„Spiegel“ sieht Hildmann vor lauter Bäumen nicht

Ausriss: „Der Spiegel“

All jenen, die sich in den sozialen Medien gerade darüber aufregen, dass der „Spiegel“ sich mit dem Extremisten Attila Hildmann zu einem lauschigen „Waldspaziergang“ getroffen hat, muss man, wie üblich, zurufen: Lest das Stück erstmal! Lest es doch erstmal! Es ist nämlich noch viel schlimmer, als ihr glaubt.

Das hier ist einer der dramatischen Höhepunkte:

„Auf dem Waldweg liegt ein Käfer auf dem Rücken, er schafft es nicht aus eigener Kraft auf die Füße. Hildmann dreht ihn um und setzt ihn an den Wegesrand.“

Der ist nämlich eigentlich ein ganz Sanfter, der Attila.

Der „Spiegel“ ist mit ihm in den Wald gegangen, und eine Antwort auf die sich unmittelbar aufdrängende Frage – WARUM? – kann man gleich im ersten Satz finden:

„Wer Attila Hildmann mal ganz sanft erleben will, muss mit ihm in den Wald gehen.“

Der „Spiegel“ ging mit Attila Hildmann in den Wald, um ihn mal ganz sanft zu erleben. Das gibt schöne Kontraste, Gegenschnitte: der harte, immer radikalere Verbreiter von Verschwörungsmythen aller Art hier; der freundliche Veganer und Käferlebensretter dort.

Der „Spiegel“ trifft Hildmann also:

„Unweit des Wandlitzer Sees, nördlich von Berlin, wo Hildmann fast täglich seinen Husky Akira ausführt, so auch an diesem Mittwoch. ‚Na, Süßer‘, sagt er zu dem Hund. Er habe ‚den kleinen Racker‘ aus dem Tierheim zu sich geholt, vor zweieinhalb Jahren. Neulich hätten anonyme Mailschreiber damit gedroht, Akira zu töten, ‚sie wollen mir das Liebste nehmen‘.“

Oh, das ist natürlich ein noch viel besserer Kontrast: Der sanfte, tierliebe Hildmann hier; seine brutalen, kleine-Racker-verachtenden Kritiker dort.

Perfekte Kulisse

Den Wald als Treffpunkt hatte Hildmann vorgeschlagen. Der „Spiegel“ merkt:

„Der Wald ist eine perfekte Kulisse für seine Inszenierung.“

Es hätte nur noch der Satz gefehlt: „Und der ‚Spiegel‘ ist das perfekte Medium, um diese Inszenierung in dieser Kulisse zur Aufführung zu bringen: reichweitenstark, immer noch irgendwie wichtig und von allen guten Geistern verlassen.“

Der „Spiegel“ gibt der Inszenierung Hildmanns breiten Raum und stellt ihn in eine zweifelhafte, aber große Tradition:

„Ernst Jünger, Lieblingsautor der deutschen Rechten, zudem Käfersammler, vertrat einst die These, dass der Mensch nur im Wald wahrhaft frei sein könne. Als ‚Waldgänger‘, der sich gedanklich unabhängig hält und Widerstand leistet, falls der Staat verbrecherisch wird. So ähnlich sieht Hildmann sich: Als einen der letzten Aufrechten in einem Land, das auf dem Weg in die Diktatur sei.“

So formuliert, möchte man sich seiner Bewegung fast anschließen, dem „Spiegel“ sei Dank.

Alles schon mal erzählt

Hinter der Kulisse, vor der Attila Hildmann sich inszeniert, entdeckt dieser „Spiegel“-Artikel nichts Neues. Er referiert Hildmanns Kindheits-Erzählung:

„Wenn er erzählt, geht es häufig darum, dass er sich nie unterkriegen ließ. Geboren wurde er in Berlin als Kind türkischer Eltern, die ihn zur Adoption freigaben. Er wuchs bei einem deutschen Ehepaar auf. Nach eigenen Aussagen wurde er Veganer, nachdem sein Adoptivvater 2000 an einem Herzinfarkt gestorben war.

Als Schüler gehörte er nirgends dazu. Die deutschen Mitschüler hätten nichts mit ihm anfangen können, sagt er, ‚für die Ausländer war ich ein Bastard‘. Er sei von Gangs verprügelt worden, ‚bis ich mich wehrte und zu einem Mann wurde‘. Er zeigt eine Narbe am Hals, ‚da hat mir jemand ein Messer an die Kehle gehalten‘. Und eine am linken Arm, ‚eine Messerstecherei‘. Jetzt, als Erwachsener, steht er da und will Deutschland verteidigen.

Hildmann redet auch gern über seine Bildung. Bereits als Jugendlicher habe er sich ‚mit den großen Philosophen beschäftigt‘.“

Das alles wissen „Spiegel“-Leser längst. Aus einem „Spiegel“-Artikel vom Mai:

„Hildmann kam in Berlin zur Welt, als Sohn türkischer Eltern, die ihn noch als Baby zur Adoption freigaben. (…)

‚Die deutschen Mitschüler konnten mit mir nichts anfangen, für die Ausländer war ich ein Bastard. Man wollte mir die Kehle aufschneiden, ich habe Narben am ganzen Körper. Irgendwann habe ich mich gewehrt, ich bin vom Opfer zum Täter geworden, habe diverse Anzeigen gesammelt, mit kleinkriminellen Geschichten, Abziehen und so.‘ (…)

Er habe als Schüler viel gelesen, die großen Philosophen: Platon, Kant, Nietzsche, Schopenhauer. (…)

Der Mann, der ihn großgezogen hatte, erlag einem Herzinfarkt, da war Hildmann 19 Jahre alt. Als Ursache machte er damals übermäßigen Fleischkonsum aus.“

Man kann den Inszenierungen von gefährlichen Verschwörungserzählern mit Mordfantasien nicht oft genug eine Bühne geben.

Passt nicht so recht zusammen

Mordfantasien? Ach ja, über den Grünen-Politiker Volker Beck sagte Hildmann bei einer Demonstration: „Wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertretet auf einem öffentlichen Platz!“ Im „Spiegel“ darf er Beck dazu noch als Pädophilen bezeichnen und davon träumen, dass man „noch schlimmere Sachen“ mit ihm machen müsste, aber natürlich nur als Fantasie, nur als Fantasie.

Der „Spiegel“ arrangiert die Kleine-Racker-Geschichte und die Käfer-Rettungs-Episode als Kontrast zu Hildmanns Mordgedanken über Volker Beck und bemerkt fröhlich unbedarft:

„Tiere schützen, Menschen schlachten, so recht passt das nicht zusammen.“

Das ist schon die ganze Reflexionstiefe, die sich dieser Artikel leistet. Dabei lässt sich der scheinbare Widerspruch für Leute, die wie Hildmann denken, schon dadurch auflösen, dass der kleine Racker und der hilflose Käfer ja ungefährlich sind. Die Inszenierung lässt nicht Hildmann irre wirken, sondern Beck gefährlich.

(Nebenbei: Hoffentlich findet der „Spiegel“ nie heraus, dass Adolf Hitler nett zu Hunden war. Hitler kommt in der Geschichte aber natürlich auch vor, als Vergleich, mit dem Hildmann kokettiert.)

Jedenfalls passe vieles so recht nicht zusammen, was Hildmann in den vergangenen Wochen von sich gegeben habe:

„Er behauptet, US-Milliardär Bill Gates und die Kanzlerin wollten die Menschheit dezimieren, oder ruft: ‚Die Weltbank wird regiert von den Rothschilds, und das sind nun mal die Zionisten!'“

Das Schlimme an diesen Parolen und Verschwörungserzählungen ist also, wenn man den „Spiegel“ wörtlich nimmt: dass das so recht nicht zusammen passt.

Geht es ihm nicht um seine eigene Berühmtheit?

Die Mini-Versuche, die die „Spiegel“-Redakteure Alexander Kühn und Jean-Pierre Ziegler unternehmen, Hildmann bloßzustellen, wirken rührend hilflos. Er sei „nicht stringent, weder in seinen Argumenten noch in seinen Taten“, formulieren sie und werfen ihm vor, dass er noch am Tag vor dem Treffen im Wald damit geprahlt habe, dass er dem „Spiegel“ kein Interview geben werde, obwohl der ihn 20-mal angerufen habe und das unbedingt wollte.

Vermutlich soll die Geschichte Hildmann klein wirken lassen. Klein wirkt stattdessen der „Spiegel“.

Der Artikel endet mit der Beschreibung, dass Hildmann auf alle Fragen, Vorhaltungen und Unterbrechungen freundlich reagiere – nur bei der Frage nach seinem Antrieb werde er zornig:

„Weil man immer noch nicht begriffen habe, warum er all das macht. Hildmann redet von Menschenrechten. Von Freiheit. Und Deutschland.

Geht es ihm nicht eher um ihn selbst, seine eigene Berühmtheit? Da schaut Hildmann beleidigt zu Boden.“

Man kann diesen Schluss als Entlarvung lesen. Der Waldspaziermitgänger vom „Spiegel“ hat die wunde Stelle Hildmanns entdeckt: seine Eitelkeit. Er macht das nur, damit er groß in die Medien kommt.

Haha, aber den Gefallen tut ihm der „Spiegel“ nicht!

68 Kommentare

  1. Interessant. Diesen Eindruck hatte ich gar nicht beim lesen, eher so: Der Hildmann redet sich um Kopf und Kragen, da müssen die gar nicht viel zu sagen.
    Aber einige Zitate fehlen mir hier eindeutig:
    „[…] doch seit Corona werden seine Aussagen im Wochentakt schärfer, absurder, irrlichternder.“
    „Wer sich mit ihm unterhält, hat allerdings den Eindruck, dass er einiges nicht mitbekommt von der Welt. Oder zu viel davon, je nachdem. Die Verarbeitung der Informationen, die er sich ergoogelt, scheint ihm jedenfalls einiges abzuverlangen. Es wirkt, als werde alles, was Hildmann aufschnappt, in seinem Kopf wild zusammengemischt. Heraus kommt eine ungenießbare Masse.“
    „Hildmann wirkt wie die Hauptfigur in einem Remake der Komödie „Er ist wieder da“, in der eine schlechte Hitler-Kopie durchs heutige Berlin irrt und erstaunlich viel Anklang findet. Nur dass die Hildmann-Fassung als Trauerspiel angelegt ist.“
    „Die zweite Heimat ist Hildmanns Telegram-Kanal mit 67.000 Abonnenten, seine Probebühne des Grauens.“

    Weiß nicht, aber ich glaube nicht, dass Hildmann selbst so glücklich sein wird, den Artikel zu lesen.

  2. Wenn ein solcher Text erscheint, gibt es irgendwie immer einen Journalisten A, der sagt, dass man einer solchen Person keine Bühne bieten sollte. Dann wird Journalist B sagen, dass der Text jene Person gerade dadurch entlarvt, dass man ihr eine Bühne bietet. Journalist A wird dann in seiner Kritik die Aussagen des Textes, die zu seiner These nicht passen, tendenziell ignorieren, weil er zur Position A tendiert, während Journalist B das Problematische der Vorgehensweise herunterspielen wird. Wenn Margarete Stokowski dann beschreibt, wo Frauen benachteiligt werden, und tendenziell ignoriert, wo Frauen nicht benachteiligt werden, kritisiert Jan Fleischhauer die Auswüchse der Identitätspolitk und wird möglichen Erfolgen dieser politischen Strömung eher wenig Beachtung schenken. Man hat irgendwie den Eindruck, dass Journalisten die Aufgabe haben, diese beschränkten Sichtweisen zu produzieren, indem sie Informationen so auswählen und interpretieren, dass sie die Erwartungen der eigenen politischen Präferenzen erfüllen (confirmation bias). Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass Journalismus ein Ping-Pong-Spiel dieser confirmation bias ist, und journalistische Texte mehr die Funktion haben, ideologisch verzerrte Sichtweisen auf ein Phänomen zu präsentieren, die im Ganzen zwar die verschiedenen politischen Bedürfnisse der Bevölkerung abbilden mögen, im Einzelnen aber mehrheitlich nicht in der Lage sind, die eigene subjektive Befangenheit durch Analyse zu überwinden.

  3. „Geboren wurde er in Berlin als Kind türkischer Eltern, die ihn zur Adoption freigaben“
    Hildmann ist ein Künstler und Rassismus-Opfer, mindestens so sehr wie Schick oder Hengameh, Beck natürlich ein weißer Suprematist auf dem moralischen Feld. Als solchen erheben ihn die Drohungen eines Hildmann zu neuen Höhen, die ohne den Barbaren nicht erreichbar gewesen wären.
    „Tiere schützen, Menschen schlachten, so recht passt das nicht zusammen“
    Warum nicht? ER war schließlich auch Vegetarier.

  4. Was bei mir beim Lesen des Spiegel-Artikels hängenbleibt: der Mann ist gefährlich in seiner Verblendung. Jede Käferlein-Verniedlichung hätte man sich deshalb vielleicht wirklich besser gespart.

  5. @Yorick: Der gleichen Logik folgend hat man irgend wann mal in der Geschichte damit kein Problem gehabt, Adolf H. in ein Amt zu hieven, bei dessen Ausübung er sich schnell entlarven würde. Hat im Grunde genommen auch geklappt (Long Term Betrachtungsweise).

  6. Wer nicht damit klarkommt, dass ein zumindest ja in der Öffentlichkeit stehender und daher „interessanter“ Mensch in den Medien Beachtung findet, der sollte das mit den Medien vielleicht noch mal überlegen, als Berufszweig und so.

    Hildmann ist wohl das, was man gemein hin einen Idioten nennt. Kein ganz ungefährlicher, wenn ihm viele das, was er da redet, glauben – wofür es aber wenige Indizien gibt.

    Hildmann ist obendrein Veganer und rettes deshalb auch auf dem Rücken liegende Käfer. Dass er das als Inszenierung tut, steht sogar im Text. Ebenso wie es dem Text keineswegs an kritischer Einordnung fehlt, und das Interview geradezu mustergültig funktionert, indem es ihn sich um Kopf und Kragen reden lässt.

    Dass man aber einen verschrobenen Spinner mit einer guten Portion Hass in sich nicht als geiferndes Monster darstellt, wenn er das nun einmal nicht ist, ist dann also falsch? Was wäre denn richtiger? Die Berichterstattung über Hildmann denen überlassen, die ihn nicht demontieren, nicht kritisch einordnen? Dazuzudichten, dass er noch drei Frischlinge erwürgt hat im Wald?

    Ihr verrennt euch hier. Die Welt, und die Medien, die darüber berichten, sind nicht nur dazu da, dass ihr in einen Spiegel schaut und eure eigenen rechtschaffenen Antlitze sehen könnt.

  7. Das Käferretten … Vegan leben Dings ist ja auch bissken abwegig.
    Der Hildmann ist sich ja anscheinend für vegan entschieden, weil er die die Konsequenzen des Fleischkonsums selbst erlebt hat und ihn das betroffen gemacht hat, nicht wegen Tierwohl oder so.
    Dass so einer dann einen Hund aus dem Tierheim adoptiert, ist dann auch wohl eher persönlicher Knuddelfaktor, was sich m. E. auch im „das Liebste nehmen“ spiegelt – Wegnahme von lieben Besitz steht im Vordergrund, nicht etwa, dass der „der kleine Racker“ (Cringe²) dann tot ist.

    @7: Er ist das Gegenteil eines Idioten, denn er sucht ja die politische Auseinandersetzung.

    Insgesamt bin ich mit der Kritik hier aber auch nicht ganz zufrieden, ich denke, der Spiegel hat recht gute Einordnung geliefert (Danke auch an #1!) und bin mit einigen Kommentatoren d’accord, dass man Leute auch mal einfach Schwallern lassen muss, damit deren Quatsch offensichtlich wird. Ihn dafür aus seiner Blase rauszuholen und einem mainstreamigerem Publikum zu präsentieren ist vielleicht keine allzu schlechte Idee.

  8. @7 Bazooka Joe: „Wer nicht damit klarkommt … als Berufszweig und so. […] Ihr verrennt euch hier. Die Welt, und die Medien, die darüber berichten, sind nicht nur dazu da, dass ihr in einen Spiegel schaut und eure eigenen rechtschaffenen Antlitze sehen könnt.“

    Muss das sein? Auf die Kritik gleich mit der Maximalkeule draufdreschen? Die anderen Kommentare zeigen doch auch ohne solche Attacken, dass man hinsichtlich des Spiegel-Artikels durchaus anderer Meinung sein kann…

  9. Tja, da scheinen Herrn Niggemeier bei der Vorstellung eines auf dem Rücken liegenden Käfers die Gäule durchgegangen zu sein. Bei all dem Furor hat er doch glatt (natürlich ohne böse Absicht) die Zitate vergessen, die Herr Sievert dankenswerterweise nachgereicht hat.

  10. Die Spiegel-Autoren haben Hildmann mit Glacé-Handschuhen angefasst: „Ach, schaut mal, der kleine Racker, er kläfft sehr viel, aber er kann ja auch ein ganz Lieber sein.“ Die Sprache erinnert mich an die herablassende Manieriertheit, die viele Texte und noch mehr die Moderationen von Spiegel TV durchzieht.

    Der Waldspaziergang, ein Event. Könnte mit einem knackigen Trailer gut durch die Werbung ziehen („Sehen Sie gleich: Berlins bekanntester Antisemit und Hetzer trifft auf einen hilflosen Käfer!“).

    Erkenntnisgewinn: null.

  11. ob das Käfer-Umdrehen nicht wieder ein Schatten Relotius ist?

    Ansonsten:
    Schade, dass die Spiegel-Journalisten nicht durch geschicktes Fragen versucht haben, indikativ zu erkennen, ob Hildmann wegen seiner Biographie mit schlimmer Kindheit und Jugend, so ist wie er heute ist.
    Dass er durch das Abgeben der leiblichen Eltern, den frühen Tod des „Vaters“ heute vielleicht so laut schreit, weil er alleine ist und in den Arm genommen werden möchte.

    Erinnert mich – vom Verhalten her, nicht vom Geist – an die Kunstfigur Will Hunting.

  12. “ ob Hildmann wegen seiner Biographie mit schlimmer Kindheit und Jugend, so ist wie er heute ist“

    Und dann? Dann wäre das hier als Verharmlosung interpretiert worden, und das auch zurecht.

    Das Narrativ der schwer traumatisierenden Erlebnisse steht bei weitem nicht allen zur Nutzung zur Verfügung, da gibt es ganz klare Regeln, wer sich dessen bedienen darf.

  13. Ohne den Spiegel-Artikel gelesen zu haben, wage ich hier noch einen etwas anders gelagerten, vielleicht zusätzlichen Kritikpunkt. Ich glaube nämlich überhaupt nicht, dass der gerettete Käfer eine Inszenierung ist. Bei „radikalen Tierliebhabern“ habe ich persönlich schon öfter erlebt, dass die Tiere als das absolut Gute gesehen werden, geknechtet und misshandelt von den mitunter absolut bösen Menschen. Das ist gar nicht unbedingt ein Widerspruch (und falls doch, ist das zumindest sicherlich nicht das eigentliche Problem). Bei Xavier Naidoo kann man auch davon ausgehen, dass er die Geschichten von den elitären Kinderquälern wirklich glaubt und daraus gewissermaßen automatisch ein ordentliches Maß an Wut und Handlungsverflichtung entspringt. Den Antrieb der Verschwörungsmythologen auf Inszenierung und Selbstdarstellung zu reduzieren, die es nur zu durchschauen gilt, um einer Konfliktlösung näher zu kommen, greift zu kurz.
    Aber es bleibt ja grundsätzlich richtig: Wer hier als Journalist/in in erster Linie Selbstinszenierung erkennt, sollte sich schon sehr dringend die Frage stellen, warum er/ sie dafür auch noch die Bühne stellen muss.

  14. Ich musste direkt an das Waldinterview mit Höcke denken, als ich dieses Interview sah (Nazis im Wald wird hoffentlich keine Spiegel-Serie) und habe mich schon auf die Rezension hier gefreut.
    So einige Fragen bleiben aber offen – für wen soll der Artikel im Spiegel sein? Hirsehitler-Fans werden ihn kaum lesen, sollen sich die Spiegelabonnenten einfach ein bisschen gruseln? Ist so eine Homestory/Waldinterview die sinnvollste Textgattung, oder gäbe es Alternativen, die ohne das Ranwanzen auskämen, um die Bühne nicht zu geben? Sollten die Tier-Anekdoten den Typen eigentlich veralbern, aber das ging nach hinten los?

  15. Ein Veganer mit rechten bis rechtsradikalen Ansichten: Hirsehitler.

    Größer war die Diskrepanz zwischen Witzigsein und Witzigseinwollen selten.

    Warum ist es eigentlich immer nur dann eine Verharmlosung des Dritten Reichs und seiner Verantwortlichen, wenn die andere Seite da unangemessene Vergleiche verwendet?

  16. „Das Narrativ der schwer traumatisierenden Erlebnisse steht bei weitem nicht allen zur Nutzung zur Verfügung, da gibt es ganz klare Regeln, wer sich dessen bedienen darf.“

    Das Schlimme ist nicht, dass man hier den Sarkasmus erkennt, sondern dass diese Aussage von Ihrer Internet-Persona sogar ernst gemeint sein könnte.

    Zum Thema: ich hatte schon genug vom aktuellen SPIEGEL, als Markus Feldenkirchen das Schweineschlachten bei Tönnies als Event bezeichnete.

  17. Wenn das Ziel wirklich die Entlarvung Hildmanns ist – und ein grundsätzliches Interesse daran will ich den Redakteuren nicht absprechen – dann gäbe es dazu ein ganz simples Mittel: recherchieren und ihm kritische Fragen zur eigenen Biographie zu stellen, denn da passt auch einiges nicht zusammen. Alleine die Behauptung, er habe seinen Erfolg als Unternehmer seiner politischen Aktivität geopfert, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gelogen. Es gibt viele Indizien, dass ihm schon vor Corona das Wasser bis zum Hals stand. Die belegten Spenden an Tierschutzprogramme sind auch viel geringer als die von ihm behaupteten Summen. Wenn man ihn in diesen Sachen entlarvt, dürften vielen seiner Anhänger auch Zweifel an den Hildmannschen Theorien kommen. Eine so weichgezeichnete Homestory bewirkt hingegen im besten Fall nichts (im schlimmsten treibt sie ihm weitere Follower zu), und ist journalistisch völlig anspruchslos.

  18. Ich bin ganz bei Ihnen Mr Re. Diese „Entlarvungstaktik“ ist verkappter Click Bait hinter der Spiegel Paywall. Als ob zahlende Spiegel-Abonenten noch irgendeine Entlarvung eines Nazis benötigen würden. Für diese Spaziergänge gibt es kein Zielpublikum. Wer soll damit aufgeklärt werden? Die 20 bezüglich AH unentschlossenen Bundesdeutschen? Und dafür ihm und seinen Hunderten (Tausenden?) Followern diese Plattform bieten? Ich verstehe es wirklich nicht…

  19. Ohne mich mit Interna auszukennen, vermute ich, dass Höcke, Hildmann und werweißwernoch solche Interviews nur geben, wenn man ihnen die Möglichkeit zur Selbstinszenierung lässt, also halt z.B. in der schönen Natur statt in der hässlichen Zivilisation. Also wird man solcherlei Zugeständnisse wohl machen müssen, wenn man als „Mainstreammedium“ solche „Mainstreammedienskeptiker“ „entzaubern“ will.

    Jetzt scheint mir Hildmann aber nicht gerade der rhetorisch versierteste Mensch in dem Teil des politischen Spektrums zu sein. Wenn er also über seine „Fantasien“ bzgl. Beck spricht, könnte man vllt. nach geeigneten Todesarten seiner übrigen politischen Gegner fragen.
    Also, micht würde sehr interessieren, wie ich mir A.H.s Regierungszeit als Reichspräside… ich meine, -kanzler, ausmalen müsste. (Kann sein, dass er nach der dritten oder vierten Frage in der Richtung das Interview abbricht, aber naja…)

  20. Ein Magazin will mit Attila Hildmann sprechen. Vielleicht ist es einfach nur normal, dass man sich dazu einen dem Gesprächspartner angenehmen Ort auswählt? Hildmann, Veganer, naturnah, Wald: So einfach kann das Leben sein.

    Muss man denn mit Hildmann ein Setting auswählen, das ihn von Anfang an klar als Bösewicht ausweist? Ist es nicht vielleicht am Leser oder Zuschauer, da eine Einschätzung vorzunehmen? Es gab Interviews mit Massenmördern, da spazierten beide, Mörder und Mörderbefrager, durch einen Wald. Ist Hildmann schlimmer als ein Massenmörder? Außer reichlich krauses Zeug reden kann ich bei dem nichts erkennen, was ihm eine Behandlung schlimmer als einen Schwerverbrecher verdienen ließe.

    Übrigens ist der Mann ja noch nicht mal in irgendeiner Form so intelligent, redegewandt, charismatisch oder sonstwas, dass man sich den ernsthaft als erfolgreichen Rattenfänger vorstellen könnte.

    Wovor also diese Angst? Soll der Spiegel ihn nicht interviewen, damit er und seine Fans den Mythos vom durch den Mainstream an den Rand gedrängten Widerständler herbeifabulieren können?

  21. @Bazooka Joe:

    Soll der Spiegel ihn nicht interviewen, …?

    Vielleicht können wir uns für den Anfang darauf einigen, dass es nicht nötig ist, ihn alle zwei Monate zu interviewen?

  22. Wie soll man kritisch (in einem Medium) über Medien berichten, deren übergreifendes Problem die selbstreferentielle Betrachtung ist? Schwierig bis unmöglich, dabei nicht selbst eben diese Angriffsfläche zu bieten. Auch wenn die Balance bzw. Distanz nicht immer gelingt, bin ich trotzdem dankbar und gern Übonnent.
    Was Hildmann betrifft, so ist nur allzu oft zu beobachten, dass man bei Erklärungsversuchen, warum jemand so ist oder geworden ist, zu sehr versucht, in intellektueller Tiefe irgendetwas freizulegen (also eher ein Autorenproblem) anstatt sich mit dem Offensichtlichen und scheinbar Oberflächlichem zu beschäftigen. Am Ende gibt es sowieso nicht DEN einen Grund bzw. DAS Schlüsselereignis. Vielleicht hat er nur an einer unpassenden Stelle die unverdiente Aufmerksamkeit bekommen und die deckungsgleichen Initialien seines Namens mit denen seines offensichtlichen Vorbilds bekamen für ihn plötzlich einen tieferen Sinn (Björn hat’s leider knapp verfehlt – seinen Eltern sei Dank). Eine historisch noch weiter zurückliegende Verpflichtung in seinem Vornamen könnte seine Hybris zusätzlich gefüttert haben. Aber das ist jetzt reine Küchenpsychologie und könnte nur halbernst gemeint sein.
    Aus meiner Sicht wird so jemand erst wirklich gefährlich, wenn er zu viel Aufmerksamkeit sprich: Reichweite bekommt. Womit wir wieder beim eigentlichen Problem sind. Der Spiegel ist eben immer noch reichweitenstark und trägt damit eine hohe Verantwortung, wen er wie ins Blatt hebt und ob überhaupt. Da geht es weniger darum, wie über über eine Person oder Angelegenheit geschrieben wird, sondern dass immer mehr Leute überhaupt darauf aufmerksam gemacht werden und sich weiter damit beschäftigen. Um einen durchgeknallten US-Präsidenten kommt man nicht herum aber ist ein Attila Hildmann wichtig? Nein, aber er ist auch schrill und dämlich und das lässt sich gut verkaufen.

  23. #16
    „sollen sich die Spiegelabonnenten einfach ein bisschen gruseln“
    Das könnte eine ganz heiße Spur sein. Kreist das eh. Nachrichtenmagazin doch seit 4 Jahren schon um Gruselgeschichten über Donald Trump.
    Die übriggebliebenen Abonnenten scheinen das so zu mögen, dass die Redaktion jetzt ab und zu auf noch härteres Zeug setzt: von Donald, dem Schlimmen, zu Attila, dem Eroberer.

  24. Das erinnert mich an den „Volkslehrer“, der doch auch durch Interviews mit Russia Today etc., Artikel im Tagesspiegel etc. in den Mainstream gelangte, dann seine Stelle verlor und dann war er so plötzlich wieder weg, wie er gekommen war.

    Vllt. macht Berlin einfach einige Leute verrückt?

  25. Ich frage mich generell, warum man diesen Typen für so relevant hält, dass man mit ihm überhaupt ein Interview machen muss.

    Das ist doch offenkundig ein totaler Spinner, dem offenbar die letzten geistigen Gäule durchgegangen sind. Von der Sorte gibt es aktuell so derart viele, die alle nicht in den Genuss von Spiegelpromotion kommen, weil ihr Sendungsbewusstsein nicht ausreicht und umgekehrt vermutlich nicht genug Klicks für SpON drin sind, da der Bekanntheitsgrad der Personen vermutlich nicht ausreicht (ansonsten würde ich ja mal Anja Heussmann empfehlen, mit ihrer Lovestorm-Community, die haben auch einiges zu bieten).

    Das was mich an Hildmann interessieren würde (und zwar wirklich das einzige) ist, ob der den Unsinn den er redet tatsächlich selbst glaubt (und wenn er das tut, braucht er keine Presse, sondern ganz dringend Hilfe). Das wiederum hat die Jungs vom Spiegel aber scheinbar nicht so interessiert.

  26. @17: Wie auch immer Sie jetzt darauf kommen, erstmal zu beklagen, dass „die andere Seite“ nicht unbelassen Nazivergleiche ziehen darf. Gefällt Ihnen Avocadolf besser? Und so einen (zugegeben mäßig witzigen und überflüssigen) Spitznamen finden Sie gleichzusetzen mit Hildmanns Aussagen zur Shoah etc?

  27. Hm. Ich finde die Spitznamen jetzt auch nicht unbedingt superlustig. Aber umgekehrt sehe ich nicht, was daran jetzt problematisch sein soll, A.H. ist ja schließlich der, der sich der Nazirhetorik bedient und den anderen A.H. für verdienstvoller für sein Land hält, als die amtierende Kanzlerin. Da kann man sie Namen natürlich unlustig finden, aber sich über die Verwendung zu empören ist m.E. ein bisschen sehr schneeflockig. Aber gut, rechte Befindlichkeiten sind empfindlicher als rohe Eier. Alles außer Applaus gilt da als Beleidigung.

  28. @Stefan Niggemeier

    In der Tat find ich es auch bedenklich und noch mehr unverständlich, dass man diesen Kerl so oft zum Thema macht, wo er doch nun so gar nichts Spannendes zu sagen hat, und das noch nicht mal mit so etwas wie Esprit. Nicht bedenklich finde ich aber, dass man ihn nicht schon durch die Wahl des Settings fürs Interview als den Bösen brandmarkt.

    @andere

    Mir ist es einfach zuwider, einen in meinen Augen maximal Verblendeten, aber wohl nur mäßig Gefährlichen, mit Hitler-Witzchen zu verhöhnen.

    Es ist geschmacklos, darüber hinaus relativiert es, wer Hitler war und wer Hildmann ist. Letzteres weiß vermutlich, wenn überhaupt, Hildmann selbst.

    Und es ist billig, und macht es Hildmann leicht, sich als Opfer aufzuspielen. Wenn er nun clever genug wäre, rein hypothetisch, würde er seinen Kritikern vorwerfen, ihnen würde nichts besseres als dummdreiste Hitler-Vergleiche einfallen, und irgendwie müsste ich ihm dann beipflichten – was es ja dringend zu vermeiden gilt. Auch alle Versionen von „kommt davon, wenn man zu viel Gemüse isst“ sind doch eher Unverschämtheiten als Argumente.

    O.K., ich weiß, es gibt auch erwachsene Männer (hauptsächlich), die teilen jedes Wortwitzchen aus dem Postillon, als hätten sie es sich selbt ausgedacht. Aber Rumalliteriererei mit [was Veganes] + Hitler ist halt vor allem billig.

    Frage an die Veganer hier in der Runde: Kann der eigentlich kochen, der Hildmann? Ist das ein guter Koch mit wichtigen veganen Impulsen, der nun abdreht oder war das immer nur ein Schwätzer, der nun abdreht?

  29. @Tobias
    Ich frage mich generell, warum man diesen Typen für so relevant hält, dass man mit ihm überhaupt ein Interview machen muss.
    Niggemeier benutzt die Ausdrücke „gefährlich“ und „schlimm“, das spricht schonmal für Relevanz.

    Zitat Niggemeier:
    Das ist schon die ganze Reflexionstiefe, die sich dieser Artikel leistet.
    Auf die Reflexionstiefe Niggemeiers wäre ich sehr gespannt. Darf man hoffen, dass er da was in Arbeit hat?

  30. @32: Aus dem Postillon sind die Namenswitzchen nicht, keine Sorge. Und der Veganismus ist mir noch das Liebste an Hildmann.
    Um auf Ihre Frage bezüglich dessen zu antworten: In der veganen Szene ist Hildmann seit langer Zeit stark umstritten. Manchen (nicht nur aus der antikapitalistischen Ecke der veganen Szene) gefällt seine Kommerzialisierung und das anfängliche Konzept von Vegan als Fun-Lifestyle nicht, aber die meisten sind sich schon seit einigen Jahren recht einig darin, dass sein offener Sexismus etc (den gab’s zur Genüge auch schon vor seinen faschistischen Ausfällen) nicht zum Selbstverständnis der veganen Bewegung passt. Oder zumindest zu einem Großteil. Alle Lebewesen achten wollen und Frauen verachten passt halt nicht zusammen.

  31. Wenn man wissen will, wie Herr Hildmann tickt, braucht man doch nur mal in seinen Telegram-Kanal hineinzusehen:

    Dort hat er diesen Übermedien-Artikel verlinkt (27.07.2020, 11:56 Uhr) und zitiert daraus: „Der ‚Spiegel‘ ging mit Attila Hildmann in den Wald, um ihn mal ganz sanft zu erleben. Das gibt schöne Kontraste, Gegenschnitte: Der harte, immer radikalere Verbreiter von Verschwörungsmythen aller Art hier; der freundliche Veganer und Käferlebensretter dort“. Er hat also offensichtlich diesen Artikel gelesen, denn er zitiert nicht einfach den ersten Satz.

    Er kommentiert den Artikel dann (27.07.2020, 11:57 Uhr) aber mit den Worten „Die ballern ihre Hetze gegen mich so durch wie sie ihre Corona-Maßnahmen und Impf-Agenda durchballern! Ekelhafte Bolschewiken-Satanisten! Für die ist schon ein Waldspaziergang eine Anlehnung ans dritte Reich, weil die damals auch naturverbunden waren und das beste Naturschutzgesetz der Welt hatten! Tja, ich mag aber schon Waldspaziergänge seit Jahren, lange bevor ich politisch tätig war…“

    Er liest also den ganzen Artikel und zieht dann die Erkenntnis, daß er als Nazi dargestellt wird, bloß weil er naturverbunden ist. Daß er mit Reichsflaggen posiert, daß er gegen angebliche „Zionisten“ hetzt, das ist für ihn offensichtlich keine Einordnung wert. Aber daß er einen Waldspaziergang unternimmt, das ist in seiner Wahrnehmung der Grund, warum er jetzt in die Nazi-Ecke gestellt wird. Und die Übermedien gehören nun natürlich auch zu dem Konglomerat der bösen Mächte mit der „Impf-Agenda“.

    Jens (Kommentar Nr. 14) hat völlig Recht: Die Rettung des Käfers ist keine Inszenierung. Es ist das typische Verhaltensmuster von extremen Tierliebhabern: Die Menschen sind alle verhasst. Aber jedes kleine Insekt, jede Fliege an der Wand, die wird sorgsam gerettet. Die komplette Weltsicht schrumpft auf einen Tunnelblick zugunsten der Tiere. Die Menschen sind nur noch ein Störfaktor, sie sind alle böse und haben böse Sachen vor, sowohl gegen die Tiere als auch untereinander. Und so muß man die Frage von Tobias (Kommentar Nr. 28) beantworten mit: Ja, Herr Hildmann glaubt das, was er redet. Er meint das alles ernst.

  32. »Wenn man wissen will, wie Herr Hildmann tickt, braucht man doch nur mal in seinen Telegram-Kanal hineinzusehen:…«

    Als alternativen Zeitvertreib empfehle ich eine Wurzelresektion beim Zahnarzt des Vertrauens. Das macht mehr Spaß.

  33. @Daniel Rehbein
    „Er liest also den ganzen Artikel und zieht dann die Erkenntnis, daß er als Nazi dargestellt wird, bloß weil er naturverbunden ist.“
    Das aber nur, wenn Sie davon ausgehen, dass er im Telegram-Kanal offen und ehrlich ist. Aber er könnte auch einfach dort alles inszenieren. Ich glaube nicht, dass er wirklich diese völlig absurde Erkenntnis zieht. Er stellt es mM einfach so dar, wie er es für sinnvoll hält.

  34. Ich denke, dass man es auf Dauer nicht schafft, so viel und so lange Distanz zu sich selbst zu halten, um nur so zu tun, als wäre man durchgeknallt. Er wird nicht irgendwann um die Ecke kommen und sagen, dass alles nicht so gemeint gewesen sei. Die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird, gibt ihm in seiner Welt ja recht. Nur weil man es sich selbst kaum oder gar nicht vorstellen kann, heißt das nicht, dass nicht andere so ticken können. Ich vermute hier ferndiagnostisch eine schwere Persönlichkeitsstörung – irgendwas zwischen Narzist, Borderliner und ADHS oder alles zusammen. Die Geschichte ist voll von solchen Leuten und unser derzeitiges Gesellschafts- und Wirtschaftssystem befördert und belohnt leider solche Soziopathen.

  35. Es ist vollkommen unerheblich, ob er das zu 100, zu 82,9 , zu 21,7 % oder überhaupt nicht ernst meint. Ich halte es da wie Forrest Gump: Wer Nazijargon verwendet, sich mit Nazidevotionalien umgibt und Nazidinge tut, der ist Nazi.

    Warum nur, Spiegel, warum?

  36. „Frage an die Veganer hier in der Runde: Kann der eigentlich kochen, der Hildmann?“
    Ich bin zwar kein Veganer und meine Quelle auch nicht, aber ich habe gehört, die Rezepte sind schon ganz gut.

    Mich würde ja wie so häufig mal ein Versuch interessieren, wo die kommerzielle Motivation für das Verhalten liegen könnte. Meiner Meinung nach sind solche Leute entweder total abgedreht oder sie sehen da irgendwie Chancen für ein Geschäftsmodell. Dem Absatz seiner Kochbücher kommt das zur Zeit wohl eher nicht zu Gute.

    Durch die Cape Breton Geschichte wissen wir jetzt, was bei der Eva Hermann hinter ihrem abdriften steckt. Beim Hildmann kenne ich eine ähnliche Geschichte noch nicht.

  37. Eine letzte Frage, eh ich hier dann weg bin (versprochen, Ehrenwort!):

    Wie kann man die mitschwingenden Vorwürfe gegen den SPIEGEL („lässt Rechten sich im Wald als harmloser Naturfreund inszenieren“) eigentlich aufrecht erhalten, wo doch das Titelbild des Interviews Hildmann schon komplett bloßstellt und ihn als das darstellt, was er vermutlich hauptsächlich ist: ein rechter Wirrkopf?

    Man gibt Hildmann die Chance, sich als „ganz Sanfter“ darzustellen, und zeigt ihn dazu mit schwarz-weiß-roter Flagge, eisernem Kreuz und untertitelt mit seinem Machtergreifungsanspruch?

    Sorry, Leute, eure Kritik ist genauso herbeigeschwurbelt wie Hildmanns Weltbild.

  38. ad 12/13, „ob Hildmann wegen seiner Biographie mit schlimmer Kindheit und Jugend, so ist wie er heute ist“

    Wie eine Freundin von mir mal sagte: „Ich hatte auch eine schlimme Kindheit und Jugend, und ich bin nicht rechtsradikal geworden“.

  39. Deutschland 2020 – wo ein Sexist, Neonazi und Porsche-Fahrer mit Ledersitzen als veganer Koch, Fitness-Guru und Demokratie-Aktivist bezeichnet werden kann.

    Warum? Weil die Medien ihm immer die Bühne gegeben haben, die er sich bestellt hat.

    Durch das Fernsehen durfte er lernen, sich professionell zu inszenieren und verdiente sich seine Kontakte, Standbeine und Bekanntheit.

    Er machte dann viel über Social Media und auch in der Klatsch-Presse mit billiger PR auf sich und seine Produkte aufmerksam. Der Rubel rollte.

    Während der Pandemie haben sich die Kameras auf den Demos dann auf ihn gerichtet, den sofort pathologisierten „Irren“, weil es ja auch keine anderen Spinner mehr in unserem Land gibt, sobald man einen sich selbst so perfekt inszenierenden Hirsehitler vor der Kamera hat. Nein nein nein, es gibt keine anderen Hitlers mehr, wir wollen Alu Hutmann sehen!!1!1

    Wenn er nun zu seinen jüngst rekrutierten Mitläufern und Anhängern spricht, dann über das Medium Telegram, dort darf er grenzenlose Propaganda verbreiten.

    Meiner einfachen Einschätzung nach unterschätzen wir diese dumme Person gewaltig, so wie wir Donald Trump unterschätzen. Die beiden wissen selber nicht, was für eine Gefahr sie für die Gesellschaft darstellen und nehmen jede Aufmerksamkeit, die darauf zielt, es ihnen zu vermitteln, entweder als bezugloses Lob oder bezuglose Kritik wahr. Wenn sie verstehen würden, dass ihre feindselige und niederträchtige Art zu Denken eine Gefahr darstellt, würden sie es ja vielleicht nicht so gewaltig darauf ankommen lassen, wer sie letztendlich stoppt.

    Es wäre viel gewonnen, wenn wir einfach aufhören würden, dummen Aussagen die Aufmerksamkeit zu schenken, die wir viel eher klugen Ideen schenken sollten. Da wir aber alles relativieren und gleich machen (wie etwa auch die Forderungen eine Quote über das Leistungsprinzip und über die Freiheit der Wahl zu stellen, aber das tut hier null zur Sache) ergeben sich über eine Weile undifferenzierte Extreme wie „Alle Tiere gut, alle Menschen böse“.

    Alu Hutmann denkt wie alle Neonazis, dass er sich und Deutschland nur verteidigt, wenn er Drohungen und Verschwörungstheorien formuliert. Aus Gedanken folgen Worte und folgen Taten.

    Ich finde, ein Interview wie das im Spiegel habe ich aufgrund fehlender Erkenntnisse nicht gebraucht, es war nicht nur überflüssig sondern auch noch absolut unnötig hilfreich für Hutmann.
    Trotz Boykotten und Aufklärung über ihn funktioniert seine Aufmerksamkeitsökonomie bestens.

    Danke an Übermedien für die Verdeutlichung der Verharmlosung.

  40. @43:
    „wo die kommerzielle Motivation für das Verhalten liegen könnte.“
    Z. B. YT Kanal mit Werbung, Patreon oder andere Spendenkanäle von Fans, Monetarisierung des Telegram Kanals (Abo, Werbung, Spenden), Monetrisierung ander SM-Kanäle (TikTok, etc.), Verkauf von Fanartikeln, zukünftig vllt. bezahlter Autor in „alternativen“ Medien (achgut, etc.), eigenes (nicht Koch-)Buch schreiben und vermarkten, eigener Blog mit Werbung, Streaming (twitch o. Ä), kickstarter-Aktionen, ach wat gibt es da nicht alles für Möglichkeiten.
    Je polarisierender die Figur, desto spendabler und treuer die Fans.

    „Dem Absatz seiner Kochbücher kommt das zur Zeit wohl eher nicht zu Gute.“
    Thalia hat’s noch im Sortiment, Hugendubel hat’s kürzlich rausgeschmissen.

  41. Sein nächstes Kochbuch verlegt Kubitschek: »88 vegane Brownies – mit einem verfickten Vorwort von Akif Pirinçci«

  42. @P Skizzle
    Es wurde nichts verharmlost, diesen Eindruck versuchte Übermedien durch das weglassen wichtiger Passagen aus dem „Waldspaziergang“ und dem albernen Käfer lediglich zu erwecken.
    (Siehe und lese Kommentar Nr. 1)
    Hildmann wurde und hat sich selbst bloßgestellt bei jeder Demo und bei jedem Interview. Im übrigen stimme ich „Bazooka Joe“, Nr 44 voll zu.
    „Nicht immer gleich zum Futtertrog rennen, wenn das Glöckchen klingelt.“ (Tom G. Warrior)

  43. @50, Frank Reichelt

    Die Diskussion hier wäre vermutlich ergiebiger, wenn die Teilnehmer kurz den Wiederholungsmodus ausschalten könnten.

  44. Ich stimme an dieser Stelle auch den Kommentaren von Bazooka Joe zu, insbesondere #44. Wenn man durch das Weglassen der kritischen und stellungbeziehenden Passagen sich die Argumentationsgrundlage für sein Narrativ zurechtkonstruiert, dann steht das ganze halt sehr wackelig da.
    Ich finde es auch nicht störend, dass man Hildmann hier quasi ein Wunschszenario ermöglicht, in dem er dann seine Naturverbundenheit darstellen darf. Ich finde der Spiegel hat das Recht, Hildmann als Mensch darzustellen, mit allen Widersprüchlichkeiten, und dem Leser darf durchaus auch die kognitive Leistung zugemutet werden, mit den Dissonanzen umzugehen.
    Die Alternative dazu wäre ja Hildmann auf handverlesene Eigenschaften zu reduzieren, wobei man dann die Gefahr eingeht, sehr leicht wiederlegt zu werden („Seht her, so böse bin ich nicht.“). Ein Aspekt, der mir auch in der Berichterstattung über Trump auffällt: Durch diese mediale Darstellung erhält man bestenfalls ein Abziehbild der Realität. Vielleicht liegt ein Teil des Erfolges dieser Personen (bei Trump ja nach wie vor ~35% Zustimmung) genau darin, dass so viele Leute dann an diese unvollständigen Darstellungen „relaten“ können? Außerdem: es erklärt einfach nicht die Welt. Da steht man dann ratlos daneben und bekommt keine zufriedenstellende Antwort zusammen, warum diese Spinner soviele Anhänger haben.

  45. @ P. Skizzle (#46):

    Deutschland 2020 – wo ein Sexist, Neonazi und Porsche-Fahrer mit Ledersitzen als veganer Koch, Fitness-Guru und Demokratie-Aktivist bezeichnet werden kann.

    Was ist das nur für eine Welt, in der man einen Porschefahrer als veganen Koch bezeichnen kann, nur weil er Porsche fährt und vegan kocht?

    Ernsthaft – so wird kein Argument draus…

  46. @ Gast:

    Habe ich kapiert, hilft aber nicht. Hildmann hat seinen Veganismus immer mit Gesundheit und Fitness begründet, nicht mit Tier-Ethik (plakatives Käferretten hin oder her). Ich sehe keinen Widerspruch zwischen rechter Ideologie und Körper-Optimierung.

    Die Nummer mit dem Demokratie-Aktivismus stammt nicht vom Spiegel und geht höchstens in des Gurus eigener Filterblase als glaubwürdig durch.

  47. Unabhängig vom Menschenbild Hildmanns stelle ich mir die Frage, warum Hildmann nicht schon von Staatsseiten der Prozess gemacht wird. Da verstehe ich die Logik nicht in unserem System, wenn man Nazis mit V-Leuten beobachten muss und schon seit Jahren kein relevanter Prozess daraus wird (und wenn, dann höchst unbefriedigend gelöst). Und Hildmann wird hier vermenschlicht, während er öffentlich Kopfgelder ausstellt und noch öffentlicher Hitler verharmlost. Theorien sind eine Sache, aber hier ist für mich schon lange eine Grenze überschritten, was man nicht mit Zivilklagen (Beck) wieder richten könnte.

  48. ich finde schon, dass ein Interview auch dazu dienen soll, jemanden besser zu verstehen – sofern der Gefragte auch ehrliche Antworten gibt

    Es gilt ja herauszustellen dann, weshalb einige mit ähnlicher Biographie kein wirres Zeug labern und andere im wirren Zeug baden.

  49. @56: Soweit ich der Presse entnehmen kann, gibt es (mindestens) ein laufendes Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung und Bedrohung. Was schwebt Ihnen sonst noch vor und auf welcher Grundlage?

  50. „Habe ich kapiert, hilft aber nicht. Hildmann hat seinen Veganismus immer mit Gesundheit und Fitness begründet, nicht mit Tier-Ethik “

    Hildmann macht mit seinen Tierschutz-Aktionen für sich Werbung.

    Und davon abgesehen: ich find ja schon, dass der Porsche Teil des Problems ist, nicht nur dessen Sitze. Bzw. der Autokorso-Kram und all diese Selbstverständlichkeit, zusätzlich zur heißen Luft noch ordentlich Dreck und Abgase in die Gegend zu pusten, aber dann halt die Welt retten zu wollen.

    Aber gut, die innere Widersprüchlichkeit Hildmanns ist ja vermutlich auch das, woran sich jede Debatte über ihn letztlich die Zähne ausbeisst: er ergibt einfach keinen Sinn.

    Das kann man dann auch so stehenlassen und sagen: für Menschen, die anderen die Eier abschneiden wollen, sind Gerichte und notfalls Psychiatrien zuständig. Man muss das nicht ergründen, man muss nur verhindern, dass sie es tun.

  51. @57: „weshalb einige mit ähnlicher Biographie kein wirres Zeug labern und andere im wirren Zeug baden.“

    Ich denke da gibt es eine Reihe psychologischer, wie auch monetärer Faktoren, die auch noch zusammen wirken.
    Einige bekommen halt positiv Feedback aus ihrer Peergroup und können daraus dann einen Personenkult erschaffen, der sich dann auch recht easy monetarisieren lässt. Widerspruch ist dann Selbstbestätigung.
    Andere haben evtl. kein festgezurrtes Weltbild.
    Ob das Weltbild inhärent „ernst gemeint“ ist, oder teil der Monetarisierungsstrategie ist, ist meist nicht zu ermitteln. Niemand wird zugeben, nur an etwas zu glauben, weil es sich gut verkaufen lässt.

    Ich fänd‘ eine Diskussion über die Psychologie der Zielgruppenansprache ja spannender.
    Wie wird man empfänglich für Muskelotto-Porsche-Vegan-Reichskkriegsflaggen-Morddrohungs-Bullshit?

  52. „Er kämpft für unßre Zukunft!“ (Heinz-Mario Kiesel)

    Ich liebe deutsche Patrioten, die ihre eigene Sprache mit Füßen treten und mit den Ergebnissen ungeniert die sozialen Medien verhunzen. André Poggenburg reparierte dieser Tage »am Traktor« und Gunnar Lindemann …. ach, lassen wir das.

  53. „Endlich ein extrem „aus“ Gebildeter Systemling, die Lee(h)ranstalten zeigen volle Wirkung. Nichts mehr von Bedeutung zwischen den Ohren. Es lohnt sich nicht, mit Systemhörigen, zu diskutieren!“

  54. Die Erwiderung von „Anderer Max“ auf meinen Kommentar, also die Worte „Wer Käfer rettet, hasst Menschen“ sind sehr polemisch zusammenfassend. Aber letztlich ist diese Szene des geretteten Käfers eine Art i-Tüpfenchen in der Darstellung der Persönlichkeit von Herrn Hildmann.

    Denn es ist typisch für Menschen, die sich immer tiefer in den Naturschutz einsteigen bis es schließlich zum Wahn wird. Diese Menschen leben letzten Endes in einer Welt, in der die Natur im Gegensatz zum Menschen steht. Alles, was die Natur macht, ist darin grundsätzlich gut, alles was der Mensch macht, dagegen schlecht. Daher kommt dann auch die Gegnerschaft gegen das Impfen: Es besteht die Überzeugung, die Natur würde niemals etwas schlechtes hervorbringen. Vor dem Hintergrund dieser Überzeugung ist das Impfen ein schädlicher Eingriff in die Natur, der auf keinen Fall etwas Gutes bewirken kann.

    Wenn man mit solchen Menschen länger in Kontakt ist, bekommt man früher oder später auch die Broschüren aus dem Klein-Klein-Verlag von Dr. Stefan Lanka in die Hand gedrückt, in denen die Existenz von Viren ganz generell geleugnet wird – denn die Natur könne ja grundsätzlich niemals böse sein.

    Deshalb ist natürlich auch die Frage zu stellen, wieso Stefan Niggemeier zu der Einschätzung kommt, daß diese Szene der Käferrettung die Botschaft hätte „Der ist nämlich eigentlich ein ganz Sanfter, der Attila“. Tatsächlich ist es doch eine Bestätigung der abgeschlossenen Weltsicht, in der Herr Hildmann sich befindet.

    Erinnert sich noch jemand an die Diskussion um die Broschüre „Und raus bist Du“ der Amadeu-Antonio-Stiftung?

    https://uebermedien.de/33365/die-luege-von-der-schnueffel-fibel/

    In dieser Familie wurde ein Fallbeispiel einer Neonazi-Familie dargestellt, und das Mädchen dieser Familie wurde u.a. durch seine Zöpfe charakterisiert. Das wurde von missmeinenden Kommentatoren so dargestellt, als wäre ausgesagt worden, daß Zöpfe automatisch für eine rechtsradikale Gesinnung stünden. Tatsächlich war es einfach nur eine plastische Ausschmückung des Fallbeispiels, es war quasi das letzte i-Tüpfenchen in der Darstellung der Situation.

    Genauso ist es auch hier: Einen Käfer auf einem Waldweg zu retten, ist für sich alleine genommen natürlich kein Beleg für das Abdriften in einen menschenfeindlichen Wahn. Aber in dem konkreten Fall ist es noch ein weiterer Mosaikstein zur Vervollständigung des Bild eines aus der Wirklichkeit entrückten Menschen, es ist quasi das letzte i-Tüpfelchen in dem Portrait eines militanten Naturschützers.

    Die Aussage von Stefan Niggemeier, da seien „schöne Kontraste, Gegenschnitte“, ist Unfug. Da sind keine Gegensätze, sondern es passt alles zusammen. Herr Hildmann ist das nahezu perfekte Beispiel eines in eine esoterische Parallelwelt abgedrifteten Naturschützers, der in der Menschheit grundsätzlich nur Feinde sieht.

  55. @64: „Denn es ist typisch für Menschen, (…)“
    Äh, nein?
    Ich kann ihre Gedankengänge ja nachvollziehen, aber ich habe komplett andere Erfahrungen gemacht, nämlich dass Menschen, denen Tierwohl am Herzen liegt, auch Menschenwohl am Herzen liegt.
    Klar gibt es auch da Radikale (wo nicht), aber nicht jeder, der vegan lebt wird gleich zum Lanka-Virenleugner.

    Ich möchte auch hart der These widersprechen, dass Hildmann ein Naturschützer sei. Der ist ja anscheinend vegan, weil er Fleischkonsum für den Tod eines nahestehenden Menschen (!) verantwortlich macht, nicht weil er die Welt retten will. Die ganze body improvement Geschichte ist ja auch eher kein Indiz für einen radikalen Tierschützer. Er behauptet ja auch, eine Schattenregierung will die Menschheit dezimieren … scheint das also schlecht zu finden, vermute ich mal.

  56. Kleines Update vom 1. August 2020. Der Meister berichtet via Telegram von der 20.000 Teilnehmer starken Hygienekritiker-Demo in Berlin:

    »Ich bin so stolz auf unsere großartige deutsche Nation! Über 5 Millionen Patrioten haben die Reichshauptstadt gestürmt und fordern lautstark die Verhaftung der Kommunisten-Kröte und die Befreiung Deutschlands! Deutschland ist zwar weiterhin besetzt, aber ohne die Bolschewiken an der Macht können die US-Truppen, die Trump uns gesendet hat, endlich wieder ihre Kronkolonie in Besitz nehmen! Danach wird Präsident Trump uns großzügigerweise die Freiheit schenken, so wie es Präsident Lincoln mit den Sklaven getan hat. Das hat mir eine anonyme Quelle aus dem Pentagon, die sich selbst nur Q nennt, versichert! Auf zur Befreiung, marschiert Kameraden! NIEMAND KANN UNS DEUTSCHE AUFHALTEN!!!«

    Über dem Text prangt *hust* das Bild einer »Friday for Future« Demo.

  57. @Michael Frey Dodillet #66
    Wäre man heuer nicht so konstant gut über die eigene Kerntemperatur informiert, man könnte es für die aus einem Fiebertraum geschwollenen Tiraden von (je nach erträumter Zeit) Küppersbusch, Sonneborn oder Schlegl halten. Oder er ist das bislang ausdauerndste Projekt des Peng-Kollektivs.

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