Wie links ist der ARD-Nachwuchs? Viel Lärm um ein „Datenprojekt“

Ein China-Vergleich durfte natürlich nicht fehlen: „92 Prozent für Grün-Rot-Rot!“, schreibt Rainer Haubrich von der „Welt“ in einem Kommentar, der vorigen Mittwoch erschien, und fügt an:

„Wenn die ARD so weitermacht, herrscht in deren Redaktionen bald eine Vielfalt wie beim chinesischen Volkskongress.“

Mit diesem Klopper endet Haubrichs Text über eine „Studie“, die im aktuellen „Journalist“ erschienen ist, der Zeitschrift des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV). Den China-Vergleich finden viele „Welt“-Leserinnen und -Leser super: Nur rund 200 haben Haubrichs Kommentar auf der „Welt“-Seite einen Daumen nach unten gegeben – mehr als 5.000 einen Daumen nach oben.

Die „Studie“, um die es geht, ist ein Projekt von Volontär*innen der Electronic Media School (EMS), die zum Teil vom RBB finanziert wird. Im Frühjahr hatten sie Volontär*innen anderer ARD-Anstalten gebeten, unter anderem zu beantworten, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen, ob sie einen Migrationshintergrund haben, eine Behinderung, einen Hochschulabschluss und so weiter. Auch Angaben zur Sexualität wurden abgefragt.

„Was würdest du wählen?“

Insgesamt wollte die Gruppe herausfinden, wie es um Diversität bei den redaktionellen Auszubildenden der ARD steht – was aber nun eher untergeht, weil sich die „Welt“ und andere auf ein einzelnes Ergebnis stürzen. Die Frage lautete: „Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, was würdest du wählen?“

Heraus kam dabei: eine absolute Mehrheit für die Grünen. Außerdem käme die Linke auf mehr als 20, die Union aber nicht mal auf drei Prozent.

„Journalist“-Grafik zur „Volo-Wahl“ Ausriss: Journalist (11/2020)

Der „Journalist“ stellt dem Ergebnis der Volo-Wahl den Bundesdurchschnitt der 18- bis 39-Jährigen gegenüber, nach dem die Union an erster Stelle auf 33 Prozent käme und die Grünen zwar stark wären, aber lediglich bei 27 Prozent.

Das Ergebnis der Volo-Umfrage hat unter konservativen Journalisten und Politikern für Aufregung und Spott gesorgt. „Krasse Einseitigkeit im Staatsfunk“ und „extreme Linkslastigkeit“, twitterte etwa die AfD. Auch „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt („überraschung“) und der frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen („Ausgewogene Berichterstattung?“) sahen sich bemüßigt, die Umfrage eilig auf Twitter zu kommentieren. So wie sich eine Autorin des Portals „Achse des Guten“ dem Fehlschluss hingibt, es liege an „den kläglichen 1,3 Prozent FDP-Wählern bei den Volontären“, dass die FDP „praktisch nie“ in Talkshows säße – als hätten Volontäre Einfluss aufs Programm.

Aber darum geht es ja auch nicht: um den jetzigen Einfluss, sondern um den zukünftigen, wenn die Auszubildenden, wie viele vor ihnen, in den Sendern verbleiben und Karriere machen. So steht es auch im „Journalist“: „Die Daten lassen ein Bild sichtbar werden: das der künftigen Journalist*innen von ARD und Deutschlandradio.“ Die Frage ist nur, wie aussagekräftig dieses Bild ist.

Ein „Datenprojekt“, keine repräsentative Studie

Es ist einiges schief gelaufen bei der „Studie“, zum Beispiel, dass sie anfangs gar nicht so genannt wurde. Die RBB-Volontärinnen hatten sich im Frühjahr über digitale Medien an die Volo-Jahrgänge anderer ARD-Sender gewandt: „Wie divers ist eigentlich euer Jahrgang?“, schrieben sie. „Und inwiefern sind bestimmte Bevölkerungsgruppen unter uns öffentlich-rechtlichen Nachwuchsjournalisten vertreten?“ Sie fänden diese Fragen „wahnsinnig relevant“ und hätten ein „Datenprojekt“ gestartet. Dazu gab es einen Fragebogen.

Dass die Daten veröffentlicht werden sollen, blieb unerwähnt. Die Idee dazu kam offenbar erst später, sie wurde den Teilnehmer*innen aber auch dann nicht mitgeteilt. Entsprechend verblüfft waren einige ARD-Volontär*innen, als sie die Ergebnisse jetzt in der Verbandszeitschrift des DJV entdeckten. Sie werfen den Autor*innen vor, intransparent gearbeitet zu haben. Andere wiederum beklagen, sie hätten gar nichts von der Umfrage gewusst.

Eine der Initiatorinnen antwortet in einer Telegram-Gruppe:

„Wir haben mitbekommen, dass nicht für alle klar war, in welcher Form das Datenprojekt veröffentlicht werden soll. Da waren wir in der Kommunikation nicht deutlich genug. Wir bitten um Nachsicht. Das hätten wir deutlicher schreiben sollen und das tut uns leid.“

„Deutlicher“ schreiben – oder es halt überhaupt erwähnen.

Debatte mit mehr Kontext

Dass es nun zu der Umfrage, vor allem auf Twitter, eine Debatte gebe, sei „in Teilen abzusehen“ gewesen, schreibt die Autorin. Diese brauche aber „endlich Kontext und die Primärquelle“. Den Text hat der „Journalist“ deshalb mittlerweile frei ins Internet gestellt, damit sich jeder ein eigenes Bild machen kann.

Schaut man sich die Sache an, fällt auf, dass von den 150 Volontär*innen der ARD lediglich 86 an der Umfrage teilgenommen haben, rund 57 Prozent. Das  steht auch so im „Journalist“, zu Beginn des Textes und unter der Wahl-Grafik, aber sowas geht auf Twitter natürlich unter. Zumal über der „Journalist“-Grafik von allen ARD-Volontär*innen die Rede ist. Dabei antworteten auf die Wahl-Frage sogar nur 77 der 86 Teilnehmer*innen – während der Saarländische Rundfunk und des ZDF gar nicht mit drin sind, da sie zum Zeitpunkt der Umfrage keinen Volo-Jahrgang gehabt hätten.

Ihnen sei bewusst, dass das Ergebnis ihrer Umfrage nicht repräsentativ sei, sagt Daniel Tautz, einer der Autoren, im Gespräch mit Übermedien. Klar, es hätten nicht alle teilgenommen. Auch könne es Verzerrungen geben, sollten sich manche nicht getraut haben, ihre Parteipräferenz anzugeben, obwohl Anonymität zugesichert wurde. Er glaube, es sei ein „grobes Bild“ – und ebenso glaubt er, es sei eine „Tendenz, die so insgesamt zutrifft“. Darüber – und generell über Diversität – hätten sie eine Debatte anstoßen wollen.

An einer Debatte, auch über die Gründe für diese Tendenz, ist den meisten Kritikern aber wenig gelegen. Ihnen geht es um Bestätigung. Die Diskussion, dass Journalist*innen eher im linksliberalen Spektrum zu finden sind, ist alt, und gerade, wenn es um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geht, flammt sie immer mal wieder auf – lautstark befeuert unter anderem von der AfD.

Wo sind die Konservativen?

In ihrem kurzen Text zur Wahl-Frage schreiben die Autor*innen, es sei „vor allem das Berufsbild der öffentlich-rechtlichen Journalist*innen, das eher Menschen mit einer linken und grünen Haltung anzieht“. Der Mainzer Politikwissenschaftler Gregor Daschmann sagt außerdem, das „idealistische Motiv, gesellschaftliche Missstände abschaffen zu wollen“, sei im Journalismus „stark verankert“. „Konservativ denkende Menschen hingegen“ seien „tendenziell weniger bemüht, die Gesellschaft zu verändern“. Sie suchten eher einen Job, „der mehr Sicherheit und ein höheres Gehalt verspricht“.

Es stimme, dass Menschen unter anderem deshalb in den Journalismus gingen, weil sie die Gesellschaft voranbringen wollen, sagt Henriette Löwisch, die Leiterin der Deutschen Journalistenschule in München, im Interview mit Übermedien. Aber ob konservative junge Menschen das weniger wollten? „Ich wüsste wirklich nicht, auf welcher Grundlage ich ihnen das unterstellen sollte.“

„Focus“-Kolumnist Jan Fleischhauer behauptet, nicht die ARD rekrutiere „zu 90 % Nachwuchs, der rotgrün wählt“ – „90 Prozent des journalistischen Nachwuchses sind rotgrün.“ Ein Besuch bei einer deutschen Journalistenschule genüge, schreibt Fleischhauer, „und man weiß, dass ich recht habe“.

Löwisch entgegnet, dass Fleischhauer voriges Jahr „auf Einladung unserer Journalistenschülerinnen und Journalistenschüler“ zu einem Werkstattgespräch an der DJS gewesen sei – und das sage „doch mehr aus über ihre Freude an Meinungsvielfalt als Spekulationen darüber, wen sie wählen“.

Generell hält Löwisch es auch für „ausgeschlossen“, dass bei der Auswahl von öffentlich-rechtlichen Volos das Wahlverhalten abgefragt werde. Für die DJS jedenfalls komme ein „Gesinnungstest bei der Aufnahmeprüfung“ auf gar keinen Fall in Frage. Sowieso wirke sich das politische Ungleichgewicht im Journalismus in ihren Augen auch nicht aus, „weil der journalistische Ethos es ja erfordert, alle Lösungsvorschläge zu berücksichtigen, die auf Fakten basieren und mit den Grundrechten vereinbar sind“. An der DJS jedenfalls fordere sie „Meinungsvielfalt, Offenheit und gegenseitiges Zuhören ausdrücklich ein“.

Die RBB-Volontärinnen versuchen derweil, die Debatte, die sie anstoßen wollten, in ruhigere Bahnen zu lenken. Am Sonntag soll es eine Aussprache mit den Teilnehmer*innen per Video-Chat geben. Und auch in manchem ARD-Sender hat die Umfrage für Unruhe gesorgt. Dabei wäre dieses „Datenprojekt“, wenn auch nicht repräsentativ, ein guter Anlass, über manche Dinge offen zu diskutieren: über Politik und Parteilichkeit einerseits. Aber auch darüber, dass viele Volos aus Städten kommen, nicht vom Land, und ein Hochschulstudium absolviert haben müssen, weil die Sender das immer noch voraussetzen.

83 Kommentare

  1. Nur eine kleine Anmerkung:
    Es wird angegeben, dass nur 57% an der Umfrage teilgenommen haben und das Ergebnis nicht repräsentativ sei.

    Selbst wenn die stillen 43% alle nicht grün/links angeben hätten, hätten wir immer noch 45,89% für grün/links. Dies spiegelt zumindest nicht den aktuellen Stand der Gesellschaft wieder.
    Gegebenfalls aber dem Durchschnitt der Altersgruppe. (habe ich aber nicht geprüft)

    Auffällig ist das Ergebnis aber auf jeden Fall..

  2. Unabhängig von den Umständen und Validität der Umfrage ist das schon ein krasses Ergebnis. Da muss man den Spott der konservativen Twitterblase mal aushalten, den Elfmeter muss man verwandeln.

  3. Bei einem Datenprojekt und Umfrage, an der ich teilnehme, als angehender Journalist erstaunt sein, dass die Ergebnisse irgendwann veröffentlicht werden, ist erstaunlich. Was denn sonst?

  4. Von den Zwangsgebühren lebt es sich halt prächtig.

    Transferleistungsempfänger auf der Sonnenseite des Lebens.

    Da kann man es sich locker gönnen, linksgrün zu sein.

  5. #6: „Von den Zwangsgebühren lebt es sich halt prächtig.“

    Was verdienen denn Volontäre bei der ARD so? Sie haben da sicher valide Zahlen, oder?

  6. Meinte natürlich #4.

    Und da ich gerade nochmal da bin: Halten Sie alle Volontäre für „Transferleistungsempfänger auf der Sonnenseite des Lebens“ oder nur die, die Ihnen nicht rechts genug sind?

    Zahlen gibt’s übrigens u.a. dort: https://meedia.de/2013/07/23/volos-das-fordern-und-bieten-tv-sender/

    z.B. für den NDR: „Das Gehalt für angehende Journalisten ist gestaffelt von anfangs 1.474 Euro (brutto) bis 1.734 Euro (brutto) im letzten Jahr.“

    Oder für den WDR: „Das Bruttogehalt der Volontäre des WDR liegt derzeit bei 1.666 Euro im ersten Jahr, und 1.763 Euro in den letzten sechs Monaten. Die Volontärpraktikanten von den Hochschulen werden mit „ca. 950 Euro“ brutto vergütet.“

    Wow, Ihnen muss es echt schlecht gehen, wenn Sie da Sozialneid entwickeln. Das tut mir leid für Sie, Andreas.

  7. Man stelle sich vor: Die Volontäre hätten angegeben, dass sie zu 57,1 Prozent AfD wählen würden, zu 23,4 Prozent die NPD und zu 11,4 Prozent die CDU/CSU. Mildern wir es etwas ab: Statt NPD die FDP. Was würden Grüne, Linke und SPD dazu sagen? Und die Anstalten würden argumentieren, das sei nicht so schlimm, denn die Volontäre würden ja lernen, objektiv und neutral zu berichten, unabhängig von ihrer eigenen politischen Einstellung.

  8. Seltsam sozialistische Argumentation der üblichen Verdächtigen:
    Die Konservativen sind nicht in der Lage, ihre Ideologie bei jungen urbanen Hochschulabsolventen, die sich für den Journalistenberuf interessieren, attraktiv scheinen zu lassen, also muss … ja was eigentlich?
    Eine Quote für Unionswähler eingeführt werden?
    Eine Gesinnungsprüfung bei der Einstellung für alle Journalistenberufe?
    Quoten für Journalisten vom Land und/oder aus Hauptschulen?

    Ich meine, die JU hat gerade erst gezeigt, dass sie nicht mal ihre eigenen Mitglieder motivieren kann. 20% Beteiligung bei einer Mitgliederbefragung wer den Parteivorsitz erben soll.
    Konservative sind an den Hochschulen nicht in dem Maße repräsentiert, wie in der Gesamtbevölkerung. Nimmt man die Großstädter dazu, dann nehmen die Zahlen noch einmal ab. Die verbleibenden Konservativen/Wirtschaftsliberalen an den Unis sind vermutlich in den Wirtschaftswissenschaften oder Rechtswissenschaften stark vertreten.

    Also was ist nun das Learning, aka wie wollen Konservative das ändern? Da bin ich aber gespannt. Regelt sowas nicht eigentlich auch der Markt? :D

  9. Grundsätzlich ist es wohl wahrscheinlicher ein Problem, dass Konservative nicht den Weg in die ARD suchen. Selbsterfüllende Prophezeiung, weil diese für einen „linken“ Laden gehalten wird? Aber das ist Spekulation.
    Ein anderer Aspekt: Die Rechte macht sich ja immer über die „Merkel-Medien“ und „System-H.“ lustig. Nun ist die Partei der Kanzlerin hier extrem abgeschlagen, was aber dort natürlich nicht thematisiert wird, sondern aus welchem Grund auch immer werden dann die Grünen als Teil des „links-grün-v.“ Establishments gesehen. „Staatsfunk“ ist ja geradezu absurd, wenn die CDU bei quasi 0 steht.

  10. Übermedien, verzichtet doch bitte auf solche Blabla-Artikel. Dass ArdZdf Volos nicht gefragt wurden, ob man eine anonymisierten Umfrage mit ihnen veröffentlicht, halte ich nicht für besonders schlimm oder berichteswert. Das Ergebnis der Umfrage überrascht mich ebenso wenig und erfreutbin ich nicht.Dass auch Linke cleverer agieren, wenn sie sich an intelligenten konservativen Kollegen reiben können, ist doch klar.

  11. Ich würde gerne noch auf einen Aspekt hinweisen: Die Analyse besteht nicht nur aus der Frage nach der politischen Einstellung. Es geht um insgesamt fünf große Blöcke, etwa Geschlecht, Migrationshintergrund, Bildungsabschluss. Es gibt zum Beispiel sehr spannende Einblicke in das Verhältnis Ost/West oder Stadt/Land. Interessant auch: Im Schnitt ist jede*r zweite Volontär*in in dem Sendegebiet aufgewachsen, wo sie/er jetzt volontiert.
    Die Aufmerksamkeit konzentriert sich gerade nur auf diesen einen Punkt der politischen Präferenz. Und das liegt auch daran, dass dieser Punkt von einigen bewusst kontextlos herausgegriffen und instrumentalisiert wurde. In der ernsthaften Debatte über die Analyse des ARD-Nachwuchs sollte es dabei nicht bleiben.
    Die komplette Analyse: https://www.journalist.de/startseite/detail/article/wie-divers-ist-der-ard-nachwuchs

  12. Öffentlich-rechtliche Journalisten schaffen es sehr gut, zu gut, der Berichterstattung ihre politische Präferenz nicht anmerken zu lassen. Die GroKo wird in meiner Wahrnehmung wesentlich weniger kritisiert als die Linke und bekommt wesentlich mehr Raum zur Selbstdarstellung.

  13. @Horst:
    Nein.
    Gerade bei so einer sehr kleinen Gruppe von befragten Personen ist die Gefahr, dass bei Veröffentlichung der Ergebnisse einzelne Berfragungsteilnehmer*innen identifiziert werden können sehr groß. 86 Teilnehmer*innen und 1,3% FDP-Wähler*innen ist gleich genau 1 Person. Ich frage mich an dieser Stelle, ob hier nicht ein Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung vorliegt. Gibt es überhaupt wirksame Einwilligungserklärungen der befragten Personen? Und wenn ich lese, dass auch nach politischer Meinung, Migrationshintergrund, Behinderung und Sexualität gefragt wurde gehen bei mir sofort die Alarmglocken an, weil nach DSGVO ist die Erhebung solcher Daten ohne ausdrückliche dokumentierte Einwilligung verboten. Kurzum, es bestehen ernsthafte Zweifel, dass die Daten rechtmäßig erhoben wurden, weshalb die Veröffentlichung der Ergebnisse unzulässig wäre. Ich meine, hier wäre ein sehr ernsthaftes Gespräch der zuständigen Datenschutzbeauftragt*innen mit den Veranstalter*innen dieser Befragung dringend geboten. (Möglicherweise können auch andere Journalist*innen aus der Sache lernen.)

  14. 77 von 23.000 ÖR-Mitarbeitenden bekennen sich zu rotgrün. Ich bin zutiefst erschüttert, prangere das an und fordere meine Zwangsgebühren zurück.

  15. Also ich gebe insofern recht, daß die öffentlich-rechtlichen sicherlich geringere Sogwirkung auf konservative Kandidaten haben und dadurch ganz natürlich ein Ungleichgewicht entsteht. Warum mich das aber nicht besorgt, ist weil das Kommunikationsmonopol – und die Reichweitenmacht großer Verlage und der öffentlich rechtlichen weiter einbrechen wird. Gerade bei den jungen Zielgruppen.
    Es war noch nie so einfach, ein alternatives Medium zu schaffen, wie heute und die Barrieren sind so niedrig wie nie. Daher wird es eine Meinung, von der man befürchtet, daß sie in der ARD nicht ausreichend repräsentiert würde, immer schaffen, sich einen eigenen Kommunikationskanal zu suchen. Es gibt jetzt ja schon genügend Beispiele für Youtuber, Blogger und unabhängige Medienschaffende.

  16. @Julia Roth
    Eine anonymisierte Umfrage? Really? Wenn die Befragten persönlich angeschrieben werden (woher weiß man denn, dass es sich um ArdZdfVolos handelt)? Anonymisieren Sie mal einen Datensatz von einer so kleinen aber durch die Randbedingungen (ArdZdfVolos) spezifischen Personengruppe. Noch dazu mit Daten besonderer Kategorien. Da bleibt am Ende nichts Berichtenswertes mehr übrig, wenn es wirklich anonym sein soll. Offenbar haben Sie keine Ahnung von Datenschutz. Und schlimmer: es scheint Sie auch nicht zu interessieren!

  17. @16 martinf
    Soweit ich das sehe, wurden nur aggregierte Daten veröffentlicht, so dass keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich sind. Somit liegt kein Verstoß gegen die DSGVO vor, auch wenn es sich um Daten besonderer Kategorien handelt.

  18. @Peter Maier
    1,3% FDP-Wähler*innen bei 86 Teilnehmer*innen ist keine Aggregation, sondern ein Einzelfall. Eine saubere Aggregation wäre Sonstige, CDU und FDP zu Sonstige zusammenzufassen. Unabhängig davon heilt eine Aggregation keine Rechtsverstöße bei der Datenerhebung – die es ja offenbar gab, wenn Befragungsteilnehmer*innen über die Veröffentlichung der Umfrageergebnisse überrascht waren. D.h. auch die Veröffentlichung der Ergebnisse – ob aggregiert/anonymisiert oder nicht – ist rechtswidrig.
    PS: Am Ende des Artikel im Journalist steht. „Einige Kategorien wie Geschlecht und Ausbildung wurden durch Informationen auf den Senderseiten ergänzt.“ Auf welcher Rechtsgrundlage verbreiten die Sender solche persönlichen Informationen ihrer Beschäftigten auf ihren Webseiten (dass die notwendige Freiwilligkeit einer Einwilligung im Arbeitsverhältnis kaum gegeben ist wird jede*r Arbeitsrechtler*in Ihnen bestätigen)?

  19. Sowohl diese „Studie“ als auch den Artikel im „Journalist“ durchziehen natürlich grobe statistische Fehler. Vor allem muss man sich überlegen, was man hier womit vergleicht. Als Vergleichswählergruppe müsste man schon eher die 18-29-Jährigen heranziehen, nicht die bis 39-Jährigen. Und dann muss man vermutlich noch beachten, dass es sich um ein großstädtisches und vermutlich akademisches Milieu handelt. Und dann sind diese Zahlen schon nicht mehr so überraschend. Im übrigen sind die Volontäre von heute nicht die Redakteure von morgen — die Zeiten mit Übernahmegarantien im Öff.-Rechtl. sind lange vorbei. Und gerade bei Führungsfunktionen wird nirgends so stark auf den Parteinproporz geachtet wie bei den öffentl.-rechtl. Sendern.

  20. @Frank Gemein #8

    Vor allen Dingen sind Journalistenschulen in diesen Aspekten keine normalen Hochschulen. Sie bilden halt fast ausschließlich Menschen aus, die dann auch journalistisch in den Medienunternehmen arbeiten wollen. Der Unterschied zwischen den Antworten von Volontären und Journalistikstudis dürfte da gering sein.

    An den meisten Hochschulen sieht das politisch ganz anders aus. Die Selbsteinordnung in politische Lager variiert hier stark, zum einen zwischen den verschiedenen Fachbereichen (.z.B. wird es in MINT hin zum T deutlich konservativer, aber auch politisch uninteressierter), aber auch zwischen den gesetzten Lebenszielen. Diejenigen, die in der öffentlichen Forschung bleiben, sind auch im Schnitt eher liberaler als diejenigen, die in der Privatwirtschaft landen. Und Forscher in philosophischen Disziplinen im Schnitt eher links als in MINT. Auch Herkunft und Alter der Studis und der Wissenschaftler spielen da mit rein. Das ist bei Hochschulwahlen, in den Fachschaften und Gruppenvertretungen schon seit vielen Jahrzehnten so nachvollziehbar.

    Es wird auch kaum einer bezweifeln, dass es in den Chefetagen der deutschen Technologiekonzerne viel konservativer zugeht als bei den öffentlichen Einrichtungen, die die zugehörige Forschung liefern. Auch das Machtgefälle ist hier genau wie erwartet – wie die fehlende Empörung darüber.

    Solche Beispiele gibt es bestimmt noch hunderte in der deutschen Gesellschaft. Nur schreien die Konservativen halt nur wieder dort, wo die Ponys nicht nach ihren Wünschen laufen. Meh. 🤷

  21. Wieso kommt der Artikel zu der Annahme, dass die Befragung nicht repräsentativ sei? Natürlich haben wir hier das Problem, dass Kategorien zusammengefasst werden müssten bei FDP/CDU/Sonstige (s.o.), aber insgesamt würde ich hier durchaus Repräsentativität sehen. Zwar ist die GG klein, aber hier liegt eine starke Ausschöpfung vor! Ein Umfrageinstitut, das ein n von über 50% der GG hat, wäre darüber richtig happy. Aus Sicht der Methoden empirischer Sozialforschung würde ich hier NICHT ohne weiteres zu dem Schluss kommen, dass die Befragung nicht repräsentativ ist.
    Zudem, wie oben schon erklärt, ist es völlig klar, dass Personen, die jung, gebildet und socio-cultural professionals sind, diese politischen Präferenzen haben. Das ist für die Wahl- und Wählerforschung das Gegenteil von überraschend.

  22. Was mir in der Debatte ganz generell zu sehr untergeht: Wahlpräferenzen sagen erstmal nichts über die Berichterstattung aus. Meiner Erfahrung nach lernen alle Volontäre, was Ausgewogenheit und Recherche bedeuten. Und das zeigt sich dann auch in den Redaktionen. Ich habe Kolleg*innen erlebt, die privat mit kommunistischen Idealen sympathisieren. Andere hatten ein CDU-Parteibuch. Und ein paar standen der AfD nahe (ja, das gibt’s! Und diese Menschen kriegen von „ihrer“ Partei dann pauschale Medienschelte…) Aber eine Agenda hat da keiner verfolgt, und wenn es doch mal den Anschein hatte, gab’s immer das redaktionelle Korrektiv.

    Traut doch einfach mal den Journalist*innen zu, dass sie ihr Handwerk beherrschen UND privat wählen dürfen, wen sie wollen.

    Das dürfen Polizist*innen schließlich auch. Trotzdem ist ihre Aufgabe, im Dienst neutral zu sein…

  23. Ich verstehe die Zielsetzung bzw. den Sinn des Artikels nicht. Stört sich der Autor an der Debatte. Ist die Debatte zu pointiert auf das Thema Wahlentscheidung? Ich glaube kaum jemand im journalistischen Bereich dürfte entgagen sein, dass es eine Debatte um die Glaubwürdigkeit des Rundfunks und der „Medien“ in Deutschland gibt. Ein Teil der Gesellschaft bezweifelt eine objektive Berichterstattung. Wenn dann bei einer Umfrage zum Teil ein Ergebniss herauskommt welches diese Zweifler bestärkt, dann ist das Teil der Debatte und es zu akzeptieren dass diese Debatte geführt wird. Da finde ich es dann nicht sinnvoll darüber zu schreiben, dass in der Erhebung auch noch andere Ergebnisse ermittelt wurden die nichts mit der eigentlichen Debatte zu tun haben. Der Artikel vermittelt bei mir ein Gefühl das diskutierte Ergebnis dieser Erhebung zu relativieren und abzutun weil sich ja andere nicht richtig damit beschäftigt haben. Und das geht in Richtung Ablenkung und Vermeidung eines wirklichen Beitrages zur Debatte zu leisten.

  24. Der Artikel verstört tatsächlich ein wenig. Die Teilnehmer waren also nicht darauf vorbereitet, dass die Datenerhebung veröffentlicht wird? Hätten sie anders geantwortet, wenn sie von der Veröffentlichung gewusst hätten?

    Hier ist bei den Antworten offenbar also maximale Ehrlichkeit erzielt worden!

    Das heißt für mich als Liberalen dann, dass ich künftig die Berichterstattung des ÖR mehr hinterfragen sollte und mir zu allem lieber noch eine zweite, neutrale Quelle suche…

  25. Diese angebliche Debatte um Glaubwürdigkeit der Medien existiert nur bei „Leuten“ die Medien in Anführungstriche setzen wie Springer die DDR.

  26. (Ehem.) Taz-Redakteur versucht auf einem vermeintlich „überparteilichem“ Blog die Wahlpräferenzen von Volontären mit ellenlanger Methodenkritik in Frage zu stellen.
    Resultat: Ein Spagat zwischen Abrede und Rechtfertigung, der die Problematik medialer Ideologieschlagseite wunderbar untermauert…

  27. Es gibt in Deutschland eine freie Jobwahl. Ich lade alle konservativen und rechten Stimmen in der Kommentarsektion herzlich ein Journalismus zu studieren oder einen anderen Studiengang ihrer Wahl und selbst Journalist zu werden.
    Aber der Artikel macht ja selbst schon darauf aufmerksam, dass konservativ/rechte Menschen eher sichere und lukrativere Jobs anstreben.
    Dass Menschen mit höherem Bildungsgrad links-grün wählen, sollte heutzutage niemanden mehr empören.

  28. Dass man bei der Auswahl der Volontäre und auch des sonstigen Personals nicht nach der politischen Präferenz der Bewerber fragen kann, ist natürlich selbstverständlich. Allerdings sollte man sich bei der ARD durchaus kritisch fragen, ob man den Sendeauftrag noch glaubhaft erfüllen kann, wenn aufgrund der messbaren politischen Einstellungen der Belegschaft die Kundschaft daran begründete Zweifel hegt.

    Die Studie sollte der Untersuchung der angestrebten Diversität beim Nachwuchs dienen. Nun hinsichtlich der politischen Pluralität wird dieses Ziel glatt verfehlt. Auch das ist ein Ergebnis.

  29. Als ich meine Zivildienst machte wurde als es mal um Rechte beim Bund ging gesagt, dass der Wehrdienstleister ein normaler Durchschnitsbürger sei und das normale Spektrum in der Gesellschaft abbildet.
    Als ich mir dann meine Zivikollegen anschaute fragte ich mich, ob das auch für uns Zivis gilt. Das beide Gruppen politisch sehr unterschiedlich sind, sollte jedem klar sein.
    Die selbe Umfrage beim Handelsblatt wird anders ausfallen.

  30. Und wenn die Medien eh alle von Angela Merkel gesteuert sind, wie mache behaupten, warum wollen dann nur 3% ihre Partei wählen?
    Nur weil ich grün wähle muss ich deswegen noch lange nicht meine objektivität verlieren.

  31. Unstrittig ist der Verlust an der Vielfalt der Betrachtungen und Berichterstattungen. Das RND ist meinungsbildend für viele Regionalzeitungen. FAZ und TAZ regten in ihren unterschiedlichen Bewertungen zur Diskussion an. Diese Diversität ist verlorengegangen.
    Warum auch immer. Um eine anderen Blick, Anregung zu kontroversen Diskussionen zu bekommen bedarf es ein Blick in die Auslandspresse.
    Über die Blätter vom rechten und linken Rand schweigen wir.
    Die uniforme Medienlandschaft spiegelt nicht die reale Situation im Lande wieder. Die Hintergründe zu beleuchten wäre Aufgabe der Über Medien.

  32. Was wäre die einzige logische Konsequenz aus allem, was oberhalb in Artikel und Kommentaren geschrieben wurde – egal, ob man dem Geschriebenen im Einzelnen zustimmt oder nicht?
    — Dass die Öffentlich-Rechtlichen umgehend eine saubere, groß angelegte Umfrage unter ALLEN Mitarbeitern initiieren, in der überprüft wird, ob die Ergebnisse dieser „Pilotstudie unter Volontären“ ein Zufallstreffer sind oder die Realität wiederspiegeln.
    Ich wage mal vorherzusagen, dass dies nicht passieren wird – nicht heute und nicht übermorgen (ich wäre höchst erfreut, hätte ich unrecht). Und genau das gibt mir schwer zu denken…

  33. Das die „sogenannte “ öffentliche Meinung im Moment so jugendlich, frisch und voller Zukunftssorge erscheint, ist logisch zu verstehen! So bewegen sich doch „Freitags für Zukunft“ und andere Bewegungen auf sicherem Grund der von konservativ-sozialen und sozialdemokratischen geschaffenen Idealen. Das die öffentlichen Medien häufig „Hofberichterstattung“ bringen, das muss nicht wundern. Sind deren Mitarbeiter doch auch in einem sicheren Job. Nicht nur im übertragenem Sinne ist diese Bewegung zu „Grün“ Augenwischerei! Dann als Ergebnis des SPD-Niedergangs; sowie der Abspeckung der CDU/CSU hat eine gefährliche AFD hochkommen lassen! Diese gut gemeinten Demos für Klimaschutz führen nicht zum Verhalte Einzelner. Nach der Demo geht man dann zu Primark und Konsorten!?!? Übrigens weit überwiegend junge Frauen die diesen unseligen Konsum tätigen. ( Bekleidung, Schuhe , millionen von Tonnen Körperpflegemitteln. Sorge um Umwelt, Weltklima ??????????????!!!!!!!!!!

  34. Zunächst mal muss ich sagen, dass der Vergleich mit den Werten der gesamten Altersgruppe in die Irre führt. Sinnvoller wäre ein Vergleich mit der Gesamtheit deutscher Volontäre. Es könnte nämlich sein, dass der Unterschied dann plötzlich sehr klein wäre. Es war mir vom Studiumsbeginn bis zum Ende meines journalistischen Berufslebens eigentlich immer klar, dass Journalisten in ihren persönlichen politischen Präferenzen kein Spiegelbild der Gesellschaft sind. Es sind nach meiner Erfahrung nun einmal eher „linke“ Beweggründe, die Menschen diesen Beruf ergreifen lassen. Deshalb würde es mich auch nicht wundern, wenn selbst bei Springer-Volontären die politischen Präferenzen eher Richtung links-grün tendieren würden. Dass Journalisten insgesamt zu links seien, wird im übrigen seit Jahrzehnten immer mal wieder beklagt. Ändern könnten das allerdings nur junge Konservative, die diesen Beruf ergreifen. Die studieren aber anscheinend lieber Jura oder BWL. Eine Zulassung zur Journalistenausbildung nach Parteienproporz wird ja wohl keiner verlangen, oder?

  35. Selbst wenn man methodische Einschränkungen machen müsste: Das Resultat ist dermaßen eindeutig! Und vor allem: Es gilt ja nicht nur für die journalistische Zukunft, sondern längst auch jetzt schon für die Zusammensetzung der Redaktionen. Wo gibt es denn ö-r überhaupt noch dezidiert konservative Stimmen? Seit vielen Jahren ist doch offenkundig, dass die veröffentlichte und die echte öffentliche Meinung immer weiter auseinander klaffen. Wird das in den Aufsichtsgremien eigentlich debattiert und wird da auch mal gegengesteuert?

  36. Jetzt habe ich zum ersten Mal einen Artikel mit diesem Gender * gelesen, und muss sagen:
    Ich kanns einfach nicht, und das obwohl ich früher im Lesen immer so gut war.
    Vermutlich bin ich zu blöd, darum lese ich in Zukunft nur noch Schriften ohne „*“.
    Ich gebe zu, das hat jetzt nicht wirklich was mit dem eigentlichen Thema des Artikels zu tun, aber ich musste das loswerden. Bin immer noch ganz verstört.

  37. Ich zitiere es einfach mal weil man es treffender nicht forumlieren kann:

    Florian Blechschmied
    7. November 2020 um 1:27 Uhr

    Man stelle sich vor: Die Volontäre hätten angegeben, dass sie zu 57,1 Prozent AfD wählen würden, zu 23,4 Prozent die NPD und zu 11,4 Prozent die CDU/CSU. Mildern wir es etwas ab: Statt NPD die FDP. Was würden Grüne, Linke und SPD dazu sagen? Und die Anstalten würden argumentieren, das sei nicht so schlimm, denn die Volontäre würden ja lernen, objektiv und neutral zu berichten, unabhängig von ihrer eigenen politischen Einstellung.

    Genau!

  38. Ich möchte mal kurz darauf hinweisen, dass es hier um Volontäre geht, also Praktikanten. Wie viel hat ein Praktikant in einer Redaktion denn schon zu sagen? Viel interessanter wäre die gleiche Umfrage in der Chefredaktion. Gut möglich, dass das Ergebnis dort genau andersherum ausfällt.

  39. Vorschlag: Man veranstalte eine entsprechende Umfrage, die parteipolitische Präferenz betreffend, bei den Nachwuchskräften der Polizei, der Justiz, der Bundeswehr und des Verfassungsschutzes. Das Ergebnis wäre wahrscheinlich eine überwiegende Sympathie für die Parteien des rechten Spektrums. Doch wer würde sich darüber aufregen?

  40. Ich halte es für möglich, dass allein die Fragestellung „wie divers“ schon einen Gutteil zu dieser bias beigetragen hat.

  41. Wie gesagt, da wünscht sich manch einer anscheinend den autoritären Staat, der alles regelt.
    Wie läuft das dann?
    „Sorry Heinz Günther, du musst Journalismus studieren, Juristen sind gerade aus für Konservative“.

    Witzig witzig. Was bei Frauen nicht geht, geht dann aber bei den Medien: Die Quote für Konservative.

    Entscheidend für das Abitur ist dann auch das Parteibuch. Ich weiss, dass Svenja hochintelligent ist, aber die Quote für Linke ist proppenvoll.

    Lernt man das Jammern irgendwo, oder ist das Talent?

  42. Wirklich gute Impulse.
    Frage mich wie die Medien, insbesondere ARD/ZDF, die Objektivität ihrer Berichte sicherstellen wollen, wenn dort fast alle durch „grüne“ Brillen schauen und keiner durch eine „konservative“ Brille schaut.
    Es manchmal Kleinigkeiten in einem Bericht. Ein Interview mit einer Person mehr oder mit einer anderen Person weniger gezeigt, schon entsteht eine Tendenz zu einer Meinung in dem sonst evtl. guten Bericht. Dadurch wird der Bericht für „Grünbrillenträger“ angenehm und die mit der konservativen Brille glauben es wird Stimmung gemacht. Einfach mal einen konservativen Menschen in der Redaktion haben und nach dem Eindruck fragen.

  43. Zwei weitere Interpretationsmöglichkeiten:
    1) erstaunlich, dass TROTZ GroKo-Regierung der Nachwuchs eher links-grün geprägt ist. (Zeigt, dass die Regierung da nicht mit reinpfuscht.)
    2) Glaubt heutzutage wirklich noch irgendwer an „Objekivität?“ Jedes Medium hat seine Richtung, seinen Stil, seine Redaktion, seine Schwerpunkte. Wir könnten die gleiche Umfrage auch bei TAZ-Journalist*innen machen und dann schockiert aufschreien.

    PS: GMV (=Gesunder Menschenverstand) erlaubt es ferner dem/*/r Durchschnittsbürger*in durchaus, unseriösen Journalismus zu erkennen, wenn er uns begegnet – und zwar egal wo. Braucht nur etwas Hirn und Vertrauen in uns selbst. Und das wissen seriöse Journalist*innen oder Volos ja hoffentlich – so what?

  44. „Ledigleich“ 57 % hätten teilgenommen? Also alles ohne Belang, sind ja nur 57 %? 57 % Teilnahme bei einer Volksverdummung, äh, Wahl, un dnoch weniger als das, wird als Erfolg gefeiert und die Fiktion der Legitimation über uns zu herrschen daraus abgeleitet. So macht jeder aus 57 % was er will. Ein Schelm wem dabei Manipulation in den Sinn kommt.

  45. Hier wurde so oft das Geschlecht der beteiligten Personen erwähnt, dass ich vermuten muss, dass es darum geht. Sonst kann ich mir z.B. nicht erklären, warum unbedingt erwähnt werden musste, dass es sich um „Initiatorinnen“ handelte, also eine rein weibliche Gruppe von Initiatoren.

  46. Inhaltlich sehr interessant! Ich habe das selbst auch schon vermutet. Meine Logik sagt mir es wäre besser wenn die politische Gesinnung der ARD Journalisten auch dem Bundesdurchschnitt entsprechen würde.

    Vielleicht noch ein Tipp für die Zukunft. Auch wenn der Text inhaltlich gut ist, finde ich ihn sehr anstrengend zu lesen. Gerade bei Passagen mit sehr starken Genderungen klingt der Text irgendwie „unnatürlich“ und ich musste mich kurz zwingen die Passage nicht zu überspringen.

    Ich würde den Text einfach ganz normal schreiben und oben einen kleinen „Disclaimer“ anbringen mit dem Hinweis, dass du niemanden mit deiner Sprache benachteiligen willst.

  47. Nachdem ich ungefähr der Beiträge gelesen habe,
    konnte ich endlich feststellen, dass die Ausdrucksweise nicht nur auf ein normales Maß, SONDERN AUF EINEM LESBAREN NIVEAU ANGEKOMMEN ist.

    Und dieses allein schon durch Vermeidung von Leser*innen und anderen verirrten *Ausdrücken – welch eine Gewinn an klarer und verständlicher Ausdrucksweise !

  48. Zitat:“…„weil der journalistische Ethos es ja erfordert, alle Lösungsvorschläge zu berücksichtigen, die auf Fakten basieren und mit den Grundrechten vereinbar sind“.
    Du meine Güte, wer nach Claas Relotius und seinen Lügen-Stories solche Phrasen zum Besten gibt, hat keine Ahnung von den Zuständen im deutschen Journalismus.

  49. Dass Menschen, die sich für Journalismus interessieren, eher links als rechts eingestellt sind, ist etwa so selbstverständlich wie ein Medizinstudent, der sich für das Funktionieren des menschlichen Körpers interessiert.

    Die freiheitlichsten und demokratischsten Staaaten der Erde kann man am Index der Pressefreiheit erkennen.

  50. Keine Ahnung, in welcher strunzdummen Filterblase dieser Artikel auf einmal geteilt wurde. Aus gegebenem Anlass also nochmal die korrekten Zahlen aus #14:

    Ja, 77 von 23.000 ÖR-Mitarbeitenden bekennen sich zu rotgrün. Und nein, die ultrakonservative Prägung, die die deutsche Medienlandschaft schon immer hatte, ist definitiv nicht in Gefahr. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

  51. Verrät viel über sie selbst, dass die diversen Kommentator*innen, die hier auftauchen und ihr Weltbild bestätigt sehen, dass der Journalismus an sich eine Verschwörung linksgrüner Tunichtgute sei, offenbar fest davon überzeugt sind: Es sei unmöglich, die Welt nicht durch eine „Parteibrille“ zu sehen und den eigenen Job zu machen, ohne dabei die eigene politische Agenda voranzubringen. Man will lieber nicht wissen, was für Jobs diese Menschen so ausüben.

  52. #7:“Man stelle sich vor: Die Volontäre hätten angegeben, dass sie zu 57,1 Prozent AfD wählen würden, zu 23,4 Prozent die NPD und zu 11,4 Prozent die CDU/CSU.“
    Mir kommt nur eins in den Sinn: if my uncle had tits, he’d be my aunt

  53. Man sollte die Kirche mal im Dorf lassen. Auch ohne Studie oder Datenprojekt sieht jeder die erhebliche Einseitigkeit im ÖR und die allgewärtige Erziehungsattitüde in Richtung der Gesellschaft. Vielen gefällt´s, aber immer mehr wenden sich ab und Hey- es sind nicht alles AfD Wähler oder Nazis, die das tun. Es sind auch einfach Leute, die das für eine ziemlich schwache journalistische performance halten und noch an den alten Hajo Friedrichs glauben. All diese grün-rot beseelten Menschen hätten bei ihm keine Chance gehabt. Sie wissen schon: „Wer sich mit einer Sache gemein macht…“

  54. „Es sind auch einfach Leute, die das für eine ziemlich schwache journalistische performance halten und noch an den alten Hajo Friedrichs glauben“

    Merkwürdige Formulierung, aber vmtl. spielen Sie auf das gerne aus dem Zusammenhang gerissene Zitat an.

    #servicekommentar:

    Auf folgende Frage:

    „SPIEGEL: Hat es Sie gestört, daß man als Nachrichtenmoderator ständig den Tod präsentieren muß?“

    antwortete Friedrichs:

    „Nee, das hat mich nie gestört. Solche Skrupel sind mir fremd. Also, wer das nicht will, wer die Seele der Welt nicht zeigen will, in welcher Form auch immer, der wird als Journalist zeitlebens seine Schwierigkeiten haben. Aber ich hab“ es gemacht, und ich hab“ es fast ohne Bewegung gemacht, weil du das anders nämlich gar nicht machen kannst. Das hab“ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“

    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9176410.html

    Katastrophen, Vermelden von Toten … darum ging’s. Vermutlich rotierte Friedrichs in seinem Grab, bekäme er mit, in welchen Stuss-Zusammenhängen er heute von ‚Ich bin ja kein Nazi, aber …‘-Seelchen zum Kronzeugen gemacht wird, weil er sich nicht mehr wehren kann.

  55. „Bei der ARD stimmen 43 Azubis für die Grünen!“

    Klar, weil das einen Titel hergeben würde. Da guckt „Umfrage bei der ARD“ schon viel mehr nach etwas aus…

    Wenn der Ausgangswert, wie im Text angegeben, 77 Leute waren, die die Wahl-Frage beantwortet haben, dann entsprechen 57,1 Prozent davon genau 43 Volontär*innen, die Grün angaben. Die 23,7 Prozent der Linken ergeben genau 18 Leute und die 11,7% der SPD sind immerhin noch neun Menschen. Und die Union hätten zwei gewählt.

    Beschäftigtigen die Öffentlich-Rechtlichen nicht um die 20.000 Menschen?
    Dass die Umfrage „nicht repräsentativ“ sei ist ja dann wohl die Untertreibung des Jahres. Und eben dieses Spaß-Quest dann auch noch „Studie“ zu nennen, erschließt sich mir überhaupt nicht mehr.
    Wollten die Macher der Grfik vielleicht eine Debatte über die Visualisierungs(miss)erfolge von Zahlen auslösen?

    Wenn es wirklich Journalisten gibt, die sich über die Umfragewerte empören und das dieselben Erwachsenen wären, die ebenfalls Nachwuchs ausbilden, dann hätte die deutsche Medienlandschaft ein ganz anderes Problem, als ein rot-rot-grünes. Weniger Zeugnis und Überschriften, mehr Dreisatz.

    @ Übermedien: Danke für den Beitrag.

  56. Ich habe so das Gefühl, dass auch hier wieder Äpfel mit Birnen vergleichen werden, denn viele Kommentatoren vergleichen die Öffentlich-Rechtlichen Sender mit privaten Unternehmen. Dabei dürft ihr nicht vergessen, dass die Öffis politische Meinungen formen, ohne irgendeinen finanziellen Druck im Nacken zu spüren, da sie zwangsfinanziert werden. Und da ist es absolut wichtig, dass die Angestellten gänzlich neutral sind – ohne Ausnahme – und ganz besonders die Intendanten und Produktionsleiter aus denen die jetzigen Volontäre ja mal geformt werden!
    Bei privaten Unternehmen kann ich mir aussuchen, ob ich sie will oder nicht. Ich bin nicht gezwungen, sie zu kaufen, weshalb deren Standpunkt irrelevant ist – dort regelt das der Markt.
    Nicht aber bei den Öffis. Die zahlen wir alle, ob ihr nun wollt oder nicht. Und da darf keine Meinungsmache eines noch so kleinen Volontärs eine Rolle spielen. Aus denen werden nämlich auch irgendwann die Claus Klebers und Gundula Gauses – oder noch viel schlimmer: die ultra-kommunistischen Beckers der ARD.

  57. „Wie gesagt, da wünscht sich manch einer anscheinend den autoritären Staat, der alles regelt.
    Wie läuft das dann?
    „Sorry Heinz Günther, du musst Journalismus studieren, Juristen sind gerade aus für Konservative“.

    Witzig witzig. Was bei Frauen nicht geht, geht dann aber bei den Medien: Die Quote für Konservative.

    Entscheidend für das Abitur ist dann auch das Parteibuch. Ich weiss, dass Svenja hochintelligent ist, aber die Quote für Linke ist proppenvoll.

    Lernt man das Jammern irgendwo, oder ist das Talent?“

    Fullquote weil wahr.

  58. Liebe Übermedien,
    „An einer Debatte, auch über die Gründe für diese Tendenz, ist den meisten Kritikern aber wenig gelegen.“ schreiben Sie.
    Wenn Ihnen an einer Debatte zu diesem Thema gelegen ist, dann schreiben sie doch bitte auch darüber. Im o.g. Artikel finde ich fast nichts dazu.
    Welche Gefahren bestehen z.B. für den ÖR, wenn das Personal politisch so einseitig ist? Wie kann man dem entgegenwirken? Oder ist das grundsätzlich eine positive Entwicklung?
    Konservativ geprägte Menschen sollen weniger Interesse am Journalistenberuf haben?
    Dass die Motivation für die Berufswahl Journalist damit zu tun haben soll, dass manfrau die Gesellschaft voranbringen will, ist nur eine subjektive These der betreffenden Journalistenschule.

    Auf geht’s: Wo bleibt die Debatte?
    Das Journalisten mehrheitlich zum linken politischen Spektrum tendieren, wurde ja auch schon von früheren Umfragen bestätigt.

  59. Moin, der Text ist leider kaum lesbar aufgrund all der *. Lasst das doch einfach weg, schreibt gerne in der der weiblichen Form, das macht es besser lesbar.

    Vieel Grüße!

  60. Ich finde es faszinierend, wie Politiker wie Laien automatisch eine Verbindung zwischen rot und grün machen. Die Grünen sind nicht links. Ja, sie wollen die Gesellschaft verändern und sind daher im Punkte des Revolutionismus/Reformismus vergleichbar mit den Linken – trotzdem vertreten sie in vielen Fragen eher konservative Ansichten.

  61. Erstaunlich, was eine nicht repräsentative Umfrage auslöst. Ein Geschwurbel was seinesgleichen sucht. Hallo, es geht um die Volontäre und nicht um die leitenden Redakteure. Gesteht bitte den jungen, angehenden Journalisten ihre freie Ansicht doch einfach mal zu. Ein Volontär hat absolut keine Entscheidungsbefugnis, über zu berichterstatende Themebreiche! Junge Menschen müssen reifen und wachsen dürfen. Die Meinung zu verschiedenen Sachthemen und den Ansichten, wird sich auch bei den Volontären im Laufe ihrer Laufbahn als Journalisten immer wieder ändern. Es ist Unsinn, eine Meinung stets in links, rechts oder Mitte einzuordnen. In jeder Ansicht steckt ein Funken Wahrheit.

  62. Jetzt wird schon um Auszubildende ein Gewese gemacht, das mit dem Alltag in nichts zu tun hat: Hoffentlich haben die Volos aus ihrem Sandkastenspiel und ihrer schlecht kommunizierten Umnfrage gelernt – dass Zahlen/Meinungsbider zu verführerisch sind im Journalismus, dass Medien gerne aus Mücken Elefanten machen und aus Übungs-Datenprojekten sogar Sensationen, dass sie vor allem viel zu oft an Zuschauer:innen und Leser.innen vorbeiarbeiten und ihre Nabelschau viel zu wichtig nehmen. Muss jeder Pups, den Journalisten lassen, veröffentlicht werden?

  63. Das ist die Materialisierung des Ein-Meinung-Staates.
    Daß das Ergebnis der Umfrage nicht ganz falsch liegt, kann man erkennen, wenn man eine beliebige Zeitung aufschlägt bzw. ein beliebiges Fernsehprogramm anschaut: Belehrung der Wissenden auf dem Weg zum guten und gerechten und allseits opferungsbereiten Mensch:in.
    Es ist unerträglich:in!
    Pluralität, Diskurs, Meinundsfreiheit ist halt recht anstrengend.
    Wozu auch? Denkt sich der, der die Meinungshoheit:in hat.

  64. Als Sozialforscher kann ich feststellen, dass der überwiegende Teil gebildeterer junger Menschen im Alter dieser Volontäre Grün wählen würde. So haben selbst im absolut von der CSU regierten Bayern bei der Europawahl 2019 38,4 % der 18-25 Jährigen Grüne und Linke gewählt.
    Wenn man das nun auf die Stadt München und Uni-Bildung bezieht, erreicht man die gleichen Werte.
    Hier der Link zur PDF:
    https://www.statistik.bayern.de/mam/produkte/veroffentlichungen/statistische_berichte/b7550c_201951.pdf

    Umgekehrt könnten wir auch unter niederbayerischen Landwirten „China“-Verhältnisse konstatieren. Allerdings ist auch dieser Vergleich falsch, da die Abgeordneten des Chinesischen Volkskongresses bei ihrer Auswahl extremen Leistungsanforderungen genügen müssen, insbesondere Universitätsabschlüsse, Leistungsnachweise in der Verwaltung und Englischkenntnis. Ein Horst Seehofer oder Joschka Fischer wäre in China nie in den Volkskongress eingezogen, da die Partei sie nicht nominiert hätten.

  65. @Nr. 13
    Bei den Datenschutzbeauftragt*innen hat wohl der Gender-Wahn voll eingeschlagen, sagen die Beauftragten Studierenden*innen auf der Titanic.

  66. Wer ist denn überrascht über das Ergebnis der Umfrage? Höchstens, dass es so deutlich ausfällt? Da muss nicht eifrig beschwichtigt werden. Dass die Medienlandschaft deutlich weiter link liegt als der Durchschnitt der Leser und Zuschauer, ist kein Geheimnis. Wundert es, dass die wenig Medien, die eine konservative Sicht vertreten wie WELT, da den Finger hinein legen. Seien Sie dankbar, dass Sie ihre Zukunft mit genügend Gesinngsgenossen in Ihren Redaktionen gesichert haben und halten Sie die kritische Anfrage aus.

  67. Wer mit offenen und möglichst objektiven Augen und Ohren die ÖR Sender sieht und hört, den wird die „Studie“ nicht verwundern. Das „Ergebnis“ trifft definitiv nicht nur auf die ARD zu.
    Und : Es ist völlig logisch, sozusagen ein Naturgesetz, dass die Entscheidung für oder gegen einen Bewerber – wenn eventuell auch nicht als fixer Bestandteil der Entscheidungskriterien – unwillkürlich auch mit Sympathie zu tun hat.
    Und hierbei hängt – keine Wunder oder Geheimnis- die Wahl für oder gegen einen Bewerber auch davon ab, wie kompatibel der Kandidat mit den eigenen Vorstellungen, gerade auch in Sachen Weltanschauung ist.
    (auch wenn man es nicht glauben mag, aber auch der Bereich ist in der Bewerbungsphase und einer Probezeit eruierbar.
    Und so ergibt es sich zwangsläufig, dass sich mit der Zeit eine „Belegschaft“ zusammensetzt, die ziemlich exakt in die Richtung „tickt“ wie sie von den Führungspersonen vorgesehen ist. Und das ist im Bereich des Journalismus sicher noch ausgeprägter als im Handwerk oder Baugewerbe.
    Ist das nun zu verurteilen?
    Ich denke nein, denn es ist vollkommen menschlich.

    Was man aber unbedingt wissen und bedenken sollte ist, dass man es -im Fall der Medienlandschaft- somit NIE mit neutraler Berichterstattung und Journalismus zu tun hat.
    Alles ist mehr oder weniger „eingefärbt“, gefiltert, zurecht geschnitten und tendenziös.
    Es gibt bei den ÖR Medien kein Kontrollorgan um die Gesinnung der Journalisten dahingehend zu prüfen ein ausgewogenes politisches Spektrum zu gewährleisten.
    Denn das wäre ja gegen unsere Verfassung.
    Und so schließt sich der Kreis…

  68. Leider ist dieser Beitrag mit den dort präsentierten Ergebnisse Wasser auf die Mühlen derjenigen, welche die Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Medien fordern.

  69. Offensichtlich sind Seniorinnen und Senioren völlig unterrepräsentiert. Um schnell Abhilfe zu schaffen, sollte vorübergehend ein Einstellungsstop für Volontärinnen und Volontären unter 65 angestrebt werden!

  70. Dann muss die Union dem eine gute Pressearbeit (z.B. auch bei der Transparenz der Abgeordneteneinnahmen) entgegen setzten.

    Schließlich leigt es an der Verttauenswürdigkeit dieser Politiker.

  71. Ich werde mir gar nicht erst die Mühe machen den ganzen Artikel zu lesen, denn ich weiß bereits jetzt was hier stehen wird: Beschwichtigungen, warum das alles keine echte Relevanz hat und dem angehenden Journalisten nicht die Gewissensfreiheit genommen werden darf. Mit ein wenig Glück darf man noch auf Artefakte einer Erörterung hoffen. Als erfolgreich studierter Journalist, lese ich bei Meinungsstücken sowieso nur noch den letzten Absatz. In fast jedem Fall weiß man schon beim Namen oder dem Medienkanal, spätestens aber bei der Überschrift, welches Fazit zu erwarten ist. Auch hier wurde ich selbstverständlich wieder nicht enttäuscht.
    Aber wäre derselbe Artikel erschienen (den ich nicht gelesen habe und dazu stehe, weil ich genau weiß, was darin steht, auch wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole), wenn 92 Prozent Unionler und FDPler unter den Volos gewesen wären? Was würde hier stehen, wären es in der Hauptsache AfDler gewesen?
    Ich bin sicher, hier würde bei erstem von einer massiv eingeschränkten Meinungspluralität gesprochen werden, im negativen Sinne von einem selbstrekrutierendem System und bei zweitem von einem systemischen, demokratiegefährdenden Problem (womit ihr vermutlich sogar recht hättet). Man würde es nicht so einfach hinnehmen und darauf verweisen, dass man ja auch gegen gläserne Decken für Frauen in Führungsetagen angehen müsste. Es wäre von mangelnder Diversität und Pluralität in „den wichtigsten Medienkanälen des Landes“ die Rede. Was sagt Übermedien eigentlich zu Pro Quote?
    Im Prinzip erhoffe ich mir durch meinen Post nichts. Ich möchte in jedem Fall aber kundtun, dass ihr in meinen Augen ein Gesinnungsblog seid, der zwar kritisch, aber selektiv kritisch kommentiert. Für euch selbst wird es nie schmerzhaft. Die geistigen Mütter und Väter der Kritischen Theorie würden sich desillusioniert abwenden. Die Medienpreise und Teilnahmen, die ihr stolz in eurer Selbstbeschreibung postet, zeugen von eurer ideelen Systemnähe, denn welches System zeichnet die aus, die es schmerzhaft kritisieren? Dass ihr für den Grimme-Online-Award nominiert wart, bezeugt, dass ihr nicht tief genug bohrt und nicht ernst zu nehmen seid.

  72. Wer über 35 Jahre in der DDR gelebt hatte, kann sich nur wundern und mit Frust und Wut feststellen, dass öffentliche Sender wie ARD, ZDF und vorallem RBB usw…. den ehemaligen DDR-Medien in der gesamten Berichterstattung immer ähnlicher werden! Das prozentuale Ergebnis der Umfrage/Befragung, selbst wenn es nicht so krass ausgefallen wäre, ist erschreckend für eine unabhängige und seriöse Berichterstattung. Die zurückhaltende Berichterstattung/Ergebnisse und Verharmlosung zu unterschiedlichen Themen ( linke Chaoten und Zerstörung, Behinderung von wichtigen Energie – und Verkehrstrukturen durch Grün und Rot) sind ein Beispiel dafür .

  73. In der empirischen Sozialforschung wäre man bei einer Beteiligung von 57% sehr froh – jetzt zu argumentieren, es hätten nur diese teilgenommen, entkräftet die Tendenz schon mal nicht. Vielleicht sollte man diese Diskussion einfach mal aushalten. Tendenzen des ÖR zeigen eben einen gewissen „Bias“. Das fängt bei der Corona-Berichterstattung an, wo man manchmal das Gefühl hat, dass Sendungen Verlautbarungsorgane der Regierung sind, geht weiter mit dem Unding, dass der Tagesthemen-Kommentar nun „Meinung“ heißt und einer doch ziemlich politisch korrekten Berichterstattung, inkl. gesprochenem bzw. geschwiegenem Gendersternchen bei der Berichterstattung der Moderator innen. Alles kein Problem, wenn es denn auch andere Meinungen ebenso häufig gebe. Zudem eine stark an der Blase der Mittelschicht orientierten Berichterstattung. So war am Montag über die Probleme des Home Office bei Gutverdienern in Corona in einer Reportage zu sehen, welch Wahnsinnsprobleme das bereitet, dass nun beide Gutverdiener auch noch sich um ihre Kinder kümmern müssen, obwohl sie beide Geld verdienen müssen. Zugegeben wurde auch über eine Krankenschwester berichtet, die alleinerziehend ist und nun eine Kur macht. Dass es allerdings Familien gibt, die gar keine Einkommensquellen mehr haben durch Corona und ganz andere Sorgen haben, tauchte nicht auf… Zudem werden in Anmoderationen, Berichten usw. permanent Begriffe einer bestimmten (sicher druch Alter und Studium der Journalisten bedingt) wiss. Richtung verwendet, z.B. „Narrativ“, „Erzählung“ – auch das sind keineswegs neutrale Begriffe.

  74. zu #71 (M. Schneider)
    Wenn ich noch recht erinnere wurde vor ca 4 Wochen im „DLF medias res“ die Aufgabe des Journalismus (oder was die Diskutanten darunter verstanden) dargestellt.
    Die 2 weiblichen Teilnehmer stellten dem männlichen Teilnehmer nachdrücklich dar, dass unter Journalismus eben nicht nur eine Berichterstattung von gegebenen Situationen zu verstehen ist, sondern es eben die Aufgabe ist, dem Empfänger die eigene Ansicht „klar zu machen“ !

  75. Es ist bedauerlich, dass die Kritik am öffentlichen Rundfunk daran leider meistens von weit rechts kommt, so dass man bei jeder Kritik daran auch sofort in dieser Region eingeordnet wird, aber das einzige was ich der Studie anlasten kann ist, dass sie das Grundproblem nicht benennt, nämlich ein Entwicklung in der Journalisten ihre Aufgabe eher in der Erziehung als in der Verbreitung von Information sehen. Das geschieht bei ARD in einem Maße, dass ich vom pädagogischen Unterton sogar dann genervt bin, wenn der dargebotene Inhalte meiner Meinung entspricht. Selbstverständlich fällt auch das eigentlich unter journalistische Freiheit, aber bei den öffenlich rechtlichen Rundfunkansalten gelten deswegen andere Masstäbe, weil für sie eine Zwangsabgabe erhoben wird. Sie müssten dann ein größeres Meinungsspektrum abdecken. In der Tat ist Befragung von Volontäre nicht sehr aussagekräftig. Ich hoffe aber dennoch das eine Diskussion um dieses Thema in Gang kommt. Schließlich hätte man die Studie auch nicht gebraucht um zu den Erkenntnissen zu gelangen die daraus abgeleitet wurden. Da hätte es auch einfach ARD schauen getan.

  76. Warum in aller Welt wird hier so oft behauptet, dass die Grünen links seien?
    Die Grünen haben sich mittlerweile zu einer Partei entwickelt, die gegen Umweltschutz und für Krieg ist. Und die Kipping-Linke ist dabei es ihr gleich zu tun.

  77. #76: „Die zurückhaltende Berichterstattung/Ergebnisse und Verharmlosung zu unterschiedlichen Themen ( linke Chaoten und Zerstörung, Behinderung von wichtigen Energie – und Verkehrstrukturen durch Grün und Rot) sind ein Beispiel dafür .“

    Woher wissen Sie dann eigentlich davon? Aus der Bubble, in der offensichtlich auf diesen Artikel verwiesen wurde?

  78. Mich würde die gleiche Umfrage unter beamteten Lehrern interessieren. Um es gleich vorwegzunehmen: Ich kenne das Ergebnis nicht und habe dazu keine fundierten Zahlen… aber ein gesundes Vorurteil!
    Übrigens: Ich stehe zu meinen Vorurteilen solange ich einen Sachverhalt nicht vollständig durchdringen kann. Vorurteile sind der Beginn von Intelligenz. Heute nennt man das Fuzzylogik oder KI. Ich bin mal gespannt, wann Leuten mit attestierten Vorurteilen – man könnte auch sagen: mit falscher Gesinnung – das Wahlrecht entzogen wird. Die technischen Vorbereitungen dafür werden gerade getroffen.

  79. Die Aufregung ist absurd und offenbart eine bemerkenswerte Unkenntnis der politischen Situation seitens der Konservativen und Rechten. Denn eigentlich müsste man das Umfrageergebnis mit den Umfrageergebnissen unter allen 18- bis 29-Jährigen Akadamikern vergleichen, denn nur aus dieser Gruppe rekrutieren sich Volontäre bei Medienhäusern. Und dann ist das Ergebnis schon gar nicht mehr bemerkenswert. Bei der letzten Europawahl haben bspw. über ein Drittel der Personen unter 30 Jahre Grüne gewählt. Bei den Akademikern haben die Grünen damals über alle Altersgruppen mehr als eineinhalb mal so viele Stimmen geholt wie im Durchschnitt der Bevölkerung – übertragen auf die Unter-30-Jährigen wären wir damit schon bei jenen 50%, die in der o.g. Umfrage ihre Präferenz für die Grünen angaben. Das Ergebnis entspricht – in Bezug auf die Grünen – also recht gut dem Ergebnis, das aufgrund des Alters und der Bildung der Befragten zu erwarten war.

    Ich finde es andererseits aber auch bemerkenswert, welche Schlüsse Konservative aus dieser Umfrage ziehen. Denn natürlich wird bei der Einstellung der Volontäre nicht nach der Parteipräferenz gefragt. Also gäbe es, sofern man überhaupt von einer Abweichung vom Bevölkerungsschnitt ausgeht, drei mögliche Gründe für das Ergebnis: a) Konservative studieren kein Journalismus; b) Konservative wollen nicht beim ÖRR arbeiten; c) Konservative sind schlechtere Journalisten und verlieren deshalb beim Auswahlverfahren gegen nicht-koservative Konkurrenten. Für keine dieser drei Gründe kann der ÖRR irgendetwas – bei allen drei Gründen müssten sich die Konservativen dagegen an die eigene Nase fassen.

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