Wie berichtet man über eine Demo wie „Querdenken“ in Leipzig?

Foto: Bernd März/ imago images

Am Samstag versammelten sich in Leipzig 45.000 Menschen zu einer „Querdenken“-Demonstration. Es kam zu Ausschreitungen und teilweise gewalttätigen Übergriffen auf Journalisten. Die Polizei wirkte unvorbereitet und planlos. Wie konnte das passieren? Was wusste man im Vorfeld über die Mobilisierung von gewaltbereiten Gruppen?

Und wie berichtet man eigentlich über Proteste, auf denen sich ganz unterschiedliche Menschen – von Esoteriker*innen über Hippies bis hin zu Neonazis und Hooligans – zusammenfinden?

In der aktuellen Folge unseres Podcasts spricht Holger Klein mit dem freien Reporter Henrik Merker, der seit Jahren die rechtsextreme Szene und von Anfang an die „Querdenken“-Bewegung beobachtet. War das überhaupt eine gewalttätige Demonstration? War er überrascht über den Verlauf der Demo? Und wie gut fühlt er sich eigentlich von der Polizei geschützt?

(Sie können den Podcast auch über die Plattform oder App Ihrer Wahl hören. Hier ist der Feed.)

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62 Kommentare

  1. Mir gefallen die 40ig Minuten – allmählich komme ich auf den Geschmack von Podcasts: der Austausch der Protagonisten erlaubt eine einfachere Rezeption –
    Das man bei Demos immer den G20 Gipfel als eine Art Goldstandard der Gewaltausschreitungen zitiert, ist ärgerlich: ist es doch stets ein Vergleich von Äpfel mit Birnen. Ein G20 Gipfel richtete sich gegen die grundsätzliche Logik der Eliten der Staatslenker. Die Demo von „Querdenkern“ hat doch den Charakter der Wutbürger, die für sich ihr persönliches subjektives Rechtsgefühl reklamieren, in der immer eine gute Portion Verschwörung und Antisemitismus mitschwingt und hoffähig gemacht wird, plakativ untermalt, es wäre wie in der DDR.

  2. Mein Eindruck ist, die Polizei nimmt da gerne den Weg des geringsten Widerstands.

    Die, die sich vernünftig verhalten – also die Journalisten – werden aus dem Spiel genommen, weil sie so kein Ziel mehr für gewaltbereite Demonstranten sind. Das ist für die Beamten die bequemere und schnellere Lösung, als § 23.3 KUG und Art. 5 GG durchzusetzen.

  3. Wie berichtet man über eine solche Demo? Vielleicht einfach, indem man berichtet. Zum Beispiel, wie viele Teilnehmer es gibt, was diese sagen und fordern, ob keine, alle oder nur wenige gewalttätig waren usw. Die „Einordnung“ brauche ich nicht, die traue ich mir selbst zu!

  4. konstruktiv gemeinter vorschlag für zukünftige episoden: vielleicht am anfang mal kurz den gesprächspartner namentlich vorstellen bzw. den kontext einordnen? also n kleines bisschen mehr als „hi henrik!“, zumindest ich kannte „den henrik“ beim hören erst mal nicht und wusste nicht, was der bei der demo so tat ..

    (ja, hinterher hab’ ich den artikel hier dann auch gesehen. aber. you know.)

    danke. :)

  5. @3:
    Den Podcast überhaupt angehört? Oder einfach nur rumgetrollt?

    Es geht eben genau darum, nicht einfach nur abzubilden, was man gesehen hat, sondern auch tiefergehende Informationen heranzutragen, investigativ zu recherchieren, auf Querverbindungen hinweisen, das Ganze im Kontext auch einzuordnen. Es sei denn, das kannst du alles in genau der gleichen Quantität und Qualität alleine machen, mal eben von deinem Laptop zu Hause, weil du ja den totalen Überblick über das alles hast, um dir dann selber deine Meinung zu bilden (die du wahrscheinlich schon vorher hattest ;-) ). Chapeau!

  6. Den Podcast überhaupt angehört? Oder einfach nur rumgetrollt?

    Die Gläubigen sind einer rationalen Argumentation sowieso nicht zugänglich. Die haben ihre Glaubenswahrheiten und da geht nichts drüber.

    Allen anderen Interessierten kann ich nur empfehlen, wenn es sich irgendwie einrichten lässt, mal zu einer Veranstaltung von AfD, Pegida oder Querdenken zu gehen.
    Nicht damit gemein machen, irgendwo am Rande hinstellen und zugucken.

    Und am nächsten Tag ihre Beobachtungen vergleichen mit den Medienberichten.
    Sie werden staunen.

  7. Wie wäre es, wenig bis gar nicht zu berichten? Auch sonst wird ja nicht jede Demo medial so breit getreten. Sollen sie doch in aller Ruhe quer, senkrecht oder diagonal denken.

  8. @7: Gehen Sie doch mal in einen Zoo und schauen sich das Murmeltiergehege an. Und dann lesen sie ein Buch über Murmeltiere. Und dann bezichtigen Sie vermutlich das Buch der Lüge, denn Ihre Beobachtungen haben ja ergeben, dass Murmeltiere niemals etwas fressen und es auch höchstens eines gibt auf der Welt und das ist grau, während der Buchautor (der recherchiert, Zusammenhänge aufgedeckt und Interviews mit Murmeltierfachleuten geführt hat) unverschämterweise behauptet, Murmeltiere lebten in größeren Gruppen, seien meistens braun und ernährten sich von Pflanzen.

  9. Manchmal kommt die Bestätigung schneller als man denkt. Dafür Dank an Me Re.

    Letztlich weiß jeder, dass die mediale Darstellung zum Demonstrationsgeschehen leider sehr oft mit der Realität wenig zu tun hat.
    Jeder kann sich die Veranstaltungen von Pegida (gibts die noch?), AfD oder Querdenken ansehen. Jeder wird sehen, die sind friedlich.
    Gewalt geht von den Verbrechern (sog. „Gegendemonstranten“) aus und evtl. von ein paar agent provocateur, wie gerade in Leipzig.

    Weil das Offensichtliche leider nicht zum Narrativ der Merkel-Propaganda passt, müssen die Propaganda-Aktivisten die Realität so gut wie möglich unkenntlich machen. Z.B. indem sie davor „Recherchen“, „Interviews“ und „Zusammenhänge“ platzieren.

    In der Savanne fressen die Löwen die Antilopen. Kann jeder sehen.
    Aber diese Realität ist unerwünscht, die muss weg. Und das geht auch. Wenn man nur genügend „recherchiert“, die süßen kleinen Löwis zeigt, „Zusammenhänge“ halluziniert, „Interviews“ mit Pressesprechern der Löwen-Communities, renommierten Antilopenexperten und den Sprechern der „zivilgesellschaftlichen Projekte“ führt (wichtig: die Antilopen nicht zu Wort kommen lassen) dann kriegt man das schon halbwegs hin, das gewünschte Bild der veganen Löwen und aggressiven Antilopen.

    Ob man diesem Quatsch auf den Leim geht, muss jeder für sich entscheiden.

  10. #10
    »…die sind friedlich. Gewalt geht von den Verbrechern (sog. „Gegendemonstranten“) aus…«

    Da sind Sie leider falsch informiert. Aber weil am Heiligen Sonntag seit Jahrhunderten jeder den Scheiß verzapfen darf, an den er halt so glaubt, lasse ich das Zeugs mal so stehen.

  11. Dass AfDler und Co gehörnte Huftiere sind, die sich nur in der Herde sicher fühlen, haben Sie jetzt aber gesagt, Jörn.

    PS: Bei Querdenken laufen Nazis rum. Kann jeder sehen. Aber diese Realität ist unerwünscht, nicht wahr?

  12. @ Jörn: Ihre Mühe in allen Ehren. Sie wird fruchtlos bleiben.
    Dies hier ist eine schlecht getarnte Nebenstelle von de.indymedia.

  13. Ich habe mehrfach an Demos teilgenommen, da es mir große Sorge bereitet, wie hier mit den Grundrechten eines Jeden, der anderer Meinung ist, umgegangen wird. Wie Ihr dazu kommt, mich damit zu einem Nazi abzustempeln, ist mir ein Rätsel. Was denkt Ihr denn bitte, wie hoch der Anteil an Schwachköpfen ist, wenn sich Leipzig und Chemnitz zum Fußball treffen? Wollt Ihr deshalb den Fußball verbieten oder kommt Ihr irgendwann mal darauf, dass es gerade vielen Leuten schlecht geht, weil ihnen die Perspektive und Existenz genommen wird? Wie kann man sich „Übermedien“ nennen und dann so unglaublich undifferenziert in den Äther verdauen?

  14. @Andreas

    @ Jörn: Ihre Mühe in allen Ehren.

    Sie meinen, Jörns Mühe, das Treiben der Deutschlandhasser in Leipzig oder Dresden zu verharmlosen?
    Dieses Land, in dem ich sehr gerne lebe, kaputt machen zu wollen, weil da einige einfach gesagt eine Macke haben und an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen.
    Warum will man das, warum gibt man sich da so viel Mühe?

  15. Wie soll man Leute ernst nehmen, die allen Ernstes Begriffe wie „Merkel-Propaganda“ verwendet?
    Ausgeschieden in der zweiten Selbstdisqualifikationsrunde.

  16. Andreas hat es endlich aufgedeckt. Alles Nebenstelle von Indy hier.
    Und Niggi ist der Ziehsohn der Hitlertochter Angie und dem Genossen Dschugaschwili. Quelle: AvocadohitlersQTelegram

  17. Andre Walek:

    „Wie Ihr dazu kommt, mich damit zu einem Nazi abzustempeln, ist mir ein Rätsel.“

    Wer genau hat das hier wo genau getan? (Ich glaube nicht, dass Sie hier noch mitlesen, aber einen Versuch ist es wert.)

    Zum Thema der Berichterstattung: wie berichtet man über diese Demo? Z.B. indem man Autoren hinzuzieht, die sich mit den hiesigen Gegebenheiten auskennen.

    Das war bei der direkten Berichterstattung zwar der Fall, etwa Antonie Rietzschel für die SZ.

    Im Nachgang kamen allerdings oft Ferndiagnostiker zur Sprache, etwa bei der Urteilsbegründung des OVG Bautzen. Ziemlich unkritisch wurden die vom OVG Bautzen genannten Zahlen, die Flächenberechnung der Demo, übernommen, etwa von SPON und SZ. Und ja, die Zahlen sind an sich korrekt. Was aber keiner der externen Kollegen der genannten Medien (beide aus Karlsruhe) bemerkt hat, ist, dass die Querdenker keinen Platz für eine Demonstration angemeldet haben, sondern einen ca. 2km langen Schlauch, der sich über diverse Engpässe, aktuell mind. eine Baustelle, mehrere Straßenüberführungen kurvig windet und idR so breit ist, dass maximal zwei Menschen nebeneinander stehen können. Der Schlauch ist größtenteils einseitig dicht bebaut, größtenteils auf der anderen Seite von Grünanlagen begrenzt, die ebenfalls NICHT zum Demonstrationsraum gehörten, teilweise beidseitig dicht bebaut. Der Endpunkt des Schlauchs entspricht dem am weitesten vom Hauptbahnhof entfernt liegenden Innenstadtpunkt, ihr Anfangspunkt dagegen direkt am Hauptbahnhof.

    Die Querdenker haben also eine Demonstration angemeldet, bei der davon ausgegangen wurde, dass die letzten Teilnehmer sich an das weitestentfernte Ende des Schlauches stellen, so sie mit der Bahn anreisen, und allgemein brav in eine lange Reihe einordnen, deren einzelne Punkte bis zu 2km vom Veranstaltungsgeschehen entfernt ist. Dort sollten sie über Stunden verharren.

    Das ist illusorisch, war aber tatsächlich die Basis der Urteilsbegründung des OVG Bautzen. Aufgegriffen wurde genau dieser Punkt der faktischen Illusion mWn in der Berichterstattung nicht. Übernommen wurde die Behauptung, es handle sich um einen Platz, und dass davon ausgehend die Berechnungen der Bautzner Richter an sich richtig seien. Erweckt wurde der Eindruck, der Augustusplatz se ca. ein Drittel so groß wie die Münchner Theresienwiese (er ist ca. ein Zehntel so groß), indem die Gesamtfläche der angemeldeten Demonstration implizit mit der Gesamtfläche des Leipziger Augustusplatzes gleichgesetzt wurde.

    Das sind Rechercheschwächen, die nur aus der Distanz entstehen können, und als solche vermeidbar.

  18. „Das sind Rechercheschwächen, die nur aus der Distanz entstehen können, und als solche vermeidbar“
    Wird ja auch Zeit, dass ein Pannor einem OVG mal die Meinung geigt, wenn ihm solche Recherchefehler unterlaufen.

  19. #23: „Wird ja auch Zeit, dass ein Pannor einem OVG mal die Meinung geigt, wenn ihm solche Recherchefehler unterlaufen.“

    Klingt seltsam wenn’s von einem kommt, der ein ganzes Blog damit füllt, anderen ’seine Meinung‘ zu geigen und ‚Fehler aufzuzeigen‘. Halt im Aggro-Müller-Style: „Tageshetze spiegelt“.

  20. „Wird ja auch Zeit, dass ein Pannor einem OVG mal die Meinung geigt, wenn ihm solche Recherchefehler unterlaufen.“

    Der vierte Stand eben.

    Die legale Presse, die Sie andernorts hier bereits angeprangert haben, weil sie legal ist.

    Im Übrigen richtete sich die Kritik gegen SPON und Süddeutsche. Und die Geigigkeit, die Sie da herauslesen, ist nur Ihre eigene, siehe meine Vorrednerin.

  21. „Im Übrigen richtete sich die Kritik gegen SPON und Süddeutsche“
    Habe ich verstanden, wollte es aber nochmals vom Meister selbst hören:
    Wenn SPON und Süddeutsche besser recherchiert hätten, dann hätten sie dem Michel besser erklären können, dass das OVG-Urteil Blödsinn war und deshalb unerheblich.
    Darauf, dass SPON und Süddeutsche noch nicht genug auf Linie sein könnten, muss man allerdings erst einmal kommen.

  22. @Jörn / #10: „Letztlich weiß jeder, dass die mediale Darstellung zum Demonstrationsgeschehen leider sehr oft mit der Realität wenig zu tun hat.“
    IMHO wäre richtig:
    Letztlich weiß jeder, dass Deine Wahrnehmung (oder die einer anderen Person) des Geschehens einer Demonstration mit großer Wahrscheinlichkeit eine andere ist als meine, auch wenn wir die selbe Demo besuchten.

  23. @ Stefan Pannor:

    Wie genau kommen Sie darauf, dass ich nicht mehr mitlesen würde?
    Weil ich Ihrer Meinung nach zu den „überwiegend merkbefreiten“ gehöre, die sich nur „graduell im Maß der Gewalt von den Nazis unterscheiden“?

  24. #29,30: Wie schön, dass Sie hier nich mitlesen. Könnten Sie dann auch die Frage beantworten? Wer genau hat Sie hier wo als „Nazi“ abgestempelt?

    „Weil ich Ihrer Meinung nach zu den „überwiegend merkbefreiten“ gehöre, die sich nur „graduell im Maß der Gewalt von den Nazis unterscheiden“?

    Haben Sie Sehnsucht danach, dazu gezählt zu werden?

  25. Vielleicht wäre es in der Tat mal was anderes, den Teilnehmern an diesen Demonstrationen zuzuhören. Nachzufragen, warum sie da mitmarschieren, und wie sie dazu stehen, dass da auch andere mitmarschieren, von ganz rechts. Ob sie das gut finden, oder egal, oder ob sie es scheiße finden, ihr Anliegen aber so wichtig, dass sie es nicht unvorgebracht lassen wollen, nur weil andere es missbrauchen?

    Was wäre übrigens denn richtig? Angenommen, man ist so gar nicht rechts. Angenommen, man leidet wirtschaftlich und psychisch wie ein Tier unter den „Maßnahmen“, angenommen man steht auf der Seite der gar nicht so wenigen Experten, die diese Maßnahmen unverhältnismäßig und vor allem die Art, wie über diese entschieden wird bedenklich finden: Muss man dann schweigen, weil auf den Demonstrationen neben zigtausend Nicht-Gewalttätigen auch Gewalttätige mitlaufen? Diskreditiert es eine Demonstration, wenn dort eine Meinung vertreten wird, die auch von Rechten vertreten wird – wenn es denn überhaupt so ist und die nicht nur einfach so auf Krawall aus sind?

    Ich verachte alles Rechte und sehe mich in einem Vakuum. Ich will nicht mit Rechten gemeinsame Sache machen, will nicht mit denen über einen Kamm geschoren werden – und werde es doch immer.

    Seit Jahren wähle ich ohne echte Überzeugung eine Partei aus dem demokratischen Spektrum, nur um rechts nicht erstarken zu lassen. Leider ist das nun vorbei. Keine Stimme für die AfD – aber auch keine mehr nur gegen sie. Die Wahlbeteiligung und der Stimmanteil für rechts werden die Strafe sein für eine Politik, die „Zügel anzieht“ anstatt den Bürger noch auf Augenhöhe mitzunehmen.

  26. „Vielleicht wäre es in der Tat mal was anderes, den Teilnehmern an diesen Demonstrationen zuzuhören. “

    Dazu gehören ja immer zwei.

    Ich meine, wir leben im Jahr … was? Vier? Fünf? … der „mit besorgten reden“-Phase, und es lässt sich halt immer wieder feststellen: die meisten Besorgten wollen nicht reden, sondern krakeelen, gern auch über einen vorgeblichen Unwahrheitsgehalt der Presse. Die zweitmeisten wollen bei aller Freundschaft schlicht bizarre Ängste raushauen, ohne für einen argumentativen Dialog offen zu sein: Impfpflicht, Umvolkung und so.

    Die einen sind vor Wut nicht zugänglich, die anderen vor Angst.

    Dazu kommen die üblichen Agitateure und Ideologen, aber die lassen wir in diesem Kontext mal aussen vor.

    Was übrig bleibt, ist ein relativ kleiner Rest, der vielleicht etwas zu sagen hat, das man als legitimen Ausdruck realistischer Besorgnisse ansehen kann. Und denen wird ja zugehört.

    Im Übrigen: alle diese Teilnehmer äußern ihre Ansichten gern und freiwillig im virtuellen Raum. Es ist also nicht so, als ob so ein Stimmungsbild nicht auch ohne direkte Befragung abbildbar wäre. Und die meisten, jedenfalls meinem subjektiven Eindruck nach, haben null Probleme, mit extremen Rechten zu kuscheln, wenns für die gute Sache ist.

    Genau wie du, Bazooka (hier wichtiger Kontext: deine menschenverachtenden Äusserungen über Ältere und Erkrankte hier im Kommentarbereich des Blogs): weil also Menschen dich für rechts erklären (wozu deine sozialdarwinistische Haltung ja durchaus Argumente liefert), gibst du jetzt aus Trotz die Demokratie auf und fährst eine appeasement-Haltung gegenüber der extremeren Rechten.

    Für die gute Sache, nämlich dein „Ich zeugs euch jetzt mal“-Ding, kuschelst auch du ja mit den extremeren Rechten, halt so indirekt.

    Aber zurück zum Thema: Können wir den Punkt „Man muss doch mal mit denen reden“ endlich hinter uns lassen? Ich kann nicht für jeden einzelnen in individuellen Situationen reden, aber in der Gruppensituation der Demonstrationen ist das Redebedürfnis äußerst gering und das Gesagte leider oft die Luft nicht wert, die dafür verbraucht wurde. Ausnahmen, die es natürlich gibt, bestätigen diese Regel.

    Und warum soll ich eigentlich Leuten zuhören, die kein Problem mit Neonazis haben? Müsste ich nicht eigentlich erstmal fragen, was bei denen schiefgelaufen ist, ehe ich mir von denen erklären lasse, was in diesem Land angeblich schiefläuft?

  27. @32: Die Großdemos der Veranstaltungsbranche schaffen es doch auch, keine Nazis bei sich mitlaufen zu lassen.
    Dann laufen Sie doch da mit, statt bei Querdenken.

    Als ob die Querdenken-Show irgendetwas mit den „echten Anliegen“ von Opfern der Maßnahmen zu tun hätte.

    (Bevor wieder grenzwertige Unterstellungen kommen: Ich arbeite für ein Unternehmen, das die Veranstaltungsbranche beliefert, bin also auch indirekt betroffen)

  28. Ich soll bei einer Demo mitlaufen von Leuten, die dafür demonstrieren, dass ihre Branche mehr Hilfen zur Überbrückung eines Lockdowns bekommt, wenn ich gegen diesen Lockdown bin und gar nicht will, dass da noch mehr Geld im Vorgriff auf kommende Generationen rausgehauen wird?

    Kleiner Tipp: Es soll Menschen geben, die leiden so sehr unter dem Ganzen, die demonstrieren trotzdem nicht. Weil sie zu krank sind. Oder noch zu klein. Sind aber alles, hat mit Earendil erklärt, „Hysteriker“.

  29. Ja, die armen Querdenker, deren völlig friedliche und vernünftige Demos von den Rechten gekapert werden, ohne dass sie was dagegen machen können…
    Man sollte echt mal nach deren Anliegen fragen, also wenn man was versteht neben dem „Lügenpresse“-Gegröhle und Drohungen und Bespucken…

  30. @31 den Podcast gar nicht gehört, oder? Was brauchen Sie denn außer einem Zitat aus dem Poscast?
    Oder geht es eher darum, aus der sicheren Entfernung der Anonymität populistischen Müll in die Runde zu werfen?
    Warum denken Sie, ich hätte danach Sehnsucht dazu gezählt zu werden? Können Sie das erklären oder sind Sie nur plump, passiv aggressiv?

  31. „@31 den Podcast gar nicht gehört, oder? Was brauchen Sie denn außer einem Zitat aus dem Poscast?“

    Ich bräuchte, um mich angesprochen zu fühlen, jemanden, der mich konkret so bezeichnet. Ich würde mich von einem Podcast, der über Nazis berichtet, nicht angesprochen fühlen.

    Sie aber schon. Woran liegt das wohl, dass Sie sich den Schuh anziehen? Danach habe ich gefragt. Warum Sie so aggressiv darauf reagieren, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben.

    „Oder geht es eher darum, aus der sicheren Entfernung der Anonymität populistischen Müll in die Runde zu werfen?“

    Geht es Ihnen darum, rumzuopfern oder passt Ihnen der Nazi-Schuh, den Sie sich selbst anziehen?

    „Warum denken Sie, ich hätte danach Sehnsucht dazu gezählt zu werden?“

    Hab ich gerade erklärt. Im Podcast werden Nazis erwähnt, Sie fühlen sich angesprochen. Warum?

    „Können Sie das erklären oder sind Sie nur plump, passiv aggressiv?

    Haben Sie meine Erklärung verstanden? Oder sind Sie zu dumm dafür?

  32. @ Bazooka Joe:
    „(…) den Teilnehmern an diesen Demonstrationen zuzuhören. Nachzufragen, warum sie da mitmarschieren, und wie sie dazu stehen, dass da auch andere mitmarschieren, von ganz rechts.“

    Lieber nicht:
    „Ich habe keine Ahnung ob ihr gleich nach Hause fahrt und eure Frauen oder Männer verprügelt, ob ihr gewalttätig seid, ob ihr euch kinderpornografisches Material anschaut oder ob ihr Hitlerkreuze an die Wände malt – Das ist mir auch völlig Schnuppe. Ihr seid hier weil wir alle gemeinsam hier für eine Sache stehen und das ist für unsere Freiheit und für unsere Zukunft.“
    Quelle: https://twitter.com/Astraketee/status/1328409877509795840

  33. 43: „Ja. Ich bin zu dumm für Sie.“

    Unter allen Arten des Kneifens ‚Besorgter & Empörter‘ ist das immerhin mal eine glaubwürdige.

  34. Das ist das Problem mit den Someonedaughters dieser Welt:

    Auf die altbekannt passiv aggressive Art wird jeder, der auch nur wagt, anders zu denken, weggewischt. Aus den Augen, aus dem Sinn, diskutiert wird vielleicht, nur eben nicht mit auch nur der Option, sich mal einzulassen.

  35. Ist dieses „Querdenken“ eigentlich das vor, dem die Nazis immerzu gewarnt haben?
    Weil von denen las man doch immer:
    „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“

    Und so wie diese „Querdenker“ auftreten (Ermächtigungsgesetz etc.) passt das doch erstaunlich gut….

  36. Auf die altbekannt passiv aggressive Art wird jeder, der auch nur wagt, anders zu denken, weggewischt. Aus den Augen, aus dem Sinn, diskutiert wird vielleicht, nur eben nicht mit auch nur der Option, sich mal einzulassen.

    Nee, nee, nee.
    Someonesdaughter ist immer sehr exakt. Sie (?) nimmt sich immer genau die Worte, die jemand anders so fallen lässt, oft als Zitat und fragt dann ganz genau nach.
    Und meist kommen dann keine Antworten, die logisch zu dem geschriebenen passen. Daher wischen sich die Kontrahänten quasi lieber gleich selber weg.

    Besser wäre die Aussage, dass Someonesdaughter jeden, der anders fühlt, als man denken kann, weggewischt wird.
    Das kann man durchaus als passiv aggressiv bezeichnen, wenn damit die Gefühlsebene zum Einkrachen gebracht wird, weil sie mit der rationalen Ebene nicht in Einklang zu bringen ist.

  37. #45: „Auf die altbekannt passiv aggressive Art wird jeder, der auch nur wagt, anders zu denken, weggewischt.“

    Ja, mimimi. Denken wäre ja mal was, so zur Abwechslung. Noch besser wäre es, das Gedachte, falls da etwas ist, dann auch verbalisieren zu können.

    Aber wer rumgreint, als „Nazi“ bezeichnet worden zu sein, weil er sich davon, dass in einem Podcast von Nazis berichtet wurde, persönlich angesprochen fühlt, der denkt offenbar nicht so viel. Der ‚fühlt‘ bestenfalls irgendwas. Der ‚fühlt‘ sich als Opfer. Aber wieso? Warum zieht er sich den Schuh an? Mal nachdenken? Nee, keinesfalls – lieber jammerlappen und sich als Opfer ‚fühlen’….

    „Aus den Augen, aus dem Sinn, diskutiert wird vielleicht, nur eben nicht mit auch nur der Option, sich mal einzulassen.“

    Tja, hätte sich André mal eingelassen. Auf’s Denken zum Beispiel. Hätte er mal darüber nachgedacht, warum er sich angesprochen fühlt, wenn im Podcast von Nazis gesprochen wird. Aber erst jammerlappen und dann nach Denkverweigerung kneifen kennt man ja. Das ist ein Problem der Andrés dieser Welt.

  38. Ich bin froh, dass es Menschen wie Someonedaughter gibt, die immer auch noch das letzte Wort aus dem Kistchen „maximalen Verächtlichmachung“ herausholt.

    Das kann sie, so sicher, wie sie sich ist, immer auf der einzig richtigen Seite zu stehen.

    Ohne jede Sympathie für Quer- oder Garnichtdenker: Manchmal ist es direkt wohltuend, wenn jemand einfach mal Angst, Verzweiflung, Wut oder auch einfach nur Unzufriedenheit rausbrüllt und nicht die eigene Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit wie eine Monstranz vor sich herträgt.

  39. #49: „Ich bin froh, dass es Menschen wie Someonedaughter gibt, die immer auch noch das letzte Wort aus dem Kistchen „maximalen Verächtlichmachung“ herausholt.“

    Traurig, dass die Bazooka Joes dieser Welt sich nicht nur in konstanter Denkverweigerung üben, sondern in maximaler Jämmerlichkeit mit ihren Fingerchen auf andere zeigen, die sie für ihr eigenes geistiges Elend verantwortlich machen. Mimimimimi.

    Unterdessen in Berlin:

    „Andreas #Kalbitz ist gerade bei #b1811 angekommen, macht Fotos & gibt Interviews, etwa bei Martin Lejeune. Kalbitz: „Würde mich nicht impfen lassen“ und: „sind im Kampf um die Freiheitsrechte“. Danach Händeschütteln und freundliche Begrüßung mit Holocaust-Leugner Nicolai Nerling.“

    https://twitter.com/akm0803/status/1329036479725785099

  40. #52: „Lupenreine Demokraten wo man nur hinschaut.“

    Aber aber – es ist doch total „wohltuend“, wenn solche Jemands ihre „Angst, Verzweiflung, Wut oder auch einfach nur Unzufriedenheit einfach mal rausbrüllen“ …. Wer braucht denn da noch Demokraten?

  41. »Wohltuend« ist bei diesem Trottelkarneval eigentlich nur der Wasserwerfer. Der kann wegen der Kinder und Regenbogeneltern leider nicht so in die Nazis hineinblasen, wie er gerne wollte. Das dauert noch Stunden. Ich bin aber froh, dass die Polizei das besonnen und behutsam regelt.

    Ich erinnere mich an Demo-Auflösungen, die deutlich hemdsärmeliger vonstatten gingen. G20 beispielsweise. Nach links kloppt sich’s halt besser als nach rechts. Das war in Deutschland schon immer so.

    Jetzt warte ich auf die ersten steilen Zwangsimpfungsthesen. (Impfstoffbeimischung im Wasserwerferwasser.)

  42. Meinen Sie, Someonedaughter, das eigentlich ernst? Reagieren Sie immer, wenn jemanden anders etwas stört, mit, ich zitiere Sie da gerne „Mimimimimi“?

    Und was genau lässt Sie das als angemessene, ja gar als überlegene Form des Gesprächsführung empfinden?

    Ja, Someonedaughter, andere Menschen haben Sorgen, andere als Sie und andere als Sie es sich vorstellen können. „Mimimimimi“ ist das so ziemlich die größtmögliche Unerschämtheit, auch wenn es eine ist, an die man sich ja fast schon gewöhnt hat.

  43. Ich bin echt ein Lahmarsch. :(

    Gerade eben hat die Polizei Berlin auf Facebook vor Fakemeldungen gewarnt, die unter ihrem Namen gepostet werden. Da war von einem Chemtrail-RNA-Impfstoff-Wassergemisch die Rede sowie vom Schussbefehl, der ab sofort vor dem Brandenburger Tor gilt. Verbreitet sich wie ein Lauffeuer und wird geglaubt. Manchmal ist Demokratie sehr anstrengend.

    Apropos Lahmarsch: Gibt es eine Möglichkeit, dass man nicht jedes Mal von Hand Name und E-Mail eintippen muss, wenn man hier kommentiert? Sowas Automatisches?Ich frage mich das schon drei Jahre lang.

  44. #56: „Meinen Sie, Someonedaughter, das eigentlich ernst? Reagieren Sie immer, wenn jemanden anders etwas stört, mit, ich zitiere Sie da gerne „Mimimimimi“?“

    Nein, ich reagiere nur dann mit „mimimimi“ wenn jemand ausser mimimi nichts zu bieten hat. So wie Sie. Außer fortwährend darüber zu jammern wie böse und gemein ich sei, haben Sie doch nichts im Programm. Wie hätten Sie denn gerne, dass ich auf Ihre Unverschämtheiten reagiere? Und warum reagieren Sie nicht so auf mich, wie Sie es von anderen einfordern: Hören Sie mir doch einfach mal zu anstatt sich reflexartig an mir abzuarbeiten. Denken Sie mal darüber nach, ob ich vielleicht einen validen Punkt habe. Dass Ihre Botschaften nicht so ankommen, wie Sie es gerne hätten.

    Nur eine angemessenere Reaktion auf Ihre Beiträge ist noch vorstellbar: Sie und Ihr mimimi zu ignorieren. Lange dauert’s nicht mehr.

    „Ja, Someonedaughter, andere Menschen haben Sorgen, andere als Sie und andere als Sie es sich vorstellen können.“

    Und diese einfach mal unverschämt rauszubrüllen, finden Sie dann total „wohltuend“. Dass Sie in dem Kontext Begriffe wie „Gesprächsführung“ benutzen, wirkt dann reichlich schräg. Genauso wie Ihre Forderung, man solle den Teilnehmern des Trottelkarneval doch einfach mal zuhören – berichtet man dann darüber, was da so kommuniziert wird, ist es aber auch wieder nicht recht …

    Denken Sie mal drüber nach (und zwar bevor Sie sich in einer Antwortsimulation nach dem Motto ‚mimimi, wieder voll gemein‘ versuchen)

  45. Was lerne ich aus dieser Kommentarspalte? Auch einige Übertrolle sind Übonnenten. So wird man die Müllers also nicht los. (Allerdings könnte LLL außerhalb der Paywall geblieben sein. Oder hat den in den letzten Tagen jemand gesehen?)

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