal in diese „Mario Barth deckt auf“ Sendung geschaut… Das Sendekonzept gibt zumindest vor den Zuschauer über Missstände aufzuklären und zu informieren… Satirische Nachrichtenformate (wie die Heute Show oder der Postillon) existieren und geben nie vor etwas anderes als genau das zu sein. Ohne jede Bindung an journalistische Ethik Journalist spielen und bei fehlerhafter oder ungenügender Berichterstattung „ach ist ja eh nur Comedy“ zu sagen ist meines Erachtens nach eines der Probleme das zur Presseverdrossenheit führt. Im vorliegenden Fall stellt sich jemand hin und liefert allen Seiten Material – Er diskreditiert die normale Presse mittels „ich bin vor Ort, alles gelogen“ und gleichzeitig durch seine Methodik sich selbst. Sich da zumindest zu fragen „Warum macht er das? Was soll das?“ ist definitiv legitim

  57. @65 Hama

    „Heute ist das anders: Im Internet kann sich jeder seine Nachrichten selbst zusammenklicken.“

    Aber das Problem liegt hier nicht im selbst zusammenklicken der Nachrichten sondern im eigenen erstellen scheinbarer Fakten und der Präsentation dieser als absolute Wahrheit wenn sie dem eigenen Weltbild entgegen wirken.

    Wenn die Medien nicht über Flüchtlingskriminalität berichten, weil diese beispielsweise nicht in berichtwürdigem Maße vorliegt (man vergleiche die skandalisierten Berichte der Daily Mail über marodierende und vergewaltigende Horden von Flüchtlingen auf allen Straßen Deutschlands, vor denen selbst die Polizei kapitulieren musste, während brave Bürger zu hause bleiben).
    Aus dem Gedanken „da muss es aber mehr Kriminalität geben, da wird uns nur was verschwiegen“ erwächst leider nicht der Wunsch nach differenzierterer Berichterstattung sondern der Wunsch nach bestätigender Berichterstattung

  58. @65. skl

    Nein, der „interessante Kontrast“ ist nicht verlogen, er ist nur ein „interessanter Kontrast“. Wie man das interpretiert, bleibt einem selbst überlassen. Der Punkt ist, dass es Darstellungen der Wirklichkeit gibt, die sich nicht mit den Mainstreammedien decken, und das weckt Zweifel an den Mainstreammedien (unabhängig davon, ob die „berechtigt“ sind). Mario Barth an sich interessiert mich nicht, relevant ist er nur insofern, als er ein größeres Publikum hat als ein X-beliebiger Youtuber.

    @68. M

    „Aber das Problem liegt hier nicht im selbst zusammenklicken der Nachrichten sondern im eigenen erstellen scheinbarer Fakten und der Präsentation dieser als absolute Wahrheit wenn sie dem eigenen Weltbild entgegen wirken.“

    Wer entscheidet denn, welche Wahrheit relevant ist und welche nicht? Ausschließlich das jeweilige Medium. Und ich meine hier die Entscheidung, nicht die Begründbarkeit dieser Entscheidung, denn eine „absolute Wahrheit“ gibt es in der Tat nicht, folglich ist auch jede Entscheidung begründbar (manche natürlich nicht sehr überzeugend).

    Was die differenziertere Berichterstattung angeht: Ich glaube daran führt kein Weg vorbei, wenn man sich vom Vorwurf der „Lügenpresse“ exkulpieren möchte. Dann verärgert man zwar auch den Mainstream, weil der natürlich glaubt, er sei im Besitz der einzig gültigen Wahrheit, aber das muss es einem schon wert sein, wenn man es ernst meint.

  59. @69: „denn eine „absolute Wahrheit“ gibt es in der Tat nicht“
    finde ich als absolute Aussage schwierig. Im vorliegenden Beispiel gibt es eine reale Anzahl an Strafdelikten unterschiedlicher Art die durch Menschen mit Flüchtlingsstatus begangen werden.
    Wenn ich über jede einzelne dieser Straftaten berichte, nicht aber über Straftaten durch Deutsche, verzerre ich das Bild dieser Realität. Gleichsam wenn ich überhaupt nicht über diese Straftaten berichte.
    Die Zahlen selbst werden vielfach berichtet, der Unterschied in der kritisierten „Mainstream“ Berichterstattung und der „differenzierten“ Berichterstattung die „auch mal sagt wie es ist“ liegt daran, dass in ersterem die Zahlen (idealerweise) in einen Kontext gesetzt werden.

    Der Unterschied zwischen „X Straftaten wurden durch Flüchtlinge begangen“ und „X der Y Straftaten wurden durch Flüchtlinge begangen, das sind Z %, ein Anstieg von ZZ%. Bei der Mehrheit dieser Straftaten handelte es sich um Schwarzfahren“ (anstatt der ansonsten impliziten Delikte Raub, Mord, Vergewaltigung) ist genau diese differenzierte Auseinandersetzung.

    Aus dem Kontext kann ich nahezu jeden Sachverhalt negativ erscheinen lassen. Kontext kann relativierend wirken, selbstverständlich, aber wir haben eher das Problem, dass eine Seite ungehemmt „das ist die Apokalypse“ schreit (schauen Sie gerne mal auf die Facebookseite der AFD) und jeder Kontext der Sachverhalte, also die differenzierte Auseinandersetzung, als „linksgrünes Meinungsdiktat“ verschrien wird, so lange es nur irgend einen doomsayer gibt, der aber eher meinen Standpunkt vertritt.

    Es gibt von mir aus keine „absolute Wahrheit“ aber es gibt Fakten und es gibt Kontext – welche nicht unabhängig voneinander existieren. Die Aufgabe der Presse liegt darin uns objektiv zu informieren, ob die Realität unserem Meinungsbild entspricht oder nicht. Dass die Presse da ebenfalls Kontrolle benötigt und man sich kritisch mit der Berichterstattung auseinandersetzen muss sehe ich vollkommen ein… das ist einer der Hauptgründe für mein Abo hier.

  60. Mario Barth. Noch so einer, dem es nicht genügt, an dem, was er tut, Spaß zu haben und damit kommerziell erfolgreich zu sein, sondern der auch noch vergeblich um Anerkennung oder wenigstens Relevanz im klassischen Medien-/Kulturbetrieb buhlt und selbigem ob dessen beharrlicher Verweigerung nun verbittert den Mittelfinger zeigt: Seht her, das habt ihr jetzt davon!

    Ob der Kopp-Verlag schon angefragt hat?

  61. @66 Hama
    Sorry, aber sind Sie sicher, dass sie mit so einer Denke mitdiskutieren können bzgl Wahrnehmung von Kriminaltität von Ausländern und Kriminalität gegen Ausländer.

    Wenn ein Ausländer raubt, mordet, stiehlt, vergewaltigt, einbricht oder Urkundenfälschung begeht, dann ist seine Herkunft tatsächlich uninteressant, da dies nicht die Motivation der Tat ist.
    Wird ein Ausländer aber von einem Deutschen angegriffen, nur weil er Ausländer ist und die Tat aus Ausländerfeindlichkeit motiviert ist, dann ist das natürlich erwähenswert.
    Ebenso wenn ein Ausländer oder eine Gruppe Ausländer sich einen aussuchen, nur weil er Deutscher ist oder weil eine Frau blond ist. Dann ist das erwähnenswert und wird auch erwähnt, da hier die Motivation tatsächlich Deutschen-, Blonden- und Frauenfeindlichkeit ist

    Zu Clinton vs Trump:
    Sie haben es zwar wahrscheinlich ausgefiltert, aber auch in Deutschland wird und wurde negativ-kritisch über H. Clinton berichtet: E-Mail-Affäre, Schweigenbringen der Frauen gegen Bill Clinton, Treue zu Bill Clinton, Clinton-Stiftung, Machtmensch, Opportunistin, GEfahr für den Weltfrieden

    Es gab stundenlang Dokumentationen über und gegen H. CLinton im deutschen TV

  62. @Stefan Niggemeier, #47

    Trotz vieler Worte ist das keine Antwort auf meine Frage. Egal.
    Ich habe in meinem Posting beschrieben, wie Berichterstattung häufig funktioniert. Es stimmt. Sie folgt keiner Logik. Sie sollte Regeln folgen, objektiv sein und ehrlich , ohne Ansehen der Person vorgehen, kritisch hinterfragend sein und ist leider allzu oft gefärbt, selektiv, voreingenommen und interessengeleitet.

    Bevor sie nun wieder nach einem Beispiel für voreingenommene, mit Ihren Worten unlogische Berichterstattung rufen, hier ist eins.

    Als nach dem Brexit das Englische Pfund 3 Cent an Wert verlor, berichtete die FAZ neben anderen Leitmedien in großen Lettern darüber. Der Brexit, war landauf, landab zu lesen, muss ins wirtschaftliche Chaos führen und das schwächelnde Pfund ist ein ernster Beleg dafür. Als Wochen später das Pfund 4 Cent zulegte, war das nur noch eine Randnotiz. Wie kann das sein?

    Vielleicht war es ja so. Die 4 Cent passten nicht ins Bild. Immerhin hatten die Redakteure ihren Lesern gerade noch den Niedergang Englands vorausgesagt. Der Brexit ist Schuld , wenn das Pfund sinkt. Und wenn es steigt? Dann steigt es entgegen aller Vernunft trotz des Brexits. Im besten Fall könnte man das selektive Wahrnehmung nennen. Subjektiv, voreingenommen und rechthaberisch wäre ebenso treffend. In jedem Fall ist es ein Beispiel für eine fragwürdige Deutungshoheit. Der Redakteur erklärt uns die Welt, wie es ihm gefällt.

  63. @67., 68., 70. M

    Ihre Ausführungen zu Statistiken berücksichtigen nicht, dass Statistiken nur Aussagen über einen bestimmten Durchschnitt machen. Für jemanden, der von einem Phänomen gar nicht selbst betroffen ist (weil er in Gegenden wohnt, die konfliktarm sind), ist es leicht, edle Ansichten zu äußern; andere mögen das anders sehen. Es muss auch berücksichtigt werden, dass die Ablehnung von Neuem, Unbekanntem (etwa aus Angst) etwas Natürliches ist, das hat mit der Art und Weise zu tun, wie Organismen Veränderungen in ihrer Umgebung integrieren. Menschen haben zwar ein größeres Verhaltensrepertoire als jeder andere Organismus, am Grundsatz ändert das aber nichts. Insofern kann man nicht einfach erwarten, dass solche Fremdeinflüsse (etwa Flüchtlinge) mit offenen Armen empfangen werden.

    Was das Beispiel der Straftaten angeht, so ist eine Aussage wie „das sind ja hauptsächlich Schwarzfahrten“ bereits eine Relativierung, die nicht von jedem für zulässig gehalten werden muss; was ist denn mit denen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind und die teuren Fahrpreise bezahlen und die jetzt in einem noch überfüllteren Verkehrsmittel einen (mutmaßlich) schwarzfahrenden Flüchtling sehen? Zählen die nicht? Sollen die sich halt zusammenreißen, weil der Mainstream, der in großen Teilen nicht so sehr betroffen ist, das so beschlossen hat?

    Vielleicht haben diejenigen, die Trump gewählt haben, überdurchschnittlich stark unter Entscheidungen gelitten, die sie noch nicht einmal selbst mitgetragen haben. Jetzt läuft es möglicherweise mal andersrum.

    Was den Begriff Massendeportation angeht: Trump hat nur gesagt, dass er berechtigte Abschiebungen auch tatsächlich durchführen will. In der öffentlichen Wahrnehmung wird er dafür als Faschist bezeichnet.

  64. @Hama / 66
    „Kriminalität von Ausländern wird eher neutral oder gar nicht dargestellt, Kriminalität gegen Ausländer wird skandalisiert“

    „Gewöhnliche“ Kriminalität gegenüber Ausländern wird auch nicht skandalisiert. Wenn ein Dönerladen ausgeraubt wird, findet man das höchstens in der Lokalpresse vermeldet. Wenn es aber um politische Kriminalität gegen Ausländer geht, ist das ein viel größeres Thema, und zwar zu recht, weil sowas eine ganz andere – eben politische – Dimension hat. Politische Kriminalität von Ausländern ist ja ebenso ein großes Thema, Stichwort dschihadistischer Terror.

    Ansonsten erfassen Sie zumindest einen Teil des Problems schon richtig: Von den meisten traditionellen Medien werden die Einstellungen eines relevanten Teils der Bevölkerung nicht geteilt. Da ist aber die Frage: Sollte das wirklich anders sein? Sollte sich das krude rechtspopulistische Weltbild dieses Bevölkerungsteils auch noch in den Medien finden? Dann hätten wir nämlich wirklich eine Hetz- und Lügenpresse, da das Weltbild dieser Leute nunmal nicht ohne Verzerrung der Wirklichkeit auskommt.

    Ich wünsche mir jedenfalls Medien, die die Menschen schlauer machen und nicht in ihrer Dummheit bestätigen.

    „es gibt ohnehin kein richtig und falsch“

    Eine Frage: Halten Sie diese Aussage für richtig?

    @Krimekri / 71
    Ist halt die wörtliche Übersetzung von „deportation“. Aber Sie können auch Vertreibung sagen, das wird in Deutschland vielleicht besser verstanden. Auch wenn es diesmal nicht um Nazis geht und die Mexikaner keinen Weltkrieg angefangen haben.

  65. @Hundshop / 74
    Hier eine grafische Darstellung des Pfund-Dollar-Kurses der letzten 12 Monate: https://chart.finance.yahoo.com/z?s=GBPUSD%3DX&t=1y&q=l&l=off&z=m&a=v&p=s&lang=en-US&region=US
    Welche relevante Kurserholung wurde da von den Medien verschwiegen?

    @Hama / 75
    Wenn Sie die Deportation von ein paar Millionen Menschen, die seit Jahren unbescholten in den USA leben und arbeiten, berechtigt finden, ist das Ihre Sache. Dann stehen wir einfach auf verschiedenen Seiten der Barrikaden. Aus meiner Sicht ist die Ankündigung einer Massenvertreibung in Dimensionen, wie man sie sonst nur aus Kriegs- und Bürgerkriegsszenarien kennt, ein verbrecherisches Programm, das mit allen geeigneten Mitteln bekämpft werden muss. Und wer hier mit geltendem Recht ankommt, dem kann man nur mit Radbruch begegnen.

  66. @EARENDIL/76

    Ist eine sehr sehr schlechte Übersetzung in diesem Kontext. Aber das ist wohl auch allen bewusst und dass ist auch mein Hauptproblem mit Correctness-Fragen, sie sollen meist nur in eine Richtung gelten. Für meine Weltsicht beanspruche ich Correctness, der anderen billige ich sie nicht zu. Aber wie auch immer, wer jedenfalls heute in Zusammenhang mit Trump von „Massendeporation“ und / oder „Vertreibung“ spricht, den bitte ich, sich mal wieder mit den Schicksalen Depotierter und Vertriebener auseinanderzusetzen. Von den Nazis Vertriebener, von Stalin Deportierter, von mir aus auch von vertriebenen Deutschen, an die bislang noch am Wenigsten denke. Vielleicht hilft schon das Lesen eines Wikipedia-Artikels, besser aber wären Bücher, Museen & Ausstellungen, das trägt zur Besinnung bei.

  67. @EARENDIL

    Auf was verlinken Sie denn da? Auf den Vergleich mit dem Dollarkurs? Das geht so nicht. Die FAZ hat natürlich mir Rücksicht auf den deutschen Leser den Eurokurs als Referenz genommen.

  68. Mario Barth dementierte die Anti-Trump-Demonstrationen in New York. Er sähe keine Demonstranten. Morgens auf dem Broadway herumlungernd – Mensch, zu dieser Zeit arbeiten die Leute, auch wenn sich das Mario Barth nicht vorstellen kann! Die Demos, Mario, sind abends. Weißt Du, das ist, wenn es immer so dunkel wird! Und dunkel ist, wenn man nichts mehr sieht, Mario!

    Jetzt weiß ich erst, was mein Vater mit dem Wort „Dummbart“ meinte.

  69. ich habe das Barth-Video in der heute-Show gesehen:
    Ich kann nur den Kopf schütteln und bin mir sicher, dass er sein Publikum verarschen will: So doof kann er nicht sein, er hat ganz bewusst die Tatsachen verdreht, um seine Sendung zu promoten.
    Eigentlich verwunderlich, dass es keinen Shitstorm gegen RTL gibt

  70. Na ja, ganz unrecht hat der Barth IMHO nicht und zumindest ich hatte auch den Eindruck dass das Video eher zynisch/satirisch sein soll und nicht ernst gemeint war.

    Warum ich denke, dass er nicht komplett Unrecht hat: Natürlich gab es Proteste gegen Trump, aber die Darstellung in den hiesigen Medien war/ist dann teilweise doch stark übertrieben. Etwas überspitzt gesagt, wurde der Eindruck vermittelt das halbe Land geht auf die Straße. „Tausende demonstrieren gegen Trump“ waren die Schlagzeilen z.B. auch auf SPON, Stern oder beim Focus. Die Bild (ja, ist klar…) spricht gar von „Massenprotesten“. Das ist jetzt nicht wirklich gelogen, aber vor der betreffenden Demo in New York war die größte in Portland – mit rund 4000 Teilnehmern. In der Kategorie gab es ungefähr ein Dutzend Demos landesweit. Selbst die Demo in New York kam nicht auf mehr als ~5000 Leute. Das sind (ganz grob) vielleicht 50-70k Demonstranten in den ganzen USA. Für nen 320 Millionen Einwohner Land ist dies dann doch sehr überschaubar und mitnichten ein Volksaufstand.
    Ich meine, legte man diesen Maßstab hier an, was sagen uns dann Proteste gegen TTIP, S21 oder sogar die Pegida-Aufmärsche, die prozentual vermutlich mehr Bevölkerung mobilisieren, über hiesige Zustände aus? Haben wir schon Bürgerkrieg und keiner hast mitbekommen? ;)

  71. Formal ist das sicher nicht falsch, keine Frage. Aber i.a. löst der Begriff „Tausende“ dann bei mir doch die Assoziation einer Großdemo aus. Wenn dann im Text oft auch noch keine Zahlenangaben zu finden sind, fragt man sich schon warum dem so ist. Man bekommt halt schon das Gefühl, dass hier der Eindruck eines „Ausnahmezustandes“, suggeriert werden soll, der ‚Aufstand der Anständigen‘ gegen Trump. Das genaue Gegenteil ist doch aber der Fall: Für so eine vergiftete Wahl ist es doch sehr ruhig. Demos sind in Großstädten doch usus. Wäre eine Demo in New York in der Größenordnung von 5000 Mann überhaupt ne Meldung wert, ginge es nicht um Trump? Müssten die gleichen Zeitungen dann nicht jeden Montag „Tausende demonstrieren gegen Merkel“ melden, wegen den ganzen „-gidas“? usw. Vielleicht stehe ich mit der Ansicht alleine da, aber gerade die oftmalige Nicht-Nennung der tatsächlichen Zahlen in Verbindung mit der Überschrift ist ein vermeidbarer Fehler, der Vorwürfe der Parteilichkeit mit sich bringen kann…muss ja nicht sein.

  72. @83. Stefan Niggemeier

    Die Darstellung ist darauf zugeschnitten, die Proteste als legitime Massenproteste gegen etwas Schlimmes darzustellen, dem Leser werden Bewertungen des „Mainstreams“ untergeschoben. Das ist ein bisschen mühselig, wenn man es an einem einzelnen Artikel festmachen will, aber mir ist das zum Beispiel stark aufgefallen, wenn ich SPON-Artikel mit FAZ-Artikeln verglichen habe. Die FAZ war sehr viel neutraler zu lesen, bei SPON hatte man immer sofort den „Teufel“ Trump vor Augen. Es gab übrigens immer schon Proteste gegen Obama, googeln Sie mal „protests against Obama“, beginnend 2005. Es gibt auch aktuell welche. Warum lesen wir davon nichts in den Medien (und nicht in dem Umfang)? Vielleicht weil das nicht in den allgemeinen Narrativ passt, dass Obama der Gute ist und Trump der Böse?

  73. @Hama: 2005 gab es schon Proteste gegen Obama? Drei Jahre vor seiner Wahl zum Präsidenten? Belegen Sie das doch einmal mal mit konkreten Links, dann lässt es sich viel einfacher diskutieren.

    Aktuell gab es übrigens vor allem in Griechenland Proteste gegen Obama. Die deutschen Medien berichteten.

    Ja, „Spiegel Online“ berichtet – immer – deutlich meinungsgefärbter als zum Beispiel die FAZ. Das kann man kritisieren, das wäre aber nochmal ein anderes Thema. Aber die Tatsache, dass mehrere Tausend Menschen in New York mehrere Nächte in Folge vor dem goldenen Hochhaus des neugewählten Präsidenten demonstrieren (und es dabei teilweise zu Festnahmen kommt), ist nach ganz normalen Nachrichtenkriterien eine Meldung. Hinzu kommt, dass es eindrucksvolle Bilder gibt und die Geschichte quasi direkt vor der Nase vieler Journalisten spielt. Auch all diese Nachrichtenkriterien und Mechanismen kann man natürlich mit gutem Grund kritisieren.
    Aber wer schon in der schlichten Tatsache, dass Medien darüber berichten, eine Stimmungsmache gegen Trump sieht, kommt aus dem eigenen Narrativ nicht raus, fürchte ich. (Und wie man glauben kann, dass es hilft, zweifelhafte Übertreibungen der Medien mit komplettem Unsinn von Mario Barth zu bekämpfen, ist mir vollends schleierhaft.)

  74. @Alexander Schulz: Ich finde, Sie müssen sich jetzt aber schon entscheiden. Finden Sie die Formulierung „Tausende demonstrieren gegen Trump“ falsch, weil Menschen sich bei „Tausende“ etwas anderes vorstellen als Tausende? Oder weil Sie Zweifel haben, dass überhaupt Tausende waren?

    Müssten die gleichen Zeitungen dann nicht jeden Montag „Tausende demonstrieren gegen Merkel“ melden, wegen den ganzen „-gidas“? usw.

    Das haben die gleichen Zeitungen sehr oft getan. Wenn aber jeden Montag dasselbe passiert, ist es irgendwann keine Nachricht mehr. Ich möchte wetten (ohne es nachgesehen zu haben), dass auch die Proteste in New York dann nicht mehr jeden Tag groß in den deutschen Medien gestanden haben.

  75. sagen Sie mal 83-Hama, haben Sie wirklich nicht die Fähigkeit, neutral zu beobachten oder wollen Sie einigen geistig schwachen Menschen etwas soufflieren?

    Ich hatte im deutschen TV genug Demos gegen Barack Obama gesehen, wenn es um die Krankenversicherung, die Versorgung der Kriegsinvaliden oder das Waffenrecht geht.

    Ich habe dagegen keine einzige Für-Obama-Demo gesehen.

    Und es ist natürlich, dass sich die größe Anti-Trump-Demo in New York City zeigt: Denn da lebt und wohnt er und da stehen die meisten seiner Immobilien.
    In Kansas City ist es schwierig symbolisch gegen ihn zu demonstrieren, wenn es kein Trump-Gebäude gibt, zu dem man hingehen kann und Plakate hochhalten kann.

    Vielleicht passt Ihnen nicht, wie man über den gewählten zukünftigen US-Präsidenten schreibt, aber wir haben eine freie Presse und Sie können sich gerne ein Blatt suchen, dass ansatzweise im Wahlkampf von Donald Trump oder nun in der Zusammensezung seines Kabinetts etwas Gutes für die Erde außerhalb der USA erkennen kann.

  76. @86. Stefan Niggemeier

    Gemeint war „beginnend 2009“. Warum sollte ich hier Links posten, wenn Sie einfach googeln können? Damit ich in die Moderationswarteschleife komme? Aber schöne Rhetorik.

    Wo wird denn über die Proteste gegen Obama berichtet? Diese Berichte sind mir überhaupt nicht aufgefallen! War das etwa nur mein Fehler oder lag das vielleicht daran, dass diese Proteste im Vergleich zu den Protesten gegen Trump marginalisiert wurden in der Berichterstattung?

    Und wie gesagt, nicht das Berichten an sich ist das Problem, sondern die dabei untergeschobenen Bewertungen. Sie verdrehen meine Argumentation.

    Es liegt nebenbei bemerkt auch eine Bewertung darin, dass über bestimmte Demonstrationen umfangreich berichtet wird, über andere aber kaum.

    Und wo habe ich denn gesagt, dass es hilft „zweifelhafte Übertreibungen der Medien mit komplettem Unsinn von Mario Barth zu bekämpfen“? Das haben Sie mir ebenfalls unterstellt, um mich zu diskreditieren. So, wie Sie Mario Barth ironisch den „Lügenpresse“-Vorwurf unterstellt haben, den er so nicht erhoben hat. Zweifel an den Darstellungen in den Medien zu wecken ist etwas anderes als ihnen Lüge vorzuwerfen – Sie werfen beides in einen Topf.

  77. @Hama:

    So, wie Sie Mario Barth ironisch den „Lügenpresse“-Vorwurf unterstellt haben, den er so nicht erhoben hat. Zweifel an den Darstellungen in den Medien zu wecken ist etwas anderes als ihnen Lüge vorzuwerfen – Sie werfen beides in einen Topf.

    Mario Barth wollte also Zweifel an den Darstellungen in den Medien wecken? Mal angenommen, das sei so gewesen. Finden Sie nicht, dass er mit diesem Anspruch grandios gescheitert ist? Mehr noch: sich bis auf die Knochen blamiert hat? Indem er sich nämlich an einen Ort begab, von dem die Medien niemals behauptet hatten, dort fänden zu diesem Zeitpunkt Demonstrationen statt. Was ja auch der eigentliche Ansatz des Artikels ist. Und nicht, ob und inwieweit deutsche Medien tatsächlich über Trump einseitig berichtet haben. Oder wollen Sie sagen: Weil es einseitige Berichterstattung gab, meinetwegen auch eine irreführende Gewichtung von unterschiedlichen Demonstrationen, war es legitim, dass Marion Barth, den falschen Eindruck erweckt hat, in New York gäbe es gar keine Anti-Trump-Demos?

    Auf die Bitte doch mal konkrete Links zu nennen, um die eigenen Behauptungen zu belegen, mit dem Verweis auf Google zu antworten, finde ich übrigens auch eine „schöne Rhetorik“.

  78. Sie armes Opfer. Was nun aber Ihre Frage angeht, wo über Proteste gegen Obama berichtet wird: „Warum sollte ich hier Links posten, wenn Sie einfach googeln können?“

    Es ist arg bigott, von anderen zu wünschen, was man selbst nicht leisten mag. Sich innerhalb von drei Sätzen komplett zu widersprechen, muss man auch erstmal können.

  79. Ich glaube, Hama tut hier dümmer als Hama wirklich ist.

    Ich erkenne bei Hama eine Strategie: Hama weiß, dass gegen Hamas Äußerungen argumentiert wird und Hama verkauft die gesamte Diskussion hier in den Kommentaren an Hamas Anhänger als der Kampf gegen all jene, die die „Wahrheit“ wie Hama aussprechen.

    Dass man denen keine Meinung zugesteht, dass man sie zum Schweigen bringen möchte und dass es eine linke Medienindustrie gibt: Also Trumps und ISISs Rattenfänger-Argumentation, um seine „Schützlinge“ hinter sich zu versammeln.

    Mir fällt dagegen keine Strategie ein, denn wenn selbst eine neutrale wahrheitsgemäße Argumentation scheitert, dann sind jene wohl für immer verloren.

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