Caroline, Herr Jauch, Prinzessin Victoria und Herr Löw haben Recht

Der Jogi und der Papst – erinnern Sie sich?

Ende vergangenen Jahres titelte die „Woche Heute“, Bundestrainer Löw habe bei Franziskus eine „Schockierende Beichte“ abgelegt.

Als gläubiger Katholik dürfte Jogi schließlich immer noch mit dem tragischen Scheitern seiner Ehe hadern und sich schwere Vorwürfe machen: Hätte er vielleicht mehr für sein Glück kämpfen sollen?

Inzwischen musste die „Woche Heute“ aber selbst etwas beichten:

Gegendarstellung:
In „WOCHE HEUTE“ vom 23.11.2016 schreiben Sie auf der Titelseite über mich: JOGI LÖW & PAPST FRANZISKUS Schockierende Beichte Was er dem heiligen Vater verriet
Hierzu stelle ich fest: Ich habe gegenüber Papst Franziskus nichts gebeichtet und auch nichts verraten.
Berlin, den 06.12.2016
Joachim Löw.
Herr Löw hat Recht. Die Redaktion

Die Gegendarstellung ist die journalistischste Darstellungsform in der Regenbogenpresse – und weil sie in diesem Jahr gewissermaßen Jubiläum feiert, wollen wir heute mal einen Blick in ihre Geschichte werfen.

25 Jahre Titel-Dementis

Die erste Gegendarstellung auf der Titelseite eines Regenbogenhefts erschien vor ziemlich genau 25 Jahren.

Damals, im Frühjahr 1992, hatte die „Freizeit Revue“ eine Astrologin (!) gefragt, was denn so im Horoskop (!) von Caroline von Monaco zu sehen sei – und dann auf dem Cover verkündet:

Caroline zwischen Angst und Glück
Hochzeit im Mai
4. Kind, aber düstere Schatten …

Die Prinzessin zog dagegen vor Gericht, forderte eine Gegendarstellung auf der Titelseite und bekam in zwei Instanzen Recht. Der „Grundsatz der Waffengleichheit“ gebiete es, dass einem durch eine unrichtige Schlagzeile entstandenen Eindruck nur durch eine Gegendarstellung an derselben Stelle entgegengewirkt werden könne, befanden die Richter. Und so:

GEGENDARSTELLUNG
Zur Titelseite der FREIZEIT REVUE Nr. 17 vom 15.04.1992 äußere ich mich wie folgt:
Durch die Überschriften „Caroline zwischen Angst und Glück“, „Hochzeit im Mai, 4. Kind, aber düstere Schatten …“ in Verbindung mit meinem Foto wird der Eindruck erweckt, daß ich im Mai heiraten werde und ein viertes Kind erwarte.
Hierzu stelle ich fest:
Ich erwarte kein viertes Kind und werde im Mai nicht heiraten.
Monaco, den 24.04.92
gez. Caroline v. Monaco

Caroline hat recht. Wir widerrufen unsere Behauptungen

Keine Hochzeit, kein Ehebruch, kein Schock-Geständnis

Seitdem sind in der Klatschpresse schätzungsweise zwischen 100 und 200 solcher Titel-Dementis erschienen. Meist ging es dabei um erfundene Hochzeiten, Schwangerschaften und Beziehungsdramen.

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von WOCHE der FRAU Nr. 32 vom 02.08.2006 wurde über uns berichtet: „Fürst Albert – Traumhochzeit! – Charlene ist die neue Märchenfürstin“. Hierzu stellen wir fest: Wir haben derzeit keine Heiratsabsichten.
Fürst Albert von Monaco und Charlene Wittstock

Fürst Albert von Monaco und Charlene Wittstock haben Recht. Die Redaktion

Widerruf:
Auf der Titelseite von frau aktuell Nr. 50/04 hieß es „Marianne & Michael – Riesenkrach“. Diese Behauptung widerrufen wir hiermit als unwahr.
Der Verlag

Gegendarstellung
Auf dem Titel der „Freizeitwoche“ Nr. 43 vom 18. Oktober schreiben Sie über mich und meine Frau:
„Thea und Thomas Gottschalk – Gehen sie künftig getrennte Wege?“
Soweit hierdurch der Eindruck erweckt wird, es gäbe Pläne für ein Ende unserer ehelichen Beziehung, so stelle ich hierzu fest:
Meine Frau und ich hegen gegenwärtig keine Trennungsabsichten.
Malibu, den 9. Januar 2007 Thomas Gottschalk

Herr Gottschalk hat Recht. Der Verlag

GEGENDARSTELLUNG
In ihrer Ausgabe vom 3. Juli 2004 haben Sie auf der Titelseite eine Geschichte mit den Worten angekündigt: „Hat Estefania einen Neuen?“ Die in dieser Ankündigung steckende Behauptung, ich hätte „einen Neuen“, ist unwahr. Hamburg – Estefania Küster

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von „das neue“ vom 11. April 2015 heißt es über mich: „Günther Jauch Schock-Geständnis steckt seine Ehe in der Krise?“ Hierzu stelle ich fest: Ich habe im Zusammenhang mit meiner Ehe nichts gestanden. Potsdam, den 15. April 2015 Günther Jauch
Herr Jauch hat recht. Der Verlag

Richtigstellung
Auf der Titelseite von „Schöne Woche“ Nr. 11 vom 7. März 2012 wird ein Foto von Alexandra Neldel und darunter ein Foto von Henning Baum veröffentlicht. Weiter heißt es dann auf der Titelseite: „TV-LIEBLINGE ALEXANDRA NELDEL UND HENNING BAUM Warum verheimlichen sie ihr privates Glück?“
Hierzu stellen wir richtig: Es gibt zwischen Frau Neldel und Herrn Baum keinerlei private Beziehung. – Der Verlag

GEGENDARSTELLUNG
Auf der Titelseite von „Neue Woche“ Nr. 9 vom 25.02.2006 schreiben Sie:
„HEINER LAUTERBACH Ehebruch schon in der Hochzeitsnacht? Sein Freund hat es erzählt“

Hierzu stelle ich, Heiner Lauterbach, fest:
Weder in der Hochzeitsnacht noch zu einem späteren Zeitpunkt habe ich Ehebruch begangen. Berlin, 01. März 2006 Heiner Lauterbach

Hierzu stelle ich, Viktoria Lauterbach, fest:
Mein Mann hat in der Hochzeitsnacht keinen Ehebruch begangen. Vielmehr habe ich die gesamte Hochzeitsnacht mit ihm verbracht. Berlin, 01. März 2006
Viktoria Lauterbach

Viktoria und Heiner Lauterbach haben Recht. Die Redaktion

Widerruf
Auf der Titelseite von „die aktuelle“ Nr. 38/06 hatten wir berichtet: „Fürst Albert… Verlobung im November“. Diese Behauptung widerrufen wir hiermit als unwahr.
Gong Verlag GmbH & Co. KG

Kein Krebsdrama, kein Hotelverbot, keine Sorge

Nun umfasst das Fake-Repertoire der Regenbogenbranche aber nicht nur Romanzen und Schwangerschaften:

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von „WOCHE HEUTE“ Nr. 5 vom 22.01.2014 heißt es über mich: „Günther Jauch Entführungs-Drama“
Hierzu stelle ich fest: Es gibt im Zusammenhang mit meiner Person tatsächlich keinen Entführungsfall.
Potsdam, den 31.01.2014, Günther Jauch

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von DAS NEUE BLATT vom 21.12.2005 heisst es: „Florian Silbereisen – Verstoßen! Warum lässt er seine arme Mutter Weihnachten allein?“
Hierzu stelle ich fest:
Ich habe meine Mutter nicht verstoßen. Ich habe Heiligabend auch mit meiner Mutter verbracht.
Florian Silbereisen
Herr Silbereisen hat Recht.
Der Verlag

Gegendarstellung
Sie schreiben auf der Titelseite der „FREIZEIT FÜR MICH“ Nr. 3/2016 über mich: „Reichste Sängerin der Welt! Ihre Einnahmen sind wirklich unglaublich“. Hierzu stelle ich fest: Ich bin nicht die reichste Sängerin der Welt.
München, den 13. Juli 2016 – Helene Fischer
Anmerkung der Redaktion: Helene Fischer hat Recht.

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von „das neue“ Nr. 9 vom 23. Februar 2013 heißt es: „KARL-THEODOR UND STEPHANIE ZU GUTTENBERG Große Angst um ihre Töchter! … Die Nächte voller Sorge“
Hierzu stellen wir fest:
Weder haben wir Angst um unsere Töchter, noch gibt es Nächte voller Sorge.
Berlin, den 27. Februar 2013
Stephanie zu Guttenberg – Karl-Theodor zu Guttenberg
Herr und Frau zu Guttenberg haben Recht. Die Redaktion

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von „DIE NEUE FRAU“ vom 25. Juni 2014 heißt es: „GÜNTHER JAUCH Bewegender Abschieds-Brief“
Hierzu stelle ich fest:
Es gibt keinen Abschiedsbrief.
Potsdam, den 2. Juli 2014
Günther Jauch
Herr Jauch hat Recht. Die Redaktion.

Gegendarstellung
Sie schreiben auf der Titelseite der „Freizeitwoche“ vom 8. Juni 2016: „Florian Silbereisen Hotel-Verbot!“ Hierzu stelle ich fest: Mir wurde nie ein Hotel-verbot erteilt. Starnberg, den 16.6.2016 Florian Silbereisen.
Florian Silbereisen hat recht. Der Verlag

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von „WOCHE HEUTE“ vom 3. November 2010 schreiben Sie über mich: „Günther Jauch Krebs-Drama Warum er wirklich Winzer wurde …“ Hierzu stelle ich fest: Ich wurde nicht wegen eines Krebs-Dramas Winzer.
Potsdam, 12. November 2010. Günther Jauch
Herr Jauch hat Recht. Der Verlag

GEGENDARSTELLUNG
Sie schreiben auf der Titelseite der „Freizeitwoche“ Nr. 42 vom 9. Oktober 2013 in Bezug auf meine Person: „ALLE TERMINE ABGESAGT!“
Hierzu stelle ich fest: Ich habe nicht alle meine Termine abgesagt.
Bad Münstereifel, den 9. Oktober 2013 – Heinz Georg Kramm (Heino)
Heino hat recht, die Redaktion.

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von „WOCHE der FRAU“ vom 29. Februar 2012 schreiben Sie über mich:

„GÜNTHER JAUCH
Sterbedrama um seinen besten Freund
Hätte er ihn damals retten können?“
Hierzu stelle ich fest:
Ich hatte keine Möglichkeit, meinen Freund zu retten, da er aufgrund einer Erkrankung verstorben ist, auf die ich keinerlei Einfluss hatte.
Potsdam, den 09. März 2012
Günther Jauch

Herr Jauch hat Recht. Die Redaktion

Nur ein Bruchteil der Märchen wird richtiggestellt

Ein- bis zweihundert Titel-Gegendarstellungen in 25 Jahren, das ist, gemessen an der gigantischen Anzahl von Lügen, die die Blätter Woche für Woche verbreiten, natürlich extrem wenig. Im Schnitt muss ein Blatt höchstens alle zwei, drei Jahre mal eine abdrucken.

Grund dafür ist zum Einen, dass die Gerichte bei Forderungen nach Gegendarstellung auf der Titelseite besonders strenge Maßstäbe anlegen. Das Bundesverfassungsgericht bekräftigte noch vor wenigen Jahren, dass „die Verpflichtung zum Abdruck von Gegendarstellungen auf dem Titelblatt“ einen Verlag in seinem „Grundrecht auf Pressefreiheit“ einschränke.

Wegen der besonderen Bedeutung, die dem Titelblatt von Zeitschriften zukommt, ist eine solche Beeinträchtigung regelmäßig als schwerwiegend anzusehen. Das Titelblatt prägt die Identität eines Publikationsorgans unter der Vielzahl der Presseerzeugnisse und dient als Erkennungsmerkmal. Überdies enthält es diejenigen Mitteilungen, die den für das Presseerzeugnis Verantwortlichen aus publizistischen oder werbestrategischen Gründen besonders wichtig erscheinen. Auf die drucktechnische und grafische Gestaltung des Titelblatts wird deswegen erhöhte Sorgfalt verwandt. Das gilt besonders für Zeitungen und Zeitschriften, die weniger im Abonnement als im freien Verkauf abgesetzt werden und deswegen mit jeder Ausgabe neu um das Interesse des Publikums werben müssen.

Ein anderer Grund ist, dass Gegendarstellungen für die betroffenen Prominenten oft mit großem Aufwand verbunden sind.

Laut den Pressegesetzen der Länder muss eine Gegendarstellung schriftlich verlangt und persönlich unterzeichnet werden, und zwar „unverzüglich“, das heißt: spätestens innerhalb von drei Monaten nach der Veröffentlichung.

Prominente müssen also sämtliche Blätter permanent im Blick haben, um sich rechtzeitig wehren zu können. Auch wenn sie eine Anwaltskanzlei mit der Sichtung beauftragen, müssen sie sich dennoch mit jeder Lügengeschichte persönlich auseinandersetzen – ein zeitlicher und finanzieller Aufwand, den sich viele gar nicht leisten können. Oder wollen.

Insbesondere Politiker und Adelige (vom monegassischen Fürstenhaus mal abgesehen) gehen so gut wie nie gegen deutsche Knallblätter vor. Eine bemerkenswerte Ausnahme machte jedoch Anfang der 2000er die schwedische Königsfamilie und setzte auf einen Streich mehrere Dutzend Gegendarstellungen, Richtigstellungen und Widerrufe durch. Unter anderem:

Widerruf
Silvia & Carl Gustaf
Keine Ehekrise!
Keine Untreue!
Keine Scheidungsabsichten!
Unsere gegenteiligen Titelmeldungen der Hefte 12/03 vom 12.3.03 („Scheidung nach 26 Jahren? Bittere Tränen um ihre verlorene Liebe“), 19/03 vom 29.4.03 („Der schlimme Scheidungsskandal! Kann sie ihre Ehe jetzt noch retten?“), 23/03 vom 27.5.03 („Weinend unterschrieb sie den Scheidungsvertrag“), 26/03 vom 18.6.03 („27 Jahre Ehe zählen mehr als seine Untreue […] Unter Tränen verzeiht sie ihrem Mann“), 26/03 vom 2.7.03 („Zärtliche Bilder nach der Ehekrise“) und 32/03 vom 30.7.03 („So gemein missbrauchte Carl Gustaf ihr Vertrauen“) haben sich als falsch herausgestellt.
Die auf den Titelseiten der Hefte 12/03, 19/03, 23/03, 26/03 und 32/03 abgedruckten Fotos, die Königin Silvia weinend bzw. König Carl Gustaf mit einer anderen Frau zeigen, waren Fotomontagen.
Wir entschuldigen uns bei Königin Silvia und bei König Carl Gustaf. Der Verlag.

Widerruf
Madeleine
Nicht verliebt in Felipe
Nicht verliebt in William
Keine Hochzeit
Nicht eingesperrt
Unsere gegenteiligen Titelzeilen der Hefte 11/02 vom 6.3.02 („Prinzessin Madeleine – Felipes geheimnisvolle Liebesbriefe erschüttern ihr Vertrauen“), 47/02 vom 13.11.02 („William und Madeleine – So traurig endet ihr Liebesmärchen“), 6/03 vom 29.1.03 („Madeleine – Mutter Silvia sperrt sie ein“), 11/03 vom 5.3.03 („William und Madeleine – Die ersten Bilder von ihrem süßen Liebesnest“), 15/03 vom 2.4.03 („Schock für Madeleine – William ist unsterblich in eine Andere verliebt“), 20/03 vom 7.5.03 („William verzweifelt – Madeleine, gib unserer Liebe noch eine Chance“), 38/03 vom 10.9.03 („Riesenstreit am schwedischen Hof – Madeleine darf heiraten – Victoria aber nicht!“), 43/03 vom 15.10.03 („Madeleine – Verzweifelt bittet sie William um Hilfe“) haben sich als falsch herausgestellt.
Die auf den Titelseiten der Hefte 11/02, 47/02, 11/03, 20/03, 38/03, die Prinzessin Madeleine mit Prinz Felipe und mit Prinz William zeigen, waren Fotomontagen.
Wir entschuldigen uns bei Prinzessin Madeleine. Der Verlag

Widerruf
MADELEINE
Kein Liebesnest
Keine Verlobung
Kein Königsthron
Keine Tränen
Keine Hochzeit
Unsere gegenteiligen Titelzeilen der Hefte 45/02 vom 26.10.02 („Auf Madeleine wartet ein romantisches Liebesnest“), 47/02 vom 9.11.02 („Die Verlobung mit William wird ein Riesenfest“), 7/03 vom 1.2.03 („Nur William und Madeleine retten Englands Königsthron“), 11/03 vom 1.3.03 („Madeleine weint bittere Tränen um William“) und 15/03 vom 29.3.03 („Die Krönung der Liebe von William und Madeleine“) haben sich als falsch herausgestellt.

Die auf den Titelseiten der Hefte 45/02, 47/02, 7/03, 11/03 und 15/03 veröffentlichten Fotos von Prinzessin Madeleine und Prinz William waren Fotomontagen.

Wir entschuldigen uns bei Prinzessin Madeleine. Der Verlag

WIDERRUF
WILLIAM & MADELEINE
Keine Liebesinsel!
Kein Liebespaar!
Keine Verlobung!
Unsere gegenteiligen Titelzeilen der Hefte 10/02 vom 27.02.02 („Verträumte Liebesinsel für William und die süße Madeleine“), 43/02 vom 16.10.02 („Die ganze Welt soll wissen, wie sehr ich Madeleine liebe“), 47/02 vom 13.11.02 („William & Madeleine schworen an Dianas Grab ewige Liebe“) und 6/03 („William & Madeleine – heimliche Verlobung in St. Moritz“) haben sich als falsch herausgestellt.

Die auf den Titelseiten der Hefte 10/02, 43/02, 47/02 und 6/03 veröffentlichten Fotos von Prinzessin Madeleine und Prinz William waren Fotomontagen.

Wir entschuldigen uns bei Prinzessin Madeleine. Der Verlag.

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von DAS NEUE Nr. 33 vom 9. August 2003 heißt es: „Madeleine Sie fühlt sich schuldig am Tod ihrer besten Freundin“.
Hierzu stelle ich fest: Ich fühle mich nicht schuldig am Tod meiner besten Freundin.
Prinzessin Madeleine von Schweden
Prinzessin Madeleine hat Recht. Der Verlag

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von DAS NEUE Nr. 32 vom 2. August 2003 heißt es neben einem Foto von mir „Victoria ist schwanger!“.
Diese Behauptung ist unwahr.
Kronprinzessin Victoria von Schweden

Auf der Titelseite der DAS NEUE Nr. 38 vom 13. September 2003 heißt es „Schock im 2. Monat Victoria Fehlgeburt! Bittere Tränen um ihr Baby“.
Hierzu stelle ich fest: Diese Berichterstattung ist unwahr. Ich war weder schwanger noch hatte ich eine Fehlgeburt.
Kronprinzessin Victoria von Schweden

Prinzessin Victoria hat in allen Punkten Recht. Der Verlag

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von FRAU MIT HERZ Nr. 44/03 heißt es „Victoria im Glück. Jetzt darf sie ihren Daniel doch heiraten!“ Daneben wurde ein Foto veröffentlicht, das mich in einem Hochzeitskleid zeigt. Hierzu stelle ich fest:
1. Ich habe derzeit keine Heiratsabsichten.
2. Das Foto ist eine ohne mein Einverständnis hergestellte Fotomontage.
Konprinzessin Victoria von Schweden
Konprinzessin Victoria von Schweden hat Recht. Der Verlag

Jahrelange Scharmützel

Oft sind Gegendarstellungen mit erbitterten juristischen Kämpfen verbunden. Die Verlage wehren sich mit allen Mitteln, ziehen von einer Instanz zur nächsten; wenn’s sein muss, bis zum Bundesverfassungsgericht.

Wie lange solche Auseinandersetzungen dauern können, zeigt dieses Beispiel:

Gegendarstellung
Auf der Titelseite von „Viel Spaß“ Nr. 18 vom 27. April 2011 schreiben Sie über mich: „Günther Jauch Liebes-Krise? Unfassbar, was ein Nachbar jetzt verrät“ Hierzu stelle ich fest: Der Nachbar hat sich im Zusammenhang mit meiner Person zum Thema „Liebes-Krise“ nicht geäußert.
Potsdam, den 1.5.2011
Günther Jauch
Anmerkung der Redaktion: Das Pressegesetz verpflichtet uns zum Abdruck dieser Gegendarstellung ohne Rücksichtnahme auf ihren Wahrheitsgehalt.

Dabei verzichtete die Redaktion auf den richtigstellenden Zusatz („Herr Jauch hat Recht“) und merkte stattdessen an: „Das Pressegesetz verpflichtet uns zum Abdruck dieser Gegendarstellung ohne Rücksichtnahme auf ihren Wahrheitsgehalt.“

Danach ging der Streit vor Gericht weiter. Und es brauchte fast vier Jahre, bis das Blatt die Richtigstellung doch noch druckte:

Richtigstellung
Auf der Titelseite von „Viel Spaß“ Nr. 18 vom 27. April 2011 schreiben wir über Herrn Günther Jauch: „Günther Jauch Liebes-Krise? unfassbar, was ein Nachbar jetzt verrät“. Hierzu stellen wir richtig: Der Nachbar hat sich im Zusammenhang mit Herrn Günther Jauch zum Thema „Liebes-Krise“ nicht geäußert.
Die Redaktion

Bezeichnend ist aber nicht nur, wie hartnäckig die Macher dieser Blätter ihre Lügengeschichten über Jahre hinweg verteidigen. Sondern auch ihr dreistes Bemühen, selbst die peinlichen Niederlagen wieder als Sensation zu verkaufen. Wie die „Viel Spaß“ im Beispiel oben.

Oder die „Bunte“:

(Ein paar Jahre zuvor hatte das Blatt eine Gegendarstellung auch mal mit der Anmerkung versehen: „Der Beweis: Auch Caroline liest BUNTE.“)

Oder – natürlich – „Die Aktuelle“:

(Mehr zu dieser Geschichte: hier.)

Auf die Frage, warum er eigentlich so konsequent gegen die Regenbogenpresse vorgehe, erklärte uns Günther Jauch einmal:

Aus zwei Gründen. Erstens hat jeder Mensch eine Privatsphäre und ein Recht darauf, dass die geachtet wird. Das möchte ich, im Rahmen des juristisch Möglichen, auch für meine Familie und für mich in Anspruch nehmen. Und zweitens ärgert es mich, dass dort ununterbrochen Menschen getäuscht werden. Denen wird in der Schlagzeile etwas versprochen, das, wenn man es dann im Inneren nachliest, überhaupt nicht gehalten wird. Zu dem Zeitpunkt hat die Oma dann aber schon 1,50 Euro oder noch mehr ausgegeben. Ich werde also benutzt, um Leute reinzulegen und gleichzeitig das Vermögen von denjenigen, die diesen Dreck produzieren, noch zu vermehren – und da habe ich mir irgendwann mal gesagt: Nee! Dazu trägst du nicht auch noch bei, indem du dich nicht wehrst.

Zum gleichen Thema sagte Stefanie Hertel bei „Frontal 21“:

Das Problem ist nur, dass dann eigentlich das Kind schon im Brunnen liegt, ja, dass die Geschichte dann schon geschrieben ist, und man das ja nicht mehr zurücknehmen kann. Und das Prozedere dauert ja dann sehr lange, bis dann möglicherweise, wenn es überhaupt möglich ist, eine Gegendarstellung kommt oder so. Bis dahin ist das natürlich längst in den Köpfen der Menschen drin.

Hierzu stellen wir fest: Frau Hertel hat leider recht.

Medien besser kritisieren. Mit Ihrer Unterstützung.

 
Medien besser kritisieren.

6 Kommentare

  1. Helene Fischer: „Ich bin nicht die reichste Sängerin der Welt.“

    „Anmerkung der Redaktion: Helene Fischer hat Recht.“

    Autsch. Das finde ich dann doch lustig.

  2. …so amüsant, weil bizarr, dieser Regenbogen auch ist… ich sags mit den Franzosen: Hélas… die Tinte (so es welche gäbe) nicht wert…

  3. Erkenntnis: diese Hefte haben sich in 25 Jahren optisch überhaupt nicht verändert. Inhaltlich natürlich auch nicht.

  4. …düstere Schatten über °Meintopfvollgold“
    Aus universitären Kreisen ist bekannt geworden, dass dieser Blog eingestellt wird.
    Stimmt das?
    Ja, denn absurde spiegelfechtereien machen keinen Sinn(mehr).
    Können wir ohnehin nicht ändern, diesen alltäglich verbreiteten tumben Stuss.

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